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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

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OF ILLINOIS 



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University of Illinois Library 


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59 



L161 — H41 



ACES LIBFv^- 

Verhandinngen 

dei kaiserlich-königlichen 

zoologisch - botanischen Gesellschaft 

in Wien. 

Herausgegeben von der Gesellschaft, 

Redig-irt von Dr. Carl Fritsch. 

Jahrgang 1890. 
XL. Band. 

Mit 9 Tafeln, 64 Abbildungen im Texte und I lithographirten Porträt. 




Wien, 1890. 

Im Inlande besorgt durch A. Hölder, k. und k. Hof- und Universitäts-Buchhändler. 
Für das Ausland in Commission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 



Druck von Adolf Holzhausen, 
k. und k. Hof- und Universitäts-Buchdrucker in Wien. 



^BO .G 



Ausgegeben wurden: 

I. Quartal (Sitzungsberichte S. 1—22, Abhandlungen S. 1—168): 
Ende März 1890. 

II. Quartal (Sitzungsberichte S. 23—48, Abhandlungen S. 169—290): 

Ende Juni 1890. 

III. Quartal (Sitzungsberichte S. 49— 52, Abhandlungen S. 291— 516): 

Ende October 1890. 

IV. Quartal (Sitzungsberichte S. 53—70, Abhandlungen S. 517—610): 

Ende December 1890. 



Inhalt. 



Seite 

Stand der Gesellschaft am Ende des Jahres 1890 IX 

Ausgeschiedene Mitglieder . XXXI 

Lehranstalten und Bibliotheken, welche die Gesellschaftsschriften 

beziehen XXXII 

Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, mit welchen Schriftentausch 

stattfindet XXXIV 

Periodische Schriften, welche von der Gesellschaft angekauft werden XLII 

Sitzungsberichte. 

Monatsversammlung am 8. Jänner 1890 Sitzb. 3 

„ 5. Februar 1890 Sitzb. 6 

„5. März 1890 Sitzb. 11 

Jahresversammlung am 2. April 1890 Sitzb. 23 

Monatsversammlung am 7. Mai 1890 .. ." Sitzb. 36 

„ 4. Juni 1890 .... Sitzb. 44 

„ 2. Juli 1890 - Sitzb. 49 

„ 1. October 1890 Sitzb. 53 

„ 5. November 1890 Sitzb. 54 

„ 3. December 1890 Sitzb. G4 



Zoologischer Discussionsabend am 13. December 1889 Sitzb. 4 

„ 10. Jänner 1890 Sitzb. 9 

„ 14. Februar 1890 Sitzb. 13 

ff 14. März 1890 Sitzb. 31 

„ 11. April 1890 Sitzb. 39 

„ 14. November 1890 Sitzb. 67 

Botanischer „ „ 20. December 1889 Sitzb. 5 

„ ,j 17. Jänner 1890 Sitzb. 10 

ij 21. Februar 1890 Sitzb. 13 



a* 



237720 



IV 



Inhalt. 



Seite 

Botanischer DiscussionsabencT am 21. März 1890 Sitzb. 36 

„ 18. April 1890 . Sitzb. 42 

„ 16. Mai 1890 Sitzb. 45 

„ 13. Juni 1890 Sitzb. 51 

„ 24. October 1890 Sitzb. 57 

„21. November 1890 Sitzb. 68 



Anhang: Geschenke für die Bibliothek im Jahre 1890 Sitzb. 69 



Wissenschaftliche Abhandlungen und Mittheilungen. 

Zoologischen Inhaltes: 

• 

Bergh Dr. Rudolph: Weitere Beiträge zur Kenntniss der Pleuro- 

phyllidien. (Mit Tafel I und II.) Abh. 1 

Brauer Dr. Fr.: Ueber die Verbindungsglieder zwischen den orthor- 
rhaphen und cyclorrhaphen Dipteren und solche zwischen Syr- 
phiden und Muscarien Abh. 273 

— Zur Abwehr! Bemerkungen zu Beauregard's „Insectes Vesi- 

cants" Abh. 276 

— Ueber die Feststellung des Wohnthieres der Hypoderma lineata 
Villers durch Dr. Adam Handlirsch und andere Untersuchungen 
und Beobachtungen an Oestriden. (Mit einem lithographirten 

Porträt und drei Zinkographien.) Abh. 509 

Brunner v. Wattenwyl Dr. Carl: Monographie der Proscopiden. 

(Mit Tafel III— V.) Abh. 87 

Claus Dr. Carl: Die Entwicklung der Cotylorhiza und verwandter 

Scyphomedusen Sitzb. 54 

Cobelli Dr. R. : Una nuova specie di Tentredinidi Abh. 159 

Grobben Dr. Carl: Ueber Boveri's Fund der Entwicklung eines 

Organismus aus befruchteten Eifragmenten ohne Eikern . . Sitzb. 4 

— Ueber den Zellkern der Bakterien Sitzb. 64 

Kieffer J. J. : Ueber lothringische Gallmücken Abh. 197 

Krauss Dr. H. : Erklärung der Orthopteren-Tafeln J. C. Savigny's 

in der „Description de l'Egypte u Abh. 227 

Kuwert A.: Bestimmungstabelle der Parniden Europas, der Mittel- 
meerfauna, sowie der angrenzenden Gebiete Abh. 15 

— Bestimmungstabelle der Heteroceren Europas und der an- 
grenzenden Gebiete, soweit dieselben bisher bekannt wurden. 

(Mit 18 Zinkographien.) Abh. 517 



Inhalt 



\ 



Scitr 

Marenzeller I>r. Iv v.: Deutsche Benennungen für Porit'eren, Coe- 

lenteraten, KehinnüYrmcn und Würmer Abb. 177 

— Der moderne Apparat zur Krl'orsehung der Meerestiefen. (Mit 

10 Zinkographien.) Abb. 207 

Pintner Dr. Tb.: Ueber den Befruchtungsvorgang der Cestoden . . Sitzb. 81 
Reiser 0.: Ueber drei neue Erscheinungen in der Ornis von Oester- 
reich-Ungarn Sitzb. 8 

Rogenhof er A. : Ueber die Anpassung der Färbung der Schmetter- 
linge und Raupen an ihre Umgebung Sitzb. 39 

— Ueber die Schädlichkeit der Sperlinge Sitzb. 41 

— Ueber den Charakter der Lepidopteren- Fauna des Kilima- 
Ndjaro-Gebietes in Ostafrika Sitzb. 45 

— Ueber die Befruchtung der Blumen durch Insecten und das 
Festhalten der letzteren durch sogenannte Klemmkörper . . Sitzb. 67 

Rübsaame n Ew. H. : Cecidomyia Pseudococcas Thomas. (Mit Taf . VI.) Abh. 307 

Simony Dr. 0.: Bericht über eine Reise nach den Canarischen Inseln Sitzb. 9 

Stummer R. v. : Ueber Conjugution der Infusorien Sitzb. 31 

Thomas Dr. Fr.: Larve und Lebensweise der Cecidomyia Psendo- 

coccus n. sp. (Mit Tafel VI.) Abh. 301 

— Weiteres über Cecidomyia Pscudococcus Thomas Sitzb. 65 

Werner Fr.: Ueber die Veränderung der Hautfarbe bei europäischen 

Batrachiern Abh. 1G9 

— Ueber die geographische Verbreitung einiger Reptilien . . . Sitzb. 37 



Botanischen Inhaltes: 

Bäumler J. A.: Fungi Schemnitzenses. II Abh. 139 

Beck Dr. Günther R. v.: Einige Bemerkungen zur systematischen 

Gliederung unserer Cruciferen Sitzb. 13 

Boehm Dr. Josef: Ursache der Wasserbewegung in transpirirenden 

Pflanzen. (Mit 3 Holzschnitten.) Abh. 149 

— Neue Versuche über die Wasserversorgung transpirirender 
Pflanzen Sitzb. 55 

Braun H. : Ueber einige Arten und Formen der Gattimg Mentha, 
mit besonderer Berücksichtigung der in Oesterreich-Ungarn 

wachsenden Formen. (Mit Tafel VII und VIII.) Abh. 351 

Co belli Dr. R.: Gli Apidi pronubi della Brassica oleracea L. . . Abh. 161 
Dörfler I.: Ueber das Vorkommen von Aspidium Luerssenii Dörfler 

und einiger anderer Farne in der Bukowina Sitzb. 43 

— Beitrag zur Flora von Oberösterreich Abh. 591 

Eichenfeld Dr. M. v.: Floristisches Sitzb. 42 

Fritsch Dr. C: Ueber abnorm ausgebildete Inflorescenzen verschie- 
dener Monocotylen Sitzb. 5 



VI 



Inhalt. 



Seite 

Fritsch Dr. C: Ueber die Gattung Walleria Sitzb. 46 

— Ueber die Auffindung der Primula longiflora All. in Nieder- 
österreich Sitzb. 51 

— Ueber Calycanthemie bei Soldanella. (Mit 1 Holzschnitt.) . . Sitzb. 52 
Ha ekel E.: Ueber einige Eigentümlichkeiten der Gräser trockener 

Klimate Abh. 125 

Kernstock Prof. E.: Lichenologische Beiträge Abh. 317 

Krasser Dr. F.: Ueber die Aufgaben der wissenschaftlichen Paläo- 

phytologie Sitzb. 12 

— Ueber die Paraffin-Einbettungsmethode Sitzb. 51 

— Ueber den Polymorphismus des Laubes von Liriodendron tulipi- 

fera L. (Mit 1 Zinkographie.) ■ . Sitzb. 57 

Kronfeld Dr. M. : Ueber das ätiologische Moment des Pflanzen- 
geschlechtes Sitzb. 37 

— Aus der Geschichte des Schönbrunner Gartens Sitzb. 62 

Lenecek 0.: Ueber eine merkwürdige Verwachsimg eines Baumastes 

mit dem Stamme desselben Baumes. (Mit 1 Zinkographie.) . Abh. 311 

Ostermeyer Dr. Fr.: Beitrag zur Flora von Kreta Abh. 291 

Procopianu-Procopovici A. : Floristischcs aus den Gebirgen der 

Bukowina Abh. 85 

— Beitrag zur Kenntniss der Orchidaceen der Bukowina . . . Abh. 185 

Raimann Dr. R.: Ueber Herpotrichia nigra Sitzb. 10 

Stockmayer Siegfr. : Ueber die Aigengattimg Rliizoclonium. (Mit 

27 Zinkographien.) Abh. 571 

Studniczka C: Beiträge zur Flora von Süddalmatien Abh. 55 

Thomas Dr. Fr.: Zur Calycanthemie von Soldanella Sitzb. G7 

Walz Dr. R. : Zur Flora des Leithagebirges Abh. 549 

Wettstein Dr. R. v. : Ueber die Aufgaben der botanischen Universi- 
tätsgärten Sitzb. 4 

— Erwiderung Sitzb. 20 

— Ueber Ergebnisse von Cultur versuchen mit heteroecischen 
Uredineen Sitzb. 44 

— Vorläufige Mittheilung über Cytisus Laburnum L Sitzb. 45 

— Zur Morphologie der Staminodien von Parnassia palustris L. Sitzb. 63 

— Ueber Cytisus Alschingeri Vis Sitzb. 63 

— Ueber Picea Omorica Panc. und deren Bedeutung für die Ge- 
schichte der Pflanzenwelt Sitzb. 64 

— Ueber die einheimischen Betula -Arten Sitzb. 68 

Wiesbaur J.: Floristische Notizen Sitzb. 8 

Wiesner Dr. J. : Ueber den absteigenden Transpirationsstrom. . . Sitzb. 30 

Zahlbruckner Dr. A. : Beiträge zurFlechtenfloraNiederösterreichs.III. Abh. 279 

Zukal H. : Ueber Ephebella Hegetschiveileri Itzigs Sitzb. 53 

— Thamnidium mueoroides nov. spec. (Mit Tafel IX.) .... Abh. 587 



bhtth. VII 
Verschiedenen Inhaltes: 

Sfito 

F ritsch Dr. C: Jahresbericht pro 1S89 Sit/.b. 2o 

Kaufmann J.: Jahresbericht pro 1S89 Sitzb. 27 

Lorem Dr. Ii. v.: Jahresbericht pro 1889 Sitzb. 25 

Pelikan v. Plauenwald A. Freih.: Jahresbericht pro 1889 . . . Sitzb. 23 

Rogenhof er A.: Nachruf an Dr. Franz Loew Abh. 165 

— Ueber die Pistorsche Conservations-Flüssigkeit Sitzb. 50 

— Die österreichische Tiefsee-Expedition Sitzb. 50 



Verzeiclmiss der Tafeln. 

Erklärung 

siehe Seite 

Tafel I— 11. Bergh Dr. Rudolph: Weitere Beiträge zur Kenntniss der 



Pleurophyllidien 13 

111— V. Brunner v. Wattenwyl Dr. Carl: Monographie der Pro- 

scopiden 124 

VI (Fig. 1 — 5). Thomas Dr. Fr.: Larve und Lebensweise der 

Cecidomyia Pseudococcus n. sp 306 

„ VI (Fig. 6 — 10). Rübsaamen Ew. H. : Cecidomyia Pseudococcus 

Thomas 310 

„ VII— VIII. Braun H. : Ueber einige Arten und Formen der Gat- 
tung Mentha 508 

„ IX. Zukal H.: Thamnidium macoroides nov. spec 590 



Corrigendum. 

Auf Seite 512 der Abhandlungen (III. Quartal) ist Zeile 10 von oben statt : 
Rechts Oberseite, links Unterseite, 

zu lesen: 

Links Oberseite, rechts Unterseite. 



Stand der Gesellschaft 



am Ende des 



Jahres 18ÖO. 



2. B. Ges. B. XL. 



Protector : 

Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 
Leitung der Gesellschaft 

im Jahre 1891. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1891.) 
Stine Durchlaucht Fürst Josef Colloredo-Mannsfeld. 

Yicepräsidenten : (Gewählt bis Ende 1891.) 

P. T. Herr Boehm Dr. Josef. 

„ „ Brunner Dr. Carl v. 

„ „ Kornhube r Dr. Andreas. 

„ „ Mayr Dr. Gustav. 

„ „ Mik Josef. 

„ „ Ostermeyer Dr. Franz. 

Secretäre: 

P. T. Herr F ritsch Dr. Carl. (Gewählt bis Ende 1894.) 

„ „ Lorenz Dr. Ludwig E. v. (Gewählt bis Ende 1891.) 

Rechnungsführer: (Gewählt bis Ende 1893.) 
P. T. Herr Kaufmann Josef. 

Ausschussräthe : 

P. T. Herr Haläcsy Dr. Eugen v. 

„ „ Marenzeller Dr. Emil v. 

„ „ Mayr Dr. Gustav. 

„ „ Mik Josef. 

„ „ Ostermeyer Dr. Franz. 

„ , Richter Dr. Carl. 

„ „ Bartsch Franz. 

„ „ Beck Dr. Günther R. v. Mannagetta 

„ „ Eichenfeld Dr. Michael Ritter v. 

„ „ Fuchs Theodor. 



(Gewählt bis Ende 1891.) 



(Gewählt bis Ende 1892. 



XII 



Leitung der Gesellschaft. 



P. T. Herr Grobben Dr. Carl. (Gewählt bis Ende 1892.) 

„ „ Kolazy Josef. » n 

„ „ Müllner M. Ferdinand. „ „ 

„ „ Pelikan v. Plauenwald Anton Freiherr. „ „ 

„ Pfurtscheller Dr. Paul. „ „ 

„ „ Eebel Dr. Hans. „ » 

„ „ Sennholz Gustav. „ „ 

„ „ Stapf Dr. Otto. „ „ 

„ „ Wettstein Dr. Rieh. R. v. Westersheim. „ „ 

„ Aberle Dr. Carl. (Gewählt bis Ende 1893.) 

„ „ Boehm Dr. Josef. „ » 

„ „ Braun Heinrich. „ n 

„ „ Brauer Dr. Friedrich. „ „ 

„ „ Brunner v. Wattenwyl Dr. Carl. „ „ 

„ „ Burgerstein Dr. Alfred. „ „ 

„ „ Claus Dr. Carl. „ „ 

„ „ C so kor Dr. Johann. „ „ 

„ „ Handlirsch Anton. „ „ 

„ „ Hauer Dr. Franz Ritter v. „ „ 

„ „ Heimerl Dr. Anton. „ „ 

„ „ Kerner Dr. Anton Ritter v. Marilaun. „ „ 

„ „ Kornhuber Dr. Andreas. „ „ 

„ Low Paul. „ 

„ „ Rogenhofer Alois Friedrich. „ „ 

„ Vogl Dr. August. 

Wiesner Dr. Julius. „ „ 



Mitglieder, welche die Sammlungen der Gesellschaft ordnen: 

Die zoologischen Sammlungen ordnen die Herren: Handlirsch Anton, Kauf- 
mann Josef. 

Die Pflanzensammlung ordnet Herr Dr. Franz Ostermeyer. 
Die Betheilung von Lehranstalten mit Naturalien besorgen die Herren: Hand- 
lirsch Anton, Ostermeyer Dr. Franz, Pfurtscheller Dr. Paul. 
Die Bibliothek ordnet Herr Franz Bartsch. 
Das Archiv hält Herr Paul Low im Stande. 

Kanzlist der Gesellschaft: 

Herr Frank Cornelius, VIII., Buchfeldgasse 15. 

Gesellschaftslocale : 

Wien, L, Herrengasse 13 (Landhaus). — Täglich geöffnet von 3—7 Uhr Nachm. 



XIII 



Die Druckschriften der Gesellschaft werden überreicht: 

Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Joseph. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Carl Ludwig, 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Victor, 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Albrccht. 
Beiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef Carl. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Wilhelm. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Kainer. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Heinrich. 
Seiner Majestät dem Könige von Baiern. 4 Exemplare. 



Subventionen für 1890. 

Von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 
Von dem hohen niederösterreichischen Landtage. 
Von dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 



XIV 



Mitglieder. 



Mitglieder, welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 

Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedruckt ist, haben 
den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 



P. T. Herr Aberle Dr. Carl, k. k. Reg.-Rath, I., Salzgries 25 Wien. 
„ „ Ackerl Josef, Hochw., req. Chorherr. Cooperator, 

Post Michldorf Niederranna. 

„ „ Ada mo vi c Vincenz, Bürge rschul-Director . . . Ragusa. 

„ „ Adensamer Theodor, I., Nibelungengasse 8. . Wien. 

„ „ Alexi Dr. A. P., Professor am Obergymnasiuni . Naszod. 

„ „ Alscher Alois, städt. Lehrer, IL, Holzhauserg. 7 Wien. 

„ „ Altenberg Felic, Apoth., V., Margarethenstr. 75 Wien. 
„ „ Amrhein Anton, Kaufmann, beeid. Schätzungs- 

Commissär, IX., Servitengasse 12 Wien. 

„ „ Andre Ed., Ingen., 21 Boul. Bretonier, Cöte d'or Beaume. 

10 „ „ Angerer Leonhard, P., B.-O.-Pr., L, Annag. 4 Wien. 

„ „ Apfelbek V., Entomologe am Landesmuseum . Serajewo. 

„ „ Arenstein Dr. Josef, Gutsbesitzer . . . Gloggnitz. 
„ „ Arneth Alfred v., k. k. Director des geheimen 

Staatsarchives, Exc , . . . Wien. 

„ „ Arnold Dr. Ferd., k. Ober-Landesgerichtsrath, 

Sonnenstrasse 7 München. 

„ „ Arth ab er Rudolf v., L, Löwelstrasse 18 . . . Wien. 

„ „ Äusserer Dr. Carl, e. Professor, VIII., Lenaug. 2 Wien. 

„ „ Aust Carl, k. k. Bezirksgerichts -Adjunct . . . Hainburg a. D. 

„ „ Bachinger August, Professor am Landes-Real- 

gymnasium, N.-Oe Horn. 

„ „ Bachinger Isid., Professor, Wienerstrasse 41 Wr.-Neustadt. 

20 „ „ Bachofen Adolf von Echt, Bürgermeister, Nr. 68 Nussdorf. 

„ „ Badini Graf Franz Jos., k. k. Postofficial . . . Triest. 

„ „ Bäumler Johann A., Dürrmauththor 26, II. . Pressburg. 

„ „ Ball Yalentin, Geolog, Trinity College . . . Dublin. 

„ BannwarthTh.,Lithogr., VII., Schottenfeldg. 78 Wien. 

„ „ Barhey William, Canton Vaud, Schweiz . . . Vallegres. 

„ „ Bartsch Franz, k. k. Finanzrath, III., Salmg. 14 Wien. 
„ „ Bauer Dr. Carl, Assistent am k. k. bot. Univ.- 

Garten und Museum, III., Rennweg 14 . . . Wien. 



r. T. Herr Beek Dr. Günth. K. v. M;i n n ;t gM t ;i. Custos und 
Vorst, det botan. Abtheüung des k. k. uaturh. 

Hofmuseums, Hauptstrasse 11 W&hring. 

„ Beer Berthold, Dr., IX., Maximilianplatz 18 Wien. 

PO „ „ Ben da Franz, Hochw., P. Provincial, VIII. . . Wien. 
„ r Benseier Friedrich, Inspector d. botan. Gartens 

der k. k. Universität, III., Rennweg 14 . . Wien. 

„ „ Berg Dr. Carl, Director des Museums .... Montevideo. 

„ „ Bergeiistamm Julius, Edl. v., EL, Tempelg. 8 Wien. 

„ „ Bergh Dr. Rudolf, Prof., Chefarzt, Stormgade 19 Kopenhagen. 

ii „ Bergroth Dr. Ewald, Finnland Forssa. 

„ u Beuthin Dr. Hein., Steindamm 29, St. Georg . Hamburg. 

„ „ Bigot Jacques, Rue Cambon 27 Paris. 

„ n Bisching Dr. Anton, Communal-Ober-Realschul- 

Professor, IV., Carolineugasse 19 .... . Wien. 

r „ Bittner Dr. Alex., III., Thongasse 11 . . . . Wien. 

40 || „ Blasius Dr. Rud., Stabsarzt a.D., Petrithor-Pr. 25 Braunschweig. 

„ „ Blasius Dr. Wilh., Director am herz. zool. Mus. Braunschweig. 

„ || Bobek Casimir, Lehrer am Gymnasium . . . Przemysl. 

n || Boberski Lad., Director d. Lehrer-Bildungsanst. Tamopol. 
„ „ Boehm Dr. Josef, k. k. Universitäts- Professor, 

VIII., Skodagasse 17 Wien. 

d n Bohatsch Albert, IL, Schreigasse 6 . . . . Wien. 

„ n Bohatsch Otto, V., Ziegelofengasse 3 . . . . Wien. 
„ n Boller A. Adolf, k. u. k. Oberlieutenant im 94. In- 

fanterie-Regimente, Böhmen Turnau. 

„ „ Bornmüller J., Eutrisch bei Leipzig. 

„ „ Brauer Dr. Friedrich, Custos des k. k. natur- 
histor. Hofmuseums und Professor der Zoologie 

an der Universität, IV., Mayerhofgasse 6 . . Wien. 

50 ,, „ Braun Heinrich, Hauptstrasse 9 Simmering. 

„ „ Br eidler J., Architect, Hubergasse 12 . . . Ottakring. 
u „ Bresadola R. G., Piazzetta dietro 12, il Duomo Trient. 
ff „ Breitenlohner Dr. J., Professor der Hoch- 
schule für Bodencultur Wien. 

„ „ Brunner Franz, Südbahnbeamter Wien. 

„ n Brunner v. Wattenwyl Carl, k. u. k. Hofrath 

i. P., VIIL, Trautsohngasse 6 Wien. 

„ „ Brusina Spiridion, Prof. u. Dir. d. zool. Museums Agram. 
„ „ Burgerstein Dr. Alfred, Gymnasial-Professor, 

H., Taborstrasse 75 Wien. 

„ „ Burmeister Heinrich, Einsbüttel, Eichenstr. 22 Hamburg. 

„ „ Burmeister Dr. Herrn., Director d. naturh. Mus. Buenos -Ayres. 

60 „ „ Buzek Franz, Lehrer Böhm.-Rakonitz. 



XVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr Carus Dr. Victor v., Professor a. d. Universität Leipzig. 

„ „ Cassian Joh. Ritt, v., Dir. d. Dampfschifff.-Ges. Wien. 

„ „ Celerin Dominik, Mag. d. Pharm., I., Wollzeile 13 Wien. 
„ „ Chimani Dr. Ernst v., k. u. k. Ober-Stabsarzt, 

I., Kärntnerstrasse 21 Wien. 

„ „ Chimani Otto v., stud. jur., I., Kärntnerstrasse 21 Wien. 

„ „ Christen Severin, P. Hochw., Gym.-Prof., Kämt. St. Paul. 

„ „' Chyzer Dr. Cornel, k. Physikus, Zempliner Com. Sätoralja-Ujhely. 

„ „ Cidlinsky Carl, k. k. Post-Cassen-Controlor, 

III., Erdbergerstrasse 37 Wien. 

„ „ Claus Dr. Carl, k. k. Prof. der Zoologie, Hofrath Wien. 

70 „ n C ob e Iii Dr. Ruggero de Roveredo. 

„ „ Colloredo-Mannsfeld, Fürst Josef zu, Durchl. Wien. 

„ „ Csatö Johann v., Gutsbesitzer, k. Rath, Siebenb. Nagy-Enyed. 

„ „ Csokor Dr. Joh., Prof. a. k. k. Thierarznei-Institut Wien. 

„ „ Cypers Victor Landrecy v., bei Hohenelbe . . Böhm.-Harta. 

„ „ Czech Th. v., Dr. d. Med., Ungarn, Com. Szolnok Tasnäd-Szanto. 

„ „ DallaTorre Dr. Carl v., Prof., Meinhardtstr. 12 Innsbruck. 

„ „ Dalberg Friedrich Baron, k. u. k. Kämmerer, 

I., Weihburggasse 21 Wien. 

„ „ Damianitsch Martin, pens. k. u. k. General- 
Auditor, IV., Favoritenstrasse 1 Wien. 

„ „ Dam in Narcis, Professor der nautischen Schule, 

Croatien Buccari. 

80 „ „ Degen Ärpad v., VII., Kerepeserhof Budapest. 

„ „ Degenkolb Herrn., Rittergutsbesitzer bei Pirna Rottwegendorf. 

„ „ Demi Arnold, Dr. med., Hauptstrasse 11 . . . Hietzing. 

„ „ Dewoletzky Rudolf, IX., Wasagasse 26 . . . Wien. 
„ „ Dimitz Ludwig, k. k. Ober-Forstrath, VIII., 

Buchfeldgasse 19 Wien. 

„ „ Doli Eduard, Realschul-Director, I., Ballgasse 6 Wien. 

„ „ Dörfler Ignaz, III., Rennweg 14 Wien. 

„ „ Dolenz Victor, Stud. phil., Studentengasse 5 . . Laibach. 
„ „ Dräsche Dr. Richard Freiherr v. Wartimberg, 

I., Giselastrasse 13 Wien. 

„ „ Drude Dr. Oscar, Prof. u. Dir. d. botan. Gartens Dresden. 

90 „ „ Dzieduszycki Graf Wladimir, Franziskanerpl. 45 Lemberg. 

„ „ Eckhel Georg v., bei Carl Schüler Mainz. 

„ „ E gg er Ed., k. k. Finanz-Obercommissär, III., 

Jacquingasse 5 Wien. 

„ „ Egger Graf Franz, Kärnten, am Längsee . . Treibach. 
„ „ Ehnhart Carl, Privatbeamter, VI., Gumpen- 

dorferstrasse 14 Wien. 

„ „ Ehrlich Josef, k. k. Hofgärtner Laxenburg. 



Mitglieder. 



XVII 



P. T. Hon- Eichenfeld Dr. Michael Et. w, k. k. Luide*- 

gerichtsrath, VIII.. .Joselstädtorstrasse 11 . . Wim. 

„ Ei chlor Wilhelm Rittor v. Eichkron, Hofrath Wien. 

Hifier Leb, Bamenhftndler^ III., Czapkagasse 5 . Wien. 

ii Ellis J. B., Esq., New-Yorsoy, U.-St Newfiold. 

100 „ n Em ich Gustav Ritter v. Emöke, k. Truchsoss, 

IV., Sebastianiplatz 8 Budapest. 

Entleutner Dr. A. F., Privatgelehrter. Burg- 

grafenstrasse 14 Merau. 

„ n Entz Dr. Geza, Prof. am Polytechnicum . . . Budapest. 

„ ErschoffNikol.,Wassili-Ostroff,12.Lin., 15. Haus St. Petersburg. 

„ Ettingshausen Dr. Const., Freih. v., k. k. Prof. Graz. 

„ n Evers Georg, Rector, Pastor a. D., bei Innsbruck Mühlau. 

ii *Fatio Dr. Victor, Rue Massot 4 (N.) .... Genf. 
„ „ Feistmantel Dr. Ottokar, k. k. Professor der 

technischen Hochschule Prag. 

„ Fekete Gab i\ Fidelis v., Hochw., Priester, Steierm. U.-Premstätten. 

„ u Felder Dr. Gajetan Freih. v., I., Schottengasse 1 Wien. 

HO „ „ Felix Dr. Paul v., I., Canovagasse 5 . . . . Wien. 

„ u Feuer Dr. David, Waiznerstrasse Budapest. 

r r Figdor Gustav, Grosshändler, II., Kaiser Josef- 
strasse 38 Wien. 

r „ Figdor Wilhelm. IL, Kaiser Josefstrasse 38 . Wien. 

„ „ Finger Julius, Kärnten Millstatt. 

u Flatt Carl v. Alföld, Hofrichter, P. Elesd, p. 

Grosswardein Also-Lugos. 

„ „ Flügel Dr. Felix Leipzig. 

„ „ Förster J. B., Leiter der Raffinerie- und Petro- 
leumindustrie -Actiengesellschaft Budapest. 

„ r Fontaine Cesar, Naturalist, Prov. Hainaut . . Papignies. 
r „ Formänek Dr. Eduard, Gymnasial -Professor, 

Franz Josefstrasse 3 Brünn. 

120 r » Forster Dr. L., Director a, k.k. Thierarzenei-Inst. Wien. 
n „ Frank Dr. Johann, Advocat, L, Operngasse 8 . Wien. 
„ „ Franz Carl, Dr. d. Med., Mähren, Post Zastawka Rossitz. 
„ „ Freyn Josef, Civil-Ingenieur, fürstlicher Bau- 
rath, Jungmannstrasse 3, Smichow .... Prag. 
„ „ Friedrich Dr. Adolf, Apoth., Schönbrunnerstr. Fünfhaus. 
„ „ Fritsch Dr. Anton, Prof. u. Cust. a. naturh. Mus. Prag. 
r „ Fritsch Dr. Carl, Privat-Docent a. d. Universität, 

VIIL, Lederergasse 23 Wien. 

„ „ Fritsch Josef, Privatier, Eichwaldthorstrasse 16 Töplitz. 

„ „ Frivaldszky Johann v., 1. Custos am Nat.-Mus. Budapest. 

„ „ Fuchs Josef, k. Rath, III., Hauptstrasse 67 . . Wien. 

Z. B. Ges. B. XL. C 



XVIII 



Mitglieder. 



130 P. T. Herr Fuchs Theodor, Director der geol.-paläont. Ab- 
theilung des k. k. naturhistor. Hofmuseums . . Wien. 

„ „ Fürstenberg Friedr., Landgraf zu, Cardinal, Em. Olmütz. 

„ „ Gall Eduard v., erzherzoglicher Secretär i. P., 

Eathhausgasse 9 Baden. 

„ „ G ander Hieronymus, Hochw., Pfarrer, P. Sillian, 

Tirol Inner -Villgraten. 

„ „ Gangib au er Ludwig, Custos-Adjunct des k. k. 

naturhistor. Hofmuseums, IV., Hauptstrasse 40 Wien. 

„ „ Garcke Dr. August, Professor und Custos am k. 

botan. Museum, Gneisenauerstrasse 20 . . . Berlin. 

„ „ Geitler Leop., k. u. k. Artillerie-Oberlieutenant Wien. 

„ „ Gener sich Dr. Anton, Prof. der k. ung. Univ. Klausenburg. 

„ Frau Gerold Rosa v., L, Postgasse 6 Wien. 

„ Herr Glowacki Julius, Prof. am Landes-Real-Gymn. Leoben. 
140 „ „ Godeffroy Dr. Richard, Chemiker am technol. 

Gewerbemuseum, IX., Währingerstrasse 59 . . Wien. 

„ „ Goldschmidt Theodor Ritter v., k. k. Baurath 

und Gemeinderath, L, Nibelungengasse 7 . . Wien. 

„ „ Gondola-Ghedaldi Baron Gravosa. 

„ „ G raffe Dr. Eduard, Inspector d. k. k. zool. Station Triest. 

„ „ Gr äff Dr. Ludwig v., Prof. d. Zool. a. d. Univ. Graz. 

„ „ GremMich Julius, Hochw., Gymn.-Prof., Tirol Hall. 

„ „ Grimus Carl R. v. Grimburg, Professor . . St. Pölten. 

„ „ Grobben Dr. Carl, Univ.-Prof., Frankgasse 11 Währing. 

„ „ Grunow Albert, Chemiker d. Metallwfab., N.-Oe. Berndorf. 

„ „ Gsangler Anton, Hochw., Rector des Piaristen- 

Collegiums Krems. 

150 „ „ GurschnerA., Ingenieur, Spitalgasse 30 . . . Bozen. 

„ „ Gutleben Josef, Gärtner, III., Rennweg 14 . Wien. 

„ „ Haas Dr. Carl, VI., Matrosengasse 8 . . . . W r ien. 

„ „ Habe rhauerj Josef sen., Naturalist, Bulgarien . Slivno. 

„ „ Haberler Franz R. v., Dr. jur., L, Bauernmarkt 1 Wien. 

„ „ Hab ich Otto, Fabrikant, Stiftgasse 64 . . . Hernais. 

„ „ Hackel Eduard, Gymnasial-Professor . . . . St. Pölten. 

„ „ Hacker P. Leopold, Hochw., Prof. der Moral, 

Küchenmeister im Stifte, Post Furth, N.-Oe. Göttweih. 

„ „ Haimhoffen Gustav Ritter v. Haim, k. k. 

Regierungsrath und Director des Ministerial- 

zahlamtes i. P., VII., Breitegasse 4 . . . . Wien. 

„ „ Haläcsy Eugen v., Dr. med., VII., Schrankg. 1 Wien. 

160 „ „ Halfern Friedrich v., bei Aachen Burtscheid. 

„ „ Hampe Dr. Hermann, Hof- u. Gerichts -Ad vocat, 

I., Herrengasse 6 Wien. 



Mitglieder. 



\l\ 



P. T. Herr Haudlirsch Anton. Magister der l'harmaeie, 
Amanuensis am k. k. naturhistor. Hofmuseuni, 

IV.. Kubeiisgasse 5 Wien. 

Haniniair Jos., Benitieiat n. Convicts-Dir., O.-Oe. Freistadl. 

h Hantken Max Ritt r. Prudnik, k. Prof., l'niv., 

VI.. Kötvös uteza 9 Budapest. 

Haring Johann. Lehrer, N.-Oe Stockerau. 

Haszliuski Friedr., Prof. der Naturgeschichte Eperies, 
ii „ Hatschek Dr. Berthold, Professor der Zoologie 

an der Universität Prag Prag. 

„ ., Hauer Franz B. v., Hofrath, Intendant des k. k. 

naturhistorischen Hofmuseums, I., Burgring 7 Wien. 

Haussknecht Dr. Carl, Professor der Botanik Weimar. 

170 „ „ IIa v iiiil d Dr. Ludwig, Cardinal-Erabischof,Emin. Kalocsa, 

„ „ Hedemann Wilhelm v. . • St. Petersburg. 

„ „ Heeg Moriz, Privatbeamter, II., Circusgasse 35 Wien, 
n „ Heger Dr. Hans, Redacteur der „Pharmazeuti- 
schen Zeitung. 1 * I., Jasomirgottstrasse 2 . . . Wien. 
„ „ Heiden Leopold, Oberlehrer, VII., Kandelg. 30 Wien. 

„ Heider Dr. Adolf, IX., Wasagasse 12 .... Wien, 
n n Heid er Dr. Arthur R. v., Docent für Zoologie 

an der Universität, Maiffredygas.se 4 . . . . Graz. 

„ „ Heid er Moriz, IX., Wasagasse 12 Wien. 

„ „ Heidman n Alberik. Hochw., Abt des Stiftes Lilienfeld. 
„ Heimerl Dr. Anton, Professor an der Realschule 

Sechshaus, Parkgasse 48 Penzing. 

180 „ „ Heinze Hermann, k. u. k. Fregatten-Capitän Pola. 

„ „ Heinzel Ludwig, Dr. d. Med., VII., Kircheng. 3 Wien. 

„ „ Heiser Josef, Eisenwaaren-Fabriksbesitzer, N.-Oe. Gaming. 

„ „ Helfert Dr. Josef Alex. Freih. v., geh. Rath, Exc. Wien. 

„ „ Heller Dr. Camillo, Prof. d. Zool. a. d. Universität Innsbruck. 

„ „ Heller Dr. Carl M., Assistent am herzogl. Museum Braunschweig. 

„ Frau Henneberg M., geb. Hinterhuber, I., Lobkowitzpl. Wien. 
„ Herr Henschel Gustav, Professor an der Hochschule 

für Bodencultur, VIII., Florianigasse 16 . . . Wien. 

„ „ Hepperger Dr. Carl v., Advocat Bozen. 

„ „ Hetschko Alfred, Prof. d. Lehrerbildungsanstalt Bielitz. 
190 „ „ Hiendlmayr Anton, Custos der zoolog.-zootom. 

Sammlungen des Staates, Schwanthalerstr. 7/II München. 
„ „ Hinterwaldner J. M., k. k. Bezirks-Schul- 

inspector, IL, Obere Donaustrasse 45 ... Wien. 

„ „ Hirc Carl, Hauslehrer, Croatien Lepoglava. 

„ „ Höf er Franz, Fachlehrer der Bürgerschule i. P., 

Kirchengasse 48 Hernais. 

c* 



XX 



Mitglieder. 



P. T. Herr Holzel Hugo, Buch- und Kunsthändler, IV., 

Louisengasse 5 Wien. 

„ Honig Rud., k. k. Reg.-Rath, IV., Hechteng. 1/a Wien. 

„ „ H o 1 z h a u s e n Adolf, Buchdruckerei-Besitzer, VII., 

Breitegasse 8 Wien. 

„ „ Hopf f garten Georg Max Bar. v., b. Langensalza Mülverstedt. 

„ „ Horcicka Carl Richard, k. k. Postcontrolor, VI., 

Magdalenenstrasse 75 Wien. 

„ „ Hormuzaki Constantin v., Josefsgasse 8 . . . Czernowitz. 

200 „ „ Hornung Carl, Apoth., Siebenbürgen, Markt})! Kronstadt. 

„ „ Horvath Dr. Geza v., Delibäb utcza 15 . . . Budapest. 

„ „ Huemer Dr. Ign., k. u. k. Reg.-Arzt i. 27. Inf. -Reg. Graz. 

„ „ Hütterott Georg v., kais. Japan. Consul . . . Triest. 

„ „ Hungerbyehler Julius, Edler v. Seestätten, 

I., Wollzeile 23 Wien. 

„ „ H u ss Armin, Professor am evang. Collegium . . Eperies. 

„ „ Huter Rupert, Hochw., Pfarrer, bei Sterzing . Ried. 

„ „ Hyrtl Dr. Josef, Hofrath, Univ. -Professor i. P., 

Kirchengasse 2 Perchtoldsdorf. 

„ „ Jahn Jaroslav, Dr. phil., Prof.-Cand., Böhmen . Pardubitz. 

„ „ Jeannee Dr. Josef, I., Hegelgasse 7 . . . . Wien. 

210 „ „ Jetter Carl, Privatbeamter, IL, Rothesterng. 4/3 Wien. 

„ „ J o c h u m Adolf, Official im Ministerium für Cultus 

und Unterricht Wien. 

„ „ Juränyi Dr. Ludwig, Univ.-Prof. der Botanik . Budapest. 

„ „ Jurinac Adolf E., Prof. am Gymn., Croatien . Warasdin. 

„ „ K ab ät Jos. Eman., Zuckerfabriksdirector, Böhmen Welwarn. 

„ „ Kalbermatten Leo de, Baron, Ornithologe, 

Antongasse 6 Baden. 

„ „ Karlinski Dr. J. v., k. u. k. Oberarzt, Herzegowina Stolac. 

„ „ Karpelles Dr. Ludwig, IV., Lambrechtsgasse 14 Wien. 

„ „ Kaspar Rudolf, Hchw.,Dechant, b. Mähr.-Schönb. Blauda. 

„ „ Kaufmann Josef, IV., Rubensgasse 5 . . . . Wien. 

220 „ „ Keck Carl, Ober-Oesterreich Aistersheim. 

„ „ Keller AI., Bürger schullehre r, VI., Mollardg. 29 Wien. 

„ „ Kempny Peter, Dr., prakt. Arzt Gutenstein. 

„ „ K e r n e r Dr. Anton, R. v. Marilau n, Universitäts- 
Professor, Director des botan. Gartens, Hofrath Wido. 

„ „ Kerner Josef, Hofrath, Kreisgerichts-Präsident . Salzburg. 

„ „ Kernstock Ernst, Realschul-Professor .... Bozen. 

„ „ Kerry Rieh., Dr. phil., I., Gonzagagasse 5 . . Wien. 

„ „ Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht. . . . Wien. 

„ „ Kissling P. Benedict, Hochw., Pfarrverweser. 

a. d. Gölsen Schwarzenbach. 



Kitflitdar. XXI 

P. T. Herr Klein Julius, Prof. d. Botanik, .losel's-lVlyteehn. Budapest. 
ISO „ „ Klein en sie wiez Dr. Stanislaus, Professor am 

Gymnasium, Cializion Brody. 

Kloo Hr. Al.,Hof-u.(i(T.-Adv., I., Maximilians) r. 1 Wien. 

K nie t Andreas, röni.-kath. Pfarrer, b. Scheinuitz Prencow. 

„ „ Knapp Josef Ann., IX., Viriotgasse 9 . . . . Wieu. 
„ „ Knauer Dr. Blasius, k. k. Gynmasial-Professor, 

VIII., Bennogasse 31 Wien. 

Knauthe Carl, Preussisch-Schlesien Schlaupitz. 

„ „ Koelbel Carl, Custos des k. k. naturhistorischen 

Hofnmseuras, IX., Wasagasse 28 Wien. 

„ „ König Dr. Heinrich, k. Gerichtsarzt, Mühlgasse Hermannstadt. 

r „ Königswarter Moriz, Freiherr von .... Wien. 

„ „ Kohl Franz Fr., Assist, a. k. k. naturhist, Hofmus. Wien. 
Ii 1 < > „ „ Kolazy Josef, k.k. Hilfsämter-Direetions-Adjunct, 

VI., Kaunitzgasse 6/b Wien. 

„ „ Kolombatovic Georg,k.k. Prof. d. Ob. -Realschule Spalato. 
„ Ko mers C, Kastner, Ungv. Com., P. Csap, Zahony Salamon. 
„ r Körle wie Anton, Professor am Ober-Gymnasium Agram. 
„ „ Kornhuber Dr. Andreas., k. k. Prof. d. Technik Wien. 
„ || Kraatz Dr. G., Vorst, d. entom. Ver., Linkstr. 28 Berlin (WJ. 
„ „ Krankel Dr. J., k. u. k. Ober-Stabsarzt, Garnisons- 
spital Nr. 2, III, Rennweg Wien. 

„ „ Kr äfft Dr. Guido, k. k. Professor der Technik, 

III., Seidelgasse 32 Wien. 

n Krahulec Dr. Samuel, III., Hauptstrasse 83 . Wien. 

„ „ Krasan Frz., k.k. Prof., II. Gymn., Kroisbachg. 12 Graz. 
250 „ ., Krasser Dr. Fridol., Assistent am k. k. pflanzen- 

physiolog. Institut d. Univ., Wien, Alsbachstr. 2 Währing. 

n „ Kraus Alois, Inspector der k. k. Menagerie . . Schönbrunn. 

„ „ Kraus Dr. M. C, Ober-Baiern, bei Freising . . Weihenstephan. 

„ „ Kraus s Dr. Hermann, prakt. Arzt, Hafnerg. 3 Tübingen. 

„ „ Krebs Otto B., Vorstand, Westbahnhof . . . Wien. 

„ „ Kr ist Dr. Josef, Halbarthgasse 12 Graz. 

„ „ Kronfeld Dr. Moriz, IX., Schlickgasse 3. . . Wien. 

„ „ Krueg Julius, Doctor der Medicin, bei Wien . Döbling. 

„ „ Künstler Gust. A., Realitätenbes., Sobieskig.^25 Wien. 
„ „ Kulczynski Ladislaus, k. k. Professor am 

St. Hyacinth-Gymnasium Krakau. 

260 „ „ Kuntze Dr. Otto, 5 Gloucester Road, Kew . . London. 

„ „ Kurz Anton, Privatbeamter, III., Salesianerg. 8 Wien. 

„ „ Kurz Carl, k. k. Medik.-Direct., III., Rennweg 12 Wien. 

„ „ Lach Alois, städt. Oberlehrer, IL, Kleine Sperlg. Wien. 

„ „ Lang Robert, Stationsvorstand, Niederösterreich St. Peter. 



XXII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Latzel Dr. Robert, k. k. Gymnasial-Director Klagenfurt. 
„ „ Lauche Wilhelm, fürstl. Liechtenstein' scher Hof- 

garten-Director Eisgrub. 

„ „ Lebzelter Ferdinand, k. k. Polizei-Commissär, 

III., Rennweg 12 Wien. 

„ „ Leder Hans, Ungargasse 12 Mödling. 

„ „ Leibiinger Gustav, IX., Dietrichsteingasse 8 . Wien. 

270 „ „ Leitgeb Ludwig, P., Oeconomiedirector . . . Göttweih. 
„ „ Lenk Dr. Johann, Arzt des österr.-ungar. Lloyd, 

Via Pozzo del mare 1 Triest. 

„ „ Leonhardi Adolf Freih., Gutsbes., bei Wittingau Platz. 
„ „ Lewandowsky Dr. Rudolf, em. k. u. k. Oberarzt 

und Professor am Militär-Mädchenpensionat . Hernais. 

„ „ Liechtenstein Johann, reg. Fürst von und zu Wien. 
„ „ Liechtenstern Franz Freih., k. u. k. Hauptmann 

der Reserve, Via Morelli 20 Görz. 

„ „ Low Paul, IV., Kleine Neugasse 14 Wien. 

„ „ Loitlesberger C, Prof.-Cand., Pensionat „Stella 

mattutina" Feldkirch. 

„ „ Lopez Dr. Jons Martius da Silva, prakt. Arzt, 

Rua da Rainha 272 Porto. 

„ „ Lorenz Dr. Lud. v. Liburnau, Custos-Adjuuct 

am k. k. naturhist. Hofmuseum, VII., Burgg. 9 . Wien. 
280 „ „ Lostorf er Adolf, Dr. med., I., Spiegelgasse 4 . Wien. 
„ „ Ludwig Dr. Ernst, Hofrath, Prof. a. d. Univ. Wien. 
„ „ Ludwig Josef, Bürgerschullehrer, VIII., Zeltg. 7 Wien. 
„ „ L ütk emulier Dr. J., Primär., IV., Favoritenstr. 4 Wien. 
„ „ Lutz Josef, k. k. Polizei-Commissär, IV., Schleif- 
mühlgasse 1 Wien. 

„ „ Maggi August, k. u. k. Oberlieutenant .... Marburg. 

„ „ Mahl er Dr. Juiius, Zimmermanngasse 13 . . . Währing. 

„ „ Majer Mauritius, Hochw., C.-O.-Capit St. Gotthard. 

„ „ Maly Franz, k. k. Hof-Garten-Director .... Wien. 

„ „ Mandl Dr. Ludwig, L, Wollzeile 1 Wien. 

290 „ „ Man t in Georges, 54, Quai de Billy Paris. 

„ „ Marchesetti Dr. Carl v., Dir. d. städt. Museums Triest. 
„ „ Maren zeller Dr. Emil v., Custos am k. k. natur- 

histor. Hofmuseum, VIII., Tulpengasse 5 . . Wien. 

„ „ Margo Dr. Theodor, Prof. d. Zoologie a. d. Univ. Budapest. 
„ „ Marktanner-Turneretscher Gottlieb, Prof. 

an der Realschule Olmütz. 

„ „ Martinovic Peter, Gymnasial-Professor . . . Cattaro. 
„ „ Masche k Adalbert, fürstlich Rohan scher Garten- 

director bei Liebenau Sichrow. 



IfHflitder. 



Will 



P. T. Herr Massopust Hiijjo, Via Coroneo 23 Triest. 

Matoloni F. X., Xylograph, I , BabenbergiTstr. !> Wim 
Matz Maximilian, Hochw., Pfarrer, N.-Oe. . . Stammersdorl*. 
„ Maupas Peter Doimus, Enbischof, Excellenz . Zara. 
„ „ Maximowicz Dr. Carl, Collegien-Kath ... St. Petersburg. 
Mayerhof er Carl, k. k. Hof-Opernsänger, L, 

Operuring 7 Wien. 

Mayr Dr. Gustav, Professor, III., Hauptstr. 75 Wien. 
Mazarredo I). Carlo de, Bergingenieur, Clauidio 

Coello 12, pral Madrid. 

M ehe ly Ludwig v., Lehrer der Staats-Ober-Real- 
schule, Siebenbürgen Kronstadt. 

Metzger Anton, Spare. -Beamter, III., Siegelg. 1 Wien. 
„ Miebes Ernest, Hochw., Provincial des Piaristen- 

ordens, 892/11 . . Prag. 

M i k Josef, Professor am akademischen Gymnasium, 

HL, Marokkanergasse 3, IL, 50 Wien. 

„ Mikosch Dr. Carl, Keal.-Prof., IL, Praterstr. 30 Wien. 
„ « Miller Ludwig, III., Hauptstrasse, Sünnhof . . Wien. 
Mitis Heinrich Ritter v., k. u. k. Militär-Official, 

Poststrasse 94 Penzing. 

u ,. Mittrowsky Wladimir Graf, Schloss Rozinka, 

per Nedeweditz Mähren. 

Moj si so vics Dr. August v. Mo jsvar, k. k. Pro- 
fessor, Custos des Landesmuseums Joanneum, 

Maiffredygasse 2 Graz. 

„ „ Molisch Dr. Hans, a. o. Professor an der tech- 
nischen Hochschule Graz. 

„ „ Müller Dr. Arnold Julius, prakt. Arzt .... Bregenz. 
„ „ Müller Florian, Hochw., Pfarrer, b. Marchegg, 

P. Lassee Groissenbrunn. 

„ „ Müller Hugo M., L, Grünangergasse 1 . . . . Wien. 

„ „ Müllner Michael F., Neugasse 39 Rudolfsheim. 

„ „ Natter er Ludwig, k. u. k. Lieut. im 35. Inf.-Reg. Prag. 
„ r Navaschin Sergius v., Privat-Doc. d. Petrowski- 

schen Akademie Moskau. 

„ „ Netuschill Franz, k. u. k. Hauptmann, Militär- 
geographisches Institut Wien. 

„ „ Neufelln er Carl, k. u. k. Reserve-Lieutenant, 

V., Rüdigergasse 6 Wien. 

„ „ Neugebauer Leo, Director der k. u. k. Marine- 
Realschule Pola. 

„ „ Neumann Anatol de Spallart, L, Getreidem. 10 Wien. 
d „ Nickerl Ottokar, Dr. d. Med., Wenzelsplatz 16 Prag. 



XXIV 



Mitglieder. 



P. T. Herr Nonfried Anton, Entomologe, Böhmen . . . Rakonitz. 

„ „ Nosek Anton, Prof.-Cand., Schneckeng. 15, neu I Prag. 
„ „ Novotny Dr. Stefan, Herrschaftsarzt, Neutraer 

Comitat Komjath. 

„ „ Nunnenmacher Anton Ritter v. Rollfeld, 

VIII., Lederergasse 23 Wien. 

330 „ „ Oberleitner Frz., Pfarrer, Ob.-Oe., bei Gmunden Ort. 

„ „ Ofenheimer Anton Nasice. 

„ „ Osten-Sacken Carl Robert, Freih. v., Wredeplatz Heidelberg. 
„ „ Ostermeyer Dr. Franz, Hof- und Gerichts- 

Advocat, I., Bräunerstrasse 11 Wien. 

„ „ Otto Anton, VIII., Schlösselgasse 2 Wien. 

„ ,. P acher David, Hochw., Dechant, Kärnten . . Obcr-Wllach. 

„ „ Palacky Dr. Johann, Professor a. d. Universität Prag. 
„ „ Palla Dr. Eduard, Assistent am botan. Garten, 

Neuthorgasse 46 Graz. 

„ „ Palm Josef, Dir. am Gymnas., Ob.-Oe., Innkreis Ried. 

„ „ Paltauf Dr. Richard, Univ.-Doc, IX., Alserstr. 4 Wien. 
340 „ „ Pantocsek Dr. Josef, P. Gr.-Tapolczan, Neutraer 

Comitat Tawornak. 

„ „ Paszitzky Eduard, Dr. d. Med., Stadtarzt . . Fünfkirchen. 

„ „ Paszlavszky Jos., Realsch.-Prof., IL, Hauptg. 4 Budapest. 

„ „ Pauli c Josef, k. Finanz-Vice-Director .... Ogulin. 

„ „ Paulin Alfons, Professor am k. k. Obergymn. . Laibach. 

„ „ Pechlaner Ernst, Cand. prof., Kapuzinergasse Innsbruck. 
„ „ Pelikan v. Plauenwald Anton Freih. von, k. k. 

Vice-Präs. u. Fin.-Land.-Dir. i. P., Seilerstätte 12 Wien. 

„ „ Pelz ein Aug. v., Custos i. P., I., Schönlaterng. 13 Wien. 

„ „ Pesta August, k. k. Finanz-Minist.-Vice-Secretär Wien. 

„ „ Pfannl Edmund, bei Lilienfeld Niederhof. 

350 „ „ Pfeif f er Anselm, Hochw., Prof. am Gymnasium Kremsmünster. 
„ „ Pfurtsc heller Dr. Paul, Gymnasial-Professor, 

III., Kollergasse 1 . . Wien. 

„ „ Pier er Dr. F. S. J., Schiffsarzt d. österr.-ungar. 

Lloyd, Via Carradori 7 Triest, 

„ Pintner Dr. Theodor, Assist, a. zool. Inst, d. Univ. W T ien. 

„ „ Platz Josef Graf, k. k. Statthaltereibeamter . . Brünn. 

„ „ Pokorny Emanuel, IV., Louisengasse 8 . . . Wien. 

„ „ Polak Dr. J. E., L, Adlergasse 14 Wien. 

„ „ Prandtstetter Franz v., Apotheker, N.-Oe. . Pöchlarn. 
„ „ Prantl Dr. Carl, Professor der Botanik, Director 

am botanischen Garten Breslau. 

„ „ Preissmann Ernest, k. k. Aich-Ober-Inspector, 

Burgring 16 Graz. 



X.W 



M\v V. T. Herr Pregl Friedrioh, sind, med., Körosistrasse L6 Graz. 
Pr6ndhomme de Borre Alfred, rue Soutin 11, 

Schaerbeck Brüssel 

Preyer L., k. u. k. Miliiür-I'vclinungs-Official l>< i 
der Intendanz des k. und k. I. Corps .... Krakau. 
r „ Tri n/1 August, Oeconomiehesitzer, N.-Qe. . . Ottenschlag. 
„ „ Rrocopianu-Rrocopo viei Aurel, siippl. Pro- 
fessor am Gymnasium Suczawa. 

I* rot its Georg, Cand. phil., VIII., Langegasse 26 Wien. 

Raimann Dr. Rudolf, Frankgasse 12 ... . Währiug. 

Rakovae Dr. Ladislav, Seeretär d. k. Landes-Reg. Agram. 

r r Ransonnet Eugen v., Baron, L, »Seitenstet teng. 5 Wien. 

r „ Rathay Enierich, Prof. d. ön.-pom. Lehranstalt Klosterneuburg. 

570 r r Rebcl Hans, Dr. jur., VI., Magdalenenstrasse 14 Wien. 

„ r Rechinger Carl, Stud. phil., I., Friedriehsstr. 6 Wien. 

r „ Redtenbaeher Josef, VI., Kasernengasse 9/II . Wien. 

„ „ Regel Dr. Eduard, Direct. d. k. botan. Gartens St. Petersburg. 

r „ Reiser Othmar, Custos am Landes-Museum . . Serajewo. 

„ „ Reiss Franz, prakt. Arzt Kierling. 

„ „ Reitter Edmund, Naturalist, Ungargasse 12 . Mödling. 

„ r Ressmann F., Dr. juris, Kärnten Malborgeth. 

„ „ Rettig Heinrich, Inspector am botan. Garten . Krakau. 

„ „ Reuss Dr. Aug. Leop. Ritt, v., I., Wallfischg. 4 Wien. 

380 r r> Reuth P. I]merich L., Hochw., Eisenbnrg. Com. Nemet-Ujvär. 

„ „ Rey Dr. E., Naturalist, Flossplatz 9 Leipzig. 

„ „ Richter Carl, Dr. phil., II., Taborstrasse 17 . Wien. 
„ „ Richter Ludwig (Adresse L. Thiering), Maria 

Valeriegasse 1 Budapest. 

„ „ Rimmer Dr. Franz, Seminarlehrer St. Pölten. 

„ „ Rippe 1 Johann Conrad, Professor an der k. k. 

Staats-Ober-Realschule Olmütz. 

„ „ Robert Franz v., I., Zedlitzgasse 4 Wien. 

„ „ Robic Sim., Hchw., Administr., Krain, P. Zirklach Ulrichsberg. 

„ „ Rock Dr. Wilhelm, IL, Reinbrandtstrasse 14 . Wien. 

„ „ Röder Victor v., Oeconom, Herzogthum Anhalt Hoym. 
390 „ „ Rösler Dr. L., Professor der k. k. chemisch- 

physLkalischen Versuchsstation Klosterneuburg. 

„ „ Rogenhofer Alois Friedrich, Custos am k. k. 

naturh. Hofmuseum, VIII., Josefstädterstr. 19 Wien. 
„ „ Rollett Emil, Doctor der Medicin, Primarius, 

I., Giselastrasse 2 Wien. 

„ „ Ronniger Ferd., Buchhalter, Rothethurmstr. 17 Wien. 
„ „ Rosenthal A. C, Hof- und Kunstgärtner, III., 

Hauptstrasse 137 Wien. 

Z. B. Ges. B. XL. d 



XXVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr Rosoll Dr. Alexander, Professor a. d. n.-ö. Landes- 

Ober-Real- und Maschinenbauschule .... Wr.-Neustadt. 

„ „ Rossi Ludwig, k. k. Landwehr-Oberlieutenant . Karlstadt. 

„ „ Rossmanit Dr. Theodor Ritt, v., k. k. General- 

Secretär der Börsekammer, L, Börseplatz 3 Wien. 

„ „ Rothschild Albert, Freiherr v Wieu. 

„ „ Rothschild Baron Xathaniel, IV., Theres ianumg. Wien. 
400 „ „ Rupertsberger Mathias, Hochw., Pfarrer, Post 

Mühldorf, Niederösterreich Nieder-Ranna. 

„ „ Sandany F. J., k. k. Polizei-Obere« »mmissär, I., 

Seilerstätte 10 Wien. 

„ „ Schaf er Joh., Hochw., Pfarrer, b. Zirkniz, Kram Grahovo. 

„ „ Schaub Robert Ritt, v., IX., Liechtensteinstr. 2 Wien. 

„ „ Scher fei Aurel, Apotheker Felka. 

„ „ Schernhammer Jos., Privatbeamter, Märzstr. 32 Neufüufliaus. 

„ „ Scheuch Ed., VI., Kollergerngasse 1 . . . . Wien. 

„ „ Schiedermayr Dr. Carl, k. k. Statthaltereirath, 

Kremsthal, O.-Oe Kirchdorf. 

„ „ Schieferer Michael. III., Heinrichstrasse 67 . Graz. 

„ „ Schierholz Dr. Carl, Chemiker, III., Kegelg. 2 a Wien. 

410 „ „ Schiffner Rudolf, Gutsbes., EL, Czerninplatz 7 Wien. 

„ „ Schleicher Wilhelm, Oeconoiniebesitzer, N.-Oe. Gresten. 

„ Frau Schloss Natalie, L, Strauchgasse 2 Wien. 

„ Herr Schlotter G., k.u.k. Hauptmann im 74. Inf. -Reg. Wadowice. 

„ „ Schmerling Anton Ritter v., geh. Rath, Excell. Wien. 

„ „ Schnabl Dr. Johann, Krakauer Vorstadt 63 . . Warschau. 

„ „ Schollmayer Heinrich, fürstl. Schönburgscher 

Oberförster, bei St. Peter, Krain, Post Sagurje Masun. 

„ „ S chol tys Alois, Präparator der botanischen Ab- 
theilung des k. k. naturhistor. Hofmuseums . Wien. 

„ „ Schräm Otto, Stud. med., VI., Stumperg. 16 . Wien. 

„ „ Schreiber Dr. Egyd, Director d. Staats-Realsch. Görz. 

420 „ „ Schreiber Mathias, Lehrer Krems a. d. D. 

„ „ S ehr oll Anton, Kunstverlag, I.. Getreidemarkt 18 Wien. 

„ „ Schulzer v. Müggenburg St., p. k. u. k. Hptm. Vinkovce. 

„ „ Schuster Adrian, Professor an der Handels- 
Akademie, IV., Theresianumgasse 6 . . . . Wien. 

„ „ Schuster C, Naturalist, VI., Gumpendorferstr. 62 Wien. 

„ „ Schwaighofe r Anton, Doctor der Philosophie, 

III.. Hetzgasse 25 Wien. 

„ „ Schwarz Carl v., Baron, Villa Schwarz . . . Salzburg. 

„ „ Schwarz -Senborn Wilhelm Freih. v., Excell. Wien. 

Schwarzel Felix, Oecon., bei Böhm.-Deutschbrod Bastin. 

„ ,. Schwarzenberg Adolf Josef. Fürst, Durchl. . Wieu. 



Mi.Rli X X \ I / 

130 P. T. Herr Souddor Samuel. Prof., Harward College, U.St. Cambridge 

„ Seiller Dr. Rudolf, Haren. I , Schottmhof . Wi.-n. 

Senuholz Gustav, Stadtgartner, III.. Heumarkt 2 Wien. 

„ „ SenouiT Adolf, III.. Marxrrgassr 11 . . . . Wien. 
Siebock Alexander, fürsfl. Khrvnihiillrr scher 

Forstmeister, Niederösterrrich Riegersburg. 

„ ., Siebenrock Friedrich, Assistent am k. k. natur- 
historischen Hofmuseum, L, Burgring 7 . . . Wien. 
Siegel Mor., Civil-Ingen., V.. Hundsthurmerstr. 08 Wien. 

„ n Siegmund Wilhelm juu., Böhmen Reichenberg. 

Sigl Udiskalk, P., Hochw., Gymnasial-Diroctor Seitenstetten. 
„ Simoukaj Dr. Ludwig, Professor am Lyceum . Arad. 
440 n n Simony Dr. Oscar, o. ö. Professor der Hoch- 
schule für Bodencultur, III., Salesianergasse 13 Wien. 
„ „ Singer Dr. Max, Schriftsteller, IL, Weintrauben- 
gasse 9 Wien. 

„ „ Sitensky Dr. Fr., Professor der Landwirtschaft 

in der Laudesanstalt Tabor. 

„ „ Soeding Emil. Buchhändler, L, Wallnerstr. 13 Wien. 

„ „ SohstC. G., Fabriksbesitzer, Johns Allee 9 . . Hamburg. 

„ Spaeth Dr. Frz., Mag. -Beamt., L, Kohlmesserg. 3 Wien. 
„ „ Stäche Dr. G., k. k. Ober-Bergrath an der geo- 
logischen Reichsanstalt Wien. 

„ „ Stapf Dr. Otto, Privat-Docent an der Universität, 

VII., Sigmundsgasse 7 Wien. 

„ Steinbühler August, Marine -Comm.-Adjunct, 

Johannesgasse 1 Währing. 

„ „ Steindachner Dr. Fr., k. u. k. Hofrath, Director 

der zool. Abth. d. k. k. naturhistor. Hofmuseums Wien. 
450 „ „ Steiner Dr. Julius, Prof. am Staats-Gymnasium, 

Gürtelstrasse 29 Währing. 

„ „ Steininger Hans, Lehrer, Ob.-Oe Reichraming. 

„ „ Steinwender Dr. Paul, k. k. Notar, Ob.-Oe. Leonfelden. 
„ „ Stellwag Dr. Carl v. Carion, Hofrath, k. k. 

Universitäts-Professor Wien. 

„ „ Sternbach Otto Freiherr v., k. u. k. Oberst i. P. Bludenz. 

„ „ Stieglitz Franz, Hochw., Domherr, Walterstr. 8 Linz. 

„ „ Stier lin Dr. Gustav, Schweiz Schaffhausen. 

„ „ Stock mayer Siegfried S., Med., Goldschmidtg. 1 Währing. 
„ „ Stohl Dr. Lukas, fürstlich Schwarzenberg'scher 

Leibarzt i. P., III., Beisnerstrasse 3 . . . . Wien. 

„ „ Strasser Pius P., Hochw., Pfarrer, bei Kosenau Sonntagsberg. 

460 „ „ Strauss J., städt. Marktcommiss., IV., Waagg. 1 Wien. 

„ „ Strobl Gabriel, P., Hochw., Gymnasial-Professor Seitenstetten. 

d* 



XXVIII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Studnizka Carl, Oberwerkführer I. Classe im 

Artillerie-Zeugs-Depot Olmütz. 

„ „ Stummer Josef Ritter v., Präsident der priv. 

Kaiser Ferdinands-Nordbahn Wien. 

„ „ Stummer Rudolf v. Traue nf eis, III., Mechelg. 2 Wien. 
„ „ Stur Dionys, Hofrath, Director der k. k. geolo- 
gischen Reichsanstalt Wien. 

„ „ Sturany Rudolf, VII., Zieglergasse :}.... Wien. 

„ „ Stussiner Josef, k. k. Postofficial, Wienerstr. 15 Laibach. 
„ „ Szyszylowicz Dr. Ignaz Ritter v., Assistent am 

k. k. naturh. Hofmuseum, III., Beatrixgasse 14 a Wien. 

„ „ Tangl Dr. Eduard, k.k. Univ. -Prof., Albertineng. 3 Czernowitz. 

470 „ n Tempsky Friedrich, Buchhändler Prag. 

„ „ Teuchmann Fr.. VII., Burggasse, Hotel Höller Wien. 
„ „ Then Franz, Prof. an der k. k. Theres. Akademie Wien. 
„ „ Thomas Dr. Fried r., herzogl. Professor, b. Gotha Ohrdruff. 
„ „ Thümen Felix. Freih. v., k. k. Adjunct der forst- 
lichen Versuchsstation, derz. Kurfürstenstr. 102 Berlin. 

„ „ Tief Wilhelm, Gymnasial-Professor Villach. 

„ ,, Tobisch J. 0., Dr., Districtsarzt, Kärnten . . . Rosseg. 
„ „ Tomasini Otto R. v., k. u. k. Hauptmann im 

27. Feldjäger-Bataillon Villach. 

„ „ Tomek Dr. Josef, fürstl. Leibarzt, b. Fronsburg Riegersburg. 

„ „ Topitz Anton, Schulleiter, bei Grein, Ob.-Oe. . St. Nikola. 

480 „ „ TrailDr. Jam.H. W., Univ.-Prof.d.Bot, Schottl. Aberdeen. 

„ „ Tre uinf eis Leo, Hchw., Abt, b. Marienberg, Tirol Mals. 
„ „ Treusch Leopold, Beamter der I. österreichischen 

Sparcasse, I., Graben 21 Wien. 

„ „ Troyer Dr. Alois, Advocat, Stadt Steyr. 

„ „ Tscher nikl Carl, k. k. Hofgärtner Innsbruck. 

„ „ Tschörch Franz, k. u. k. militär.-techn. Official, 

VIII., Josefstädterstrasse 48 Wien. 

„ „ Tschusi Vict. R. zu Schmidhoffen, b. Hallein Tännenhof. 
„ „ Twrdy Conrad, Professor an der k. k. Staats- 
Ober-Realschule, III., Posthorngasse 8 . . . Wien. 
„ „ Uhl Dr. Eduard, VI., Mariahilferstrasse Ib.. Wien. 

„ „ Ullepitsch Josef, Zipser Comitat Gnezda. 

490 m n Valenta Dr. A., k. k. Reg.-Rath u. Spitalsdirector Laibach. 

„ „ VelenovskyDr. Josef, Wenzelgasse 18 . . . Prag. 

„ „ Verrall G. H., Sussex Lodge, England . . . Newmarket. 

„ „ Vesely Josef, k. k. Hofgärtner, IV., Belvedere . Wien. 

„ „ Vielguth Dr. Ferdinand, Apotheker, Ob.-Oe. . Wels. 

„ „ V ierhapp er Friedrich, k. k. Gymnasial-Professor Ried. 

„ ., Vier tl A., k. u. k. Hauptm. i. P., Franziskanerg. 18 Fünfkirchen. 



Mitglieder. 



XXIX 



P. T Herr Vodopic Mathias, Bischof, Eminenz; Dalmatien Ragusa. 

Vogel Franz A , k. k. Ilof-Garteninspeetor . . Laxrnltiug. 

„ „ Vogl I>r. August, k. k. Uniwrsitüts- Professor, 

k. n. k. Bofrath, DL, Ferstelgasse 1 . . . . Wien. 

500 „ „ Vojtek Rieh., Apotheker, VI.. Königseggasse . Wien. 
„ Voss Wilhelm, k. k. Professor au der Staats-Ober- 

Realschule Laibach. 

„ a Vukotinovic Ludwig Parkas v Agram. 

„ „ Waohtl Friedrich, k. k. Forst- und Domänen- 
Verwalter, I., Hegelgasse 19 Wieu. 

Waginger Dr. Carl, VII., Neubaugasse 30 . . Wieu. 
g Wagner Bernard, P., Hochw., Professor am Ober- 
Gymnasium Seiteustetten. 

„ „ Walter Julian, Hochw., P.-O.-P., Gymnasial- 

Professor, I., Herrengasse 1 Prag. 

„ „ Walz Dr. Rudolf, IV., Carolinengasse 19 . . . Wien. 

„ „ Washington St. v., Baron, Schloss Pols, Steierm. Wildon. 

„ „ Weiglsperger Fr., Hchw., Pfarr., P. Atzenbruck Michelhausen. 

510 „ „ Weinländer Georg, Gymn.-Prof., Theresieng. 3 Währing. 

„ „ Weinzierl Dr. Theodor Ritter v., Vorstand der 

Samen-Control -Versuchsstation, I., Herreng. 13 Wien. 

„ „ Weisbach Dr. August, k. u. k. Ober-Stabsarzt, 

Garnisonsspital Nr. 1 Wien. 

„ „ Weiser Franz, k. k. Landesgerichtsrath, IV., 

Hauptstrasse 49 Wien. 

„ „ Weiss Dr. Adolf, Regier. -Rath, k. k. Univ. -Prof. Prag. 

„ „ Werner Franz, Dr. phil., I., Bellariastrasse 10 . Wien. 

„ „ Westerlund Dr. Carl Agardh, Schweden. . . Ronneby. 

„ „ Wettstein Dr. Richard Ritter v. Westersheim, 

Docent u. Adjunct a. d. Univ., III., Mechelgasse 2 Wien. 

„ „ Wichmann Dr. Heinr., Adjunct a. d. österr. Ver- 
suchsstation für Brauerei, IX., Währingerstr. 59 Wien. 

„ „ Wie der mann Leopold, Hochw., Pfarrer, Post 

Sieghartskirchen Rappoltenkirchen. 

520 v v Wiemann August, Gärtner, III., Rennweg 14 . Wien. 

„ „ Wierer Ludwig v. Wierersberg, k. k. Bezirks- 
gerichts -Adjunct, Niederösterreich Korneuburg. 

„ „ Wiesner Dr. Julius, k. k. Univ.-Prof. d. Bot. . Wien. 

„ „ Wilczek Hans Graf, Excellenz, geh. Rath . . Wien. 

„ „ Wilhelm Dr. Carl, Professor an der Hochschule 

für Bodencultur, VIII., Skodagasse 17 . . . Wien. 

„ „ Willkomm Dr. Moriz, Hofrath, k. k. Univer- 
sitäts-Professor, Smichow Prag. 

„ „ Witlaczil Dr. Emanuel, III., Bechardgasse 2 . Wien. 



XXX 



Mitglieder. 



P. T. Herr Witting Eduard, VII., Zieglergasse 27 . . . 
„ Wocke Dr. M. T., Klosterstrasse 87 b . . . . 

„ „ Wolf Franz, Gut Neuhof bei Graz 

530 „ „ Woloszczak Dr. Eustach, Docent a. d. Technik 
„ „ Woronin Dr. M., Prof., kleine italienische Strasse 6 
„ „ Wright Dr. Percival, Prof. d. Bot., Trinity Coli. 
„ „ Z ab eo Alfons, Graf, IX., Berggasse 9 . . . . 
„ „ Zahlbruckner Dr. Alex., Amanuensis am k. k. 

naturh. Hofmuseum, VII., Mechitharisteng. 7 . 
„ „ Zareczny Dr. Stan., Professor am III. Gymn. . 
„ „ Zermann P. Chrysostomus, Gymn. -Prof. . . . 
„ „ Zickendrath Dr. Ernst, Haus Siegle, Butirki . 
„ „ Zivotsky Josef, ev. Katechet, IV., Igelgasse 11 
„ Frau Zugmayer Anna, Gut Neuhof bei Graz . . . 
540 „ Herr Zukal H., Uebungslehrer der k. k. Lehrerinnen- 
Bildungsanstalt, VIII., Lerchengasse 34 . . . 



Wien. 

Breslau. 

Stieflingthal. 

Lemberg. 

St. Petersburg. 

Dublin. 

Wien. 

Wien. 

Krakau. 

Melk. 

Moskau. 

Wien. 

Stiflingthal. 
Wien. 



Irrthümer im Verzeichniss und Adressänderuiigen wollen dem Secretariate 
zur Berücksichtigung bekannt gegeben werden. 



AlltROlcIlitnlMlO Mllgllflilril 



Ausgeschiedene Mitglieder. 



1. Durch den Tod: 



P. T. Herr Barbienx August. 
r r Feiller Franz v. 
r N Grzegorzek Adalbert. 
n „ Haudlirsch, Dr. Adam. 
„ „ Hauck, Dr. Ferdinand. 
„ „ Neumayr, Dr. Melch. 



| P. T. Herr Nowicki, Dr. Max. 
„ „ Rauscher, Dr. Robert. 
„ „ Rodler, Dr. Alfred. 
„ „ Schwarz Gustav v. 
„ „ Sebisanovic Georg. 
„ „ Winkler Moriz. 



2. Durch Austritt: 



P. T. Herr Ambrosi Franz. 

„ „ Buchauer Georg. 

„ „ Dungel Carl. 

„ „ Jablonsky Vincenz. 

„ „ Kittel, Dr. August, 

„ Kolbe Carl. 

„ Möller, Dr. M. 

d h Müller Josef. 

„ „ Pickl Josef. 

n Pipitz, Dr. F. E. 



P. T. Herr Schamanek Josef. 

„ „ Schmiedl Georg. 

„ „ S van da Stefan. 

„ „ Urban Emanuel. 

„ „ Wintersteiner Hugo. 

„ „ Zapalowicz, Dr. Hugo. 
Bibliothek der k. k. techn. Hochschule 

in Wien. 

Studienanstalt der Gesellschaft Jesu in 
Pressburg. 



3. Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages durch 

Postnachnahme: 



P. T. Herr Engelhardt Victor. 
„ „ Hermann Otto. 
„ „ Kowarz Ferdinand. 
„ „ Lajer Ferdinand. 



P. T. Herr Sabransky Heinrich. 
„ „ Wierzejski, Dr. Anton. 
„ „ Würth Emanuel v. 



XXXII 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



Lehranstalten und Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 



Gegen Jahresbeitrag. 

Berlin: Königl. Bibliothek. 
Brixen: Fürstb. Gymnasium Vincentinum. 
Brünn: K. k. 1. deutsches Ober-Gymnasium. (Nohn.) 
Dornhirn (Vorarlberg) : Communal-Unter-Realschuk\ 
Feldkirch (Vorarlberg): Pensionat Stella mattutina. 
Görz: Landesmuseum. 
„ K. k. Ober-Realschule. 
„ K. k. Ober-Gymnasium. (Q.) 
Graz: K. k. 1. Staats-Gymnasium. 
10 n K. k. Univers itäts-Bibliothek. 
Güns: K. kath. Gymnasium. (P. f.) 
Kalksburg: Convict der P. P. Jesuiten. 
Klagenfurt: K. k. Ober-Gymnasium. 

Klausenburg: Landwirtschaftliche Lehranstalt (Monostor). 
Laibach: K. k. Lehrer-Bildungsanstalt. 

„ K. k. Staats-Ober-Realschule. 
Leoben : Landes-Mittelschule. 
Linz: Oeffentliche Bibliothek. 

„ Bischöfliches Knaben-Seminar am Freinberge. 
20 Marburg: K. k. Gymnasium. 

Mariaschein bei Teplitz: Bischöfliches Knaben-Seminar. 

Martinsberg bei Raab: Bibliothek des e. Beneclictiner-Erzstiftes. (Nchn.) 

Ober-Ho Ilabrunn : Landes-Realgymnasium. 

Oedenburg: K. kath. Ober-Gymnasium. 

Olmütz: K. k. Studienbibliothek. 

„ K. k. Ober -Realschule. 
Pilsen: K. k. deutsche Staats-Realschule. 
Prag: K. k. deutsches Gymnasium der Altstadt. 

„ K. k. deutsches Neustädter Gymnasium, Graben 20. 
30 „ K. k. deutsches Ober-Gymnasium der Kleinseite. (Nclm.) 
„ Gesellschaft für Physiokratie in Böhmen, Wenzelsplatz 16. 
Przibram: K. k. Lehrer-Bildungsanstalt. 
Beichenberg (Böhmen): K. k. Ober-Realgymnasium. 
Bied (Ober-Oesterreich): K. K. Staats-Ober-Gymnasium. 



LeknuMtalten und Bibliotheken 



XXXH1 



Horcmlo: Kuseo Cirico. (P.) 
Sal:burg: K k. Gymnasium. 

K. k. Ober-Realschule 
Schassburg . Fa a n gc 1 i sc h es Gymnasium 
Stockem»: Landes-Kealgymnasium. 
40 Tabor: Höhere l;ind\virths< hat'tlhh-industrielle Landes -Anstalt. (P. f.) 
Tcmcsrar. K. Ober-Gymnasium. 
Teschen: K. k. Staats-Realschule. 
'l'roppau: Landes-Museum. (Nohn.) 

r E. k. Staate-Gymnasium. (Buchh. Göll mann.) 
K. k. Ober-Realschule. 
Ungarisch- 1 Imd isch : K. k. deutsches Staats-Real-Obergymnasiuni. 
Villach: K. k. Real-Obergyinnasiuni. 
Weisswasser, Böhm.-: Forstlehranstalts-Direction. 
Wien: K. k. Akademisches Gymnasium, I.. Christineugasse 1. 
SO - Oesterreichischer Apotheker -Verein. 

n Kaiser Franz Josefs-Gymnasium der inneren Stadt, Hegelgasse. 
„ Leopoldstädter k. k. Staats-Ober-Realschule, II., Vereinsgasse 21. 
K. k. Staate-Gymnasium , EL, Taborstrasse 24. 
Botanisches Museum der k. k. Universität, III., Rennweg 14. 
„ K. k. Staats-Ober-Realschule, III., Radetzkystrasse 2. 
„ K. k. Staats-Realschule, Währing, Wienerstrasse 49. 
„ K. k. Staats-Unter-Realschule, V., Rampersdorfergasse 20. 
„ Zoologisch-botanische Bibliothek der k. k. technischen Hochschule. 
Wiener-Neustadt : Niederösterreichisches Landes-Lehrer-Seminar. 
CO v Niederösterreichische Landes-Ober-Realschule. 



Unentgeltlich. 

Czernowitz: K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Prag: Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 
Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Realgymnasium. 
Wien: K. k. Hofbibliothek. 

„ Communal-Gymnasium Gumpendorf. 

n „ „ Leopoldstadt. 

„ „ Ober-Realschule Gumpendorf, VI., Marchettigasse. 

„ „ „ „ I., Schottenbastei 7. 

„ Wieden. 

70 „ K. k. Universitäts-Bibliothek. 

71 „ Landesausschuss-Bibliothek. 



1. B. Cxes. R. XL. 



e 



XXXIY 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Wissenschaftliche Anstalten und Vereine, 

mit welchen Schriftentausch stattfindet. 



Oesterreich-Ungarn. 

Agram: Societas Historica Naturalis Croatica „Glasnik". 
Bregenz : Laiides-Museums -Yen sin. 
Brünn: Naturforschender Verein. 

„ Mährisch-schlesische Gesellschaft zur Beförderimg des Ackerbaues. 
Budapest: K. ungarische Akademie der Wissenschaften. 
„ „ „ geologische Anstalt, 
„ „ „ geologische Gesellschaft, 
„ Ungarischer naturwissenschaftlicher Verein. 
„ Redaction der naturhistorischen Hefte des Nationalmuseums. 
10 Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 
„ K. k. steiermärkischer Gartenbau -Verein. 
Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. 

„ Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 

„ Ferdinandeum. 
Klagenfurt: Naturhistorisches Landes-Museum. 

„ K. k. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues und der Industrie 
in Kärnten. 

Klausenburg : Medicinisch-naturwissenschaftlicher siebenbürgischer Museumsverein. 
Leipa, Böhm.-: Nordböhmischer Excursions-Club. 
20 Leutschau: Ungarischer Karpathen -Verein. 
Linz: Museum Francisco-Carolinum. 

„ Verein für Naturkunde. 
Prag: K. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturhistorischer Verein „Lotos". 
Beichenberg: Verein der Naturfreunde. 
Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 
Sarajevo: Glasnik zemaljskog muzeja u Bosni i Hercegovini. 
Trentschin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trentschiner Comitats. 
Triest: Museo civico di storia naturale. 
30 „ Societä adriatica di scienze natural!. 
„ Societä d'orticultura del Littorale. 
Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. 
„ K. k. naturhistorisches Hofmuseum 



\ \ \ \ 



Wien: Naturwissenschaftlicher Verein an der Universität. 
K. k. Gartenbau-Gesellschaft. 
K. k. geographische (Josellschaft. 
„ K. k. geologische lu'ichsanstalt. 

K. k. Gesellschaft der Aerzte. 
„ Deutscher und österreichischer Alpenverein. 
10 „ Oesterroichischer Rcichs-Forstverein. 

„ Verein für Landeskunde von Niederösterreich. 

„ Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

Deutsches Reich. 

AUenburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterbindes. 

Annaberg-Buchholz : Verein für Naturkunde. 

Arnstadt: Deutsche botanische Monatsschrift (G. Leimbach). 

Augsburg: Naturhistorischer Verein. 

Bamberg: Naturforschender Verein. 

Berlin : Königl. preussische Akademie der Wissenschaften. 
„ Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 
50 „ Berliner Entomologischer Verein (B. Hache). 
„ Deutsche entomologische Gesellschaft. 
„ Jahrbücher des k. botanischen Gartens und Museums. 
„ Naturwissenschaftliche Wochenschrift (Verlag von Ferdinand Dum in ler, 

Zimmerstrasse 94, S. W. 12). 
„ Archiv für Naturgeschichte (Nicolai 'sehe Buchhandlung). 
„ Entomologische Nachrichten (Friedländer). 

„ Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den k. preussischen Staaten. 
Bonn: Naturhistorischer Verein der preussischen Rheinlande und Westphalens. 
Braunscluceig : Naturwissenschaftliche Rundschau (Vie weg & Sohn). 
„ Verein für Naturwissenschaft. 

60 Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 

Breslau: Verein für schlesische Insectenkunde. 

„ Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Colmar im Elsass: Societe d'histoire naturelle. 
Banzig: Naturforschende Gesellschaft. 
Darmstadt: Verein für Erdkunde. 

Donau-Eschingen: Verein für Geschichte und Naturgeschichte. 
Dresden: Gesellschaft „Isis". 
70 „ Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 

Dürkheim: „Pollichia" (naturwissenschaftlicher Verein der bairischen Pfalz). 
Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein von Elberfeld und Barmen. 
Emden: Naturforschende Gesellschaft. 



XXXVI 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Erlangen: Biologisches Gentraiblatt. 

„ Physikalisch-medicinische Societät. 
Frankfurt a. M.: Senkenbergische naturforschende Gesellschaft, 

„ Eedaction des Zoologischen Gartens. 

Frankfurt a. 0. : Naturwissenschaftlicher Verein für den Regierungsbezirk Frank- 
furt a. 0. 

„ Societatum Litterae (Dr. Ernst Huth). 

80 Freiburg i. B. : Naturforschende Gesellschaft, 
Fulda: Verein für Naturkunde. 

Giessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Buchh. Kichter). 
Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturforschende Gesellschaft. 
Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 

Greifswald: Naturwissenschaftlicher Verein von Neu -Vorpommern und Rügen. 
Güstrow: Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. 
Halle a. d. S. : Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

90 „ „Die Natur" (Schwetschke'scher Verlag). 

„ Kaiserl. Leopold. -Carolin, deutsche Akademie der Naturforscher. 

Hamburg -Altona: Naturwissenschaftlicher Verein. 

„ Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 

„ Naturhistorisches Museum der Stadt Hamburg. 

Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. 
Hannover: Naturhistorische Gesellschaft, 
Heidelberg : Naturhistorisch-medicinischer Verein. 
Jena : Medicinisch-nat urwissenschaftliche Gesellschaft. 
Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 
100 Königsberg : Königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft, 
Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie (W. Engel mann). 

„ Königl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Botanische Zeitung (Verlagsbuchhandlung Arth. Felix). 

„ Zoologischer Anzeiger (W. En gel mann). 

„ Verein für Erdkunde. 
Lüneburg : Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstenthuni Lüneburg. 
Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Mannheim: Verein für Naturkunde. 
110 Metz: Societe d'histoire naturelle. 

München: Königl. baierische Akademie der Wissenschaften. 

„ Gesellschaft für Morphologie und Physiologie. 
Münster: Westphälischer Provinz -Verein für Wissenschaft und Kunst, 
Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft, 
Offenbach: Verein für Naturkunde. 
Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. 



WisseiiM-luitt liehe Anstalten 



\\\\ I 



Passau : Natnrhistorischer Verein. 
Hegensburg: Zoologisch-mineralogischer Verein. 

Königl. baierische botanische Gesellschaft. 
120 Sondershausen: Irmisehia, 

Stettin: Entomologischer Verein. 

Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Württemberg. 
Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. 
Zwickau: Verein für Naturkunde. 

Schweiz. 

Basel: Naturforschende Gesellschaft. 

Bern: Allgemeine schweizerische naturforschende Gesellschaft. 
„ Natnrforschende Gesellschaft. 

„ Schweizerische entomologischr Gesellschaft. (Theodor Steck, Natur 
historisches Museum.) 
Chur: Natnrforschende Gesellschaft, 
130 Frauen / *eW : Mittheilungen der Turgauischen Naturforschenden Gesellschaft. 
Genf: Societe de physique et d'histoire naturelle. 
Lausanne: Societe vaudoise des sciences naturelles. 
Neufchätel: Societe des sciences naturelles. 
Sion : Societe murithienne de Valais. 
St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Zürich: Naturforschende Gesellschaft- 
Skandinavien. 

Bergen: Bibliothek des Museums. 
Christiania: Vetenskaps Sällskapet. 
„ Universitäts-Bibliothek. 
140 Gothenburg : K. Vetenskaps Sällskapet. 
Lund: K. Universität. 
Stockholm: K. Vetenskaps Akademie. 

„ Entomologiska Föreningen. 94 Drokninggatan. 
Tromsö : Museum. 

Trondhjem: K. Norske videnskabers Selskabs. 
Upsala: Vetenskaps Societät, 
„ K. Universität. 

Dänemark. 

Kopenhagen: Naturhistoriske forening. 

„ K. danske videnskabernes Selskab. 

Holland. 

i 150 Amsterdam: Koninklijke Akademie van Wetenschappen. 

„ Koninklijke Zoologisch Genootschap Natura Artis Magistra. 



XXXVIII 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Haag: Nederlandsche Entomologische Vereeniging. 
Hartem: Musee Teyler. 

„ Hollandsche Maatschappij de Wetenschappen. 
Middelburg: Genootschap de Wetenschappen. 
Rotterdam: Nederlandsche Dierkundige Vereeniging. 

Utrecht: Provincial Utrechtsche Genootschap van Künsten en Wetenschappen. 

Belgien. 

Brüssel: Academie Royale des sciences, des lettres et des beaux-arts de Belgique. 
(Commission des echanges internationaux.) 
„ Societe Royale de Botanique de Belgique. 
160 „ „ entomologique de Belgique. 

„ „ malacologique de Belgique. 

„ „ Beige de Microscopie. 

Gent: Kruidkundige Genootschap „Dodonaea" (Prof. Mac Leod). 
Liege: Redaction de la Belgique Horticole (Morren). 

„ Societe Royale des Sciences. 
Luxembourg: Societe des Sciences naturelles du Grand-D uche de Luxembourg. 
„ „ de Botanique du Grand-Duche de Luxembourg. 



Grossbritannien. 

Belfast: Natural History philosophical Society. 
Dublin: Royal Irish Academy. 
170 „ Geological Society. (Trinity College.) 
„ Royal Society. 
Edinburgh: Royal Physical Society. 
„ Royal Society. 
„ Geological Society. 
„ Botanical Society. 
Glasgoiu: Natural history Society. 
Liverpool: Biological Society. 
London: Entomological Society. 
„ The Entomologist. 
180 „ Entomologist's Monthly Magazine. 
„ Geological Society. 
„ Linnean Society. (Picadilly, W.) 
„ Meteorological Office. 
„ Royal Society. (Burlington House, W.) 
„ Royal microscopical Society. (Kings College.) 
„ Zoological Society. 
Manchester: Literary and philosophical Society. 
Newcastle upon Tyne: Tyneside Naturalist's Field club. 
Perth: Scottish naturalist (Buchanan White, M. D. Annat Lodge). 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XXXIX 



Russland. 

100 Charkow: Gesellschaft der Naturforscher an der kaiserl. Universität. 
Dorpat: Natu rforschcr-( i esellsi-ha i't . 

Ekatherinenbuni: Societe ouralienne d'amateurs des sciences naturelles. 
Jlelsingfors : Fiuska Yetenskaps-Societeteii. 

„ Societas pro Fauna et Flora fennica. 
Kiew: Soeiete des Naturalistes. 
Moskau: Soeiete Imperiale des Naturalistes. 
Odessa: Neurussische Gesellschaft der Naturforscher. 
Pe te rsburg: Academie Imperiale des sciences. 
n Kaiserlicher botanischer Garteu. 
200 „ Societas entomologica rossica. 
Riga: Naturforschender Verein. 

Italien. 

Acireale (Sicilien): Societä italiana dei Microscopisti Sicilia. 

Bologna: Accademia delle scienze. 

Florenz: Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze. 

„ Redazione del nuovo Giornale botanico. 

„ Societä entomologica italiana. 
Genua: Museo civico di storia naturale. 

„ Societä di letture e conversazioni scientifiche. 
Lucea: Accademia lucchese di scienze, lettere ed arti. 
210 Mailand: Societä italiana di scienze naturali. 

„ Istituto lombardo di scienze, lettere ed arti. 

„ Societä crittogamologica italiana. 
Messina: Malpighia Rivista Mensuale di Botanica. 
Modena: Societä dei naturalisti. 

„ Accademia di scienze, lettere ed arti. 

Societä malacologica italiana. (Segretario Prof. Dante Panternelli, 
Univers., Modena.) 
Neapel: Accademia delle science. 

„ Mitteilungen der zoologischen Station (Dr. Dohm). 
Padua: R. Istituto e giardino botanico delT Universitä. 
220 „ Nuova Notarisia (Dott. C. B. de Toni). 

„ Societä veneto-trentina di scienze naturali. 
Palermo: Reale Accademia palermitana delle scienze, lettere etc. 

„ Societä di Acclimazione. 
Pisa: Societä toscana di scienze naturali. 
Horn: Reale Accademia dei Lincei. 
„ Societä italiana delle scienze. 

„ Jahrbücher des botanischen Gartens (Prof. Pirotta). 
Siena: Reale Accademia dei Fisiocritiei. 



XL 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Siena: Rivista italiana di scienze naturali. 
230 Venedig: Istituto veneto di scienze, lettere ed arti. 

„ Notarisia, Commentarium Phycologicum (S. Samule, 3422, Venezia). 
Verona: Accademia di Agricoltura, commercio ed arti. 

Frankreich. 

Amiens: Societe Linneenne du Nord de la France. 
Angers: Societe detudes scientifiques. 
Bordeaux: Societe Linneenne. 
Caen: Societe Linneenne de Normandie. 

„ Annuaire du Musee d'histoire naturelle. 
Cherbourg: Societe des sciences naturelles. 
Dijon: Academie des sciences, arts et belles-lettn >s 
240 Lille: Societe des sciences de Fagriculture et des arts. 

„ Revue biologique du Nord de la France. 
Lyon: Academie des sciences, belles-lettres et arts. 

„ Societe d'Agriculture. 

„ Societe botanique de Lyon (Palais des arts, place des terreaux). 

„ Societe Linneenne de Lyon. 
Nancy: Societe des sciences. 

„ Academie de Stanislas. 
Paris: Journal de Conchiliologie. 

„ Nouvelles archives du Musee d'histoire naturelle. 
250 „ Societe botanique de France. 

„ Societe entomologique de France. 

„ Societe zoologique de France. 
Rouen: Societe des amis des sciences naturelles. 

Portugal. 

Coimbra: Sociedad Broteriana (Boletin annual). 
Lissabon: Academia real das sciencias. 

Porto: Sociedade Carlos Ribeiro (Revista de Sciencias Naturaes E. Socides). 

Spanien. 

Madrid: Sociedad espanola de historia natural. 

Asien. 

Batavia: Bataviaasch Genootschap van Künsten en Wettenschappen. 
„ Natuurkundige Vereeniging in Nederlandisch-Indie. 
260 Bombay: Journal of the Bombay Natural History Society. 
Caleutta: Asiatic Society of Bengal. 
Shanghai: Asiatic Society, north China branch. 



\Vis^«>nsi-h;iitliiho AiiMiilteii. 



\l I 



Afrika. 

Cbiro: I, 'Institut ESgyptien. 

Amerika. 

a) Nordamerika. 

Boston: American Academy. 

„ Society of Natural History. 
Buff'alo: Society of Natural Sciences. 

Cambridge: American Association t'or the advancement of science. 
„ Museum of eomparative Zoology. 
„ Entomological Club „Psyche" (p. G. Dimok in Paris). 
270 Chapcl Hill: Elisha Mitchell Scientific Society. 
Col%mbus: Geological Survey of Ohio. 
S. Francisco: Californian Academy of Natural Sciences. 
Franklin Countg: Brookville Society of Natural History. 
Ncw-Ilacen : American Journal of Science and Arts. 

„ Connecticut Academy. 

St. Lo>< I«: Academy of Science. 

Minnesota: Minneapolis Geological and Natural History Survey of Minnesota 

(N. H. Winchell, Director U. S. a.). 
Montnal: Geological and Natural history Survey of Canada. 
„ Royal Society of Canada. 
280 Neiv-York: Academy of Sciences. 

r Entomological Society, 16 and 18 Broad Street, New- York City. 
r Society of Natural History (olim Lyceum). 
„ Torroy Botanical Club. 
Philadelphia: Academie of Natural Sciences. 
„ American Entomological Society. 

„ American Naturalist (Prof. E. D. Cope, 2102 Pine Street). 

„ American Philosophical Society. 

The Journal of Comparative Medicine and Surgery, A. L. Humel 
(Editor Conklin), 1217 Filbert Street. 
„ Zoological Society of Philadelphia. 

290 Quebec bei London: Canadian Entomologist by W. M. Saunders (Ontario). 
Salem: Essex Institute. 
Toronto: Canadian Institute. 
Trenton: Natural History Society. 

Washington: Departement of Agriculture of the United States of North America. 
„ Entomological Society. 

„ Smithsonian Institution. 

„ United States commission of fish and fisheries. 

„ United States Geological Survey. 

Z. B. Ges. R. XL. f 



XLII 



Von der Gesellschaft angekaufte periodische Schriften. 



b) Mittel- und Südamerika. 
Buenos -Ayres: Museo publico. 
300 „ Sociedad cientifica argentina. 

Caracas: Revista cientifica mensual d. 1. universitad de Venezuela. 
Cordoba: Academia nacional di ciencias exactas a la Universidad. 
Mexico: Deutscher wissenschaftlicher Verein. 

„ Memorias de la Sociedad Cientifica. Antonio Alzate. 

„ Museo nacional mexicana. 

„ Sociedad mexicana de historia natural. 
Rio de Janeiro: Archivos do Museo nacional. 

Australien. 

Adelaide: Philosophical Society. (South Äüstralian Institute.) 

Melbourne: Public Liberary, Museum and National Gallery of Victoria. 
310 Sidney: Linnean Society of New South Wales. 

„ Royal Society of New South Wales. 
312 n The Australian Museum. 

Periodische Schriften, 

welche von der Gesellschaft angekauft werden: 

Berichte der Deutschen botanischen Gesellschaft in Berlin. 

Biblioteca della Zoologia et Anatomia comparata da Italia per L. Came- 

rano e M. Lessona. 
Bibliotheca zoologica. Herausg. von Carus und Engelmann. 
Botanische Jahrbücher für Systematik etc. Herausg. von A. Engl er. 
Botanischer Jahresbericht. Herausg. von Dr. E. Koehne (fr. Dr. L. Just). 
Botanisches Centralblatt. Herausg. von Dr. Oscar Uhlworm. 
Claus C. Arbeiten aus dem zoologischen Institute der k. k. Universität Wien und 

der zoologischen Station in Triest. 
Flora (Allgemeine botanische Zeitung). 
Flora und Fauna des Golfes von Neapel. 
Le Naturaliste Canadien (Red. par Abbe Provancher). 
Oesterreichische botanische Zeitschrift. 

Wiener Entomologische Zeitung. Herausg. von J. Mik, E. Reitter und 
F. Wachtl. 

Zoologischer Jahresbericht. Herausg. von der zoolog. Station in Neapel. 
Zoologische Jahrbücher. Herausg. von Spengel. 



Sitzungsberichte. 



XL. Sitz.-Ber. 



A 



:; 



Versammlung am 8. Jänner 1890. 

Vorsitzender: Herr Dr. Eugen v. Haläcsy. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P He " P. T. Herren 

Jean nee jun.. Dr. Josef. Wien, I., Hegelg. 7 Dr. Hans Rebel, A. Rogenhofer. 
Lach Alois, städtischer Oberlehrer, Wien, IL, 

Kleine Sperlgasse 10 Leopold Heiden, Josef Kaufmann. 

Marti us Joao Lopes da Silva, Mediciner, 

Porto (Portugal) Rudolf Sturany, Franz Werner. 

Pi inner, Dr. Theodor, Assistent am zoolog. 

Institut der Universität Wien Dr. C. Grobben, Dr. L. v. Lorenz. 

Seiller Rudolf Freih. v., Wien, I., Freiung 6 Dr. C. Grobben, Dr. L. v. Lorenz. 



Herr Secretär Dr. Carl Fritsch legte folgende eingelaufene 
Manuscripte vor : 

Brunner v. Watte nwyl, Dr. Carl: „Monographie der Pros- 
copiden". (Siehe Abhandlungen, Seite 87.) 

Procopianu-Procopovici Aurel: „Floristisches aus den 
Gebirgen der Bukowina". (Siehe Abhandlungen, Seite 85.) 

Studniczka Carl: „Beitrag zur Flora von Süddalmatien". 
(Siehe Abhandlungen, Seite 55.) 



Herr Custos Othmar Reiser sprach „Ueber drei neue Er- 
scheinungen in der Ornis von Oesterreich-Ungarn", beob- 
achtet 1889 in Bosnien und der Herzegowina. 

Zunächst muss als auffallende Erscheinung das im Jänner und Februar 
erfolgte massenhafte Erscheinen von Phileremus penicillata Gould. (nach den 

A* 



4 



Versammlung am 8. Jänner 1890. 



Ausführungen von Dr. Lorenz in Moskau eine gute Art) in den Bezirken Livno 
und Zupanjac, sowie in den benachbarten Theilen Dalmatiens bezeichnet werden. 
Von erhöhtem Interesse erscheint aber die Mittheilung des Oberförsters A. Ge- 
schwind in Travnik, dass er diese Ohrenlerche auch zur Sommerszeit auf den 
kahlen Höhen bei Zupanjac beobachtet und erlegt habe. Zwei Exemplare der 
kaukasischen Alpenlerche aus Livno befinden sich präparirt im Landesmuseum 
zu Serajewo. 

Am 28. Mai wurde ferner durch Herrn Ingenieur Otto Kant jun. bei 
Ostrozac auf der Narenta ein Paar {<$ und 9) der seltenen Anas marmorata 
Temm. erlegt. Es ist immerhin möglich, dass dieses Paar in der dortigen Ge- 
gend Anstalten zum Nisten getroffen hätte. Bisher wurde die Marmelente bloss 
einigemale in den Gewässern von Butrinto und einmal in Albanien, auf der Balkan- 
halbinsel bemerkt. 

Schliesslich wurde unmittelbar bei Serajewo am 8. September 1889 ein 
junges Weibchen des Accipiter brevipes Severz. erlegt. Der Vogel war sehr wenig 
scheu und zeigte die dem jungen Vogel eigenthümliche, dunkel kastanienbraune 
Irisfärbung. Bekanntlich wurde der Vogel zuerst in Serbien von Herrn Hodek, 
und zwar als Brutvogel festgestellt (siehe diese Verhandl., Bd. XIX, 1869, S. 46). 

-Auch dieser eigenthümliche Sperber, sowie die beiden obigen Enten sind 
im bosnisch-herzegowinischen Landesmuseum hinterlegt. 



Hierauf hielt Herr Dr. Eichard v. Wett stein einen Vortrag 
„Ueber die Aufgaben der botanischen Universitätsgärten". 

Der Vortragende schilderte die geschichtliche Entwicklung der botanischen 
Universitätsgärten und besprach die verschiedenen Aufgaben derselben in den 
einzelnen Entwicklungsepochen der Botanik. Die gegenwärtigen Aufgaben be- 
zeichnete der Vortragende in Uebereinstimmung mit Kerner, Schwendener 
und Goebel, deren diesbezügliche Publicationen er besprach, als zweifache. 
Einerseits sind sie didaktische und bezwecken eine weitestgehende Förderung 
systematischer, pflanzengeographischer, morphologischer, biologischer und prakti- 
scher Kenntnisse, andererseits sind sie wissenschaftliche. Die letzteren 
beanspruchen in erster Linie Durchführung vergleichender Culturversuche 
zur Lösung systematischer und pflanzengeographischer Fragen. Schliesslich be- 
fürwortete der Vortragende eine Reihe von Reformen, welche die Lösung beider 
Aufgaben ermöglichen sollen. 



Zoologischer Discussionsabend am 13. December 1889. 

Herr Prof. Dr. Carl Grobben berichtete „Ueber BoverTs 
Fund der Entwicklung eines Organismus aus befruchteten 
Uifragmenten ohne Eikern", 



Carl Fritsch. 



5 



Novit i fand /.imii« hsi . Mass riefe bei Seeigeln kernlose Bifragmente !>•■- 
fruchten tosen und in normal gestalteten^ nur durch geringe Grösse ausgezeich- 
neten Larven weiter entwickeln, Boveri Btellte ferner Versuche mii Bifragmenten 
und Sperma von zwei verschiedenen Eohiniden an. Das A.uftr%ten nun von Echmus 
Hiii'rotnhcrcitl<thts-\.A\ xi>u aus mit Wchmus microtuben ii/nins Sperma befruchte- 
ben Bifragmenten von Sphaerechmus granularis führte bu einer wichtigen Stütze 
der Auffassung des Kernes als des Vererbungsträgers. 

Hierauf demonstrirte der Vortragende das neue Chun'sche 
Schliessnetzmodell. 

Botanischer Discussionsabend am 20. December 1889. 

Herr Dr. Frid. Krasser referirte unter Demonstration einiger 
Objecte über die Abhandlung von Prof. Dr. Constantin v. Ettings- 
h a ii - e n : „Das australische Florenelement in der Tertiärflora Europas". 

Herr Dr. Carl Fritsch besprach und demonstrirte eine Reihe 
von abnorm ausgebildeten Inflorescenzen verschiedener 
Monocotylen. Von den Objecten, die durchwegs vom Vortragenden 
selbst gesammelt wurden, seien hier folgende hervorgehoben: 

1. Ein Exemplar von Cynosurus cristatus L., dessen Rispe durch abnorme 
Verlängerung der mittleren Aeste ein fremdartiges Aussehen gewinnt; nur das 
letzte Drittel und die Basis der Rispe haben die gewöhnliche Scheinährengestalt, 
der mittlere Theil ist verbreitert und gelappt. Das Exemplar stand in Gesell- 
schaft zahlreicher normaler Individuen auf der Kuppe des Gaisberges bei Salz- 
burg (1280 m). 

2. Ein eigentümlicher Fall von floraler Prolification bei Bactylis glome- 
rata L., wobei sich namentlich abnorm verlängerte Tertiärästehen in der be- 
treffenden Rispe ausbildeten. Das Exemplar wurde an einem Strassenrande bei 
Gnigl nächst Salzburg gesammelt. 

3. Ein besonders üppig gewachsenes Individuum von Brachypodium pin- 
natum (L.) P. d. B. aus dem Blühnbachthale im Pongau. Die Aehrchen sind 
durchwegs sehr reichblüthig und zweimal sind zwei Aehrchen neben einander an 
demselben Stielchen inserirt, jedoch so, dass das eine deutlich unterhalb der Spitze 
des Stielchens seitlich abgegliedert erscheint, Dieses Vorkommniss ist wegen 
der phylogenetischen Beziehungen zu anderen Gattungen mit verzweigten Rispen 
(Bromus, Festuca) interessant, 

4. Eine Reihe von Formen des Bastardes von Lolium perenne L. und 
Festuca elatior L. aus Mauterndorf im Lungau, nebst ästigen Formen des Lolium 
perenne L. aus Salzburg und mageren Exemplaren der Festuca elatior L.. welche 
letztere von dem Bastarde oft schwer zu unterscheiden sind. Von zwei besonders 



6 



Versammlung am 5. Februar 1890. 



üppigen Exemplaren des ästigen Lolium perenne L. hatte eines sieben seitliche 
Rispenäste mit je 7 — 12 Aehrchen, das andere zehn seitliche Aeste mit je 4 bis 
10 Aehrchen. 

5. Ein Halm von Carex brizoides L. aus Salzburg, an welchem das unterste 
Aehrchen über 2 cm von dem vorhergehenden, dieses über 1 cm von den obersten 
entfernt war. Der Habitus der Pflanze wird natürlich hiedurch sehr verändert. 

6. Exemplare von Carex verna Vill. und Carex capillaris L. vom Rad- 
städter Tauern, beide mit langgestielten, grundständigen weiblichen Aehren, 
wie dies bei Carex gynobasis Vill. zur Regel geworden ist, aber bei mehreren 
anderen Arten auch gelegentlich vorkommt. 

7. Ein Halm von Carex pilosa Scop. aus Hainbach bei Wien, an dem die 
männliche Aehre normal entwickelt, die weiblichen Aehren aber gänzlich unter- 
drückt sind. Dieser Fall wurde ausserdem besonders häufig an Carex montana L. 
bei Salzburg beobachtet. , 

8. Eine „vivipare" Form von Juncus silvaticus Reich, vom Hochberg bei 
Traunstein in Baiern. Ein Theil der Blüthen hatte sich normal zu Früchten 
entwickelt, während an anderen Stellen Laubknospen zur Entwicklung kamen. 

0. Zwei ästige Formen von Tofieldia calyculata (L.) Wahlb., die eine vom 
Kapuzinerberg bei Salzburg, die andere von Untertauern im Pongau. In beiden 
Fällen sind die Deckblätter abnorm vergrössert und die einzelnen Blüthen durch 
verlängerte Aestchen vertreten, welche an der Spitze mehrere Blüthen in traubiger 
oder kopfiger Anordnung tragen; oft sind auch 2—3 Blüthen theilweise mit 
einander verwachsen. 

10. Anhangsweise: Zwei Exemplare von Muscari racemosum (L.) DC. aus 
dem Prater bei Wien, mit fast weissen Perigonen. Die fertilen Blüthen sind 
weiss, gegen die Spitze zu grünlich, die sterilen schwach bläulich. 



Versammlung am 5. Februar 1890. 

Vorsitzender: Herr Anton Pelikan Freih. v. Plauenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
R T - Herr P. T. Herren 

Figdor Wilhelm, cand. phil., Wien, IL, Kaiser 

Josefstrasse 38 Dr. C. Fritsch, Dr. Frid. Krasser. 

Mandl Ludwig, Dr. med., Wien, IL, Aspern- 

gasse 1 Durch den Ausschuss. 

ProtitsG., cand. phil., Währing, Johannesg. 26 Dr. C. Fritsch, Dr. Frid. Krasser, 



Vorsum in lunp am f>. Koliruar Irt'.K). 



7 



Eingesendete Gegenstände : 

l Faseikel Pflanzen von Herrn (J. Evurs. 

1 Schachtel Heuschrecken von Herrn L. Uanglbauer. 

84 Schmetterlinge für Schulen von Herrn 0. Habioh, 

1 Paket Süsswasseralgen für Schulen von Herrn F. Freilierrn v. Liechten- 

stern. 

170 Inseeten für Schulen von Herrn P. Low. 

GOO Käfer für Schulen von Herrn A. Freih. v. Pelikan. 

Circa 2000 Käfer von Herrn Dr. Riehl. 

25 Stück Salamanderlarven von Herrn J. Stussiner. 

1 Sehnabelthier für eine Schule von der Weinbauschule in Klosterneuburg. 



Der Vorsitzende gedachte zunächst des Ablebens des Aus- 
schussmitgliedes Herrn Prof. Dr. Melchior Neumayr, worauf sich 
die Anwesenden zum Zeichen der Trauer von den Sitzen erhoben. 



Herr Secretär Dr. Carl F ritsch legte folgende- eingelaufene 
Manuscripte vor: 

Bäumler J. A.: „Fungi Schemnitzenses. IL" (Siehe Abhand- 
lungen, Seite 139.) 

Boehm J.: „Ursache der Wasserbewegung in transpirirenden 
Pflanzen". (Siehe Abhandlungen, Seite 149.) 

Cobelli, Dr. R.: „Una nuova specie di Tentredinidi". (Siehe 
Abhandlungen, Seite 159.) 

Cobelli, Dr. R.: „Gli Apidi pronubi della Brassica oleracea L." 
(Siehe Abhandlungen, Seite 161.) 

Hackel E.: „Ueber einige Eigentümlichkeiten der Gräser 
trockener Klimate". (Siehe Abhandlungen, Seite 123.) 

Werner F.: „Ueber die Veränderung der Hautfarbe bei euro- 
päischen Batrachiern". (Siehe Abhandlungen, II. Quartal.) 



Herr Custos Dr. Emil v. Mar enz eller hielt einen Vortrag: 
„Ueber den modernen Apparat zur Erforschung der Meeres- 
tiefen". 



Versammlung am 5. Februar 1890. 



Hierauf sprach Herr Dr. Otto Stapf „Ueber die Verbrei- 
tung der Zwiebelgewächse". 



Von Herrn J. Wiesbaur wurden folgende floristische 

Notizen eingesendet: 

I. In dem Aufsatze „Verbreitung der Veronica agrestis L. in Oesterreich" 
(Deutsche botan. Monatsschrift, 1887/88) hatte ich unter Anderem die Behauptimg 
aufgestellt, dass die echte Veronica agrestis L. (non Neilreich) sowohl in Nieder- 
ais Oberösterreich erst nachgewiesen werden müsse. Darauf erwiderte Herr Dr. 
E. v. We ttstein (in derselben Zeitschrift, 1888, S. 59 f.), dass dieses allerdings 
für die Umgebung Wiens seine Richtigkeit habe, jedoch in den Vierteln 0. W. W. 
und 0. M. B. sei die echte Pflanze dieses Namens bereits von A. Kerner nach- 
gewiesen worden. Dr. Wettstein veröffentlicht dann die aus Kerner's Herbar 
bekannten Fundorte (Genisbach, Krems, Schönbach am Kamp und Jauerling) 1 ) 
und fügt bei, dass Kerner auch das Vorkommen der Veronica agrestis im benach- 
barten Mühlviertel Oberösterreichs in den Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. 
in Wien, 1864 (soll heissen 1854), S. 219 mitgetheilt habe. Meine Eingangs er- 
wähnte Behauptung hat demnach seit dieser Publication Dr. Wettstein's für 
Nieder Österreich keine Geltung mehr, da dadurch bereits vier Fundorte aus 
Kerner's Herbar bekannt gegeben wurden. Betreifs Oberösterreichs bleiben 
aber gewaltige Bedenken für den Nachweis dieser Pflanze. Jetzt, wo ich die mir 
früher unbekannte Stelle vor mir habe, sehe ich mich veranlasst, obige Behauptung 
betreffs des oberösterreichischen Mühlviertels noch immer aufrecht zu erhalten. 
Kerner's Angabe reicht durchaus nicht hin, die echte Veronica agrestis L. für 
Oberösterreich zu constatiren. Sie könnte nur beweiskräftig werden, wenn auch 
Exemplare der echten Pflanze dieses Namens als Belegstücke im Herbare sich 
vorfänden. Das scheint aber nicht der Fall zu sein, sonst würde Dr. Wettstein 
dieselben als Beweis gebracht haben, wie er es für Niederösterreich gethan hat. 

Dass die einfache Angabe (a. a. 0.) nicht beweisend sein könne, ergibt 
sich schon daraus, dass von den drei kritischen Arten {Veronica agrestis L., 
Veronica polita Fries und Veronica opaca Fries) nur die einzige Veronica 
agrestis angeführt wird. Nach der damals (1854) in Oesterreich allgemein ge- 
bräuchlichen Nomenclatur ist aber, wie ich nachgewiesen habe, unter Veronica 
agrestis stets Veronica polita Fries zu verstehen; es müsste denn das Gegen- 
theil ausdrücklich hervorgehoben werden. Der Umstand, dass kein Autorname 
beigefügt ist, bestätigt diese meine Ansicht. Andererseits muss meine Behauptung, 
dass Veronica agrestis L. auch im Mühlviertel erst nachgewiesen werden müsse, 
desshalb aufrecht erhalten bleiben, weil Veronica polita Fries gerade wie um Wien, 
so auch im unteren Mühlviertel in der Niederung des Donauthales, wie bei Grein, 
thatsächlich sehr verbreitet ist. Es ist demnach zunächst sehr wahrscheinlich, 



') „Säuerling" ist wohl sicher ein Druckfehler. 



0. S i III n Ii V. 



5) 



dass im angeführten Aufsätze, der ja auch daa Donauthal, specieU Grein mit in 
den Kreis der Beobachtung zieht, die das ganze Jahr hindurch leicht bemerkbare 
W roHi'cd polita Fries unter „ Vcroniva fujrcstis" gemeint sei. hiese Folgerung 

wird noch bestärkt dadurch, dass in der erwähnten Abhandlung alle von Kerner 

auf seinen Allstlügen beobachteten PHanzeuarteu angeführt werden, auch die ge- 
meinsten, wie Jiellis perennis, die beiden Urtica -Arten u. s. w. Uebrigens ist 
das Vorkommen der Yvronica agresHß L. auf den Bergen über Grein sehr wahr- 
scheinlich, zumal sie ja auch an einem anderen Orte des unteren Mühlviertels 
nebst Veronica opaca Fries gefunden wurde, wie an anderer Stelle zu berichten 
sein wird. Der sichere Nachweis jedoch ist in unserem Falle nur aus dem 
Herbare möglich. 

II. Der Band 1854 (der Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch.) enthält 
auch einen für Nordböhmen sehr interessanten Aufsatz von Dr. W. Reichardt 
über Neu mann 's in Böhmen gesammelte Pflanzen (S. 253 — 284). Ich stiess 
zufällig auf die Fundortsangaben der Iris nudicaulis (bohemica) am Kostial und 
hi8 sibiriea bei Tschisehkowitz etc., welche Angaben in Celakovsky's Prodromus 
der Flora von Böhmen fehlen. Ebenso werden Inula ensifolia und Alnus hybrida 
im Prodromus vermisst, von Reichardt aber angegeben. Es scheint demnach 
diese fleissige Arbeit Reichardt 's dem Verfasser des Prodromus entgangen zu 
sein. Es dürfte sich eine erhebliche Reihe von Nachträgen oder Ergänzungen 
zum Prodromus aus obigem Aufsatze zusammenstellen lassen; leider fehlt mir die 
dazu nöthige Zeit. 



Zoologischer Discussionsabend am 10. Jänner 1890. 

Herr Prof. Dr. 0. Simoiiy besprach seine vorjährige natur- 
wissenschaftliche Heise nach der westlichen Gruppe der Canarischen 
Inseln, auf welcher in dem Zeiträume vom 13. Juli bis zum 4. Octo- 
ber der Reihe nach Tenerife, Palma, Hierro und Gomera besucht 
und zum Zwecke photographischer Landschafts-Aufnahmen über 
dreissig Höhenpunkte erstiegen wurden. 

In Folge der vorgerückten Jahreszeit und andauernden Dürre war die Aus- 
beute an Insecten relativ gering: 26 Arten Orthopteren, 32 Homopteren und 
Heteropteren, 19 Neuropteren, 47 Coleopteren, 103 Dipteren, 80 Lepidopteren — 
darunter mehrere neue Arten — , 34 Hymenopteren. An Wirbelthieren wurden 
ausser zwei Fledermäusen 60 Arten Eidechsen, Batrachier und Fische in 241 Exem- 
plaren erbeutet, aus welcher Collection speciell eine grosse neue Lacerta (vgl. die 
von Herrn Hofrath Director Dr. Steinet achner in Nr. 27 des Anzeigers der 
kais. Akademie der Wissenschaften in Wien [Jahrg. 1889] gegebene Beschreibung) 
von den nächst Hierro gelegenen Roques del Zalmor hervorzuheben ist. 



Z. B. Ges. B. XL. Sitz.-Ber. 



B 



10 



Versammlung am 5. Februar lsim. 



Botanischer Discussionsabend am 17. Jänner 1890. 

Herr Dr. Rudolf Raimann sprach über Herpotrichia nigra. 

Während meines vorjährigen Aufenthaltes im Lande Vorarlberg nahm ich 
auch Gelegenheit, die herrlichen Gegenden des sogenannten Bregreuzer Waldes zu 
durchwandern. Auf einer solchen Wanderung von Warth (1495 m) nach Hoch- 
krumbach (1713 m) zu Anfang des Monates August, um welche Zeit noch allent- 
halben Lawinenschnee sich vorfand, fiel mir eine Erscheinung an den Krummholz- 
beständen auf, welche ich bis dahin auf meinen Gebirgswanderungen nirgends 
beobachtet hatte. 

Es zeigten sich nämlich die Legföhren aus der Entfernung ganz oder nur 
in ihrem unteren Theile geschwärzt, wie verkohlt oder mit Humus beschmiert, 
so dass man vermuthen konnte, die Latschen wären von dem weidenden Vieh ab- 
getreten und beschmutzt worden. Eine nähere Besichtigung indess lehrte, dass 
ein Pilz Ursache dieser merkwürdigen Erscheinung sei. 

Ein dichtes, schwarzbraunes Filzgewebe umhüllte die Nadelbüschel der 
einzelnen Triebe vollkommen und hielt sie, selbst wenn sie schon von ihren 
Aestchen losgetrennt waren, fest zusammen. Dieser Hyphenfilz trägt stellenweise 
über den abgestorbenen Nadeln ziemlich grosse, mit freiem Auge leicht sichtbare, 
kugelige Perithecien. Es war mir somit klar, dass ich es mit einem Pyrenomy- 
ceten aus der Familie der Trichosphaerieae zu thun hatte. 

Nach Hause eingerückt, hielt ich bei den mir bekannten Mykologen Um- 
frage, konnte aber keine befriedigende Auskunft erlangen. Die Erscheinung selbst 
war zwar schon bekannt, nicht aber ihre Ursache. Herr Dr. v. Szyszyfowicz 
erinnert sich, schon vor zehn Jahren auf seinen Excursionen in der Tatra ') die 
geschwärzten Legföhren gesehen zu haben; Herr Dr. 0. Stapf hat sie in der 
Steiermark auf dem Hochschwab beobachtet und Herr Dr. v. Wettstein sammelte 
im September 1885 an der Padaster bei Trins im Gschnitzthale für die Flor, 
exs. Austr.-Hung. 100 Exemplare von Pinns Maghus Scop., eines Helotiums wegen, 
welches an den durch obiges schwarzbraune Hyphengeflecht getödteten Aesten auf- 
trat. Erst im Jahre 1888 schilderte Dr. Bob. Hartig im Jännerheft der „All- 
gemeinen Forst- und Jagdzeitung", S. 15 die Erscheinung und erkannte als deren 
Ursache einen bis dahin unbekannten Pyrenomyceten, welchen er Herpotrichia 
nigra benannte. Hartig und sein Assistent Dr. von Tubeuf beobachteten diesen 
Parasiten seit 1884 an verschiedenen Orten der baierischen Alpen, des baierischen 
Waldes und des Schwarzwaldes, und zwar nicht nur an Krummholz, sondern auch 
an Fichte und Wachholder. Die Verbreitung dieses Pilzes ist somit eine sehr aus- 
gedehnte und es wundert mich, dass er in Niederösterreich noch nicht beobachtet 
wurde, weshalb ich mir hiemit auf denselben aufmerksam zu machen erlaubte. 

Herpotrichia nigra R. Hrtg. ist ein Parasit und bringt die Nadeln, welche 
ihm den Nährboden liefern, zum Absterben. Das schwarzbraune Mycel, welches 



') Daselbst wurde dieser Pilz auch von Professor Lojlca gesammelt und in dem letzten Fas- 

cikel von Eehm's Ascomyceten unter Nr. !>f)f> ausgegeben. 



u u <i ii 1 1 i; ■ i in a ii n. 



den mehrzelligen Sporen entkeimt, übersieh! Locker die Nadeln, stellenweise 
Sinstorien in »Ii« 1 äussere Epidermis senkend und Uber den Vorhöfen der Spalt- 
Öffnungen Endlichen Ton Scheinparenohym entwickelnd, welche dem freien A.uge 
aK regelmi8sig angeordnete schwarze Punkteerscheinen. Für das Gedeihen dieses 
Pilses ist grosse Feuchtigkeit unbedingt erforderlich, er entwickelt Bich daher am 
besten an Pflanzen, welche lange Zeil durch Schnee bedeckt und an den Boden 
gedrückt bleiben. 

Was BohUesslich den Schaden anlangt, welchen dieser Parasit verursacht, 
m> mag derselbe für das Krummholz, in dessen Region eine geregelte Forstcultur 
nicht möglich ist, vou geringer Bedeutung sein, nicht zu unterschätzen aber ist 
er bezüglich der Fichten. Hcrpotrivhia nif/ra tritt dort verheerend auf. wo der 
Schnee lange lagert, es haben somit vorwiegend jüngere und niedere Pflanzen 
darunter zu leiden. Hart ig berichtet, dass nicht selten in hochgelegenen Fichten- 
cultureu, deren I 'Hirnzellen im Herbste völlig gesund sich entwickelten, im nächsten 
Frühjahre sämmtliche Bäumchen vernichtet waren, indem der Parasit unter der 
Schneedecke aufs üppigste wucherte. In gleicher Weise wird aber auch die 
natürliche Verjüngung in den Knieholz- und Fichtenbeständen erschwert oder 
ganz vereitelt. In der Krummholzregion tritt Herpotrkhia )ii<jm stellenweise so 
intensiv auf, dass auch grosse, sehr alte Pflanzen getödtet werden und ausgedehnte 
Fehlstellen unter den Legföhren entstehen. 

Interessant ist, dass Tannen, auch wenn sie inmitten der erkrankten 
Fichtenbestände stehen, verschont bleiben. 

Im Anschlüsse an (liest 1 Mittheilungeo demoustrirte der Vor- 
tragende auch einige andere unseren Coniferen schädliche Pilze, w ie 
Chrysomyxa, Aecidium, Gymnosporangium, HaJotiitm u. a. m. 

Hierauf folgte der in den Abhandlungen des vorliegenden Heftes 
(Seite 149) abgedruckte Vortrag des Herrn Professors Dr. J. Boehm 
aber die „Ursache der Wasserbewegung in transpirirenden Pflanzen 1 '. 



Versammlung am 5. März 1890. 

Vorsitzender: Herr Custos Alois Rogenhofer. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herr D m n 

1 . 1 . Herren 

Arthaber Rudolf v.. Wien. I.. Löwelsfcr. 18 Dr. E. v. Haläcsy, Dr. Lucas StohL 
Nawaschin Sergius v., Privat-Docent an der 

Petrewski'schen Akademie in Moskau . . A. Rogenhofer, Dr. E. Zickendrath. 

B* 



12 



Versammlung am 5. März 1SÜ0. 



Eingesendete Gegenstände: 
Eine Serie Flechtenphotographien von Herrn F. Arnold. 



Herr Secretär Dr. Ludwig v. Lorenz legte folgendes ein- 
gelaufene Manuscript vor: 

Marenzeller Dr. Emil v.: „Deutsche Benennungen für Pori- 
feren, Coelenteraten, Eehinodermen und Würmer u . (Siehe Abhand- 
lungen, II. Quartal.) 



Herr Professor Dr. Friedrich Brauer hielt einen Vortrag: 
„Ueber die Verbindungsglieder zwischen den orthorhaphen 
und cylorhaphen Dipteren und solche zwischen Syrphiden 
und Muscarien". 



Hierauf sprach Herr Dr. Fr id. Krasser „Ueber die Auf- 
gaben der wissenschaftlichen Paläophytologie". 

Der Vortragende besprach zunächst die verschiedenen Standpunkte, welche 
für die Betrachtung der fossilen Pflanzenwelt massgebend sind. Bei jeglicher 
botanischen Betrachtung fossiler Pflanzen handle es sich entweder direct um 
deren systematische Stellung oder es sei diese schon Voraussetzung. Eine der 
Hauptaufgaben der Paläophytologie sei demnach, die möglichste Klarheit über 
die Zuverlässigkeit jener Merkmale zu gewinnen, welche die fossilen Pflanzenreste 
darbieten. Wenn auch einerseits die häufig nur allzu fragmentarische Natur der 
fossilen Pflanzenreste nicht geleugnet werden könne, so müsse andererseits auch 
wieder zugegeben werden, dass unsere natürlichen Systeme sich hauptsächlich auf 
Blüthenmerkmale stützen und dadurch einer gewissen Einseitigkeit verfallen, 
ferner, dass eben in Folge dessen jene Merkmale der recenten Pflanzen, welche 
sie uns in ihren Vegetationsorganen bieten, über Gebühr vernachlässigt werden. 
Der Paläophytologie fliesse allerdings wieder in der — freilich oft nothgedrungen — 
einseitigen Verwendung von Merkmalen der Vegetationsorgane eine Quelle des 
Irrthums. Man klage viel über die Unzuverlässigkeit der Blattmerkmale. Aber 
daraus folge zunächst nur, dass man die Variationen der Blätter in Gestalt und 
Nervation um so genauer studiren und auf die Ursachen zurückzuführen bestrebt 
sein müsse. Gerade dieses Studium habe dazu geführt, viele Bestimmungen 
genauer zu gestalten und es erweise auch die Möglichkeit, 1 ) durch das ver- 
gleichende Studium der recenten und fossilen Blätter zu genügend gesicherten 
phylogenetischen Betrachtungen zu gelangen. In der Folge betont Vortragender 

*) Siehe vornehmlich Ettingshausen^ und Krasau's Abhandlungen über atavistische 
Blattformen. 



G mit hei \. B«ok. 



13 



die grosso Wichtigkeit, welche die anatomische Untersuchung fossiler Pflanzen- 
roste liat. zumal im Hinblick auf die Bestrebungen und Leistungen der modernen 
botanischen Systematik, wie Bie besonders durch Badlkofer inaugurirl vrnrde. 
Schliesslich beleuchtet der Vortragende noch die Notwendigkeit des Zusammen- 
wirkens der verschiedenen botanischen Pisciplineii bei Fragm, welehe inögliclist 
vielseitig erörtert werden müssen. 

Am z o elegischen Discu 8 sio n sab e nde am 14. Februar 1 890 
setzte Herr Prof. Dr. 0. Simony seinen Vortrag über seine natur- 
wissenschaftliche Reise auf die Canaren fort und demonstrirte eine 
grössere Anzahl von daselbsi aufgenommenen Photographien. 



Botanischer Discussionsabend am 21. Februar 1890. 

Herr Custos Dr. Günther Ritter Reck v. Mannagetta hielt 
einen Vortrag unter dem Titel: „Einige Bemerkungen zur syste- 
matischen Gliederung unserer Cruciferen". 

Es ist zur Genüg» 1 bekannt, dass die Cruciferae eine sehr natürliche Familie 
darstellen und demnach sehr zähe an ihrer normalen Blüthonbildung festhalten. 
Es konnten daher bislang nur wenige zur systematischen Gliederung der Familie 
geeignete Merkmale aufgefunden werden, die sich beziehen: 

a) Auf die Form und Grösse (Rajus, Linne, 1737), 

b) Dehiscenz und 

c) Art und Weise der Abplattung der Schoten (Adanson, 1763), 

d) auf die Lage der Würzelchen im Samen und die Gestalt der Keim- 
blätter (Gärtner, R.Brown, De Candolle, 1821), 

e) auf die Anzahl der Samenreihen (Bentham und Hooker, 1862), 

f) auf die Stellung der Blüthentheile auf der Blüthenaxe (Baillon. 1872). 
Zur Unterscheidung der Gattungen waren auch Merkmale des Androeceums 

und der Blüthenhülle (R. Brown. 1812) herangezogen worden, und auch die Ge- 
stalt und Anordnung der Discusdrüsen bot zu gleichem Zwecke günstige Anhalts- 
punkte (Celakovsky, 1874). 

Je nachdem dieses oder jenes der sechs oben aufgeführten Merkmale zur 
primären Eintheilung der Cruciferen ausgewählt wurde, musste natürlich die 
Gliederung dieser Familie sehr verschieden ausfallen. 

Rajus, Linne und Jussieu versuchten es mit dem ersten Merkmale und 
begründeten die Spaltung der Cruciferae in Siliculosa und Siliquosa. Unnöthig 
ist es, die Unzulänglichkeit dieser Eintheilung des Weiteren zu erläutern, haben es 
ja doch alle hervorragenden Floristen in dieser Weise seit Gärtner 1 ) gewürdigt. 



*) Gärtner, De fruet., II, p. 278 (1791): „Dispescuntur a longitudine pericarpii in Sili- 
culosas et Siliquosas commoda magis et usitata quam satis certa ratione". 



14 



Versammlung am 5. März 1890. 



Glücklicher war Ad au so n (Farn, de plant., 1763) bei der Benützung der 
Merkmale b und c, indem er vier auch heute noch Geltung besitzende Cruciferen- 
reihen unterschied. 1 ) 

1. (Eoquettes) Schote mit longitudinaler Dehiscenz. 

2. (Lunaires) Schötchenklappen parallel mit der Scheidewand. 

3. (Thlaspis) Schötchen median zusammengedrückt. 

4. (Raiforts) Früchte geschlossen, gliederig oder fächerig. 

Man muss sich wundern, dass sowohl Gärtner 2 ) und R.Brown 3 ) trotz- 
dem Linne's Classification beibehielten, obwohl beide die Mängel derselben 
kannten und ihnen auch das zur schärferen Unterscheidung der Cruciferen- 
gattungen wohl zu verwerthende Merkmal d der Samen wichtige Dienste leistete. 

A. P. De C and olle hat, wie bekannt, im Jahre 1821 letzteres zur pri- 
mären Eintheilung der Cruciferen benützt und in seinem Systema natur., II, 
p. 146 ff. folgende Subordines der Cruciferen unterschieden: 

1. Pleiirorhizeae Würzelchen an der Seite der Keimblätter (O =). 

2. Notorhizeae „ auf dem Rücken der Keimblätter (O II). 

3. Orthoploceae „ in der Falte der Keimblätter (O »). 

4. Spirolobeae Keimblätter spiralig eingerollt (O II I!). 

5. Diplecolobeae „ zweimal eingefaltet (O II Ii). 

Die Form und Dehiscenz der Schote (Merkmale a — c) verwendete De Can- 
dolle in übersichtlicher Weise zur Formirung von 21 Tribus. 

Genaue Untersuchungen von Cruciferensamen Hessen jedoch bald erkennen, 
dass sich wie in jeder artenreichen Familie auch die Cruciferen nach der Lage 
der Keimwurzel und der Gestalt der Keimblätter nicht in scharf begrenzte Reihen 
trennen lassen und dass namentlich zwischen den drei ersten Gruppen De Can- 
dolle's Uebergänge im Samenbau aufgefunden werden. 

Diesem Erkenntnisse zu Folge entsprang wohl auch die neue Eintheilung 
der Cruciferae in Bentham und Hooker's Genera Plant., I (1862), in welchem 
Werke dieselben wieder nach den Merkmalen b, c in 5 Serien, nach den Merk- 
malen a, d, e in 10 Tribus zerlegt werden, wobei die 4. und 5. Gruppe De Can- 
dolle's aufgehoben wurde. Die zahlreichen Ausnahmen innerhalb der Serien und 
Tribus wurden von den Autoren gewissenhaft regist rirt. 

Es wurden demnach unterschieden : 

Series A. Schote oder Schötchen der Länge nach aufspringend. 

Trib. I. Arabidae. Schote mit meist einreihigen O = Samen. 
„ II. Alyssineae. Schötchen mit zweireihigen O = Samen. 
„ III. Sisymbrieae. Schote mit meist einreihigen O II (O II II, 
O II II II) Samen. 
IV. Camelineae. Schötchen mit zweireihigen O II Samen. 
„ V. Brassiceac. O » Samen. 

') Nach Baillon, Hibt. plant., III. i>. 221. 
-) Siehe die Note auf der vorhergehenden Seite. 
*) In Aiton. Hort. Kew., ed. II, IV, p. 71. 



ü ii ii I Ii. 



Seriee B. Schötchen der Länge nach aufspringend, in der Mediane zu- 
Bunmengedrttokt . 
Trib. VI. Lepidineae. O II (O II , O II II II ) Samen. 
„ VTL Thlaspideae, o Samen. 
Seriös Schote nicht aufspringend, ungegliedert, einsamig oder mit ein- 
samigen Fächern. 
Trib. VI II. Tsatideae. 
Series D. Schote quergegliedert, Glieder nicht oder theilweise sich 5ffnend. 

Trib. IX. Cakilineae. 
Series E. Schote nicht aufspringend, ungegliedert, mit vielsamigen Fächern. 
Trib. X. Baphaneae. 

Prüfen wir die nächste von Baillon (in Hist, plant,, III [1872 1. p. 222) 
gegebene Gliederung der Cruciferen, so sehen wir das Merkmal f in erste Linie 
gestellt und darnach die Cruciferen in zwei sehr ungleiche Hauptreihen /erlegt, 
in die Cruciferes hypogynes mit sechs Reihen und in die Cruciferes perigjnes 
mit der einzigen siebenten Reihe der Subularieae. 

a. Cruciferes hypogynes: 
Ser. 1. Cheirantheae. Schote der Länge nach aufspringend. 

Subser. 1. Arabidineae — Arabideae Benth. et Hook. 
„ 2. Sisymbrineae = Sisymbrieae „ „ „ 
„ 3. Brassicineae ■= Brassiceae »■»■»*■ Th. 
Ser. 2. Baphaneae. Frucht verlängert, (meist) nicht aufspringend. 

= Baphaneae Benth. et Hook. 
Ser. 3. Cakileae. Frucht verlängert, selten kurz, gegliedert. 

= Cakilineae Benth. et Hook. 
Ser. 4. Isatideae. Schötchen ungegliedert, nicht aufspringend. 

— Isatideae Benth. et Hook. 
Ser. 5. Lunarieae. Schötchen aufspringend, von der Seite zusammen- 
gedrückt. 

Subser. 1 . Alyssineae = Alyssineae Benth. et Hook. 
„ 2. Camelineae — Camelineae „ „ „ 
„ 3. Succovineae — Brassiceae „ „ „ z. Th. 
Keimblätter meist gefaltet. 

Ser. 6. Thlaspideae. 

Subser. 1. Lberidineae — Thlaspideae Benth. et Hook. 
„ 2. Lepidineae — Lepidineae „ „ „ 

Wir sehen somit in der Baillon'schen Gruppirung der Cruciferen nur mehr 
unwesentliche Veränderungen gegenüber jener von Bentham und Hook er. Ob 
der Benützung des Merkmales f wird die Gattung Subularia aus der Tribus 
Camelineae und weiters die Succovineae aus der Tribus Brassiceae Benth. et Hook, 
herausgenommen und dafür eigene Gruppen geschaffen. 



16 



Versammlung am 5. März 1890. 



Bei der Eintheilung Bentham's und Hook er 's, sowie bei jener Baillon's 
sehen wir somit die Merkmale a—c, e und f in erster Linie als Eintheilnngs- 
grund benützt, das Merkmal d jedoch in zweite Linie gerückt. 

Ganz anders bei der jüngst von E. v. Wettstein (in Oesterr. botan. Zeitschr., 
1889, Nr. 7 — 9) versuchten Neugruppirung der Cruciferen. R. v. Wettstein 
kommt auf Grund seiner Untersuchungen zu dem auch von anderen Forschern 
(wie Koch, Cosson, Bentham, Hooker, Baillon) in (ähnlicher Weise schon 
ausgesprochenen Ergebnisse, dass De Candölle's Eintheilung „eine allerdings 
sehr praktische, keineswegs aber sehr natürliche ist, da sie nur auf einem Merk- 
male beruht, das nicht Anspruch auf besondere Bedeutung machen kann." 1 ) 

Der Nachsatz dieses Ausspruches ist jedoch nur zum Theile richtig, denn 
die Tribus De Candölle's decken sich zumeist mit den Serien Bentham's und 
Hooker 's oder Baillon's und sind ebenso nach der Dehiscenz und Gestalt der 
Frucht festgesetzt worden. Betrachten wir aber Wettstein's System der Cruci- 
feren, bei welchem De Candölle's Principien hintangestellt werden, so müssen 
wir mit dem Autor eingestehen, dass es nur eine Modification jenes von Bentha m 
und Hooker darstellt. Uebrigens erseheinen in demselben, trotz der grund- 
sächlichen Stellungsnahme Wettstein's gegen De Candölle's Eintheilungs- 
princip, die Orthoploceae als Tribus Brassiceae und Tribus Psychincae, obwohl 
die longitudinal gefalteten Keimblätter nach meinen Untersuchungen sich öfter ver- 
flachen, also die Orthoploceae demnach zu den Notorhizeae ebenso Uebergänge 
zeigen, wie die Notorhizeae zu den Plcurorhiicat . Wettstein hat seine Serien 
und Tribus zwar nicht näher charakterisirt, doch mit jenen Bentham's und 
Hooker 's und De Candölle's identificirt und auf diese Weise lässt er uns doch 
die Eintheilungsgrüiide für sein Cruciferensystem erkennen. Er unterscheidet, 
wie Bentham und Hooker, fünf Serien, in den zwei ersteren derselben ver- 
schmelzt er aber die Tribus, welche die beiden Autoren nach der Radicularlage 
umgrenzt hatten und hält nur die Orthoploceae fest. 



Gemeinsam. 



Wettstein's System 



Bentham et Höoker s System. 



Ser. A. 



Trib. 



I 

II. 
III. 



Arabidae. 

Alyssineae. 

Brassiceae. 



Trib. I, HI. 
„ II, IV. 

n V. 



Ser. B. 



Trib. IV. 



n 



V. 



Psychineae. 



Thlaspideae. 



Trib. VI (mit Ausschluss von Schouwia 

und Psychitie), VII. 
Schouwia, Psychine. 



Ser. C, D, E. 



') R. v. Wcttsjtein in Oesterr. botan. Zeitschr., 1881», S. 284. 



1 1 ii ii i Ii .'i v. Beek. 



17 



Meiner Anschauung naoh wurde durch dien Abänderungen des englischen 
Cruciferensystems kein wesentlicher Fortschritt erzielt, denn loh bin Überzeugt, 
dass in der Menge der Gattungen, welche «Irin grossen Tribus Wettstein 's ein- 
verleibt werden, doch eine weitere Gruppimng vorgenommen werden tnuss und 
hiebei De Candolle s wichtige Kintheiluiigsprincipien zur Geltung kommen 
werden, trotzdem uns deren Unzulänglichkeit in einigen Gattungen bekannt ist. 

Ich habe sammtliche Pruchtexemplare meines aicW unbedeutenden Herbares 
der Flora Niederösterreichs uach De Candolle's Bintheilung sorgfältig geprüft 
und es sind mir nie Zweifel unterlaufen, mit welcher Radicularlage ich es zu 
thnu gehabt. Kleine Schwankungen in derselben waren freilich nicht selten, aber 
der Percentsatz letzterer war stets unter den normal gebildeten Samen ein ausser- 
ordentlich geringer. Nur für die Gattung Kemera fand ich das bereits bekannte 
Charaktermerkmal bestätigt, dass selbe stets pleuro- und ootorhize Samen enthält. 

Die Dehiscenzverhältnisse der Schoten zeigen ebenfalls ähnliche, die absolut 
scharfe Gruppirung der Cruciferen unmöglich machende Abweichungen und 
doch müssen wir dieselben zur Gruppeneintheilung festhalten. So kommt z. B. bei 
unserem Aethionema saxatile eine Varietät vor. die nebst normal gestalteten auf- 
springenden, zweifächerigen Schötchen und rückenwurzeligen Samen einfächerige, 
in ihrer Gänze abfällige, nicht aufspringende Schötchen besitzt, deren einziger, 
in der Mitte befindlicher Same eine seitlich der Keimblätter gelegene oder etwas 
verschobene seitliche Wurzel besitzt. 

Wir sehen somit in dieser Varietät, welche ich in meiner Flora von Nieder- 
österreich als heterocarpum bezeichnete, zwei Ausnahmen in der Gruppe der 
Lepidüieae, die nach meinem Erachten die Constituirung dieser Gruppe doch 
nicht in Frage stellen können, denn derartige Ausnahmen finden wir in allen 
sehr natürlich in sich abgeschlossenen Familien, wie z. ß. bei den Compositen, 
Orchideen, Gramineen etc. 

Was von dieser eigenthümlichen Varietät von Aethionema saxatile gilt, 
sehen wir bei der Gattung Kemera wiederholt, die durch den Bau ihrer Samen 
die Gruppen der Alyssineae mit den Camelineae verbindet. Bentham und 
Ho oker führen für derartige Fälle genug Beispiele an, und wenn ich mich auch 
der Ueberzeugung nicht verschliessen kann, dass die Arten mancher in ihren 
Merkmalen schwankender Gattungen erst bezüglich ihrer Zugehörigkeit genauer 
untersucht werden müssen und durch diese Untersuchungen die Fassung der 
Gattungsdiagnosen bestimmter und deutlicher lauten dürfte, so werden trotzdem 
noch genug Ausnahmen übrig bleiben. 

Diesen gemäss die ganze Tribuseintheilung der Cruciferen fallen zu lassen, 
scheint mir unzweckmässig. 

Consequenter Weise müsste z. B. auch die Tribus der Alyssineae Wett- 
stein's mit jenem der Arabideae desselben verschmolzen werden, denn die Unter- 
schiede beider sind sehr relativ, ja ich möchte mit Rücksicht auf unsere Cruci- 
feren sogar behaupten, schlechter und in manchen Gattungen (wie z. B. Draba, 
Nasturtium [incl. Roripa] etc.) noch mehr Schwankungen unterworfen als jene 
aus der Ausbildung des Samens entnommenen. 

Z. B. Ges. B. XL. Sitz.-Ber. C 



18 



Versammlung am 5. März 1890. 



Unter getreulicher Wägung der von so hervorragenden Forsehern bereits 
benützten Eintheilungsgründe habe ich für die Cruciferen der Flora von Nieder- 
österreich eine etwas abgeänderte Gruppirung versucht, die ich liier in Kürze 
mittheilen will. 

I. Disscminantes. 

Früchte bei gleichzeitiger Öffnung die Samen ausstreuend. 



Reihe A. Latiseptae. 

Früchte von der Seite oder nicht zu- 
sammengedrückt. ( | ) 

a) Pleurorhizcae. 

Tribus Arabidae. 

(DC, Benth. et Hook.) 
Caräamine, 
Dentaria, 
Arabis, 
Barbarea, 

Turritis (schwach von Arabis unter- 
schieden), 

Nasturtium (incl. Roripa), zeigt Ueber- 
gänge zu den Alysseae. 

Tribus Alysseae. 

(DC, Benth. et Hook.) 

Lunaria, 

Cochlearia (C. officinalis L.), 
Ahjssum, 

Berter oa (schwache Gattung), 
Dräba, 

Erophila (schwache Gattung), 
Petrocallis, 

Kerner a, O = und O II. 

b) Notorhizeae. 
Tribus Sisymbrieae. 

Hesperts, 

Malcolmia (schwache Gattung), 
Chamaeplium (Ch. officinale Wallr.), 
Sisymbrium, 
Alliaria. 



Keine B. Angustiseptae. 

Früchte in der Mediane zusammen- 
gedrückt. <. I > 

a) Pleurorhizeae. 



Tribus Thlaspideae. 

(DC, Benth. et Hook.) 

Tlüaspi (incl. Iberidclla rotundifolia 
Hook, und Hntchinsia petraea B. Br. 
— Th. pinnatum m.), 

J he rix. 

Teesdalia. 



b) Notorhizeae. 



i ii ii t Ii 6 i v. Bfl i k. 



1<J 



(ioniolohium, M 

Erysimum (incl. Conriniiat orientalis 
Audrz. = E. ]H'r/'olialuni Crantz und 

stcHoplirminni ThaMarwm Celak. = 
E. Thaliannm m.). 

Tritons Catm Mm wk . Tribus Lepiilieae. 

< 'amclina. ( '(tpsclht, 

Lepidiwm (incl. Cardaria und ]Vbc- 
coea 2>. aJpinum L. = Hktchmsia 
alpma R. Br.), 
Cardcvmon, 

Aethionema, O O = . 

c) Orthoploceae. c) Orthoploccac. 

Tribus Brassiceae. (DC.) 
Brassica (incl. Erticastrum), 
SinaptSf 
Diplotoxis, 
Eruca. 

II. Nucanientaceae. 

Same von Theilen der Frucht umgeben und mit diesen abfällig oder die ganze 
Frucht geschlossen bleibend. 



Reihe A. Latiseptae. (I) 

o-,) Pleurorhizeae. 
Tribus Peltarieae. 

Peltaria, 

Soria (Eucliäium). 



llcihc B. Angustiseptae. 

Pleura rhizeae. 
Tribus Biscutellea < . 
Biscutclla. 



l ) Goniolobium nov. een. (ytovi'a — Ecke, Xoßo; — Schote.) 

Schoten achtkantig, Lineal zugespitzt. Klappen mit drei gleich starken, vorspringenden, 
kräftigen Längsadern durchzogen, die durch feine Queradern verbunden werden. Scheidewand mit tiefen 
Samenkammern. Narbe fast scheibenförmig. Griffel kurz. Je eine grosse Bodendru.se rechts und links 
der kurzen Staubblätter. Mediane Drüsen fehlend. 

Goniolobium austriacum m. (= Brassica austriaca Jacq. ; Erysimum austriacum DO. ; Con- 
ringia austriaca Rchb.). 

Erysimum hat vierkantige Schoten und Klappen, die mit einem stark vortretenden Mittel- 
nerven durchzogen und deren Seitennerven, wenn vorhanden, maschig verbunden sind, verschieden 
gestaltete Bodendrüsen (d. h. meist hufeisenförmige, nach aussen offene Bodendrüsen um die kurzen 
Staubblätter, verschieden gestaltete Mediandrüsen). 

Sisymbrium hingegen hat fast stielrundc Schoten mit gewölbten Klappen, die von einem 
starken Mittelnerv und zwei schwächeren parallelen Seitennerveu durchzogen weiden, ringförmige 
Bodendrüsen um die kürzeren Staubblätter und einen schmalen, in der Mediane oft eingebuchteten 
Drüseuring aussen um die läugeren Staubblätter, der sich mit den seitlichen Drüsen oft verbindet. 

c* 



20 



Versammlung am 5. März 1890. 



b) Notorhizeae. 



b) Notorhizeae. 
Tribus Isatideae. (DC.) 



Tribus Nesleae. 



Neslea. 



Bunins, O , 
Myagrum, 
Coronopus, 
Isatis. 



c) Orthoploceae. 



c) Orthoploceae. 



Tribus Raplumeae. 

Bapistrum, 
Baphanus. 

Herr Dr. Richard v. Wettstein ergriff das Wort zu einer 
kurzen Erwiderung: 

Wenn ich den Ausführungen Dr. v. Beck's einige Bemerkungen beifüge, 
so geschieht dies nicht, um von mir gethanc Aussprüche zu vertheidigen, 
sondern um einige zu persönlichen Angriffen Anlass gebende Irrthümer in 
jenen aufzuklären. Das erstere halte ich für nicht nöthig, denn ich habe in 
meinem angeführten Aufsatze Thatsachen mitgetheilt. denen nicht widersprochen 
wurde; wenn jemand Anderer aus den mitgetheilten Thatsachen andere Schlüsse 
zieht, als ich es that, dann pflege ich die Beurtheilung beider Ansichten objectiven 
Dritten zu überlassen. 

Durch die Ausführungen Dr. v. Beck's muss Jedermann den Eindruck er- 
halten, als hätte ich, nachdem ich die von De Candolle aufgestellte Eintheilung 
principiell verworfen, eine Neueintheilung der Cruciferen versucht. Dies 
ist irrthümlich. Genaue Untersuchungen einzelner Arten haben mir gezeigt, dass 
zwei in den bisher üblichen Cruciferensystemen in verschiedene Sectionen 
gestellte Gattungen eine Gattung bilden, sie haben mir dies dadurch gezeigt, 
dass das wichtigste unterscheidende Merkmal sich als nicht massgebend und 
nicht ausreichend herausstellte. Es war eine nothwendige Consequenz, 1 ) 
wenn ich die bei zwei Gattungen gemachten Erfahrungen auf die ganzen 
Gattungsgruppen übertrug, und gerade der Versuch, diese Consequenzen zu 
ziehen, zeigte deutlich, dass jene Theile des bisherigen Cruciferensystemes. die 
zweifellos der natürlichen Verwandtschaft am meisten entsprechen, sich mit dem 
von mir verwertheten Gesichtspunkte vollkommen vereinigen lassen. 

Dass damit ein den natürlichen Verwandtschaftsverhältnissen entsprechendes 
neues System sämmtlicher Cruciferen noch nicht geschaffen ist, ist selbstver- 
ständlich; ich stimme auch Dr. v. Beck vollkommen bei, wenn er eine weitere 
Eintheilung der von mir angenommenen Tribus für nothwendig hält; ich bin 

*) Dass Herr Dr. v. Beck in die Notwendigkeit, diese Consequenzen zu ziehen, nicht ver- 
setzt worden ist, ist ganz begreiflich, nachdem es sich ihm nicht um ein natürliches System der 
Cruciferen, sondern um ,eine Gruppirung der niederösterreichischen Cruciferen handelt. 



K. V. Wrltslrlli 



21 



selbst dor Ansieht. <lass in dirsn- Kinthcihmg die von De (..'andolh! zur Unter- 
Bobeidong der Eauptgruppen verwendeten Merkmale Berücksichtigung werden 
finden müssen; doch ebenso bin ich auch davon überzeugt — and in dieser 
lYborzeugung li«>gt der ein/ige wesentliche l'inVrsehicd /wischen unseren An- 
schauungen — dass der Aushau des ( 'rucit'erensv stenies nicht erfolgen kann 
nach Zweckmässigkeitsgründen und auf Grund der Arten eines be- 
schränkten Florengebietes, sondern erst nach Vollendung der oben an- 
gedeuteten Untersuchung möglichst /ahlreicher Gattungen. 1 ) Auf diesem in- 
duetiven Wege wird hoffentlich auch für die in Folge der constanten Ausprägung 
des Familiencharakters schwierigen Gruppe der Cruciferen in eben solcher Weise 
ein natürliches System zu erreichen sein, wie das Betreten dieses Weges bei 
den nicht minder schwierigen Familien der Orchideen, Gramineen. Palmen u. a. 
ein solches zur Folge hatte. Ich selbst habe seit der Publication meiner den An- 
lass zu dieser Discussion gebenden Abhandlung den Gegenstand nicht ausser Acht 
gelassen; ich hoffe die diesbezüglichen Untersuchungen fortführen zu können, 
um auf diese Weise an der Lösung der bezeichneten Aufgabe mitzuarbeiten. 

Schliesslich referirte Herr Dr. Otto Stapf über Professor 
Drude 's Aufsatz „Betrachtungen über die hypothetischen vegetations- 
losen Einöden im temperirten Klima der nördlichen Hemisphäre 
zur Eiszeit" (Petermann's Mittheil., 35. Bd., 1889, Heft XII) und 
aber den Verlauf und die bisher bekannt gewordenen Ergebnisse der 
d euts ch e n PI an k t on-Exp e dition . 

') Und zwar nicht bloss in Bezug auf den Frucht- und Samenbau. sondern auch in Bezug 
auf den bisher nur zuwenig beachteten vegetativen Bau. Ferner sei auf die Untersuchungen D cn- 
ner t's über den anatomischen Bau der Cruciferen hingewiesen, welche zu einem meine An- 
wehten vollkommen bestätigenden Resultate führten (Wigand, Botan. Hefte, I, 11S85). 



Abhandlungen. 



2:5 



Jahres -Versammlung am 2. April 1890. 

Vorsitzender: Herr Anton Pelikan Freili. v. Plauenwald. 



Neu eingetretenes Mitglied: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
R T - Herr P. T. Herren 
Sieb en rock F., Assistent am k. k. natur- 
historischen Hofmuseum Ant. Handlirsch, Dr. L. v. Lorenz. 



Eingesendete Gegenstände : 

130 Käfer von Herrn Josef Lutz. 

20 Schmetterlinge von Herrn Anton Metzger. 

15 Cartons mit Coniferenzapfen von Herrn M. F. Müllner. 

5 Fascikel Pflanzen für Schulen von Herrn E. Witting. 



Bericht des Präsidenten-Stellvertreters Herrn Anton Pelikan Freiherr 

v. Plauenwald. 

Geehrte Gesellschaft! 

Abermals ist ein Jahr unseres gesellschaftlichen Lebens vorüber und wir 
gehen heute daran, Rückschau zu halten auf den Stand der Gesellschaft und 
ihre Leistungen. 

Dass die letzteren den bei der Gründung unseres Vereines gehegten und 
seither gesteigerten Erwartungen vollauf entsprechen, können Sie durch einen 
sachlichen Einblick in den XXXIX. Band unserer Gesellschaftsschriften wahr- 
nehmen, welcher an Abhandlungen 31 zoologischen, 46 botanischen und 4 ver- 
schiedenen Inhaltes nachweist. 

Ausser den ordentlichen Sitzungen des Ausschusses und den mit wissen- 
schaftlichen Vorträgen verbundenen Monatsversammlungen wurden an 17 Dis- 
cussionsabenden 22 zoologische und 29 botanische Themata behandelt. 

554 Mitglieder beziehen die Gesellschaftsschriften; die Zahl der ernannten 
Mitglieder im Auslande beträgt 406. 

Z. B. Ges. B. XL. Sitz.-Ber. D 



24 



Jahres -Versammlung am 2. April 1890. 



Mit Bedauern verzeichnen wir das Ableben vieler geschätzter Collegen, 
namentlich der Herren : Georg Bamberger, Ignaz Böhm, Dr. H. Bonorden, 
Johann Bubela, Dr. F. Buchinger, Carl v. Deschmann, Josef Eber- 
staller, Philipp Fanzago, Josef Hirner, August Holmgren, Eugen 
v. Homeyer, Th. Kirsch, C. Letzner, Dr. S. Lindberg, Charles Martius, 
Dr. Josef Meneghini, Dr. Johann Peyritsch, Leopold Prochaska, 
C. Wolf v. Schierbrandt, Dr. W. G. Schneider, Dr. Victor Signoret, 
Maj. Skinner, Vincenz Staufer, Moriz Veth, Dr. D. Vullers, J. Wood- 
Mason und Dr. Franz Low. 

Insbesondere der Letztgenannte ist unserer Gesellschaft sehr nahe ge- 
standen, indem derselbe als langjähriges Mitglied des Ausschusses und wiederholt 
als Vicepräsident unsere Interessen zu fördern stets eifrigst bemüht war. Eine 
zutreffende Schilderung desselben in seiner wissenschaftlichen und socialen Stellung 
gibt der von unserem Mitgliede, Herrn k. k. Professor J. Mik im zweiten dies- 
jährigen Hefte der Wiener entomologischen Zeitung dem Verblichenen gewidmete 
Nachruf, welcher auch seine zahlreichen, zumeist in unseren Verhandlungen ver- 
öffentlichten, anerkannt wissenschaftlich werthvollen Arbeiten anführt. 

Vor wenigen Tagen erst haben wir einen geschätzten Collegen zum Grabe 
geleitet, mit welchem ein junges hoffnungsvolles Leben verwelkte. Dr. Adam 
Handlirsch war stets für das Gedeihen unserer Gesellschaft, in welcher er 
wissenschaftliche Abhandlungen publicirte, besorgt und hat auch durch seine viel- 
versprechende Berufstätigkeit die aufrichtige Theilnahme weiter Kreise an seinem 
tragischen Ende wachgerufen. 

Allen genannten Verblichenen wollen wir ein ehrendes Gedenken durch 
Erheben von den Sitzen weihen. 

Der Betheilung von Lehranstalten mit Anschauungsobjecten wurde auch 
im abgelaufenen Jahre die frühere Sorgfalt zugewendet und wir sprechen die 
Hoffnung aus, dass zur künftigen Ausführung der einschlägigen gleichen Thätig- 
keit die geehrten Mitglieder das ihnen entbehrliche Material uns gütig zukommen 
lassen werden. 

Unsere ökonomische Lage ist in Anbetracht der diesfalls einwirkenden all- 
gemeinen Verhältnisse und der nach manchen Eichtungen gesteigerten An- 
forderungen geordnet und befriedigend. 

Hierüber und bezüglich der weiteren Details in wissenschaftlicher und 
administrativer Beziehung erlaube ich mir auf die folgenden Specialberichte 
unserer berufenen Functionäre hinzudeuten und schliesslich im Namen der Ge- 
sellschaft allen Jenen den wohlerworbenen Dank auszusprechen, welche durch 
Mitwirkung auf dem Felde der unserseits cultivirten Wissenschaft und durch 
Besorgung unseres Verwaltungsapparates mit viel Mühe und Aufopferung ihrer 
Zeit die Zwecke der Gesellschaft nachhaltig zu fördern sich angelegen sein Hessen 
und so die Hoffnung vergewissern, dass unsere Gesellschaft unsere allgemein an- 
erkannten Erfolge auch in der Zukunft erreichen und hiedurch den ein- 
genommenen Rang unter den wissenschaftlichen Instituten behaupten wird. 



[i ii tl w i | v. Lorenz. 



Bericht <i< >s SeeretKrs Herrn Dr. Ludwig Lorenz« 
Besttglich der mir zur Berichterstattung zufallenden Angelegenheiten, «Ii'' 

im Laufo des \ ergangenen Jahres erledigt wurden, erlaube ich mir zunächst darauf 
hinzuweisen, dass wäluvnd der Sommerferien die schon vorher beschlossene - 
nützbarmachung unseres zoologischen Samnilungssaales für die Abhaltung der 
Monatssitzungen und Piscussionsabende durch Vornahme verschiedener Einrich- 
tungen durchgeführt wurde. 

Für die Vortragssaison 1889/90 liabe ich zu deren IJeginn wieder ein Pro- 
gramm gemeinsam mit meinem Collegen Dr. F ritsch zusammengestellt. 

Die Sammlungen der Oesellschaft haben namentlich an Materiale zur 
Weiterrertheilung an Schulen viele Beiträge erhalten und wurde insbesondere 
auch das ständige Herbar wesentlich bereichert. Es sind namentlich die P. T. 
Herreu: F.Arnold, Adam und Anton Handlirsch, P. Höfer, A. v. Kerner, 
R. Latzel, L. v. Lorenz, E. v. Marenzeller, F. Ressmann, H. Scholl- 
mayer, J. Ullepitsch und E. Witt ing, welche sich um die Gesellschaft durch 
Einsendung von Naturalien verdient gemacht haben. 

Der Instandhaltung der entomologischen Sammlungen haben sich die 
Herren Kaufmann und Anton Handlirsch angenommen. Letzterer hat ausser- 
dem vor Allem nebst Herrn Dr. Pf urt scheller und meiner Wenigkeit die Be- 
theilung von Schulen mit Naturalien besorgt. Ein von Herrn Anton Hand- 
lirsch zusammengestellter Ausweis enthält hierüber eingehendere Angaben. 

Der Conservirung des Herbars haben hauptsächlich die Herren Dr. Ster- 
ine)- er und Preyer viel Zeit und Mühe geopfert: Die Pflanzen des Kr eme lo- 
schen Herbars wurden im Laufe des Jahres vollständig gespannt und sind nunmehr 
so weit vorbereitet, dass sie theils in das niederösterreichische, theils in das allge- 
meine Herbar inserirt werden können. Das niederösterreichische Herbar wurde 
von den vorgenannten Herren revidirt und sein Umfang durch Einschaltung 
neuerer Acquisitionen von 60 auf 92 Fascikel erweitert; auch das Hauptherbar 
Wurde einer Durchsicht unterzogen und zum grossen Theile neu gespannt. 

Als Bibliothekar hat wieder Herr Finanzrath Franz Bartsch sich die 
Gesellschaft verpflichtet. Geschenkt wurden für die Bibliothek 35 grössere und 
kleinere Werke und Abhandlungen ; der Schriftentausch Wurde mit sechs Gesell- 
schaften mehr eingegangen; ausserdem wurde die Bibliothek im vergangenen 
Jahre noch durch Ankauf einiger w r erthvoller Werke bereichert. 

Die Zahl der von der Gesellschaft abonnirten periodischen Schriften hat 
sich um drei vermehrt. 

Ich schliesse hiemit meinen Bericht, indem ich den darin erwähnten 
Herren für die zu Gunsten der Gesellschaft aufgewendete Mühe den verbind- 
lichsten Dank ausspreche. 

Bericht des Secretärs Herrn Dr. Carl Fritsch. 

Ein Jahr ist verflossen, seit Sie mir, meine Herren, durch die Wahl zum 
Secretär Ihr Vertrauen votirten, und ich rechne es mir zur besonderen Ehre an, 

D* 



26 



Jahres -Versammlung am 2. April 1890. 



heute über meine Thätigkeit im abgelaufenen Jahre Bericht, erstatten zu können. 
Meine specielle Aufgabe war die Redaetion der „Verhandlungen", über deren 
XXXIX. Band ich mir Einiges mitzutheilen erlaube. 

Der genannte Band hat den ansehnlichen Umfang von 80 Druckbogen 
und enthält 15 lithographirte Tafeln (darunter zwei colorirte) und 16 Abbildungen 
im Texte. 

Die Mehrzahl der zoologischen Abhandlungen — deren der Band mit 
Einschluss kleinerer Mittheilungen 31 enthält — bezieht sich auf das Gebiet der 
Arthropoden. Von entomologischen Arbeiten sind besonders hervorzuheben: Die 
Bestimmungstabelle der europäischen Trichopterygiden von C. Flach, der vierte 
Beitrag zur Dipterenfauna Tirols von E. Pokorny, der Beitrag zur Micro- 
lepidopterenfauna von Oesterreich-Ungarn von Dr. Rebel und die Bearbeitung 
transcaspischer Hymenopteren von F. Kohl und Anton Handlirsch. Prof. 
Räthay lieferte eine interessante Abhandlung über das Auftreten der Gallenlaus 
im Klosterneuburger Versuchsweingarten. B. Schaufler werthvolle Beiträge zur 
Kenntniss der Chilopoden, E. Simon eine Bearbeitung transcaspischer Arachniden. 
Der Band enthält auch die beiden letzten Arbeiten des nunmehr verewigten 
Dr. Franz Low, sowie eine Abhandlung des uns so plötzlich entrissenen Dr. Adam 
Handlirsch; beider Herren hat schon der Herr Vorsitzende in warmen Worten 
gedacht. Kleinere Aufsätze zoologischen Inhaltes verdanken wir ferner den 
P. T. Herren: Beer, Brauer. Brunner v. Wat tenwyl, Cobelli, Dybowski, 
Fuchs, Grobben, Anton Handlirsch, Kohl, v. Lorenz, Marenzeller, 
Mik, Nonfried und Rogenhofer. 

Unter den botanischen Arbeiten will ich zunächst diejenigen erwähnen, 
welche Beiträge zur Kenntniss der vaterländischen Flora liefern, da die Erforschung 
der letzteren nach den Statuten unserer Gesellschaft zunächst ins Auge zu fassen 
ist. Wir finden in dem vorliegenden Bande namentlich eine Reihe von Ab- 
handlungen, die sich mit der noch wenig bekannten Kryptogamenflo ra unserer 
Provinzen befassen; hieher gehören die Beiträge zur Pilzflora Niederösterreichs 
von Beck und von Stockmayer, zur Flechtenflora Xiederösterreichs von Strasser 
und Tirols von Arnold, zur Algen- und Lebermoosflora Oberösterreichs von 
Loitlesberger. Im Anschlüsse hieran möchte ich den zweiten Theil meiner 
Beiträge zur Flora von Salzburg nennen. Ein fremdes Florengebiet, und zwar 
das persische, behandeln die Arbeiten von Braun, Rechinger und Stapf. Als 
botanische Arbeiten grösseren Umfanges sind noch zu erwähnen: Kronfeld. 
Monographie der Gattung Typha und Burger st ein, Materialien zu einer Mono- 
graphie der Transpiration. II. Kleinere Aufsätze botanischen Inhaltes lieferten 
die P. T. Herren: Bauer, v. Beck, Braun, Dörfler, v. Eichenfeld, Fritsch, 
Hirc, Krasser, Kronfeld, Molisch, Raimann, Räthay, Stapf, Thomas, 
Vukotinovic, Weinzierl, v. Wettstei n, Wiemann und Zukal. 

Mit dem Danke an alle jene Herren, welche die Publicationsthätigkeit 
der Gesellschaft fördern halfen, verbinde ich zugleich die Bitte, die verehrten 
Mitglieder mögen auch fernerhin bei der Publication ihrer wissenschaftlichen 
Arbeiten unserer Gesellschaftsschriften nicht vergessen. 



Jahiv* -WiMiiiitiiliing um 2. April IS'.K). 



27 



Im Anschlüsse an diesen Berich! legte der Secret&r Dr. Carl 
Fritsch das L Quartalheft des XL. Bandes der Verhandlungen, so- 
wie die beiden folgenden, für das 11. Quartalhefi bestimmten Manu- 
soripte vor: 

Kieffer J, J.: „Ueber Lothringische Gallmücken". (Siehe Ab- 
handlungen, Seile 197.) 

Procopianu-Procopovici A.: „Beitrag zur Kennt niss der 
Orchidaceen der Bukowina". (Siehe Abhandlungen, Seite 185.) 



Uebersicht der im Laufe des Vereinsjahres 1889/90 an Lehranstalten abgegebenen 
zoologischen und botanischen Lehrmittel. 

Zusammengestellt von Herrn Anton Handlirsch. 



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Bezeichnung der Schule 


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- 


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1 


Wien, V., Stolberggasse 53: Bürgerschule 


17 


25 


140 


2 


400 


2 


Waidhofen a. d. Thaya : Realgymnasium 






250 






3 




6 


30 


150 


2 


400 


4 




6 


30 


150 


2 


400 


5 




15 


30 




3 


6 


6 


Stockerau : Realgymnasium 






70 






7 


Schwarzwasser : Volksschule 


14 


25 


140 


2 


400 


8 




14 


25 


140 


2 


400 


9 


Wien, VIII., Josefstädterstrasse 93: Bürgerschule 


26 


25 


80 


2 


400 


10 




18 


25 


70 


3 




11 




6 


25 


150 


2 


400 


12 




25 








_ 


13 




5 










14 


Wien, V., Hundsthuxmerplatz 14: Bürgerschule . . 










10 


15 


W T aidhofen a. d. Yhhs : TTnterrealschule 






220 








a 

Summe . . 


| 152 


240 


1560 


20 


2816 




Totale . . . . 






4788 







Bericht des Rechnungsführers Herrn Josef Kaufmann. 
Einnahmen : 

Jahresbeiträge mit Einschluss der Mehrzahlungen und Eintritts- 
taxen von zusammen fl. 142 .16 fl. 3.315 . 10 

Subventionen . „ 1.590.— 



28 Jahres -Versammlung am 2. April 1890. 



Verkauf von Druckschriften und Druckersätze 




fl 


375 


.99 


Interessen von Werthpapieren und Sparcasseeinlagen . . 




„ 


291 


.66 


Porto-Ersätze 






22 


. 12 


Sonstige Ersätze und Einnahmen 






208 


. — 


Erlös für fl. 200 Grundentlastungs-Obligationen .... 




* 


210 


.30 


Angekaufte Notenrente, nom fl. 700 


. — 








Summa fl. 700 


. — 


fl. 


6.013 


. 17 


und mit Hinzurechnung des am Schlüsse des 










Jahres 1888 verbliebenen Cassarestes sammt 










fl. 2.900 unantastbaren Vermögens von 




r> 


3.324 


. 11 












in Werthpapieren, im Ganzen fl. 3.400 




fl. 


9.337 


.28 


Ausgaben : 










Besoldung des Kanzlisten 




fl 


600 


. — 


Quartiergeld des Kanzlisten 




„ 


180 


. — 


Neujahrsgelder 




n 


62 


. — 


Beheizung, Beleuchtung und Instandhaltung der Gesellschafts- 








localitäten, dann der diesbezügliche Beitrag für 


den 








Sitzungssaal 




„ 


256 


.40 


Herausgabe von Druckschriften: 










Für den Band XXXIX der Verhandlungen, 










Druck und broschiren fl. 2.737 


60 








Illustrationen „ 971 


. 10 


„ 


3.708 . 


70 






n 


639. 


54 


Erforderniss für das Museum 




n 


137. 


59 


Kanzleierfordernisse und Drucksorten 




n 


169. 


52 


Buchbinderarbeit für die Bibliothek 




tt 


230. 


63 


Porto- und Stempelauslagen 




n 


274. 


22 


Ankauf von fl. 700 Notenrente sammt Ausgleichszinsen . . 




n 


592. 


85 


Sonstige Auslagen und Adaptirungsarbeiten im zoologischen Saale 








und Versicherungsprämie für den Kanzlisten . . . 






318. 


96-5 


Verkauf von fl. 200 siebenbürg. Grundentlastungs- 










Obligationen fl. 200 










Summa . fl. 200 . 




fl. 


7.170. 


415 



Hiernach verblieb am Schlüsse des abgelaufenen Jahres ein Cassarest 
von fl. 3.200 . — in Werthpapieren und fl. 2.166 . 86'5 in Baarem, welch letzterer 
zum grössten Theile bei der Ersten österreichischen Sparcasse hinterlegt ist. 

Die Werthpapiere bestehen aus : 
2 einh. Notenrente ä 100 fl., gekauft um den Erlös für zwei Grundentlastungs- 
Obligationen, Geschenk von Sr. Excellenz Herrn Cardinal-Erzbischof 
Dr. Ludwig v. Haynald. 
1 einh. Silberrente zu 50 fl. von demselben. 



.i ii s (< t' k u M r in 11 ii n. 



1 einh. BUberrente IU l<»o ||„ Geschenk \on Herrn Dr. Ludwig lv. v. Kochel. 

1 einh. Silberrente zu 100 tl., Geschenk von Herrn Hrand in;i vor in W im. 

1 einh. Notenrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn A. Rogenhofer. 

•1 einh. Notenrenten ä 100 fl., Geschenk ron Heim Baron v. Eönigswarter. 

1 Rudolfslos zu 10 tl. (.') sind bereits ohne TivIVer gezogen) und 

1 einh. Notenrente zu 100 tl. als Spenden von Herrn Mai tin v. Dami an itseh, 

pens. k. k. General -Auditor, zum Andenken an seinen am 10. October 1807 

verstorbenen Sohn Rudolf Damianitsch, stud. jur. 
1 Clarylos zu 40 fl. 

5 einh. Silberrenten a 1000 fl., Legat nach Herrn Dr. Ludwig R v. Kochel. 
1 einh. Notenrente zu 100 fl., Legat nach Herrn Paul v. Wagner. 
1 einh. Notenreute zu 100 fl. und 

5 einh. Notenrenten ä 100 fl., angekauft aus dem Vermögen der Mitglieder auf 
Lebensdauer. 

Verzeichniss 
der im Jahre 1889 der Gesellschaft gewährten 
Subventionen : 

Von Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Josef I. fl. 200 . — 
„ Ihren k. u. k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen : 



Carl Ludwig „ 30 . — 

Ludwig Victor „ 20.— 

Albrecht ^ . „ 50 . — 

Josef Carl „ 50 . — 

Wilhelm . / „ 50 . — 

Rainer „ 50. — 

Heinrich „ 50 . — 

Von Sr. Majestät dem Könige von Baiern „ 40 . — 

Vom hohen k. k. Ministeriuni für Cultus und Unterricht . . . . „ 300 . — 

„ hohen niederösterreichischen Landtage „ 400 . — 

„ löblichen Gemeinderathe der Stadt Wien „ 300 . — 

Von Sr. Excellenz Herrn Dr. E. v. Regel, kais. russ. Staatsrath und 

Director des botanischen Gartens in St. Petersburg .... „ 25 . — 
„ Sr. Excellenz Herrn Dr. Carl Joh. v. Maximowicz, kais. russ. 

Staatsrath und Akademiker in St. Petersburg „ 25 . — 

Verzeichniss 
der für das Jahr 1889 geleisteten höhe ren Jahresbeiträge von 7 fl. aufwärts. 

Von den P. T. Herren: 

Colloredo-Mannsfeld Fürst Josef zu, Durchlaucht fl. 100.— 

Liechtenstein Joh., regierender Fürst, Durchlaucht „ 25 . — 



30 



Jahres -Versammlung am 2. April 1890. 



Heidmann Alberich 

Kabät J. E 

Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht . . . . 
Pelikan v. Plauenwald Anton Freiherr v. . . 

Eothschild Albert Freiherr v 

Schwarzenberg Adolf Josef Fürst, Durchlaucht 

Bachinger August 

Zickendrath Ernst Dr . . 

Arnold Ferdinand Dr 

Berg Carl Dr 

Röder Victor v 



fl. 10.— 
„10.- 
.10.- 

„io.- 
„io.- 
„ io.- 

„ 8.- 

„ 7.50 

„ 7.16 

„ 7.06 

„ 7.10 



Zu Rechnungsrevisoren wurden die Herren Dr. Fridolin 
Krasser und Leopold Preyer gewählt; dieselben übernahmen so- 
gleich die vorgelegte Jahresrechnung zur Revision. 



Herr Prof. Dr. Wiesner hielt einen Vortrag: „Ueber den 
absteigenden Transpirationsstrom" und demonstrirte folgende 
Objecte, um zu zeigen, welche Habitusänderungen sich einstellen, 
wenn die Transpiration durch Cultur der Pflanze in fortwährend 
absolut feucht gehaltenem Raum ausgeschlossen ist. 

1. Capsella Bursa pastoris. Aus Samen gezogen. Alle Stengelglieder sind 
entwickelt. 

2. Capsella Bursa pastoris. Schwache einjährige Pflänzchen aus dem Freien, 
im zweiten Jahre bei Ausschluss der Transpiration gezogen. Die oberen Stengel- 
glieder sind entwickelt; der obere Theil der Blattrosette hatte sich aufgelöst und 
in einen aus entwickelten Internodien bestehenden Spross verwandelt. 

3. Bellis perennis. Cultur im feuchten Eaum. Verhielt sich wie 1. 

4. Sempervirum tectorum. Cultur im feuchten Raum. Die Blattrosette hat 
sich zum Theile aufgelöst; alle übrigen Internodien sind entwickelt. 

5. Taraxacum officinale. Im absolut feuchten Raum cultivirte Exemplare. 
Alle Stengelglieder unentwickelt, 

6. Unterirdisch gezogene Sprosse derselben Pflanze mit durchaus ent- 
wickelten Internodien. 

Bei Capsella, Bellis und Sempervirum lässt sich der Habitus der Pflanze 
durch Cultur im feuchten Raum ändern, nicht aber bei Taraxacum. Doch ist 
diese Pflanze befähigt, unter besonderen Verhältnissen, welche mit der Verdunstung 
nichts zu schaffen haben, entwickelte Stengelglieder zu bilden, wie Object 6 lehrt. 



1! ii dolf T. B( ii in in B r. 



31 



Zoologischer Discussionsabend am 14. März 1890. 

Herr Dr. Theodor Pin t nor hielt einen Vortrag: „lieber den 
Befruofc ( im gsvorga Dg der Cestoden". 

Der Vortragende berichtete über zwei losgelöste Glieder von Anthobothrium 
Musteli \';m Hrn. uns der Spiralklappe von Mustehts, die er in regelrechter 
Weehselkreuzung, den Penis eines jeden [ndividuums tief in der Vagina des an- 
deren, vorfand. Die beiden Glieder lagerten mit den Seitenrändern aneinander, 
das eine mit der Bauch-, das andere mit der RüekenfläVho nach aufwärts. Ferner 
fand der Vortragende als Ausführungsgang des Keimstockes der Tetrabothrien 
einen kugeligen, muskulösen Apparat, der in förmliehen Schluckbewegungen die 
Keime aus dem Ovarium herauspumpt, ähnlich wie dies Vogt von Trematoden 
beschrieben. 

Aii demselben Abende sprach Herr Rudolf v. Stummer: 
„Ueber Conjugation der Infusorien". 

Wir unterscheiden im Leben der Infusorien zweierlei Vereinigungsvorgänge, 
den einen, selteneren, die Copulation, wobei die Leiber beider Individuen dauernd 
ineinander aufgehen, den anderen, die Conjugation, die uns nur eine vorüber- 
gehende und partielle Verschmelzung darstellt, nach welcher die conjugirenden 
Thiere, ohne an ihrer Masse und Grösse bedeutende Veränderungen erfahren zu 
haben, nach relativ kurzer Zeit auseinander gehen. 

Während man nun die Copulation recht selten und nur bei wenigen Arten 
constatiren konnte, ist die Conjugation so, wie sie ehen definirt wurde, so ziem- 
lich bei allen Infusorien nachgewiesen worden. Nur bei der Abtheilung der 
Peritrichen, w r ohin die Vorticeöen gehören, kommt eine der Copulation ähnliche 
Conjugation zu Stande, indem wenigstens äusserlich die Vereinigung ganz wie bei 
der ersteren. nämlich durch gänzliche Aufnahme des einen Individuenkörpers in 
den andern, erfolgt. 

Wir unterscheiden in Folge dessen auch zweierlei Arten der Conjugation: 

I. Die partielle Conjugation, bei welcher die Thiere sich nach einiger Zeit 
wieder trennen; 

II. Die totale Conjugation, die zu einer vollständigen Verschmelzung der 
beiden Individuen führt. Letztere darf nicht mit der Copulation verwechselt oder 
aus derselben abgeleitet werden, denn der Hauptunterschied zwischen diesen beiden 
Vereinigungsarten ist der, dass bei der totalen Conjugation zwei verschieden 
grosse und auch ziemlich verschieden aussehende Individuen in einander aufgehen, 
während bei der Copulation nur zwei vollkommen gleichartige Thiere zur Ver- 
schmelzung gelangen. Auch die Art des Aufgehens oder des Verschmelzens ist eine 
erheblich andere, indem bei der totalen Conjugation ein kleineres von einem 
grösseren Individuum aufgesogen wird, nachdem seine Kerne schon bedeutende 
Veränderungen erlitten haben, während bei der Copulation zwei Thiere einfach 

Z. B. Ges. B. XL. Sitz.-Ber. E 



32 



Jahres -Versammlung am 2. April 1S90. 



verschmelzen, zusammenwachsen — um sich vulgär auszudrücken — , ohne dass 
ihre Kerne oder Nebenkerne irgend welche Umwandlungen erlitten haben. 

Der Kürze halber will ich mich nun bei der Beschreibung der Conjugation 
nur auf zwei typische Beispiele, Paramaecium und Vorticella, beschränken und 
an der Hand dieser die Vorgänge, welche bei einer jeden der beiden Conjugations- 
arten eintreffen, darstellen. Ich richte mich in dieser Hinsicht nach den neuesten 
Untersuchungen von Maupas und Richard Hertwig, die unabhängig von ein- 
ander, jener in Algier, dieser in München, ihre Forschungsergebnisse fast gleich- 
zeitig in zwei Abhandlungen: „Le rajeunissement karyogamique chez les cilies" 
und „Ueber die Conjugation von Infusorien", niederlegten und dieselben wechsel- 
seitig bestätigten. Maupas hat in seiner Arbeit fast alle bekannten Infusorien- 
gattungen einbezogen, während sich Hertwig bloss auf Paramaecium aurelia 
beschränkte, das wir auch als Beispiel eines Infusors mit partieller Conjugation 
zuerst ins Auge fassen wollen. 

Selbes stellt sich uns als ein allseitig bewimpertes Infusorium von läng- 
licher Körpergestalt dar, mit in der Mitte gelegenem Munde, zwei contractilen 
Vacuolen, einem Macro- und zwei Micronucleussen. 

Der Macronucleus oder Kern schlechtweg ist eine in der Mitte des Körpers 
gelegene, vom anderen Protoplasma differencirte Masse, die sich unter dem Ein- 
flüsse von Farbstoffen lebhaft färbt und in der Eegel eine gelappte Form besitzt. 

Die Micronucleusse oder Nebenkerne zeigen sich als zwei kleine, runde 
Körperchen, deren centraler, sich stark färbender Kei n, das Chromatin, von einer 
hellen Schicht, dem Hyaloplasma, umgeben ist, welches letztere sich von der 
umhüllenden Sarkode durch eine sehr zarte Membran abgrenzt. 

Die Micronuclei liegen in der Nähe des Kernes oder Macronucleus, selten 
ihm angeschmiegt oder gar in demselben eingebettet. 

Wenn sich nun zwei Paramaecien zur Conjugation anschicken, um- 
schwimmen sie sich, betasten sich mit ihren Wimpern und legen sich endlich 
zuerst mit dem vorderen Körperpole, sodann mit der ganzen Seite aneinander, 
indem sie dabei durch Uebereinanderlagerung ihrer Spitzen eine etwas gekreuzte 
Stellung einnehmen. Macro- und Micronuclei liegen noch unberührt an ihrer 
Stelle und zeigen vorderhand keine inneren Umwandlungen. Nur zu bald jedoch 
tritt eine Veränderung dieses Zustandes ein. 

Es erfolgen Theilungserscheinungen des Micronucleus, die sich in folgenden 
Thatsachen äussern: Das ursprüngliche Aussehen desselben verliert sich, es tritt 
das Chromatin an dem einen Pol des Nebenkernes, ordnet sich da zu faserigen 
Strängen, deren Zwischenräume vom Hyaloplasma eingenommen werden. Der 
ganze Micronucleuskörper wächst dann zu einer Sichelform aus, deren coneave 
Seite vom Chromatin und deren convexe vom Hyaloplasma erfüllt ist. — Aus 
der Sichel- entsteht die Spindelform, die sich wieder durch Lagerung des Chroma- 
tins an die Spitzen und Einschnürung der Mitte zur Hantelform ausbildet, die 
endlich durch fortwährende Streckung und Dehnung ihres Mittelstückes zur 
Trennung der beiden Hantelköpfe führt: I. Theilung. 



ft*4tll \. EM BBl BT. '.V.\ 

l'in diese Zeil beginnt aus auch eine IVsorganisirung des Maeronuclcus, 
die wir weiter unten eingehender betrachten werden. 

Wir nahen uun in jedem Conjuganten vier Mioronuolei, die rioh anter 
Beibehaltung der Spindelform nochmals theilen U. Theilung — . s<> dass sich 
also zuletzt acht in jedem derselben vorfinden. 

Von diesen acht werden sieben allmälig resorbüi das heisst, sie bilden 
sich allmälig zurück und \erschwinden schliesslich als rother Punkt in einer 
Vacuole. N ur einer, und zwar derjenige von ihnen, der sieh zufällig der Mund- 

ötl'nung am nächsten befunden hat, bleibt erhalten, Wächst heran und gibt durch 
abermalige III. Theilung zwei spindelförmige, dem Aussehen und physikalischen 
Verhalten nach ganz gleichartige Kernproducte, die wir als stationären und 
Waiiderkern bezeichnen. Derjenige von ihnen, welcher der Mundöffnung am 
nächsten steht und selbe mit seiner Spitze fast berührt, wird zum Wander-, der 
andere, weiter einwärts gelegene, zum stationären Kern. 

Wir kommen nun zu dem interessantesten Abschnitte der ganzen Con- 
jugation. Wir sehen nämlich einen Austausch der beiden Wanderkeme, durch 
eine Vorwölbung hindurch, die sich oberhalb der Mundött'nung von einem Thier e 
zum anderen hinzieht und sich mit der gegenüberliegenden zu einer Art Brücke 
vereinigt, welche die beiden Conjuganten verbindet. Gleichzeitig nun tritt eine 
durch diese Vorwölbung hervorgerufene Desorganisirung der Mundöffnung ein 
und in der Folge eine Neubildung derselben auf, die aus der alten ihren Ur- 
sprung nimmt und mit der späteren Trennung der Individuen vollendet ist. 

Nach Maupas nun vollführt der Waiiderkern seinen Weg in der Weise, 
dass er sich mit der Spitze an die obere Wand der Brücke anheftet und durch 
pendelartige Bewegungen in den Leib des anderen Thieres hinüberschwingt. 

Es ist klar, dass, da diese Vorgänge bei beiden Individuen so ziemlich 
gleichzeitig erfolgen, die Wanderkeme auf der Verbindungsbrücke aneinander 
vorüber müssen und auch mit ihrem hinteren Ende zuerst in das andere Thier 
eindringen. Hier haben nun auch die stationären Kerne eine, wenn auch nur 
kleine Annäherung an die Brücke ausgeführt, so dass der Wanderkern, kaum dass 
er in den fremden Leib eingedrungen, schon auf den stationären Kern stösst und 
mit seinem hinteren Ende zuerst, dann mit seiner ganzen Seite mit demselben 
verschmilzt und ein spindelförmiges Kernproduct bildet, das sich uns durch seine 
besondere Grösse von den anderen, früheren Spindeln unterscheidet. 

Wir haben also in jedem Individuum jetzt eine Spindel, Zerfallsproducte 
des ehemaligen Macronucleus und eine in der Neubildung begritfene Mundöffnuug 
neben Eesten der alten. 

Nun erfolgt die Trennung beider Thiere. Die Brücke zerreisst und nach- 
dem der ganze Vorgang bei einer Temperatur von 15° Celsius 22 — 24 Stunden 
gedauert hat, weichen die Paramaecien endgiltig auseinander. 

Es erfolgt nun die Reconstruction des Macro- und des Micronucleus aus 
der obigen Spindel gemischten Ursprunges. 

Selbe theilt sich zweimal, und zw r ar nehmen ihre Hantelstadien die 
Orientirung von einem Körperpol zum anderen, so dass wir nach erfolgter Theilung 

E* 



34 



Jahres -Versammlung am 2. April 1890. 



in jedem Ende des Thieres zwei Kernproducte finden, die sich äusserlich wenigstens 
durch nichts von einander unterscheiden. 

Nun werden aber nach einigen Stunden Differenzirungen unter ihnen 
bemerkbar; die am hinteren Ende haben sich in ganz deutliche Micronuclei von 
oben beschriebener Structur verwandelt, die oberen, am vorderen Pole sind ge- 
wachsen, die Granulation des Chromat ins hat sich mit dem Hyaloplasma vermischt, 
so dass sich der ganze Kernkörper leicht diffus färbt. 

Diese Körper repräsentiren die künftigen Macronuclei. Sie wachsen in der 
Folge weiter an und um diese Zeit erfolgt nun die I. Theilung der Paramaecien 
(bei guter Nahrung und 16° Celsius 45—50 Stunden nach erfolgter Trennung). 

Die Micronuclei theilen sich, aus der Mundöffnung schnürt sich eine zweite 
ab und bei der nun resultirenden Theilung des ganzen Thieres tritt je einer der 
oben beschriebenen Kernkörper, der künftige Macronucleus, in jedes Theilproduct 
ein, das also dann einen Macronucleus, zwei Micronuclei und eine Mundöffnung 
besitzt : Wir haben ein gewöhnliches Thier vor uns, das sich von anderen seines- 
gleichen nur durch geringere Grösse und kleineren Macronucleus auszeichnet. 
Die nächste Theilung erfolgt dann 32 — 33 Stunden nach der ersten. 

Es erübrigt nun bloss noch des alten Macronucleus zu gedenken, den wir 
bei beginnender Desorganisirung verlassen haben. Er wächst dabei zuerst in 
Lappen, dann in buchtige Stränge aus, die sich zu einem knäuelförmig auf- 
gerollten Bande heranbilden, das endlich durch zahlreiche Einschnürungen in 
eine grosse Anzahl runder Körper zerfällt, die allmälig resorbirt werden, jedoch 
noch bis zur II. Theilung des Thieres nach erfolgter Trennung zu constatiren sind. 

Nachdem wir nun an diesem Beispiele das Wichtigste über die Vorgänge 
bei der partiellen Conjugation erfahren haben, wenden wir uns zu einem zweiten, 
das uns die Erscheinungen, die bei der totalen Conjugation zu Tage treten, ver- 
anschaulichen soll. 

Maupas hat in seinem oben citirten Werke Ausführliches über letztere 
bei Vorticella monilata berichtet, die wir auch hier in unseren Betrachtungskreis 
ziehen wollen. Es tritt uns hier die überraschende Thatsache entgegen, dass nicht 
zwei durchaus gleichartige und gleichwerthige Individuen, wie bei Paramaecixm, 
conjugiren, sondern dass ein erheblicher Unterschied einmal in der Grösse, Organi- 
sation und dann sicher auch in der molecularen Structur der Conjuganten zu 
constatiren ist. 

Vorticella stellt uns ein Infusor dar, das glockenförmige Gestalt besitzt 
und sich mittelst eines contractilen Stieles an fremde Gegenstände anheftet, Der 
Mund liegt vorne an der Glockenmündung und ist von einem spiralig um den- 
selben verlaufenden Wimperkranze, dem Peristom, umsäumt. Nach innen setzt 
sich der Mund in den Schlund fort, der durchaus bewimpert, auch spiralförmig 
gedreht ist und spitz im Protoplasmaleibe endet. In den Schlund mündet die 
contractile Vacuole und um ihn herum liegt der wurstförmige Macronucleus, 
diesem angeschmiegt der kleine Micronucleus. In Bezug auf die conjugirenden 
Individuen unterscheidet man Makrogameten und Microgameten. Als Erstere 
fungiren meistens die gewöhnlichen Individuen, letztere nehmen ihren Ursprung 



B ii 'i o 1 1 v. B t ii m in e r. 



85 



erstens durch Knospung (bei PbrftceUa iRterosfoma), Bweitene durch sogenannt« 
rosetteuförmige Theilung gewisser Individuen, so dass eines derselben in der Regel 
iu 1—8 Bflorogameten zerfallt. Die beiden Arten von oonjugirenden [ndiriduen 

nun besitzen einen Maoro- und Micronucleus, die Microgameten zeichnen sich 

ausser durch Ihre geringere Grösse ancb dadurch aas, dass sie sich nach einiger 
Zeit vom Mutterstiele ablösen und nach Bildung eines hinteren Wimperkranzes 
frei herumschwimmen. 

Sie suchen nun die ruhenden Macrogameten auf, heften sich sodann am 
aboralen Ende derselben mittels ihres hinteren Wimperkranzes an und nun be- 
ginnen bereits Theilungserscheinnngen ihres Micronucleus, während der der Maoro- 
gamete muh vollkommen intact ist. Erst wenn in der Microgamete bereits zwei 
Spindeln gebildet sind, langt sich der Micronucleus der Macroganiete an zu theilen. 

Beide Conjuganten haben sich fester verbunden und es wird nun auch der 
Innrere Wimperkranz der Microgamete allmälig resorhirt. Die Trennung beider 
Individuen findet nur mehr durch eine dünne Haut statt. Es erfolgen nun zwei 
weitere Theilungen aller Spindeln, so dass wir dann in der Macroganiete zwei, 
sodann vier, in der Microgamete vier, dann acht finden. Die Macronuclei haben 
schon bei Beginn der ersteren dieser Theilungen zu zerfallen angefangen und 
werden im Laufe der Ereignisse wie bei Paramaecium resorbirt. 

Durch directe und active Einwirkung des Protoplasma werden nun die vier 
Spindeln, die in der Macroganiete entfernt von der Trennungswand liegen, dieser 
genähert, indem nämlich die contractile Vacuole in den während der ganzen Con- 
jugation geschlossenen Schlund und Peristom fortwährend Flüssigkeit einpresst, 
die sich immer mehr und mehr ansammelt und schliesslich das Protoplasma 
sammt den Spindeln nach unten an die Trennungswand drängt. 

Dort hat sich bereits diejenige der acht Spindeln in der Microgamete, 
welche dieser Naht am nächsten steht, an dieselbe angeheftet und ebenso geschieht 
dies von der ihr zufällig am nächsten liegenden Spindel in der Macroganiete. 

Es erfolgt nun in beiden Conjuganten eine Besorption aller Spindeln bis 
auf obige zwei, die rasch wachsen und endlich nach Durchreissung der Trennungs- 
naht sich berühren und mit den Längsseiten aneinander zu liegen kommen. 
Dadurch nun, dass sich dieselben während dieser Verschmelzung theilen. entstehen 
zwei hanteiförmige Gebilde, die sich eng aneinanderpressen und von der Micro- 
in die Macroganiete hineinragen. Die Kopfenden dieses Doppelhantels, die in 
letzterer liegen, verschmelzen miteinander, die, welche sich noch in der Micro- 
gamete befinden, meiden sich und nach Ablösung des vorderen Kopfes werden sie 
resorbirt. 

Jetzt tritt aber auch die Flüssigkeit, die sich im Schlünde der Macro- 
ganiete angesammelt hat, zurück und zieht das gesammte Protoplasma der 
Microgamete nach in die Macroganiete hinein, die sich abrundet und von der 
das Integument der ersteren abschnürt, zusammenzieht und nach einiger Zeit 
wie ein leerer Sack zu Boden fällt. 

Die neue Spindel gemischten Ursprunges theilt sich nun dreimal hinter- 
einander, so dass als Endproduct acht Spindeln vorhanden sind. Eine derselben 



36 



Versammlung am 7. Mai 1890. 



wird zum künftigen Micronucleus, die übrigen wachsen, runden sich ab und ver- 
theilen sich bei den noch folgenden Theilungen als Macronucleusse auf die neu 
entstehenden Individuen, die nach reichlicher Nahrungsaufnahme sich rasch zu 
ihrer vollständigen Grösse und Ausbildung entwickeln. 



Im botanischen Discussionsabende am 21. März 1890 
hielt Herr Dr. Carl Richter einen Vortrag unter dem Titel: „Ueber 
die wissenschaftliche Bedeutung des Herbariums". An diesen 
Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Discussion über Nomenclatur, 
Autorencitirung und Prioritätsrecht, an der sich ausser dem Vor- 
tragenden insbesondere die Herren Dr. E. v. Haläcsy und Prof. 
J. Mik betheiligten. 



Versammlung am 7. Mai 1890. 

Vorsitzender: Herr Dr. Eugen v. Halacsy. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P T He " P. T. Herren 

Eifler Leo, Samenhändler. Wien, III., Czapka- 

gasse 5 Heinrich Braun. Dr. Carl Fritsch. 

Steinwender, Dr.Paul, k.k. Notar, Leonfelden Dr. Carl Fritsch, Dr. L. v. Lorenz. 

Stierlin, Dr. Gustav, Schaffhausen .... Durch den Ausschuss. 



Anschluss zum Schriftentausch 

Padua: Nuova Notarisia. 



Eingesendete Gegenstände : 

5 Exemplare von Attacus Cynthia, nebst Eiern, Raupen und Cocons dieser 
Art ; 80 Cocons und 2 Strähne Seide von Bombyx Morl; ausserdem circa 600 ver- 
schiedene Insecten von Herrn k. und k. General -Auditor i. P. M. Damianitsch. 

1 Partie Kalkalgen von Herrn Baron F. v. L i echte nstem. 



Kol Ii Ki onfeld. 



Serr Seeretftr Dr. Carl F ritsch legt« folgende eingelaufene 
Manuscripte vor: 

Brauer, Dr. Friedrich: ;,Ueber die Verbindungsglieder 
zwischen den orthorrhaphen und cyclorrhaphen Dipteren und solche 
zwischen Syrphiden undMuscarien". (Siehe Abhandlungen, Seite 273.) 

Brauer, Dr. Friedrieh: ,.Zur Abwehr! IJeinerkungen zu 
Beauregard's ,InsectesV6sicants ta . (Siehe Abhandlungen, Seite 270.) 

Krauss, Dr. Hermann: „Erklärung der Orthopteren -Tafeln 
J. C. Savigny's in der ,Description de l'Egypte*". (Siehe Abhand- 
lungen, Seite 227.) 

Zahlbruckner, Dr. Alexander: „Beiträge zur Flechtenflora 
Niederösterreichs. III." (Siehe Abhandlungen, Seite 279.) 

Herr Dr. Moriz Kronfeld hielt einen Vortrag: „Ueber das 
ätiologische Moment des Pflanzengeschlechtes". 

Der Vortragende erörterte die botanische Seite der Frage, ob der schein- 
bar feststehende Procentsatz zwischen männlichen und weiblichen Individuen durch 
äussere Verhältnisse abgeändert werden könne. Bei Cannäbis und Mercurialis 
hat man den Procentsatz nicht abändern können. Hoffmann hat aber durch 
Dichtsaat bei Humex Acetosella und Spinacia oleracea die Anzahl der Männchen 
auf das Doppelte gesteigert gesehen; Forsberg beobachtete in Schweden, dass 
Juniperus communis auf gutem Waldboden 100 Q S°S en 80 — 90 cT, auf schlechtem 
Boden aber 107 9 gegen 116 — 143 zeige; Prantl sah durch schlechte Er- 
nährung die Anzahl der Antheridien auf Farnprothallien vermehrt; L. Klein 
fand jüngster Zeit die Zusammensetzung der Votvox-Colomen durch Ernährungs- 
verhältnisse in bestimmter "Weise abgeändert u. s. w. Nach Allem empfehlen sich 
gerade die monoclinen, zumal die dioecischen Pflanzen zu weiterer Untersuchung 
über das ätiologische Moment des Pflanzengeschlechtes. 



Hierauf sprach Herr Franz Werner „Ueber die geo- 
graphische Verbreitung einiger Keptilien". 

Es ist bekannt, dass die Sclater'sche Eintheilung der Erdoberfläche in 
die sechs zoogeographischen Regionen, obwohl auf die Verbreitung der Säuge- 
thiere und Vögel basirt, ganz gut auch auf die Vertheilung der Reptilien an- 
gewendet werden kann, wie dies auch thatsächlich geschieht. Leider wird die 
Thiergeographie, was die Reptilien anbelangt, nur wenig durch die Paläontologie 
unterstützt, da von den jetzt lebenden Familien und Gattungen nur ein sehr 
kleiner Bruchtheil fossil bekannt ist. Diese Uebereinstimmung der geographischen 



38 



Versammlung am 7. Mai 1890. 



Verbreitung der Eeptilien einer-, der Säugethiere (und Vögel) andererseits drückt 
sich auch darin aus, dass manche grosse Inseln, die mitunter wegen ihrer eigen- 
thümlichen Fauna als besondere Eegionen unterschieden werden, auch insbesondere 
gewisse merkwürdige Reptilien, entweder allein oder in besonders mächtiger Art- 
entfaltung aufweisen; so ist Neuseeland von den Vögeln durch den merkwürdigen 
Kiwi (Apteryx), von den Eeptilien aber durch die noch viel merkwürdigen', wahr- 
scheinlich uralte Halteria punctata ausgezeichnet ; Madagaskar ist durch zahl- 
reiche Halbaffen und Chamäleons, Australien durch Pythoniden und Elapiden 
einerseits, durch die Beutel- und Schnabelthiere andererseits charakterisirt. Eine 
Menge von Thatsachen spricht für das ehemalige Vorhandensein einer südlichen 
circumpolaren Region, von der aus gewisse Säugethiere und Vögel nach Süd- 
amerika, Afrika, Indien, Australien eingewandert sind; diese Annahme gewinnt 
durch die Betrachtung der geographischen Verbreitung einiger Reptilien eine 
wesentliche Stütze. Wie das Vorkommen der Edentaten unter den Säugethieren 
in Südamerika, Südafrika und in der indochinesischen (orientalischen) Region, so 
ist auch das der zwischen Elapiden und Viperiden intermediären Familie der 
Causidae in denselben Regionen (Dinodipsas, Causus, Azemiops); wie die Ver- 
theilimg der Strausse (Mhea, Struthio, Casuarius, Dromaius), so ist die der in 
der Gruppe Elaps früher zusammengefassten Gattungen Elaps, Callophis, Vermi- 
cella in denselben Welttheilen eine Bestätigung dieser Annahme; Python und 
Elephas, die Familie der Nothopsidac (Xenodermatidae) und die Tapire stimmen 
in ihrer Verbreitung genau überein; nimmt man noch hinzu, dass drei ameri- 
kanische Schlangengattungen (Heterodon, Herpetodryas, Xiphosoma) auf Mada- 
gaskar vertreten sind, ohne in Afrika vorzukommen, so wären die auffallendsten 
Belege für die einstige Existenz der südlichen Circumpolarregion durch die geo- 
graphische Verbreitung der Reptilien erledigt. 

Nicht weniger zahlreich sind aber auch die Stützpunkte für die Annahme 
einer einst bestandenen nördlichen Circumpolarregion. Das Vorkommen der 
Crotaliden in der indochinesischen (orientalischen) Eegion und in Amerika scheint 
mir für dieselbe deutlich zu sprechen, besonders wenn man bedenkt, dass Crotaliden 
in Afrika, Australien und auf allen Südseeinseln vollständig fehlen; wenn wir aber 
finden, dass Nordamerika mit der paläarktischen Region nicht nur eine Schlangen- 
(Elaphis) und eine Eidechsengattung (Ophisaurus), sondern mit China ins- 
besondere sogar eine und dieselbe Eidechsenart (Lygosoma laterale) gemeinsam 
hat, so wird diese Annahme gewiss noch mehr gefestigt. 

Merkwürdig sind die nicht seltenen Fälle, wo sich sehr ähnliche Gattungen 
oder Familien in den beiden Erdhälften vertreten ; so der altweltliche Crocodilus 
(nur eine Ausnahme: Crocodilus acutus in Südamerika) den neuweltlichen 
Alligator {Alligator sinensis im Yan-tse-kiang bildet hier eine Ausnahme); die 
altweltlichen Lacertiden die neuweltlichcn Tejiclen. die Agamen die Iguaniden, 
und endlich findet die mexicanische Heloderma in dem Lanthonotus borneensis 
ihr altweltliches Seitenstück. 

Einige Familien von Eidechsen haben eine ganz gewaltige geographische 
Verbreitung, so die Scincoiden, weniger die Ascalaboten; einige Gattungen von 



| i .i ii /. \V 1 1 iii i. 



L't'l't ilien ( Tropirfonotxs) sind nahezu kosmopolitisch, und BohUesslicfa si ii« I auch 
noeh einige Arten mit grossem Verbreitungsgebiete zu erwähnen; vor Allem «Ii« 1 
Kreuzotter, die von Portugal bis Ostasien, vom Polarkreis bis zum Kaukasus ge- 
funden wird: eine ebenfalls weil verbreitete Schlange Lsi unsere Ringelnatter und 
eine ihrer Verwandten (Tropidonotus tessellatus), deren Verbreitungsgebiel einen 
bedeutenden Theil der palaarktisohen Region bildet. Von Marokko bis zum Gap* 

land tindet sich Naja ha je und Vipera a rieht ns. 

Kreuzotter und Bergeidechse (Lacerta riripara) sind diejenigen Keptilitn 
die sowohl die grösste horizontale Verbreitung nach Norden besitzen, als auch am 
weitesten im Gebirge nach aufwärts steigen; denn sie dringen Iiis ans nördliche 
Eismeer einerseits, bis zur Sehneegrenze der Hoehalpen andererseits vor. 

Die Schlangen Europas scheinen vorzugsweise aus Asien eingewandert zu 
sein und dasselbe gilt für die Eidechsen. Die Elaphis -Arten sind aus Nord- 
amerika über China, Mittelasien und Bussland nach Europa gekommen; die 
Moments -Arten haben ihre Heimat in Mittelasien, wo sie noch in bedeutender 
Artenanzahl auftreten (sind fast rein paläarktisch). Coluber ist rein paläarktisch 
und unsere beiden Arten anscheinend autochthone Europäer (ebenso wie Lacerta 
ocvllata und wahrscheinlich die Ahjiroidcs -Arten unter den Eidechsen). Ein sehr 
beschränktes Verbreitungsgebiet hat Tropidonotus riperinus und Jihinechis Scolaris, 
doch sind die beiden Arten jedenfalls älter als die völlige Trennung Europas und 
Afrikas. Die Viperiden sind, nach Allem zu schliessen, paläarktisch, die Urheimat 
der paläarktischen Tropidonotus -Arten, der Kingeinatter insbesondere, scheint 
Ostindien zu sein. Coronella ist aus der südlichen Circumpolarregion ein- 
gewandert zu denken. lieber die anderen Arten kann nichts Genaueres festgestellt 
werden (Eryx dürfte noch asiatischen Ursprunges sein). Von den Eidechsen ist 
die Gattung Ophisaurus wahrscheinlich (wie Elaphis) von Nordamerika über 
Asien eingewandert; Uphiomorus, Ophiops, Eremias, Ablepharus scheinen durch- 
wegs asiatischen, Chamaeleon und Psammodromus afrikanischen Ursprunges zu 
sein; bezüglich der russischen Phrynocephalus, Agama (und Halys pmllasii) ist 
die asiatische Abstammung nicht zu bezweifeln. Die Lacerta -Arten sind wie die 
Vipera -Arten vorwiegend paläarktisch und entsprechen ihnen so ziemlich im 
Allgemeinen in der geographischen Verbreitung; unsere Wasserschildkröten dürften 
ihre nächsten Verwandten in der „Schildkrötenregion", in Nordamerika, haben 
und wahrscheinlich von hier aus über Asien zu uns gekommen sein, findet sich 
ja doch noch in Japan eine unserer Sumpfschildkröte sehr ähnliche Form. 
Ueber die Landschildkröten, sowie alle hier nicht erwähnten Eidechsen und 
Schlangen lässt sich bezüglich der Urheimat nichts feststellen. 



Zoologischer Discussionsabend am II. April 1890. 

Herr Custos A. Kogenhofer sprach „Ueber die Anpassung 
der Färbung der Schmetterlinge und Kaupen an ihre Um- 
gebung". 

Z. B. Ges. B. XL. Sitz.-Ber. F 



40 



Versammlung am 7. Mai 1890. 



Dass sich die Thiere der Färbung ihrer Umgebung anpassen, ist eine be- 
kannte Thatsache, ebenso bekannt ist, dass, um dieselben in ihren Verstecken auf- 
zuspüren, das geübte Auge des Sammlers nothwendig ist. Die Bewohner der 
Polar- und Hochgebirgsgebiete sind meist weiss, jene der Wüsten zeigen die 
Isabellfarbe des Sandes, die im üppigsten Grün prangenden Tropenwälder werden 
von grünen Vögeln belebt, endlich bemerken wir im Meere und in unseren Seen 
krystallhelle Thiere in den klaren Fluthen sich tummeln. In Flur und Wald 
beobachten wir meist graue und braune Thiere, die sich der Farbe der Baum- 
rinde, des Bodens, des Gesteines ausgezeichnet anpassen; diese Anpassung geht so 
weit, dass ein geübter Zoologe z. B. an den Schmetterlingen die Herkunft oder 
besser gesagt die geologische Unterlage des Fundortes zu bestimmen im Stande 
ist. Die Lepidopteren der Kalkzone zeichnen sich beispielsweise in der Kegel 
durch viel hellere, mehr kreideweisse Farbe vor den Bewohnern des Urgebirges 
aus, so ist Hadena zeta unseres Schneeberges von Hadena pernix der Centrai- 
alpen vom Kenner sofort zu erkennen; Agrotis sagittifera Hb. 532 *) bei Wien 
von den Exemplaren des Wallis; Agrotis candelisequa Hb. 397 (candelarum Stg.) 
von Wien sind eigenthümlich liehtgran gefärbt, Stücke aus Siebenbürgen dunkler 
und jene aus Berlins Umgebung zeigen einen röthlichen Anflug; namentlich ist 
die Färbung der Thiere aus dem Doloinitengebiete eine in die Augen springende. 

Man sieht, dass die sogenannte sympathische Färbung des Individuums, 
d. i. die mit der Umgebung übereinstimmende, durch natürliche Züchtung aus 
Ursache der Zweckmässigkeit erreicht wurde. 

Ueber den Einfluss der Raupennahrung auf die Imago will ich noch Einiges 
erwähnen. Bei manchen Arten äussert das Futter wenig oder gar keinen Ein- 
fluss, so die oft sehr verschiedenen Familien angehörigen Pflanzen (Giftpflanzen 
oder eingeführte), wie bei Ach. Atropos: Lycium, Datura, Clerodendron, Sola- 
num, Jasminum; bei 8. galii: Galium, Epilobium und Fuclisia. Man schreibt 
daher dem Futter zu viel Einfluss zu, während es doch bekannt ist, dass, wenn 
man Arctienraupen directer Sonne aussetzt, die lichten Farben, gelb und roth, 
viel feuriger werden als solche im Schatten erzogener Stücke, z. B. H. planta- 
ginis. Ich bin überzeugt, dass die gelben Abänderungen bei Callimorpha hera, 
dominula, Ar ct. purpurea nicht vom Futterwechsel herstammen, sondern Ideal- 
formen sind, wie dies Call, persona deutlich beweist, die auf Centraiitalien be- 
schränkt ist. In dem feuchtwarmen Klima der Molukken gedeihen die Lepi- 
dopteren an Grösse besser, während im trockenen, wie Australien und Capland, 
die kleineren Formen vorherrschen: Omithoptera (Troides Hb.), Priamus und 
Richmondia. 

Ueber die Schutzvorrichtungen der Färbung bei Raupen möchte ich noch 
erwähnen, dass Pap. Machaon trotz der Fleischgabel, die intensiv riecht, regel- 
mässig von einem Ichneumon, Trogus lapidator, besetzt wird, während die ver- 
wandte Pap. Podalirius, mit denselben Waffen versehen, meines Wissens nie 
besetzt wird. Auch die Puppe zeigt -dieselbe Anpassung; die Sommerform, am 



') Hüb n er 's Figur in Vögel und Schmetterlinge, Taf. 55, ist kaum erkennbar. 



Alois RoRonholVr. 



I I 



grünen Stange! oder grünen Blatte befestigt, hat dieselbe Farbe, während die 
überwinternde, dem trockenen Stengel oder welken Blatte entsprechend, braun 

.»der gelb gefärbt ist. 

Von unseren verwandten Schwärmern zeigt /.. B. Chaeroc, Elpenor und 
porceMw (bei denen Weissman auf die Augenzeichnungen der ersten Segmente 
;ils Schreckstellung und Aehnlichkeit mit Schnecken viel (Jewicht legt) nur in der 
Jugend Aehnlichkeit in der Lebensweise, indem beide Species oben auf der 
Pflanze leben. Elptnor stets au derselben verbleibt, porcellits nach halber Grösse 
sich am Boden verbirgt und nichts destoweniger so gut wie erstere von Tachinen 
geplagt wird. 

Die meisten Sehwärmerartem web he auf niederen krautigen PHanzen leben, 
verbergen sich tagsüber (bei grosser Hitze) am Fusse derselben, wie Sp. convnl- 
ridi. Dtü, vespertilio, (jalii, porcellus; die auf Sträuchern und Bäumen lebenden 
sind durch die Blätter genügend geschützt und verbringen ihr Leben andauernd 
auf oder unter denselben, wie Sp. Atropos, pinastri, ligustri, nerii, tiliae, quer- 
0M0J ocellat«. populi, Alecto und die Macroglossa-Axtm. 

Von den auf krautigen Pflanzen lebenden Deilephila -Arten scheinen die 
der Evphorbiae-QruipvQ (tühymali, nicaea, Dahin) eine Ausnahme zu machen, 
da sie als heliophile Thiere die Futterpflanze nicht verlassen ; sie zeigen auch viel 
Aehnlichkeit der Zeichnung mit den Blüthen der Nährpflanze. 

Es sind zwei Gruppen anzunehmen: a) Die der Deilephila, glatt, mit 
Längsstreife n und Augenzeichnungen, meist auch dickem Vorderkörper (Pterogonj; 
b) die eigentlichen Sphingiden, mit Schrägstrichen, meist gerieselter Haut und 
vorne schlankem Körper (Sphinx, Acherontia, Smerinthus). 

Es scheint somit unzweifelhaft, dass äussere Einwirkungen, als Klima, 
Licht, Wärme, 1 ) Feuchtigkeit, auch ohne Beihilfe der Auslese die Organismen 
verändern und dass sie, indem sich die entstandenen Veränderungen vererben, 
Veranlassung zur Entstehung neuer Formen (resp. Arten) geben werden und ge- 
geben haben müssen. 

Bei Zeitformen (Saisondimorphismus) haben eben die äusseren Einflüsse 
(Kälte, Wärme) mehr Macht, als die innewohnende Vererbung, wie Prorsa- 
Levana, Selene-Hela, napi-napaea und die amerikanischen Papilio -Arten zeigen. 

Zum Schlüsse erwähnte der Vortragende noch einer interessan- 
ten, jedenfalls zu wenig bekannten Thatsache, dass der Sperling als 
Insectenfresser zu den allerschädlichsten Vögeln gehört. 

Lehrer Hill er in Brieg 2 ) theilt in der schlesischen Gesellschaft für Cultur 
mit, wie er beobachtete, dass der Sperling nie eine der verheerenden Raupen an- 
rührt, er flieht vor ihnen, wenn sie in sein Nest kriechen, nur kleine harmlose 
Raupen frisst er wie alle Finkenarten zur Zeit der Brut. Als Hill er eines Tages 

*) Ein deutlicher Beweis der Wärmeeinwirkung ist jener durch künstliche Wärme erzeugte 
hei V. Proraa, es erklärt uns den theilweisen Melanismus hei Call, persona (während es hei der 
Glacialform der Bryoniae umgekehrt erscheint). 

2 ) Siehe auch: Berl. entom. Zeitschr., 34. Bd., 1890, S. 97, Note. 

F* 



42 



Versammlung am 7. Mai 1890. 



eine Menge angestochener Kaupen aus dem Kasten warf, machten sich mehrere 
Sperlinge darüber her und pickten nur die Ichneumonenlarven heraus, die Raupe 
seihst blieb unberührt, ebenso sucht er die an Wänden angesponnenen Pontia 
brassicae-Fvqtipen und Raupen auf, die von Microgaster besetzt sind, um diese 
letzteren zu fressen. 

Botanischer Discussionsabend am 18. April 1890. 

Herr Dr. J. E. Polak hielt einen Vortrag: „Ueber Analogien 
zwischen persischen und botanischen Pflanzennamen". 

Herr Dr. M. v. Eichenfeld demonstrirte nachfolgende von 
ihm gesammelte Pflanzen: 

1. Viola Pacheri Wiesham- (Viola glabrata x Mrta) in Fruchtexemplaren, 
gesammelt auf dem Rauchkofel bei Lienz in einer Seehöhe von ungefähr 1100 
bis 1200 m. Die Sommerblätter zeigen die Gestalt und Serratur jener der Viola 
glabrata Sälis., hingegen die Behaarung derer der Viola hirta L.; sie stimmen 
mit denen der von Murr ausgegebenen Viola Oenipontana Murr völlig überein 
(vgl. v. Borbäs in der Oesterr. botan. Zeitschr., Jahrg. 1890, S. 167). 

2. Carex omithopoda W. in ihrem allmäligen Uebergange in Carex omi- 
thöpodioides Hausm., dargestellt durch eine im Kerschbaumer Alpenthale bei 
Lienz gesammelten Formenreihe, deren erstes Glied, gesammelt in einer Seehöhe 
von ungefähr 1000 m, die Carex ornithojwdaW., deren letztes Glied, gesammelt 
ungefähr 1700 — 1800 m hoch, die Carex ornithopodioides Hausm. darstellt. 
Hervorgehoben wurde, dass mit der zunehmenden Höhe des Standortes die Be- 
haarung der Früchte abnimmt und die Blätter kürzer und steifer werden. 

3. Leontodon pyrenaicus Gouan var. croceus Haenke (als Art) in grossen 
Exemplaren aus den Seethaler Alpen bei Judenburg in Steiermark. 

4. Hieracium Hoppeanum Schlütes und Hieracium Auricala L., gesammelt 
auf der Schleinitz bei Lienz in einer Seehöhe von ungefähr 2000 m. Die vor- 
gewiesenen Pflanzen zeichnen sich durch besondere Grösse und Ueppigkeit aus. 
Ferner Hieracium furcatum Hoppe, Hieracium Auricula X furcatum und Hiera- 
cium Auricula X Hoppeanum. 

Rücksichtlich des Leontodon und der beiden zuerst genannten Hieracien 
bemerkt der Vortragende, dass diese Pflanzen an den erwähnten Standorten, wo 
sie zuerst in einer Seehöhe von ungefähr 1300 m in kleinen, unscheinbaren 
Exemplaren auftreten, abweichend von der gewöhnlichen Ordnung, dass die Höhe 
der Individuen mit ihrer zunehmenden Seehöhe abnimmt, mit der zunehmenden 
Seehöhe an Grösse und Ueppigkeit zunehmen. 

5. Orchis Uechtritziana Haussk. (Orchis incarnata L. Fl. Suec. X palustris 
Jacq.) in einem einzigen, auf der Wiese neben dem Laxenburger Bahnhofe ge- 
fundenen Exemplare. 



I ku a /. l>o r l'l »« r. 



Herr [gaaz Dörfler hielt einen Vortrag „Ueber das Vor- 
kommen von Aspidium Lue rast', ni i Dörfler (— Aspidium 

lobatum Sw. x Ih'auuii Spcnn.) und ei niger anderer Farne 
in der Hukow ina". 1 ) 

Nach eingehender Besprechung des liliuligpii Vorkommens der <j:» • 1 1 :i 1 1 1 1 1 « • 1 1 
Parnhybride unter den Stammeltern in Buchenwäldern am Lsvorbache b<-i Gura- 
Huiuora führte der Vortragende eine Anzahl interessanter Stelleo aus Werken 
und Abhandlungen von Milde. Doell, Fiek u. A. an. die zweifellos auf den 
Bastard hinweisen und sehlug' schliesslich für denselben den Namen Aspidw/m 
Luerswnii vor, zu Ehren des Herrn Prof. Ch. Luerssen in Königsberg, welcher 
als Erster den Bastard als solchen erkannt und in seinem vorzüglichen Werke 
über Gefässkryptogamen (Rabenhorst's Kryptogamenflora, 2. Aufl., III. Bd.) als 
Aspidium lobatum X Braunii ausführlich beschrieben hat. 

Ferner wies Herr Dörfler das Vorkommen von Aspidium remotum A. Br. 
(= Aspidium Filix mas X spinulosum) und Cystopteris montana Brnh. in der 
Bukowina nach. Elfteres fand der Vortragende gelegentlich seiner im vergangenen 
Sommer unternommenen Reise durch die südliche Bukowina und das angrenzende 
Gebiet in einem Stocke zwischen den Stammeltern ebenfalls am lsvorbache bei 
Grura-Humora, letzteren Farn, dessen Vorkommen im genannten Gebiete bisher 
stark bezweifelt worden war, entdeckte Herr Dörfler auf einem touristisch wohl- 
bekannten Punkte, nämlich in der Umgebung der Petra-Domna an der rumänischen 
Grenze bei Kimpolung. Dort ist Cystopteris montana Brnh. sehr häufig, während 
Cystopteris sudetica A. Br. et Milde, welche in der Bukowina sehr verbreitet ist, 
in der nächsten Umgebung fehlt. 

Verbunden war der Vortrag mit der Demonstrirung einer reichen Collection 
von sämmtlichen Beleg- Exemplaren zu obigen Angaben. 

Anhangsweise fügte der Vortragende noch Berichtigungen zu A. Pro- 
copianu-Procopovici's Aufsatz : „Beitrag zur Kenntniss der Gefässkryptogamen 
der Bukowina" (in diesen Verhandlungen, Jahrg. XXXVII) bei. Das dort als neu 
für die Bukowina angeführte Aspidium cristatum ist nach Einsicht von Originalen 
des Verfassers Aspidium spinulosum Sw., während das in der genannten Arbeit 
ebenfalls neu für das Gebiet von mehreren Standorten angeführte Asplenium 
lepidum mit Asplenium Buta muraria L. identisch ist. Aspidium cristatum Sw. 
(nebst der von Procopianu-Procopovici aufgestellten „Unterart" desselben, 
umbrosum), sowie Asplenium lepidum Presl ist daher für die Flora der Bukowina 
zu streichen. 

Schliesslich demonstrirte Herr Dr. Richard v. Wettstein 
lebende Exemplare von Cytinus Hypocistis aus Lussin in verschie- 
denen Entwicklungsstaclien (auf Cistus salviaefolius schmarotzend) 
und besprach die Lebensweise dieser Pflanze. 



*) Vergl. Oesterr. botan. Zeitschr., Jahrg. XL, Nr. 5, 6, 7. 



44 



Versammlung am 4. Juni 1890. 



Versammlung am 4. Juni 1890. 

Vorsitzender: Herr Cnstos Alois Rogenhof er. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

_ _ Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herr r> ^ rr 

P. T. Herren 

Ackerl Josef, Hochw., Cooperator, Nieder- 

Ranna Jos. Kaufmann, M. Rupertsberger. 

Ade n sanier Theodor, cand. phil., Wien . . Dr. L. v. Lorenz, Franz Werner. 



Anschluss zum Schriftentausch: 

Serajewo: Glasnik zemaljskog museja u Bosni i Hercegovini. 



Herr Secretär Dr. Carl F ritsch legte unter Besprechung des 
Inhaltes ein Manuscript von Herrn Dr. Franz Ostermeyer vor, 
dessen Titel lautet: „Beitrag zur Flora von Kreta". (Siehe Abhand- 
lungen, III. Quartal.) 



Herr Dr. Fridolin Krasser hielt einen Vortrag: „Ueber die 
Structur des Protoplasmas", in welchem er einen historischen 
Abriss der verschiedenen Ansichten gab, welche Botaniker und 
Zoologen hierüber äusserten. 



Herr Dr. B. v. Wettstein besprach einige Ergebnisse von 
Culturversuchen, welchen er heteroecische Uredineen unter- 
worfen hatte. 

Insbesondere demonstrirte er die Uebertragung der Aecidiosporen von Peri- 
dermium Strobi Kleb, auf Bibes -Arten, welche das regelmässige Auftreten von 
Cronartmm ribicola Dietr. zur Folge hatte. Die zahlreichen Culturen des Vor- 
tragenden bewiesen vollständig die Richtigkeit der Angaben Klebahn's. 

Ferner berichtete der Vortragende über erfolgreiche Culturversuche mit 
dem die Hexenbesen der Tanne verursachenden Aecidium elatinum A. et S. — 
Ausführliche Mittheilungen über die zum Theile noch im Gange befindlichen 
Culturversuche behält sich der Vortragende vor. 



Korr Custos A. l\ogenhotVr sprach anlfteslioh neuerer ento- 
mologischer Erwerbungen aus dein Kilima-Ndjaro-Gebiete von Seite 
«los naturhistorischen Hofmuseums über den Charakter der Lepi- 
dopteren-Fauna dieses Theiles von Ostafrika, 

Durch die interessanten Sammlungen des Herrn k. und k. LinieUBChiffs- 
Lientenants Ludwig v. Höhncl 1 ) von Taveta, am Kilima-Ndjaro und vom Kenia, 
welche derselbe grossherzig dem k. k. naturhistorischen Museum iiberliess, sowie 
die Erwerbung der bedeutenden Ausbeute P. Sikora's aus dem angrenzenden 
Gebiete der N'Gnrnberge stand uus eiu ziemliches Materials von dort zu Gebote, 
und ich fühle mich rerpflichtet, darüber — wenn auch nur in Kürze zu be- 
richten, da es Oesterreicher sind, die dasselbe unter gefahrvollen und anstren- 
genden Verhältnissen zusammenbrachten. 

Sehr zu bedauern ist, dass Dr. 0. Baumann als Begleiter H. Meyer's 
seine gesammte Ausbeute im Kilima-Ndjaro-Gebiete unter Lebensgefahr einbüsste. 

Weiteres Material brachte uns die Expedition Sr. Maj. Schiff „Saida", 
deren ärztlicher Begleiter Dr. Paulay im September 1887 um Bagamojo eifrig 
sammelte; dadurch wird nun eine ziemliche Uebersicht der Fauna der Zanzibar- 
( Suaheli- iKüste ermöglicht und man lernt die Verbreitungsgrenze mancher Arten 
kennen, die von Südafrika bis hieher sich finden, selbst noch bis Abyssinien 
reichen; so z.B. Melanitis Leda L. und Hamanumida Daedalus Fb., die auch 
in der (vielleicht Zeit-) Form Meleagris Cr. vorkommt. Egibolia Vaillantina, 
Euphaedra -Arten und Papilio Corinneus dürften hier ihre Nordgrenze erreichen. 
Pyrameis abyssinica Feld, (bei Taveta gefangen) dürfte sich kaum südlicher finden. 

Ueber die Lepidopteren-Fauna des Kilima-Ndjaro sind mir bis jetzt zwei 
Aufsätze bekannt: Butler in Proceed. zoolog. Soc. London, 1888, p. 56 et 91, 
und H. Johnston, Der Kilima-Ndjaro, deutsch von W. Freeden, 1886, wo 
Godmann auf S. 344 21 Bhopalocera -Arten, wovon drei neu sind, und sechs 
Heterocera aufführt und erwähnt, dass die Thiere keine Spur einer Verwandt- 
schaft mit der abyssinischen Fauna zeigen, während doch die Flora in Vielem 
damit übereinstimmt. 

Das Interessanteste sammelte L. v. Höhnel im October 1887 am Kenia 
im Kikuju-Lande, von wo eine Satyride neu sein dürfte, und um Meru. 



Botanischer Discussionsabend am 16. Mai 1890. 

Herr Dr. ß. v. Wettstein machte eine vorläufige Mittheilung 
über Cytisus Laburnum L. 

Der Vortragende constatirte, dass in den Gärten von Wien, Graz, Prag und 
wahrscheinlich auch sonst zwei nicht unwesentlich verschiedene Pflanzen 



•) Siehe Mitteilungen der k. k. geographischen Gesellschaft in Wien, 1888, S. 470 und 591 ; 
1889, 4. Heft. 



46 



Versammlung am 4. Juni 1890. 



als Cytisus Laburnum oultivirt werden. An lebenden Exemplaren wurden die 
Unterschiede derselben erörtert. Ein Vergleich dieser cultivirten Pflanzen mit 
solchen, welche zweifellos wild gewachsen waren, zeigte, dass jedes der beiden 
durch eine ziemlich breite Zone getrennten Verbreitungsgebiete des »Cytisus 
Laburnum" von je einer der erwähnten Formen bewohnt wird, so dass diese 
sich als locale Eacen oder Species darstellen. Auf Grund eingehender Literatur- 
nachweise kam der Vortragende zu der Ueberzeugung, dass die im östlichen 
Frankreich, in der westlichen Schweiz etc. vorkommende Art mit dem Namen 
Cytisus Laburnum L. zu belegen sei, während er die dem östlichen Alpengebiete 
und dem pannonischen Florengebiete angehörende Art Cytisus Jacquinianus 
nannte. — Ausführlichere Mittheilungen über den Gegenstand gedenkt der Vor- 
tragende an anderer Stelle zu machen. 

Ferner besprach Dr. K. v. Wettstein die Keimung von 
Cocos nueifera, indem er Präparate und lebende Exemplare aus 
dem Wiener botanischen Garten vorzeigte. 

Der Vortragende schilderte den Verlauf der Keimung auf Grund der Ar- 
beiten von Sachs und Warming, sowie auf Grund eigener Beobachtungen, 
machte insbesondere auf die cigenthümliche Structur des Sauggewebes im Keim- 
blatte aufmerksam und zeigte, dass erst nach Ablauf eines Zeitraumes von drei 
Jahren die Reservestolfe des Endosperms vom Keimling vollkommen aufge- 
braucht seien. 

Hierauf sprach Herr Dr. Carl Fritseh „Ueber die Gattung 
Walleria". 

Unter den von Paulay in Madagaskar gesammelten Pflanzen fand sich 
eine Liliiflore, die ich mit keiner der bisher bekannten Arten zu identificiren 
vermochte und die mir anfangs auch rücksichtlich der Gattung, ja selbst der 
Familie zweifelhaft erschien. Im Allgemeinen den Blüthenbau einer Liliacee 
zeigend, wich dieselbe doch durch den Habitus, sowie auch durch die an der 
Spitze mit Poren aufspringenden Antheren von allen bekannteren Gattungen 
dieser Familie ab. Es gelang mir jedoch bald, im Herbare des Hofmuseums 
entschieden nahe verwandte Pflanzen aufzufinden, die ich jedoch in dem nach 
Durand geordneten Herbare unter den Haemodoraceen suchen musste: die 
Gattungen Conanthera und Cyanella, überhaupt die Gruppe der Conanthereen. 
Aber keiner der bei Bentham -Hooker unter den Conanthereen aufgeführten 
Gattungen lässt sich meine Pflanze zwanglos einverleiben; erst durch Vergleichung 
der Baker 'sehen Arbeit: „A Synopsis of Colchicacee and the Aberrant Tribes of 
Liliaceae" 1 ) kam ich auf die Gattung Walleria, in welche die fragliche Pflanze 
zu stellen ist, so lange nicht etwa durch Auffindung der Früchte der bisher nur 
unvollständig bekannten Walleria -Arten ein wesentlicher Unterschied bekannt wird. 



The Journal of the Linnean Society, Vol. XVII, p. 405 (1879). 



Oftl I I' r i t s « Ii . 



47 



Die Gattung Walleria wurde von Kirk im Jahre 18(11 in zwei Arien be- 
schrieben 1 ) und abgebildet. Der genannte Autor stellt sie (meines Erachten! mit 
vollem Kochte) zu den Conanthcreen, die er als l'nterfamilie der Liliaeeen 

auffasst Auch Baker') lässt sie an dieser Stelle, während Bentham-Hooker 8 ) 
und ebenso dann Bmgler 4 ) die Gattung mit ? unter den dvularieen anfahren. 
Die übrigen Oonanthereen stehen jedoch bei Bentham-Hookcr') antei den 
Haemfrdoraoeen, bei Engler, resp. Pax*) unter den A ma ryllideen. Bentham 
und Hooker schreiben: „Genus ab anetoribns Conantherci* n/ahn», hnifjv 
tarnen diff'ert habitu, inflorcscentia, orario et veriaimiliter fruetu, hoc t<<m< 
seminibusque if/notis, affinitates dubiae remanent". Die von mir aufgefundene 
neue Walleria -Art nähert sich nun im Habitus, wenigstens soweit derselbe von 
der Infloreseenz abhängig ist, mehr den Couauthereen und auch die Früchte und 
Samen weichen nicht wesentlich ab. Ganz unverkennbar ist das ähnliche Ver- 
halten des Perianthiums, welches sich nach der Anthese in eigenthümlicher Weise 
um die junge Frucht zusammendreht und dann über der Basis (offenbar in Folge 
Längenwachstums der Frucht) abreisst. Weder diese Eigentümlichkeit, noch 
ein Aufspringen der Antheren mit Poren, kommt bei den Uvularieen vor. Meines 
Erachtens ist also Walleria eine echte Conantheree, obwohl ihrOvarium 
vollständig frei in der Blüthe sitzt. Die übrigen Conanthereen besitzen meist 
einen „halbunterständigen" Fruchtknoten, das heisst, sie verhalten sich intermediär 
zwischen Liliaeeen und Amaryllideen ; daher auch ihre schwankende Stellung im 
System. 

Meiner Ansicht nach ist überhaupt die jetzt übliche — übrigens bei den 
verschiedenen Autoren sehr verschiedene — Begrenzung der Familien unter den 
Liliifloren eine ziemlich willkürliche und einseitige, da man einzelne Merkmale, 
die man für wichtig hält, wie z. B. die Stellung des Ovariums zum Perianth, das 
Abortiren eines Staubblattkreises u. dgl., allein berücksichtigt und auf die 
Vegetationsorgane — von den anatomischen Verhältnissen gar nicht zu reden! — 
gar keine Rücksicht nimmt. Was die Stellung des Ovars betrifft, so ist dieselbe 
allerdings in vielen Pflanzenfamilien ganz constant; aber aus dem Umstände, dass 
ein Merkmal bei einer Gruppe als Familiencharakter verwerthbar ist, folgt nicht, 
dass es anderwärts nicht unbeständig sein kann. In der That glaube ich, dass 
die jetzt übliche Trennung der Liliaeeen von den Amaryllidaceen 
ebenso unhaltbar ist, als die der Cyrtandraceen von den Gesnera- 
ceen, die ebenfalls durch die Stellung des Ovars von einander ab- 
weichen. Es wird kaum Jemand behaupten wollen, dass eine Scilla einer Smilax 
phylogenetisch näher steht, als z. B. einem Leucojum. Aufgabe der Systematik 
ist es aber doch wohl, die natürliche Verwandtschaft zu erforschen, nicht 



*) The Transactions of the Linnean Society, Vol. XXIV, p. 497, Tat. 52. 
") 1. c, p. 498. 

3 ) Genera plantarum, III, p. 831 (1883). 
<) Natürl. Pflanzenfamilien, II, 5, S. 27. 
5 ) 1. c, p. 679. 

«) Natürl. Pflanzenfamilien, II, 5, S. 122. 
Z. B. Ges. Bd. XL. Sitz.-Ber. G 



48 



Versammlung am 4. Juni 1890. 



aber aus Bequemlichkeitsgründen gewisse leicht auffindbare Merkmale zur Unter- 
scheidung „natürlicher Pflanzenfamilien" zu verwenden. Man sagt, es gebe 
„monophyletische" und „polyphyletische" Familien; es ist selbstverständlich, dass 
die letzteren den Namen „Familien" — insoferne damit eine natürliche Ver- 
wandtschaft ausgedrückt werden soll — überhaupt nicht verdienen, sondern nur 
vorläufige Sammelstellen für Pflanzen von nicht ohne weiters klarliegender Ver- 
wandtschaft sind. Freilich können nicht alle Familien so scharf nach aussen 
abgegrenzt sein, wie unter den Monocotylen z. B. die Gramineen; wohl aber 
muss es möglich sein, durch Berücksichtigung aller an den Pflanzen 
vorhandenen Merkmale (also nicht bloss des Blüthenbaues) ein natürlicheres 
und weniger anfechtbares System zu schaffen, als das heute übliche ist. 

Die Beschreibung der neuen Walleria -Art werde ich an einem anderen 
Orte veröffentlichen. *) 



*) Siehe meinen demnächst erscheinenden Aufsatz : „Zur Flora von Madagascar- (Annalen des 
k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien, Band V). 



I!» 



Versammlung am 2. Juli 1S90. 

Vorsitzender: Herr Custos Alois Rogenhofcr. 



Eingesendete Gegenstände : 

840 Stück Insecten von Herrn Josef Kaufmann. 
6 lebende Grottenolme von Herrn Josef Stussiner. 



Herr Secretär Dr. Carl Fritsch legte folgende eingelaufene 
Manuscripte vor: 

Braun Heinrieh: „Ueber einigt' Arten und Formen der Gat- 
tung Mentha, mit besonderer Berücksichtigung der in Oesterreich- 
Ungarn wachsenden Formen". (Siehe Abhandlungen, Seite 351.) 

Kernstock Ernst: „Lichenologische Beiträge". (Siehe Abhand- 
lungen, Seite 317.) 

Lenecek Ottokar: „Ueber eine merkwürdige Verwachsung 
eines Baumastes mit dem Stamme desselben Baumes". (Siehe Ab- 
handlungen, Seite 311.) 

Kübsaamen Ew. H,: „Cecidomyia Pseudococcus Thomas". 
(Siehe Abhandlungen, Seite 307.) 

Thomas, Dr. Fr.: „Larve und Lebensweise der Ceeidomyüt 
Pseudococcus n. sp.". (Siehe Abhandlungen, Seite 301.) 



Herr Siegfried Stockmayer hielt einen Vortrag über die 
Thermalalgenflora von Carlsbad, Vöslau und Baden und 
demonstrirte das entsprechende Exsiccatenmaterial. 

Speciell bezüglich der beiden letztgenannten Orte beabsichtigt der Vor- 
tragende eine Arbeit in diesen „Verhandlungen" zu publiciren. — Der Vortrag 
wurde durch ein kurzes Resunie über die bisherigen Studien betreffs der Ver- 
breitung der Süsswasseralgen überhaupt eingeleitet. 



Z. B. Ges. B. XL. Sitz.-Ber. 



II 



50 



Versa tum luug am 2. Juli 1890. 



Herr Custos Alois Kogen hofer sprach über die sogenannte 
Pistor'sche Conservations-Flüssigkeit (schwefelsaures Zink- 
oxyd) und zeigte sowohl zoologische wie botanische Präparate vor, 
die Herr Hauptmann Du Nord zur Verfügung zu stellen so freund- 
lich war. Die Gegenstände sind seit fünf Jahren eingeäcnlossen und 
zeigen keine wesentliche Veränderung weder der Form noch der Farbe 
nach; das Blattgrün eines Farnkrautes ist ganz unverändert. 

Ferner erinnerte der Vortragende die Anwesenden, dass in den 
ersten Tagen des August die österreichische Tiefsee-Expedition 
von Pola auslaufen wird. 

Es ist die erste wissenschaftliche Forschungsreise im grossen Style die von 
Oesterreich ausgerüstet wird. Dank dem Entgegenkommen Sr. Excellenz des Herrn 
Maximilian Freiherrn Daublebsky von Sterneck zu Ehrenstein, k. und 
k. Admirales und Chefs der Marinesection des Reichskriegsministeriums, wird auf 
sechs Wochen Sr. Maj. Transportschiff „Pola" zur Verfügung gestellt, so dass es 
der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften möglich ward, den von ihr langst 
gehegten Plan zu verwirklichen. Zur Ausrüstung wurden bedeutende Mittel — 

rund 18.000 fl. bewilligt, so dass diese die grosste Expedition nach jener der 

Novara -Weltumseglung sein wird. 

Die Arbeiten werden sich nicht bloss auf zoologische, sondern auch auf 
physikalische und chemische Untersuchungen erstrecken. 

Für die zoologischen Forschungen sind die Herren Dr. E. v. Marenzelle r. 
nach dessen Vorschlägen die diessbezügliche Ausrüstung der „Pola" gemacht wurde, 
und Prof. Dr. C. Grobben bestimmt; für die physikalisch-chemischen Herr Josef 
Luksch, Professor an der k. und k. Marine -Akademie zu Fiume, und Herr Dr. 
C. Natterer, Assistent des Herrn Prof. Lieben, designirt. 

Die kais. Akademie hat die Absicht, die Expedition im Laufe der nächsten 
Jahre zu wiederholen. Die Arbeiten werden heuer im jonischen Meere beginnen 
und in der Folge sich immer mehr nach Osten ausdehnen. Mit der Untersuchung 
der Tiefen des Mittelmeeres waren in den letzten Jahrzehnten die Engländer auf 
dem „Porcupine", 1870, die Franzosen auf dem „Travailleur", 1881, und die 
Italiener auf dem „Washington", gleichfalls 1881, beschäftigt, Alle diese Schiffe 
verlegten ihre Thätigkeit in das westliche Mittelmeerbecken. Es erscheint somit 
als eine Ehrenpflicht für Oesterreich, wenn auch als letzter der grossen Staaten, 
eine Tiefsee-Expedition auszusenden, und es hat als Beherrscherin der Adria. die 
bereits in hydrographischer Beziehung sehr gut bekannt ist. alles Interesse, gerade 
die zunächst anstossenden Meeresgebiete zu erforschen. 

Der Vorsitzende wünscht im Namen der Gesellschaft dieser grossartigen 
Unternehmung die besten Erfolge und entbietet ihren beiden Mitgliedern, welche 
daran Theil nehmen, die herzlichsten und aufrichtigsten Abschiedsgrüsse. 



Oft] I f ritiob. 



51 



Schliesslich bheilte der Vorsitzende das Resultat der während 
der Versammlung vorgenommenen Ausschusswahl mit. 

Es erseheinen zu Ausschussriithen gewähl I die I'. T. Herren: 

BSlohenfeW, Dr. Miohael v. Bebet; l>r. Balis. 

Pfürtsehelkr, l>r Paul. Senn hol z Ghistai 



Botanischer Discussionsabend am 13. Juni 1890. 

Herr Dr. Fridolin Krasser hielt einen Vortrag „lieber die 
Par a ft'i n-Ei nb ettungs m e t h o de". 

Der Vortragende schilderte ausführlieh die genannte Methode in ihrer An- 
wendung auf pflanzliehe Objecte, und hielt sieh hiebei hauptsächlich an die be- 
kannten, in holländischer Sprache geschriebeneu Arbeiten Moll's. Der ganze zur 
Ausfuhrung der Paraffineinbettung, dann zur Herstellung der Schnittt- und zur 
Uebertragung derselben auf die Objectträger nöthige Apparat wurde demonstrirt; 
dessgleichen die Behandlung der mit Schnitten beschickten Objectträger in allen 
Stadien bis zum fertigen, tingirten Dauerpräparate. Vortragender war auch in 
der Lage, der Versammlung Mo 11 "sehe Originalpräparate (Kerntheilung bei Allium 
und Vicia) vorzuführen. 

Herr Dr. Richard v. Wettstein sprach über das angebliche 
Vorkommen von Paeonia in Niederösterreich und gab noch 
einige andere floristische Notizen. 

Herr Dr. Carl Fritseh machte hierauf Mittheilung von der 
Auffindung der Primula longi flava All. in Niederöster- 
reich. 

Am 9. Juni erhielt ich von meinem Freunde P. Chrysostomus Z er mann, 
Gynmasialprofessor in Melk, die überraschende Mittheilung, dass in den Donau- 
Auen bei Emmersdorf, gegenüber von Melk, ein Exemplar von Primula longi- 
ftora All. aufgefunden worden sei. Ich gestehe offen, dass mir dieses Vorkommen 
anfangs so unwahrscheinlich erschien, dass ich nicht ohne Einsicht des Exemplars 
und genaueren Bericht über die Auffindung selbst diese Angabe zu veröffentlichen 
gewagt hätte. Prof. Z ermann war jedoch so liebenswürdig, mir auf mein Er- 
suchen die betreffende Pflanze umgehend einzusenden und erzählte mir später in 
Melk die Geschichte ihrer Auffindung. Hienach kann es keinem Zw r eifel mehr 
unterliegen, dass Primula longiflora All. thatsächlich an dem bezeichneten Orte 
wuchs, und da die Pflanze, so viel bekannt ist, in Xiederösterreich nirgends 
cultivirt wird und sich überhaupt in der Xähe des Standortes gar keine Gärten 
befinden, so ist auch an einen Gartenflüchtling nicht zu denken. Der Umstand. 

H* 



52 



Versammlung am 2. Juli 18!»0. 



dass nach einem zweiten Exemplar vergeblich gesucht wurde, lässt mit einiger 
Wahrscheinlichkeit darauf schliessen, dass die Pflanze diesen Standort in Zukunft 
nicht behaupten wird. Die Einschleppung durch die Donau ist hauptsächlich dess- 
halb merkwürdig, weil auch die nächsten im Stromgebiete derselben gelegenen 
Standorte der Primula longiftora All. sehr weit von Melk entfernt sind. Am 
wahrscheinlichsten ist die Einschleppung aus dem oberen Salzachthal (Pongau 
oder Pinzgau), möglich auch die aus dem oberen Innthal. Im Flussgebiete der 
Enns, welche sonst die meisten Alpenpflanzen den Donau -Auen zuführt, kommt 
die Art wohl kaum vor. — Primula longiftora All. blühte bei Emmersdorf in der 
zweiten Hälfte des Mai. 




Ferner sprach Herr Dr. Carl 
Fritsch über „Calycanthemie 
bei Soldanella". 

Im Jahrgang 1888 dieser „Verhand- 
lungen" beschreibt Bai mann einen von 
ihm bei Lunz beobachteten Fall von Caly- 
canthemie bei ([>/c!amen Europaeum L. 
Bei Primula -Arten war dieselbe Erschei- 
nung schon lange bekannt. Ich bin nun 
in der Lage, die Neigung der Primula- 
ceen zu derartigen Bildungen durch ein 
weiteres Beispiel zu bestätigen. Fräulein 
Marie Eysn zeigte mir kürzlich in Salz- 
burg ein im Kauriser Thal („Kolm-Sai- 
gurn. Weg zum Neubau, circa 1800 m u ) 
von ihr gesammeltes Exemplar von Solda- 
nella pusilla Baunig. mit abnorm ver- 
größerten, corollinisch gefärbten Kelch- 
zipfeln; die von der genannten Dame 
selbst angefertigte vortreffliche Zeichnung 
dieses Exemplars ist hier reproducirt. 

Wie ich durch Herrn Dr. R. v. 
Wettstein erfahre, wurde genau die- 
selbe Erscheinung bei derselben Art von 
Herrn Hofrath A. v. Kern er zweimal 
bei Trins in Tirol beobachtet. 



58 



Versammlung am 1. Octobcr 1890. 

Vorsitzender: Herr Dr. Eugen v. Haläcsy. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P Hm P. T. Herron 

Ja hu Jaroslav, Dr. phil., Pardubitz .... Adolf Boller, Dr. Carl Fritsch. 
Stummer v. Traunfels Rudolf, Wien, III., 
Mechelgasse 2 Theodor Adensamer, Rud.Sturany. 



Anschluss zum Schriftentausch: 
Mexico: Deutscher wissenschaftlicher Verein. 



Eingesendete Gegenstände : 

Einige Käfer und Reptilien, sowie 1 Fascikel Pflanzen von Herrn Dr. 
F. Ressmann. 



Herr Prof. Hugo Zukal berichtete, dass er die bislang noch 
unbekannten Sporen Schläuche der Ephebella Hegetschw eiler i 
Itzigs. aufgefunden habe. Dieselben bilden einen kugeligen Ascus- 
haufen im Innern der flaschen- oder kugelförmigen Auftreibungen 
der Ephebella. Da aber die nähere Untersuchung ergeben hat, dass 
die Pilzhyphen häufig in die Protoplasten des Scytonema selbst ein- 
dringen und diese dann tödten, so vertritt der Vortragende die 
Ansicht, dass Ephebella aus der Reihe der Flechten zu 
streichen und dass der bezügliche Pilz unter dem Namen Endo- 
myces Scytonematum Zuk. zu den Gymnoascen zu stellen sei. 

Z. B. Ges. Bd. XL. Sitz.-Ber. I 



54 



Versammlung am 5. November 1800. 



Hierauf sprach Herr Prof. H. Zukal über eine neue Mu- 
corinee, Thamnidium mucoroides Zuk., und überreichte ein hierauf 
bezügliches Manuscript. (Siehe Abhandlungen, Seite 587.) 



Herr Secretär Dr. Carl F ritsch legte folgende eingelaufene 
Manuscripte vor: 

Kuwert A.: „Bestimruungstabelle der Heteroceren Europas 
und der angrenzenden Gebiete, soweit dieselben bisher bekannt 
wurden". (Siehe Abhandlungen, Seite 517.) 

Stockmayer Siegfried: „Ueber die Algengattung Rhizo- 
clonium". (Siehe Abhandlungen, Seite 571.) 

Walz, Dr. Rudolf: „Zur Flora des Leithagebirges". (Siehe 
Abhandlungen, Seite 549.) 



Versammlung am 5. November 1890. 

Vorsitzender: Herr Anton Pelikan Freih. v. Plauenwald. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 



Chimani Ottov., stud. jur., Wien, I., Kärntner- 
strasse 21 

Hanimair Josef, Beneficiat und Convicts- 
Director, Freistadt 



Dr. L. v. Lorenz, Josef Mik. 



Dr. E. v. Chimani, A. Handlirsch. 



Eingesendete Gegenstände : 



75 Stück Insecten für Schulen von Herrn J. Lutz. 



Herr Prof. Dr. Carl Claus besprach die Entwicklung der 
Cotylorhiza und verwandter Scyphomedusen auf Grund einer 
Eeihe neuer Beobachtungen und ist in theilweiser Uebereinstimmung 



.Im .1 Koch in. 



mit früheren Darstellungen von der Entwicklung der Aurelia and 
Cotylorhiza zu folgenden Ergebnissen gelangt. 

1. Es findet keine nnregelmiissige Kinwandernng von Kktodermzellcn in 
die EUastulahöhle statt, vielmehr entsteht die Gastrula, wie bereits Eowalevskj 
beschrieb, durch Imagination. 

2. Das junge Svifphostotnn besitzt kein Sehlundrohr im Sinn.' defl Antlio- 
zoenpohpen; es handelt sieli vielmehr um eine früh vorgestülpte l'rubuseis mit 
allerdings ektodermaler Auskleidung. 

3. Die sogenannten septalen Muskeln entstehen dnreh Kinwanderung von 
Zellenzapfen vom Ektoderm des Peristoms aus und treten erst seeundär zu den 
Taeniolen in Beziehung. Sie haben somit einen ganz anderen Ursprung wie die 
Septalmuskeln der Anthozoen und können nicht auf diese bezogen werden. 

4. Die sogenannten Septaltrichter sind Höhlungen im oberen Endabschnitt 
jener Muskeln, verschwinden aber mit deren Rückbildung und haben nichts mit 
den Anlagen der späteren Subgenitalhöhlen der Schirmqualle zu thuu. 

5. Bei Cotylorhiza kommt es gar nicht zur Bildung dieser Trichter und 
ebenso wenig — ich verfolgte die Scyphostomen bis zur sechzehnarmigen Form — 
zur Ausbildung vollkommener Taeniolen, die auf minimale Anlagen au der Mund- 
scheibe beschränkt bleiben. 

6. Die Entwicklung der Tentakeln bis zur sechzehnarmigen Form erfolgt 
im Wesentlichen so, wie ich sie früher beschrieben habe, in unregelinässiger 
Aufeinanderfolge. 

7. Das sechzehnarmige Scijphostoma erscheint als die normale Form, wenn 
auch die Tentakelzahl vor Eintritt der Strobilation eine höhere werden kann. 

8. Das junge Scyphostoma ist ein Seyphopolyp mit vier Divertikeln oder 
Aussackungen des Magenraums und ebenso viel Tentakeln und Taeniolen -Anlagen 
am peristomalen Abschnitt. 

9. Die Fortpflanzung durch monodiske und polydiske Strobilae ist eine 
Form des Generationswechsels und nicht, wie Goette meint, auf einfache Meta- 
morphose zu beziehen. 



Herr Prof. Dr. Josef Boehm besprach zwei neue Versuche 
über die Wasserversorgung transpirirender Pflanzen. 

Von der durch unzweideutige Versuchsresultate endgiltig erwiesenen That- 
sache 1 ) ausgehend, dass sowohl die Wasseraufnahme als das Saftsteigen 
transpirirender Pflanzen durch dieselbe hydraulische Kraft, nämlich durch 
Capillarität bewirkt wird, folgerte Boehm, dass sich unter geeigneten Be- 
dingungen der Saftstrom umkehren, Wasser somit aus der Pflanze in 

l ) Ursache der Wasserbewegimg in transpirirenden Pflanzen (Verhandl. der k. k. zool.-butan. 
Gesellsch. in Wien, 1890. — Botanisches Centralblatt, 1890, Nr. 21 und 22). 

I* 



56 



Versammlung am 5. November 1890. 



den Boden abfliessen müsse. Unter gewöhnlichen Verhältnissen kann dies 
selbst bei saftstrotzenden Pflanzen, wenigstens in erheblicher Menge, desshalb 
nicht geschehen, weil in der Pflanze sofort relative Wassernoth eintreten würde. 
Wird jedoch der Stamm einer im Freilande gezogenen Sonnenrose (Helicmthus 
annuus) bei geringer Bodenfeuchtigkeit im zweiten Internodium abgeschnitten, 
so wird vom Strünke binnen 24 Stunden bisweilen mehr als sein vierfaches Vo- 
lumen Wasser aufgesaugt und der grösste Theil desselben selbstverständlich an 
den Boden abgegeben. Das Sinken der Wasseraufnahme während den folgenden 
Tagen ist durch den Verschluss der Gefässe bedingt. 

Diese Umkehrimg des Saftstromes ist nur dadurch möglich, dass die 
Capillaren des Bodens und der Pflanze ein continuirliches (in der 
letzteren und an den Wurzelspitzen aber von Zellwänden durchquertes) System 
bilden, in welchem unter normalen Verhältnissen das Wasser in die transpirirenden 
Organe gehoben wird. 

Sowie die Aufnahme des Wassers aus dem Boden soll nach der noch 
immer herrschenden Ansicht auch die Wasserversorgung t ran spirir ender 
Blätter durch endosmotische Saugung bewirkt werden. Thatsächlich fungiren 
jedoch die direct und indirect verdunstenden Zellen als elastische Bläschen, 
welche durch einfache Saugung von den Gefässen her ihren Wasserverlust 
decken. Ein recht instructiver diesbezüglicher Versuch ist folgender: 

Die Blätter einer mittelst einer Baumscheere abgeschnittenen und sofort 
in Wasser gestellten Sonnenrose bleiben selbst im directen Sonnenlichte mehrere 
Stunden straff, werden aber sehr bald schlaff, wenn der Stamm in Wasser mit 
aufgeschlämmter Erde gestellt wird. Durch die eingesaugten Bodentheilchen 
werden nämlich die Gefässe, das ist die Saftwege verstopft. Die Blätter werden 
aber selbst im directen Sonnenlichte momentan wieder straff, wenn der Stamm 
in reinem Wasser um einige Centimeter verkürzt wird. Angesichts dieser über- 
raschenden Erscheinung kann wohl kein Zweifel mehr darüber bestehen, dass der 
Turgor transpirirender Blätter durch endosmotische Saugung, welche ja selbst 
unter den günstigsten Bedingungen sehr langsam erfolgt, nicht verursacht ist. 
Andererseits wäre es gerade unbegreiflich, warum die Blattzellen bei eintretendem 
Wasserverluste nicht ähnlich, nur unverhältnissmässig exacter fungiren sollten, 
als andere für Wasser permeable Blasen unter gleichen Verhältnissen. 



Die im Verlaufe der Sitzung vorgenommene Wahl von 17 Aus- 



schussräthen fiel auf folgende Herren: 

Aberle, Dr. Carl. 
Boehm, Dr. Josef. 
Braun Heinrich. 
Brauer, Dr. Friedrich. 
Brunner v. Wattenwyl, Dr 
Carl. 



Burger stein, Dr. Alfred. 
Claus, Dr. Carl. 
Csokor, Dr. Johann. 
Handlirsch Anton. 
Hauer, Dr. Franz R. v. 
Heimerl, Dr. Anton. 



Fridolin KriiSHor. 



f>7 



Körner. Dr. Anton Kitter v 

llirila u n. 
Komb über, Dr. Andreas, 



Etogenhofer Alois. 

Vogl, Dr. Angnsfc, 
\v ieiner, I hr. Julius, 



Low Paul. 

Als Scratatoren ftingirten die Herren M. F. bfüllner, <!. Pro- 
fits und Dr. A. Zahlbruckner. 



Botanischer Discussionsabend am 24. October 1890. 

Herr Dr. F. Krasser sprach ,,Ue)>er den Polymorphis- 
mus des Laubes von Liriodendron tulipifera L.". 

Schon wiederholt hatte ich Gelegenheit, auf die Wichtigkeit aufmerksam 
zu machen, welche dem Polymorphismus des Laubes für paläophytologisclic Fr;ig»*n 
innewohnt. In meinen diesbezüglichen Publicationen 1 ) habe ich auch auf die 
Literatur dieser Fragen hingewiesen. Letztere weist fast ausschliesslich Arbeiten 
von Ettingshausen und Krasan 2 ) auf. 

Unschwer wird man erkennen, dass die von den verschiedenen Autoren be- 
obachteten Thatsachen unter anderen auch zu folgenden Schlüssen drängen: 

1. Die Polymorphie des Laubes ist zum Theil bedingt durch das Auftreten 
atavistischer Formelemente. 

2. Das Studium der Polymorphie des Laubes gewährt Anhaltspunkte für 
die Feststellung der Phylogenie des betreffenden Objectes. 

3. Die Erkenntniss dieser Verhältnisse setzt uns in den Stand, fossile Blatt- 
reste um so richtiger beurtheilen zu können. 

4. Die Aufeinanderfolge der Formelemente am Spross (Succession) scheint 
bestimmten Gesetzen zu gehorchen. 

Es ist wohl ohne Weiteres einleuchtend, dass besonders monotype Gattungen*) 
dazu geeignet erscheinen, einen Prüfstein abzugeben für die von Ettin g shausen, 
Krasan und mir vertretenen Anschauungen bezüglich der Bedeutung des Laub- 
Polymorphismus für jene neue, von Ettingshausen inaugurirte Richtung — ich 
meine die phylogenetische — der Paläophytologie, welche es möglich macht, mit 
um so kritischerer Sonde die Beste vergangener Floren zu prüfen. 

x ) F. Krasser, Zur Kenntniss der Heterophyllie (Sitznngsber. der k. k. zool.-botan. Ges. in 
Wien, Bd. XXXVII, 1887). — Bemerkungen über die Phylogenie von Piatanna (ibid., Bd. XXXIX, 1S89). 

•) Die ältere Literatur habe ich in meinen sub Note 1) citirten Arbeiten angegeben, hier sei 
es mir gestattet, die folgenden wichtigen Arbeiten hervorzuheben : Ettingshausen und Krasan, 
Beiträge zur Erforschung der atavistischen Formen an lebenden Pflanzen (Dcnkschr. der k;i i > . Ak;id. 
der Wissensch, in Wien, mathem.-naturw. GL, L, Bd. LIV, 1888; II, Bd. LV, 188«: III, Bd. LVI, 1880). 
— Untersuchungen über Ontogenie und Phylogenie der Pflanzen auf paläontologischi-r Grundlage 
(ibid., Bd. LVII, 1890). — Ettingshausen, Das australische Florenelement in Europa, Graz, 1890. 

3 ) Das heisst Gattungen, welche in der recenten Flora nur durch eine einzige Art repräsentirt 
erscheinen. 



58 



Versammlung am 5. November 1890. 



Zu jenen Bäumen, die anerkanntermassen eine sehr charakteristische Form 
des Blattes besitzen, gehört unzweifelhaft — als der markantesten einer — der 
Tulpenbaum, Liriodendron tulipifera L. 

Das Verbreitungsgebiet von Liriodendron umfasst das atlantische Nord- 
amerika von Florida bis Canada 1 ), doch scheint, nach einer Angabe Saporta's 2 ) 
zu schliessen. auch in gewissen Theilen Chinas, also auch in der alten Welt, 
der Tulpenbaum spontan vorzukommen. Der genannte Autor betrachtet den 
chinesischen Tulpenbaum, den er an von Weicht gesammelten Exemplaren 
des Kew-Herbariums studirte, als Form 3 ). Vom amerikanischen Tulpenbaum 
unterscheidet sich letztere durch die tief eingeschnittenen, spitzen Lappen des 
Blattes. 

In Bentham et Hooker's Genera plantarum, I, p. 10, wird das Laub 
von Liriodendron tulipifera L. folgendermassen gekennzeichnet: »Folia truncata, 
sinuato-quadriloba, vernatione in gemma complanatä recmvato-moersa nec con- 
duplicata, stipulis oppositis". 

Ettingshausen 4 ) schildert in seinen „Blattskeleten" die Nervationsver- 
hältnisse. Er sagt: 

„Nervation unvollkommen strahlläufig. Basalnerven 3 — 5, der mittlere 
fast bis zur Blattspitze auffallend stärker, gerade. Divergenzwinkel der inneren 
70—80°. Secundärnerven bogig gekrümmt und schlängelig, randläufig und schling- 
läufig, stark ausgeprägt, unter Winkeln von 50—60° entspringend. Mittlere Distanz 
derselben X U— 1 U- Aussennerven der seitlichen Basalnerven nicht hervortretend, 
5—6. Tertiärnerven von beiden Seiten der secundären unter spitzen Winkeln 
abgehend, kräftig ausgebildet, vorherrschend verbindend. Blattnetz hervortretend, 
aus im Umrisse rundlichen Maschen gebildet." 

Beobachten wir auf der Höhe der Vegetationsperiode das Laub von Lirio- 
dendron, so werden wir bei den meisten Individuen an der Hauptmasse des Laubes 
die Angaben von Bentham et Hook er und Ettingshausen bestätigt finden, 
keineswegs aber an allen Blättern. Wir werden z. B. eine ganze Anzahl zwei- 
lappiger Blätter finden und dem entsprechend auch Abweichungen im Xervations- 
typus. Vermöge der doppelten Aufgabe, welcher das Leitbündelsvstem im Blatte 
(d. i. die Nervation) gerecht werden muss: 1. Der Assimilationsfläche Festigkeit zu 
verleihen, dieselbe ausgespannt zu erhalten, sie gegen die scheerende Wirkung 



*) Siehe Schenk, Paläophytologie, 1890, S. 504. Bentham und Hooker geben an: 
„Species 1, boreali-Americana". 

2 ) Saporta, Origine paleontologique dos arbres, cultives ou utilises par Thomme, Paris, 
1888, p. 267. 

3 ) Der chinesische Tulpenbaum ist jedenfalls noch näher zu untersuchen. An einer Stelle 
(I.e., p. 270) spricht Saporta von ihm als „Tespece chinoise -4 : 1. c, p. 267 sagt er jedoeb, derselbe 
scheine zu beweisen, „l'existance d'une race particuliere ä Taucien continent u , dann — ebenfalls 
p. 267 — bezeichnet er den amerikanischen und den chinesischen Tulpenbaum als T deux formes u , „en 
realite tres voisines" und spricht, 1. c, p. 270, von letzterem als „forme chinoise 11 . 

4 ) C. v. Ettingshausen, Die Blattskelete der Dicotyledonen, Wien, 1861, S. 117 ; vergl. 
auch die Physiotypie, Fig. 68 auf S. 116. 



Fridolin Krasser. 



des Windet zu Bdhtttien (mechanische Aufgabe) und 2. «Ins Organ, dessen wescnt- 
lieher Hestandtheil es ist. einerseits mit den Nährstoffen zu ^erBorgen, andererseiti 

die Assiniilate abzuleiten (]>ln siologisrhe Aufgabe), müssen Hc/iebungei] EWisohen 
Jilntt tonn und NYnat ionst \ pus (im Sinne der besehreibenden Morphologie) exi- 
stiren. Aus den Functionen der Nervation folg! al>er auch, dasa EOOfa mit \uth- 
wendigkeit gewisse Construotionsformen ergeben, und von diesem (Jesichtspunkte 
aus wird man aueli innerhalb gewisser Grenzen Abänderungen und Variationen 
auf äussere Kinwirkungen hin erklärlich linden. Darnach wird man finden, dasi 
die Construetionsverbältnisse des Leitbündelsystenis, welche uns eben die Vi-- 
vationstypen repr&sentiren, nicht für alle Blätter einer Speeies, wohl aber für die 
gleichen Blattformen derselben (d. h. für jedes einzelne Formelement) im Wesent- 
lichen OO&stant sind. Es möge mir gestattet sein, an dieser Stelle eine kurze 
Betrachtung über die Kräfte, welche die Blattform bedingen, einzuschalten. Nach 
Allem, was man diesbezüglich weiss, muss man annehmen, die Blattform Bei 
abhängig: 

1. Von inneren Kräften (Vererbung), d. h. von der Blattform der Almen. 
Der Hinweis auf die Existenz „regressiver" Blattformen möge dies illustriren. 

2. Von äusseren Kräften, wie Schwerkraft (Anisophyllie), Licht (Sichel- 
krümmung 1 ), Medium, Bodenbeschaft'cnheit und klimatische Verhältnisse. 2 ) 

Die gesammten Blattformen, welche ich bisher an Liriodendron tiilipi- 
ferä L. beobachtete, bringe ich in die nachstehend mitgetheilten Kategorien. 
L Blatt zweilappig. 

Lappen abgerundet oder spitz, mit keilförmiger Basis, der Blattrand parallel 
mit dem Mittelnerv oder unter spitzem Winkel gegen den Blattstiel gerichtet. 

II. Blatt undeutlich vierlappig, Basis keilförmig. 

III. a) Blatt deutlich vierlappig. Die Lappen mehr oder minder spitz. 
Bei manchen Blättern die Spitze der unteren Lappen schief nach abwärts ge- 
richtet. Die Blattbasis entweder mehr oder minder keilförmig; bei manchen 
Blättern bilden die beiden unteren Seitenlappen eine langgezogene keilförmige 
Basis, bei anderen Blättern erscheint letztere herzförmig. — b) Manche Blätter 



l ) Conf. Wiesner, Die heliotropischen Erscheinungen im Pflanzenreiche, II (Denkschr. der 
kais. Akad. der Wissensch, in Wien, mathem.-naturw. Cl., Bd. XLIII, 1SS0, S. 48.) 

-) Ich erinnere hier an die von Krasan, Geschichte der Formentwicklung der roburoideu 
Eichen (Engler's Jahrb., 1887, S. 194 ff.), beobachteten progressiven" Formen. — Vor kurzer Zeit 
hat Wiesner in seiner Biologie der Pflanzen, Wien, 1889, für jene Gestaltungsprocesse der 
Pflanzenorgane, welche durch die Lage der letzteren gegen den Horizont hervorgebracht werden 
und durch die Schwerkraftswirkung allein nicht zu erklären sind, den Begriff Klinomorphie 
aufgestellt (I.e., S. 28 ff.). Unter diesen Begriff fällt die Anisophyllie der Sprosse. Es sei hiemit 
auf die für die Erkenntniss vieler Blattformen ausserordentlich wichtigen Ausführungen des ge- 
nannten Autors verwiesen, und speciell auch auf den grossen Einfluss aufmerksam gemacht, welchen 
— wie dies die von Wiesner in seiner bedeutungsvollen Abhandlung „Der absteigende Wasser- 
strom etc. u (Botan. Zeitg., 1889) bekannt gegebenen schlagenden Experimente beweisen — göinderte 
Feuchtigkeitsverhältnisse (z. B. Cultur im absolut feuchten Kaum) auf den Habitus der Pflanze schon 
in der ontogenetischen Entwicklung ausüben können. (Conf. übrigens hierüber auch desselben Ver- 
fassers „Biologie", S. 27.) 



60 



Versammlung am 5. November 1890. 



erscheinen mehr oder minder deutlich sechslappig. 1 ) manche weisen an den unteren 
Lappen mehrere grosse Zähne auf. 

Der Winkel, den die beiden oberen Lappen gegen den Medianus bilden, 
kommt in manchen Fällen einem geraden sehr nahe. Manche Blätter weisen 
Combinationen von Merkmalen der Formelementc auf. Aenderungen des Ner- 
vationstypus treten in auffallender Weise nur bei den zwei- und undeutlich vier- 
lappigen Formen auf, zumal bei jenen mit abgerundeten Lappen, indem in diesen 
Fällen die unvollkommen strahlläufige Nervation schlingläufig wird. Soweit meine 
Beobachtungen reichen, scheinen die letzteren Formelemente vorwiegend am Ende 
der Vegetationsperiode aufzutreten. 

Vergleichen wir nun die gekennzeichneten Blattformen mit den fossilen, 
zu Liriodendron gestellten Resten. 

Das Genus Liriodendron tritt, wie auch Schenk, 2 ) bekanntlich einer der 
kritischesten Paläophytologen, angibt, zuerst in der Kreide auf. Namentlich aus 
den Kreideschichten Nordamerikas (Kansas, Nebraska) werden sehr viele Lirioden- 
dron-Blätter beschrieben. Von Wichtigkeit sind namentlich die unter Lirioden- 
dron Meekii Heer und Liriodendron primaevum Newb. zusammengefassten Blatt- 
reste, welche zum Theil auch in Grönland in den Ataneschichten vorkommen. 
Auch aus der böhmischen Kreide wird Liriodendron 3 ) angegeben. Die Liriodcn- 
r/ron-Reste des europäischen 4 ) Tertiär fasst Schenk als Liriodendron Procac- 
cinii Unger zusammen. Die Verbreitung erstreckt sich über folgende Fundstätten : 
Eocän von Bournemouth, Sinigaglia, Eriz, Bilm, Island, Pliocän von Meximieux. 
Durch Schmalhausen ist auch aus dem Tertiär der Buchthorma in Sibirien 
Liriodendron bekannt geworden. Saport a und Marion fassen die Liriodendron- 
Reste aus dem Tertiär Islands unter dem Namen Liriodendron islandiciwi Sap. 
et Mar. als Art 5 ) auf, die aus der Schweizer Molasse jedoch {Liriodendron hel- 
veticum Heer) betrachtet Saporta als zu Liriodendron Procaccinii gehörig. 

Suchen wir nun den Laubpolymorphismus der fossilen Liriodendron an 
den einzelnen Localitäten festzustellen. Beginnen wir mit der Kreide. Hier tritt 



!) Z. B. das bei Ettingshausen, Blattskelete, S. 116, Fig. 68, abgebildete. 

2 ) Schenk, Paläophytologie, München und Leipzig, 1890, S. 504. 

3 ) Liriodendron Celakovskii Velen. Noch nicht als gesichert zu betrachten. — Auch Lirio- 
dendron laramiense L. Ward ist, wie schon Schenk (Fossile Pflanzenreste, S. 216) bemerkt, nicht 
sichergestellt. — Ueber Liriodendron intermedium Lesqux., sowie Liriodendron giganteum Lesqux. 
enthalte ich mich absichtlich eines endgiltigen Urtheils. Soviel ich diese Reste gegenwärtig beur- 
theilen kann, scheinen sie mir ziemlich unsicher. 

4 ) Aus dem nordamerikanischen Tertiär — Grönland ausgenommen — sind Liriodendron- 
Reste nicht bekannt geworden. 

5 ) Ich halte es nicht für überflüssig, zu erwähnen, dass die Unterscheidung von Arten in der 
fossilen Pflanzenwelt auf Grund ihrer Reste zumeist eine sehr missliche Sache ist. Es empfiehlt sich 
im Allgemeinen, den Artbegritt* bei fossilen Pflanzen möglichst weit zu fassen. Doch muss danu auf 
möglichst genaue Beschreibung der Formelemente Gewicht gelegt werden. Wie eine Ueberlegung des 
Sachverhaltes lehrt, kann man dem Artbegriff — wofern er überhaupt fassbar ist — bei fossilen 
Pflanzen nahe kommen, wenn man 1. genau das Alter der pflanzenführenden Schichten der verschie- 
denen Localitäten festgestellt hat und 2. die in den gleichalterigen Schichten der Localitäten vor- 
kommenden Formelemente genau kennt. 



Fridolin Ki;isMi 



81 



uns LiriotU nihoit Meefcti Heer 1 ) entgegen. Bs sind Abdrücke, welche auf zwei- 
lappige oder undeutlich vierlappige Blätter hinweisen, «Ii«- Lappen enoheinen 
gerundet, nicht spitz. Liriodendron Meekn besass also Laub wie gewisse Form- 
elemente von Liriodmdron tuiipifera, die wir in die Categorie I und Ii unserer 
rebersieht gebracht haben. (Vergl. untenstehende Abbildung a, b f c, d.) Aehnlioh 
liegen die Verhältnisse bei Liriodendron prwutevumt Newh 

In den eoc&nen Ablagerungen von Bournemouth erschein! LiriodeHdrofi 
Gardneri Sap.*) l>ie unteren Lappen erscheinen wei< vorgezogen und assymme- 
triseli. die Ausbuchtung zwischen ihnen und deu oberen tief eingezogen. An 
Liriodendron ttdijtifcrn L. habe ich ein einziges Blatt von diesem Typus vor- 
gefunden. 

Liriodendron islcoidieum Sap. et Mar. aus dem .älteren Tertiär [slandfl 
weist spitze Lappen auf und erscheint undeutlich sechslappig. Seine lia>i- ist 




nahezu herzförmig. Vergleiche unsere Figur f, welche das Schema jenes Form- 
elementes von Liriodendron tuiipifera darstellt, welches wir sub III b) charaktei i- 
sirt haben. 3 ) 

Liriodendron helveticum Heer 4 ) von Eriz in der Schweizer Molasse stellt 
ein Formelement des Liriodendron-L&uhes dar, wie es annähernd auch an Lirio- 
dendron tuiipifera auftreten kann. Es sind dies die Blätter mit vier spitzen 
Lappen und ziemlich steiler, keilförmiger Basis. (Vergl. unsere Figur e, g, h.) 

Liriodendron Procaccinii Unger von Sinigaglia, wovon Massalougo die 
var. obtusilobum a. subtenuatum, ß. rotundatam, ferner acutüobum und incisum 
beschreibt, zeigt an den verschiedenen Blättern, die jedoch durchaus vierlappig 

') Abbildung siehe Saporta, Origine paleontologi'iue des arbres etc., p, 267. 

2 ) Abbildung siebe Saporta, L. ©., p. 269. 

3 ) Abbildung von Liriodendron islandiatm siebe Saporta, I.e., p. 269. 

4 ) Abbildung siebe Saporta, I.e., p. 269. 

Z. B. Ges. B. XL. Sitz.-Ber. K 



62 



Versammlung am 5. November 1800. 



erscheinen, die Spitze bald mehr, bald weniger tief eingeschnitten, die Seiten- 
lappen sind mehr oder weniger spitz, deren Spitze bald aufwärts, bald abwärts 
(var. incisum Mass.) gerichtet. Die Blattbasis ist durchaus keilig. am steilsten 
bei var. acutüobum Mass. Die letztere repräsentirt das Formelement von Lirio- 
dendron helveticum und wird dieses daher von Massalongo 1 ) als Varietät von 
Liriodendron Procaccinii Unger betrachtet. Die Formelemente von Liriodendron 
Procaccinii Unger erscheinen auch am reconten Liriodendron tulipifera L. Es 
sind die Blattformen, die wir sub III a) verzeichnet haben. 

Aus dem Pliocän von Meximieux hat Saport a ein Liriodendron-Blntt 2 ) 
(Liriodendron Procaccinii Unger var.) bekannt gemacht, welches zweilappig er- 
scheint, die eine Blatthälfte trägt jedoch die Tendenz zur Zweilappigkeit ausge- 
prägt an sich. Ks erinnert dieses Blatt sonach an die Formelemente von Lirio- 
dendron Meeläi. Am recenten Tulpenbaum kommeu ganz analoge Formelemente 
vor. (Vergl. unsere Figur i, fe.) 

Vergleichen wir die Formelemente des Laubes des bei uns cultivirten 
Tulpenbaumes mit den Abdrücken der fossilen Liriodendron-Bläiter, so finden 
wir alle fossilen „Arten" wieder. Die Hauptmasse des Laubes weist die Form- 
elemente des tertiären Tulpenbaumes auf. Häufig begegnen wir auch den 
Formelementen von Liriodendron Meekii, also denen des Liriodendron der 
Kreidezeit, 

Durch diese Umstände Avird aber auch die generische Bestimmung der 
fossilen Liriodendron-Biiittcv bestätigt. 

Schliesslich will ich noch bemerken, dass die regressiven Formelemente 
des Liriodendron-L&uhes. namentlich jene, welche auf die Kreidezeit zurück- 
greifen, häufig sehr geringe Dimensionen haben. Der Medianus ist in gedachtem 
Falle oft nur 2 cm lang. 

Da meine Untersuchungen über Liriodendron bezüglich einiger Punkte 
erst im nächsten Sommer abgeschlossen werden können, behalte ich mir weitere 
Mittheilungen vor. 

Hierauf hielt Herr Dr. M. Kronfeld einen Vortrag unter 
dem Titel: „Aus der Geschichte des Schönbrunner Gartens". 

Das herrliche Exemplar der Livistona chinensis im neuen Palmenhause 
zu Schönbrunn wird traditionsgemäss als Maria Theresia- Palme bezeichnet. 
Allein dasselbe kann frühestens erst acht Jahre nach dem Tode der Kaiserin in 
Schönbrunn eingelangt sein; es entstammt nämlich jener Sendung von Pflanzen 
und Thieren, welche der wackere Gärtner und nachmalige Gartendirector Franz 
Boos über das Cap der guten Hoffnung nach Wien dirigirte. Da wir leider kein 
Verzeichniss der in Schönbrunn zwischen 1753 und 1799 cultivirten Gewächse 



') Massalongo, Flora foss. Senog., p. 311. 
2 ) Abbildung bei Saporta, 1. c, p. 269. 



K. v. Wtttittln. 



beaitsen, 1 ) sind wir, anlangend die Deutung dieser Palme, auf Vernrathungen be- 
Bchrinkt. Am ehesten wird die eigentliche Ifaria Theresia- Palms jener indische 
Baum gewesen sein, welcher 1684 in den Besiti Wilhelms ?on Oranien gelangte, 
dann Eigenthum Friedrichs und Friedrich Wilhelms von Preussen wurde und ron 
Letzterem an den holländischen Gärtner Adrian yan Steokhoven kam (1789) 
Als dieser im Jahre 1758 den £>chönbrunner Garten anlegte, sohaffte er, mil 
anderen Gewachsen aus Holland, die berühmte Palme nach Schönhrunn. Weis- 
kern in seiner Topographie Niederösterreichs erzählt, dass die Schonbrunner 
Palme — als erste in Europa, was nicht richtig ist! — im Jahre 1765 geblfihi 
nahe. Reichardt nimmt an, dass diese Palme mit Chamaerops excelsa Thunb. 
identisch gewesen sei. Dem steht aber entgegen, dass Jacquin von einer Co? 
rypha umbractdifera aus Indien spricht, welche seit Gründung des Schönbrunner 
Gartens in demselben stand. 

Ferner legte der Vortragende ein sehr sauber geschriebenes handschrift- 
liches Veneichniss der 1790 im „hollaendisch-botanischen Hoffgarten zu Schönbrun" 
( ultivirten Gewächse vor. Dasselbe ist von Franz Boos abgefasst und enthält 
800 Pflanzengattungen in mehr als 4000 Arten. Der Vortragende beabsichtigt, 
dieses Verzeichniss zu publiciren, sowie das Leben und Wirken des verdienstvollen 
Franz Boos — als Excurs zur Epoche Jacquin's — ausführlich darzustellen. 

Herr Dr. ß. v. Wettstein besprach den Inhalt einer von ihm 
in den Berichten der deutschen botanischen Gesellschaft publicirten 
Abhandlang, betitelt: „Zur Morphologie der Staminodien von 
Parnassia palustris L. u . 

Der Vortragende fand zwei Blüthen von Parnassia mit abnormen Stamino- 
dien („Nectarien*') und Staubgefässen. Dieselben stellten eine ganz allmälig in 
einander übergehende Forinenreihe vom fertilen Stamen zum normalen Nectariuni 
dar, so dass sich nicht nur die schon von Drude nachgewiesene Staminodien- 
natur der Drüsenbüschel deutlich erkennen liess, sondern es auch möglich war, den 
morphologischen Werth jedes Theiles derselben deutlich zu erkennen. Darnach 
ist nicht jedes Drüsenbüschel gleich werthig einem durch Chorise entstandenen 
Bündel von Staubgefässen, sondern einem einzigen ungetheilten 
Stamen, dessen Filament, respective Connectif in dem mittelsten 
Tentakel erhalten ist, während die Summe der seitlichen Stiel- 
drüsen je einer Anthere entspricht. Durch diese Thatsache erhält die 
Stellung der Parnassiaceen in die Reihe der Saxifrageen eine neue Stütze, 
während für die Annahme einer Verwandtschaft mit den Hypericaceen eines 
der wichtigsten Motive wegfällt. 

Ferner berichtete der Genannte im Anschlüsse an seinen im 
Frühjahre d. J. gehaltenen A^ortrag über „Cytisus Laburnum u über 

') Es waren wohl handschriftliche Indices vorhanden, aher dieselben geriethen mit dem Tode 
A. van Steckhoven's in Verstoss. Aus dem Jahre 1799 liegt mir ein sorgfaltig geschriebener Index 
von Boos vor (s. oben). 

K* 



64 



Versammlung am 3. December 1890. 



die Kesultate seiner den Cytisus Alschingeri Vis. betreffenden 
Untersuchungen. 

Der Vortragende kam nach Untersuchung von Original-Exemplaren, spe'ciell 
nach Besichtigung desjenigen Exemplares im botanischen Garten zu Padua, nach 
dem Visiani seine Beschreibung gab, zu dem Ergebnisse, dass diese Pflanze 
identisch ist mit jener Unterart des Cytisus Labwrnum, welche im Süden der 
Alpen von der Südschweiz. Südtirol bis über Italien, Istrien und Norddalmatien 
verbreitet ist. Diese Unterart hat demnach den Namen Cytisus Alschingeri Vis. 
zu führen (Syn. : Cytisus Laburnum Hausm., Gremli pro p., aut. Ital.). 



Versammlung am 3. December 1890. 

Vorsitzender: Herr Anton Pelikan Freih. v. Plauenwald. 



Eingesendete Gegenstände : 

20 Schmetterlinge für Schulen von Herrn Anton Metzger. 
100 Schmetterlinge für Schulen von Herrn A. Ptogenhofer. 



Herr Prof. C. Grobben trug die Kesultate der Bütschli- 
schen Untersuchungen über den Zellkern der Bakterien und 
verwandter Formen vor und die sich aus diesen Funden, sowie aus 
der Erwägung über die in neuerer Zeit dem Kern zugeschriebene 
Bedeutung ergebende Schlussfolgerung, dass die Urorganismen nicht 
kernlos gewesen sein dürften. Es erscheint die Annahme begrün- 
deter, dass gerade umgekehrt der Körper der Urorganismen — viel- 
leicht ausschliesslich — aus Kernsubstanz bestanden und der Plasma- 
leib erst unter dem Einflüsse des Zellkerns sich gebildet habe. 



Herr Dr. R. v. Wettstein hielt einen Vortrag: „Ueber Picea 
Omorica Panc. und deren Bedeutung für die Geschichte 
der Pflanzenwelt". 

Ausgehend von der Nothwendigkeit, der Erforschung der Geschichte unserer 
Pflanzenwelt grössere Aufmerksamkeit zuzuwenden, hat der Vortragende die im 
Titel genannte Pflanze, wolche einige nicht unwichtige Aufklärungen in dieser 



Fr. Tin) in um. 



Einsicht versprach, zum Gegeustande seiner Untersuchungen gemacht. Ex rachte 
sio im Vergangenen Sommer in Ostbosnien auf, setzte das Verbreitungsgebiet in 
Bosnien fest und stellte Beobachtungen an Ort und Stelle und an mitgebrachten] 
Materials an. Eine monographische Bearbeitung Beiner Resultate gedenkl der 
Vortiagende der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien zu überreichen. 
kvs den Resultaten derselben mag Folgendes herTorgehoben ff erden : Picea Omorica 
ist auf iwei kleine Verbreitungsgebiete beschrankt, das eine davon Lieg! an der 
Gtrense von Bosnien und Serbien, das zweite im Bhodope-Gebirge in Bulgarien 1 ). 
Was die systematische Stellung der Art anbelangt, so lehrt der morphologische 
und anatomische Bau, dass sie am nächsten verwandt ist mit der ostasiatischen 
Picea Ajanensis, Picea Qlehnii und der nordamerikanischen Picea Sitkaeneis 
Andererseits zeigen sich deutlich verwandtschaftliche Beziehungen zu Picea excelsa. 
Durch ihre systematische Stellung weist die Omonca-Fichte auf ein Florengebiet 
hin, dessen Elemente in der europäischen Tertiärflora deutlich vertreten waren. 
Fossil ist eine der Picea Omorica sehr nahe stehende Form in der Picea Engleri 
Conw. aus dem Bernsteine des Sanilandes erhalten. Zahlreiche mit Picea Omorica 
vorkommende Arten weisen ähnliche verwandtschaftliche Beziehungen auf. Auf 
Grund dieser und anderer Thatsachen sieht der Vortragende in der Omorica- 
Fichte einen Relict der Tertiärzeit, der in den östlich der Alpen 
gelegenen, von der Vergletscherung der Eiszeit nicht betroffenen 
Gebirgen erhalten blieb und jenen Typus repräsentirt, aus dem wahrscheinlich 
unsere Fichte sich herausbildete. Eine analoge Geschichte lässt sich für zahlreiche 
jener Pflanzen nachweisen, welche die Flora der Ostalpen und der angrenzenden 
Gebirge charakterisiren. 



Herr Dr. Carl Fritsch besprach unter gleichzeitiger Vor- 
zeigung des eingesendeten Demonstrationsmateriales die nachfolgen- 
den brieflichen Mittheilungen des Herrn Prof. Dr. Fr. Thomas in 
Ohrdruf: 

1. Weiteres Uber Cecidomyia Pseudococcus Thomas. 

Seit Abfassung der Beschreibung von Larve und Lebensweise dieser Gall- 
mücke (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1890, S. 301) habe ich 
nach einigen Richtungen hin meine Kenntnisse zu erweitern vermocht. 

Die Verbreitung des Thieres scheint sich über ganz Mitteleuropa zu er- 
strecken. Auf einer im October d. J. unternommenen Reise konnte ich das Vor- 
kommen constatiren in der Schweiz für Zürich (auf der Höhe des Uetli, im Niveau 
des grossen Hotels) und Burgdorf bei Bern (am Graben unweit der Emme, auf- 
genommen in Gemeinschaft mit Herrn Robert Halle r), in Lothringen für Bitsch 
und Metz (Schiessstände zwischen dem Deutschen und Mazeller Thor), endlich für 
Giessen (botanischer Garten) und Cassel (am Kratzenberg in Gemeinschaft mit 



') Diese Angabe beruht auf einer Mitteilung des Herrn Prof. Dr. F. Cohn in Breslau. 



66 



Versammlung am 3. December 1890. 



Herrn Dr. 0. Uhl worin aufgefunden). Das Verdienst, für Oesterreich das Vor- 
kommen zuerst constatirt zu haben, kommt Herrn Dr. 0. Nickerl in Prag zu, 
der auf meine Bitte hin darnach suchte und die Mückenlarven in sehr grosser 
Menge im Walde bei Krtseh unweit Prag fand. 

Ferner habe ich die Untersuchungslücke bezüglich der Bildung der Scluitz- 
decke der Larve durch Beobachtung eines früheren Stadiums zwar nicht ganz 
auszufüllen, aber doch zu verringern vermocht, Die am 1. September d. J. bei 
Ohrdruf gefundenen Larven lagen zwischen der Hülle mit den Epidermishaaren 
einerseits und der geschlossenen Schicht von Oberhautzellen andererseits, wodurch 
die früher von mir (1. c, S. 304) gemachte Annahme einer blasigen Hebung der 
Epidermis und einer subepidermalen Lage der Larve hinfällig wird. Dass einzelne 
Blatthaare von Salix Caprea wegen der geringen Einsenkimg ihres Bulbus sich 
ausheben lassen, ohne zerbrechen zu müssen, davon kann man sich schon durch 
Ueberstreichen der Blätter mit einem weichen Pinsel überzeigen. Wie aber die 
Larve bei dieser Pelzmantelfabrikation verfährt, ist noch zu verfolgen. Vielleicht 
werden die Haare zunächst von einer durch die Larve secernirten Substanz 
(Spinnstoff?) an ihrer Basis umschlossen (auch in ihrem Zusammenhange mit 
der Epidermis durch chemische Einwirkung gelockert) und dann mit dem 
erhärteten Secret zugleich gehoben, welches die Grundlage der coconartigen 
Hülle bildet. 

Zur Beschreibung der Larve erhielt ich von Herrn Ew. H. Rübsaamen 
folgende Ergänzungen, welche das Ergebniss seiner Untersuchungen an dem zu 
Anfang November bei Prag gesammelten Materiale sind. 

„Kopf gewöhnlich eingezogen, Fühler kurz; Kiefergerüste blass. Das 
2. Segment (der Kopf als erstes gerechnet) trägt zwei dunkel carminrothe Augen- 
Hecke; da das 2. Segment aber gewöhnlich unter das 3. zurückgezogen ist, so 
hat es bei durchscheinendem Lichte den Anschein, als ob die Augennecke sich 
auf dem 3. Segmente befänden. 3. Segment chagrinirt, aber wohl kaum wie die 
übrigen mit Dörnchen besetzt. In der Nähe des vorderen Randes befindet sich 
eine Reihe kurzer Borsten, von denen jede auf einem kleinen Höcker steht ; solche 
Borsten befinden sich an allen übrigen Segmenten. Da die Borsten aber wenig 
länger sind als die Dörnchen, so sind sie schwer wahrnehmbar. Solche Borsten- 
reihen finden sich bei allen Larven der Gattung Cecidomyia; die Angaben mancher 
Autoren, nach welchen an jeder Seite eines Segmentes ein Börstchen steht, be- 
ruhen jedenfalls auf flüchtigen Untersuchungen. Am 3. und 13. (also vorletzten!) 
Segmente sind die Borsten am deutlichsten. Letztes Segment kürzer bedornt als 
die vorhergehenden; Borsten ebenfalls kurz, aber daran erkenntlich, dass sie 
anders gebaut sind als die Dornen. Das letzte Segment endet jederseits in einen 
stumpfen Lappen, was, wie schon Mik erwähnt, ein charakteristisches Merkmal 
der Larven der Gattung Cecidomyia ist, An diesen Lappen befinden sich die 
Börstchen. An jeder Seite der Brustgräte, etwas tiefer stehend als die äusserste 
Spitze der Lappen, stehen zwei umhofte Sternalpapillen (Papillae sternales). 
Oberhalb dieser Papillen befindet sich ein kurzer, nach oben verjüngter Höcker. 
(Dieser Höcker ist bisher an keiner Larve beobachtet worden. Ebenso ist bis 



A. KorpiiIi» f «< i . 



jetzt keine Larve bekannt geworden, bei «reicher i « • 1 1 an jeder Seite iwei Papillen 
helfenden. Conf. Mik and Waohtl.) Am vorletzten Segmente ->i m 1 die Stigmen 
naeh hinten ^richtet. l>as lri/.tc Segment i-t gewöhnlich unter dai rorletite 
tu rückgezogen. Nur bei einem gewissen Drucke treten Kopf, iweites und letetefl 
Segment hervor". 

'2. Zur Calycanthemie ron Soldanella, 

Zu der von Herrn Dr. ('. Fritseli kürzlich in diesen Sitzungsberichten 
s. 52 gegebenen und von einer Abbildung begleiteten Beschreibung habe loh hinzu 
zufügen, dass zwar nicht aus Oesterreich, aber ans der Schweiz die gleiche De- 
formation von mir 1886 bereits beschrieben worden ist (Mittheil, des Hotan. Ver. 
für Qeaammtthüringen, IV, S. 92, abgedruckt im Borau. Centralbl., XXVII, s. :>li>). 
Das von Fräulein Evsn abgebildete Exemplar erreicht noch nicht denjenigen 
Grad von Ausbildung, den ich als den höchsten beschrieb, und der zugleich der 
schönste ist. so dass sich das Sprachgefühl sträubt, ein solches Exemplar monströs 
zu nennen. Auch in der Schweiz war es das Auge einer Dame von ungewöhnlicher 
künstlerischer Begabung, welches die besten Exemplare erspähte. 



Ferner legte der Secretär Herr Dr. Carl Fritsch ein Manu* 
script von J. Dörfler vor, betitelt: „Beitrag zur Flora von Ober- 
österreich*. (Siehe Abhandlungen, Seite 501.) 

Zu Vice-Präsidenten für das Jahr 1891 wurden in dieser Ver- 
sammlung gewählt die P. T. Herren: 

Boehm, Dr. Josef. Mayr, Dr. Gustav. 

Brunner v. Wattenwyl, Dr. C. I Mik Josef. 

Kornhub er, Dr. Andreas. Ostermeyer, Dr. Franz. 

Als Scrutatoren fnngirten die Herren J. Kolazy, G. Protits 
und C. Rechinger. 



Zoologischer Discussionsabend am 14. November 1890. 

Herr Dr. J. Schneider hielt einen Vortrag: „Ueber die 
Richtungskörper". 

Hierauf sprach Herr Custos A. Rogenhofer über neuere 
Beobachtungen, betreffend: Die Befruchtung der Blumen durch 
Insecten und das Festhalten der letzteren durch sogenan nt e 
Klemmkörper. 



68 



Versammlung am 8. December 1890. 



Herr Gross in Garsten überschickte dem Vortragenden einen Sphinx 
pinastri L., der an den Palpen die Pollinien von Piatanthera bifolia festsitzend 
trug; bekanntlich können Orchideenblüthen nur von langrüsseligen Schwärmern 
besaugt werden, da der lange Sporn für Bienen viel zu eng ist. 

Weiters erhielt er von demselben Correspondenten Plasia gamma L., die 
an den Blüthen einer Asclepiadee, Aranja (Physianthus Mart.) albens Decsn., 
Abends schwärmend beobachtet wurden, am anderen Morgen mit der Spitze des 
Saugrüssels festgehalten, todt an den Blumen hingen. 1 ) Die Thiere wurden un- 
zweifelhaft durch die Klemmkörper festgebannt und büssten ihre Lust im Nectar 
mit dem Tode. Kräftige Hummeln mit weniger langem Rüssel reissen die Klemm- 
körper 2 ) mit sich fort, während es den schwächeren Honigbienen ähnlich wie 
Phtsia gamma ergeht, daher mit Becht die Asclepiadeen von den Imkern aus 
der Nähe der Bienenstände verbannt sind. 



Botanischer Discussionsabend am 21. November 1890. 

Herr Dr. R. v. Wettstein sprach über die einheimischen 
Betitlet - Arten. 

Er entwickelte die vorläufigen Ergebnisse seiner im Laufe des heurigen 
Sommers angestellten Untersuchungen, die zum Theile vollkommen mit jenen zu- 
sammenfallen, welche Haussknecht soeben in den Schriften des Botanischen 
Vereins für Gesammtthüringen veröffentlichte. 

Er wies zunächst darauf hin, dass trotz aller Einwendungen aus der Gruppe 
der Bcüda alba zwei Arten, nämlich Betula verrucosa Ehrh. und Betula pube- 
scens Ehrh., stets mit vollkommener Sicherheit zu unterscheiden sind und führte 
die unterscheidenden, im Blüthen- und Fruchtbaue gelegenen Merkmale an; die von 
der Behaarung und der Blattform abgeleiteten Merkmale sind weniger verlässlich. 

Die so häufige Verwechslung der beiden Arten und die Behauptung, sie 
gingen in einander über, beruhen einerseits auf dem Vorkommen zahlreicher 
Variationen, andererseits auf der Existenz von Hybriden. 

Von den Variationen der beiden Arten sind viele schon beschrieben und 
benannt worden. Der Vortragende führte die wichtigsten der in Oesterreich- 
Ungarn vorkommenden auf. Auf Grund eines genauen Studiums dieser Variationen 
ist Vortragender zu dem Eesultate gekommen, dass theilweise dieselben mit 
der Geschlechtsvertheilung im Zusammenhange stehen. Es gibt ausser den ein- 
häusigen Formen beider Arten auch solche, die vorherrschend oder ganz männ- 
lich sind, ferner solche, die überwiegend oder ganz weiblich sind. Vortragender 

!) In der Gartenflora, 39. Bd., 1890, Heft 22, S. 608 erwähnt Stein unter dem Titel: Ein 
neuer Insectenfänger, dass dieselbe Pflanze Ameisen in ähnlicher Weise fängt, die wahrscheinlich 
durch den ausgeschiedenen Kautschuksaft kleben bleiben. 

2 ) Herrn. Müller bildet in: Die Befruchtung der Blumen durch Insecten etc., S. 387, einen 
Schmettcrlingsfuss mit \1 anhaftenden Klemmkörpern ab. 



\ iili:m<r 



beobaehtete, »lass die männlichen Exemplare in der Regel kleinere and schmal« re 
Btttter Kragen als weibliche and empfiehl! diesen Umstand der besonderen he 
aohtwng der Botaniker. 

Was das Vorkommen von Hybriden anbelangt, -n sind solche Bchon wieder- 
holt beschrieben worden; Haussknecht gebührt das Verdienst, die beiüglicbe 
Literatur und Nomenclatur genau gesichtet zu haben. I>ie Hybride swischen 
Betula pubeneens und verruco8a t welche nach Beobachtungen des Vortragenden 
auffallend weniger fruchtbar ist als die Stammarten, hat den Namen Bettlia 
hybrida Beelist. zu führen. Sie ist dort, wo jene zusammen vorkommen, durchaus 
nicht selten. Vortragender sah sie aus dem Gebiete der österreichisch-ungarischen 
Monarchie von folgenden Orten: (Jschnitzthal in Tirol (Wettstein, 1890), 
Steinach in Tirol (Wettstein, 1890), Kranebitten bei Innsbruck (Kei ner, l,x7: > »), 
Adinont in Steiermark (Krem er, 1881). 

Hierauf referirte Herr Dr. Carl Fritsch über den eben er- 
schienenen ersten Band von Beck's „Flora von Niederösterreich". 



Anhang. 
Geschenke für die Bibliothek 

im Jahre 1890. 

Brauer, Prof. Dr. Friedr. et Bergenstamm J. Edl. v. Die Zweiflügler des kais. 
Museums in Wien; IV.: Vorarbeiten zu einer Monographie der Muscaria 
schizometopa, excl. Anthomyidae. Wien, 1889. Von den Verfassern. 

Raimann, Dr. Rudolf. Ueber unverholzte Elemente in der innersten Xylemzone 
der Dieotjledonen. 

— Ueber einige Krankheitserscheinungen der Nadelhölzer. Vom Verfasser. 
Berlese, Dr. A. N. et Bresadola, Ab. G. Micromycetes Tridentini, contribu- 
zione allo studio dei funghi microscopici del Trentino. Rovereto, 1889. 

Vom Ab. G. Bresadola. 
Distant W. L. A Monograph of Oriental Cicadidae. London, 1889. 

Vom Indian Museum of Calcutta. 
Tagblatt der 54. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Salz- 
burg 1881. 

Mittheilungen der Section für Naturkunde des Oesterreichischen Touristen- 
Club. 1. Jahrgang. Wien, 1889. Von Herrn Josef Kaufmann. 

Fritsch Dr. Carl. Beiträge zur Kenntniss der Chrysobalanaceen. II. Descriptio 
specierum novarum Hirtellae, Couepiae, Parinarü. Wien, 1890. 

Vom Verfasser. 

Z. B. Ges. B. XL. Sitz.-Ber. L 



70 



Geschenke für die Bibliothek. 



Redtenbacher Josef. Die Dermapteren und Orthopteren des Erzherzogthums 
Oesterreich. Wien, 1889. Vom Verfasser. 

Koehne Emil. Die Gattungen der Pomaceen. Berlin, 1890. Vom Verfasser. 

Maximowicz C. J. Enumeratio plantarum hucusque in Mongolia nec non 
adjacente parte Turkestaniae sinensis lectarum. Fase. I. St. Petersburg, 1889. 

— Flora tangutica. Fase. I. St. Petersburg, 1889. Vom Verfasser. 
Prudhomme de Borre Alf. Materiaux pour la faune entomologique des 

Flandres. Bruxelles, 1890. Vom Verfasser. 

Wettstein Dr. Richard v. Studien über die Gattungen Cephalanthera, Epi- 
pactis und Limodorum. 

— Untersuchungen über Nigritella angustifolia Rieh. Vom Verfasser. 
Wiesbaur J. Prioritätszweifel über Dianthus Lumnitzeri und Viola Wies- 

bauriana. 

— Die Rosenflora von Travnik in Bosnien. 

— Ergänzungen zur Rosenflora von Travnik in Bosnien. 

— Einiges über Veilchen. 

— Neue Rosen vom östlichen Erzgebirge. Vom Verfasser. 
Kanitz Dr. Aug. Cardinal -Erzbischof Dr. Ludwig Haynald als Botaniker. 

Budapest, 1890. Von Herrn J. A. Knapp. 

Rogenhof er AI. Afrikanische Schmetterlinge des k. k. naturhistorischen Hof- 
museums. I. Wien, 1890. Vom Verfasser. 

Bramson K. L. Die Tagfalter Europas und des Caucasus, analytisch bearbeitet. 
Kiew. 1890. Vom Verfasser. 

Thümen Felix v. Russthau und Schwärze. Neue Beobachtungen und zusammen- 
fassende Mittheilung über die unter dem Namen „Russthau", „Schwärze" etc. 
bekannten Krankheiten unserer Culturgewächse. Klosterneuburg, 1890. 

Vom Verfasser. 

Arnold Dr. F. Die Lichenen des fränkischen Jura. 1890. Vom Verfasser. 

Zahlbruckner Dr. A. Prodromus einer Flechtenflora Bosniens und der Herze- 
gowina. Wien, 1890. Vom Verfasser. 

Tschusi zu Schmidhoffen Victor R. v. Das Steppenhuhn (Syrrhaptes para- 
doxes Pall.) in Oesterreich-Ungarn. Eine ornithologische Studie. Graz, 
1890. Vom Verfasser. 

Richter Dr. C. Plantae europeae. Enumeratio systematica et synonymica plan- 
tarum phanerogamicarum in Europa sponte crescentium vel mere inquili- 
narum. Leipzig, 1890. Vom Verfasser. 

Beck v. Manna getta, Dr. Günther Ritter. Flora von Niederösterreich. I. Hälfte. 
Wien, 1890. Druck und Verlag von Carl Gerold 's Sohn. 

Von der Verlagshandluug. 



\ 



Weitere Beiträge zur Kenntniss der Pleurophyllidien. 

Von 

Dr. Rudolph Bergh 

in Kopenhagen. 

(Mit Tafel I und II.) 



(Vorgelegt in der Versammlung ara (>. November 1889.) 



Farn. Pleurophyllidiadae. 

Vi. Bergh, Beiträge zur Kenntniss der japanischen Nudibranchien, I, iu 
Verhaudl. der k. k. zool.-botau. Gesellsch. iu Wien, XXX, 1880, 
S. 172—180. 

Seit meiner vor mehr als zwei Jahrzehnten (1866) erschienenen Mono- 
graphie der Pleurophyllidien hat sich die Kenntniss dieser Gruppe, welche schon 
zu einem gewissen Umfange angewachsen ist, bedeutend erweitert, 

Es hat sich bei der Untersuchung neuer hinzugekommener Arten, somit 
auch bei der der unten stehenden, immer bestätigt, dass dieselben durch ihre 
Zungenbewaffnung so scharf von einander specifisch ausgeprägt 
sind, wie eine solche Differenz sonst bei keiner Gruppe der Nudibranchien nach- 
gewiesen ist. 

Untenstehend eine systematische Uebersicht der ganzen Gruppe. 

I. Pleurophyllidia Meckel. 

E. Bergh, Neue Beiträge zur Kenntniss der Pleurophyllidien in Malako- 
zoolog. Bl. f. 1876, XXIII, S. 2. 

a) Species lineatae. 

1. PI, wndulata (Meckel). 

Mare mediterr. 

2. PI, Loveni Bgh. 

Mare atlant, boreale. 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 1 



2 



Rudolph Bergh. 



3. PI. califovnica Cooper. 

Mare pacif. or. 

4. PI. Natalensis Bgh. 

Mare indicum occ. 

5. PI. taeniolata Bgh. 

Mare indicum occ. 

6. PI. Petersi Bgh. 

Mare indicum occ. 

7. PI. gracilis Bgh. 

Mare indicum. 

8. PI. formosa (Kelaart). 

Mare indicum. 

9. PI. ceylanica Bgh. n. sp. 

Mare indicum. 

10. PI. lugubris Bgh. 

Mare philipp. 

11. PI. Semperi Bgh. 

Mare philipp. 

12. PI. Vancouveriensis Bgh. 

Mare pacif. 

13. PI. cygnea Bgh. 

Mare pacif. 

14. PI. Muelleri Iher. ') 

Mare atlant. occ. 

15. PI. palUda Bgh. 

Mare pacif. 
IG. PI. rubida Gould. 
Mare pacif. 

17. PI. comta Bgh. 

Mare japonicum. 

18. PI Cucierii d'Orh. 

Mare pacif. or. 

b) Species verrucosae. 

19. PI. pustulosa Schultz. 

PI. ocellata Desh. 
PI. verrucosa Cantr. 
Mare mediterr. 

20. PI marmorata Kelaart. 

Mare indicum. 



') Vgl. Iher in g, Zur Kenntniss der Nudibranchien der brasilianischen Kfiste in Jahrb. d. 
deutschen inalakol. Gesellsch., XIII, 1886, S. 223—228, Taf. IX, Fig. 1. 



Witten BeHrife rar («nntniu im Plraroplkylliditn. 



8 



II. Llnguella Blainv. 

S meara Bgh. 

f& l. o., L876, S. 4. 

21. L. quadrilatet^aMs Bgh. 

Miiir iudicum. 

22. L. iaif« Bgh. 

Maro japouicum. 

23. L. punctilucetis Bgh. 

.Alan 1 ehiueuse. 

24. /.. fallaoc Bgh. 

Marc japouicum. 

25. />. Sarasinicu Bgh. n. sp. 

Mare ceylanicum. 

III. Camarga Bgh. 

Vgl. L c, 1870. S. 4. 

26. C marginata. (Orsted.). 



Pleurophyllidia Meckel. 

1. Pleurophyllidia californica Cooper. 

PI. californica J. G. Cooper, Proc. Calif. Acad. N. Sc. Nvbr. 3, 1802, 
p. 202—207. 

— R. Bergh, Bidr. til eu Monogr. af Pleurophyllidierne. Naturhist. 
Tidsskr., 3 R, IV, 1800, p. 33-34. 

Hab. Oe. paeific. or. (ad Californiam). 

Taf. I, Fig. 1—14; Taf. II, Fig. 1—2. 

Im Berliner Museum fand ich (im September 1884) zwei Individuen einer 
Pleurophyllidia, die (durch Herrn Forrer) aus dem Küstengebiete von Califor- 
nien herstammten. Das eine wurde mir von Prof. v. Martens zur näheren Onter- 
suehung freundlichst überlassen. — Durch die Freundlichkeit des Herrn W. H. 
Dali erhielt ich 1877 von der California-Universität die (sehr primitiven) Origiual- 
zeichnungen Cooper"s zur Ansicht. Eine colorirte Skizze der ZV. californica 
gibt hier die Unterseite des Thieres (Fuss und Kopfeude) als hell röthlichgelb an; 
die AnalpapüTe ist sehr vortretend. 

Das Thier gehört vielleicht der von Cooper aus deuselben Merresgcg.*nd<-n 
erwähnten PI. californica an; jedenfalls wird die nachstehend beschriebene Thier- 
form wohl diesen Namen in der Zukunft tragen. 

1* 



4 



Rudolph Bcrgh. 



Das in Alkohol gut bewahrte, nur etwas erhärtete Individuum hatte eine 
Länge von fast 3 cm bei einer Breite bis 18 und einer Höhe bis 8 mm. Die 
Breite der Fusssohle beträgt bis 11mm, die des Tentakelsehildes 10 h mm bei 
einer Höhe von 45 mm, die des Mantelgebrämes bis 4 mm. Die Boden färbe des 
Bückens war schwarz, von den gewöhnlichen weisslichen Bändern durchzogen, 
von welchen an der Mitte der Bückenlänge et Ava 36 vorkamen, von denen bei- 
läufig 19 dicker waren; am hinteren Fünftel des Bückens fanden sich nur etwa 18. 
Der Mantelrand war weisslich, mit einer Menge von gelben und gelblichen Punkten 
und Knötchen (Nesselsäcken und hervorgepresstem Inhalt derselben). Die Hinter- 
seite des Tentakelschildes und das Genick schwärzlich; die Gegend der Carunkel 
schwärzlich, an der Spitze weisslich; die Bhinophorien schwärzlich, mit weisslicher 
Spitze. Die Unterseite des Mantelgebrämes mit den Seitenlamellen (hell schmutzig- 
bräunlich-) weisslich; der ganze übrige Körper sammt der Vorderseite des Fühler- 
schildes weisslich; der Fuss undeutlich weiss gerandet. 

Nicht allein in den Farben-, sondern auch in den Form Verhältnissen 
stimmt diese Art mit den typischen, besonders mit der PI Loueni. Der Ten- 
takelschild wie bei jenen, mit gerundeten, lappenartigen (bis 3 mm frei vor- 
tretenden) Ecken; die Carunkel aber fast vollständig fehlend. Die Bhinophorien 
bis 2*5 mm hoch, mit etwa 12 — 15 starken, wieder geklüfteten Blättern. Das 
Genick glatt. Der Bücken wie gewöhnlich, vorne mit kleinem medianem Ein- 
schnitte. Der Bückenrand etwas abgestutzt, nur hinten schärfer; mit Ausnahme 
dieser letzteren Strecke zeigte der Band (und der nächst anstossende Theil der 
Unterseite des Mantelgebrämes) die erwähnten zahlreichen, meistens rundlichen 
und klaffenden Oeffnungen der Nesselsäcke (meistens mit mehr oder weniger vor- 
getriebenem Inhalte). Die Kiemengrube wie gewöhnlich; die Kieme bis etwa 
3'5 mm lang; die Kiemenblätter in einer Anzahl von wenigstens etwa 80, wie es 
schien, von gewöhnlicher Form und von gewöhnlichen Verhältnissen. Ausserhalb der 
Seitenlamellen nur ein schmaler nackter Band; die 3 — 4 vordersten Lamellen 
fast der Länge nach laufend und sich bis an oder in die Kiemenblätter fortsetzend, 
die übrigen (38 — 39) in gewöhnlicher Weise schräge stehend ; sie zeigen sich meistens 
als continuirliche Falten (von einer Höhe bis etwa 0'6 mm), mitunter auch in 
2 — 3 Stücke getheilt; dann und wann alternirten auch kleinere und grössere Blätter, 
die kleineren erstreckten sich mitunter nur halbwegs von aussen nach innen; an 
dem letzten etwa Neuntel der ganzen Körperlänge kamen keine Lamellen vor. Die 
Analpapille dicht hinter der Mitte der Körperlänge liegend, ziemlich stark (etwa 
1 mm) vortretend. Die Nierenpore konnte nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden, 
schien sich aber etwa an der Mitte zwischen Anal- und Genitalpapille nach oben zu 
finden. Die Genitalpapille stark zusammengezogen unter dem hintersten Theile 
der Kieme liegend. Der Fuss nach hinten allmälig zugespitzt, im Vorderrande 
eine ganz feine Furche, die Fussecken sehr kurz und spitz zulaufend ; das Fussgebräme 
bis 2'3 mm breit; die mediane (hintere) Furche der Fusssohle kaum angedeutet. 

Die Eingeweide (vordere Genitalmasse) vorne an der rechten Seite und 
vorne an der Fusssohle undeutlich durchschimmernd. Die Lage Verhältnisse 
der Eingeweide wie gewöhnlich. 



w. it. iv iteiiiaRo zur K«' aim Im PlrarophylUdtai 



Das l'entralnorvensy stein stark abgeplattet, wie gewöhnlich, l'i' 1 

oerebro-pleuralen Ganglien kurz-eiförmig, vornt breiter und abgestutzt; «Ii«' au i r 
halb derselben Liegenden pedaleo von rundlichem Umrisse, etwa V4 Grösse 
dar vorigen betragend, swei Nerven abgebend. Die siemliefa lange Conmüssur 
aus den drei gewöhnlichen zusammengesetzt, Die Rieehknoten von rundlichem 
Umrisse, im Grunde der Rhinophorien Liegend. Die buecalen Ganglien von kurz- 
ovalem l'nirisso. Di«» interbuooale Commissur ein wenig Langer als der grösste 
Durchmesser des Ganglions. Die gastro-oesophagalen Ganglien ziemlich Lang* 
stielig, fast kugelförmig, kaum mehr als Ys der Grösse der buecalen betragend; 
au den von denselben abgehenden Nerven kleinere, auch mehrzellige ({anglien. 

Die Augen wie gewöhnlieh am Grunde der Bhinophorien, mit schwarzem 
Pigmente und grosser Linse. Die Ohrblasen mit blassen Otokonien gewöhn- 
licher Art. Der Bau der Bhinophorien der gewöhnliche. 

Der Schlundkopf von gewöhnlicher Form; die Länge etwa 5 mm bei 
einer Breite bis 4 und einer Höhe bis 31 mm. Der Bau desselben und die äusseren 
Formverhaltnisse ganz wie gewöhnlich. x ) Die horugelbeu Maudibeln (Taf. I, 
Fig. 1) ziemlich kurz und ziemlich stark gebogeu; jede etwa 32 mm lang, bei einer 
Breite bis 15 und einer Höhe bis etwa 1 mm; die Schlosspartie (Fig. 1 a) ziem- 
lieh gross, der Kautortsatz (Fig. 1fr) wie gewöhnlich; der Kaurand mit nur weni- 
gen, meistens drei Reihen von Höckern (Fig. 2). Die Cuticula der Mundhöhle 
besonders oberhalb der Zunge stark, gelblich, Längsfalten bildend. Die Zunge 
war von gewöhnlicher kurzer und breiter Form und trug 24 Zahnplattenreihen ; 
weiter nach hinten, unter dem Raspeidaehe und in der Raspelscheide, kauen 
noch 18 entwickelte und 2 unentwickelte Reihen vor; die Gesammtzahl derselben 
war somit 44. Die 12 vordersten Reihen hatten durch Abnützung und Bruch sehr 
gelitten, die vordersten waren jederseits auf einige Seitenplatten reducirt, erst die 
achtzehnte Reihe war beiderseits coniplet. Die Zahnplatten hell horngelb, die 
medianen am stärksten gefärbt, die äussersteu Seitenplatten fast farblos. Die vor- 
dersten medianen Platten von etwa 0*16 mm Breite, die hintersten (jüngsten) bis 
018 mm breit. Die äussersten Seitenzahnplatten von einer zwischen 0'02 und 
0'05 mm schwankenden Höhe; die Höhe der Platten sich allmälig zu beiläufig 
0"18 mm erhebend, die der nächstinnersten betrug 012. und die der innersten sank 
bis 0*08 mm. Die medianen Platten (Fig. 3 a, 4) von gewöhnlicher breiter 
Form, am meisten vielleicht an die der PI. Vaneouverimsis erinnernd, mit stark 
vorspringendem Haken, der in der Nähe seines Grundes einen Dentikel trug; 
ausserhalb desselben (jederseits) 3—4 kurze, starke Dentikel (Fig. 3«). Die erste 
Seitenplatte (Fig. 3 bb, 5, 7 a, 8«) von gewöhnlicher kurzer und plumper 
Form; die unregelmässige subquadratische Grundfläche nach hinten und aussen 
(Fig. 8«) etwas ausgezogen; der über den Hinterrand fast nicht vortretende 
Haken nach innen schief aufsteigend, im Vorderrande etwas ausgekerbt (Fig. 5, 7 a). 
Die zweite Seitenplatte mit viel stärker entwickeltem Haken, der ohne Dentikel 



l ) Vgl. K. Bergh, Anatom. Unters, der Pteurophyttidia förmoM in Verhaudl. der k. k. soafe- 
botan. Gesellsch. in Wien, XIX, 1869, S. 235— 23<J, Tat'. III, Fig. 4, 5, 8. 



6 



Kudolpli Bergh. 



ist (Fig. Sc, 6, 1 b, 8). Die folgenden Seitenplatten alle mit einem gerade nach 
hinten hinausragenden, spitzen Dentikel hinter der Hakenspitze (Fig. 3, 8, 9 — 12) 
am Anssenrande versehen. Hie und da, besonders nach aussen in den Reihen, 
kamen einzelne Platten ohne Dentikel vor (Fig. 12), selten fanden sich deren zwei 
neben einander vor. Mitunter war der Dentikel in zwei, selten in drei kleinere 
zerfallen (Fig. 12). Die zwei äussersten Platten immer ohne Dentikel (Fig. 12 aa); 
die äusserste oft ungewöhnlich klein (Fig. 12 a). Die Anzahl der Seitenzahnplatten 
hinten an der Zuuge und weiter nach hinten etwa 70. Doppelte Zahnplatten 
kamen nicht vor. 

Die (oberen) Speicheldrüsen (Gland. salivales) an gewöhnlicher Stelle, 
die obere Seite des Magens, besonders vorne, mit einem dünnen gelblichen Lager 
überziehend und sich nach hinten (Fig. 13) mit einer dünnen Fortsetzung über 
den Darm hinaus ziehend; die linke grösser als die rechte, beide vorne in der 
Mittellinie zusammenstossend ; unten stossen sie, wenigstens in der hinteren Strecke, 
an die unteren Speicheldrüsen Sie sind aus langen, verästelten, meistens der 
Länge nach gehenden, flachen Läppchen zusammengesetzt. Der Ausführungsgang 
jeder Drüse ziemlich lang. — Die unteren Speicheldrüsen, Mundröhrendrüsen 
(Gland. ptyalinae), an der unteren Seite des Magens liegend und sich weiter nach 
hinten über die Unterseite der vorderen Genitalmasse fortsetzend, kaum von 
anderer Farbe als die oberen, ebenso langgestreckt und abgeplattet, aber schmäler, 
auch von obigem Baue; der Ausführungsgang jeder Drüse lang, unten in die 
Mundröhre einmündend. 

Die Speiseröhre ziemlich kurz. Der grosse Magen, wie gewöhnlich, an 
der linken und unteren Seite der vorderen Genitalmasse und der Zwitterdrüse; 
er nimmt von jeder Seite einen Gallengang auf, der längere rechte mehr nach 
hinten, vor dem Pylorus einmündend. Die Innenseite fast ohne Falten. Der reich- 
liche Inhalt des Magens (und des Magenblindsackes) eine unbestimmbare thierische 
Masse; in derselben ein S mm langer, dünner, spitz zulaufender, etwas biegsamer 
weisslicher Stachel. Das Hinterende des Magens setzt sich in den Haupt gallen- 
gang (oder Magenblind sack) fort, welcher, vorne weiter, im Ganzen aber 
kräftig, nach hinten allmälig verschmälert, sich längs der rechten Hälfte der 
Unterseite der Zwitterdrüse und bis über das Hinterende derselben (wenigstens 
9 mm) hinaus fast bis an den Schwanz fortsetzt. Die Innenseite des Ganges mit 
stärkeren Längsfalten. Von jeder Seite des Ganges gehen mit unregelmässigen 
Zwischenräumen 7 — 9 starke Gallengänge an die Körperwände, die der rechten Seite 
länger als die der linken (Fig. 14 b b). das kurze Hinterende blind und ungetheilt 
endigend (Fig. 14 a). Die Höhle hinten leer. Zwischen dem rechten Gallengange 
des Magens und dem Hauptgallengange geht der (in der ersten Strecke weite) 
Darin rechts ab, steigt hinter der vorderen Genitalmasse hinab und erstreckt 
sich längs der Gegend des Fussrandes, in einer langen Strecke an den Magen- 
blindsack geheftet und die Quergallengäuge von unten deckend, nach hinten, um 
dann schräge an die Analpapille hinaufzusteigen. Die Länge des Darmes betrug 
etwa 12 mm. Innerhalb des Pylorus fängt eine starke Falte au, die sich eine lange 
Strecke durch den Darm hinab fortsetzt; die Innenseite des Darnies sonst ziem- 



Weiten' I^MtniRi" zur Kenntnis^ »|.r IMouropbylUdiOD. 



lieh glatt. Der Hann war f;isi leer. Hit« ( i allengänge, wie sonst meistens bei den 
Pleurophyllidien, ohne Belegung mit Lebenellen. 

Die in den Seitcnlamellen eingeschlossenen und meistens parallel aufstei- 
genden, wenig vorzweigten Leberstamme von gewöhnlichem Bau. Den Cnido 
poren dos Mantelrandes entsprechend zeigen sich in demselben, in gewöhnlichen 
Lageyerhaltnissen zu den Lebersobläuchen, die rundlichen und ovalen Ne&sel- 

säcke, mit gelblichem Inhalte prall gefallt, welcher aus den gewöhnlichen, 
meistens radial zusammengepackten (Fig. 15) Nesselelement en zusammeu- 
gesetzt war, die eine Länge bis etwa O' i mm bei einem Durchmesser bifl 0*(M UMM 
erreichen (Fig. 16). 

Das querovale Pericardium von beiläutig 5 5 mm Breite bei einer Länge 
bis 3 5 mm. Die Vorkammer und die (15 mm lange) Kammer des Herzens wifi 
gewöhnlich. Die median in der Furche der oberen Seite der Zwitterdrüse und 
weiter an der oberen Seite des Magenblindsackes verlaufende Urinkammer von 
beiden Seiten lange, nach hinten und aussen gellende, sich wieder zweigende 
Aeste abgebend. Die Kammer mit Längsfalten der Innenseite; in der Höhle ein- 
zelne grössere und kleinere gelbliche Concremente. Die Nierensubstanz wie 
gewöhnlich. 

Die gelbliche Zwitterdrüse 9 mm lang, bei einer Breite bis 3'5 und einer 
Höhe bis 2 5 m»; in der vorderen linken unteren Hälfte mit einem tiefen, vom 
Magen herrührenden Eindrucke; von gewöhnlichem lappigem Bau; in den Läpp- 
chen grosse oogene Zellen und Zoospermien. Der dünne weissliche Zwitter- 
drüsengang durch die Furche der Unterseite der Zwitterdrüse ihrer ganzen 
Länge nach, verlaufend, dann frei werdend und an das linke hintere Ende der 
vorderen Genitalmasse hinübertretend. Die vordere Genitalmasse 5 mm laug 
bei einer Breite bis 4 und einer Höhe bis 6Qmm; oben und links die Ampulle 
des Zwitterdrüsenganges; unten vorne und rechts die Windungen des Samenleiters. 
Der Zwitterdrüsengang an der oberen Seite der vorderen Genitalmasse allmälig 
in ihre weisslichgelbe Ampulle (Taf. II, Fig. 1 a) schwellend, welche, theilweise 
in einer tiefen überwölbten Furche der Schleimdrüse begraben, mehrere lauge 
Schlingen bildet, die ausgestreckt eine Länge von etwa 22 nun bei einem Durch- 
messer bis zu 15 mm hatten; das vordere, stark verdünnte Ende (Fig. 1 b) mehrere 
Windungen bildend. Der vorne aus der Kluft der Schleimdrüse vortretende 
Samenstrang (Fig. 1 c) in dem ersten Drittel dünner, dann dicker, im letzten 
Viertel wieder dünner ; einen dichten Knäuel bildend, der ausgestreckt eine Länge 
von beiläufig 15 mm bei einem Durchmesser bis zu 6 mm hatte. Das Präputium 
kurz, und ebenso die kegelförmige Glans. Die colossale Samenblase 5 mm laug, 
kurz-wurstförmig (Fig. 2 a). von Samen strotzend; der aus dem Vorderende aus- 
gehende Gang (Fig. 2 b b) sich nach hinten längs der Spermatotheke erstreckend, 
dann sich wieder nach vorne und aussen an das Vestibulum fortsetzend, mit ziem- 
lich starken Längsfalten der Innenseite. Die Schleim- und Eiweissdrttse 
kaum V4 der ganzen vorderen Genitalmasse betragend, hoch, zusammengedrückt, 
weisslich und weiss; die linke Hälfte mit grossen Windungen, an dem unteren 
Rande viele feinere Windungen. 



8 



Rudolph Bergh. 



Wie es gewöhnlich bei den Pleurophyllidiaden der Fall ist, zeigt auch 
diese Art besondere Merkmale in der Zimgenbewaffnung. 

2. Pleurophyllidia ceylanica Bgh. n. sp. 

Hab. Mare ceylanicum. 

Taf. H, Fig. 3—9. 

Von dieser neuen Form lag nur ein einziges, ausgezeichnet öonservirtes 
Individuum vor, von den Herren P. und F. Sara sin im Meere an der Ostküste 
von Ceylon, in der Nachbarschaft von Trincomali im Jahre 1885 gefischt. Notizen 
über dasselbe fehlen. 

Das in Alkohol bewahrte, ziemlich ausgestreckte Individuum hatte eine 
Länge von 4*2 cm bei einer Breite bis 1*8 und einer Höhe bis 1cm; die Breite 
des Tentakelschildes (quer) 12 mm bei einer Länge von 7 mm; die Breite des 
Mantelgebrämes bis 5'5 www; die Breite des Fasses bis 14 mm; die Höhe der 
Rhinophorien 2 h mm. Die Bodenfarbe des Rückens schwarz; die hintere Hälfte 
mit drei dunkleren, nach hinten convexen, verschwimmenden Querbändern; diese 
Bodenfarbe ist von sehr fein wellenartig verlaufenden, schmalen, aber an Dicke 
meistens doch alternirenden weisslichen Linien der Länge nach durchzogen. Eine 
Linie verläuft median und löst sich ganz hinten, fast pinselartig, in mehrere auf ; 
vom Vorderrande des Mantels gehen dann jederseits 14 — 16 dünne und sehr 
dünne Linien an den seitlichen Mantelrand aus, die äussersten kürzer, die inneren 
länger. Der schmale, nach unten sehende Mantelrand hell rosaroth, der äusserste 
Band vielleicht gelb. Der Tentakelschild milchweisslich, gegen den Rand hin hell 
rosaroth; mit schmalem hellgelbem Rande. Die Hinterseite des Tentakelschildes 
sammtschwarz, die Farbe der Ecken hell rosaroth. Die Rhinophorien mit feuer- 
rothem Stiele und tief schwarzer Keule mit rosaröthlicher Spitze. Die Unterseite 
des Körpers hell grauweisslich, ebenso der Kopf; nur der Rand des Fussgebrämes 
hell rosaröthlich. 

Die Körperform die gewöhnliche. Der Kopf und der Tentakelschild wie 
gewöhnlich; im Genicke keine Spur von Carunkelbildung ; die Keule der Rhino- 
phorien ganz wie bei anderen Arten, mit etwa 8 — 10 wieder gespaltenen Blättern. 
Der Rücken vorne schmäler als in der Mitte und schmäler als der Tentakelschild, 
gegen hinten ziemlich stark zugespitzt; im Mantelrande die gewöhnlichen feinen 
Cnidoporen; die Kieme und die Seitenlamellen meistens fast an den Mantel- 
rand reichend. Die ganze Kieme etwa 3 5 mm lang, bei einer Breite (von aussen 
nach innen) bis beiläufig 4 mm; sie war in gewöhnlicher Weise aus der Länge 
nach gehenden, dünnen, an Höhe unregelinässig alternirenden Blättern zusammen- 
gesetzt, die von gewöhnlicher Form, hinten höher und etwas ausgekerbt waren, 
mehrere setzten sich in die Seitenlamellen unmittelbar fort. Die Seitenlamel- 
len sehr zahlreich, dicht gedrängt, die Unterseite des Mantelgebrämes (bis etwa 
4 — 5 mm vor seinem Ende) deckend, bis l h mm hoch, schräge gehend; die dem 
Mantelrande zunächst liegenden klein und kurz. Die Körperseiten niedrig; die 



Weitere (toitrtgs rar Ettnninisa <)<•!• Plenrophyllidien 



9 



Genitalpapille anter dem Hinterende der rechten Kieme; die nach hinten gerich- 
tete, vortretende Analpapille vor dem Ende des zweiten Drittels der Körpeiiftnge; 
etwi in der Mitte iwisohen dieser und jener, dicht mq < l< -i i Seitenlamellen, die 
t'cine Nierenpore. Der Fuss wie gewöhnlich; der Vorderrond mit oberflächlicher 
Furche, die sich auf die vortretenden l'usseeken fortsetzt; die mediane L&ngsfurche 
durch das hintere Drittel der Pusssohle wenig ausgeprägt; der Schwanz kurz. 

An allen hellen Stellen schimmerte die Hautmuskulatur Mark durch, Dm 
Peritoneum farblos. 

]>as Centraluerveusvst ein wie gewöhnlich, stark abgeplattet, farblos. 
Die oerebro-pleuralen Ganglien nierenförmig, ihre zwei AbtheUungen fasi gleich 
gross; die pedalen Ganglien von rundlichem Umrisse, etwas grösser als die cere- 
bralen; die bueealen und die gastro-oesophagalen (Janglien wie gewöhnlich. — Die 
Augen, die Ohrblaseu und die Rhinophorien wie bei den anderen Pleurophyllidien. 
Die Nesse Nücke und die Nesselladen pur/ wie gewöhnlich. 

Die Mundröhre kurz. Der Schlund köpf von gewöhnlicher kurzer und 
gedrungener Form, 0' mm lang, bei einer Breite von 5 und einer Höhe von 4'2 mm; 
an der Anssenseite die drei gewöhnlichen Abtheilnngen deutlich ausgeprägt, die 
Lippenscheibe wie gewöhnlich; nach Wegnahme derselben liegt die die Mandibel 
deckende starke Muskelplatte entblösst. Die Mandibeln horngelb, von gewöhn- 
licher Form, etwa 4 mm lang, bei einer Breite bis Vhmm, ziemlich gewölbt; die 
Schlosspartie ziemlich klein, der Kaufortsatz wie gewöhnlich; der Kaurancl von 
vorne gesehen (Fig. 3) ganz feinzackig; seine Hinterseite meistens mit 5—6 (Quiu- 
cnnx-)Reihen von kurz-kegelförmigen spitzen Höckern (Fig. 4). Die Nebenmund- 
höhle ganz klein. Die Muskulatur des Schlundkopfes (sowie der Zunge) wie früher 
beschrieben. Die Zunge von gewöhnlicher kräftiger Form. In der Raspel (Fig. 5) 
21 Zahnplattenreihen, von denen die 9 vordersten mehr oder weniger incomplet; 
unter dem Raspeldache und in der Raspelscheide noch 39 entwickelte und 3 jün- 
gere Reihen, die Gesammtzahl derselben somit 63. Die Zahl der Seitenzahnplatten 
in den hintersten Reihen der Zunge (jederseits) 82. Die Zahnplatten von hell- 
gelblicher Farbe; die Breite der medianen bis 017 mm; die Höhe der innersten 
Seitenzahnplatte 0*1, der nächstinnersten 012 mm, und die Höhe bis 2 mm -Tei- 
gend, die Höhe nach aussen bis 02 mm sinkend. Die medianen Zahnplatten 
(Fig. 5 a) breit; die Hakenspitze ziemlich stark vortretend, au derselben 2—3 Den- 
tikel, der Schneiderand jederseits mit 4 starken Dentikeln. Die innerste Seiten- 
zahnplatte hoch, von gewöhnlicher Form; der Aussenrand des kurzen Hakens 
mit (3—7) feinen oder feinsten Zähnchen (Fig. 5 a, 6 a). Mit Ausnahme der 
4 — 6 äussersten zeigen alle übrigen Seitenzahnplatten (Fig. 6 — 8) das Ende des 
(wie immer aufrechten) Hakens gespalten, der innere Zw r eig war immer viel starker 
als der äussere. Die äussersten (4—6) Zahnplatten nicht gabelig (Fig. 9). etwas 
variabel in der Form, am Aussenrande fein denticulirt; die äusserste (Fig. 9 a) 
oder die zwei äussersten schienen mitunter glattrandig. Doppelte Zahnpia um 
fehlten nicht. 

Die weisslichen, abgeplatteten, aber ziemlich dicken Speicheldrüsen au 
beiden Seiten der Speiseröhre und des Magens liegend, unten wie auch oben 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 2 



10 



Rudolph Bcrgb. 



geschieden; die Ausführungsgänge nicht kurz. Der untere Theil der Speichel- 
drüsen war gelb und repräsentirte vielleicht die Mundröhrendrüsen (Gl. ptyalinae), 
nach unten gehende Ausführungsgänge wurden aber nicht gesehen. 

Die Speiseröhre ziemlich kurz; der Magen weit, hinten mit einem 
schönen pennaten Faltensystem, das sich bis an und in den Pylorus fortsetzt; der 
Magenblindsack (Hauptgallengang) weit, der Darm wie bei anderen Formen; 
ebenso die Leberröhren der Seitenlamellen, sowie die Gallengänge. 

Das Pericardium und das Herz wie bei anderen Pleurophyllidien. Die Niere 
und das pericardio-renale Organ (Nierenspritze) wie gewöhnlich. 

Die Zwitterdrüse wie gewöhnlich; in den Läppchen kleine oogene Zellen 
und Massen von Zoospermien. Die vordere Genitalmas sc wenig entwickelt, 
nur 3'5 i»m lang; ihre einzelnen Theile, soweit es beurtheilt werden konnte, wie 
bei anderen Pleurophyllidien. 

Diese Art scheint mit der von mir früher (1869) beschriebenen Pleuro- 
phyllidia formosa, die auch aus dem eeylanischen Meere (Kelaart, Frauen- 
feld) stammt, nahe verwandt, ist aber wahrscheinlich doch speeifisch verschieden. 

Linguella Blainv. 

3. Linguella Sarasinica Bgh. n. sp. 

Hab. Mare ceylanicum. 

Taf. II, Fig. 10—17. 

Auch von dieser Art wurde nur ein Individuum von den Herren Sarasin 
im Jahre 1885 im Meere an der Ostküste von Ceylon, in der Nachbarschaft von 
Trincomali (ziemlich littoral) gefischt, mit Chromsäure getödtet und in Spiritus 
bewahrt, Notizen über dasselbe fehlen auch. 

Das in Alkohol gut bewahrte, nur etwas zusammengebogene und zusammen- 
gezogene Individuum hatte eine Länge von etwa o h cm, bei einer Breite bis 3'3 
und einer Höhe bis 1'5 cm; die Breite des Mantelgebrämes bis 11, des Fusses 
bis 18 mm; die Breite des Tentakelschildes (quer) 16m?n, bei einer Länge bis 
1mm; die Höhe der Ehinophorien Amm. Die Farbe der Bückenseite aschgrau, 
die grösseren Knötchen aber gelblichweiss, der Mantelrand vorne weisslich, die 
ganz feinen Knötchen des Tentakelschildes gelb ; die ganze Unterseite des Thieres 
aschgrau; die Keule der Ehinophorien graulich, mit schwärzlichen Längsfurchen. 

Die Form die gewöhnliche. Der Tentakelschild seitlich in die Unterseite 
des Mantelgebrämes übergehend, abgeplattet, nicht dick, mit den Enden als Ten- 
takellappen vortretend; die obere Seite mit ganz feinen Knötchen dicht übersäet, 
der Vorderrand ganz fein rundzackig. Keine Spur von Carunkelbildung. Die Bhino- 
phorlöcher nicht weit von einander stehend ; die Keule der Ehinophorien wie ge- 
wöhnlich geblättert. Der Bücken überall mit feinsten und feinen (auch grauen), 
dicht stehenden Knötchen bedeckt, unter welchen ziemlich zahlreich grössere 



Weiten 1 lloitni^t" zur Kennt ni*- dei l'l. ■ ■ i ■ • > | > 1 1 \ 1 1 1 < I < • i 



I I 



(gelUiokwtiflBB) ?on einem Durohmesser bis etwa l ■> mm ; die Knötchen alle mÜ 
einem dunkleren (respective Bchwäraliohen oder gelben) Punkte (Oeflhung) am 
Gipfel. Der ziemlich scharfe Rfantelrand zeigte unter der Lupe kaum deutlich 
Gnidoporai; die Unterseite desselben (in einer Brüte von 8 mm) eben, und weder 

die Kieme noch die Seitenlamellen sich dem Bande stark nähernd. Die Kieme 
etwa 5 «MM laue-, bei einer Breite Iiis 5'5 mm, aus zahlreichen IJlättern gewöhn- 
licher Art gebildet. Die Seitenlaniellen sich bis | 6 DHU VOTß Sinterende defl 

Körpers erstreckend; sie sind sehr zahlreich, bi^ 2'hmm hoch, fast alle Bchrige 
gehend, einige der vordersten in die Kienienblätter übersehend, nieist parallel 
lautend, mitunter stark gebogen, dicht an einander gedrängt, theilfi ron aussen 
nach innen oontinuiiiich, theils in mehrere Stücke getheilt; hie und da wan n 
sie durch von aussen oder innen dazwischen geschobene Lamellenstücke geschieden. 
Die Genital- und Aualpapille wie gewöhnlich. Der Fuss o T()ss . die Fckcn des Vordcr- 
raudes gerundet, die hintere mediane Fussfurche undeutlich, der Schwanz kurz. 

Das Centrainer Yens ystem wie gewöhnlich und fast ganz wie bei der 
vorigen Art. Die Augen, die Ohrblason mit den Otokouien und die Bhinophorien 
wie gewöhnlich. — Die Haut überall mit grösseren und kleineren Drüsen über- 
säet : am Rückeurande (unten) noch dazu zerstreute, viel grössere flaschenförmige 
Drüsen, die aber keine Nesselelemente enthielten. Diese Art verhielt sich 
in der Beziehung wie die meisten anderen Linguellen (L. iaira, punetüueens, 
faüax); mir bei L. quadrüateralis sind solche nachgewiesen worden. 

Der Schlund köpf von gewöhnlicher kräftiger Form und gewöhnlichen 
Formverliältnisseu, 11 5 mm lang, bei einer Breite bis 10 und einer Höhe bis 
9mm. Die horngelben Mandibeln 9mm lang, bei einer Breite bis 3 5 mm; die 
Höhe der Convexität etwa 3 mm; die Schlosspartie ziemlich gross, der Kaufort- 
satz w T ie gewöhnlich; der Kaurand gerade, unter einer starken Lupe jedoch die 
Reihen der zusammensetzenden Elemente stark wellenförmig gebogen zeigend 
(Fig. 10), von solchen Reihen kamen meistens 6 — 7 vor; die Elemente derselben 
bis fast 026 mm hoch, am Ende meistens abgestutzt. Die Zunge wie gewöhn- 
lich; in der fast farblosen Raspel 38 Zahnplattenreihen, von welchen 18 mehr 
oder weniger incomplet, die vorderste auf 7 — 1 — reducirt war; weiter nach 
hinten kamen 16 entwickelte und 3 jüngere Reihen vor, die Gesammtzahl der- 
selben somit 57. Die Zahl der Zahnplatten in den hintersten Reihen der Zunge 
bis 134. Die Zahnplatten sehr schwach gelblich, die äussersten Seitenzahn- 
platten fast farblos. Die Breite der vordersten medianen Platten beiläufig 010, 
der hintersten 0*13 mm, bei einer Höhe von etwa 0105 mm; die Höhe der dritten 
Seitenzahnplatte 0" 14 mm, und die Höhe der Platten sich schnell bis zu 0'24 mm 
erhebend, um im äussersten Theile der Plattenreihe bis zu meistens 07 mm zu 
sinken. Die medianen Platten ziemlich hoch, nicht breit (Fig. 11, 12a, 13), 
mit ziemlich hervorragendem Haken; der Rücken der Platten stark cannelirt, die 
Leisten hinten zahnartig vorspringend, die Zahl dieser Dentikel ziemlich variabel, 
meistens 6 — 8; der Haken selbst meistens aber noch denticulirt. selten ohne 
Zähnchen (Fig. 13). Die erste Seitenzahnplatte von gewöhnlicher plumper 
Form, ihr Aussenrand mit meistens 6—12 feinen Deutikeln (Fig. 12 b). Die zweite 

2* 



12 



R u (1 o 1 1> b Ii c r g Ii . 



Platte (Mg. 12 c) höher und schlanker, mit meistens 6—8 Dentikeln des Aussen- 
randes. Die dritte mit meistens 4 — 6 Dentikeln (Fig. 14). Die folgenden Zahn- 
platten (Fig. 15, IG) von gewöhnlichen Formverhältnissen und aufrecht stehend; 
ihre Denticulation sehr variabel, mit 1 (Fig. 15) bis 5— Ü spitzen Zähnchen, mit- 
unter fehlten solche auch ganz (Fig. 16 a); im Ganzen kamen weniger Dentikel 
an den Platten der äusseren Hälfte der Reihen vor. Auch Doppelzahn] »latt en 
fanden sich. Die äussersten 5 — 14 Platten (Fig. 17) waren meistens glattrandig: 
an den fünf äussersten wurden nie Dentikel gesehen. 

Die grossen, abgeplatteten Speicheldrüsen (Gl. salivales) oben weisslich, 
unten gelb (Gl. ptyalinae?); es wurden nur nach oben (an den Schlundkopf) ge- 
hende Ausführungsgänge gesehen. 

Die kurze Speiseröhre, der weite Magen und seine Verlängerung (Haupt - 
gallengang), sowie der Darm wie gewöhnlich. Die Niere stark entwickelt, 

Die gelbliche Zwitterdrüse 18mm lang, bei einer Breite bis 9 und einer 
Höhe bis 6 mm, von einer oberen und unteren medianen Längsfurche durchzogen 
und durch tiefe Querfurchen stark gelappt; in den Läppchen grosse Eierzellen, 
sowie Zoospermien. — Die vordere Genitalmasse gross, ziemlich zusammen- 
gedrückt, 12 5 mm lang, bei einer Höhe von 8 und einer Breite von 4 5 mm, kalk- 
weiss und graulich. Die Spermatotheke kugelförmig, von 4'5 mm Durchmesser, 
von Samen strotzend. Der Samenleiter kräftig und ziemlich lang. Der Penis 
(Praeputium) hmm lang, bei einein Durchmesser von beiläufig 175 mm; durch 
seine ganze Länge von der halb so dicken, cylindrischen weisslichen Glans fast 
erfüllt; die Glans bis an die rundliche Oeffnung der Spitze von dem gewundenen 
Samenleiter durchzogen. 

Diese Art steht der früher (1874) von mir beschriebenen x ) L. pwictilucens 
(aus dem Chinameere) sehr nahe, scheint aber doch von derselben spezifisch 
verschieden. 



l ) Malacolog. Unters., Heft VI, 1874, S. 268—275, Taf. XXXIV, Fig. 2—22. 



um 



13 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel I. 

PleurophyUidia ctUifomica Bgh. 

Fii, r . 1. Rechte Mandibel. von der Aus.senseite. mit Cam. gi-zeichiirt ( Vergr. r>r> » ; 
« Schlosspartie, b Kaufortsatz. 

h 2. Stück des Kaurandes, mit Cam. gezeichnet (Vergr. 350). 

„ 3. Stück der medianen Partie der Raspel, mit einem f heile von zwei Zahn- 
plattenreihen; a mediane Platten, b b erste Seitenzahnplatte (jeder 
Seite), c zweite Seitenzahnplatte, d neunte Seitenzahnplatte (rechter 
Seite). 

„ 4. Median» 1 Zahnplatten, von der Unterseite. 

„ 5. Erste Seitenzahnplatte, von oben. 

„ 6. Zweite Seitenzahnplatte, schief von der Unterseite. 

„ 7. Erste (a) und zweite (b) Seitenzahnplatte. von der Attssenseite. 

„ 8. Sechs innerste Seitenzahnplatten, schief von der Unterseite; a innerste. 

„ 9. Zehnte Seitenzahnplatte, von der Seite. 

„ 10. Aehnliche, vom Rücken. 

„ 11. Vier Seitenzahnplatten, schräge von der Unterseite. 

„ 12. Aeusseres Ende dreier Zahnplattenreihen, mit acht und neun Platten; 

a a äusserste (und nächstäusserste). 

Fig. 3—12 mit Cam. gezeichnet (Vergr. 350). 
„ 13. Hinterer Theil der (oberen) Speicheldrüse, mit Cam. gezeichnet (Vergr. 55) ; 

a vorne. 

fj 14. a Magenblindsack (Hauptgallengang), b b hinterste Seitengallengänge ; 

mit Cam. gezeichnet (Vergr. 55). 
„ 15. Gruppe von Nesselfäden, mit Cam. gezeichnet (Vergr. 200). 
„ 16. Einzelne Nesselfäden. 

Tafel II. 

Pleurophyllidia califomica Bgh. 

Fig. 1. a Ampulle des Zwitterdrüsenganges, b verdünnte Fortsetzung derselben, 
c männlicher Zweig (Samenleiter), d weiblicher Zweig (Eileiter). 
„ 2. a Spermatotheke, b b ihr Gang. 



14 



Rudolph Bergh. Weitere Beiträge zur Kermtniss der Pleurophyllidieu. 



JPlen/rophyllidia ceylanica Bgh. 

Fig. 3. Stück des Kaurandes, von der Vorderseite. 
„ 4. Stück des Kaurandes, von der Hinterseite. 

„ 5. Stück des medianen Theiles der Easpel; a mediane Platten, b erste 

Seitenzahnplatte (rechter Seite). 
„ 6. Innerster Theil einer Keine von Seitenzahnplatten ; a erste, b siebente. 
„ 7. Hakenpartie einer Reihe von (9) Seitenzahnplatten. 
„ 8. Eine der grössten Seitenplatten. 

„ 9. Aeusserster Theil dreier Plattenreihen, mit je 5 Platten; acta äusserste. 
Fig. 3—9 mit Cam. gezeichnet (Vergr. 350). 

IAnguella Sarasinica Bgh. 

„ 10. Stück des Kaurandes, von der Hinterseite; a Vorderrand. 
„ 11. Mediane Platte, von der Unterseite. 

„ 12. Stück des medianen Theiles der Raspel, von oben; a mediane Platte 

b erste und c zweite Seitenzahnplatte (linker Seite). 
„ 13. Drei mediane Platten, von der Seite. 
„ 14. Die dritte Seitenzahnplatte. 
„ 15. Eine der grössten Seitenplatten. 

„ 16. Hakentheil von vier Seitenplatten; a dentikellose Platte. 
„ 17. Aeusserster Theil einer Zahnplattenreihe, mit 6 Platten; a äusserste. 
Fig. 10—17 mit Cam. gezeichnet (Vergr. 350). 



L5 



Bestimmungstabelle der Parniden Europas, 
der Mittelmeerfauna, sow ie der angrenzenden Gebiete. 

Von 

A. En wert 

in Wernsdorf. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 4. December 1889.) 



Das Prostemiim der Parniden bedeckt schildförmig den Mund. Alle Tarsen 
sind fünfgliedrig. mit grossem oder sehr grossem Krallengliede. Fühler entweder 
fadenförmig (Elmini) oder uuregelmässig gebildet (Parnini). Die Thiere sind 
bald ganz, bald zum Theile mit einem das Wasser abstossenden Haarkleide be- 
deckt und führen die zu ihrer Athmung nöthige Luft meistens als Luftblase im 
Wasser mit sich herum. 

1. Die Hinterhüften sind nicht nach hinten in gezähnte oder gezackte Scheukel- 
decken verbreitert; die Vorderhüften meistens kugelförmig. Die Fühler fast 
immer fadenförmig. 4- bis 11-gliedrig. Der Körper nicht überall mit dichtem 
Haarwuchs bekleidet. 

A. Elmini. 

2. Fühler immer mit mehr als 4 Gliedern, meistens 11-gliedrig, das letzte Glied 
nicht besonders grösser, Tarsen meistens kürzer als die Schienen. 

3. Fühler fadenförmig, nicht überaus kurz. 

4. Halsschild ohne Höcker und Mittelfurche, häufig mit Seitenflächen. 

5. Halsschild jederseits mit einer tiefen Längslinie oder Furche. 

6. Schildchen ziemlich gross und gerundet. 

7. Die Längslinien des Halsschildes treffen die gleichfalls stark vertieften vierten 
Streifen der Flügeldecke als Fortsetzung. Der Aussenrand von diesen vertieften 
Linien ab fein und dicht behaart (und unter Wasser mit Luftbläschen bedeckt i. 
Die Aussenkante des vertieften vierten Streifens, also die Innenkante des vierten 
IntervaUes (von der Naht des fünften Baumes ab), scharfkielig erhaben, häutig 
auch die des fünften und sechsten IntervaUes. 1. LimtUliS Müll. 



16 



A. Kuwert. 



7. Der vierte Streifen der Flügeldecke ist nicht mehr vertieft als die anderen, 
nach aussen nicht scharfkieliger begrenzt, d. h. das vierte Intervall nach der 
Nahtseite nicht scharfkantiger. Die Seiten der Flügeldecke nicht dichter 
behaart als die übrigen Flügeldecken. Intervalle an den Seiten meistens ge- 
wölbt, 2. DupophUtis Muls. 

6. Schildchen klein, länglich oder schmal. Höchstens das sechste Intervall nach 
innen scharfkielig. 

8. Halsschild ohne die Seitenfurchen verbindende Qnervertiefung vor seiner Basis. 

9. Alle Zwischenräume der Flügeldecke gleichmässig eben oder gewölbt, nie- 
mals der vierte oder sechste nach der Innenseite scharf gekielt oder gekantet. 

3. Elmis Latr. (Latelmis Reift ). 

9. Das sechste Intervall ist nach innen scharfkielig gekantet. Der Seitenrand 
der Flügeldecke mehr oder weniger befilzt. Die LängsfurcheD des Hals- 
schildes treffen nicht mit der vertieften (sechsten) Schulterlinie der Flügel- 
decke in Verlängerung zusammen, sondern mehr einwärts. 4. Esolus Bfuls. 

8. Der Halsschild mit einer die Seitenfurchen verbindenden Querlinie oder einem 
Eindruck vor dem Hinterrande. Die Stirne mit zwei meistens nicht deutlichen 
Längsfurchen. 5. Lareynia Duv. 

5. Halsschild ohne Mittelrinne und ohne Längsfurchen an den Seiten. Das 
sechste Intervall nach innen scharfkantig gekielt, häufig auch das zweite und 
vierte erhaben. 6. Ji infus 31 uls. 

4. Halsschild mit Mittelrinne und zwei flachen Höckern. Körper langgestreckt. 

7. Stenelmis Dufour. 

3. Fühler am Ende schwach keulenförmig verdickt, überaus kurz und fein. Hals- 
schild mit zwei nach vorne abgekürzten Längslinien, ohne Höcker. 

8. Microdes Mötsch. 

2. Fühler 4-gliedrig, sehr kurz, das letzte Fühlerglied grösser. Die Tarsen 
länger als die Tibien. das Klauenglied von Kopfeslänge. Der Halsschild ge- 
höckert, Das Schildchen ziemlich gross. Die Beine sehr lang. 

9. Macronychus Müll. 

1. Die Hinterhüften sind nach hinten zu zackigen Schenkeldecken verlängert, 
d. h. sie bedecken die Basis der Schenkel oder sind wenigstens gezähnt. Die 
Vorderhüften sind walzenförmig. Die Fühler kurz, auf der Stirne eingefügt. 
Der ganze Körper meistens dicht behaart. 

B. Pstrnini. 

10. Die Fühler sind dicht neben die Augen gestellt und nicht in Scheitelgruben 
einlegbar; das zweite Glied nicht ohrenformig erweitert, Das Metasternum 
geht nicht zwischen die Mittelhüften. Halsschild ohne vertiefte Läugslinien. 

10. TotmnophUus Germ. 

10. Fühler auf der Stirne in Grübchen einlegbar. 

11. Sie werden daselbst von dem ohren- oder blattförmig erweiterten zweiten oder 
dritten Gliede zugedeckt, Das Metasternum reicht weit zwischen die Mittel- 



HostimniunpstnWUo .l«>r Purnitloii l'ni .|m , ,\<>r Mittel i t'.nma rtc 



IT 



hüi'ton hindurch, vorne an das Prosternum Btossend. Da Mi loftorausi un- 
sichtbar. 

12. Halsschild ohne vertiefte Liiiigslinien. 11 Dryopt OliYt 

12. Halsschild beiderseits mit einer vertieften Längslinie oder einer Mittellinie. 

13. Beiderseits auf dem Halssehilde eine vertiefte Längslinie. Zweites Ffthlerglied 
blattförmig. 12. Piamut Mvw, 

13. Nur auf der Mitte eine Längsfurche. Drittes Pnhlerglied blattförmig, erst« 
überaus klein. 13. Il< li< litis Kr. 

11. Die auf der Stirne dicht an einander in tiefen Furchen eingefügten Fühler 
ohne obren- oder blattförmiges Deckelglied, vom fünften Fühlergliede ab an 
Lauge abnehmend gekämmt. Die Hinterhüfteii nicht erweitert, nur mii einem 
grossen und breiten Zahn, der über der Wurzel des Schenkels liegt. Ilals- 
sebild ohne Seiten- oder Mittellinie. 14. Pamoides Kuw. 



Verzeichniss der Genera und Species. 



1. Li ata ins Müll. 

(Elrnis Latr. pars.) 

Percei Sharp. 
formosus Kuw. 
rkmkuris Kiesw. 
Aegyptiacm Kuw. 

var. lineatus Klug (Berl. Museum). 
neuter Fairm. 
Bargelasi Latr. 

tuberculatus Müll. 
troglodytes GyÜ. 

brevis Sharp. 
? rugosus Bab. 

2. Dupophilus Mnls. 

brevis Muls. 
insignis Reift. 
gigas Sharp. 

3. Elmis Latr. 

{Latelmis Reitt.) 

Germari Er. 

Volkmari Pauz. 

Danny i Fairm. 

(var.?) sulcipennis Fairm. 

Mülleri Er. 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 



rufwentris Kuw. 
opacus Müll. 
oblongus Müll. 
lepidopterus Kuw. 
intermedius Fairm. 

4. Esoiiis Muls. 

jiygmaeux Müll. 
Nicariae Kuw. 
cmgustatus Müll. 
carpetanus Müll, in litt. 
Czwalinae Kuw. 
filum Fairm. 
Dossoici Kuw. 
brevis Kuw. 
poilitMS Müll, in litt. 
parallelopipedus Fairm. 
Kuenoivi Kuw. 
subparallclus Fairm. 
perparvulus Kuw. 

5. LareytUa Duv, 

Perezi Heyden. 
Mangeti Latr., Müll. 

Latfeülei Bedl. 
(var.?) interrupta Kuw. 
longicoUis Kuw. 

3 



18 



A. Kuweit. 



quadricollis Reitt. 
carinata Perez. 
obscura Müll. 
croatica Apfelbek in litt. 
rioloides Kuw. 
subcarinata Sharp. 
aenea Müll. 

Maugei Latr. 

confusa Casteln. 

var. fossulata Kuw. 

var. alpina Kuw. 
Syriaca Kuw. 
Megerlei Duftsch. 

Kirschii Gerh. pars. 

Maugei Beul. 

caliginosa Casteln. 

var. Kirschii Gerh. 
similis Flach. 

? subcarinata Sharp. 

6. Itiotits Muls. 

nitens Müll. 

ciipreus Gyll. 

orichdlceus Gyll.. Heer. 
Seidlitzi Kuw. 
Sauteri Kuw. 
Steinen Kuw. 

var. sewe.£ Kuw. 
Erichsoni Kuw. 

subviolaceus Er. pars. 
cuprcus Müll. 
Lentzi Kuw. 
Mulsanti Kuw. 

subviolaceus Muls. 
soäalis Er. 

subviolaceus Müll., Er. pars. 

var. bosnicus Apfelbek in litt. 

var. auronitens Apfelbek in litt. 
somcheticus Kolenot. 

7. Stenelmis Dufour. 

canaliculatus Gyll. 
consobrinus Duftsch . 



I puberulus Eeitt. 
Apfelbeki Kuw. 

8. Microdes Mötsch. 

caucasicus Mötsch. 
rioloides Eeitt. 

var. flavibasis Eeitt. 

9. Mui'i onijrluis Müll. 

quadrituberculatus Müll. 

10. Potamopfoilw Genn. 

acuminatus Fahr. 

11. Dryops Oliv. 

s)ihsiriatus Müll. 

Dumerili Latr. 

longipes Redt. 
angulicollis Eeitt. 
longus Solsky. 

asiaticus Kiesw. 

12. J'annts Fahr. 

striatopunctatus Heer. 

striatus Sturm. 
Jninlentus Er. 

var. suhincanus Eeitt. 
caspius Men. 
intermedius Kuw. 
striatellus Fairm. 
algericus Luc. 
rwßpes Kryn. 
hydröbates Kiesw. 
prolifericornis Fabr. 

sericeus Samouelle. 

auriculatus Ol. 

montanus Curt. 

var. bicolor Dahl. 
luridus Er. 

pilosus Sturm. 
niveus Heer. 

griseus Er. 
corsicus Chevr. 
puberulus Reiche. 



■MthuraafBtabelle dei l'uruitluii Kuropits, il<>i Mittoluu><>i luuim nt< 



I!» 



(dspti us Faid. 

var. caucasicits LYitl 
riennensis I>ahl. 

obscurus Dultsch. 

I>i(ncti(l<(ti(s Müll 
Kniest i (u>eze. 
auricirfatiis Latr. 
pilosellus Er. 



Uli hl 1(1 KS WvvV. 

nijijHs Dahl. 

18 Uelichus Br. 

asiatictis Solsk> 

i i Pa/rrwides K u » 

| pectiiiiconiis Kiiw. 



1. Limnius Müll. 

(Klmis Latr. pars.) 

Die Weibchen /eigen, wo ein Längseindruck des Metasternums vorhanden 
ist, fast innner auf dem Grunde desselben zwei mikroskopische parallele Linien. 
Von der Innenseite der Mittel- und Hinterhüften geht dort auf dem Metasternum, 
hier auf dem ersten Baiichringe ein schräge nach auswärts gerichtetes Kielchen aus. 

1. Metasternum mit einer sehr flachen Aushöhlung seiner Fläche vor den Mittel- 
hüften, beinahe eben, mit oder ohne kaum wahrnehmbare Andeutung einer 
Mittelrinne, dicht punktirt. Käfer schwarz, überall deutlich behaart, der brei- 
toste Limnius. Flügeldecken sehr dicht und sehr fein, sehr dicht reihenweise 
undeutlich punktirt. an den Seiten stärker und (lichter grau behaart. Die 
Kante der vertieften Seitenlinien (auch des fünften und sechsten Streifens) sehr 
fein gesägt. Die vom Innenrande der Vorderhüften nach den Mundseiten 
ziehenden Kielchen des Prosternnms nach hinten wenig convergirend. Unter- 
seite und Beine braun. Tarsen und Fühler rostroth. 
Länge 16 mW. — Spanien. 

1. Pevezi Sharp. 

1. Metasternum entweder mit einer deutlichen Mittelrinne vor den Hinterhüften 
oder mit einer deutlichen punktförmigen Vertiefung auf seiner Mitte. 

2. Metasternum mit einer grösseren punktförmigen Vertiefung auf seiner Mitte, 
vor den Hinterhüften deutlich stark gerandet. Die Leistchen von der 
Innenseite der Mittelhüften gegen die Mitte der Hinterhüften stark erhaben, 
so dass eine bogenseitige fünf- bis sechseckige Figur entsteht. Die Seiten des 
Unterleibes und der Flügeldecken grau befilzt. Die Linien oder Kielchen des 
Prosternums nach hinten stark convergirend. Beine braun. Tarsen und Fühler 
rostroth, die Oberseite bräunlich schwarz. Flügeldecke am Vordertheile fast 
punktirt gestreift, hinten gereiht punktirt. (Nur ein Stück in meiner Samm- 
lung aus den Pyrenäen, mir als tuberculatus zugeschickt.) 

Länge 15 mm. — Pyrenäen. 

2. fomnosus Kuw . 

2. Metasternum immer mit deutlicher Längsvertiefung oder Mittelrinue vor den 
Hinterhüften. 

3* 



20 



A. Kuweri 



3. Käfer proportioneil schmäler, stärker gewölbt. 

4. Käfer überall braun, mit dunklerem Kopfe. Die Beiilzung an den Seiten der 
Flügeldecken und des Halsschildes wenig deutlich. Die Metasternalrinne schmal, 
schnitt- oder tief linienartig, beim Weibchen mit zweifacher Linie auf dem 
Boden des Schnittes. Hüften, Tarsen und Fühler rostgelb. Flügeldecken stark 
gewölbt, vor der Mitte kaum gedrückt, deutlich gereiht punktirt. Halsschild 
länger als breit. 

Länge 1 — 1/2 mm. — Spanien, Sardinien, Italien. 

3. rivulaHs Kiesw. 

4. Käfer schwarz oder schwarzbraun, an den Seiten ziemlich weissfilzig. Hals- 
schild breiter als lang. 

5. Die Vertiefung des Metasternums ist ziemlich breit furchenartig, beim Weibchen 
mit den zwei feinen Längslinien. Das von der Innenseite der Mittelhüften 
gegen die Mitte der Hinterhüften ziehende Kielchen sehr stark bogenartig. 
Flügeldecken vor der Mitte nicht oder fast nicht gedrückt. Schulterstreifen 
sehr schwach gekielt. Beine braun, mit helleren Tarsen, Fühler gelblich. Pro- 
sternum zwischen den beiden Kielchen eben oder wenig gewölbt. Segmente 
ziemlich glänzend, weitläufig punktirt. 

Länge 1/6 mm. — Egypten. 

4. AegypUacus Kuw. 

5. Das Metasternum nur mit einer feinen oder ohne Linie. Die von der Innen- 
seite der Mittelhüften gegen die Hiuterhüften ziehenden Kielchen geradlinig 
sehr stark nach auswärts gerichtet. Prosternum zwischen den beiden Kielchen 
deutlich gewölbt. Käfer sonst dem vorigen ganz gleich und von ihm nicht wohl 
als Art zu trennen. (Nach den Angaben der v. Heyden'schen Sammlung steckt 
dieses Thier unter dem Namen lineatus Klug in der Berliner Museuinssanim- 
lung, wesshalb ich diesen Namen beibehalten habe.) 

Länge 16 mm. — Sinai. 

var. lineatus Klug (Berl. Mus.). 

3. Käfer proportionell etwas breiter und oben immer flacher gebaut. Die Flügel- 
decken sind hinter dem Schildchen und vor der Mitte immer mehr oder weniger 
derartig gedrückt, dass hinter dem Schildchen seitlich der Naht eine schwache 
Buckelung entsteht. Die Seiten des Halsschildes und der Flügeldecken sind 
immer deutlich weisslich befilzt. Die Schulterstreifen der Flügeldecken immer 
scharfkantig, ebenso auch der fünfte und sechste. 

6. Käfer 14 — 1'5 mm lang. 

7. Metasternum mit einfacher, nicht in breit furchenartiger Höhlung liegender 
Längsrinne. Oberseite immer schwarz oder schwärzlich. Flügeldecken fein gereiht 
punktirt, Beine und Fühler braun. Käfer etwas schmäler als Dargelasi Latr. 

Länge 1*5 mm. — Südfrankreich, Corsica, Sardinien. 

5. neuter Fairm. 

7. Metasternum vor den Hinterhüften furchen- oder beckenartig ausgehöhlt, welche 
Aushöhlung nach vorne zu in eine Längsrinne ausläuft (das Weibchen mit 



Bnti»Mnngrtrt>Ui toi Panidtt teopM, im Mittel m—ifkii in h.-. 



21 



feiner Do|p«Uiiiie auf dein Grunde der Rinne), Flügeldecken ichwan oder 
metallisch braun, im Letzteren Falle fast immer mit Verdunkelung der Naht, 

reihen weise behaart. Heine rostrot Ii. mit rostgelbefl Tarsen. Fühler rostgelb 
lieh. Dem folgenden überaus ähnlich, jedoch durch grössere und ein wenig 
breitere Form verschieden. Metasternum dicht und stark punktilt. 
Länge l'bmm — Europa. 

[tuberculatua Müll.) TkwgeiUui Lfttr. 

b\ Käfer nur \ o mm laug, braun, meistens mit dunklerer Naht und s< hwiichewn 
Auftreibungen der Flügeldecken hinter dem Schildchen. Metasternum schwächer 
und feiner punktirt. mit einer schmalen Längsrinne vor den Binterhüften. 
Beine und Fühler rostroth. 

Länge 1*3 mm. — Spanien, Frankreich, Deutschland. 

(brevis Sharp.) 7. troglodytes Gyll. 

In dieses Genus dürfte wohl der mir unbekannte ntgosus Bab. aus Eng- 
land gehören, mit rauher Oberfläche der Flügeldecken. 

mgosus Bab. 

2. Dupophilus Muls. 

Das vierte, fünfte und sechste Intervall an der inneren Seite scharfkantig 
erhaben; die sechs ersten Intervalle gleichmässig breit. Das Schildchen gerundet, 
ziemlich gross. Die Streifen des Halssehildes möglichst genau auf den vierten 
Punktstreifen der Flügeldecke auslaufend. 

1. Käfer nur 2 mm lang. Die nach vorne stark convergirenden Halsschildfurchen 
vorne sanft geschwungen. Intervalle der Flügeldecken eben. Halsschild vor 
den Hinterecken wenig geschweift oder ausgeschnitten. Flügeldecken ziemlich 
parallel, l^mal so lang als zusammen breit, fein punktirt, punktirt gestreift. 
Punktstreifen etwa halb so breit als die Intervalle. Mit rothen Fühlern 
und Krallen. 

Länge 2mm. — Südfrankreich, Spanien. 

1. brevis Mals. 

1. Käfer etwas grösser, etwa 2 8 mm lang. 

2. Die Intervalle der Flügeldecken etwas gewölbt. Halsschildseiten regulär geruudet. 
nach vorne stark verengt, Hinterwiukel scharf und spitzig; Halsschild hinten 
mit einer Andeutung der Mittelfurche. Flügeldecken grob punktirt gestreift, 
die Punkte fast so breit als die Intervalle ; auch das siebente Intervall in der 
Mitte nach der Nahtseite zu scharfkantig. Sonst dem vorigen gleichend (und 
nach A. Grouvelle nur eine Variation desselben). 

Länge 3 mm. — Caucasus. 

2. (var.?) insignia Reitt. 

2, Die Intervalle der Flügeldecken eben. Halsschildseiten vor den Hinterecken ge- 
rade. Die nach vorne stark convergirenden Halsschildfurchen sanft geschwungen. 



22 



A. Kuwert. 



Keine Andeutung einer Halsschildmittelfurche, Flügeldecken nach hinten etwas 
verbreitert, punktirt gestreift. Streifen etwa ein Drittel so breit als die Inter- 
valle. Schwarz, mit braunen Beinen, rothen Füssen und Fühlern. Die Kielung 
des siebenten Intervalles sehr fein der Länge nach. 
Länge 3 mm. — Spanien. 

3. gigas Sharp. 

3. Elmis Latr. 

(Latehnis Reitt.) 

Das Halsschild mit zwei Längsfurchen; die Flügeldecken immer punktirt 
gestreift, ohne besonders vertiefte vierte oder sechste Punktlinie; an den Seiten 
nicht dichter behaart oder befilzt als oben. Schildchen schmal und länglich- 
eiförmig. Zum Theile schwer von einander und nur durch die Kennzeichen des 
Metasternums zu trennende Arten. 

1. Käfer etwa 3 mm lang. Die Halsschildfurchen sind immer nach vorne con- 
vergirend. 

2. Basis der Flügeldecken vor dem Halsschilde stark abschüssig; dieselben hinter 
der Mitte ziemlich stark verbreitert, punktirt gestreift, mit hinten etwas ge- 
wölbten Intervallen. Glänzend schwarz, oder mit Erzglanz. Vorderschenkel 
mit einem dicken weisslichen Filzfleck auf der basalen Hälfte der Vorderseite. 
Halsschild dicht punktirt. 

Länge 3mm. — Sachsen, Baiern, Pfalz, Caucasus. 

1. Germari Er. (Märkl in litt.). 

2. Basis der Flügeldecken weniger abschüssig. 

3. Schwarz, schwach metallisch, glänzend. Halsschildfurchen nach vorne weniger 
convergirend als beim vorigen und dem folgenden. Flügeldecken hinter der 
Mitte nur wenig breiter, gestreift punktirt, mit gröberen Punkten als der 
vorige und ganz ebenen Intervallen. 

Länge 3mm. — Oesterreich, Deutschland, Frankreich. 

2. Volkmari Panz. 

3. Schwarz, mit dichter und deutlicher, noch etwas gröberer Punktirung als sie 
Germari hat, ziemlich matt. Käfer hinter der Mitte schwach verbreitert, fein, 
kurz und undicht grau behaart. Die Furchen des Halsschildes nach vorne etwas 
bogig convergirend. Flügeldecken punktirt gestreift, mit ebenen oder gewölbten 
Intervallen. 

4. Intervalle eben. Punktstreifen flach. Halsschild etwas kürzer als beim folgen- 
den. Dem Germari sehr ähnlich. 

Länge 2 8 mm. — Sardinien, Corsica. 

3. Damryi Fairm. 

4. Intervalle etwas gewölbt, an den Seiten fast kielförmig. Punktstreifen tief. 
Dem Dupophilus gigas sehr ähnlich. (Ob nicht nur Geschlechtsverschieden- 



Rt>Hthnimmffstulit>lli< »1 «» i Piirniilon Kurnjuis, »l.»r M itl iikmm fuima i-tc. 



heit dos vorigen? Mir lag kein Stin k zur Ansicht vor.) (Annale« de France, 

1881.) Der Aussenrand der Flügeldecken nach Fairmaire »ohtlicher all beim 
vorigen. 

Länge 2 8 mm». — Corsioa. 

8. (var. ?) suieipewnis Palm« 

1. Thiere immer nur 2 — 2'5 mm lang. Halsschildfurchen nur bei lepidopterus 
vorne stärker convergirend. 

5. Die ganze Unterseite des Hinterleibes mit dem Abdominalsegmente gleich- 
niässig roth oder braun gefärbt, 

6. Käfer nur 2mm lang. Das dicht und fast runzelig punktirte Metaster- 
num mit einem kleinen Kielanfang vor den Einterhüften. Vorder- 
brust häufig rostgelb. Halssehildfurehen ziemlieh parallel. Punkt reihen der 
Flügeldecken beträchtlich schmäler als die ebenen Intervalle. Flügeldecke* 
metallisch braun, ziemlich glänzend, fein und deutlich gewirkt. Halsschild 
schwarz, sehr fein und dicht punktirt. Beine braun, mit fein gelben Knieen 
und gelben Tarsen. Fühlerbasis gelb. 

Länge 2mm. — Preussen, Nordfrankreich, Norddeutschland. 

4. Miilleri Er. 

6. Käfer 2'5 mm lang. Hinterleib in der Mitte der ganzen Länge nach roth, 
ebenso die Vorderbrust zwischen den beiden Längskielchen, an den Seiten 
meistens dicht oder ziemlich dicht weisslich beschuppt. Metasternum dunkel, 
mit sehr feinem Längskielchen vor den Hinterhüften. Flügeldecken 
dunkel metallisch, punktirt gestreift, mit fein gewirkten, etwa doppelt so breiten, 
ebenen Intervallen als die Punktstreifen. Halsschildfurchen parallel, nach vorne 
kaum convergent. Halsschild überaus fein und dicht punktirt, so lang als 
breit, fast parallel, vor den Hinterecken sehr fein ausgeschnitten, dunkler und 
kaum matter als die Flügeldecken. Beine dunkel. Tarsen und Fühlerbasis roth. 

Länge 2'5mm. — Slavonien, Croatien. 

5. ?w<ßventris Kiuv. 

5. Abdominalsegment mit oder ohne den übrigen Hinterleib immer ganz schwarz. 

7. Sämmtliche Hinterleibsringe deutlich heller gerandet, schwarzbraun, mit röth- 
lichen. weisslich glänzenden Bandern; Abdominalsegment schwarz. Meta- 
sternum ziemlich dicht punktirt, vor den Hinterhüften flach einge- 
drückt, mit oder ohne sehr schwache, feine Kielandeutung. Beine 
schwarz, mit rothen Tarsen. Beim Weibchen der letzte und vorletzte Bauch- 
ring sehr schwach und undeutlich breit ausgeschnitten. Flügeldecken ziemlich 
matt, mit oder ohne schwachen Metallschimmer, mit 2 — 3 mal so schmalen 
Punktlinien als Intervallen; diese eben. Halsschild mit nach vorne kaum con- 
vergenten Furchen, dicht, fein und deutlich punktirt, matter als die Flügel- 
decken, mit vor den Hiuterecken nicht ausgeschnittenem Seiteurande. Etwas 
breiter als der vorige, sonst auf der Oberseite von ihm nicht gut zu unterscheiden. 

Länge 2'5mm. — Deutschland, Frankreich, Croatien, Oesterreich. 

ii Opticus Müll. 



24 



A. Kuwert. 



7. Hinterleibsringe nicht oder undeutlich heller gerandet. 

8. Metasternum vor den Hinterhüften immer fein linienartig ge- 
kielt. Flügeldecken circa P/4 mal so lang als breit, schmäler und länger als 
bei den ähnlichen Arten. Die Intervalle der Flügeldecken an den Seiten bei- 
nahe gewölbt, meistens ziemlich deutlich behaart, schwach metallisch, ziemlich 
deutlich gewirkt. Halsschild mit fast parallelen Furchen, vor den Hinterecken 
mit fein ausgeschnittenen Seiten, sehr fein und dicht, ausserhalb der Furchen 
etwas stärker punktirt. Beine schwarz. Tarsen und Fühlerbasis roth. 

Länge 23mm. — Corsica, Sardinien (Südfrankreich?). 

7. oblong us Müll. 

8. Metasternum entweder mit einem in schwacher Vertiefung liegenden, warzen- 
oder nabelartigen Kiele oder einer feinen vertieften Linie vor den Hinterhüften. 

9. Metasternum mit einer nabelartigen Erhöhung in schwacher 
Vertiefung vor den Hinterhüften und vor dieser Erhöhung mit 
einer feinen Mittelrinne. Diebeiden Kielchen des ersten Bauchsegmentes, 
welche von der Innenseite der Hinterhüften auseinander gehen, sind stark nach 
aussen gekrümmt, nicht gerade verlaufend. Halsschild nach vorne be- 
trächtlich verschmälert, seine Furchen convergirend, von den 
Seitenrändern gleichmässig und ziemlich weit abstehend, fein und dicht punk- 
tirt; mit Schmetterlingssehuppen ähnlichen, feinen Härchen, die jedoch häufig 
fehlen, sowie auch die Flügeldecken ziemlich zerstreut besetzt. Die Flügel- 
decken mit ebenen, 2 — 3 mal so breiten Intervallen als die Punktstreifen. Beine 
schwarz; Tarsen und Fühler, mit Ausschluss der letzten Glieder der Fühler, roth. 

Länge 2Qmm. — Croatien, Bosnien. 

8. lepidopterns Kuw. 

9. Metasternum mit fein vertiefter Mittellinie vor den Hinter- 
hüften. Käfer auf seiner Oberseite von rufiventris n. sp. nicht zu unter- 
scheiden. Flügeldecken mit 2 — 3 mal so breiten, ebenen Intervallen als die 
Punktstreifen sind, etwas metallisch. Halsschild mit parallelen Furchen. Die 
beiden Kielchen des ersten Bauchsegmentes, welche von der Innenseite der 
Hinterhüften ausgehen, gehen geradlinig sehr stark divergirend auseinander. 
Beine mit dem ersten bis zweiten Tarsengliede schwarz, die übrigen Tarsen 
mit der Fühlerbasis roth. 

Länge 2 — 2'2 mm. — Corsica. 

9. intermedius Fairm. 

4. Esolus Muls. 

Der sechste Zwischenraum der Punktreihen auf den Flügeldecken ist an 
seiner nach der Naht gerichteten Kante scharfkantig erhaben; der dadurch ent- 
stehende Kiel läuft auf der Schulterecke der Flügeldecken aus. Der Punktstreifen 
vor dem scharfkantigen Kiele trifft nicht als Verlängerimg mit den Halsschild- 
furchen zusammen, .sondern mehr auswärts. 



Hcstiiniiuinps(nl>oll(> iloi l'ai niilon Kuropus, .In Mitt<lme«rfautt ' 



25 



1. Flügeldecken bis an dir Spitze deutlich gereiht punktirt. 

2. Flügeldecken auf der vorderen Hälfte mit groben Punkten ziemlich deutlich 
punktirt gestreift, kaum l'-'/^mal so Inn»; als zusammen hrcit, propor 

tionrll kürzer als bei allen anderen Halsschild beträchtlich breiter ab lang, 

mit nach vorn«.' nicht convergirendeii Furchen und am ^USSersteD Ende gerun- 
drt verschmälert en Vorderecken. Beine roth, 

Länge 11 /»Mi. — Am Rhein, Frankreich. 

I pygmaeus MUH. 

2. Flügeldecken noch einmal so lang als zusammen breil oder länger, 
nach hinten stark zuspitzend verschmälert, mit einem fast Ins zur Spitze 
reichenden vertieften Punktstreifen nehen der Naht und einer schwach ver- 
tieften zweiten Punktreihe. Die Punktreihen aus kleineren Punkten bestehend. 
Metallisch brauugrün glänzend, mit gelben Beinen und Fühlern. Durch den 
stark zugespitzten Hinterleib von allen anderen abweichend. 

Länge 1 2 mm. — N icar i a. 

2. Nicariae Kmv. 

1. Höchstens die der Naht zunächst gelegene Punktreihe auf der vorderen Hälfte 
etwas vertieft. Die Punktreihen auf dem hinteren Theile der Flügeldecken mehr 
oder weniger undeutlich, an der Spitze fast immer ganz verschwindend. Flügel- 
decken immer proportionell länger als bei pygmaeus. 

3. Käfer circa 18 mm lang, die grössten in Europa bisher bekannten Arten. 
Oberseite immer dunkel pechbraun, fast schwarz. Die Beihenpunktirung der 
Flügeldecken hinten undeutlich. 

4. Schildchen schmaloval. Die Vorderschenkel innen nur bis circa zwei Drittel 
der Länge behaart, die der Männchen vor ihrem Ende nicht schwach durch- 
gebogen. Flügeldecken noch einmal so lang als zusammen breit. Halsschild 
sehr fein und dicht punktirt. Oberseite fein zerstreut behaart, ziemlich glän- 
zend. Beine gelb oder roth, mit oder ohne etwas verdunkelten Schenkeln. 

Länge 1*8 mm. — Mitteleuropa. 

3. angustatus Müll. 

4. Schildchen ziemlich linear. Die Vorderschenkel des Männchens etwas höher 
auf der Innenseite behaart, vor dem Ende sichtbar und schwach durchgebogen. 
Flügeldecken mehr als zweimal so lang als zusammen breit. Oberseite ziem- 
lich matt, etwas lederartiger Structur. Beine bräunlich, mit dunkleren 
Schenkeln. 

Länge 1*8 mm. — Spanien. 

4. carpetawus Müll, in litt. 

3. Käfer immer kleiner. 

5. Käfer P6 mm lang, in der Grösse die Mitte haltend zwischen dem vorigen 
und dem folgenden, doch schmäler als jener. Halsschild breiter als lang, mit 
gerundet verschmälerten äussersten Vorderecken, fein weitläufig punktirt. Flügel- 
decken stark l 2 / 3 mal so lang als zusammen breit, auf dem Vordertheil grob 
gereiht punktirt, Braun, ziemlich gewölbt, mit rostgelben Beinen. Flügeldecken 

Z. E. Ges. B. XL. Abb. 4 



26 



A. Kuwert. 



hinter dem Schildchen nicht gedrückt. (Von Kahr als parallelopipedus 
versandt.) 

Länge 1*6 mm. — Croatien. 

5. Czivalinae Krnv. 

5. Käfer 15 mm lang oder kleiner. 

6. Flügeldecken mit parallelen Seiten, in oder hinter der Mitte nicht erweitert. 

7. Flügeldecken ohne Linien oder Punktreihen, sondern nur mit einigen zerstreuten 
Punkten. Der Käfer sehr sehmal, schwarzbraun, fast matt, mit rothen Ex- 
tremitäten, kaum sichtbar punktirt. Der Seitenkiel der Flügeldecken vor dem 
Ende der Flügeldecken abgebrochen, neben demselben hinter der Flügeldecken- 
basis ein kleiner, sehr kurzer, erhabener Kiel (nach Fairmaire). Von Herrn 
Damry aus Sardinien eingeschickt. 

Länge 12mm. — Algier, Sardinien. 

6. fUum Fairm. 

7. Flügeldecken auf dem vorderen Theile immer deutlich gereiht punktirt. 

8. Käfer ziemlich hochgewölbt. 

9. Sehr schmal. Halsschild kaum so lang als breit, vorne wenig verschmälert. 
Flügeldecken hinter dem Schildchen gedrückt, vorne grob und dicht gereiht 
punktirt, l & / 6 — 2 mal so lang als zusammen breit, Beine rostgelb, mit ver- 
dunkelten Schenkeln. Die erste Punktreihe der Flügeldecken an und hinter dem 
Schildchen vertieft. (Mir als parallelopipedus zugegangen.) 

Länge 12 mm. — Südfrankreich, Pyrenäen. 

7. Dossowi Kuw. 

9. Breiter als die anderen, auch als parallcJojjipedus Fairm. Die Reihenpunkti- 
rung der Flügeldecken fast bis zum Eude reichend. Flügeldecken stark l'^nial 
so lang als zusammen breit, Beine, Fühler und Pallien ganz rostroth. Schwarz 
glänzend. Auch der fünfte Zwischenraum der Flügeldecken etwas 
erhaben. 

Länge 13 mm. — Sardinien. 

8. brevis Kuw. 

8. Käfer flacher oder flach. Halsschild nicht oder kaum so lang als breit, vorne 
schwach verengt. Flügeldecken ziemlich fein gereiht punktirt. 

10. Käfer nur 1 mm lang. Flügeldecken hinter 2 / 3 der Länge nach hinten zu- 
spitzend verschmälert, Der Seitenkiel der Flügeldecken innen an der Schulter 
von einem kurzen Kielchen begleitet, Oberseite braun, ziemlich glänzend. 
Flügeldecken reichlich zweimal so lang als zusammen breit, hinter dem Schild- 
chen nicht gedrückt. Beine rostroth. Der kleinste sämmtlicher Arten. 

Länge 1 mm. — Spaniern 

9. politus Müll, in litt. 

10. Käfer 1'5 mm lang. 

IL Die Anfangspunkte der Punktreihen am Vorderrande der Flügeldecken als 
grössere quere Punktreihe (nicht Grübchen) erscheinend. Flügeldecken stark 



BostiuiuiungsUMIc ilci l'ainidcn lüuopus, • I . i Mittclniforl'unnii otc. 



27 



l 2 ; 3 mal so lang als zusammen breit. Sowohl die Schenkel (Ja die Schienen 
enden der soiim rothgelben Beine verdunkelt. Halsscbild deutlich kurzer all 
breit, sehr dicht und fein pnnktirt. Oberseite schwarzbraun. Flügeldecken 
hinter dem Schildchen nicht gedrückt. 

Länge 15 »im. — Süd- und Mitteleuropa. 

LO, parallelopipedus I niini. 

11. l>ie Anfangspunkte der Punktreihen sind Grübchen und die Flügeldecken de 
halb auf dem vorderen Theile quergewellt erscheinend. Baisschild so lang als 
breit oder länger, nach vorne schwach verengt, mit naeli vorne stark vor- 
springenden Ecken; Helten den Eängsfurchen hinter der Mitte auf der Innen- 
seite mit je einem deutlichen (Jrübehen. Flügeldecken reichlich zweimal so 
lang als zusammen breit, ziemlich matt, wie die ganze schwarzbraune Ober- 
seite. Sehenkel und Schienen braun. 

Länge 15 mm. — Ungarn. 

11. Kuemnvi Kuw. 

6. Flügeldecken hinter der Mitte etwas verbreitert. 

12. Halsschild nach vorne stärker verschmälert, so dass die Form des Käfers etwas 
eiförmig erscheint. Flügeldecken regelmässig und fast bis gegen das Ende 
gereiht pnnktirt. Bronceglänzend. Sonst dem parallelopipedus sehr ähnlich. 
Beine gelb, mit verdunkelten Schenkeln. 

Länge 1*2— 1'5 mm. — Pyrenäen, Südfrankreich. 

12. subparallelus Fairm. 

12. Halsschild nach vorne nicht verschmälert, nur der Hinterleib hinten zur Ei- 
forin verbreitert, dann zugespitzt. Naht der Flügeldecken etwas dachförmig 
gekielt. Dunkelbraun, fast schwarz. Beine und Fühler roth. Flügeldecken bis 
hinter die Mitte gereiht pnnktirt. 
Länge 11 mm. — Spanien. 

13. perparvtUus Kuw. 

5. Lareynia Duv. 

Halsschild mit zwei nach aussen scharfkantig begrenzten, vertieften Längs- 
linien, hinten mit einem auf dem Räume zwischen den Längslinieu gedrückten 
Querwulste. Das Schulterintervall der Flügeldecken immer nach der Innenseite 
gekielt. 

1. Halsschild auf seiner Mitte mit einem Längskiele, nach beiden Seiten etwas 
abgedacht. Schwarz, mit metallischen Flügeldecken, unbehaart, massig glän- 
zend. Flügeldecken um die Hälfte länger als breit, hinten zugespitzt, hinter 
dem Schildchen quer eingedrückt, so dass dieses selbst erhöht erscheint, hinter 
der Mitte quer buckelig gewölbt, stark punktirt gestreift. Naht und Inter- 
vall 2, 4 und 6 erhaben. Beine rostroth. mit dunkeln Knieen. 
Länge 16 mm, — Spanien, Serra de Gerez. 

1. Perezi Heyden, 
4* 



28 



A. Kuwert. 



1. Halsschild auf seiner Mitte ohne Längskiel. 

2. Die Halsschildseitenkiele sind nach der Aussenseite ebenfalls deutlich abschüssig, 
nicht nur schräge abdachend. Intervall 2, 4 und 6 gekielt. 

3. Die Halsschildkiele sind von dem Querwulste des hinteren Halsschildes nicht 
durch den Einschnitt getrennt, sondern laufen in den Querwillst aus. Die 
Halsschildfurchen nach hinten schwach convergirend. Schwarz oder dunkel- 
braun, meistens ohne Metallglanz der Flügeldecken. Diese circa 1 J / 2 mal so lang 
als zusammen breit. Halsschild vorne mit fein aufgestülptem oder gerandetem 
Seitenrande, hinter der Mitte am breitesten, nach vorne stark gerundet ver- 
schmälert, vor den Hinterwinkeln fein ausgeschnitten. Fühler mit braun- 
rothen Anfangsgliedern, Beine braun. 

Länge 2 2mm. — Europa. 

{Latreillei Bedl.) 2. Mangeti Latr., Müll. 

3. Die parallelen oder vorne etwas convcrgireiideu Harsschildkiele siud von dem 
Querwulste des hinteren Halsschildes durch den halbkreisförmigen Einschnitt 
getrennt; ausserhalb der Längskiele beiderseits eine schiefe breite Längsfurche 
zu den Vordereeken ziehend. Halsschild hinter der Mitte etwas eckig erweitert, 
dahinter fein ausgeschnitten, vorne beträchtlich verschmälert, länger als breit, 
an den Seiten nicht aufgerandet oder gewulstet. Flügeldecken 1 72 mal so l an g 
als breit. Schwarz, ziemlich matt, mit röthlichen Fühlern und Tarsen. 

Länge 22 mm. — Spanien, Südf rankreich. 

(var.?) interrupta Kuw. 

2. Die Halsschildseitenkiele sind nach der Aussenseite entweder schräge nach der 
Halsschildseite verlaufend oder die Abschüssigkeit ist undeutlich. 

4. Die Abschüssigkeit ist undeutlicher, die Kiele immer sehr schmal. Halsschild 
über lV4mal so lang als breit, viel schmäler als die Flügeldecken, hinten mit 
etwas ausgeschnittenen Seitenrändern, nach vorne ziemlich gleichmässig sanft 
gerundet verschmälert, deutlich ziemlich undicht punktirt, schwarz, ziemlich 
glänzend. Flügeldecken hinten zusammen zuspitzend verlaufend, ziemlich un- 
dicht, aber deutlich kurz grauhaarig, mit ebenen oder fast ebenen Intervallen. 
Nur das Schulterintervall nach innen scharfkantig erhaben, das vorhergehende, 
aus zwei Intervallen gebildete breit, bald ohne, bald mit einer, bald mit zwei 
Punktreihen. Selten die Flügeldecken unbehaart und metallisch. Fühler mit 
rothgelben Anfangsgliedern. Augen meistens ockerfarbig. Maugeti in Grösse 
und Gestalt sehr ähnlich. 

Länge 2'3 — 2'imm. — Bosnien, Croatien. 

3. longicollis Kuw. 

4. Halsschildkiele nach aussen immer zum Halsschildseitenrande oder der davor 
liegenden Längsaushöhlung der Seitenfelder gleichmässig abfallend. 

5. Halsschild ganz viereckig, nach vorne nicht verschmälert. Flügeldecken sehr 
fein punktirt gestreift. Intervalle circa dreimal so breit als die Punktstreifen. 



HostiininiiiiKstiilxIl!" .In l'a rniilfii i:m..|i.i . .1. i Mit toi hMM tk 



29 



Nur das sechste Intervall gekielt Schwan, matt. Tarsen and Ptthler- 
wvtel roth. 

Länge I S //////. — Taschkent. 

I qtwutiricollUi Keilt. 

5. Hals immer anders geformt, nach vorne verschmälert. 

ti. Btirne vom ßpistoma durch eine gerade, von einer Kiihlerwnrzcl zur anderen 
gehenden Linie getrennt. Die beiden letzten Ptthlerglieder etwas grösser, 

das zehnte etwas Kürzer als das eilfte. Schwarz, glänzend. Flügeldecken bei 

2 / 3 der Länge verbreitert, hinter dem ersten Drittel etwas gedrückt. Inter- 
vall 1, «3 und 7 erhöht, Grösse von Elmis Volkmari. (Nach Abeille.) 
Länge 2*5 mm, — Quaderrema. 

5. ca ri natu Perez. 

6. Stirue ohne solche Linie. 

7. Käfer klein, unter der Grösse von Megerhi. 

8. Flügeldecken unmittelbar hinter der Wurzel mehr oder weniger stark nieder- 
gedrückt, den Vorderrand am Schildehen als schmalen Wulst erscheinen 
lassend, nur 17s mal so lang als zusammen breit. 

9. Halsschild ziemlich hinten am breitesten, nach vorne sanft gerundet ver- 
schmälert. Matt schwarz; Flügeldecken metallglänzend, bei \ 2 ihrer Länge 
gedrückt. Intervall 4 und 6 gekielt. Fühler und Tarsen roth. 

Länge l h mm. — Mitteleuropa, Krain. 

6. obscura Müll. 

9. Halsschild ziemlich parallelseitig, nur ganz vorne etwas gerundet verschmälert, 
vorne bisweilen und hinten oft röthlich gerandet. Ganz matt schwarz. Intervall 2. 
4 und 6 scharfkielig, 2 vor dem Ende aufhörend. Fühler, Tarsen und Kuiee roth. 
Länge 13— 1-5 mm, — Croatien. 

7. croatica Apfelbek in litt. 

8. Flügeldecken hinter der Wurzel nicht niedergedrückt. Käfer stark behaart. 
Halsschild hinten wenig unter Flügelbreite, sanft nach vorne gerundet ver- 
schmälert, fast 174 mal so lang als breit, mit ziemlich parallelen Furchen. 
Flügeldecken P/2 mal so lang als zusammen breit, mit ebenen Intervallen. 
Nur das Schulterintervall gekielt, das vierte kaum mit feiner Innenkante, 
das vor dem Schulterintervall fast doppelt so breit als die anderen. Schwarz, 
matt, mit rothen Krallen und Fühlern, proportioneU ziemlich lang gebaut, 
einem behaarten Riolus ähnlich. 

Länge 16 mm. — Bosnien. 

8. rioloides Kinv. 

7. Käfer grösser, immer in oder w r enig unter der Grösse von Megerlei, immer 

mit mehr oder weniger metallglänzenden Flügeldecken. 
10. Viertes Intervall an der Basis, fünftes und die Flügeldeckennaht hinten er- 
haben. Halsschildkiele nach vorne convergirend. Flügeldecken fein punktirt 
gestreift. (Nach Sharp.) 

Länge 2mm. — Reinosa in Spanien. 

subccwinata Sharp. 



30 



A. Kuwert. 



10. Immer mir die abwechselnden Intervalle ganz oder theilweise gekielt oder 
erhaben, oder nur das Schlüterintervalle. 

11. Flügeldecken reichlich l^mal so lang als zusammen breit. Die ziemlich paral- 
lelem Halsschildkiele nach aussen in einen Längseindruck der Seitenfelder 
übergehend (der jedoch schwächer ist als bei den folgenden Varietäten). Hals- 
schild nach vorne deutlich verschmälert, vor den Hinterecken kaum ausge- 
schnitten. Schwarz, mit metallischen, beim Männchen ziemlich parallelen, 
beim Weibchen hinter der Mitte breiteren Flügeldecken, rothen Tarsen und 
Fühlerwurzeln. Die Grübchen des Halsschildes auf dem Wulste vor dem 
Schildchen undeutlich oder fehlend. Intervall 4 und 6 gekielt. 

Länge 16 — 18 mm. — Nord- und Mitteleuropa. 

{Maugei Latr., confusa Casteln., 1840) 10. aenea Müll. 

11. Flügeldecken nur lVsmal so lang als zusammen breit, oder wenig darüber. 

12. Die parallelen schmalen Halsschildkiele nach aussen in eine breite, last die 
ganzen Seitenfelder füllende, bis zum Querwulste des Hinterrandes reichende 
Längsgrube sich absenkend. Auf dem Querwulste vor dem Schildchen zwei 
Grübchen. Intervall 4 und 6 gekielt. Flügeldecken hinter der Mitte schwach 
verbreitert. 

13. Das Mittelfeld des Halsschildes vor der Einschnürung gewölbter als beim 
vorigen, wenig glänzender. 

Länge 1*7 — l'8mi». — Corsica, Portugal. 

var. fossulata Kuw. 

13. Das Mittelfeld vor der Einschnürung stark gewölbt, stark glänzend; die 9 
grösser, mit hinter der Mitte stark verbreiterten Flügeldecken. Intervall 4 
und 6 gekielt. 

Länge 1"8»m». — Alpen. 

var. alpina Kuw. 

12. Die Halsschildkiele nach der Aussenseite immer sanft abfallend. Halsschild 
selten länger als breit, fast immer kürzer. 

14. Flügeldecken immer parallel, nach hinten nicht oder kaum verbreitert. 

15. Nur das Schulterintervall scharfkantig. Der Nahtrand um das Schildchen 
herum etwas erhaben. Halsschild hinten so breit als die Flügeldecken, mit 
glänzender, undicht punktirter Mitte zwischen den Furchen, ohne Grübchen 
auf dem Querwulste vor dem Schildchen, nach vorne beträchtlich verschmälert, 
Die Flügeldecken hinter dem Schildchen nicht gedrückt. Schwarzbraun, glän- 
zend, in Gestalt und Färbung an Elmis ojjacus erinnernd. 

Länge 22mm. — Syrien. 

11. Syriaca Kuw. 

15. Naht, sowie 2., 4. und 6. Intervall" erhaben. Flügeldecken bei l f % ihrer Länge 
hinter dem Schildchen gedrückt. Zwei deutliche Grübchen auf dem stark 
niedergedrückten Halsschildwulste vor dem Schildchen. Halsschild sehr dicht 



B«s«tiuiuiimRNtal>«'Ui' dor 1'urtiitlt-ti Knropii.s, >!<■■ MiHi-liiu-crfuunn • 



»1 



l>unktirt, malt, n.u ii vorne weniger verengt. Schwäre oder braun, gUnsender, 

schmäler und i»;u-;t ll. l. r als Mn/erlei. Heine schwarzbraun 
Länge 2 2 mm. Spanien. Südeuropa. 

(? sidx untmhi Sharp.) 12. shni/is Flach. 

l t. Plügeldecken hinter der Mitte deutlich und ziemlich stark verbreitert 

16. Seitenrand der Flügeldecken hinter der Schulte] nicht iiisammengedrückt 

Zweites und viertes Intervall schwächer, sechstes scharfkantig erhaben EU 
sehild nach vorne stark verengt, hei circa 3 /4 breitesten. Grübchen auf 
dem Querwulste vor dem Schildchen fehlend .»der undeutlich Schwan oder 
braun, mit mattem Halsschild in Folge dichter Punktirung; Beine braun. 
Länge 2 2 mm. — Europa. 
{Kirschii Gorh. pars, MaiKjei Bedl.. caVxjinoxa ( astelu. i 13. Megei lvi Dult sc Ii. 

16. In Folge seitlichen Druckes des Aussenrandes der Flügeldecken erscheint bei 
Betrachtung von oben der Raum zwischen dein Schulterkiele und Flügelrande 
hinten beträchtlich breiter als vorne, während er bei Meyerlei und 9%mü%8 
immer fast oder ganz gleichmässig erscheint. Intervall 2 und 4 beim + kaum 
erhabener, beim $ mit paralleleren Seiten der Flügeldecken. Der auf der 
Mitte glänzendere, undicht punktirte Halsschild schmäler als die Fliigelde.-k.-u. 
Käfer im Uebrigeu Megerlei gleichend. 

Länge 2 2mm. — Griechenland, Croatien. 

var. Kirsch i i Q e rh. 

6. Riolus Muls. 

Halsschild ohne Längsfurchen, höchstens mit schwachen Schrageindrücken, 
von denen der vordere von der Mitte des Seitenrandes gegen das Schildchen zieht, 
der hintere vor den Hintereckeu liegt. Das sechste Intervall an der Innenseite 
scharfkantig erhaben. 

1. Niemals sind die ersten zwei oder drei Intervalle gleichzeitig gewölbt, ge- 
kielt oder seharfkielig. 

2. Nur das sechste Intervall ist scharfkantig nach der inneren Seite erhalten, 
das zweite und vierte nicht erhabener als die anderen. Käfer immer mit ganz, 
rothen Fühlern, immer erzfarbig. 

3. Halsschild länger oder fast länger als breit. 

4. Flügeldecken länglich-eiförmig, glänzend, stark punktirt ge- 
streift, die Behaarung bei auffallendem Lichte goldglänzend. 
Halsschild vor den etwas auswärts gerichteten scharfen Hintereckeu etwas 
ausgeschnitten, nach vorne ziemlich stark gerundet verschmälert, sehr dicht 
und fein punktirt, matt. Schenkel ganz weisslich befilzt. Im April und Mai. 

Länge 16 mm. — Schweden, Baiern, Schweiz. 

{cupreus Gyll., orichalceus Gvll.. Heer) 1. nitats Müll. 



32 



A. Kuwert. 



4. Flügeldecken kurz oval, matt, ziemlich eben, weiss behaart, sehr 
fein punktirt gestreift. Halsschild beträchtlich länger als breit, fein und 
sehr dicht punktirt, ziemlich viereckig, in der Mitte sehr schwach gerundet, 
vorne schmäler, vor den Hinterecken etwas ausgeschnitten. Flügeldecken bis- 
weilen mit bläulichem Glänze, die Intervalle reihenweise fein und anliegend 
behaart. Halsschild ohne Schrägeindruck. Unterseite und Beine roth. Schenkel 
schwach reifhaarig. 

Länge 16 mm. — Südfrankreich. 

2. Seidlitzi Kinv. 

3. Halsschild kürzer als breit, vor dem Schildchen sehr kurz und ziemlich tief 
eingedrückt. Flügeldecken oval, ziemlich tief punktirt gestreift, Halsschild 
vorne schwach oder kaum verengt; seine Seiten hinten ziemlich gerade ver- 
laufend, mit den Flügeldecken gleichmässig glänzend, ziemlich weit punktirt, 
dünn, aber noch deutlich weiss behaart, Schenkel schillernd weiss reifartig 
befilzt. Breiter und stärker als der folgende. 
Länge 15 mm. — Corsica, Corfu. 

3. Sauteri Kmv. 

(3. Man sehe auch Steinen var. senex.) 

2. Auch das zweite und vierte Intervall sind entweder der ganzen Länge nach 
oder am Anfange oder Ende gewölbt. 

5. Die ganzen Schenkel sind gleichmässig dicht oder undicht, oft mit Ausschluss 
der Kniee befilzt oder behaart; die Vorderschenkel sind nicht nur allein an 
ihrer Wurzel mit einem scharf weissen Fleck auf der Vorderseite gezeichnet, 
sondern mit den Mittel- und Hinterschenkeln gleichmässig befilzt. 

6. Die Stirne unmittelbar vor dem Ansätze der ganz rothen Fühler 
stufenartig gedrückt, die ganzen Schenkel schwach weisslich behaart. 
Halsschild mit zwei schwachen Seiteneindrücken vor den Hinterecken, dicht 
und fein punktirt. Erzglänzend, fein weiss und gleichmässig dünn behaart, 
Halsschild fast so lang als breit. Unterseite weisslich beschuppt. Beine braun, 
mit röthlichen Schienen und Tarsen. Schenkel weisslich befilzt. 

Länge 1*5 mm. — Spanien. 

4. Steineri Kinv. 

Die Stücke aus Italien (Genua) stark weiss, fast schimmelartig behaart, 
mit dichter weiss beschuppten Schenkeln und ohne oder fast ohne Kielung 
oder Erhabenheit des zweiten und vierten Intervalls, bilden anscheinend eine 
feste Variation. 

Länge 1 '5 mm. — Genua. 

var. senex Kuw. 

6. Die Stirne vor der Fühlerbasis ohne stufenartigen Ansatz. 

7. Die Sehenkel sind mit Ausschluss der Kniee mit einem am besten bei von 
vorne auffallendem Lichte sichtbaren gleiehmässigen Filz oder reifartigen Ueber- 
zuge bedeckt, Halsschild jederseits immer mit zwei schrägen Seiteneindrücken 
vor den Hinterecken; die Fühler roth, meistens mit dunkleren Endgliedern. 



ItastimiiuiiifpituWIlc -Iit l'arniclon Knmpus, «In Mittclmori t'.nnui .-I. 



8. Die ganzen Schenkel und die l'nti'i-srite mit dickem gelbliehweissen (Jebenuge 
Die Oberseite des Käfers mit ziemlich dichter, auf den Flügeldecken ofl reihen- 
weise dichterer Behaarung. Dunkel bronoefarbig, Bohw&rzlioh, oll mit bliu- 
lichem Schimmer. Halsschild fein und sehr dicht puuktirt. matter als die stark 
puuktirt gestreiften Flügeldecken Käfer etwas tl;n h. r aN der folgende und 

vielleicht nur eine Variation desselben. 

Lauge I G mm. — Mitteleuropa. 

(subviolaceus Kr. pars.) 5. Ehrlch&oni Kuw. 

(Iu Germars Magazin der Kntomologie, Halle, 1817. S. 273, beschreibt 
Müller zum erstenmale deu vou Eseubeck entdeckten und genannten sub- 
riolaceus mit hinter dem Schildchen gedrückten Flügeldecken in doppelter 
Grösse des cupreus Müller, ohne der Behaarung der Schenkel Erwähnung zu 
thun. Der Quereindruck hinter dem Schildcheu und die Färbung, sowie die 
Grösse kennzeichnen das Müll er 'sehe Thier, wogegen der von Erichson bei 
seinem subviolacens erwähnte Ueberzug der Schenkel diesem vorstehenden 
Thiere, die rothen Beine und der jederseits nur einen Schrägeindruck zeigende 
Halsschild des Muls aufsehen subviolaceus aber einem aus der Normandie 
und England herkommenden Thiere eigen sind.) 

8. Die Behaarung der Schenkel ist dünner als beim vorigen und desshalb nur 
reifartig erscheinend. Die Behaarung der erzglänzenden Oberseite ist schwächer, 
bisweilen auf den abwechselnden Intervallen etwas gedrängter. Halsschild fein 
und dicht puuktirt, matter als die stark puuktirt gestreiften Flügeldecken und 
etwas breiter flach gerandet als bei dem vorigen. 

Länge 15 m — Mitteleuropa. 

6. cupreus Müll. 

7. Die Schenkel sind sehr schwach behaart, so dass auch bei von vorne auffallen- 
dem Lichte ihre Grundfarbe nicht gedeckt wird. Die Käfer etwas gewölbter. 
Die Flügeldecken hinter der Mitte etwas verbreitert. 

9. Oberseite stark erzglänzend. Das zweite Intervall der Flügeldecken auf der 
vorderen Hälfte stark gekielt. Halsschild an den Seiten gerade, oben stark 
gewölbt, mit zwei starken Schrägeindrücken vor den Hinterecken, un- 
behaart wie die Flügeldecken und hiedurch von allen anderen verschieden. 
Beine schwarz oder schwarzbraun. Flügeldecken stark punktirt gestreift. 

Länge 15 mm. — Chennegy in Frankreich. 

7. lientzi Kuw. 

9. Oberseite schwarz oder dunkel erzfarbig, ziemlich oder ganz matt durch dichte 
Punktirung und Structur. Halsschild in der Mitte am breitesten, stark ge- 
wölbt, beiderseits mit nur einem Schrägeindrucke, mit den Flügel- 
decken kurz und weitläufig greishaarig. Die Schenkel der rothen Beine kaum 
behaart. Bisweilen die Kniee etwas dunkler und dann die Vorderschenkel an 
der Wurzel deutlicher hell verlaufend gelbfilzig, dann auch die sonst ganz 
rothen Fühler dunkelspitzig. Im März und April. 

Länge IQ mm. — England, Normandie, Holland, Schweiz. 

(subviolaceus Muls.) 8. Mulsanti Kuw. 

Z, B. Ges. B. XL. Abb. 5 



34 



A. Kuwert. 



5. Die Vorderschenkel haben an der Wurzel ihrer Vorderseite einen etwa bis zu 
einem Drittel der Schenkellänge reichenden, scharf abgegrenzten, hellen oder 
weissen oder gelb weissen Fleck, aus dickem Filzüberzug bestehend, der jedoch 
bisweilen zerstört ist. Die Mittel- und Hinterschenkel zeigen diesen Filz- 
überzug, der jedoch meistens fehlt, nur an den Stellen, welche vom Körper 
gedeckt werden; die Schenkel sind unter dem oft fehlenden Filzüberzuge 
röthlich. 

10. Halsschild hoch gewölbt, oft ohne deutliche Schrägeindrücke, nach vorne 
ziemlich stark verengt, länger als beim folgenden, vor den Hinterecken aus- 
geschnitten. Beine röthlich oder roth. Vorderschenkelfilzfleck häufig wenig 
deutlich. Unterseite undicht befilzt oder behaart, roth. Im Juni und Juli. 
Länge l'8«w». — Mittel- und Südeuropa. 

9. sodalis Erichs. 

10. Halsschild nicht hoch gewölbt, mit deutlichem schrägen Seiteneindruck, so 
lang als breit oder etwas kürzer. Beine dunkel. Vorderschenkelfilzfleck scharf 
weiss. Unterseite dicht weiss befilzt, schwarz. Mittel- und Hinterschenkel 
zeigen an der Basis auf der Oberseite ebenfalls scharf weisse Flecke. Schwarz 
oder dunkel metallisch, oft bläulich, mit mehr oder weniger starker, weiss- 
grauer Behaarung auf der Oberseite. Halsschild auch noch mit einem sehr 
schwachen Quereindruck vor seiner Mitte (subviolaceus Er. pars.). 

11. Das Thier auf der Oberseite deutlich grau behaart. 

12. Die abwechselnden Intervalle sind nicht besonders stark behaart und das 
zweite und vierte hinten nur sehr schwach erhaben. Die Flügeldecken hinten 
deutlich breit ausgezogen, hinter dem Schildchen etwas gedrückt. 

Länge 17 — 18mm. — Baiern, Rheinpfalz, Steiermark, Bosnien. 

10. subviolaceus Müll., Er. pars. 

12. Die abwechselnden Intervalle stärker erhaben und diohter behaart, so dass 
die Flügeldecken weissstreifig erscheinen ; diese hinter dem Schildchen kaum 
gedrückt und hinten weniger oder nicht vorgezogen. Halsschild meistens auch 
ein Weniges kürzer. 

Länge V8mm. — Slavonien, Bosnien. 

var. bosnicus Apfelbek in litt. 

11. Behaarung der Oberseite entweder fehlend oder sehr sparsam und reif- oder 
schuppenartig. Im Uebrigen ist das Thier dem vorigen gleich. Die Erhebun- 
gen der Intervalle an der Schulter deutlicher, am Ende verschwindend. Flügel- 
decken hinter dem Schildchen deutlich gedrückt, Oberseite stark glänzend, 
metallisch oder schwarz. (Bei den vielen vorliegenden Uebergängen zwischen 
diesem und den beiden vorigen Thieren, wagte ich die beiden letzten nicht 
als eigene Arten aufzustellen.) 

Länge 18 mm. — Krain, Bosnien. 

var. auronitens Apfelbek in litt. 



Bostiiniiuinpsl!ilx<llo der Purniilon Kuropus, ilrr Mittolincorfiiunii otc. 



I. Die der Naht ranachsl gelegenen Intervalle sind hoch und rund gekielt, das 

vierte und sechste stark erhaben, der Käfer hoch gewölbt, metallisch, lang- 
beinig, mit dicht und fein punkt irtem. metallglän/.endeu Halsschild, auf 
welchem die zwei Schrägeindrücke vor den Hinterecken sehr deutlich sind. 
Beine dunkel. Fühler mit rotheu Anfangsgliedern. Stirue mit einem Hückerchen 
(nach Kolenat fronte trisulcata; vielleicht das andere Genus. Sonst kommt 
diese Eigenschaft dein Genus Lareynia zu). Das mir vorliegende Stück zeigt 
diese Furchen nicht. 

Länge 18 mm. — Caucasus. 

11. 8omcheticu8 Kolenat. 

7. Stenelmis Dufour. 

Langgestreckt, langbeinig. Halsschild mit ganzer oder theilweiser Mittel- 
furche und ganzen oder theilweisen Seitenfurchen. Fünftes Intervall (von der 
Naht au gerechnet das sechste) an der Innenseite scharf gekielt. 

1. 4— 4 h mm lang, schwarz, mit deutlichem Scutellarstreif. Auch das ausserhalb 
der Scutellarpunktreihe gelegene zweite Intervall am Vordertheile stark ge- 
kielt. Die Halsschildmittelfurche breit, nur ganz vorne etwas verkürzt, die 
Seitenfurchen hinten gerade, von der Mitte ab stark nach innen halbkreis- 
artig gebogen, nach aussen durch eine kielartige Erhöhung begrenzt, die in 
der Mitte unterbrochen ist. Die Kiele der Flügeldecken fein und dicht behaart. 
Schwarz, ziemlich glänzend, mit braunen Beinen. 
Länge 4 — 4*5 mm. — Europa. 

1. canaliculatus Gyll. 

1. 3 — 3 5 mm lang oder kürzer, ohne Scutellarstreif. 

2. Halsschild vor der Mitte eingeschnürt. Die vorne abgekürzte, auf der Mitte 
stark verbreiterte Mittelfurche hinten schmal, die nur bis zur Einschnürung 
reichenden Seitenfurchen ziemlich gerade. Käfer braun, mit schwarzem Hals- 
schild. Nur das Schulterintervall der Flügeldecken der Länge nach gekielt. 

Länge 3 5 mm. — Frankreich, Deutschland, Caucasus. 

2. consobrinus Duftsch. 

2. Halsschild nur nach vorne verengt, nicht eingeschnürt. 

3. Schwarz. Mittelfurche des Halsschildes vorne und hinten gleichmässig abge- 
kürzt, lang, grübchenartig, die Seitenfurchen vorne bis zur Mitte abgekürzt, 
flach. Flügeldecken hinter der Schulter nicht verengt, parallelseitig, punktirt 
gestreift, fein kurz behaart. Beine und Fühler braun. Halsschild bei 1 / i der 
Länge am breitesten. 

Länge 3'5 mm. — Caucasus. 

3. puberuhis Reitt. 

3. Ganz braun. Mittelfurche des Halsschildes vorne und hinten verkürzt, linien- 
artig, Seitenfurchen vorne verkürzt, nur ein Drittel des Halsschildes erreichend, 
dieser mit in der Mitte stärker vorgezogenem Vorderrande und etwas vorge- 

5* 



36 



A. Kuwert. 



zogenen Vorderwinkeln. Flügeldecken hinter den Schultern verengt, stark ge- 
streift pnnktirt, fein kurz behaart, gelbbraun, mit dunklerer Naht. Kopf 
dunkler, matt, wie das Halsschild; dieses an den Vorderecken ziemlich zer- 
streut, sonst dicht punktirt. Fühler und Füsse roth, Beine braun. 
Länge 3 mm. — Bosnien. 

4. Apfelbeki Kuw. 

8. Microdes Mötsch. 

Durch die überaus kurzen, keulenförmigen Fühler von allen anderen Gat- 
tungen abweichend. Das zweite Fühlerglied sehr kurz, rundlich, das 3., 4., 5. 
und 6. auffallend klein und schwach, zusammen wie ein Glied erscheinend, das 
8., 9. und 10. bedeutend verbreitert, die Glieder alle zusammen nicht länger als 
die Fühler von Macronychus. Der Halsschild mit zwei nach vorne bei der Mitte 
vertieften Längslinien. 

1. Käfer etwas grösser als Macronychus quadrituberculatus Müll, metallisch 
schwarz. Jede Flügeldecke mit acht vertieften Punktstreifen. Füsse bräunlich. 
Fühlerkeule fein behaart. (Nach Motschoulsky, mir fremd geblieben.) 
Länge 3 20mm. — Abas-Touman im Caucasus. 

1. caucasicus Mötsch. 

1. Käfer etwas kleiner, nur 2'8 mm gross, kleiner als Macronychus quadrituber- 
culatus Müll., im Aussehen eines grossen Biolus, zumal das sechste und siebente 
Intervall scharfkantig erhaben ist, wie bei den Riolus -Arten. Flügeldecken 
punktirt gestreift, mit ebenen, bei einzelnen Stücken abwechselnd etwas er- 
habenen Zwischenräumen, vor der Mitte kaum kenntlich gedrückt. Fühler 
gelb. Tarsen rostroth. Halsschild vorne etwas verengt. 

2. Oberseite schwarz, schwächer behaart. Beine schwarz. 

Länge 2 8mm. — Turkestan. 

2. rioloides Reitt. 1 ) 

2. Flügeldecken an der Basis und am Ende rostgelb ; die Beine rostbräunlich ; die 
Oberseite etwas stärker behaart; die abwechselnden Zwischenräume mit ein- 
zelnen, gereiht niederliegenden Härchen besetzt. 
Länge 2 9mm. — Turkestan. 

var. flavibasis Reitt. 

9. Macronychus Müll. 

Fühler nur viergliedrig, sehr kurz. Beine sehr lang. 

Die Flügeldecken an der Basis mit einer hohen Beule oder einem Höcker neben 
dem Schildchen, Halsschild vor der Mitte verengt, hinter der Verengung auf 

>) Reitt er hat dieses und das nächste Thier als zum Genus Macronychus gehörig puhlicirt. 
Er hat sich anscheinend durch die kurzen, Macronychus-ähnlicheTi Fühler hiezu verleiten lassen, die 
indess aus circa 10 — 11 mikroskopischen Gliedern hestehen, während Macronychus deren nur Tier 
(nach Seidlitz sechs) hat. 



Itastimnuingstntiollc <I«m l'ainnlon !! u i . • p;i ■ . <\< i M 1 1 1 1 m ■ ■< r Tri n n ;i rtc 



37 



dem Dieoua tu iwei Beulen aufgetrieben, mit hellem Vorderrande. Flügeldecken 

hinter den Heulen punktirl gestreift, mit hinten verschwindenden Punktstreifen. 
Nur das Schulterintervall ist der Länge nach gekielt. 

Länge Slfltfl. — Finnland, Alpen. Frankreich. 

quadrtouberculatiua Müll. 

(Die von Keitter publicirteu Turkestan -Arten gehören zum Genus 
Microdes Mötsch.) 

LO. Potamophilus Germ. 

Flügeldecken fein pimktirt gestreift, hinten an der Naht zugespitzt, vorne neben 
der Schulter eingedrückt. Halsschild an den Hinterecken mit einem tiefen 
gerundeten Ausschnitt, vor dem Schildchen mit einem flach rundlichen Aus- 
schnitt. Scheitel mit einer flachen Grube. Die ersten Fühlerglieder einschliess- 
lich des vergrösserten dritten und vierten gelb und dicht behaart. Hinterleib 
in der Mitte und an den Seiten rothfleckig. Die abwechselnden Intervalle der 
Flügeldecken auf dem hinteren Theile etwas gewölbter. Neben dem Schildchen 
eine abgekürzte Punktreihe zwischen der ersten und zweiten. Beine röthlich. 
Käfer sonst schwärzlich, sehr fein befilzt, und zwar oben gelblich, unten weisslich. 
Länge 7 mm. — Deutschland, Europa. 

1. acuminattis Fabr. 

11. Dryops Oliv. 
(Pomatinus Sturm.) 

1. 5 mm lang. Halsschildseitenrand ohne Lappen und ohne Aufkantung. Flügel- 
decken fein gestreift, mit etwas gewölbten Intervallen, ziemlich stark gewölbt, 
Halsschild hinten stark zweibuchtig, vor dem Schildchen mit abgerundetem 
Ausschnitt. Oberseite fein und dicht pimktirt, matt schwarz, graufilzig. Unter- 
seite einschliesslich der Beine röthlich. Kopf ganz in Halsschild und Pro- 
sternum eingezogen. 

Länge 5 — 5'5 mm. — Deutschland, Europa. 

(DumeriU Latr., longipes Bedt.) 1. siibstriatus Müll. 

1. 6 — 9 mm lang. 

2. Der Seitenrand des Halsschildes vor der Mitte zu einem lappigen, aufgebogenen 
Zahn erweitert. Alle Halsschildwinkel spitz vorgezogen. Flügeldecken hinter 
der Basis schräge gedrückt, Beine sehr lang. Käfer sehr schmal, schwarz, 
weisslich befilzt. 

Länge 9mm. — Caucasus: Tiflis. 

2. angulicollis Reitt. 

2. Der Seitenrand ohne Lappen oder Zahn, sondern nur aufgekantet, Beine etwas 
kürzer. Flügeldecken hinter der Basis nicht gedrückt. Etwas breiter als der vorige. 
Länge 9 mm. — Tiflis. 

{asiaticus Kiesw.) 3. longus Solsky. 



38 



A. Kuwert. 



12. Parnus Fabr. ! ) 

Die Thiere sind durch doppelte Behaarung des Körpers merkwürdig. Die 
eine, untere Behaarung ist meistens dichter und ziemlich anliegend, oft filzartig, 
die andere aufrecht oder aufrechter stehend, undichter und länger, oft anders als 
die anliegende Behaarung gefärbt oder anders glänzend. 

1. Flügeldecken regelmässig gereiht punktirt oder punktirt gestreift. 

2. Flügeldecken regelmässig gereiht punktirt. 

3. Die Eeihenpunktirung ist grob und tief, aus ziemlich viereckigen Punkten 
bestehend. Die niederliegende Behaarung sehr kurz und fein, die aufrecht 
stehende grob, lang und schwarz. Flügeldecken zwischen den Reihen deutlich 
und dicht punktirt. Ober- und Unterseite schwarz, dessgleichen die Beine. 
Der grösste europäische Parnus. 

Länge 4 — 5 mm. — Mittel- und Südosteuropa, Bosnien. 

(striatus Sturm) 1. striatopu nctatus Heer. 

3. Die Reihenpunktirung ist feiner, oft auf der Dorsalfläche fehlend und nur 
durch fehlende Behaarung angedeutet. 

4. Die niederliegende Behaarung der Oberseite ist kurz, schuppenartig und die 
dunkle Grundfarbe des Thieres vollständig deckend. Die Klauenglieder immer 
ganz roth gefärbt, Die Flügeldecken hinter den Schulterwinkeln seitwärts immer 
etwas eingezogen. 

5. Obere und untere Behaarung gleichmässig gelblich. Die Eeihenpunktirung der 
Flügeldecken vorne oft mit einem grösseren Punkt beginnend. Vorderer Seiten- 
rand des Halsschildes schwach oder undeutlich aufgekantet. Die von der Längs- 
linie gebildeten Seitentheile des Halsschildes von hinten nach vorne ziemlich 
gleichmässig verschmälert. Oberseite dunkel, Beine braun, Tarsen roth. 

Länge 4mm. — Südeuropa, Griechenland, Sicilien, Croatien, 
Süddeutschland. 

2. lutulentus Er. 

5. Anliegende und aufrecht stehende Behaarung gleichmässig weisslich, die Grund- 
farbe vollständig deckend, auch die letztere Behaarung ziemlich kurz, wie beim 
vorigen Thiere. Vorderer Seitenrand des Halsschildes deutlich aufgekantet. Die 
durch die Längslinien gebildeten Seitentheile des Halsschildes bis zur Mitte 
kaum verschmälert und erst nach vorne zuspitzend. Körper kaum etwas flacher 
als beim vorigen. 

Länge 4mm. — Süddeutschland, Oesterreich. 

(caspius Men.) var. subincanus Reitt. 

4. Die niederliegende Behaarung die dunkle Grundfarbe nicht vollständig deckend, 
nicht schuppenartig, gelblich wie die aufrecht stehende. Das Thier gewölbter. 



*) Wegen der grossen Aehnlichkeit der Arten untereinander, zumal die Eeihenpunktirung oft 
variirt, wird es sich immer empfehlen, wo dies möglich ist, die Bestimmung nicht nach einzelnen 
Exemplaren anzustellen, sondern mit mehreren Exemplaren gleichzeitig vorzugehen. 



BMÜmmtmfitfttaüe dei Panüdoa BnropM, <i<m HSttelmttrflMiai otr. 



Die rutheu klauenglieder meistens sänuntUch sehwar/spit /.ig. Die Beihen- 
punktinmg der Flügeldecken aus nur sein- flachen Punkten bestehend. Das 
Halsschild stark gewölbt, oft etwas kielig. Die aufrecht stellende Behaarung 
ist etwas länger als bei den vorigen Thiereii. Unterseite und Schienen schwarz. 
Schenkel und Tarsen roth oder rüthlich. Dus Fiihlenleckglied schwarz. Flügel- 
decken hinter den Sehulterecken nicht seitwärts gedrückt. 
Länge 4 mm. — Portugal, Italien. 

S. htt< rmedius Kuw. 

2. Flügeldecken regelmässig punktirt gestreift. Aufrechte uud anliegende Behaa- 
rung gries. Halssehild hinten auf seiuer Mitte etwas kielig. Schwarz. Schenkel 
und Tarsen roth. Ziemlich schmal. 

Länge 3mm. — Corsica, Marly. 

4. striatellus Fairni. 

1. Die Reihenpunktirung der Flügeldecken ist nicht überall kenntlich, sondern es 
sind dieselben nur an den Seiten deutlich gereiht punktirt oder es sind nur 
schwache Längseindrücke ohne Reihenpunktirung vorhanden, oder es fehlt beides. 

6. Flügeldecken nur an den Seiten mit deutlicher Reihenpunktirung, oben glatt 
oder mit schwachen, undeutlichen Längseindrücken. 

7. Die Intervalle der äusseren Punktreihen etwas gewölbt. Die aufrecht stehende 
Behaarung der Flügeldecken lang, bräunlich. Halsschild mit schwacher Kielung 
auf der Mitte, Scheitel mit feinem Längskielchen. Gestalt und Grösse des 
vorigen. Schwarz, auch die Unterseite und die Beine, sowie die letzten Tarsen- 
glieder. Die Intervalle der Punktreihen an den Seiten der Flügeldecken etwas 
gewölbt. Flügeldecken hinter den Schulterwinkeln seitlich etwas gedrückt, deut- 
lich punktirt. Halsschild ebenso breit als die Flügeldecken. 

Länge 3 — 3'5mm. — Algier. (? Südfrankreich.) 

5. algericus Luc. 

7. Die Intervalle der äusseren Punktreihen nicht gewölbt. Die aufrecht stehende 
Behaarung meistens feiner, etwas anliegender, grau. Halsschild ohne Kielung 
auf der Mitte. 

8. Halsschild hinteu schmäler als die Flügeldecken, nach vorne stark und ziemlich 
geradlinig verengt, mit spitzen, fast dornartigen Vorderecken und spitzwinke- 
ligen Hinterecken, auf dem Discus schwächer behaart als die Flügeldecken. 
Halsschild und Kopf schwarz, Flügeldecken dunkel pechbraun, die Beine pech- 
röthlich. Krallenglied mit schwarzer Endhälfte. Fühlerwurzel sehr dicht an- 
einander stehend. Deckglied der Fühler pechbräunlich. Scheitel mit sehr feinem 
Kielchen. Flügeldecken sehr fein punktirt. Die Intervalle der seitlichen Reihen- 
punktirung durchaus eben. 

Länge 3*5 — 4 mm. — Lenkoran. 

6. rufix>es Krynick. 

8. Das gewölbte Halsschild nach vorne nicht ziemlich geradlinig verengt, sondern 
mehr oder weniger bogig, die eingedrückten Seitenlinien stark gebogen. Behaa- 
rung graugelblich ; der sehr dicht punktirte Halsschild etwas weniger behaart. 



40 



A. Kuwert. 



Schildchen ziemlich dreieckig, Stirne mit Kielchen. Dunkel pechbraun, matt. 
Tarsen roth. Krallenglied mit schwarzer Endhälfte. Die Reihenpunktirung 
der Flügeldecken sehr flach, oft fast fehlend. Pnberulus Reiche sehr ähnlich, 
aber mit beträchtlich stärker gerundeten Halsschildseiten. 
Länge 3 mm. — Südfrankreich, Spanien. 

7. hydrobates Kiesw. 

8. Man sehe auch puberulus Reiche und prolifericornis Fabr. 

6. Flügeldecken niemals irgendwo mit deutlicher Reihenpunktirung, sondern 
höchstens mit schwach linienartigen Eindrücken in der Nähe des Schildchens. 

9. Flügeldecken immer mit feiner Punktirung, welche nicht mit gröberen Punkten 

durchsetzt ist. 

10. Käfer immer 4 — 4' 5 mm lang. Der Seitenrand der Flügeldecken immer mit 
langer weisslicher Haar- oder Wimperreihe besetzt, 

11. Käfer sehr langgestreckt. Das dem Krallengliede vorangehende Tarsenglied 
immer etwas länger als breit, die Tarsen mit einzelnen langen Schwimm- 
haaren. Halsschild und Stirne mit einem Anflug von Kielung. Fühler dicht 
aneinander eingefügt. Anliegende Behaarung dicht gelb, aufrecht stehende 
gelblich. Schenkel meistens, Schienen und Tarsen immer röthlich. Unterseite 
der Flügeldecken regelmässig gereiht punktirt, Oberseite bisweilen mit Streifen- 
andeutung. 

12. Gleichfarbig dunkel. 

Länge 4 — 4'5 mm. — Nord- und Mitteleuropa. 
(sericeus Samouelle, auriculatus Ol., montana Curt.) 8. prolifeHcmmis Fabr. 

12. Halsschild und Kopf schwarz, weniger behaart. Flügeldecken pechbraun. 

Nordeuropa. 

var. bicolor Dahl. 

11. Käfer weniger langgestreckt, zumal die Flügeldecken hinten zusammen mehr 
abgerundet und weniger zuspitzend als beim vorigen. Das vorletzte Tarsenglied 
immer nur ungefähr so lang als breit; die Tarsenglieder mit kürzeren 
Schwimmhaaren. Beine immer dunkler, schwarz oder braun. Anliegende, 
sowie aufrecht stehende Behaarung weiss oder gelblich. Stirne und Halsschild 
mit oder ohne einen Anflug von Kielung. 

13. Mit gelblicher Behaarung, Beine braun. Stirne ungekielt, Halsschild bis- 
weilen etwas kielig. Gewölbter als der folgende. Pechbraun; die Flügeldecken 
bisweilen mit Spuren von Liniirung. 

Länge 4 5 mm. — Europa. 

{püosus Sturm) 9. luridus Er. 

13. Behaarung weisslich oder weiss. Stirne etwas kielig. Schwarz oder dunkel. 
Nur die Tarsen röthlich. Flacher als der vorige. 
Länge 45mm. — Mitteleuropa. 

(griseus Er.) 10. niveus Heer. 



Butl mau ngiUfcoll ti du Paraldtn Europa«, der tfittelmMrfkun* *to, 



II 



10. Käfer nur 2 — 2*5 mm lang, in der Form ron A i/<ir<>i><ti< > 

11. Flügeldecken neben dein Schildrhcu mit zwei sehwaehen. linienart igen Läng— 
furchen. Halsschild nach vorne bogig gerundet irersohmälert. Bräunlich, 
ziemlich matt, mit dunklerem Kopf und Ealsschild. Dieser feiner und dichter 

punktirl als die Flügelderken. Langest reckt, Anliegende und aufrecht ste- 
hende Behaarung gelb, auf den Flügeldecken dichter. Unterseite braun. Stirne 
schwach gekielt. Dnreli die beiden Furchen neben dem SchildcheJO von pnbe- 
rulus Reiche deutlich unterschieden, durch die etwas gröbere Pimktirimg der 
Flügeldecken den Uebergaug zu den folgenden vermittelnd. Scheitel mit einem 
Grübchen. 

Länge 2*5 — 8 mm. — Corsica, Sardinien. 

11. corsicas Chevr. 

14. Flügeldecken neben dem Schildchen ohne deutliche Längsfurchen. Halsschild 
nach vorne ziemlich geradlinig verschmälert. Schwärzlichbraun, ziemlich matt, 
die aufrecht stehende und die anliegende Behaarung weisslicher. Bisweilen 
die Flügeldecken an den Seiten hie und da mit einer Andeutung von Punkt- 
reihen. Halsschild dichter und feiner punktirt als die Flügeldecken. Beine 
röthlichbraun, Tarsen röthlich. Behaarung der Oberseite weitläufiger als beim 
vorigen. Scheitel ohne Grübchen, Stirne ungekielt. Piuiktirung auf der Mitte 
der Flügeldecken bisweilen etwas runzelig. Dem Vorigen sehr ähnlich, doch 
kürzer gebaut, 

Länge 2'5 mm. — Syrien. 

12. 2>ubei Hlus Reich. 

9. Flügeldecken immer mit stärkerer oder gröberer Punktirung, die bisweilen auch 
mit feinerer durchsetzt ist, 

15. Käfer immer stark oblong, seine Flügeldecken immer länger, als noch einmal 
so lang als zusammen breit. 

IC. Die aufstehende Behaarung ist nicht schwarz, sondern bräunlich oder gelb- 
lich. Käfer bräunlich oder sclrwarzbräunlich. 

17. Haarkranz des Flügeldeckenrandes lang, weisslich, dicht. Fusskrallen an der 
Wurzel mit einem stumpfen Zähnchen. Hinterleib undicht und länger weiss- 
lich behaart. Abdominalsegment (immer?) mit einem sehr feinen Längs- 
kielchen. Oberseite schwärzlich, dicht punktirt. Die aufrecht stehende Be- 
haarung gelblich, ebenso die niederliegende. Mandibeln, Mund und Tarsen 
roth, Schenkel röthlich. Unterleib in der Mitte roth. Oberseite etwas feiner 
punktirt als beim folgenden. 

Länge 35 — 4mm. — Kleinasien, Caspigebiet. 

13. caspieus Faid. 

17. Haarkranz des Flügeldeckenrandes etwas kürzer, weitläufiger und bräunlich. 
Fusskrallen ohne stumpfen Zahnansatz an der Wurzel, Hinterleib etwas 
kürzer behaart, ganz roth. Abdominalsegment ohne einen Anflug von Kielung. 
Die anliegende Behaarung sehr fein grau, die abstehende etwas gelblich. 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 6 



42 



A. Kuwert. 



Beine roth, Schienen nur wenig dunkler. Dem Vorigen zum Verwechseln ähn- 
lich und nur localer Abart. 

Länge 3'5 — 4W. — Caucasus. 

var. caucasicus Reitt. 

16. Die aufrecht stehende Behaarung ist schwarz. Ziemlich von der Gestalt dos 
prolifericornis. Das Schildchen ist nicht gelbfilzig wie bei einem Theile der 
folgenden Thiere, die Punktirung der Flügeldecken stark, die niederliegende 
Behaarung grau. Die ziemlich weit von einander abstehenden Fühler roth oder 
braun, mit dunklerem Deckgliede. Unterseite schwärzlich, dicht punktirt, das 
letzte Segment in der Mitte meistens röthlich. Beine dunkel, mit rothen Tarsen. 
Länge 4 mm. — Mittel- und Südeuropa. 

{obscurus Duftsch., punctulatus Müll.) 14. viennensis Dahl. 

15. Käfer etwas weniger langgestreckt, seine Flügeldecken nur etwa 1V 2 — 2 mal so 
lang als zusammen breit, die aufrecht stehende, immer ziemlich derbe und 
lange Behaarung oft schwarz. 

18. Neben dem Schildchen auf den Flügeldecken zwei flache, eingedrückte Längs- 
streifen, welche 1 / 3 bis a / 3 der Flügeldeckenlänge erreichen. Schildchen mehr 
oder weniger gelbfilzig. Schwarz, glänzend, gedrungen. Die abstehende Be- 
haarung dunkelbräunlich. Halsschild stark gewölbt, mit mehr oder weniger 
kenntlicher Kielung, etwas dichter punktirt als die Flügeldecken. Die nieder- 
liegende Behaarung gelblich. Stirne mit Grübchen. Unterseite schwarz. Beine 
dunkel, Krallen roth. Nitidulus sehr ähnlich. 
Länge 45 mm. — Bosnien, Mähren. 

15. Ernesti Goeze. 

18. Neben dem Schildchen keine vertieften Linien, oder sie sind sehr kurz und 
unbedeutend. 

19. Hinterleib circa zweimal so lang als breit, oder etwas länger. 

20. Die aufrecht stehende Behaarung lang, schwarz. Etwas weniger gewölbt als 
der folgende, mit gelblicher, niederliegender Behaarung, etwas gelbfilzigem 
Schildchen, ebener Stirne, dunkeln Beinen und Tarsen. Punktirung ziemlich 
stark. Fühler ziemlich weit auseinander stehend, dunkel. Leib etwas kürzer 
als bei prolifericornis; viennensis nahestehend. 

Länge 4mm. — Centraieuropa. 

16. auriculatus Latr. 

20. Die aufrecht stehende, sowie die niederliegende Behaarung gelblichweiss. 
Das Schildchen ziemlich breit. Flügeldecken kaum zweimal so lang als zu- 
sammen breit. Das Schildchen nicht gelbfilziger. Die aufrechte Behaarung 
ohne rückwärts gedrückte Spitzen. Flügeldecken auf ihrer Mitte neben dem 
Seitenrande bisweilen etwas runzelig, zwischen der groben Punktirung mit 
feinerer. Beine braun, Tarsen roth. Etwas breiter als puoerulus und die 
nahestehenden Arten. 

Länge 2*5 mm. — Südeuropa. 

17. pilosellus Er. 



nostimnuinpRtul><'lk> dn J'ui iiiilon Kuropiis, dn MiltoliiH-cifiHUiii etc. 



43 



Hinterleib nur circa P : ,nial so lang als Kreil . Körper ziemlich elliptisch; 
sohwars, hochgewölbt, glänzend, ziemlich groh punktirt, mit uiederliegender, 
feiner gelber und auf dein Halsschilde schwärzlicher, dagegen auf d«*n Flügel- 
decken bräunlicher, langer und aufrecht stehende!- Behaarung, deren Spitzen 
ein wenig rückwärts gedrückt sind. Sdiildchen ziemlich breit. Beträchtlich 
breiter als der vorige. Die letzten Bauohsegmente roth, mit schwarzen 
SeiteuhVcken. 

Länge 2'S mm. — Mitteleuropa. 

(rufipes Dahl.) 18. nitidulus Heer. 

13. Heliehus Erichs. 

Halsschild kissenartig stark gewölbt. Flügeldecken gereiht punktirt. Die 
zweiten Intervalle von der Naht erhaben gewölbt. Körper ziemlich oval. Auf 
dem Hiutertheile des Halsschildes eine tiefe Mittelrinne und vor den Ecken je 
eine seichtere Seitenfurche, die jedoch nur bis zu einem Drittel des Halsschildes 
reichen. 

Mir sind nur amerikanische Arten bekannt, die asiatische ist mir fremd 
geblieben. 

Turkestan. 

asiaticus Solsky. 

14. Parnoides Knw. (nov. gen.?). 

Halsschild ohne Furchen. Flügeldecken ohne Eeihenpunktirung. Der Gestalt, 
Behaarung und Krallenbildung nach einem Parmis oder Dryops gleichend. 

Nur eine Art, angeblich aus Portugal; mir in wenigen Exemplaren aus 
dem belgischen Museum zugegangen. Vielleicht überseeisch und nach Portugal 
importirt und schon unter einem anderen Namen beschrieben. Von Camillo 
gesammelt. 

Schwarz, matt, dicht aufstehend grau behaart. Halsschild am Hinterrande stark 
zweibuchtig, an den Seiten fein und scharf gerandet, bis vor die Mitte kaum, 
nach vorne massig stark verengt. Mundtheile, Palpen, Fühlerbasis, Schienen 
und Tarsen roth. Die gewölbten Hinterhüften an der Spitze als breiter drei- 
eckiger Zahn sich über die äusserste Wurzel der Schenkel legend, diese kaum 
oder nicht erweitert. Die Fühler, welche aus 11 oder mehr Gliedern bestehen 
(es ist bei der starken Behaarung die Unterscheidung unsicher), sind nur bis 
zum vierten Gliede behaart, vom vierten Gliede ab nach der Spitze zu ab- 
nehmend breit gekämmt. Die Seiten des Halsschildes stark, fast wollig behaart. 
Länge 56mm. — Portugal. 

pectinicornis Kuw. 



6 



44 



A. Kuwert. 



Beschreibung der neuen Arten. 

1. Limnius formosus n. sp. 

Niger, brunnescens, oblongo-ovatus. Elytra antice usque ad medium fere 
punctato-striata, postice seriato-punctata. Metastemum in medio foveatum, 
fortibüs taeniis ab interiore parte coxarum mediarum ad exteriorem partem 
coxarum posteriorum directis, leniter arcuatis signatum. Tarsi antennaequc 
rufescentes. Pedes brunnescentes. 

Long. 15 mm. 

Patria: Montes Pyrenaei. 

Durch die eigenthümliche Bildimg des Metasternums ausgezeichnet. Das- 
selbe ist flach, mit einem Grübchen auf seiner Mitte. Die vom Innenrand der 
Mittelhüften in sanftem Bogen noch über den Aussenrand der Hinterhüften fort- 
ziehenden Leisten stossen gegen eine verhältnissmässig starke Randung des Meta- 
sternums vor den Hinterhüften, so dass hiedurch eine fast geometrische Figur 
von fünf bis sechs Ecken entsteht. Die Leisten des ersten Segmentes gehen vom 
Innenrande der Hinterhüften etwas schräge nach aussen gerichtet gegen den 
Hinterrand des Segmentes. Die Unterseite ist mit Ausschluss der Mitte des Meta- 
sternums fein weisslich befilzt. Das Thier ist in Gestalt, Form, Farbe und Grösse 
Dargelasii ähnlich, mit welchem dasselbe wahrscheinlich überall zusammen- 
geworfen sein dürfte. 

Das einzige mir vorliegende Exemplar erhielt ich im Tauschwege als tuber- 
culatus Müll, von Be liier de la Chavignerie, der es im Süden Frankreichs 
in der Pyrenäengegend gesammelt hat. 

2. Limnius Aegyptiacus n. sp. 

Oblongo-ovatus, convexus, niger, fere metallescens. Elytra punctato- 
striata. Metastemum densepunctatum, postice in medio profunde sulcatum, 
antice planum, taeniis tenuissimis fortissime curvatis, ab interiore coxarum 
mediarum parte ad coxas posteriores directis signatum. Taeniae primi seg- 
meniis fortiter divergentes. Omnia segmenta in medio nitida, dilatepunctata. 
Pedes brunnei, tarsi antennaeque rufescentes. 

Long. 16 mm. 

Patria: Aegyptus. 

Der Käfer hat mit den meisten Limnius -Arten die Längsvertiefung des 
hinteren Metasternums gemein; die Metasterualkielchen sind sehr viel feiner als 
bei formosus und sehr stark geschwungen. Er ist grösser als die übrigen Arten, 
ähnlich schmal und convex gebaut wie rivularis Kiesw., doch ist die Metasternal- 
rinne nicht linienartig, sondern furchenartig vertieft, die Unterseite nicht röthlich- 
braun, sondern schwarz gefärbt. 



KeatiinmnnpstiiWUr doi rann. Im Kmo^. .In MittrlmcciTaima 6*0. 



45 



Ans Syrien kommen Stücke, bei denen dir tiefe Metasternalfurchc ganz 
fehlt, die iiidcss dem vorstehend beschriebenen Thiere sonst ganz gleichen und 

wohl nur eine Varietät desselben sind. Dieses Thier soll Bich im Berliner Museum 

unter dem Namen ImeatUS Klug in litt, befinden, wesshalb ich der \ 'ariat ion 
diesen Namen in der Bestimmungstabelle belassen habe. 

3. Elmis rufiventris n. sp. 

Oblongus, niger, metallescens. Elytra punctato-striat«, parallela, Inter- 
vall is fAamg. Proster mim in media, sicut segmenta corporis in media rufe- 
scentia. Antcnnae tarsique ruft. 

Long. 2 5 mm. 

Patria: Slaconia, Bosnia. 

Durch die dunkelrothe Färbung der Mitte des Hinterleibes und des Pro- 
sternums leicht kenntlich. Halsschild etwas breiter als lang, mit parallelen 
Seitenlinien. Die auch an den Seiten der Flügeldecken ebenen Intervalle überaus 
fein querrissig. Oberseite ganz dunkel metallisch. Die rostgelben Fühler nach 
dem Ende zu etwas verdunkelt. Das Metasteraum beiderseits mit einem nach 
au-wärts bogigen Kielchen von den Mittelhüften gegen die Hinterhüften zu, bei 
dem $ hinten mit feiner Mittelrinne und dicht punktirt, matt, beim glänzend, 
weniger dicht punktirt, bisweilen mit einem Grübchen vor den Hinterhüften. 
Beine und Seiten des Körpers schwarz, Tarsen rostgelb. 

In Mehrzahl aus Bosnien und Croatien durch Herrn Apfelbek einge- 
sendet, dem Elmis intermedius und opacus überaus ähnlich. 

4. Elmis lepidopterus n. sp. 

Ovato-oblongus, vix metallescens, supra subtilissime dilateque griseo- 
sguamosus. Elytra punctato-striata, intervallis planis, post medium paulo dila- 
tata. Pedes nigri. Antewnarum extremi articuli nigri, ceteri, sicut tarsi ruft. 

Long. 2 6 mm. 

Patria: Bosnia, 

Die Beschuppung der schwarzen Oberseite sehr zerstreut und sehr fein. 
Halsschild breiter als lang, nach vorne in überaus schwachem Bogen verschmälert ; 
die Längsfurchen gerade, nach vorne kaum convergirend. Die nach hinten deut- 
lich verbreiterten Flügeldecken hinter der Mitte mit etwas dachförmiger Naht. 
Das Metasteraum dicht punktirt, vor den Hinterhüften mit einer von einer ver- 
rieften Linie umgebenen nabelartigen Erhöhung (ob bei beiden Geschlechtern ?). 
Die von den Hinterhüften nach dem Hinterende des ersten Bauchsegmentes aus- 
gehenden Kielchen dieses Segmentes sind stark gekrümmt, mit dem Bogen nach 
aussen. Die Metasternalkielchen zwischen den Mittel- und Hinterhüften sind stark 
bogig geschwungen. Die ganze Unterseite ist schwarz. 

Durch Herrn Apfelbek gingen mir ein Paar Exemplare aus Bosnien zu. 



46 



A. Kuwert. 



5. Esolus Nicariae n. sp. 

Oblongo-ovatus, postice fere apicatus, obscuro-brunneus. Pedes antennae- 
que flavo-rufescentes. Elytra striato-punctata ; punctorum series primae et se- 
cundae juxta suturam punctato-striatae. 

Long. 12 mm. 

Patria: Nicaria. 

Durch seine braune Färbung und das Arrangement der Flügeldeckenstreifen 
ausgezeichnet. Es liegt nämlich die erste Punktreihe neben der Naht in feiner, 
der ganzen Lange nach vertiefter Linie, die zweite bis gegen das Ende in solcher, 
die dritte nur bis vor die Mitte, die vierte nur bis hinter die Schulter. Auf dem 
Räume zwischen dem Seitenkiele der Flügeldecken und dem Seitenrandkiele ist 
bei näherer Betrachtung ein sehr feines Mittelkielchen wahrnehmbar. Das Hals- 
schild ist fast so lang als breit, ziemlich parallel, schwach nach vorne verengt; 
die Seitenfurchen in der Mitte nach aussen schwach bogig, nach vorne etwas con- 
vergirend. Die ganzen Beine und die ganzen Fühler rostroth. 

Nur ein einziges Stück. 

6. Esolus Czwalinae n. sp. 

Oblongus, parallelus, convexus, nigcr vel brunneoniger. Pedes cmtennaeque 
rufescentes. Elytra parallela, postice declivia et fere communiter apicata, striato- 
punctata punctis antice fortibus, postice erasis, post scutellum non depressa. 

Long. 16mm. 

Patria: Bosnia, Croatia. 

Schmäler als parallelopipedus Müll., doch ihm in der Grösse 
gleichend, kleiner als angustatus Müll., diesem in der Form ziemlich gleich- 
kommend, schmäler, convexer und kleiner als carpetanus Müll., 
schmäler als filum Fairm. und grösser als die neuen Arten brevis aus 
Sardinien, Bossowi aus Südf rankreich, Kuenowi aus Ungarn und 
perparvulus aus Spanien. Durch die stark convexe Gestalt besonders aus- 
gezeichnet. Halsschild ziemlich parallel, nach vorne wenig verengt, ziemlicht dicht 
und fein punktirt. Die ersten Punktreihen der Flügeldecken bis über die Mitte 
derselben aus groben, dahinter aus feineren Punkten bestehend, hinten fast oder 
ganz verschwindend. Zwischen dem Seitenkiele und dem Flügelrandkiele drei 
durchgehende feine Punktreihen. 

7. Esolus brevis n. sp. 

Breviter-ovatus, niger, nitidus. Pedes antennaeque rufescentes. Protlwrax 
fere transoersus. Elytra parallela antice striato-punctata punctis et striis postice 
erasis, in lateribus tricostata, post scutellum non depressa. 

Long. 13 mm. 

Patria: Sardinia. 

Wohl der proportioneil breiteste seiner Gattung. Halsschild etwa ^mal 
so breit als lang, Vor der Mitte schwach nach vorne verengt, auf dem Discus 



RestimroungstuboUfl clor l'uniitlon Kuropas <\<-v Mitti-Iiui'oi t'auna >-\>-. 



47 



undicht pnnktirt, mit zwei parallelen Längalinien. Die Flügeldecken bis etwas 
über die Mitte gereiht punktirt. Auch der fünfte Zwischenraum ist der ganzen 
Länge nach, wenn auch wenig, doch erkennbar gewölbt Zwischen dem Kiele des 
sechsten Intervalls und dem Aussenrandkiele ein deutlicher Längskiel, über dem 
zwei Punkt reihen sichtbar. In der Kenn dem pygmaeus Müll, ähnelnd, doch 
ohne durchgehende Punkt reihen der Flügeldecken und ein wenig grösser. Auch 
dem pvrparrulus n. sp. ähnelnd, doch mit breiterem Halsschilde und etwas 
grosser, ohne die starke Verbreiterung des Hinterleibes hinter der Mitte; auch 
weniger flach. 

Von Herrn Damry in Sassari mehrere Stücke eingesendet. 

8. Esolus Dossowi n. sp. 

Oblong na, angustatus, nigerrimus, pärallehts. Pedes brunnci. Ta/rsi an- 
tennaeque rufeseentes. Elytra post scutellum depressa, antice striato-pioictutu 
punetis postice erasis. Prothorax quadratus. 

Long. 12 mm. 

Patria: Gallia meridionedis. 

Durch seine schmale Gestalt nur mit Kuenowi n. sp., weniger mit per- 
parrulus u. sp. zu verwechseln, jedoch ist sein Hinterleib etwas länger als beim 
letzten und sein Halsschild nach vorne nicht oder kaum verengt, wie beim ersten, 
sondern fast quadratisch, wenig breiter als lang, vor der Mitte etwas quer- 
gedrückt, mit nur schwachen parallelen Längslinien. Die ersten Punkte der 
Punktreihen auf den Flügeldecken sind stark und tief, der Raum dazwischen 
lederartig runzelig. Auf dem Räume zwischen dem Seitenkiele und dem Seiten- 
raudkiele ist nur eine unmittelbar unter dem Seitenkiele gelegene Punktreihe 
deutlich sichtbar, die übrige Punktirung verworren. 

Ein einzelnes Stück, aus dem Süden Frankreichs stammend. 

9. Esolus Kuenowi n. sp. 

Angustatus, oblongus, nigerrimus, parallelus, fere deplanatus. Pedes 
brunnei. Tarsi antennaeque rufeseentes. Elytra post scutellum fortiter depressa, 
antice striato-punetata, postice punetis erasis. Prothorax intra et juxta lincas 
incisas prope medium utrinque leniter foveolatus. 

Long. 12 mm. 

Patria: Hungaria. 

Dem Vorigen sehr ähnlich, doch sind die Flügeldecken an und hinter dem 
Schildchen so stark niedergedrückt, dass der Vorderrand und die Naht daselbst 
als ein Wulst erscheint, und ist auf dem Räume zwischen dem Seitenkiele und 
dem Seitenrandkiele der Flügeldecken keine besondere Punktreihe, sondern nur 
ziemlich verworrene Punktirung wahrnehmbar. Ferner ist die ganze Oberseite 
des Thieres matter in Folge mehr unregelmässiger Sculptur und der Punktirung, 
sowie auch der Halsschild nach vorne mehr verengt ist. Ob diese anscheinend 
eigene Art vielleicht nur Varietät zu dem vorstehend beschriebenen Esolus Dossowi 



48 



A. K ii wert. 



sein wird, bleibt späteren Untersuchungen vorbehalten aufzuklären. Es liegen 
mir zwei Stücke vor. 

10. Esolus perparvulus n. sp. 

Oblong o-ovalis, nigef, fere deplanatus. Tarsi, pedes et antennae rufe- 
scentes. Elytra jwst medium fastigata ovaliterque dilata, antice striato-ptmctata, 
postice punctis striolarum erasis. 

Long. 12 mm. 

Patria: Hispania. 

Dem parallelopipedus Müll, ähnlich, doch sind die Flügeldecken hinter 
der Mitte stark verbreitert, ähnlich wie bei subparallelus Fairm., sind flacher 
hinter dem Schildchen gedrückt, hinter der Mitte mit etwas dachförmig erhabener 
Naht. Zwischen dem sehr scharfen Seitenkiele und dem Seitenrandkiel der 
Flügeldecken vorne noch ein feines kurzes Kielchen, dagegen die Punktirung des 
Zwischenraumes ganz ungeordnet und sehr fein, aber dicht an der Innenseite 
jedes der beiden Kiele mit einer Reihe von einander abstehender grösserer Punkte. 
Von subparallelus Fairm. ist das Thier auch durch seinen fast parallelen Halsschild 
verschieden, welches bei der genannten Art mit den Flügeldecken zugleich etwas 
abgerundet ist. 

Aus Spanien nur ein Stück. 

11. Lareynia interrupta n. sp. 

Ovalis, nigra. Elytra rugose pnnctato-striata, interstitüs alternatis elevatis. 
Prothoracis carinae fortiter eleratae post medium interruptae arcuata impressione 
posterioris prothoracis partis. Tarsi, tibiae et initium antennarum brunnei. 

Long. 2 '2 mm. 

Patria: Hispania. 

Der Lareynia Maugeti Latr. sehr ähnlich, zumal durch die abwechselnd 
stark gekielten Intervalle, jedoch der Halsschild beträchtlich länger, nach vorne 
mehr verengt, mit spitzeren Hinterecken, vor diesen stärker ausgeschnitten; 
besonders leicht aber durch die Unterbrechung der sehr stark gekielten Aussen- 
kanten der Halsschildfurchen an der Eindrucksstelle vor dem Querwulst kenntlich. 
Der Hinterleib ist ein wenig kürzer als bei Maugeti Latr., hinten etwas mehr 
abgerundet. 

Zwei Stücke aus Spanien. 

12. Lareynia longieollis n. sp. 

Oblong o-ovata, nigra. Elytra griseocrinita, haud aut vix metallescentia. 
Prothorax angustatus, elytris angustior, elongatus. Pedes brunnei. Antennae nigra 
apicatae. Elytra punctato-striata, intervallis alternatis haud aut rix elevatis. 

Long. 2 4 mm. 

Patria: Bosnia. 

Die Halsschildfurchen nach aussen von einem auf dem Vordertheile auch 
nach aussen hin - deutlich abschüssigen Kiele begrenzt. Der Halsschild selbst 



H<*stitiuiimi|:stal>flli> der PlUBideD Ruropas, «lor Mittolinporfiuinii etc. 



4<> 



etwa •"' , mal so lang als breit, an den vorgezogenen Ilinterecken am breite leii. 
davor etwas ausgeschnitten, von 2 / : , der Länge nach vorne ziemlich gleichmiissig 
verschmälert, viel schmaler als die Flügeldecken, ziemlich dicht punktirt, malt 
schwarz. Die Flügeldecken mit ebenen Intervallen, selten die abwechselnden 

kaum kenntlich erhabener, mit feiner, grieser, niederliegender Behaarung nicht 

dicht bekleidet, schwarz oder etwas metallisch. Das Schulterintervall scharf- 
kantig, das vorhergehende aus zwei Intervallen gebildet. Die Augen meisten ocker- 
t arbig. Die Beine braun. Au dem schmalen laugen Halsschilde immer kenntlich. 
Vou Apfelbek iu Bosuieu iu Mehrzahl gesammelt. 

13. Lareynia Croatiea n. sp. (Apfelbek in litt.). 

Gratis, nigra, Irnigtiida. Antennae rufae. Pedes brunnei. Tarsi et genua 
ruft. Elytra breviter ocata, punetato-striata, intervallis secundo et quarto 
suhtilitcr acriterque, sexto fortissime et acriter carinatis. 

Long. 13 — 15 mm. 

Patria: Croatia, Bosnia. 

Von der Grösse der obscura Müll., doch ist der Hinterleib nicht verbreitert 
hinter der Mitte und ist flacher, auch hinten nicht abschüssig. Die Reihen- 
punktiruug ist eine viel feinere, die Kielung der intermittirenden Intervalle feiner 
uud schärfer. Fühler, Tarsen und Kniee rostroth. Der Halsschild ist fast vier- 
eckig, nach vorne nur wenig verschmälert. Die Oberseite ist zerstreut und kurz 
grieshaarig. Das zweite Intervall auf dem Ende ungekielt. Halsschild vorne und 
hinten oft roströthlich gesäumt. 

Von Herrn Apfelbek in wenigen Stücken eingesendet. 

14. Lareynia rioloides n. sp. 

Omlis, nigra, languida, dense griseopubescens. Antennae rufae, nigro 
apicatae. Pedes nigri, tarsis rufis. Elytra breviter ovata, postice communiter 
rix apicata, interstitiis planis, subtüiter punetato-striata. 

Long. 16 mm. 

Patria : Bosnia. 

Das Thier ist in Folge seiner dichten grauen Behaarung einem Biolus 
überaus ähnlich. Der Halsschild vorne etwas verschmälert, etwas länger als breit, 
hinten wenig unter Flügeldeckenbreite; der Raum ausserhalb der Läugsfurchen 
nach dem Rande zu gleichmässig abgedacht, Etwas länglicher als croatiea n. sp., 
mit etwas längeren Hinterschienen. Flügeldecken etwa lVaUial so lang als 
zusammen breit, hinter dem Schildchen nicht gedrückt. 

Von Herrn Apfelbek in zwei Stücken aus Bosnien eingesendet. 

15. Lareynia Syriaca n. sp. 

Ovalis, brunneo-nigra, nitida, antennis tarsisque rufis. Elytra antea 
fortiter, postice minus evidenter punetato-striata. 

Z. B. Ges. B. XL. AMi. 7 



50 



A. Kuwert. 



Long. 2'2 mm. 
Patria: Syria. 

In Gestalt und Färbimg an Elmis opacus erinnernd, hat das Thier hinten 
den Halsschild fast so breit als die Flügeldecken, vor den Hinterecken aus- 
geschnitten, von 2 / 8 ab nach vorne gleichmässig verschmälert und etwa 4 /s so lang 
als breit. Der Zwischenraum zwischen den Furchen ist glänzender, weil undichter 
punktirt als die Seiten des Halsschildes. Auf dem Querwulste vor dem Schildchen 
fehlen die bei den meisten anderen Arten vorhandenen Grübchen auf der Mitte. 
Die stark gewölbten Flügeldecken sind dicht am Schildchen in der Weise gedrückt, 
dass die Bänder der Flügeldecken daselbst als schwacher Wulst vortreten. Nur 
das sechste Intervall ist scharfkantig gekielt. Von den nahestehenden Megerlei 
Dufts., similis Flach, Kirschii Gerh. durch die hinter der Mitte nicht erweiterten 
Flügeldecken und den Mangel der Kielung des zweiten und vierten Intervalles 
leicht zu unterscheiden. 

16. Riolus Seidlitzi n. sp. 

Ovatus, fere languidus, ptedibus rufescentibus, elytris vix metallescentibus. 

Prothorax elytris angustior, longus, longitudine elytrorum dimidiata, 
paulo elatus, sine impressionibus in disci lateribus, in margine posteriore haud 
fortiter bisinuatus, in medio rix lineatus, antice vix angustatus fereque qua- 
dratus, in marginibus lateralibus subtiliter marginatus, densissime punctata*, 
languidus. • 

Elytra breviter ovata, post medium paulo dilatata, tenuiter punctato- 
striata, interstitiis alternatis vix fortius griseo-crinitis, planis, secundo quarto- 
que non elevatis, sexto in margine interiore fortiter acriterque carinato. 

Subtus rufescens, dense griseo-crinitus. 

Pedes brunnescentes. Tarsi antennaeque rufescentes. 

Long. 16 mm. 

Patria: Gallia meridionalis ; montes Pyrenaei. 

Von nitens Müll, durch den sehr viel längeren Halsschild, sowie den nicht 
goldglänzenden Haarwuchs der Flügeldecken und die beträchtlich geringere Länge 
derselben unterschieden. Bisher sicher mit nitens zusammengeworfen. Die Eeihen- 
punktirung der Flügeldecken ist schwächer, diese selbst weniger glänzend, die 
Beine mehr röthlich gefärbt. Die angedeutete Längsfurche des Halsschildes fehlt 
bei nitens. Von Steineri n. sp. durch den Mangel des Stufeneindruckes vor den 
Fühlern, von Sauteri n. sp. durch den Mangel des schmalen Quereindruckes des 
Halsschildes vor dem Schildchen und den langen Halsschild verschieden. 

17. Riolus Sauteri n. sp. 

Ovatus, metallescens, pedibus nigricantibus. 

Prothorax brevior, quam latus, sine impressionibus obliquis, subtiliter 
punctatus neque elytris languidior, postice bisinuatus, in lateribus subtiliter 
marginatus, ante seutellum latitudinaliter breriterque et acriter impressus. 



Ho.stiiniiiiiiiRstiil'i'lli' dfi l'arniilcn Kuro|ui , (Irr M i 1 1 <• 1 m i ■<■ it":i n n;t ot<\ 



Elytra yost medium liuud dilatala, i>u)ictato-8triata, interstiitio 86xto in 
margine inferiore aeriter eurinuto, so-nndo guaftoqui non elevat%8 } grisris CftfM 
l>ns breciuseulis fere seriato-erinita in altematis interstitiis. 

Ped es brunncu-ni<) neuntes. Fe »i ora albosericawHa. 

A nie nunc tarsique rufesceides. 

Long, t'ö »im. 

Patria: Corsiea. 

Der ziemlich stark gewölbte Halsschild sehr viel kürzer als hei Seidlitzi, 
fast ebenso laug als bei nitens, doch sehr viel weniger dicht punktirt als bei 
beiden und desshalb ebenso stark glänzend als die Flügeldecken. Auch entbehrt 
derselbe der Andeutung des Läugseiudruckes auf seiner Mitte, ist dagegen dicht 
vor dem Hinterrande und vor dem Schildchen scharf und kurz der Quere nach 
eingedrückt. Die Intervalle der Flügeldecken sind eben, wie bei den beiden an- 
dern, doch zeigt das fünfte Intervall bisweilen etwas Wölbung. Die Eeihen- 
punktirung ist fast ebenso stark als bei nitens, beträchtlich stärker als bei Seid- 
litzi. Die Schenkel der dunkleren Beine sind reifartig weisslich angehaucht, die 
Fühler ganz rostroth. Auch dieses mir in einigen Stücken von Damry in Sas- 
sari zugesendete Thier dürfte bisher mit nitens Müll, zusammengeworfen sein, 
von dem es äusserlich schon der Mangel des Goldglanzes der Behaarung und die 
weitläufigere Punktirung des Halsschildes trennt. 

18. Riolus Steineri n. sp. et var. senex. 

Ovatus, metallescens, subtus brunnescens, pedibus brunneis. 

Prothorax subtüiter diffuse punetatus neque ehjtris languidior, postice 
rix bisinuatus, in lateribus subtiliter marejinatus, sine impressionibus obliquis, 
antice angustatus, ante marginem posteriorem serie nonnidlorum punetorum 
(semper?) majorum punetatus, disco elevato, in lateribus apud margines ex- 
te rio res longitudincditer fere impressus. 

Elytra ovata, punetato-striata, metcdlescentia, interstitiis secundo quarto- 
que paulo elevatis, sexti margine inferiore aeriter carinato, post medium rix 
dilatata, cdternatis intervallis rix fortius crinitis. 

Caput ante antennas fortiter elepressum. 

Antennae tarsique mfescentes. 

Long. 15 mm. 

Patria: Rispania. 

Von allen Riolus -Arten durch den beinahe stufenartigen Absatz oder 
Eindruck an der Fühlerwurzel ausgezeichnet und leicht zu unterscheiden; von 
Seiuteri, Seidlitzi und nitens auch durch die Wölbung des zweiten und vierten 
Intervalles verschieden. Die ganze Oberseite mit dem Halsschilde ist stark metal- 
lisch glänzend, bronzefarbig. Die ganzen Beine sind braunröthlich. Zu den aus 
Spanien herstammenden Stücken mit schwacher Behaarung der Oberseite kommen 

aus Italien solche, die auf der ganzen Oberseite dicht weiss behaart sind, als wäre 

7 * 



52 



A. Kuwert. 



dieselbe mit Schimmel bedeckt. Mau könnte dieselben beinahe für eine eigene 
Art halten, doch zeugt der stufenartige Quereindruck auf der Stirne vor der 
Fühlerwurzel für die Zusammengehörigkeit der Thiere. Ich nannte diese an- 
scheinend feste Variation in der Bestimmungstabelle senex nov. var. 

19. Riolus Lentzi n. sp. 

Ovatus, convexus, metdllicus, swpra cix crinitus. 

Prothorax fortiter elevatus, in lateribus ante cmgülos posteriores dua- 
bus fortibus impressionibus öbliqms signatus, subtiliter in lateribus marginatus, 
antice cix angustatus, subtiliter punctatus, metallicus. 

Elytra metallescentia, fortiter punctato-striat«, interstitio secunäo antea 
fortiter, postice non el&oato, qnarto autem in medio et post medium elevato, 
sexti margine interiore acriter carinato, altematis intercallis vix crinitis. 

Antennae rufescentes, nigroapicatae. 

Ted es nigri vel brunneonigri. Torsi rufescentes. Femora in origine 
non albotomentosa neque tegumine forte tecta. 
Long. 15 mm. 

Patria: Gallia (ex Chennegy). 

Von sodalis Er. durch die starken Schrägeindrücke des kürzeren Hals- 
schildes und den Mangel des weissen Filzfleckes der Vorderschenkel, sowie den 
bedeutend kürzeren Hinterleib verschieden. Auch ist das Thier bedeutend stärker 
metallisch bronzefarbig, bedeutend kleiner, mit sehr viel stärkerer Wölbung des 
zweiten Intervalles auf der vorderen Flügeldeckenhälfte und desshalb, wenn auch 
wohl bisher mit ihm zusammengeworfen, doch nicht gut mit sodalis zu ver- 
wechseln. Von Mulsanti Kuw. ist das Thier durch den Glanz der Oberseite und 
den doppelten Schrägeindruck verschieden, deren Mulsanti nur einen hat. Sonst 
ist das Thier demselben sehr ähnlich, zumal Mulsanti auch einen stark gewölbten 
Halsschild hat. 

20. Stenelmis Apfelbeki n. sp. 

Fortiter elongatus, brunneus, prothorace nigricante, capite nigro. 

Prothorax oblongus, dense punctatus, antice paulo attenuatus, post 
medium vix dilatatus, in medio longitudinaliter abbreviate-sulcatus, in angulis 
posterioribus breviter oblong esulcatus, rufescenteniger. 

Elytra brunnescentia, sutura marginibusque nigris, fortiter seriato- 
punctata, fere punctato-striata, oblonga, ante medium et post liumeros rpiidcm 
in lateribus paulo compressa. Interstitium humeri haud fortiter elevatum. 

Pedes longi, brunnei. 

Antennae tarsique rufescentes. 

Long. 3 mm. 

Patria: Bosnia. 

Ein einzelnes, stark lädirtes Stück, doch charakteristisch eigene Art. kleiner 
als der schwarze puberulus Keitt. und der consobrinus Dufts. Die Flügeldecken 



DilttllliniimiitiilH lln ilei hirni<l«n Imiio|>us, rfi-r Mittolmrrrl'iiiina etc. 



sind hinter der Schulter an den Seiten etwa* eingedrückt oder eingeschnürt, Der 
HalaeohUd au den VordereokeD /.erst reut, Bonsl «lieht pnnktirt, ist fast l l /»mal 

N laag als breit. Von dem beträchtlich grösseren consobriitus dureli die schwächere 
Kielung des Seluilterintervalles der Flügeldecken, sowie dureli die beträchtlich 

schwächeren Halsschüdfu rohen and den Mangel der Einschnürung des Balsschildee 
verschieden. Unterhalb des feinkieligen Schnlterintervallee sind die Flügeldecken 
schwächer und unregelmässig pnnktirt. während sie bei co)tsobrinus stark und tief, 
mit drei bis vier runktreihen gereiht pnnktirt sind. 

21. Parrms intermedius n. sp. 

Niger, griseopubescens, elongatus, elytris erasostriato-punctatis. 
Pedes brunnei, tibiae nigrae, tarsorum extremus articulus nigro- 
«}>ic«tus. 

Crines et depressi et erecti corporis superioris, Iii fere hispiduli, brunne- 
sccntcr-flarescentes. 
Long. 4 mm. 

Patria: Italia, Lusitania. 

Eine schwer zu unterscheidende Art, Der Halsschild mit Andeutung von 
Längskielung auf seiner Mitte, wie dies bei prolif erkor nis der Fall ist. Die 
Punktirung der Flügeldecken deutlich und ziemlich stark, die Punktreihen aus 
grösseren, sehr flachen, fast verloschenen Punkten bestehend, die Behaarung 
weniger dicht als bei lutulentus Er. und subincanus Reitt., bei denen dieselbe 
die Farbe der Flügeldecken ganz deckt, während sie bei intermedius n. sp. gröber 
ist und die Grundfarbe nicht ganz zu decken vermag. Die Augen sind dicht 
weisslieh aufstehend behaart. Das letzte Tarsenglied ist schwarz, spitzig, Avährend 
lutulentus und subincanus dasselbe immer ganz roth oder braun zeigen. Die 
ganz schwarzen Flügeldecken sind parallelseitig, hinter den Schulterecken nicht 
seitwärts gedrückt. Die Schienen mehr oder weniger ganz schwarz. Niveus Heer 
unterscheidet sich von dieser Art durch die weisse oder hellgraue Behaarung und 
den Mangel der flachen Punktreihen der Flügeldecken, welche auch der dem 
intermedius in der Behaarung gleichende luridus Er. nicht aufzuweisen hat. 

Dieses Thier fand ich in der Brüsseler Museumssammlung aus Portugal 
in einer grösseren Anzahl von Stücken unbenannt, dessgleichen aus Italien in 
einigen Stücken, und halte ich dasselbe für eine eigene Art. 

22. Parnoides peetinieornis nov. gen. et sp. 

Genus Parnoides a genere „Potamophüus" antennis in verticis sulcis 
positis, a generibus „Dryops, Parnus et Helichus" antennarum articulo tertio 
non foliiforme neque dilatatissimo et antennas pectinatas non tegente discedit. 
Pälporum ultimus articulus longas, cuneatus. 

Species peetinieornis, nigra, griseoc finita. Palpi et pedes ruft, 
antennae brunneae. 

Long. 5 — 6 mm. 

Patria: Lusitania. 



54 A. Kuwert. Bestimnmrigstabelle der Parniden Europas, der Mittelmeerfauna etc. 



Die Fühler sind bei dieser Gattung ziemlich dicht an einander auf dem 
Scheitel eingefügt, die Fühlerfurche zieht im Bogen tief eingelassen dicht unter 
dem Auge nach unten. Das fünfte bis eilfte Glied sind an Länge abnehmend 
breit gekämmt. Die Hinterhüften mit einem grossen dreieckigen Zahn über 
der Schenkelbasis. Die Krallen sämmtlicher Füsse stark und ziemlich gross. 

Die längere, aufstehende Behaarung ist ziemlich derb, grau. Der an den 
Seiten deutlich gerandete Halsschild hinten zweibuchtig, nach vorne beträchtlich 
gerundet verschmälert, wie die Flügeldecken, fein, doch etwas dichter punktirt als 
diese, an dem Seitenrande fast wollig behaart. Das Schildchen dreieckig. Die 
Flügeldecken ausser mit der langen grauen Behaarung noch mit einer kurzen 
gleichfarbigen, anliegenden bekleidet, Das letzte Palpenglied lang, in der Mitte 
stark verdickt, fast spindelförmig. 

In wenigen Stücken in der Museumssammlung in Brüssel vorgefunden und 
nach Ausweis der Vignetten von Camillo in Portugal gesammelt, vielleicht auch 
überseeisch und nach Portugal importirt. 



Addenda et corrigenda. 

Man lese im Verzeichnisse, sowie in der Arbeit: 

1. Bei Esolus statt: parallelopipediis Fairm. — parallelopipedus Müll. 

2. „ Parnus „ Ernesti Goeze — Ernesti Gozis i. 1. 

3. „ „ „ prolifericornis Fahr. — proliferieomis Fabr. 

var. bicolor Dahl. var. bicolor Curtis. 

4. „ „ „ viennensis Dahl. — obseurus Duftsch. 

obscurus Duftsch. viennensis Heer (Dahl. i. 1.). 

punctulatus Müll. punctulatus Müll. 

Man füge zu im Verzeichnisse: 
Hinter Parnus niveus Heer die Namen: hirsutus Seidl. 

griseus Er. Costae Heyden. 

bicolor Costa. 

Man füge zu in der Arbeit: 
Hinter niveus Heer (griseus Er.): 

Hieher gehören: 1. Der mir erst später bekannt gewordene Parnus 
hirsutus Seidl aus Livland, dem griseus Er. in 
Gestalt und Grösse völlig gleich gebaut, jedoch ohne 
die anliegende graue, sondern nur mit längerer weisser 
Behaarung. 

2. Der in der Arbeit übersehene, mir unbekannt geblie- 
bene Parnus Costae Heyden (bicolor Costa). 



56 



Beiträge zur Flora von Süddalmatien. 

Von 

C. Studiiiezka. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 0. Jänner 1890.) 



Während meines fast achtjährigen Aufenthaltes in Süddalmatien. besonders 
in der Boeche di Cattaro, war es mir möglieh, manche neue Standorte meist 
phanerogamischer Pflanzen zu finden, welche in Visiani's „Flora Dalmatica" 
nicht angeführt erscheinen. 

Damit diese oft nahe der Küste gelegenen Standorte nicht in Vergessen- 
heit gerathen, erlaube ich mir nachstehendes Verzeichniss der von Trau bis Budua 
beobachteten Pflanzen hiemit zu veröffentlichen, wobei ich nicht unterlassen kann 
dankbarst zu bemerken, dass ich in der Bestimmung zahlreicher Pflanzen durch 
gütige Mittheilungen des Herrn Baurathes J. Freyn als Neuling wesentlich 
unterstützt wurde. 

Equisetaeeen. 

Equisetum Telmateja Ehrh. An schattigen Bachrändern bei Topla und Meligne 
nächst Castelnuovo. auch in der Dobrota und im Zuppathale unterhalb 
Trinitä bei Cattaro (April, Mai). 

Polypodiaeeen. 

Polypodium vulgare L. In Gebüschen beim Dorfe Vitaglina nächst Castelnuovo 
und bei der Kirche nächst Meligne (Juli bis zum Winter). 

Grammitis leptopJußla Sw. An schattigen alten Mauern um Porto Kosa; in Fels- 
spalten in der Suttorina und auf den Abhängen des Monte Vermacz ober- 
halb Mulla bei Cattaro (März bis August). 

Adianthum capillus Veneris L. Auf feuchten Felsen nächst dem Wasserfalle 
hinter Clissa, an einer Quelle gegenüber der Eremitage S. Girolamo am 
Marian bei Spalato, ferner in der Schlucht der Fiumera bei Cattaro (Mai 
bis November). 



56 



C. Studniczka. 



Oheilanthes fragrans Hook. Auf einer Feldmauer rechts des Weges nach Fort 
Spagnuol oberhalb Castelnuovo (März bis zum Herbst). 

Ophioglosseen. 

Ophioglossum vulgatum L. In den Macchien (Meeresstrandgestrüpp) auf der Halb- 
insel Punta d'Ostro längs der dortigen Telegraphenleitung (April, Mai). 

Gramineen. 

Arrhenatherum elatius M. et K. Am Sveti Juro des Biokovo auf Triften über 
1000 m, (Mai, Juni). 

Holms lanatus L. Auf der Marchesina gredda bei Clissa, auch im Wäldchen bei 

Castelnuovo und am Vermacz (Juni, Juli). 
Andropogon Gryllus L. Auf sehr trockenen Hutweiden um Castelnuovo und am 

Bergrücken des Vermacz bis Trinitä und Gorazda (Mai bis Juli). 
Andropogon distachyos L. Auf Felsen längs des Meeresstrandes auf Punta tVOstro 

(Juli bis September). 
Andropogon hirtus L. Auf sonnigen Abhängen und Felsen nächst der Eremitage 

S. Girolamo am Marian, ferner hinter Fort Grippi bei Spalato; bei Sto- 

bretz, auf Punta d'Ostro und beim Pulvermagazin Kombur nächst Me- 

ligne (Juni, Juli). 

Andropogon hirtus L. ß. ptibescens Vis. Ziemlich häufig auf Punta d'Ostro. 

zwischen Castelnuovo und Meligne, am Giovanni di Cattaro und am 

Vermacz bei Mulla (Juni, Juli). 
Sacharum strictum Sprg. In Gräben im Zuppathale bei Cattaro (Juni bis August). 
Lagurus ovatus L. Auf der Spitze der Halbinsel Marian gegen Trau zu, auch 

auf Lesina, Punta d'Ostro und in der Suttorina (Mai bis Juli). 
Polypogon monspeliense Desf. In salzhaltigen Gräben in der Suttorina und 

nächst dem Schlachthaus von Cattaro (Mai bis Juli). 
Bigitaria sanguinalis Scop. Auf Punta d'Ostro und längs des Uferweges von 

Cattaro nach Perzagno (Juli bis zum Herbst). 
Tragus racemosus Desf. Auf steinigen uncultivirten Orten der Insel Lesina, bei 

Lapad, auf Punta d'Ostro, in und um Cattaro (Juni bis October). 
Phalaris paradoxa L. In Getreidefeldern und Olivengärten auf Punta d'Ostro 

(Mai, Juni). 

Älopecurus utriculatus Pers. Am Walle, auf dem Exercirplatze und nächst der 

Schwimmschule von Cattaro (Mai, Juni). 
Crypsis schoenoides Lam. In einer ausgetrockneten Lache beim Fort Traste V 

(Juli, August). 

Echinaria capitata Desf. Auf Felsen und Eainen an der Spitze der Landzunge 

Bodicelli bei Spalato (Mai bis Juli). 
Agrostis olivetorum Godr. et Gren. Auf Grasplätzen zwischen Castelnuovo und 

Meligne (Mai, Juni). 



Bttbrftft im \-\<>y.\ von BAddftlmfttiei 



57 



Oa&tridmm lendigerum Gaud. Auf Rainen uixl iiik uIi i\ irten Orten in der Dobrota, 
am Giovanni »Ii Cattaro und von Soagliari l)is auf den VermaoB (Mai bis 
August). 

LasiagriwHs CalamagrosHs Link. In Gebüschen auf Punta d'Ostro (Juni, Juli). 
Phragimtes comnntnis L, Im Zuppathal bei Cattaro (Juli, August). 
Arundo Pliniana 'Www An Wegrändern auf Punta d'Ostro (Ootober). 
Sesleria elongata Host . Auf Felsen oberhalb Castell Suzuracz und in fiehüschen 

Lei Soagliari (Juni, Juli). 
Sesleria tenuifolia Sehrad. Auf Hutweiden am Vuöi fflkb und auf der Biels gora 

in der KrivoSie, 1000— 1500 m (Juni. Juli). 
Sesleria marginata Griseb. An felsigen Abhängen in der KrivoSie, auf der 

Biela gora und am Monte Vermaoz (Juni. Juli). 
Koeleria cristata Pers. ß. gracilis. Auf steinigen Hügeln um Spalato und an 

Abhängen oberhalb Mulla bei Cattaro (Mai. Juni). 
Koeleria cristata Pers. y. major. Auf Felsen am Monte Vermaoz (Mai. Juni). 
Koeleria phleoides Pers. An felsigen Abhängen um die Stadt Lesina, auf Punta 

d'Ostro, um Castelnuovo, Soagliari. am Wall von Cattaro und am Vermacz 

(Mai bis Juni). 

Koeleria splendens Presl. Auf Hutweiden am Marian (Mai, Juni). 

Poa pratensis L. Auf Wiesen und Hutweiden um Cattaro, auf Triften am 

Biokovo und in der Krivosie (April bis Juni). 
Poa pratensis L. var. angustif'olia. Am Giovanni di Cattaro (April, Mai). 
Poa tricialis L. Auf Hügeln um Cattaro (April, Mai). 

Eragrostis major Host. An Wegen um Kagusa, auf Lesina und Punta d'Ostro 

(Juli bis September). 
Aira elecjans Gaud. Auf sehr mageren Grasplätzen, zwischen Hecken um Spalato, 

auf Lesina, Punta d'Ostro, Castelnuovo und Cattaro bis auf den Vermacz 

(Mai, Juni). 

Aira elegans Gaud. ß. biaristata Godr. Auf Grasplätzen, Brachäckern, in Oliven- 
gärten auf Punta d'Ostro und um Castelnuovo (Mai, Juni). 

Arena sterilis L. Auf Rainen, Hügeln und an Abhängen um Spalato, Punta 
d'Ostro, Castelnuovo (Juni, Juli). 

Arena barbata Brot. Am Wall von Cattaro, auf Hügeln um Trinitä, auch am 
Vermacz (Mai, Juni). 

Arena semperrirens Alsch. Auf der Nordseite des Marian und längs des Weges 
von Spalato nach Salona (April bis Juni). 

Melica ciliata Todaro var. Bourgaei Griseb. in Pantoczek. In Gebüschen auf 
Punta d'Ostro (April bis Juli). 

Molinia serotina M. K. Auf unfruchtbaren Hügeln, sowie auf Steinpflaster in 
und um Spalato, auf Punta d'Ostro und um Cattaro (August bis October). 

Bactylis Uttoralis Willd. An felsigen Abhängen des Giovanni di Cattaro (Juni, Juli). 

Cynosurus cristatus L. Auf offenen Waldplätzen am Vermacz längs des Weges 
nach Trinitä (Mai, Juni). 

Festuca rubra L. Auf Triften am Biokovo bis 1500??? (Juni, Juli). 

Z. B. Ges. B. XL. Abb.. 8 



58 



C. Studniczk 



Scleropoa rigida Griseb. An Wegen, in Olivengärten um Spalato, Ragusa, auf 

Pimta d'Ostro, in der Dobrota, am Giovanni di Cattaro bis auf den 

Vermacz (Mai bis Juli). 
Vulpia ciliata Lk. Auf gepflasterten Wegen in und um Cattaro, bei Mulla und 

am Vermacz (Mai, Juni). 
Vulpia Pseudo-Myurus Soy. Mit der vorigen besonders im Wäldchen am Vermacz 

(Mai, Juni). 

Bromus arvensis L. Auf Aeckern um Spalato (Mai, Juni). 

Bromus rigidus Roth. Am Giovanni di Cattaro (Mai, Juui). 

Bromus molliformis Lloyd. Auf Grasplätzen um Cattaro, besonders am Giovanni 

di Cattaro und bei Scagliari (Mai, Juni). 
Gaudinia fragilis Beauv. In Gebüschen längs des Meeres zwischen Castelnuovo 

und Meligne (Juni, Juli). 
Triticum pinnatum Mönch. Auf den Abhängen des Vermacz oberhalb Mulla 

(Mai, Juni). 

Agropyrum pungens R. et S. Auf Punta d'Ostro, von Mulla bis Perzagno (Juni 
bis August). 

Agropyrum repens P. B. Zwischen Gestrüpp und in Hecken um Spalato und 
Cattaro (Mai bis August). 

Lolium temulentum L. Auf Aeckern auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 

Lolium temulentum var. robustum Rchb. Zwischen Getreide bei Toretta nächst 
Spalato, auch längs Wegen auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 

Lolium subulatum Vis. Nächst dem Fort Prevlacca auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 

Hordeum bulbosum L. Auf Felsen und Abhängen des Monte Sella (Lovcen) ober- 
halb Cattaro nächst der Militärschiessstätte bei Trinitä bis nach Scagliari 
herab (Mai, Juni). 

Aegilops triaristata W T illd. Auf Hügeln und Abhängen bei St. Anna nächst Castel- 
nuovo (Mai bis Juli). 
Aegilops triuncialis var. glabra. An der Küste bei Spalato (Mai bis Juli). 

Cyperaeeen. 

Carex Linkii Schrk. Auf Abhängen des Lovcen (Monte Sella) an humusreichen 

Stellen bis Scagliari herab (April, Mai). 
Carex nitida Host. Unter Gesträuche und auf Grasplätzen bei Trinitä nächst 

Cattaro (Mai, Juni). 
Carex verna Vill. Am Walle von Cattaro und im Zuppathale (März. April). 
Carex muricata L. var. virens. An quelligen Orten, feuchten Aeckern in der 

Dobrota unter der Felsenwand ober Matteo (April bis Juni). 
Cyperus flavescens L. In Gräben bei Cattaro (Juli bis September). 
Cyperus fuscus L. Auf überschwemmten Wiesen und in ausgetrockneten Lachen 

längs der Salona gegen deren Ursprung zu (August, September). 
Heleocharis palustris R. Br. Am Bache bei der Mühle von Kuti nächst Meligne 

(April bis Juni). 



Btiirtgt >tu PU 



59 



Junoaceen. 

Luzulu campest ris DC. Auf Hügeln um Castelnuovo und im Wäldchen hinter 

Scagliari l März bis Mai). 
Luzula Forsto-i DC. Auf humusreichen Stellen am Monte Selb oberhalb Gattaro 

bis in das Wäldchen von Scagliari herab (März, April). 
Juncus Tommusiuii Pari. Im Brackwasser in der Suttorina, auch bei Teodo und 

Perzagno, sowie in der Dobrota (Mai, Juni). 
Juncus compressus Jacq. An suinptigen, quelligen Orten am Meeresufer bei Pa- 

ludi nächst Spalato (Juni. Juli). 
Juncus acutus L. Auf feuchten Wiesen bei S. Cajo nächst Vrajnitza und an der 

Meeresbucht bei Toretta nächst Spalato (Mai bis October). 

Colchicaceen. 

Colchicum Jankae Freyn. Auf der Wiese längs der Strasse nach Castell Suzuracz 

bei S. Cajo gegenüber von Vrajnitza (October). 
Colchicum montanum L. Auf Punta d'Ostro, um Castelnuovo und bei dem Fort 

Traste (December bis März). 
Colchicum Bivonnae Vis. Auf Hutweiden beim Fort Traste IV und V (October). 
Colchicum autumnale L. Auf Grasplätzen am Monte Sella oberhalb Cattaro (im 

Herbst). 

Liliaeeen. 

Tulipa silvestris L. Zwischen Felsspalten auf der Marchesina gredda bei Clissa 
(April, Mai). 

Fritillaria montana Hoppe. Im Wäldchen auf der Marchesina gredda mit der 

vorigen (März, April). 
Fritillaria Meleagris L. Am selben Orte, auch zwischen Gesträuch auf Punta 

d'Ostro und um Cattaro (März, April). 
Asphodelus albus Miller. Um Fort Traste (April, Mai). 

Asphodelus Intens L. Häufig bei Mravinze, Salona, Spalato, Lesina und am 

Giovanni di Cattaro unterhalb der militär-optischen Telegraphenstation 

S. Francesco (März bis Mai). 
Omithogalum narbonense L. An sonnigen Abhängen auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 
Ornithogalum pyrenaicum L. Am Monte Marian, bei den Castelli und um Salona, 

auf Lesina, Punta d'Ostro und am Giovanni di Cattaro (Mai, Juni). 
Omithogalum divergens Bomeau. Auf Ackererde auf der Südseite des Marian 

nächst der Eremitage und am Giovanni di Cattaro (Mai, Juni). 
Omithogalum comosum L. Um Spalato, Salona und Clissa, sowie auf Punta 

d'Ostro (April, Mai). 

Ornithogalum refractum W. Kit. Auf der Südseite des Monte Marian (März, 
April). 

Gagea ar remis Schult. Auf Aeckern nächst den römischen Sarcophagen bei 
Salona; auch zwischen Trinitä und Cattaro (März, April). 

8* 



60 



C. Studniczka 



Scilla autumnalis L. Am Monte Mossor, Marian, um Castelnuovo, Scagliari und 
längs der Küste bis Budua (August bis October). 

Scilla bifolia L. Im Gebüsche am Mossor, um Castelnuovo, im Wäldchen bei 
Scagliari und am Vermacz (December bis Februar). 

Pancratium maritimum L. nach V i si ani. In grosser Zahl am sandigen Meeres- 
ufer in der nördlichen Bucht von Traste gegen Cartole zu (September. 
October). 

Allium subhirsutum L. Zwischen Gestrüpp, in Hecken um Castelnuovo, auch 
längs der Strasse in der Dobrota (April, Mai). 

Allium flamm L. Zwischen Gestein am Giovanni di Cattaro und oberhalb Sca- 
gliari (Juni. Juli). 

Allium roseum L. ß. bulbiferum. In Hecken, Wein- und Olivengärten auf Punta 
d'Ostro, um Castelnuovo, ferner am Walle von Cattaro bis in die Dobrota 
(April bis Juni). 

Allium ursinum L. Im Walde am Monte Sella (Mai, Juni). 

Allium paniculatum Alsch. Bei Castelnuovo und Cattaro (Mai bis Juli). 

Allium rotundum L. In verwilderten Weingärten auf Punta d'Ostro (Juni. Juli ). 

Allium spliaerocephalum L. An steinigen Abhängen auf Punta d'Ostro (Juni, Juli). 

Allium vineale L. Auf Brachäckern um Castelnuovo (Juni. Juli). 

Allium longispathum Red. An Abhängen des Giovanni di Cattaro (Juli). 

Allium fuscum Waldst. et Kit. An steinigen Abhängen um das Fort Gorazda 
(August). 

Hyacinthus pallens Bieb. Auf Hutweiden auf der Marchesina gredda bei Clissa 
(April bis Juni). 

Amaryllideen. 

Sternbergia lutea Ker. Auf den Felsen des Fort Mare in Castelnuovo und nächst 
der griechischen Kirche von Topla (September. October). 

Narcissus Tazetta L. Auf der kleinen Insel nächst dem Fort Arza am Eingang 
in die Bucht von Cattaro, auch bei der Mühle von Castelvecchio (April, Mai). 

Narcissus radiiflorus Salisb. In den Macchien auf Punta d'Ostro (Februar, März). 

Irideen. 

Crocus vernus All. Auf Hügeln um Castelnuovo und Meligne, an Abhängen des 
Monte Sella bis in das Wäldchen von Scagliari, am Monte Vermacz bis 
Trinitä und längs der Strasse nach Fort Traste V beim Dorfe Lessevice 
(Februar bis Mai). 

Crocus reticulatus Stev. Am Monte Vermacz und in den Macchien bei Fort 

Traste VI (Februar, März). 
Crocus dalmaticus Vis. Vermischt mit der vorigen (Februar. März). 
Gladiolus triphyllus Sibth. Am Kamme des Monte Vermacz links vom Fort in 

Menge; auch bei Fort Traste VI (April bis Juni). 
Iris Pseud -Acorus L. An Gewässern der Salona und am Bache bei der Mühle 

von Kuti (April, Mai). 



Bcitrigt tu Plön v<>» Bttddtlmatien 



Hl 



Iris IhIxi-osh L. In Gestrüppen auf den Hügeln am Salona bis Clissa, auofc beuu 
Fori Spagnuol oberhalb Castelnuovo (März. April). 

Orchideen. 

Orchia quadripunctata Ten. An «In- Südspitze der Insel Bua, Behr häufig awi- 

schen Punta d'Ostro und dem Dorfe Vitaglina (April). 
Orchis laxiflora Lam. An sumpfigen Orten in der Suttorina und bei Stobretz 

(April bis Juni). 

Orchis jiictn Lois. Im Wäldchen auf der Marchesina gredda, auf Hügeln am 

Salona, am Monte Vermaez und an der montenegrinischen neuen Strasse 

unter dem Fort Gorazda (April. Mai). 
Orchis sambuvitta L. Auf Triften am Vuci zub in der Krivosie (Juni). 
Orchis sambucina L. ß. pwrpurea. An dem gleichen Orte in der Krivosie (Juni). 
Orchis eoriophora L. ß. fragrans Vis. Auf Punta d'Ostro, zwischen Castelnuovo 

und Meligne; auch in der Zuppa und um Fort Traste (April, Mai). 
Orchis provincialis Balb. ß. paueiflora Vis. Im Wäldchen auf der Marchesina 

gredda, dann bei Stolivo im Kastanienwalde und auf allen Abhängen des 

Vermaez (April, Mai). 
Orchis tridentata Scop. Auf der Insel Buä; auf der Nordseite des Monte Marian. 

auf der Marchesina gredda, sowie auf den Abhängen des Vermaez von 

Trinita bis Perzagno (April bis Juni). 
Orchis ustulata L. Auf Triften am Vuci zub in der Krivosie (Juni). 
Anacamjitis pyramidalis Rieh. Auf Wiesen nächst dem Fort Cerequizze in der 

Krivosie (Mai, Juni). 
Anacamptis pyramidalis Eich. var. condensata. Mit der vorigen am gleichen 

Standorte (Mai, Juni). 
Gymnadenia conopsea Rchb. Auf Hutweiden beim Fort Cerequizze (Mai, Juni). 
Spiranthes autumnalis Rieh. Auf Grasplätzen, in Hecken und Olivengärten auf 

Punta d'Ostro, um Castelnuovo, bei Glavaty, endlich um Fort Traste VI 

(August bis October). 
Epipaciis microphylla Sw. Im Wäldchen zwischen Castelnuovo und Meligne, so- 
wie im Walde am Monte Vermaez (Juni). 
Serapias cordigera L. Auf Grasplätzen und in den Macchien auf Punta d'Ostro, 

im Wäldchen bei S. Antonio zwischen Castelnuovo und Meligne (Mai, Juni). 
Serapias pseudocordigera Moria In den Macchien um das Pulvermagazin Kom- 

bur bei Meligne (Mai, Juni). 
Serapias Lingua L. In den Macchien auf Punta d'Ostro, um Castelnuovo und 

Meligne (Mai, Juni). 

Ophrys comuta Stev. Auf der Nordseite des Marian, häutig im Wäldchen ober 
Scagliari, auf den Abhängen zwischen Castelnuovo und Meligne und am 
Vermaez ober Mulla (April, Mai). 

Ophrys Bertolonii Moretti. Um Meligne und am Giovanni di Cattaro (Mai). 

Ophrys atrata Lindl. Auf der Nordseite am Marian, hin und wieder auch um 
Cattaro (April, Mai). 



62 



C. Studuiczkn 



Ophrys aranifera Huds. Am Giovanni di Cattaro (April, Mai). 
Ophrys apifera Huds. In Olivengärten beim Fort Prevlacca auf Punta d'Ostro 
(April, Mai). 

Aroideen. 

Arisarum vulgare Targion. In humusreiclien Felsspalten nächst dem Leucht- 
thurme auf Punta d'Ostro, an Felswänden in der Dobrota oberhalb Matteo, 
bei der Schiessstätte bei Trinitä, in der Schlucht der Fiumera von Cattaro 
und in der nördlichen Bucht bei Traste (December bis Februar). 

Ar um Petteri Schott. In Schluchten und Felsspalten am Lovcen oberhalb Cat- 
taro (Spigliari), auch ober Mulla und im Wäldchen am Kamme des Monte 
Vermacz (April, Mai). 

Arum Dracunculus L. An felsigen Orten gleich hinter der Stadt Lesina längs 
der Strasse nach Cittavecchia (Mai bis Juli). 

Typhaceen. 

Typha angustifolia L. In Sumpfgräben im Zuppathale rechts von der Strasse 

nach Traste (Juni bis August). 
Sparganium ramosum Huds. In Sümpfen bei Stobretz und in Gräben nächst 

dem Militärspital zu Cattaro (Juni, Juli). 

Lemnaceen. 

Lemna minor L. In Strassengräben vor dem Militärspital zu Cattaro (April bis 
Juni). 

Potameen. 

Zanichellia palustris Fries. In fliessenden Gewässern nächst der Mühle bei Kuti 
(Meligne) (April, Mai). 

Butomeen. 

Butomus umbellatus L. Im Cettinafluss bei Almissa (Juni, Juli). 

Alismaeeen. 

Alisma Plantago L. In Gräben bei Stobretz (Mai bis Juli). 

Alisma Plantago var. ß. angustifolium. In Gräben um Cattaro (Juni, Juli). 

Coniferen. 

Pinns halepensis Mill. Auf den Abhängen und Hügeln um Stobretz (Mai). 
Pinns Abies L. Auf dem Orien Wälder bildend (Mai). 

Cupuliferen. 

Fagus silvatica L. Am Orien, in der Krivosie, auf dem Radostak und der Dobro- 

stitza bei Castelnuovo, sowie am Lovcen bei Cattaro (April bis Juni). 
Castanea vesca Gärtn. Als Hain zwischen Castelnuovo und Meligne (Juni). 



Btttrtgt m Plön \ • > i • BtMdaliiwtiro. 



Euphorbiaoeen. 

Andravhuc telcphioides L An <lrr Strasse nach Stobretz (April bis ( h tober). 
Euphorbia platyphyllos L. 0. Uterata. An sumpfigen Uferrändern in der Sutto- 

rina (April bis Juni). 
Euphorbia Chamaesyce L. Auf Wegen hinter dem Fort Grippi bei Spalato, auch 

auf Punta d'Ostro und bei Catta.ro (.Juli bis September). 
Euphorbia Myrsinites L. Am Monte Sella ober Spigliari (April, Mai). 
Euphorbia AJrppica L. Auf Aockern auf der Südseite des Monte Marian, sowie 

längs der Strasse nach Stobretz (Juli, August). 
Euphorbia fragifera Jan. Em Gebüsch auf der Marchesina gredda bei Clissa 

(April bis Juni). 

Euphorbia capsulata Robb. Am Sveti Juro (des Biokovo) auf dessen höchster 

Spitze, 5500' (Juni. Juli). 
Croton Hnctorium L. Nächst dem Ursprung der Salona, ferner auf Schutthaufen 

längs der neuen Strasse nach Trinita bei Cattaro (im Sommer). 

Aristolochieen. 

Ari<tolochia Clematitis L. In Hecken. Weingarten und auf uncultivirten Orten 
bei Clissa und längs dem Wege von Castelnuovo nach Meligne (März bis Mai). 

Aristolochia rotunda L. Zwischen Gestrüpp unter dem Fort Clissa, am Wege 
von Glavaty nach Perzagno, in der Zuppa und um Cattaro (Mai bis Juli). 

Aristolochia pallida Wldst. et Kit. In Gestrüppen und Felsspalten am Monte Sella 
an der neuen montenegrinischen Strasse (Mai, Juni). 

Cytineen. 

Cytinus Hypocistis L. Auf Wurzeln des Cistus sälvif olius in den Macchien von 
Punta d'Ostro, ferner auf der Halbinsel Lustizza um das Fort Caballa und 
längs der Meeresküste daselbst (April bis Juni). 

Santalaeeen. 

Tliesium divaricatum Jan. Oberhalb des israelitischen Friedhofes bei Spalato, 
auch in den Macchien auf Punta d*Ostro (Mai bis Juli). 

Osyris alba L. Um Castelnuovo und Cattaro, hier besonders am Giovanni di 
Cattaro (April bis Juni). 

Polygoneen. 

Polygonum maritimum L. Am sandigen Meeresufer in der nördlichen Bucht von 

Traste gegen Cartole zu (April bis October). 
Polygonum dumetorum L. An Hecken auf Punta d'Ostro (Juni bis September). 
Bumex tuberosus L. Unterhalb dem Fort Clissa gegen die Strasse zu, auf der 

Marchesina gredda, auf der Insel Buä, ferner bei der Militärschiessstätte 

bei Trinitä nächst Cattaro (April bis Juni). 



64 



C. Studniczka. 



Rumex multifidus L. Bei Meligne und Kombur und nächst dem Wäldchen am 
Kamme des Vermacz (Mai bis Juli). 

Chenopodeen. 

Chenopodium ambrosioides L. Auf Wegen und Mauern auf Punta d'Ostro (Sommer 
bis zum Herbst). 

Camphorosma monspeliaca L. Auf Felsen an der Meeresküste bei S. Stefano, 
Bodicelli und Paludi nächst Spalato (Juli bis November). 

Phytolaccaeeen. 

Phytolacca decandra L. Zwischen Ruinen, an wüsten Orten nächst Häusern um 
Porto Rosa. Castelnuovo. Glavaty und in der Dobrota (Juli bis Oetober). 

Amarantaeeen. 

Amarantus prostratus Balb. Ueberall in Höfen, auf Schutthaufen und zwischen 
Steinpflaster in und um Spalato (Juni bis August). 

Plantagineen. 

Plantago Coronopus L. Längs dem Aufgang zum Fort Punta d'Ostro (Mai bis 
Oetober). 

Plantago Psyllium L. Auf Hügeln zwischen Salona und Mravinze (Mai, Juni). 
Plantago Bellardi Allion. An sehr mageren Abhängen längs des Kammes des 
Vermacz von Trinitä bis zum Fort (April bis Juni). 

Plumbagineen. 

Statice incana L. Längs der Meeresküste auf der Nordseite des Monte Marian 
(Juli, August). 

Primulaceen. 

Primula acaulis L. Im Wäldchen zwischen Castelnuovo und Meligne, ferner am 
Monte Sella (Lovcen) oberhalb Cattaro (Februar, März). 

Primula suaveolens Bertol. Auf Waldblössen am Vuci zub in der Krivosie, 1500 m 
(April bis Juni). 

Cyclamen repandum Sibth. et Sm. Im Gestrüppe der Ackerränder beim Dorfe 
Lessevice gegen Traste (März bis Mai). 

Cyclamen neapolitanum Ten. Häufig auf den Felsen des Fort Mare von Castel- 
nuovo, um Scagliari bei Cattaro, in den Macchien von Traste bis zum 
Dorfe Lessevice, auch in der Zuppa, bei Mulla und Perzagno (September 
bis November). 

Labiaten. 

Lavandula Spica L. Auf der Nordseite des Monte Marian (Juni bis August). 
Hosmarinus officinalis L. In den Macchien von Punta d'Ostro, um Castelnuovo 
und längs (1er Küste bis Traste (Februar bis November). 



H.'iti.ii:v zur IM. Pia von Siicl.hlmutirii. 



Salria ITorminum L. Audi auf l'uula d'Ostro (Mai. Juni). 
Saloia glutinosa L In Waldein am LoviVn oberhalb Cattaro (Juni. Juli). 
Oriyanum rulyare L. var. genuimtm. Auf der Dobrtfstitza bei Castelnuovo, 1200 tn 
(September. Ort ober). 

Origamm rulyare var. prismaHeum Vis. [m Steingerolle zwischen Scagliari und 

Cattaro (August bis Ootober). 
Thymus Zygi» L. Aul' dem Kamme der Dobrostitza (Juni. Juli). 
Thymus dalmaticus Freyn. In den Macchien auf Punta d'Ostro, auf der Dobro- 

stit/.a und um Cattaro (Mai bis August). 
Stitu reja virgata Vis. Auf der Halbinsel Punta d'Ostro, auf Lustizza, ferner bei 

Scagliari. auch am Vermacz, um das Fort. Gorazda und bei T raste (August,. 

September). 

Satureja montana L. a. communis. Um Clissa und Spalato, bei Castelnuovo. in 
der Dobrota, sehr häufig bei Scagliari (August, September). 

Satureja subspicata Bartl. In Wäldern zwischen Almissa und Duare, auf der 
Dobrostitza näeht dem Dorfe Kameno (August, September). 

Satureja hortensis L. Auf Brachen und Feldern unterhalb der römischen Wasser- 
leitung bei Salona (Juli, August). 

Xepeta Cataria L. Auf der Dobrostitza bei Castelnuovo (Juni bis August). 

Calamintha origanifolia Vis. Im Steingerölle nächst der Militärschicssstätte bei 
Trinita bis zur neuen montenegrinischen Strasse herab in grosser Anzahl 
(Juni bis August). 

Melissa officinalis L. ß. villosa Beiith. Auf wüsten Plätzen, nächst Häusern und 
in Hecken im Thale der Salona, auch unterhalb des Fort Mare von Castel- 
nuovo (Mai bis August). 

Clinopodium rulgare L. Auf Punta d'Ostro, um Castelnuovo und Cattaro (Mai 
bis Juli). 

Lamium bifidum Cyrill. In Hecken und zwischen Gebüsch beim Dorfe Vitaglina 
bei Castelnuovo, in den Anlagen vor der Stadt Cattaro, bei Scagliari und 
auf den Abhängen des Lovcen ober Spigliari (März. April). 

Lamium maculatum L. Im Gesträuch links vom Fort Clissa und an Acker- 
ländern um Scagliari (März bis November). 

Lamium intermedium Fries. Auf Brachen um Spalato (April, Mai). 

Gcdeobdolon luteum Huds. Auf Waldplätzen und in Holzschlägen am Biokovo 
und im Walde am Lovcen oberhalb Cattaro (Juni, Juli). 

Stachys spinulosa Sibth. et Sm. In Olivengärten auf der Halbinsel Lapad bei 
Gravosa (Mai bis Juli). 

Stachys subcrenata Vis. Auf der Marchesina gredda und den umliegenden Bergen 
von Clissa, beim Dorfe Knezlac in der Krivosie (Juni bis August). 

Stachys arvensis L. Zwischen den Macchien auf Punta d'Ostro, auch um Castel- 
nuovo (Mai bis Juli). 

Stachys recta L. An Ackerrändern beim Fort Trinitä (Mai bis August). 

Sideritis purpurea Talbot. Sehr häufig zwischen Castelnuovo und Meligne (Mai 
bis Juli). 

Z. B. Ges. B. XL. Al.1i. 9 



66 



C. Studniczka. 



Sideritis romana L. Bei Castelnuovo, am Vermacz ober Mulla bis Trinitä (Mai 
bis Juli). 

Ballota nigra a. foetida Koch. Auf wüsten Plätzen um das Fort Mare und auf 
den Stadtmauern von Castelnuovo, auch um Cattaro (Mai bis Juli). 

Ballota rupestris Vis. Bei Salona, Spalato, Castelnuovo. auf Punta d'Ostro und 
nächst dem Fort Trinitä (Juni, Juli). 

Prasium majus L. In Felsspalten auf Punta d'Ostro (April bis Juli). 

Ajuga reptans L. Bei Castelnuovo, in der Dobrota, bei Gorazda und in der 
Zuppa (April, Mai). 

Ajuga Chamaepitys Schreb. An Feldmauern unterhalb des Fort Grippi bei 
Spalato, auf Punta d'Ostro, um Castelnuovo und auf der Insel S. Giorgio 
bei Perasto (März bis November). 

Ajuga Chamaepitys forma glabriuscula Holuby. Auf Feldmauern unterhalb des 
Fort Grippi bei Borgo Lucaez (Mai bis Juli). 

Ajuga Iva Schreb. Auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 

Teuerium scordioides Schreb. In Hecken längs des Meeresstrandos bei S. Matteo 

in der Dobrota (Mai, Juni). 
Teuerium, flavum L. In den Macchien auf Punta d'Ostro (Juni. Juli). 
Teuerium Arduini L. In der Schlucht der Fiumera von Cattaro (Juni bis August). 
Teuerium Chamaedrys L. var. acutilobum. Auf Felsen oberhalb S. Matteo (Mai 

bis August). 

Teuerium Polium L. var. angustifolium. Sehr häufig in der Bocche di Cattaro von 
Meligne angefangen bis zum Fort Gorazda und Trinitä (Juni bis November). 



Rhinanthaceen. 

Euphrasia Odontites ß. Bei Meligne, zwischen Scagliari und dem Militärspital 

von Cattaro (August bis October). 
Euphrasia Trixago Vis. In den Macchien auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 



Orobancheen. 

Orobanche minor Sutt. Um Castelnuovo, auf den Wällen der Festung Cattaro 
(Mai, Juni). 

Orobanche crinita Viv. Auf den Abhängen links von der Fiumera di Cattaro 
oberhalb der dort befindlichen Häusergruppe (Juni, Juli). 

Phelipaea ramosa C. A. Mey. Um die Stadt Lesina gegen Cittavecchia, auf 
Punta d'Ostro und sehr häufig auf den Wällen und am Giovanni di Cattaro 
(Mai, Juni). 

Phelipaea lavandulacea F. Schultz. Mit der vorigen an gleichen Orten (Mai, Juni). 

Antirrhineen. 

Digitalis laevigata Wldst, et Kit, Im Thale von Meligne unterhalb dem Fort 

Spagnuol (Juni bis August). 
Idncma Cymbälarm Mill. ß.p>ilosa. Auf Felsen am Biokovo (Mai bis zum Herbst). 



lloitrage zur Flora von Südilalmatien. 



67 



Linariit lasiopoda Freyn. In den Tonenten um Cattaro (Juli bis /um Derbst). 
Linaria ipwria Mill. Auf Brachen bei Meligne, in Olivengarten in der Dobrota 

und im Steingerolle Ewischezi Soagliari and Cattaro sehr häufig (Juni 

l>is August). 

Ltttoria minor Desf. Im Schotter der Piumera und bei Soagliari und auf dem 
montenegrinischen Bazar von Cattaro (Juni bis September). 

Linaria Simplex DC. Am Kamme des Marian nächst der Eremitage S. Girolamo 
(April. Mai). 

Linaria Pelisseriana Mill. In Olivengarten im Thale von Meligne, in grosser 
Zahl jedoch im Gebüsch links vom alten Fort Vermacz (Mai bis Juli). 

Linaria ehakpensis Mill. Oberhalb S. Matteo in der Dobrota (Mai, Juni). 

Linaria dalmatica Mill. Um Castelnuovo und längs der Küste zwischen Cartole 
und Fort Traste VI (Juli bis October). 

Vcronica Toumcfortii Gmel. Auf Aeckern um Spalato, Salona, Ragusa, Castel- 
nuovo und bei Cattaro nächst dem Militärspital bis auf den Lovcen (März 
bis Juni). 

Vcronica Cymbalaria Bodard ß. glabriuscula Freyn. Auf Mauern um Cattaro 

und auch sonst in Dalmatien (Februar bis April). 
Vcronica AnagaUis L. In Gräben um Meligne und in der Zuppa (Mai, Juni). 
Vcronica Beccabunga L. In Bächen bei Meligne und in der Zuppa (April, Mai). 
Vcronica spicata L. In den Macchien auf Punta d'Ostro und um Castelnuovo (Mai). 
Vcronica Charnaedrys L. Bei S. Matteo in der Dobrota und am Lovcen oberhalb 

Cattaro (März bis Mai). 
Paulownia imperialis Sieb., Zucc. In Anlagen bei Ragusa und an der Marine 

vor Cattaro (April). 

Verbaseeen. 

Celsia orientalis L. An Abhängen zwischen der Marchesina gredda und Salona 
(April, Mai). 

Verbascum Lychnitis L. Auf der höchsten Spitze der Dobrostitza bei Castel- 
nuovo, 1200 m (Juli bis October). 

Verbascum Thapsus L. Nächst dem Dorfe Vitaglina am Monte Kobila und am 
Giovanni di Cattaro (Mai bis Juli). 

Verbascum phoeniceum L. Auf der Insel Buä, auch in der Dobrota bei S. Matteo 
(April, Mai). 

Verbascum plüomoides L. An Abhängen des Monte Kobila beim Dorfe Vitaglina 
(Mai bis Juli). 

Verbascum floccosum W. et Kit. Auf Hügeln bei S. Matteo in der Dobrota (Mai 
bis Juli). 

Scrophularia peregrina L. Auf feuchten Feldmauern um Castelnuovo und in der 
Dobrota (April, Mai). 

Solaneen. 

Nicotiana rustica L. Verwildert nächst Gärten bei Clissa und auf Punta d'Ostro 
(Sommer bis zum Herbst). 



68 



C. Studniczk 



Solanum Dulcamara L. Längs des Meeresufers bei Igala bis nach Castelnuovo, 
auch am Wege von Mulla nach Perzagno (Juni bis October). 

Boragineen. 

Symphytum tuberosum L. Auf der Marchesina gredda bei Clissa (April bis 
August). 

Symphytum bulbosum Schimp. Links vom Wege von Mulla nach Perzagno (April 
bis August). 

Cerinthe minor L. var. maculata. Am Giovanni di Cattaro (Mai bis August). 
Echium plantagineum L. Bei Castelnuovo längs des Aufganges in die Stadt und 

bei Paludi (April bis Juni). 
Lithospermum incrassatum Guss. Am Lovcen bei der ersten montenegrinischen 

Ansicdlung oberhalb Cattaro (April bis Juni). 
Lithospermum apulum Vahl. In der Dobrota, bei Scagliari und im Zuppathal 

(Mai bis Juli). 

Lithospermum purpureocoeruleum L. In Hecken bei Salon a und Clissa. auch 

bei Scagliari, in der Dobrota und Zuppa (April, Mai). 
Lithospermum petraeum A. DC. Auf Felsen am Vermacz, oberhalb Mulla, am 

Giovanni di Cattaro und am Lovcen (Mai bis Juli). 

Convolvulaceen. 

Convolvulus Gantabrica L. var. villifolius Gdgr. Auf Felsen um das Castell 

Grippi bei Spalato (Mai bis September). 
Convolvulus sepium L. In Hecken und Gebüschen um Spalato, auf Lesina. um 

Eagusa, auf Punta d'Ostro, bei Castelnuovo, Meligne und Cattaro (Juni 

bis September). 

Cuscuta major DC. Auf Toretta nächst Spalato (Juni, Juli). 
Cuscuta Epithymum L. Auf dem Sveti Juro oberhalb Suzuracz hauptsächlich auf 
Salvia offlcinalis und Satureja (Juli bis October). 

G-entianeen. 

Gentiana nivalis L. Auf Triften am Vuci zub des Orien nahe dem schmelzenden 

Schnee, 1500 m (Juni bis August). 
Erythraea spicata Pers. Auf Wiesen rechts vom Ausfiuss der Salona längs dem 

Wege zum Bahnhof (August bis October). 

Apooyneen. 

Vinca minor L. Im Thal von Meligne im Wäldchen unterhalb dem Fort Spagnuol 
(März, April). 

Nerium Oleander L. Nächst dem Ursprung der Salona bei der römischen Wasser- 
leitung; auf der Halbinsel Lapad beim Pulvermagazin daselbst; zahlreich 
auf Felsen bei Perasto (Juni bis August). 



[toitritge zur Flor» von Südilulniatirn. 



Asclcpiadcon. 

t to.i i< Hin Huteri Vis ei Aschers. In den ftacchien auf Punta d'Ostro, an 
Abhingen des Vermaez ober dem Militärspital, im Wäldchen bei Scagliari, 
bei Trinitä and von dort nach Lepetane, auch sonst auf den Abhängen des 
Lovcen oberhalb Cattaro i April, Mai). 
Cynanchum acutumli. Rechts von der Strasse, welche von Igala in die Suttorina 
führt (Juli, August). 

Ericineen. 

Erica vaijans Benth. Auf Punta d'Ostro, auf der Halbinsel Lustizza bis Budua 
(Februar bis April). 

Campanulaceen. 

Campanula sibirica L. Uni Spalato, gegen Mravinze, um Clissa und auf der 

Dobrostitza (Mai, Juni). 
Campanula glomerata L. Nächst dem Ursprung der Salona (Mai, Juni). 
Campanula persicifolia L. Auf Waldplätzen am Biokovo (Mai, Juni). 
Campanula bononiensis L. In der »Suttorina (Juli, August). 
Campanula Rapunculus L. Auch von Punta d'Ostro bis Cattaro (Mai bis 

August). 

Campanula ramosissima Sibth. Um Castelnuovo, Meligne und Perasto (Mai, Juni). 
Campanula capitata Sims. Auf Punta d'Ostro, gegen Meligne, um Perzagno, 

Mulla, in der Dobrota und bei Fort Traste VI (April, Mai). 
Campanula falcata Boem. Auf Punta d'Ostro und gegen Vitaglina (Mai, Juni). 

Ambrosiaceen. 

Ambrosia maritima L. Am sandigen Meeresufer in der nördlichen Bucht von 
Traste links vom Wege nach Cartole (Juli bis September). 

Compositen. 

Aster Tripolium L. Am sumpfigen Meeresgestade links vom Ursprung der Salona, 
an Sümpfen bei Stobretz, auf der Insel S. Giorgio bei Perasto, auch um 
Mulla (September). 

Erifjeron acer L. Am Biokovo (Juni bis August). 

Evax pygmaea Pers. Auch auf steinigen Orten zwischen dem Kloster Paludi 

und Toretta nächst Spalato (Mai, Juni). 
Inula Britannica L. Auf feuchten Aeckern auf Lapad (Juli bis September). 
Inula sguarrosa L. Auch auf Punta d'Ostro (Juni. Juli). 

Inula Ocidus Christi L. Im Wäldchen am Mossor rechts von Clissa (Juni, Juli). 

Inula montana L. Am Lovcen oberhalb Cattaro (Juni, Juli). 

Liula graceolens Desf. An der Küste auf Punta d'Ostro, bei Castelnuovo. um 

Cattaro bis Traste und Budua (August bis November). 
Inula Conyza DC. In Wein- und Olivengärten um Toretta bei Spalato. bei 

Castelnuovo, Mulla, Perzagno, Scagliari bis Traste (August, September). 



70 



C. Studniczk 



Pulicaria dysenterica Gärtn. Auf Brachen und feuchten Plätzen um Spalato, 

auf Punta d'Ostro und bei Castelnuovo (Juli bis September). 
ITilago gallica L. Auf Brachen, Kamen und in Olivengärten auf Punta d'Ostro, 

um Castelnuovo und Meligne, am Monte Vermacz und längs dem Kamme 

bis nach Trinitä herab (Mai bis Juli). 
Giiaphalium silvaticum L. Auf der Dobrostitza bei Castelnuovo, 1500 m (Juni 

bis October). 

Gnaphalium luteo-album L. Zwischen Pflaster im Fort Clissa (August). 
Artemisia coerulescens L. An Sümpfen bei Stobretz (September, October). 
Santolina Chamaecyparissus L. Auf Mauern zwischen Scagliari und Cattaro 
(Juni bis August). 

Anthemis Pseudo-Cota Vis. Am Giovanni di Cattaro nächst dem Pulvermagazin 

S. Francesco (Mai, Juni). 
Anthemis Cotula L. Auf Punta d'Ostro und bei Kombur (Mai bis Juli). 
Anthemis Cota L. Auf Hügeln um Clissa, auf Punta d'Ostro und um Castel- 
nuovo (Mai bis September). 
Anthemis arvensis L. ß. incrassata Hoiss. An Ackerrändern rechts am Wege von 

Trinitä nach Lepetane (Juni, Juli). 
Chrysanthemum Leucanthemum L. Auf dem Abhänge hinter der Kirche S. Matteo 

in der Dobrota (Juni, Juli). 
Pinardia coronaria Lees. Auf wüsten Plätzen an der Strasse von Lesina nach 

Cittavecchia (Juni, Juli). 
Phagridlon rupestre DC. Auf Feldmauern und Felsen auf der Südseite des Monte 

Marian (Mai bis Juli). 
Senecio Visianimins Papaf. In Wäldern der Krivosie beim Fort Cerequizze (Juni 

bis September). 

Senecio Cacalicister Lam. Auf der höchsten Spitze der Dobrostitza ober Castel- 
nuovo (August bis October). 

Echinops Büro L. Längs der römischen Wasserleitung bei Salona bis gegen 
Mravinze und auf der Dobrostitza (Juli bis September). 

Cirsium arvense ß. vestitum Koch. Auf Aeckern auf Punta d'Ostro (Juni bis 
August). 

Cirsium palustre Scop. In sumpfigen Gräben in Salona (Juni bis August). 

Pycnomon Acarna Cassin. An Rainen um Clissa (Juni bis August). 

Silybum marianum Gärtn. An sehr mageren Orten rechts von der Strasse nach 

dem Omblathale, gleich ausserhalb Gravosa (Mai, Juni). 
Tyrimnus leucographus Cassin. Auf Punta d'Ostro und auf den Abhängen des 

Vermacz gegen Trinitä und Lepetane (Juni, Juli). 
Carduus pycnocephalus Jacq. Häufig auf Rainen um Spalato und auf Punta 

d'Ostro (Juni, Juli). 

Chamaepeuce stellata DC. Im Thale der Cettina zwischen Almissa und Duare 

nächst der dortigen Mühle (Juni bis August). 
Carlina acaulis L. An Abhängen des Mossor bei Dugopolje, auch gegenüber von 

Clissa unter der Felsenwand der Marchesina gredda (Juni bis August). 



Hoitriigc luv Flora von SütMulinntion. 



71 



Crupina ndgaris Pors. Auf Punta d'Ostro, ferner bei Trinita und auf den Ab- 
hängen des Vermacz gegen Lepetane (Mai, Juni). 
Centaurea alba L <-'. <i< »itin<t. Auf dein Bergrücken der Dobrostitza bei Castel- 

nuovo (Juni bis Ootober). 
Centaurea alba ß, splendens. In und um Spalato, gegen Almissa, auf Punta d'Ostro, 

um Castelnuovo, sowie auf allen Felsen um Cattaro (.hmi Ins ( Mober). 
Centaurea rupeitria L. Beim Dorfe Zaguost am Fus.se dos Biokovo (Juni, .Juli). 
Genta/Urea napuiifera Rochel. Auf offenen Plätzen im Gebüsche auf der Manhe- 

sina gredda bei Clissa (Mai bis Juli). 
Centaurea salonitana Vis. ,i. lanceolata. Häutig in Olivengärten auf Punta 

d'Ostro mit orangegelben Blüthen (Juni, Juli). 
Centaurea Scabiosa X salonitana. In Getreidefeldern um Spalato, besonders 

hinter dem Fort Grippi (Juni bis August). 
Centaurea ragusina L. Auf Felsen nächst der Meeresküste bei Bodicelli und bei 

der Eremitage S. Girolamo am Monte Marian; selbst auf den Mauern des 

diocletianischen Palastes in Spalato gegenüber dem Strafhause (Mai, Juni). 
Centaurea punctata Vis. Am Friedhofe von Grabovacz zwischen Duare und 

Zagnozd: auch auf der Insel S. Giorgio bei Perasto (Juni bis August). 
Thrincia tuberosa DC. Zwischen Spalato und Salona, auf Lesina, im Gebüsch 

auf Punta d'Ostro, in der Zuppa und bei Traste (Februar bis October). 
Leontodon saxatilis Rchb. In Felsspalten, auf Mauern um Spalato, Castelnuovo 

und auf Punta d'Ostro (April bis August). 
Urospermum Bcdecliampii Desf. Auf der Südseite des Monte Marian, auch nächst 

dem Wege von Trinitä nach Lepetane (Mai "bis Juli). 
Tragopogon pjorrifolius L. Um Clissa und am Giovanni di Cattaro (Mai, Juni). 
Tragopogon croeifolius L. An Rainen zwischen Trau und den Castelli (Mai, Juni). 
Phoenixopus vimineus Rchb. Auf Punta d'Ostro, um Castelnuovo und Cattaro 

(Mai bis August). 

Crepis bulbosa Cassin. Auf Rainen und Grasplätzen bei Trau und längs der 

römischen Wasserleitung bei Salona, häufiger auf den Abhängen des Vermacz 

oberhalb Mulla (April, Mai). 
Crepis foetida L. Auf Brachen um Stobretz, im Vall di Breno, beim Fort Cerre- 

quizze in der Krivosie (Mai bis Juli). 
Crepis niceaensis Balb. var. ß. adenantha Rchb. Auf Waldblössen am Monte 

Vermacz nächst dem Fort daselbst und links von den obersten drei 

Serpentinen (Juni, Juli). 
Hieracium lanatum Vill. Auf der Terrassenmauer der Kirche von S. Matteo in der 

Dobrota (Juni, Juli). 
Hieracium adriaticum Naegeli. In Felsritzen auf der Marchesina gredda, am 

Monte Marian, auf Lapad und Punta d'Ostro, um Castelnuovo, am Vermacz 

und von da bis Traste (Mai bis Juli). 
Hieracium brachiatum Bertol. Im Wäldchen auf der Marchesina gredda (Mai. Juni). 
Hieracium cymosum L. Am Sveti Juro des Biokovo und um Cerequizze in der 

Krivosie bis 1500 m (Juni, Juli). 



72 



C. Studniczka. 



Dipsaeeen. 

Dipsacus laciniatus L. An sumpfigen Orten zwischen Cattaro und Mulla (Juli 

bis September). 

Succisa australis Rclib. Auf Sumpfwiesen bei Stobretz und in der Suttorina bei 

Castelnuovo (August, September). 
Scäbiosa suaveölens Desf. Auf Hügeln um den Ursprung der Salona (August). 
Scabiosa gramimtia L. Auf der Dobrostitza, 1300 m (April bis October). 
Asterocephalus maritimus Sprg. In der Suttorina und bei Traste (August. 

September). 

Globularieen. 

Globularia cordifolia L. Am Orieii und auf den Abhängen des Levern längs der 
neuen montenegrinischen Strasse von Cattaro (Juni, Juli). 

Valerianeen. 

Valerianella olitoria Mönch. Am Lovcen oberhalb von Cattaro über der monte- 
negrinischen Grenze (April, Mai). 

Valerianella hamata Bast, Auf Aeckern der Xordseite des Marian (April, Mai). 

Fedia echinata Vahl. Auf der Südseite des Marian (April, Mai). 

Fedia eriocarpa Roem. et Schult. Auf der Nordseite des Marian, an Abhängen 
des Vermacz bis Trinitä und am Lovöen (April, Mai). 

Centranihus ruber DC. Auf Mauern um Spalato, bei der Mühle von Topla bei 
Castelnuovo (Mai, Juni). 

Stellaten. 

Asperula cynanchica L. var. canescens Vis. In der Torrenta bei Seagliari (Juli, 
August). 

Asperula arvensis L. Auf Aeckern nächst der Militärschiessstätte bei Trinitä 
(April bis Juni). 

Crucianella monspeliaca Vis. Auf Punta d"Ostro, auf der Halbinsel Lustizza, um 
Castelnuovo und auf den Abhängen des Vermacz bei Trinitä (Mai bis Juli). 

Bubia tinetorum L. In Hecken und an Wegen um Salona, auch im Zuppathale 
(Mai bis August). 

Tutoria calabrica Pers. Auf Felsen im Omblathale rechts von der Strasse zur 
Villa Caboga (Mai bis November). 

Galium parisiense L. var. leiocarpum Tausch. Auf mageren Hutweiden um Castel- 
nuovo und auf Caballa (Juni, Juli). 

Galium parisiense L. var. trichocarpwm Tausch. Auf Punta d'Ostro und am 
Vermacz (Juni, Juli). 

Galium murale All. Auf Mauern, Stiegen bei Topla nächst Castelnuovo (Mai, Juni). 

Galium verum ß. trachyphyllum Wallr. In der Suttorina bei Castelnuovo (März 
bis August). 

Galium silvaticum L. var. ß. laevigatum. Im Wäldchen zwischen Castelnuovo und 
Meligne (Julr, August). 



BtÜrftge rar Flora von SüddAlmtti 



78 



Cnpriibliacoon. 

Lomctra implexa Ait. In den Macchien auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 
Vtburnum Lantana L. var. ß, discolor. In Wäldern am Lovcen oberhalb Cattaro 
(Mai bis Juli). 

Umbcllifcrcn. 

Eüryn^tiMri irctienm Lam. Auf Rainen um Clissa und Bagusa, auf Punta d'Ostro 

und Isings der Küste bei Mulla und in der Dobrota (Mai bis Juli). 
Eryn giu m marxtimuvi L. An der sandigen Meeresküste in der Suttorina, zwischen 

Perzagno und Stolivo und in der nördlichen Bucht von Traste unterhalb 

Cartole (Juni bis Oetober). 
Tri tua vulgaris DC. Auf Triften am Vuci zub in der Krivosie (Mai, Juni). 
Heloseiadum nodiflorum Koch. In kleinen Bächen oberhalb Castelnuovo (Juni, Juli). 
lltlmciadium repens Koch. Ober dem Fort Spagnuol mit der vorigen (Juni, Juli). 
Annni Wtajus L. Auf Punta d'Ostro und um Castelnuovo (Juni bis August). 
Ptyehotis ammoides Koch. Vom Fort Clissa bis zur römischen Wasserleitung von 

Salona (Mai bis Juli). 
PimpinelJa peregrina L. Am Monte Marian und sonst um Spalato, auf Punta 

d'Ostro. um Castelnuovo und am Giovanni di Cattaro (Juni bis August). 
Biasolettia tuberosa Koch. Auf der Marchesina gredda und am Lovcen nächst 

der montenegrinischen Grenze (Mai bis Juli). 
Bupleurum junceum L. Um Salona, Castelnuovo und auf Punta d'Ostro (Juli 

bis September). 

Oenanthe pimpinelloides L. Bei Salona, in Gräben bei Castelnuovo und Cattaro 
(Mai bis Juli). 

Oenanthe silaifolia M. B. Im Thale Begovina bei Castelnuovo, auch bei Cattaro 
(Mai bis Juli). 

Seseli tomentosum Vis. Auf Felsen auf der Südseite des Monte Marian bei der 
Eremitage S. Girolamo und bei Duare (August bis Oetober). 

Seseli montanum L. Bei Castelnuovo, ober Scagliari und Mulla (September, 
Oetober). 

Seseli tortuosum L. An felsigen Orten bei Almissa (August bis Oetober). 
Peuceclanum longifolium Wldst. et Kit. Auf dem Radostak bei Castelnuovo und 

am Giovanni di Cattaro (August, September). 
Pastinaca sativa L. An Piainen längs der Küste bei Mulla (Juni bis August). 
Heracleum pyrenaicum Pollin. Auf Felsen und Hutweiden am Biokovo (Juni, Juli). 
Toräylium officinale L. Um Ragusa (April bis Juni). 

Bauens Carota L. ß. major Vis. Am Giovanni di Cattaro (August, September). 

Dauern mauritanicus L. In Gestrüppen nächst dem Pulvermagazin S. Francesco 
am Giovanni di Cattaro (Juni bis August). 

Daucus Gingidium L. An wüsten Orten um Clissa und Spalato (Mai bis Juli). 

Caucalis daueoides L. Unter Getreide hinter dem Fort Clissa (Mai bis Juli). 

Echinophora spinosa L. In der Bucht von Traste gegen Cartole zu im Meeres- 
sand, auch in der Suttorina (August, September). 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 10 



74 



C. Studniczk 



Smyrnium perfoliatum L. In Gebüschen und im Kastanienwäldchen von Stolivo, 
ferner am Lovcen an der neuen montenegrinischen Strasse nächst der 
Grenze (Mai, Juni). 

Smyrnium Olusatrum L. Auf wüsten Plätzen auf der Insel Buä (April bis Juni). 
Bifora testiculata DC. Beim Posthaus von Clissa und auf Aeckern nächst dem 
Schlachthaus von Cattaro (Mai, Juni). 

Saxifragaeeen. 

Saxifraga rotundifolia L. Im Kastanienwäldchen von Stolivo und am Giovanni 
di Cattaro (Juni, Juli). 

Crassulaceen. 

Sedum sexangulare L. Im Thale von Meligne (Mai, Juni). 

Sedum Telephium e. maximum L. Häufig am Giovanni di Cattaro (Juni bis October). 
Sedum glaucwm Wldst. et Kit. Auf Punta d'Ostro und zwischen Meligne and 

Kombur (Juni bis August). 
Sedum neapolitanum Ten. Auf Felsen um Spalato, Meligne und auf Punta d'Ostro 

hinter dem Leuchtthurm (Juni, Juli). 
Sedum album L. In Gebüschen zwischen Castelnuovo und Meligne (Juni, Juli). 
Sedum Cepaea L. Mit der vorigen (Juni, Juli). 

Crassula rubens L. Auf der alten Schiessstätte auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 

Paronychieen. 

Hemiaria incana Lam. Zwischen Strassenpflaster im Fort Clissa (Mai bis Juli). 
Paronychia serpyllifolia DC. Auf den Bergen um Clissa, besonders längs der 
alten Marmont'schen Strasse und auf der Marchesina gredda (Juni, Juli). 

Cucurbitaceen. 

Bryonia dioica Jacq. Bei der Militärschiessstätte nächst Trinitä bei Cattaro (Mai 
bis August). 

Tamariseineen. 

Tamarix africana Poir. Am Meeresufer nächst der Mühle zwischen Trau und 
Castell Stafileo, auf der Südseite des Monte Marian bei S. Stefano, in der 
Suttorina bei Castelnuovo und im Zuppathal bei Cattaro (Mai). 

Lythrarieen. 

Lythrum Hyssopifolia L. In Sümpfen um Stobretz, auch auf Punta d'Ostro 
(Juni bis August). 

Lythrum Salicaria L. In Sümpfen bei Stobretz und in der Zuppa (Juni bis October). 

Callitrichineen. 

GälUtriche stagndlis Scop. In niessenden Wässern bei Castelnuovo (April bis 

Oetober). 



BtitrAfc nu Plön von BOddalmatlen. 



Granatoon. 

Punico. Granatum L, Auch in der Bocohe 'Ii Cattaro von Punta d'Ostro l>i^ 

(Jlavatv und Mulla (Mai bis Juli). 

Pomaceen. 

Gotoneaster vulgaris Lindl. Auf Bergen um Castelnuovo (Mai, Juni). 

Cydonia vulgaris L. Auf den höher gelegenen Bergen um Castelnuovo (April, Mai). 

Piru8 communis L. Auf Borgen um Meligne und an Abhängen des Devesile 

oberhalb Bianca (A]>ril, Mai). 
Sorbits domestica L. Um Spalato, auf Punta d'Ostro und in der Dobrota (April). 

Sanguisorbeen. 

Ahhanilht vulgaris L. Auf Waldblössen am Orien und in der Krivosie (Juni, Juli). 
Poterium spinosum L. Längs der Meeresküste auf der Nordseite des Monte .Marian 
gleich hinter den ersten Gärten (Mai). 

Rosaceen. 

Spiraca Filipcndula L. Auf der Marchesina gredda und auf Punta d'Ostro 
(Mai, Juni). 

Fragaria ekxtior Ehrh. Auf Waldblössen um Cerequizze in der Krivosle (Juni 
bis September). 

Votcntiüa Tormentüla !Sibth. In Wäldern am Loveen oberhalb Caltaro (Juni, Juli). 
Potentilla Fragariastrum Ehrh. Im Thale und Wäldchen bei Meligne und im 

Walde am Vermacz (März bis Mai). 
Aremonia agrimonoides Neck. Am Vuci zub in der Krivosie (Mai, Juni). 
Rosa alpina L. In Wäldern in der Krivosie (Juni). 
Rosa spinosissima L. Bei Seagüari (Mai bis Juli). 
Rosa canina L. Häufig in der Bocche di Cattaro (Mai bis Juli). 
Rosa scandens Mill. Auf Toretta bei Spalato, auch um Clissa, auf Punta d'Ostro, 

dann auf den Festungsmauern von Castelnuovo und im Wäldchen bei 

Scagliari (Mai, Juni). 
Rosa rubiginosa L. Um Castelnuovo, in der Dobrota und bei Cattaro (Mai, Juni). 

Amygdaleen. 

Prunus Cerasus L. var. Marasca Vis. Verwildert auf steinigen Abhängen um 

Cattaro (März, April). 
Prunus Mdhaleb L. Auf Hügeln in der Dobrota (März, April). 

Caesalpineen. 

Ceratonia Siliqua L. Auf Culturen und verwildert auf der Insel Buä, um Ragusa 
und auf Punta d'Ostro (im Herbst). 

10* 



76 



0. Studniczka. 



Papilionaceen. 

Genista tinctoria L. In Gebüschen um Castelnuovo (Juni). 

Genista elatior Koch. In dem Wäldchen ober Castelnuovo, besonders oberhalb 

der Kirche von Tophi (Mai, Juni). 
Cytisus argenteus L. Längs des Gebirges oberhalb Castell Suzuracz, dann um 

Clissa, auch auf Punta d'Ostro (April bis Juni). 
Cytisus capitatus Jacq. Auf der Marchesina gredda, bei Castelnuovo und Melighe 

(April bis Juni). 

Cytisus infestus Guss. In den Macchien auf Lesina, um Ragusa und auf Punta 

d'Ostro (März, April). 
Cytisus monspessulanus L. Auf Punta d'Ostro und um das Pulvermagazin 

Kombur (März, April). 
Cytisus spinescens Sieb. Auf Punta d'Ostro (März bis Mai). 
Cytisus nigricans L. Bei Castelnuovo und Kombur (Juni bis September). 
Cytisus Tommasinii Vis. Im Gestrüpp am Monte Vermacz zwischen dem Wäldchen 

dortselbst und dem Fort Trinitä (Juni, Juli). 
Cytisus Weldeni Vis. Längs den Felsenabhängen in der Dobrota oberhalb Matteo, 

ferner um Duare und auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 
Lupinus hirsutus L. In Olivengärten auf Punta d'Ostro (April, Mai). 
Ononis Natrix L. Auf Hutweiden im Thal zwischen Meligne und dem Fort 

Spagnuol (Juni bis August). 
Ononis Natrix var. ß. picta. In grosser Anzahl um die Stadt Lesina (Juni bis August). 
Ononis Columnae All. Am Kamme des Marian von der Eremitage S. Girolamo 

bis gegen den israelitischen Friedhof bei Spalato (April bis August). 
Ononis breviflora DC. Auf Grasplätzen nächst der Mühle zwischen Trau und 

Castell StafnTeo. 
Ononis reclinata L. Auf Punta d'Ostro (April, Mai). 

Ononis antiquorum Koch. Auf Hutweiden bei Clissa, nächst der römischen 
Wasserleitung bei Salona ; um Spalato, auf Punta d'Ostro und in der Do- 
brota (Mai bis September). 

Ononis repens Vis. Auf Brachäckern auf Punta d'Ostro (Juli bis September). 

Anthyllis Vulneraria L. var. pulchella. Am Radovstak und auf der Dobrostitza 
bei Castelnuovo (Mai, Juni). 

Medicago maeulata W. Um Clissa, auf Punta d'Ostro, bei Castelnuovo und Cat- 
taro (April bis Juni). 

Medicago coronata Desr. Im Fort Clissa zwischen Steinpflaster (Mai, Juni). 

Medicago hispida Gärtn. (nachFreyn). Auf Punta d'Ostro und Lesina. auch um 
Spalato und Cattaro (Mai, Juni). 

Medicago diseiformis DC. Auf Hutweiden und Bainen um Cattaro (Mai. Juni). 

Medicago falcata L. An Rainen bei S. Stefano und um das Fort Grippi bei 
Spalato (Juni bis zum Herbst). 

Medicago falcata ß. versicolor Koch. Auf gleichen Orten mit der vorigen (Juni 
bis zum Herbst). 



ICcitruge zur Flora von Sixlil.iliiut im 



77 



Medioago Gtrardi Wldst, ei Kit. Am Walle von Cattaro (Mai bis Juli). 
Mcdicagu litoralis Kohdo. Am sandigen Meeresufer in der Bucht von Traste 

gegen Cartolc zu (Mai bis Juli). 
Mcdicago mannet L Mit der vorigen im Meeressand (Mai, Juni). 
Medicago orbicularis All. Audi um Castelnuovo und Cattaro (Mai, Juni). 
Medicago stxtwa L. An Adterrandern bei Glissa (Mai bis Juli). 
Medicago trtbuloides Desr, Im Fort Spagnuol auf Lesina i.Mai bis Juli). 
Medicago t%tberc%tlata Willd. In den Maechien längs dem Meeresufer unterhalb 

S. Antonio bei Castelnuovo. 
T ri go neUa comiculata L. Auf Grasplätzen auf Punta d'Ostro und um Cattaro 

(Mai, Juni). 

Melüotus parviflorus Desf. Auf Aeckern vor dem Schlachthause zu Cattaro (Mai, 
Juni). 

Melüotus sulcatus Desf. Auf der Insel Buä, gegenüber der Spitze der Halbinsel 
Marian (Mai, Juni). 

Melilotus italica Lam. Uni Clissa, auf der Südseite des Marian, um Castelnuovo ; 

sehr häufig auf den Abhängen des Giovanni di Cattaro (Mai, Juni). 
Trifolium maritimum Huds. Bei Igala nächst Castelnuovo (Mai, Juni). 
Trifolium lappaeewm L. Auf Punta d'Ostro, im Wäldchen zwischen Castelnuovo 

und Meligne, in der Dobrota und auf den Abhängen des Vermacz oberhalb 

Mulla und Perzagno (Mai bis Juli). 
Trifolium diffusum Ehrh. Um Castelnuovo und auf dem Biokovo (Mai, Juni). 
Trifolium Bocconi Savi. In den Maechien nächst dem Pulvermagazin Kombur 

bei Meligne, ferner auf Waldblössen am Vermacz auf der gegen Scagliari 

zugewendeten Seite (Mai, Juni). 
Trifolium tenuifolium Tenore. Beim Pulvermagazin Kombur (Mai, Juni). 
Trifolium dalmaticum Vis. Nächst der römischen "Wasserleitung bei Salona, auf 

dem Friedhofe zu Grabovacz bei Zaguost, auf Punta d'Ostro und auf allen 

Bergen um Cattaro (Mai, Juni). 
Trifolium Cherleri L. Auf Hutweiden auf der Nordseite des Monte Marian gleich 

hinter den ersten Weingärten (Mai, Juni). 
Trifolium paiulum Tausch. Im Wäldchen oberhalb Topla und bei Meligne (Juni 

bis August). 

Trifolium Pignantii Fauchee. Am Monte Sella (Lovcen) oberhalb Cattaro (Juni, Juli). 
Trifolium ochroleucum L. Im Wäldchen oberhalb Topla, um Castelnuovo und 

Meligne und am Monte Vermacz (Juni, Juli). 
Trifolium laevigatum Poir. Auf Waldplätzen zwischen Castelnuovo und Meligne, 

um den Militärfriedhof S. Antonio, häufiger im Wäldchen am Vermacz 

(Mai, Juni). 

Trifolium glomeratum L. Auf sehr mageren Plätzen in den Maechien zwischen 
Castelnuovo und Meligne unterhalb dem Militärfriedhofe S. Antonio; ferner 
bei den Pulvermagazinen Kombur und Glavaty bis Perzagno (Juni, Juli). 

Trifolium nigrescens Viv. Um Spalato, auf Punta d'Ostro und um Castelnuovo 
(April bis Juli). 



78 



C. Studniczka. 



Trifolium subterraneum L. Auf Punta d'Ostro und um Castelnuovo, auch auf 

dem Devesile (April bis Juni). 
Trifolium resupinatum L. An feuchten, sumpfigen Orten in der Suttorina und 

zwischen Castelnuovo und Meligne, bei Mulla und rechts von der Strasse 

zum Militärspital von Cattaro (April bis Juni). 
Trifolium midi ist rintum Koch. Nächst dem Fort Prevlacca auf der Halbinsel 

Punta d'Ostro (Juni, Juli). 
Trifolium patens Schreb. Auf Wiesen längs der Salona und links von der Strasse 

nach Trau (Juni, Juli). 
Trifolium aureum Poll. Auf Wiesen um Fort Cerequizze in der Krivosle, auch 

bei Salona und längs der Strasse der Castelli (Juni, Juli). 
Lotus edulis L. In Olivengärten auf Punta d*Ostro (April, Mai). 
Lotus ornithopodioides L. In Olivengärten auf Punta d'Ostro, in den Macchien 

unter dem Militärfriedhof S. Antonio bei Meligne, auch auf Lesina und bei 

Trinitä nächst Cattaro (Mai, Juni). 
Lotus cytisoides L. An felsigen Orten nächst der Küste auf Bodicelli und S. Ste- 
fano bei Spalato, um Ragusa, auf Punta d'Ostro, bei dem Inselfort Ma- 

mula, auch um Cattaro (Mai, Juni). 
Lotus tenuifolius Reichbch. In Olivengärten auf Punta d'Ostro, in den Macchien 

zwischen Castelnuovo und Meligne (Juni bis August). 
Lotus Dorycvdwm L. Auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 

Hymcnocarpus circinata Savi. Auf Hutweiden auf Punta d'Ostro, um Castel- 
nuovo, ober Mulla bei Cattaro, in der Zuppa und auf den Abhängen des 
Vermacz bei Trinitä (April, Mai). 

Galega offtcinalis L. In beträchtlicher Menge um Castelnuovo (Mai bis Juli). 

Astragalus sesameus L. Auf den der Eremitage S. Girolamo am Marian gegen- 
über liegenden Hügel und am Walle des Fort Grippi (April, Mai). 
- Astragalus virgatus Reichbch. Auf den Bergabhängen von Clissa bis Suzuracz, 
sowie auf der Insel Buä (April, Mai). 

Astragalus hamosus L. An der Nordseite des Monte Marian hinter den ersten 
Weingärten (April bis Juni). 

Scorpiurus subrillosa L. In Gebüschen auf Punta d'Ostro, um Castelnuovo und 
längs den Abhängen des Vermacz oberhalb Mulla bis Trinitä (Mai. Juni). 

Coronilla cretica L. Bei Castelnuovo, auf Punta d'Ostro, ober Mulla und Sca- 
gliari (Mai, Juni). 

Coronilla stipularis Lam. Nächst der Eremitage S. Girolamo am Monte Marian 
(April, Mai). 

Ornithopus compressus L. In Gebüschen beim Fort Prevlacca auf Punta- d'Ostro 
und im Wäldchen um den Militärfriedhof S. Antonio bei Castelnuovo (April 
bis Juni). 

Hippocrepis comosa L. Auf den Hügeln nächst dem Ursprung der Salona (April 
bis Juni). 

Hippocrepis eiliata W. Gegen Mravince und Stobretz (Mai, Juni). 
Hippocrepis unisiliquosa L. In Olivengärten auf Lapad (März. April). 



Bttlligt Mtt flOn VOfl Siitlil;ilm:itici 



7<> 



< hiohrin Iiis tnquideiUata D'Urv. Auch auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 
Vision elatius M. Hieb. Aul Feldern zwischen Salona und Spalato, auf Punta 
d'Ostro, um Castelnuovo, IVrzagno, in der Dobrota, hei Scagliari; in 

grosserer Zahl jedoch am Giovanni di Cattaro (April, Mai). 
Cieer arictintim L. In Culturen und verwildert oberhalb Scagliari nächsl der 

neuen montenegrinischen Strasse (.Mai, Juni). 
Krrum nigricans M. Biel». Auf der Nordseite des Monte Marian (Mai, Juni). 
Krcnm Jiicbcrslcinii Guss. (nach Freyn). An Abhängen des Vermacz oberhalb 

Mulla (Mai, Juni). 
Krvnm g radle DC. Auf Punta d'Ostro (Mai, Juni). 

Vicia pertgrina L. Auf Punta d'Ostro, um Castelnuovo, in der Dobrota, bei 

Scagliari, Mulla bis Gorazda (Mai, Juni). 
Vicia bühynica L. Am Marian, bei Igala undKombur nächst Castelnuovo (Mai, Juni). 
Vicia cassubica L. ß. adriatica Freyn. Nächst dem Fort Prevlacca auf Punta 

d'Ostro (Mai, Juni). 

Vicia grandiflora Scop. Im Wäldchen um Dugopolje, bei Clissa auf Punta d'Ostro 
und um Castelnuovo (April bis Juni). 

Vicia hirsuta Koch. Auf Punta d'Ostro, bei Castelnuovo und Perzagno, sowie um 
Cattaro (April bis Juni). 

Vicia liirsuta T&v. leiocarpaVk. Vermischt mit der vorigen besonders um Cat- 
taro (April bis Juni). 

Vicia hybrida L. Auf Punta d'Ostro, um Castelnuovo und bei Cattaro (April bis Juni). 

Vicia tricolor Sebast. et Maur. In Gestrüppen und Hecken besonders um Clissa, 
auf Punta d'Ostro und weiters in der Bocche di Cattaro (April bis Juni). 

Vicia ochroleuca Ten. Längs der montenegrinischen Strasse zwischen Scagliari 
und Trinita (April bis Juni). 

Lathyrus cmnuus L. Bei Igala nächst Castelnuovo (Mai, Juni). 

Lathyrus auriculatus Bertol. In Macchien bei Castelnuovo (Mai, Juni). 

Lathyrus Ochrus DC. Auf Aeckern vor dem Kloster Paludi, auch am Marian 
(Mai, Juni). 

Lathyrus saxatilis Vis. Oberhalb dem israelitischen Friedhof am Marian bei Spa- 
lato (April, Mai). 

Lathyrus setifolius L. Am Marian, um Castelnuovo, Perzagno, Mulla, am Gio- 
vanni di Cattaro und am Vermacz (April, Mai). 

Lathyrus sphaericus Ketz. Um das Fort Grippi bei Spalato und im Gestrüpp 
auf Punta d'Ostro (April bis Juni). 

Orobus albus L. Zwischen Felsritzen im Gestrüppe auf der Marchesina gredda, 
oberhalb S. Cajo bei Salona und ober Suzuracz (Mai, Juni). 

Orobus variegatus Ten. In Gebüschen auf Punta d'Ostro, am Vermacz und im 
Zuppathal unterhalb Trinita (April, Mai). 

Rhamneen. 

Rhamnus Frangula L. ß. pumila. Auf der Marchesina gredda bei Clissa, in Ge- 
büschen ober Castelnuovo. bei Scagliari und um Cattaro (Mai. Juni). 



80 



C. Studniczlta. 



Celastrineen. 

Etonymus eiiropaeus L. Zwischen Glavaty, Perzagno und Stolivo (Mai, Juni). 

Rutaeeen. 

Buta chalepensis L. Nächst der Stadt Lesina, um Castelnuovo und am Yermaez 

bei Trinitä (Mai, Juni). 
Buta cjrateolens L. Auf Felsen im Thale bei Tophi nächst der Mühle, auf der 

Südseite des Monte Marian, bei Clissa und auf den Abhängen des Yermaez 

gegen Cattaro (Mai, Juni). 
Dictamnus albus L. Zwischen Felsen im Gebüsche auf der Marchesina gredda bei 

Clissa (Mai, Juni). 

Geraniaceen. 

Eroäium malacoides Willd. An Wegrändern auf Punta d'Ostro (Jänner bis Mai) 
Geranium sanguineum L. Auf der Dobrostitza oberhalb Castelnuovo (Mai. Juni). 
Geranium pyrenaicum L. An felsigen Orten am Biokovo (Juni, Juli). 
Geranium molle L. Auf Grasplätzen auf Punta d'Ostro und am Giovanni di 

Cattaro (März bis Mai). 
Geranium macrorrhimm L. Zwischen Felsspalten in der Krivosie gegen den Yw<-i 

zub und am Monte Sella oberhalb Cattaro (Mai, Juni). 

Acerineen. 

Acer Pseudoplatanus L. In Wäldern in der Krivosie (Mai, Juni). 

Hypericineen. 

Hypericum barbatum J. Auf Hügeln um Castelnuovo (Juni). 

Malvaeeen. 

Malta nicaeensis All. Längs Feldmauern rechts des Weges von Cattaro nach 

S. Matteo (April bis Juli). 
Malta arborea Webb. et Bert. Auf Mauern links von der Strasse zum Fort Grippi 

und auch sonst auf den Mauern des diocletianischen Palastes in Spalato 

(Mai bis Juli). 

Malta thuringiaca Vis. Auf felsigen Orten längs der neuen montenegrinischen 

Strasse oberhalb Scagliari (Juni, Juli). 
Althaea taurinensis DC. In Hecken und Gestrüppen bei Salona, auf Lesina und 

Punta d'Ostro, um Castelnuovo, ober Scagliari, bei Trinita und in der 

Dobrota (Mai bis zum Herbst). 
Althaea officinalis L. Am sumpfigen Meeresufer bei Stobretz und in der Suttorina 

bei Castelnuovo in grosser Menge (Mai bis September). 
Althaea rosea L. var. pallida Vis. Im Thale von Meligne gegen das Fort Spag- 

nuol und in der Felsenschlucht der Fiumera di Cattaro (Mai bis Juli). 
Althaea hirsuta L. In Olivengärten auf Punta d'Ostro, an Abhängen am Vermacz; 

auch um Trinitä und Gorazda (Mai bis Juli). 



RoitriigA zur Flora von SiuMulnuitien. 



81 



Linoon. 

Linum corymbulosum Kehl». Auf steinigen, uncultivirten Orten auf Punta d'Ostro, 

oberhalb Mulla bis auf den Vermaoz (Mai bis Juli). 
Linum maritimum L An Sümpfen bei Stobivtz (.luni bis September). 
Linum nodiftorum L. Auf Brachäckern in der Dobrota (Mai bis Juli). 
Linum st riet um L. und ß. spicatum \'is. Auf Rainen auf Punta d'Ostro (Mai 

bis Juli). 

Caryophylleen. 

Cerastium »uotticum L. Auf Wiesen und Hutweiden in der Krivosie (Juni, Juli). 
Cvrastium grcmdiflortm Wldst. et Kit. Auf Felsen gleich unterhalb des Fort 

Clissa, häutiger und in grosser Zahl längs des Weges auf die Marehesina 

gredda und in der Krivosie bis auf den Vuci zub (Mai, Juni). 
Hcliosjwrma quadrifidum Gris. Nächst dem schmelzenden Schnee am Sveti Juro 

des Biokovo (Juni, Juli). 
Dianthus strictus Sm. Auf der Spitze der Dobrostitza oberhalb Castelnuovo (Juni 

bis October). 

Dianthus dalmaticus Celak. Auf den Abhängen längs der Wasserleitung von 
Ragusa und längs des Aufganges zum Fort Imperial, vermischt mit der 
vorigen; häufiger jedoch am Giovanni di Cattaro, auf den Felsen des Monte 
Sella, sowie am Vermacz oberhalb Mulla (Juni bis October). 

Dianthus liburnicus Bartl. An Abhängen des Mossor gegen Dugopolje hinter 
Clissa (Juni). 

Dianthus Armeria L. Auf Hügeln um Castelnuovo, auch auf Punta d'Ostro, um 
Meligne, am Vermacz und Monte Sella (Juni bis zum Herbst). 

Dianthus Caryophyllus var. «. et y. Vis. An der Südseite des Monte Marian bis 
zur Eremitage S. Girolamo (Juni, Juli). 

Dianthus Carthusianorum L. Auf dem Veliki grad bei Clissa und am Vermacz 
bei Cattaro (Juni, Juli). 

Kohlrauschia prolifera Kunth. Um Ragusa, auf Punta d'Ostro und bis zum Pulver- 
magazin Kombur bei Meligne; ferner um Mulla und Glavaty (Mai bis Juli). 

Silene gallica L. An Ackerrändern, auf Brachen, in Olivengärten auf Punta 
d'Ostro ; um Meligne ; auch zwischen Gestrüpp am Vermacz links vom Fort 
und längs des Bergkammes bis zum Wäldchen (Mai, Juni). 

Silene italica Pers. Auf Punta d'Ostro, um Castelnuovo, im Wäldchen hinter 
Scagliari und am Vermacz (April bis Juni). 

Silene trinervia Sebast. et Maur. Längs der Abhänge und Strassenränder bei 
den letzten Häusern von Mulla bis zum Pulvermagazin Glavaty (Juli, August). 

Silene paradoxa L. Auf dem Hügel gegenüber der Eremitage S. Girolamo am 
Monte Marian (Juli bis zum Herbst). 

Drypis spinosa L. Im Thale der Cettina bei Aimissa nächst der Radmann'schen 
Mühle, um Duare ; häufiger bei der Militärschiessstätte nächst Trinita bei 
Cattaro in der dortselbst befindlichen Torrenta (Mai bis Juli). 

Saponaria Vaccaria L. Zwischen Getreide um Castelnuovo (Mai bis Juli). 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 1 1 



82 



C. Studniczk 



Polygaleen. 

Polygala amara L. Bei Cerequizze in der Krivosie und am Monte Sella bei 
Cattaro (April bis Juni). 

Violarieen. 

Viola silvestris Koch. Am Vuci zub in der Krivosie (Mai, Juni). 

Viola lutea Sm. var. grandiflora. An Ackerrändern nächst der montenegrinischen 

Niederlassung am Monte Sella ober Cattaro (Mai, Juni). 
Viola tricolor L. var. arvensis. Am Sveti Juro des Biokovo, in der Krivosie bei 

Cerequizze; auch am Monte Sella oberhalb Cattaro und um Spalato 

(Mai, Juni). 

Cistineen. 

Helianthemum arabicum Pers. Um Traste, auch am Vermacz gegen das Fort 

Trinitä zu sehr häufig (Mai, Juni). 
Cistus villosus L. Auf Punta d'Ostro, um Castelnuovo, bei Traste, endlich am 

Kamme des Vermacz und an dessen Abhängen gegen Trinita und Lepetane 

(März bis Mai). 

Cistus creticus L. Längs der Küste auf Punta d'Ostro und um Traste. 

Crueiferen. 

Matthiola sinuata E, Br. In der sandigen Meeresbucht der Suttorina bei Castel- 
nuovo (Juni, Juli). 

Matthiola incana B. Br. Nächst dem Meere auf Punta d'Ostro, im Fort Spag- 
nuol auf Lesina, auf den Festimgsmauern in Castelnuovo (März, April). 

Matthiola glandulosa Vis. In der nördlichen Sandbucht von Traste gegen Cartole 
zu (Juni, Juli). 

Cheiranthus Cheiri L. Auf den Stadtmauern von Castelnuovo (März bis Mai). 

Arabis Turrita L. Am Vermacz und Monte Sella (April bis Juni). 

Arabis hirsuta Scop. Auf der Marchesina gredda bei Clissa, um Castelnuovo und 

am Vermacz (April bis Juni). 
Arabis muralis Bertol. Am Vermacz oberhalb Mulla und am Monte Sella (Mai, 

Juni). 

Arabis collina Ten. Mit der Vorigen an gleichen Orten (Mai, Juni). 

Turritis gläbra L. In der Dobrota bei Cattaro (Mai, Juni). 

Cardamine maritima Portensch. Auf der Marchesina gredda bei Clissa; ober 

Mulla und längs der neuen Strasse im Wäldchen ober Scagliari (Juni, Juli). 
Hesperts glutinosa Vis. Auf felsigen Orten um Castelnuovo, auch häufig in der 

Dobrota und am Castell Giovanni di Cattaro (März, April). 
Iiesperis matronalis L. Längs der Strasse im Wäldchen ober Scagliari (Mai, Juni). 
Sisymbrium Alliaria Scop. Am Monte Sella oberhalb Cattaro bei der ersten 

montenegrinischen Ansiedlung (April, Mai). 
Sisymbrium Colurrünae Jacq. Am Giovanni di Cattaro (Mai bis Juli). 



Mtatfa rat Rom von EMAdataratitfl 



Alyssum utricuhttMH Sibth. Auf dorn Vuöi zub in der Krivosic; häufiger jedoch 
auf den Felsenabh&ngen des Vermacz \<>n Trinita bis Mulla, besonders rechl 
vom Aufgang /.um Fori Vermacz (April bis Juni). 

Drahn Ai:oon Wahlbg. Auf drin Orion und Vucl zub in der Krivosio (Juni, Juli). 
TMaspi arretise L. Hin und wieder in der Bocche «Ii Cattaro (Mai, Juni). 
TMaspi nionhnuon L. Am Orion, beim Dorfe Vitagl'ma naonsl Punta d'Ostro, 

lud Castelnuovo und auf den Abhängen des Monte Sella (April, Mai). 
Ibens scmtlata Vis. Auf Felsen und Triften am Vuöi zub (Mai, Juni). 
Ibcris ttmbeUata L. Am Vermacz nächst dem Fort und längs des Kammes bis 

Trinita (Mai, Juni). 

Coronopm Ruettii All. Auf Wegen und Strassenpflaster bei Punta d'Ostro, auf 
den Bankets und Wallgängen der Festung Cattaro und vor dem Fort 
Vermacz (Mai bis zum Herbst). 

Neslia jmniculata Desv. In Getreidefeldern auf dem Monte Marian bei Spalato 
(April, Mai). 

Calcpina Corvini Desv. Auf uncultivirten Orten im Thale von Meligne gegen 

das Dorf Kuti (April, Mai). 
Isatis canescens DC- Auf den Abhängen des Giovanni di Cattaro und bei Scagliari, 

auch in der Dobrota (April, Mai). 
Eitclidium syriaeum R. Br. Zwischen Weidengebüsch nächst der Militärsehwiinm- 

schule in Cattaro (Mai, Juni). 

Papaveraceen. 

Papaoer apulum Ten. Hin und wieder im Gebiete (Mai bis August). 
Papaver BJioeas L. ß. intermedium Preyn. Auf dem Giovanni di Cattaro (Mai 
bis August). 

Berberideen. 

Berber is vulgaris L. Auf felsigen Orten in Wäldern um den Vuci zub in der 
Krivosie (Juni, Juli). 

Nymphaeaeeen. 

Nymphaea alba L. In Sümpfen um Metkovich (im Sommer). 

Fumariaeeen. 

Fiunaria Petteri Koch. Auf den Abhängen des Giovanni di Cattaro (März). 
Coryäalis cava Schweig, et Körte. In Felsritzen am Monte Sella oberhalb Cattaro 
(April, Mai). 

Coryäalis solida Sm. Mit der vorigen am Monte Sella (April, Mai). 

Corydalis ochroleuca Koch. Am Sveti Juro des Biokovo; am Mossor bei Dugo- 

polje; auf der Marchesina gredda, schliesslich am Orien und am Monte 

Sella ober Cattaro (Mai, Juni). 

11* 



84 C. Studniczka. Beiträge tuv Flora von Süddalmatien. 

Ranuneulaceen. 

Delphmium Consolida ß. pubescens Freyn. In Brachfeldern und Olivengärten in 

der Dobrota, um Mulla und Perzagno (Juni bis November). 
Delphinium Staphysagria L. und flore albo. In den Ruinen von Salona, im Fort 

Spagnuol auf Lesina, bei der griechischen Kirche von Topla bei Castel- 

nuovo und beim Fort Traste V (Mai bis Juli). 
Helleborus multifidus Vis. Bei Radigne nächst Dizmo, am Schlossberg bei Sign 

und im Gebüsch links der Strasse von Sign nach Verlika (März). 
Banunculus TJwra L. Auf Hutweiden nächst dem Vuci zub in der Krivosie 

(Juni, Juli). 

Banunculus parviflorus L. In ausgetrockneten Lachen beim Dorfe Viglina nächst 

Castelnuovo (März bis Juni). 
Banunculus muricatus L. Um Castelnuovo und bei der Militärschwimmschule 

von Cattaro (Mai, Juni). 
Banunculus illyricus L. Auf der Insel Bua bei Trau (Mai, Juni). 
Anemone coronaria L. An Ackerrändern und in Weingärten bei Spalato rechts 

von der Strasse nach Stobretz nächst der Villa Rhoitsch (Februar bis Mai). 
Anemone apennina L. In Gestrüppen, Hecken und Gebüschen in der Suttorina, 

auf den Abhängen des Monte Sella und Vermacz und unterhalb des Fort 

Gorazda an der montenegrinischen Strasse (April, Mai). 
Thalictrum aauilegifolium L. Aufwiesen beim Fort Cerequizze in der Krivosie 

(Mai, Juni). 



Floristisches aus den Gebirgen der Bukowina. 

Vou 

A . Procopianu -Procopo rici. 



(Vorgelegt iu der Versammlung am 8. Janner 18'JO.) 



Weil die vollständige Bearbeitung des heuer auf meinen botanischen Ex- 
cursionen gesammelten Materials und eine Veröffentlichung aller dabei gewonnenen 
Beobachtungen nicht so bald statt haben kann, so erlaube ich mir im Folgenden 
Bemerkungen nur an etliche auserwählte Pflanzen aus dem höheren Vorgebirge 
und aus der subalpinen Region der Bukowina anzuknüpfen, welche insofern ein 
besonderes Interesse darbieten, als darin für das Gebiet neue, beziehungsweise 
zweifelhafte Fundorte oder Pflanzen allein Berücksichtigung fanden. 

Für das Gebiet neue Pflanzen sind mit einem * bezeichnet. 

Mit ! werden Fundortsangaben bestätigt. 

* Phleum Michelii All. Kommt bloss auf einer subalpinen Wiese am Rareu: 

Curmätura, ca. 1550 m hoch, vor. 
Carex atrata L. Auf subalpinen Wiesen am Rareu und Todirescu, ferner am Zapul. 

* Carex tristis M. B. Mit der vorigen vergesellschaftet am Rareu und Todirescu 

beobachtet. 

Allium fallax Don. Hier und da auf Kalk; am Rareu und Suhard, sowie auf 
Piatra-Cibou. 

Allium Victoriaiis L. Kommt am Rareu! (Herbich, Flora der Bukowina, S. 73), 
aber auch am Suhard vor. 

* Muscari transsilvanicum Schur. Nur auf den subalpinen Wiesen des Rareu und 

Todirescu. 

Salix pentandra L. (von Herb ich in der Einleitung zur Flora der Bukowina, 
S. 4 ohne Fundortangabe verzeichnet) und Pinns uliginosa Neum. kommen 
auf den Torfmooren bei Dorna -Vatra! und Dorna-Cändreni! (nach Por- 
cius, Flora distr. Naseud. in Zeitschr. Transilvania, 1881, S. 116, resp. 
S. 117), ferner auch bei Poiana-Stampei vor. 

Betida pubescens Ehrh. Ebenfalls auf den Torfmooren bei Dorna -Vatra und 
Poiana-Stampei. 

Thesium alpinum L. Auf Wiesen in Gesellschaft von Arnica montana und Vac- 
cineen stellenweise nicht selten; am Rareu! (Herbich, L c, S. 131), To- 
direscu, auf der Fluturica, am Suhard und Rune bei Vatra-Dornei. 

* Orobanche transsilcanica Poreins (1. c, 1881, S. 121). Zumeist auf Thymus 

in der subalpinen und oberen Bergregion zerstreut; am Zapul, Jedul, Lu- 
caci, Dorna: Rune. 

* Bhinanthus alpinus Baumg. In der subalpinen Region am Zapul und Suhard. 



86 A. Procopianu-Procopovici. Floristisches aus den Gebirgen der Bukowina. 

Pedicularis exaltata Bess. * var. carpatica Porcius. Auf subalpinen Wiesen am 
Eareu! (Herbich, L c, S. 276; vgl. Knapp, Pfl. Gal. u. d. Bukow., S. 233 
und Porcius, 1. c, 1881, S. 121) und Todirescu, sowie am Zapul und Jedul. 

Eritrichium villosum Bunge kommt ausser auf der Kalkalpe Pietrile-Doamnei ! 
(Herbich, 1. c, S. 252) auch am Eareu und Todirescu vor, aber überall 
nur auf Felsen. 

* Myosotis alpestris Schmidt. In der subalpinen Region auf Wiesen; am Todi- 

rescu, Eareu und Pietrile-Doamnei. 
Pidmonaria rubra Schott. Im Krummholze am Rareu und Todirescu. 

* Gentiana caucasica M. B. Ist auf sonnigen Wiesen im höheren Vorgebirge und 

in der subalpinen Eegion allgemein verbreitet. 
Gentiana excisa Presl. und nicht Gentiana acaulis L. (vgl. Knapp, 1. c, S. 187, 

188) kommt auf der Fluturica (Bauer exs.), am Eareu und Todirescu vor. 
Campanida abietma Gr. et Sch. Im Krummholze nicht selten; am Giumaleu! 

(Herbich, 1. c, S. 200), D. Sapei (nicht Sapih), Eareu, Zapul, Jedul, Fara- 

oane und Lucaci: Bätca-mare. 
Aster alpinus L. Auf subalpinen Kalkfelsen, nur am Todirescu, Eareu und 

Pietrile-Doamnei (Herbich, 1. c, S. 143). 
Anthemis tenuifolia Schur. Kommt auf Pietrile-Doamnei! (Herbich, 1. c, S. 157), 

aber auch am Eareu: Pärete, in nördlicher Exposition vor. 

* Tephroseris microrrhiza Schur = Cineraria longifolia Jacq. ß. sidphurea 

Baumgt. Im Krummholze am Eareu und Todirescu selten. 

* Cirsium decussatum Janka. Euderal um Sennhütten und am Wege; am Ousor, 

Todirescu und Eareu. 
Centaurea montana L. Auf sonnigen Wiesen, mit Vorliebe auf Kalk; am Eareu 
und Todirescu, bei Ciocanesci und Cärlibaba, auf der Fluturica, am Jedul 
und Zapul. 

Crepis Jacquinii Tausch. Auf Kalkfelsen der subalpinen Eegion; nicht nur auf 
Pietrile-Doamnei! (Herbich, 1. c, S. 191), sondern auch am Eareu, Todi- 
rescu und Zapul. 

* Galium aristatum L. In trockeneren Wäldern der Vorgebirgsregion überall. 

(Steigt auf der Nordseite von Pietrile-Doamnei bis ca. 1575 m hinauf.) 
Galium silvaticum L. (Knapp, 1. c, S. 179 und Herbich, 1. c, S. 209) 
kommt bei uns — wenigstens im Vorgebirge — nirgends vor. 

Sedum glaucum W. K. Auf Kalkfelsen und im Kalkschutt im oberen Vorgebirge 
und in der subalpinen Eegion; am Zapul! bei Cärlibaba! (Herb ich, 
1. c, S. 312), auf der Fluturica! (Bauer exs.), Ciocanesci und Pojorita. 

Bubus saxatilis L. Im Krummholze am Eareu, selten, 1600 m. 

* Geranium alpestre Schur. Auf subalpinen Wiesen auf Pietrile-Doamnei!, am 

Eareu! (Herbich, 1. c, S. 411, unter Geranium silvaticum L.; vgl. Por- 
cius, 1. c, 1882, S. 17) und Todirescu, ferner am Jedul. 

Hypericum alpinum W. K. Am Eareu im Krummholze, selten, 1600 m. 

Erysimum Wittmanii Zaw. Auf Kalkfelsen und im Kalkschutt am Piatra-Cibou!, 
Jedul! (Herbich exs., Knapp, 1. c, S. 307) und Zapul, bei Cärlibaba und 
Ciocanesci, auf Pietrile-Doamnei! (Herbich exs., s. O.), am Eareu! (Za- 
wadzki, Enumeratio, p. 30, nach Knapp, 1. c.) und Todirescu. 

* Aquilegia glandulosa Fisch. Auf sonnigen Wiesen der subalpinen Eegion : am 

Eareu und Todirescu, auf der Fluturica. (Vgl. Herbich, 1. c, S. 332 und 
Knapp, 1. c, S. 293.) 



87 



Monographie der Proscopiden. 

Von 

C. Brunner y. Wattenwyl. 

(Mit Tafel III-V.) 

(Vorgelegt in «3er Versammlung am 8. Jänner 1890.) 



Einleitung. 

Die Eintheilung der Acridiodeen von Stäl 1 ) ist heute noch massgebend und 
wurde in den seitherigen Monographien von De Saussure, Bolivar und Karsch 
in Betreff der Begrenzung der Zünfte festgehalten. Ich möchte höchstens die 
Tettigiden mit den Mastaciden, Proscopiden und Pneumoriden in eine engere 
Gruppe vereinigen, welche durch die kurzen, aus wenigen Gliedern zusammen- 
gesetzten Fühler sich auszeichnet, 

Die Proscopiden bilden eine scharf abgegrenzte, den Mastaciden zunächst 
stehende Zunft. Ihrem Habitus nach ähneln sie auffallend den Phasmodeen und 
können geradezu als Mimikry jener ungeflügelten Bacteria -Arten angesehen werden, 
welche in den nämlichen Gegenden vorkommen. 

Bis jetzt wurden sie nur in Südamerika gefunden und scheinen auch dort 
selten zu sein. 

Das Genus Proscopia wurde von Klug aufgestellt. 2 ) Bunne ist er rügt, 3 ) 
dass in dieser Monographie die beiden Geschlechter getrennt und jedes als eigene 
Species beschrieben wurde. Er entwirft eine Tabelle, in welcher die Klug'schen 
Species nach Männchen und Weibchen vereinigt wurden, ohne jedoch die Charaktere 
anzuführen, die ihn hiebei leiteten. 

Die Schwierigkeit dieser Zusammenstellung beruht darin, dass die beiden 
Geschlechter in ihrer Form bedeutend von einander abweichen. Die Weibchen 
haben einen langen, zumeist keulenförmigen Kopfgipfel, während alle Männchen 

l ) Recensio Orthopterorum, I, 1873. 

a ) Horae physicae Berolinenses, edicuravit Nees ab Esenbeck, Bonnae, 1820, p. 15. 
*) CepJialocoema und Phylloscyrtus , zwei merkwürdige Ortbopterengattungen der Fauna Ar- 
gentina (Abbandl. d. Naturf. Gesellsch. in Halle, XV, 1879). 



88 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



einen kurzen, spitzen Kopfgipfel und stärker hervortretende Augen besitzen, auch 
ist die Körperoberfläche bei den Weibchen viel rauher als bei dem anderen Ge- 
schlecht. Gründet man nun die Species auf die Form des Kopfgipfels und die 
Textur der Körperoberfläche, so ist allerdings die Zutheilung der Geschlechter 
unmöglich. Allein diese Merkmale, wenn sie auch zunächst in die Augen fallen, 
sind nicht die wichtigen Species-Unterscheidmigsmittel. Es ist mir gelungen solche 
Charaktere zu finden, welche von Species zu Species abweichen, aber beiden Ge- 
schlechtern einer und derselben Species gemeinsam sind. Und hiebei Hess ich 
mich von jener alten Kegel leiten, welche bei meinen früheren monographischen 
Arbeiten vorzügliche Dienste leistete und darin besteht, dass man die scheinbar 
unwichtigen, für die Oeconomie des Thieres gewiss ganz irrelevanten Dörnchen 
beobachtet, welche offenbar nur desshalb, weil sie dem Thiere keinen Sehaden 
bringen, von Generation zu Generation sich fortpflanzen und somit phylogenetische 
„Familienwappen" vorstellen, welche die Zusammengehörigkeit bestätigen. 

Die Farbe der Proscopiden ist braun, manchmal ins Graue, selten ins 
Grüne übergehend und bietet wenig Anhaltspunkte zur Charakteristik. Wichtiger 
ist die Textur. Die Oberfläche ist selten ganz glatt — die Männchen sind stets 
glatter als die Weibchen — , sondern entweder eingeprägt punktirt oder durch er- 
habene Tuberkeln granulirt. 

Die Zunft zeichnet sich durch die Kopfform aus. Der Kopf ist nach Art 
der Truxaliden konisch und stark in die Länge gezogen. Seine Basis ist stets 
in das etwas erweiterte Pronotum eingesenkt, so dass die Mundtheile in einem 
Ausschnitte des letzteren liegen, wie bei den Tettigiden, Pyrgomorphiden und 
vielen Oedipodiden. Während die Mundtheile keine systematischen Anhaltspunkte 
bieten, ist dagegen die Form des Kopfgipfels verschiedenartig gestaltet und zur 
Unterscheidung der Species, namentlich bei den Weibchen sehr charakteristisch. 
Bei den letzteren ist er selten drehrund, sondern vierkantig, gegen das Ende er- 
weitert und dadurch kolbenförmig. Betrachtet man denselben von vorne, so er- 
scheint er je nach der Art, wie die Kanten zusammenstossen, entweder in Kreuz- 
form (Fig. 4, E) oder breitgedrückt (Fig. 4, F). Der Kopfgipfel der Männchen ist 
stets viel kürzer und immer spitz. 

Die an der Basis dieses Kopfgipfels liegenden Augen sind namentlich bei 
den Männchen stark vorstehend, elliptisch oder kugelig und zeigen häufig die ge- 
färbten Längsstreifen, welche man bei vielen Orthopteren vorfindet. 

Die kurzen Fühler bestehen aus acht Gliedern, von welchen das unterste 
von Species zu Species in der Länge sehr variirt, dagegen bei beiden Geschlechtern 
stets gleich lang ist und daher ein vortreffliches Speciesmerkmal bildet. 

Burmeister leugnet das Vorhandensein von Nebenaugen. Dieselben sind 
zwischen der Fühlerbasis und dem Auge zu suchen und werden in kleinen glatten 
Flecken erkannt, welche hinter dem untersten Fühlergliede liegen und daher in 
der gewöhnlichen Lage der letzteren versteckt sind. Der Mittelocellus, welcher 
auf der costa frontalis steht, kommt dagegen in den seltensten Fällen zur Aus- 
bildung, weil diese Costa zumeist bis zu einem schmalen Sulcus zusammengepresst 
ist. Wo sich die Costa etwas erweitert, wie bei dem Genus Stiphra und dem von 



Burmeister behandelten Genus Cephdlocoema, kann man an der Basis der 
Costalfurohe mit einigem Wohlwollen in einer glatten Pustel »las ßudimenl * 
A.ngenfleokee erkennen. 

Per Prothorax erscheint in zwei lAu-men, welche als (irnppencharaktcre 
gut iu verwenden sind. Knt weder ist er vollkommen drehrund, ohne jede seit- 
liche Trennung zwischen Pronotum und Prostemum, oder er ist etwas platt ge- 
drückt und der Rückentheil ist von dem Sternaltheile durch eine Längsfurche 
mit angeworfenen Bändern getrennt. Dieses werthvolle Einthcilungsmcrkmal, 
welches von den bisherigen Bearbeitern der Zunft übersehen wurde, erleide) einen 
Abbruch dadurch, dass alle Larven, auch diejenigen der Species mit drehrundem 
Prothorax, die trennende Naht aufweisen. So interessant diese Erscheinung in 
phylogenetischer Beziehung ist, so führt sie andererseits auf ganz falsche Zu- 
sammenstellungen, und die An- ober Abwesenheit der Trennung von Pronotum 
und Prosternuni kann somit bei Bestimmung von unausgewachsenen Individuen 
nicht massgebend sein. 

Der Mesothorax ist klein und bietet keine Charaktere, mit Ausnahme der 
auffallenden Zähnelung der Pleurae bei einigen Species ( Corynorhynchus spinosits 
Klug, Taxiarchus superbus m.). 

Die Abgrenzung des Metathorax gegen den Hinterleib bedarf einiger Er- 
läuterung. Wie bei allen Acridiodeen ist derselbe innig verwachsen mit dem 
ersten Abdominalsegment, welches letztere das sogenannte Segmentum medianum 
bildet. 1 ) Die bezügliche Naht ist auf der Oberseite meistens erkennbar und nur 
in seltenen Fällen vollständig verwischt (Hybusa). 

Die Unterseite des Thorax, das heisst die Sternalsegmente bieten keine 
hervorragenden Formen, ebensowenig die Stigmata, welche wie bei allen Acridio- 
deen liegen. 

Die Füsse sind in scharf abgegrenzte Gruben eingelenkt. Die Vorder- und 
Mittelschenkel sind dünn, meist etwas zusammengedrückt und gegen die Spitze 
verdickt. Die Hinterschenkel sind nicht Springfüsse. Es fehlt ihnen jene Heft- 
drüse, welche in dem ersten Viertel des Längskieles bei allen springenden Ortho- 
pteren vorkommt und an welche sich die Tibia heftet. 2 ) Ja, der Längskiel selbst, 
in welchen sich die Tibia einschmiegt, ist nur als schmale Furche vorhanden, ein 
obliterirtes Denkmal, welches den ursprünglichen Zweck nicht mehr erfüllen kann. 
Der Schenkel ist an der Basis mehr oder weniger birnförmig verdickt und trägt 
auch hierin die Erinnerung an die Abstammung. Seine Zierde besteht in einer 
Anzahl Längsfurchen und einer mehr oder weniger deutlich ausgesprochenen 
Granulirung. Die Unterseite zeigt keine Bedornung, ist dagegen an den Kanten 
mehr weniger fein gezähnelt. Die Oberseite endigt in zwei scharfe Spitzen, welche 
das Knie umfassen. Nur bei den zwei Gattungen Anchotattus und Cephalocoema 
ist die Kante abgestumpft. 



1 ) C. Brunner v. Wattenwyl, Die morphologische Bedeutung der Segmente bei den 
Orthopteren, Festschrift der k. k. zool.-hotan. Gesellsch. in Wien, 1876, S. 0. 

2 ) Prodromus d. europ. Orthopt., S. 80. 

Z. ?,. Oos. B. XL. Aldi. 12 



90 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



Die Vorder- und Mitteltibien bieten keine systematischen Anhaltspunkte, 
dagegen enthalten die Hintertibien die wichtigsten Bestimmungsmerkmale. Sie 
sind meistentheils etwas gebogen. Die Oberseite ist flachgedrückt, mit schwacher 
Furchung. Beide Kanten sind scharf und sägezähnig und ausserdem in im regel- 
mässigen Abständen mit Dornen besetzt, deren Zahl zwar sowohl bei einem und 
demselben Individuum an den beiden Füssen etwas variirt, jedoch im Grossen 
regelmässig bleibt. Das wichtigste Merkmal aber ist das Vorhandensein oder die 
Abwesenheit der Enddornen. Ich verwende dasselbe zur Gruppeneintheilung und 
muss daher ein grosses Gewicht auf seine richtige Beobachtung legen. 

Die Unterseite der Tibien ist schwach gezähnelt und ausserdem entweder 
vollständig unbewehrt oder in der Nähe der Spitze mit einigen Dörnchen ver- 
sehen, deren Anwesenheit einen guten Genuscharakter bildet. Sie finden sich 
meistens nur an der Aussenseite, sehr selten an beiden Seiten. 

Die Spitze der Tibia ist abgeschrägt und trägt jederseits zwei beweglich 
eingesetzte Sporne, von welchen der obere zumeist kleiner ist (Fig. 1, C, D c und 
Fig. 4, C, D c). 

Die dreigliedrigen Tarsen, deren erstes Glied, wie bei allen Acridiodeen, auf 
der Unterseite die Dreitheilung zeigt, bieten nur in der Form der Krallen wesentliche 
Merkmale. Die beiden Krallen sind ungleich ausgebildet, die äussere stets etwas ver- 
kümmert und das grosse Arolium lehnt sich stets an diese äussere Kralle, so dass 
bei oberflächlicher Beobachtung Arolium und äussere Kralle als Eines erscheinen. 

Dies ist die allgemeine Form. Es gibt aber Proscopiden, bei welchen das 
Arolium fehlt und die Krallen selbst eine ganz andere Form besitzen, indem sie 
sich nicht gleichförmig zuspitzen, sondern etwas platt gedrückt sind und an der 
Endfläche einen kurzen Mucro tragen (Fig. 12, A). Es ist dies die Gruppe des 
Genus Astroma, welches Charpentier aufstellte und, wie bei allen seinen Be- 
schreibungen, den Zeitgenossen und vielen Nachfolgern weit vorauseilend, auch in 
Betreff des angeführten, subtilen Merkmales vollkommen richtig beschrieb. 

Von den zehn Segmenten des Hinterleibes ist das erste, wie bei allen 
Acridiodeen, fest verwachsen mit dem Metathorax und trägt seitlich die Stigmata, 
aber keine Spur eines Gehörorganes. Das neunte Segment ist verkümmert und 
das zehnte bildet den After, welcher in seinen Formen keine systematischen 
Anhaltspunkte bietet, indem weder die kurzen Cerci noch die Superanalplatte 
characteristische Formen zeigen. 

Die Subgenitalplatte der Männchen variirt auffallend. Bei der grossen 
Mehrzahl ist sie kappenförmig, kurz und rückwärts abgerundet. Aber bei einigen 
ist sie in eine lange, spitz auslaufende Lamelle verlängert (Fig. 5, C, E, Fig. 8, C). 

Die Legescheide weist in Bezug auf Zähnelung ebenfalls zwei Formen auf, 
von welchen die eine allerdings nur bei dem Genus Astroma vorkommt. Während 
nämlich bei allen übrigen die Kanten scharf sind, zeigen einige Species des an- 
geführten Genus gezähnelte Lamellen und bieten dadurch ein vortreffliches Merk- 
mal zur Abgrenzung einer Gruppe, ganz wie bei dem Genus Stenobothrus. 1 ) 



') Prodromus d„ europ. Orthopt., S. 81 und 101. 



Monographie ilor Prosco|iiilci 



91 



Ausser meiner Sammlung war es mir gestattet, zur vorstehenden Arbeit in 
erster Linie das Museinn in Herlin zu benützen, welches die sämmtlichen Typen 
\(>n Klug heute noch in dem näinlieheii vortrefflichen Erhaltungszustand bewahrt, 
wie v»u- 70 Jahren-, ferner die Museen von Wien, Genf, Bamburg und die reiche 

Sammlung des Herrn Dr. Heinrich Dohm in Stettin. Ich spreche hieniit 
meinen Dank aus für die Liberalität der Herren Vorstände. 



Angabe der Grössen. 

Die in dem Folgenden enthaltenen Dimensionen sind zu verstehen wie folgt : 
Longitudo corporis — die Länge von der Spitze des Rostruni bis an das 
Ende des Abdomen, mit Inbegriff der Valvulae ovipositoris. 

Longitudo capitis — die Länge des Kopfes, von oben gemessen, von der 
Spitze des Rostrum bis zu dem rundlichen Ausschnitt, mit welchem das Occiput 
durch eine Membran mit dem Prothorax verbunden ist. Wenn der Kopf horizontal 
und dadurch von dem Pronotum etwas absteht, so ist die Verbindungsmembran 
nicht inbegriffen. 

Longitudo rostri — von der Spitze bis zu dem Vorderrand des Auges ge- 
messen. 

Longitudo femorum anticorum et posticorum — ist die Länge des Schen- 
kels ohne Beiziehung des Trochanter. * 



Literatur. 

Blanchard in Gay, Historia fisica y politica de Chile; Zoolog., Tom. VI, 1851. 
Burmeister, Handbuch der Entomologie, Bd. II, Berlin, 1839. 

— Cephalocoema und Pliylloscyrtus, zwei merkwürdige Orthopterengattungen 

der Fauna Argentina (Abhandl. d. Naturf. Gesellsch. in Halle, XV, 1879, 

S. 1, mit einer Tafel). 
Charpentier, v., Orthopt. descripta et depicta, 1845, Tab. IV. 
Guerin-Meneville, Iconographie du Regne animal de Cuvier; Insectes, 1829 

ä 1846. 

Klug Fr., Proscopia, novum insect. orthopt, genus (Horae physicae Berolinenses 

a Nees ab Esenbeck, 1820, p, 17, Tab. I, II). 
Philippi Dr. R. A., Verzeichniss der chilensischen Orthopteren (Zeitschrift f. d. 

gesammte Naturw., XXI, 1863, S. 217). 
Scudder Sam., Entomological notes, II (Proceed. of the Boston Soc, of Natural 

History, Tom. XII, 1868—1869). 
Ser Tille, Orthopteres, 1839. 

Westwood, Arcana entom., 1843, PI. LXIII (Erichson, Jahresbericht über die 
Entomol. pro 1843, S. 50). 



12 



92 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



Dispositio generuin. 

1. Tarsi aroliis instructi, unguiculis simplicibus, acuminatis. Rudimenta ala- 
rum desunt (excepto genere Anchotato). 
2. Pronotum cylindricum, a prosterno non divisum. 1 ) 

3. Antennae in utroque sexu rostro duplo longiores, articulo primo ocu- 
lum subaequante. (Tibiae posticae supra, margine interno 13 — 20-spinu- 
losae, margine externo Spina apicali instructae.) 

1. Prosarthria gen. nov. 
3 3. Antennae rostrum parum superantes vel in £ eo breviores, articulo 
primo dimidia parte oculi breviore. 

4. Tibiae posticae supra, margine interno Spina apicali nulla. Pecles 
antici medio vel circa medium pronoti inserti. 

5. Tibiae posticae supra, margine externo Spina apicali instructae. 
6. Rostrum in utroque sexu rectum. Pedes antici medio vel paulo 
ante medium pronoti inserti. Femora postica modice incrassata. 

2. Proscopia Klug. 

6 6. Rostrum decurvum. Pedes antici paulo pone medium pronoti 
inserti. Femora postica basi valde incrassata. 

3. Apioscelis gen. nov. 
5 5. Tibiae posticae supra, margine externo Spina apicali nulla. 

6. Tibiae posticae subtus totae inermes. Rostrum in oculo 
dimidio brevius. Oculi globosi. Articulus primus antennarum 
quarta parte oculi brevior. Lamina subgenitalis obtusa. 

4. Corynorhynchus gen. nov. 
6 6. Tibiae posticae subtus, apicem versus spinulis nonnullis armatae. 
Rostrum in oculo longius. Oculi depressi. Articulus primus 
antennarum tertia parte oculi haud brevior. Lamina subgeni- 
talis plus minus producta. 5 . Tetanorhynchus g e n. n o v. 
4 4. Tibiae posticae supra, margine interno Spina apicali instructae. 2 ) 
Pedes antici in prima tertia parte antica pronoti inserti, (Tibiae 
posticae supra, margine externo Spina apicali instructae. Articulus 
primus antennarum quarta parte oculi brevior.) 

6. Stiphra gen. nov. 

2 2. Pronotum plus minus depressum, a prosterno sutura longitudinali divisum. 
3. Caput ante os subconstrictum, fronte a latere visa, sinuata. Pronotum 
margine antico subdilatato. Tibiae posticae supra, margine externo spina 
apicali instructae. Lamina subgenitalis non producta. 
4. Pronotum capite subduplo longius. Mesopleurae dentatae. (Tibiae 
posticae subtus totae inermes.) 7. Taxiarchus gen. nov. 



1 ) Interdum sulculus longitudinalis prosternum dividit, quod si Ha est prothorax totus 
ctßindricus. 

2 ) Haec nota, inprimis in parum distincta. 



Ifonopipkta du Pwsoopiden 



4 4. Primat um capite sesqui purum longius. Mtsopleuntc inh-grac. 
Spccics Columbicae, Perurianae et Chilcnse*. 

5. Meso- c( mctanotum dirisu. Tibinv pOSUcae supra, margine ni- 
terno spinn apicali instructne, subtus, apicem versus spinulosac 
rel merm es. 

(i. Rudimentn alarum in 9 adsuut. Hastrum porrectum, reli- 
quo capite long ins rel purum brcrius. Femara postica supra, 
margine terminali obtuso. 8. Anchotatus gen. nov. 

6 6. Rudimentu cdurum milkt. Rostrum decurvum, oculo brevius 
rel longius. Femora postica margine terminali utrinque nor- 
muli.ter in spinam producta. 9. Epigrypa gen. nov. 

5 5. Meso- et mctanotum, etsi segmentum medianum non dwisa, valde 
dilatatn. Tibiuc posticae supra, utroque margine Spina apicali 
instmctae, subtus inermes. 10. Hybusa Erichs. 

3 3. Caput sensim acuminatum, fronte a latere visa, recta. Pronotum mar- 
gine antico haud dilatato. Tibiae posticae supra, utroque margine 
spina apicali nidla (subtus apicem versus spinidosae). Lamina sub- 
genitulis rj 1 longe luminato producta. (Femora postica margine termi- 
nali obtuso. Statura pergracili.) 11. Cephalocoema Serv. 
1 1. Torsi arolio nidlo, unguiculis compressis, basi et apice aeque latis, apice 
ipso mucrone deflexo instructis. Rudimenta alarum in 9 adsunt. 

12. Astroma Charp. 

1. Prosarthria gen. nov. (Fig. 1.) 
(rcpo's — pro, ap#pov — articulns.) 

Oculi depressiusculi. Antennae in utroque sexu rostrum multo superantes, 
urticulo basali dimidiam partem ocidi superante. Pronotum cylindricum, 1 ) 
granidosum, margine antico dilatato. Pedes antici medio protlioracis inserti. 
Femora postica basi parum incrassata, teretia, rix carimdata. Tibiae posticae 
subcurratae, margine supero interno spina apicali nulla, margine externo spina 
apicali instructo, margine inferiore apice utrinque spinidis paucis armato. 
Abdomen laere. Segmentum inferum nonum in ante laminam subgenitalem 
productum. Lamina subgenitalis cucullcda, obtusa. 9- 

Unterscheidet sich von dem Genus Proscopia durch weniger vorstehende 
Augen, das viel längere Basalglied der Antennen und das vorgezogene untere neunte 
Abdominalsegment . 

Species unica. 

1. Prosa rthria teretrirostris suec. nov. (Fig. 1, A—E.) Statura 
modica. Caput pyramidale. Rostrum in 9 oculo subduplo longius, sensim 
acuminatum, supra teres, apice obtusum, in oculo purum brevius, apice ob- 
tusum, supra leviter carinatum. Pronotum tuberculis eleratis et punctis im- 



J ) Pronotum in larvis comjiressiusculum, a proster no sutura divisum. 



94 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



pressis granosum (in specimine unico e Santa Fe de Bogota punctis impressis 
solis). Femora postica in 9 supra, excepta tertia parte basali, laevia, subtus 
minime serrulata vel tota laevia, in tota laevia. Tibiae posticae parum cur- 
vatae, margine intemo 10 — 14-spinulosae, margine extemo 13 — 17-spimüosae. 
Abdomen impresso-punctatum. tf, 9- 







9 


cT 


Long, corporis 


90- 


-120 


65 


„ capitis 


14- 


- 16 


9 




4- 


- 4S 


2 




25- 


- 27 


18 


„ femorum anticorum . 


15- 


- 16 


W5 


„ „ posticorum . 


34- 


- 38 


24 


„ tibiarum „ 


34- 


- 41 


26 



Patria: Venezuela, Santa Fe de Bogota (Mus. Berol., Mus. Hamburg., 
cm.), Santa Martha (Mus. Berol.), Cumbasi (Alto Amazonas; Coli. Dohm). 



2. Proseopia Klug. (Fig. 2.) 

Oculi prominentes. Articulus primus antcnnarum tertia longitudine oculi 
brevior. Pronotum cylindricum, granulosum. Pedes antici parum ante medium 
prothoracis inserti. Femora postica basi incrassata, subtus serrulata. Tibiae 
posticae plus minus curvatae, supra, margine intemo spina apicali nulla, 
margine extemo spina apicali instructae, margine inferiore toto inermi. Ab- 
domen in 9 supra, carina longitudinali subtili perducta, in cylindricum. 
Lamina subgenitalis cucullata, truncata. tf, $. 

Proseopia Klug, 1820, Nees ab Esenbeck, Horae phys. Berol. 

Proseopia Servüle, Burmoister. 



Dispositio specierum. 

1. Tibiae posticae margine intemo supero spinulis numero majore quam 13. 
(Postrum 9 oculo duplo longius, apice valde dilatatus.) Species Brasi- 
liensis. 1. granulata Klug. 

1 1. Tibiae posticae margine intemo supero spinulis numero minore quam 10. 
2. Rostrum 9 apice et basi aeque latum vel apice parum latius. 
3. Postrum 9 apice latius. 

4. Postrum Q, a supero visum, margine laterdli rotundato. Pro- 
notum rugulis transversis scabrum, a prostemo suleulo vix per- 
spicuo divisum. Prosternum totum granulosum. 

2. latirostris spec. bot. 
4 4. Rostrum 9? a supero visum, margine laterdli recto. Pronotum 
tuberculis elevatis granosum, a prostemo suleulo magis distineto 
divisum. Prosternum pone insertionem pedum rarius granulosum. 
(Statuva maxima.) 3. ingens spec. nov. 



KonognipMfl <i<'r Protoopideo 



3 3. Rostrum , apice et basi aeqite Itihuti. 

■I. Host ntm y venia dttpla langius. Mesttplen rar ereiiahn . 

I. gigantea K Lug. 

Rostrum , veiilv scsqui rix langius tri Itreritts. Mesoplcurae inlcgrae. 

ä. Rostrum , vettlv sesqui sublongius, cmtennas superam, Tiiiiae 
posticae supra, margine externa spintdis 14 armutae. 

5. scabra Klug. 

5 5. Rostrum 9 oculo vix longius, antennis brevius. Tibiae posticae 
supra, manjine externo spintdis ultra IG armatae. 

6. soror spec. nov. 

22. Rostrum 9 apieem versus acuminatum (antennas aequans). (<$ are et in- 
sertione pcdum sulfureo vel sanguineo pictis.) 7. pyramidalis spec. nov. 

1. Proscopia gramdata Klug 1 . 9 statura majore. Caput basi latum, 
ad oculos valde angustatum. Rostrum oculo duplo longius, antice ralde foliaceo- 
(lilatatttm. apice obtusum, antennas superans. Pronotum granulis eleratis scabrum. 
Pedes antici media prothoracis inserti. Femora postica basi modice incrassata, 
tota granosa et subtus serrulata. Tibiae posticae fasciis transversis fuscis ornatae, 
eurrafae, supra, margine intcrno 17 — 18-, margine externo 23-spinidoso. Ab- 



domen laece. 9- 

9 

Long, corporis 130 mm 

„ capitis 20 „ 

„ rostri 7 „ 

„ pronoti 34 „ 

„ femorum anticorum ... 20 „ 

„ „ posticorum ... 48 „ 

„ tibiarum „ . . . 42 „ 



Proscopia gramdata Klug. 1820, Nees ab Esenbeck, Horae phys. Berol., 
p. 22, Tab. IV, Fig. 7. 

? Proscopia brevicornis Klug, Nees ab Esenbeck, Horae phys. Berol., 
p. 21, Tab. IV, Fig. 6, larva £. 

Patria: Bahia (Klug, Mus. Berol.), Brasilia (Mus. Vindob.). 

Proscopia gramdata ? Im Hamburger Museum findet sich ein , 
welches vollständig den Habitus des Genus Proscopia trägt, jedoch an dem inneren 
Oberrand der Hintertibien einen Enddorn besitzt, ein Charakter, der sonst nur 
dem Genus Stiphra zukommt. Von letzterem Genus weicht jedoch das vorliegende 
Exemplar wesentlich ab durch die Insertion der Vorderfüsse in der Mitte des 
Prothorax und die grosse Zahl von Dörnchen an den Hintertibien, welche letztere 
Erscheinung auch im Genus Proscopia nur der Proscopia gramdata zufällt. 

Ich beschreibe daher dasselbe vorläufig als J 1 dieser Species. 

Rostrum tertia parte oculi brevius, subdecurvum, apice obtusum. Antennae 
articulo bascdi quarta parte oculi breviore. Pronotum cylindricum, lecissime 



96 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



granosum. Pedes antici paulo ante medium prothoracis inserti. Femora antica 
et intermedia fusco-rufa. Fetnora postica parum incrassata, supra et subtus 
serrulata. Tibiae posticae supra, utrinque spinula apicali instructae, margine 
intemo 17 — 22-spinuloso, margine extemo 17 — 23-spinuloso, subtus totae in- 
ermes. Abdomen ? 

<? 

Long, corporis 2 mm 

„ capitis 9 „ 

„ rostri 13 „ 

„ pronoti 20 „ 

„ femorum anticorum . ... 13 „ 
„ „ 2 )OS ^ corum ■ . . 27 „ 

„ tibiarum „ . . . 29 „ 

Patria: Brasilia (Mus. Hamburg.). 

2. JProscopia latirostris spee. nov. (Fig. 2, A, B, C.) Bostrum 9 
oculo sesqui longius, antice foliaceo-dilatatum, a supero visum, marginibus rotun- 
datis, antennas non superans. Bostrum $ oculo dimidio brevius, acuminatum, 
subdecurvum, antennis triplo brevius. Pronotum granosum, a prostemo sulculo 
rix perspicuo divisum. Prostemum totum granulosum. Pedes antici parum ante 
medium prothoracis inserti. Femora postica basi modice incrassata, granulosa 
et subtus serrulata. Tibiae posticae subrectae, supra, margine intemo 6—9-, 
margine extemo 11 — 13-spinulosae. Abdomen laeve. tf, 9- 



9 

Long, corporis .... 155 94 mm 

„ capitis 19 10 „ 

„ rostri 6 2 „ 

„ pronoti 33 26 „ 

„ femorum anticorum 19 14 „ 

„ „ posticorum 45 31 „ 

„ tibiarum „ 52 31 „ 



Patria: Peru (c. m.), Huallaga in provincia Alto Amazonas (coli. Dohm). 

3. JProscopia ingetts spec. nov. Statura maxima. Bostrum 9 oculo 
sesqui longius, apicem versus parum foliaceo-dilatatum, a supero visum mar- 
ginibus rectis, antennas aequans. Pronotum tuberculis elevatis granosum, a 
prostemo sulculo distincto divisum. Prostemum pone insertionem pedum rarius 
granulatum. Tibiae posticae supra, margine intemo 6-, margine extemo 14-spi- 



nulosae. Abdomen laeve. 9- 

9 

Long, corporis 180 mm 

• „ capitis 20 ,, 

„ rostri 5 5 „ 

„ pronoti 42 

,„ femorum anticorum ... 22 „ 



Mtmognipliitf <\<~\ l'ii^coiiiili'ii. 



97 



Long, femorum posticorum 54 mm 

„ tibiarum „ ... 60 „ 

Putrid: Teffe in prarincia Alto Amazonas (coli. Dohm) 

-!. Proscopia gigantea Klug« j . iSfcotwra magna. i:<^inim , oenio 

t/w^Zo longius, subdecurrum, anlief et pastice aapic Int um. Anlennae rostro 
subbreriores, articido prima tertia parle oculi breviore. Prothontx leres, sparse 
granulosum. latere utrinque granulis singulis majnrihns. Mesapleiirae :i 4 erenn 
latae. Femara antica pernio ante medium prothoracis inserta. Femara paslica 
granulata, subtus serrulata. Tibiae posticae supra, margine interno S-sjmtidaso. 
spina apieali nulla, margine externa 1 »spinulosa, Spina apierdi inst meto. y. 

Long, corporis 178 mm 

„ capitis 22 „ 

r, rostri 7 n 

„ pronoti 41 „ 

„ femorum anticorum ... 23 „ 
u „ posticorum ... 53 „ 

ii tibiarum „ . . . 61 „ 

Proscopia gigantea Klug, 1820, Neos ab Esenbeck, Horae phys. Berol., 
p. 18, Tab. III, Fig. 1. 

Patria: Para (Klug, Mus. Berol.). 

Mit einigem Zweifel füge ich als die von Klug als Proscopia oculata 
beschriebene, von dem nämlichen Sammler von dem gleichen Fundorte einge- 
sendete Species bei. 

cf. Caput breriusculum . Postrum brerissimum, acuminatum, ralde de- 
clire. Pronotum teres, rugulis transversis et granulis sparsis sedbrum. Meso- 
pleiirae integrae (!), Tibiae posticae supra, margine interno 8-spinulosae, mar- 



gine externo 17-spimilosae. 

Long, corporis 85 mm 

„ capitis 95 „ 

„ rostri 1'2 „ 

„ pronoti 26 „ 

n femorum anticorum . ... 16 „ 

„ n posticorum . . . 33 „ 

„ tibiarum _ ... 30 „ 



Proscopia oculata Klug, 1820, Nees ab Esenbeck, Horae phys. Berol.. 
p. 26, Tab. IV. Fig. 15. 

Patria: Para (Klug, Mus. Berol.). 

Unterscheidet sich von Proscopia scabra durch den stärker gebogenen 
Kopfgipfel, grössere Augen und stärker bewehrte Hinterschienen. 

5. Proscopia scabra Klug. Postrum y oculo sesqui parum longius, 
antice rix latius quam postice, marginibus lateralibus miniine faliaeea-dilatalis. 
Antennae rostrum aerpiantes, articido prima quarta parte oculi breriore. Post mm 
Z. B. Ges. B. XL. Abb. 13 



98 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



oculo dimidio brevius, acuminatum, Antennae rostro duplo longiores. Pro- 
notum 9 granulis elevatis scabrum, in laevius. Mesopleurae integrae. Pedes 
antici distincte ante medium prothoracis inserti. Femora postica 9 granulosa, 
subtus serrulata, in sublaevia. Tibiae posticae valde curvatae, margine in- 
terne- 6 — 7-spinulosae, margine externo 12 — 14-spinidosae. Abdomen laeve. tf, 9 . 







9 






Long. 




155 


80 


mm 




capitis 


. 18 


9 




n 


rostri 


5 


15 


n 




pronoti 


37 


23 




n 


femorum anticorum . . 


. 19 


13 


n 


rt 


„ posticorum 


. 45 


27 


n 


V 


tibiarum „ 


. 45 


27 


n 



Proscopia scabra Klug, 1820, Nees ab Esenbeok, Horae phys. Berol., 
p. 19, Tab. III, Fig. 2. 

Proscopia rostrata Klug, tf, Nees ab Esenbeck, 1. c, p. 24, Tab. IV, 
Fig. 12. 

Patria: Para, Bahia (Klug, Mus. Berol), Provincia Alto Amazonas, 
Cayenne (c. m.). 

6. Proscopia soror spec. üot. Differt minime a Proscopia scabra: 
Bostro 9 longitudinem oculi rix superante, antennis breriore, pronoto breviore, 
tibiis posticis supra, margine interna 8 — 10-spinuloso, margine externo 14- ad 
20-spinuloso. 9- 





9 


<? 




corporis 


120 


88 


mm 


capitis 


12 


10 


n 






19 


n 


pronoti 


31 


25 




femorum anticorum . . 


. 17 


13 


V 


„ posticorum 


. 41 


27-5 


n 


tibiarum „ 


. 45 


29 


n 



Patria: Provincia Alto Amazonas (c. m.). 

7. Proscopia pyramidalis spee. hot. Mostrum 9 sensim acumi- 
natum, oculo parum longius, antennas aequans. Pronotum granulatum, — ore 
et pronoto, neenon meso- et metapleuris sulfureis, trochanteribus sangmneo- 
afflatis. Mostrum $ dimidia longitudine oculi. Antennae eo duplo longiores. 
Pronotum rugulis transversis scabrum. Pedes antici in utroque sexu ante 
medium prothoracis inserti, Femora postica parum granulata. Tibiae posticae 
modice curvatae, supra, margine interno 8-spinulosae, margine externo 14- ad 
16-spinulosae, spinis atris et atro-circumdatis. Abdomen laeve. 9- 

9 <? 

Bong, corporis 135 50 mm 

„ capitis ....... 15 8 „ 



Kanofnphk >i«-i Prosoopideo 





9 


d 1 


Loh;/, rostri 


4'8 


l'ß mm 


„ pronoti 


. 32 


2° 


„ f'emorum anticontm . . 


. 16 


11 1 


„ „ postiicorum . . 


. 30 




„ t Und mm „ . . 


. 42 


24 „ 



Patria: Provincia Alto Amazonas (c. m., coli. Dohm). 

Unterscheide! sich im 9 von den vorhergehenden Speoies du ich den all- 
malig zugespitzten Kopfgipfel und im durch die schwefelgelb gefärbten Mund- 
t heile und Insertionsstellen der Füsse. 



3. Apioscelis gen. nov. (Fig. 3.) 
(arciov — pirnm, axeXo? — femur.) 

Statura minore. Sostrum breve, in utroque sexu valde deflexum. Oculi 
prominentes. Antennae in 9 rostro duplo, in rf quadruplo longiores, articulo 
basal i in utroque sexu quartam partem oculi non attingente. Pronotum teres. 
Pedes antici parum pone medium prothoracis inserti. Femara postica basi valde 
incrassata, subito attenuata. Tibiae posticae curvatae, margine supero interna 
spina apicali nulla, margine externo Spina apicali instrueto. Abdomen teres, in 
apice dilatatum, lamina subgcnitali ampla, truncata et emarginata. Valvulae 
ovipositoris longae. tf, $. 

Dispositio specierum. 

1. Caput in utroque sexu basi nodoso-inflatum, constrictum. Tibiae posticae 
supra, spina ultima interna ab apice rix magis remota quam a spinis prae- 
cedentibus. Species Perurianae. 

2. Pronotum granosum. 1. gracilis spec, nov. 

2 2. Pronotum verrueosum. 2. verrucosa spec, nov. 

1 1. Caput pyramidale, nec nodoso-inflatum, nec constrictum. Tibiae posticae 
supra, spina ultima interna ab apice tibiae quadruplo magis remota, quam 
a spinis ceteris. Species Columbicae. % 
2. Caput a supero visum, gracile. Postrum 9 dimidio ocido longius. Pro- 
notum granosum. Femora postica granosa et subtus serrulata, 

3. Columbica spec. nov. 
2 2. Caput a supero visum, compactum. Postrum 9 quarta parte oculi bre- 
rius, valde deflexum. Pronotum et femora sublaevia. 

4. compacta spec. nov. 
1. Apioscelis gracilis spec. hoy. (Fig. 3, A, B, C.) Colore olivaeeo. 
Caput in utroque sexu basi incrassatum, nodosum et subito constrictum. Postrum 
deflexum, in 9 oculo dimidio Jiaud brevius, apice rotundatum, marginibus lim- 
batis. Postrum rf acuminatum. Antennae in utroque sexu rostro duplo longiores. 
Pronotum teres, valde granosum. Femora postica in utroque sexu basi vedde 

13* 



100 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



incrassata, subito attenuata, granulis acutis scabra, Tibiae posticae curvatae, 
supra, margine interno 10 — 12-spinulosae, spinula ultima ab apice tibiae non 
magis remota quam a spinulis ceteris, margine externo 15 — 17-spinuloso, spinis 
atris. tf, 9. 





9 




Long, corporis 


80 


50 mm 


„ capitis 


9 


56 „ 


„ rostri 


1-8 


08 „ 


„ pronoti . . . . . . 


205 


15 „ 


„ femorum anticorum . . 


. 13 


10 „ 


„ „ posticorum . . 


. 27 


20 n 


„ tibiarum „ . . 


. 30 


22 „ 



? Proscopia bulbosa Scudder, Entomol. notes, II. p. 21. J ) 
Patria: Provincia Alto Amazonas (coli. Dohm, c. m.), Bolivia (Mus. 
Genau.). 

Diese Species variirt durch mehr weniger ausgeprägte Granulirung. In der 
D oh rn 'sehen Sammlung finden sich Exemplare aus Fonteboa und Cumbasi mit 
sehr kleinen Tuberkeln, aus Pebas mit kräftigen Tuberkeln, welche sonach einen 
Uebergang zu der folgenden Species bilden. 

2. Apioscelis verrucosa spec. hoy. Differt a specie praecedente pro- 
noto tuberculis magnis elevatis instrueto. Tibiae posticae supra, margine interno 
9 — 10-spinuloso, margine externo 16-spinuloso. 9- 



9 

Long, corporis 87 mm 

„ capitis 9'8 „ 

„ rostri 18 „ 

„ pronoti 20 8 „ 

„ femorum anticorum . ... 13 „ 

„ „ posticorum . . . 28'5 „ 

„ tibiarum „ . . . 315 „ 



Patria: Huallaga in Provincia Alto Amazonas (coli. Dohm). 

3. Apioscelis Columbica spec. hoy. Colore olivaceo. Caput in utw- 
que sexu sensim attenuatum, fronte a latere visa, sinuata. Bostrum deflexum, 
apice dbtusum, in 9 dimidia longitudine oculi longius, in brevius. Pronotum 
in utroque sexu granulosum, in $ rugulis transversis scabrum. Femora postica 
basi valde incrassata, granulosa, subtus denticulata. Tibiae posticae supra, 
margine interno 10-spinulosae, margine externo 16-spinulosae. Abdomen $ api- 
cem versus valde dilatatum, lamina subqenitaU ampla. tf, 9- 

9 J 1 

Long, corporis 105 60 mm 

„ capitis 10 5 6'8 „ 



') Die Beschreibung stimmt, aber die Dimensionen sind sehr abweichend. 



Konofiftphta der Protoopidei 



LOl 









9 




Long 


rostri 




17 


/ mm 








. 257 


22 




fcmorum 


«nticorum . . 


. 15 


13 „ 






posticorwn . . 


. 36 


27 „ 




Hbiarttin 


n 


. 3lt 


so „ 



Patria: Columbia (Mas. Berol., c. m.). 

1. Apioscelis compacta spec. nov. 9- Colore olivaceo, femoribus 
basi et apice sanguineo-afflatis. Caput crassum, partim attenuatum, band con- 
strictum. Eostram tertia parte oculi brecius, truncatum, ralde deflexnm, laterir 
bus limbatis. Antennae rostro quadruplo longiores. Pronotum teres, mi/mtissimt 
granulosum. Femara postiert sublaevia, subtus non serrulata. Tibiae posticae 
supra, margine interna ll-spinulosae, margine externo 17-spinulosae. 



O 
+ 

Long, corporis 81 mm 

„ capitis 6 5 „ 

„ rostri . . 1 „ 

„ pronoti 17 „ 

n femorum anticorum . . . . 14 8 „ 

„ „ posticorum . . . 32 „ 

„ tibiarum „ . . . 34 „ 

Patria: Santa Fe de Bogota (c. m.). 



4. Corynorhynchus gen. nov. (Fig. 4.) 
(xopuyrj — clava, fayoc, — rostrum.) 

Rostrum prorectum, oculo duplo longius, in 9 clavatnm, m acumi- 
natum. Oculi prominentes. Antennae in 9 rostrum subaequantes velhocbreviores, 
in rostro triplo longiores, articulo basali in utroque sexu quartam partem 
oculi rix superante. Pronotum teres, granulosum vel spinosum, margine antico 
ralde dilatato. Pedes antici pone medium prothoracis inserti. Femora postica 
basi modice incrassata. Tibiae posticae parum curcatae, supra, utroque margine 
spina apicali carentes. Abdomen apice haud düatatum, lamina subgenitali 
truncata, compressiuscula. tf, 9- 

Dispositio specierum. 

1. Pronotum haud spinosum. 

2. Rostrum 9 dimidiam partem capitis reliqui non superans. 

3. Rostrum 9 lamellis foliaeeis apice ipso acuminatis, qua de causa ro- 
strum ab antico visum, cruciatum apparet. (Fig. 4, E.) 1. radula Klug. 
3 3. Rostrum Q lamellis apice ipso obtusis, rostrum ab antico visum, trun- 
catum apparet. (Fig. 4'_F.) 



102 



C. Brunne r v. Watten wyl. 



4. Pronotum grosse granosum. Rostrum 9 apice latius quam basi. 
Rostrum tertia parte oculi brevius. 2. hispidus Klug. 

4 4. Pronotum minute granosum. Rostrum $ apice et basi subaeque 
latum. Rostrum oculo subaeque longum. 

3. hispidulus spec. nov. 
22. Rostrum $ duas tertias partes capitis reliqui superans (apice valde 

dilatatum, truncatum. Pronotum minute granosum). 

4. latirostris spec. nov. 
11. Pronotum tuberculis spiniformibus fortibus armatum. 5. spinosus Klug. 

1. CorynorhyncJms raclula Klug-, (Fig. 4, A—E.) Statura minore. 
Caput sensim acuminatum, supra granulosum, Rostrum 9 oculo duplo longius, 
valde clavatum, lamellis apice ipso acuminatis, ah antico visis, cruciatis. An- 
tennae rostro partim breviores, articulo basali quartam partem oculi liaud 
superante. Rostrum acuminatum, oculo partim brevius, antennae rostro duplo 
longiores. Pronotum utriusque sexus granulis acutiusculis scabrum. Femora 
antica medio prothoracis inserta. Femora postica parum incrassata, in 9 carina 
inferiore granulata. Tibiae posticae supra, margine intemo 13 — 14-spinulosae, 
margine externo 15 — 17-spinulosae. cf» 9- 



9 

Long, corporis 100 60 —72 mm 

„ capitis 15 5 S'7—10'5 „ 

„ rostri 5 5 115— 2 „ 

pronoti 21 17 —19 „ 

„ femorum anticorum 14 11 — 116 „ 

„ „ posticorum 33 24 — 25 „ 

„ tibiarum „ 56' 26 — 27 „ 



Proscopia radula Klug, 1820, Nees ab Esenbeck, Horae phys. Berol., 

p. 20, Tab. III, Fig. 4. 

Proscopia ruficornis Klug, , N e e s ab E s e n b e c k, 1. c. , p. 24, Tab. IV, Fig. 1 1 
Patria: Rio de Janeiro (Klug, c. m., Mus. Berol), Para (Klug, Mus. 

Berol), Bahia, Surinam (c. m,). 

2. CorynorJvyncJms hispidus Klug-. (Fig. 4, F.) Differt parum a 

specie praecedente. Rostrum 9 oculo triplo longius, lamellis apice ipso obtusis, 
ab antico visis, lamellatim-contiguis. Antennae rostro distinete breviores, arti- 
culo basali brevissitno. Rostrum acuminatum, brerissimum, oculo tertia 
parte brevius. Pronotum utriusque sexus acute granidosum, Tibiae posticae 
supra, margine intemo 11 — 14-spinuloso, margine externo 17 — IS-spinuloso. tf, 9- 

9 ä 

Long, corporis 112 58 mm 

„ capitis 17'5 8 „ 

„ rostri 6'5 1 „ 

„ pronoti 24 16 „ 

„ , femorum anticorum . . . 14 10 „ 



Monographie iloi l'roNconiöVn. 



Long. f BWt o rum posticorum . SS'S ül'ö wum 

„ tibiarum n ... 90 22'S „ 

Proscopia /iis)>id<< Elug, 1820, Nees ab Esenbeck, Horae phys. Berol., 
1». 20. Tal». 111. Fi--. 5. 

Prost (>)>ii( brwirostris Klug, c f, Nees ab Esenbeck, 1. c, ]». 25, Tab. IV, 
Fig. 13. 

Patrice Bali in (Klug, Mus. Berol). 

3. CorynorhyncTvus hispiduhts spec. uov. Statura speciebus praece- 
denfihus majore. Bostium 9 minus clacatum, basi et apice subaeque latum, 
apice i}»so magis truncatum. Jiostrum ocnlo subaeque longum. Pronotum 
Utriusque sexus gramdis minimis scabriusculum. Tibiac posticac supra, margine 
interna 17-spinuloso, margine externo 20 — 24-spinuloso. tf, 9- 





9 


(? 


Long, corporis 


120 


70 mm 


„ capitis 


17 


12 » 


„ rostri . 


6 


26 „ 


„ pronoti 


"' H> 27 


16 „ 


„ femorum anticorum . . 


. 16 


U „ 


„ „ posticorum 


. 41 


24 „ 


„ tibiarum „ 


. 41 


2* „ 



Patria: Pernambuco (Mus. Berol.), Brasilia (c. m., Mus. Berol.), Bahia 
(Mus. Genav.). 

4. CoryiiorJiijiuJiiis lath osfris spec. iioy. Caput pone oculos raldc 
angustatum. Bostrum 9 perlongum, reliquo capite partim brevius, marginibus 
lateralibus a basi ad duas tertias partes parcdlelis, dehinc subito dilatatis, mar- 
gine antico lato, truncato, rostrum supra longitudinaliter carinatum. Bostrum 
$ acuminatum, brerissimum , carinula longitudinali distineta instruetum. 1 ) 
Pronotum utriusque sexus laeviusculum. Prosternum laere. Tibiae posticae 
supra, margine interno 14 — 16-spimdoso, margine externo 18-spinuloso . tf, 9- 









9 


C? 


Long. 


corporis 




. 95 


55 mm 


n 


capitis 




165 


72 „ 




rostri 




75 


1 * 




pronoti 




215 


u „ 


n 


femorum 


anticorum . . 


. 125 


9 n 


r> 


n 


posticorum . 


. 30 


21 „ 


n 


tibiarum 




. 31 


22 „ 



Patria: Bahia (coli. Dohm). 



') Dieses ist ausser der Grösse wohl der einzige Unterschied von dem cj des Corynorhynchua 
hispidulns. 



104 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



5. Corynorhynchus spinosus Klug-. 9- Statura majore. Bostrum 
perlongum, oculo triplo longius, apice dilatatum, obtusum. Antennae dimidiam 
partem rostri parum superantes. Pvonotum granulosum, latere utrinque tuber- 
culis crassis, acummatis 7 armatum. Prosternum obtuse verrucosus. Pedes 
antici parum ante medium prothoracis inserti. Mesopleurae serrato-dentatae. 
Femora postica supra sublaevia, carinis inferioribus denticidatis. Tibiae posticae 
parum curvatae, supra, marginf interno 13—15-spinuloso, margine externo 



1 7 — 18-spimdoso . 

9 

Long, corporis 152 mm 

„ capitis 22 „ 

„ rostri 10 „ 

„ pronoti 32 5 „ 

„ femorum anticorum ... 17 „ 

„ „ posticorum ... 43 „ 

„ tibiarum „ ... 44 „ 



Proscopia spinosa Klug, 1820, Nees ab Esenbeck, Horae phys. Berol., 
p. 22, Tab. IV, Fig. 8. 

Patria: Bahia (Klug, Mus. Berol., c. m., Mas. Vindob.) 

5. Tetanorhynehus gen. nov. (Fig. 5.) 

(tsravo; — elongatus, j>uvx°s — rostrum.) 

Caput gracile, valde elongatwm. Oculi depressi. Bostrum in 9 oculo 
triplo longius, tetragonum, basi et apice aeque Uttum, apice ab antico visum 
lamellatum vel cruciatum. Antennae articülo prirno oculo tertia parte sub- 
longiores, in 9 rostro breviores, in eo longiores vel id aequantes. Prothorax 
teres, margine antico dilatato. Pedes antici medio prothoracis inserti. Femora 
postica modice incrassata. Tibiae posticae üix curvatae, supra in utroque mar- 
gine Spina apicali nulla, suhfus, in margine externo apicem versus (inte rd um 
minutissime) spinulosae, in Tetanorhyncho incerto solo inermes. Lumina 
subgenitalis laminato plus minus producta, cf, 9- 

Dieses Genus hat den Habitus von Gephdlocoema und unterscheidet sieh 
in einigen Species nur durch den drehrunden Prothorax ohne Trennung von 
Pronotum und Prosternum. 

Dispositio specierum. 

1. Bostrum 9 capite reliquo distinete brevius. (Tibiae posticae supra. margine 
interno spinulis non ultra 20 armatae.) 

2. Bostrum 9 dimidio capite reliquo multo longius. Tibiae posticae subtus, 
margine externo apicem versus spinulosae. 

3. Bostrum 9 ab antico visum cruciatum. Tibiae posticae supra. margine 
interno 10 — 11-spinulosae. Lamina subgenitalis parum producta. 

1. punetatus Klug. 



L05 



3 3. Rostrum 9 ab antieo visum, lamellatum. Tibiae posticae supra, mar- 
gine interna /."> -jo spinulosa. Lamuna wögemtdUs ' langt producta 

(an in speeiet>us omnibusY). 

4. Rostrum 9 mig/rginibus laterdUbua obtuns. Pronotum minute granu- 
latum. Tibiae posticae supra, margine interna 19—20-spinulaso. 

2. sublaevis spoc. nov. 
4 4. Rostrum 9 marginibus lateralibus acutis et crenulatis. Pronotum 
impresso-piuictatum et granulatum. Tibiae posticae supra, margine 
interno 15 — 17-spinuloso. 3. pro pinquus spec. nov. 

2 2. Rostrum 9 dimidio capite reliquo rix longius. Tibiae posticae subtus 
totae inermes. (Tibiae posticae supra, margine interno 15-spinulosae.) 

4. incertus spec. nov. 

1 1. Rostrum 9 capite reliquo longius. 

2. Tibiae posticae supra, margine interno 24-spinuloso. Pronotum clense 
granulatum. 5. longirostris spec. nov. 

22. Tibiae posticae supra, margine interno 14-spinuloso. Pronotum impresso- 
punetatum. 6. angustirostris spec. nov. 

1. Tetanorhynchus punetattts King. (Fig. 5, D, E.) Statur a minore. 
Rostrum § dimidio reliquo capite longius, antennis partim longius, subclava- 
tum, apice ipso subacuminato, ab antieo viso, cruciato. Rostrum acuminatum, 
deflexum, oculo aeque longum, antennis dimidio brevius. Antennae in utroque 
sexic articulo basali tertia parte oculi sublongiore. Pronotum rugulis transversis 
et punetis impressis scabriusculum. Tibiae posticae supra, margine interno 
10 — 11-spinuloso, margine externo 12-spinuloso, subtus, margine externo apicem 
versus spinulosa. Lamina sub genitalis $ compressa, parum producta. 9- 









9 


C? 


Long. 


corporis 




102 


60 mm 


n 


capitis 




18 


102 „ 


n 


rostri , 




77 


2-9 „ 


n 


pronoti 




, 20 


135 „ 




femorum 


anticorum . . 


. 125 


95 „ 


n 


rt 


posticorum 


. 30 


20 „ 


n 


tibiarum 


n 


. 31 


20 5 „ 



Proscopia punctata Klug, 1820, Nees ab Esenbeck, Horae phys. Berol., 
p. 19, Tab. HI, Fig. 3. 

Proscopia acuminata Klug, cf, Nees ab Esenbeck, 1. c, p. 23, Tab. IV, 
Fig. 10. 

Proscopia striata Klug, Nees ab Esenbeck, 1. c, p. 23, Tab. IV, Fig. 9 
cf larva. 

Patria: Para (Klug, Mus. Berol). 

2. Tetanorhynchus sublaevis spec. nov. (Fig. 5, A, B, C.) Statura 
gracili, minore. Caput angustum. Rostrum 9 capite reliquo brevius, antennis 
distinete longius, supra planum, marginibus lateralibus obtusis, apice truncato, 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 11 



106 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



ab antico vito, lamellato. Mostrum parum deflexum, obtusum, antennis hauä 
brevius. Pronotum supra fuscum, latere et praecipue ad marginem anticum nec- 
non ad insertionem pedum pallidum, granulis sparsis et rugulis vix scabrum. 
Tibiae posticae supra, margine intemo 19 — 20-spinuloso, margine externo 
20-spinuloso. Lamina subgenitalis longe producta, rostro longior, acumi- 
nata. tf, 9- 





9 






Long, corporis 


115 


69 


mm 


„ capitis 


175 


107 


n 


„ rostri 


82 


4 


n 




24 


155 


n 


„ femorum anticorum . . 


. 17 


118 


r> 


„ „ posticorum 


. 38 


25 


r> 


„ tibiarum „ 


. 40 


255 





Patria: Theresopolis in Provincia Santa Catharina in Brasilia (c. m., 
Mus. Genav.). 

3. Tetanorhynchus propinquus spec. lior. 9- Statura gracili. 
Mostrum capite reliquo brevius, antennis tertia parte longius, supra levissime 
sulcatum, marginibus lateralibus acutis, crenulatis, apice rotundato. Pronotum 
aequabiliter fuscum, punctis impressis et granulis scabrum. Tibiae posticae 
supra, margine intemo 15—17-spinuloso, margine externo 19-spinuloso. 9- 



9 

Long, corporis 105 mm 

„ capitis 20 „ 

„ rostri 9 2 „ 

„ pronoti 21 „ 

„ femorum anticorum ... 15 „ 

„ „ posticorum ... 32 „ 

„ tibiarum „ . . . 34 „ 



Patria: Provincia Santa Catharina in Brasilia (coli. Dohm, Mus. 
Hamburg.). 

4. Tetanorhynchus incertus spec. nov. Q. Statura minore. Most r um 
capite reliquo multo brevius, antennis tertia parte longius, tetragonum, sensim 
acuminatum, apice obtuso. Pronotum unicolor, sordide olivaceum, rugulis trans- 
versis scabriusculum. Tibiae posticae supra, margine intemo 15-spinuloso, mar- 
gine externo 16-spinuloso, subtus totae inermes. 9- 



9 

Long, corporis 95 mm 

„ capitis 18 „ 

„ rostri 6'8 „ 

„ pronoti 17 „ 

„ femorum anticorum .... 12'5 „ 



Monographie ilcr l'ro i-n|ii(lni. 



107 



Q 

Long femorum posticorum . . 99 mm 

„ tibiarum „ . . . 31*5 „ 

Patria: Brasilia (Mus. lieroi). 



Von dieser Speeies liegt ein einziges 9 vo, % welches nach der Form des 
Kopfjgipfels und der abgeplatteten Augen zu dem Genus Tetunorliynclrus gehört, 
während die Abwesenheit der Dörnchen auf der Unterseite der Hintertibien diese 
Species zu Corynorhynchus stellen würde. 

5. Tetarwrhynchus longirostris spee. nov. 2- Caput gracillimim, 
Rostrum caput reliquum aequans, marginibus lateralibus acntis, apice subdila- 
tato, truncato, ab antico ciso, lamellato. Pronotum totum fuscum, dense granu- 
latxm. Tibiac posticac supra, margine interno 24-spinuloso, margine extemo 
25-sj>inuloso, subtus margine extemo apice spinuloso. 



9 

Long, corporis 108 mm 

„ capitis 18 „ 

„ rostri . 9 5 „ 

„ pronoti 22 „ 

„ femorum anticorum . . . 15 5 „ 

„ „ posticorum ... 35 „ 

„ tibiarum „ ... 36 5 „ 



Patria: Provincia Santo Paulo in Brasilia (c. m.), Theresopolis (Mus. 
Hamburg.). 

6. Tetanorhyncfms angustirostris spee. nov. 9- Parum differt a 
Tetanorhyncho longirostri. Rostrum apicem versus attenuatum, apice obtusum. 
Pronotum impresso-punctatum. Tibiae posticae supra, marginibus interno et 
extemo 13-spinulosis, subtus apicem versus spinulosis. 



9 

Long, corporis 80 mm 

„ capitis 17 „ 

„ rostri 9 „ 

„ pronoti 17 5 „ 

„ femorum anticorum . ... 11 „ 

„ „ posticorum . ... 27 „ 

„ tibiarum „ . ... 27 „ 



Patria: San Jose, Rep. Argentinica (Mus. Genav.). 

6. Stiphra gen. nov. (Fig. 6.) 

(ax(9po; — compactus.) 

Caput conicum, ad oculos parum constrictum. Oculi prominuli. Rostrum 
in 9 breve, truncatum vel elongatum, in $ acuminatum. Antennae in utroque 
sexu rostrum superantes, articulo basali quartam partem oculi haud superante. 

14* 



108 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



Pronotum teres, breviusculum, margine antico clilatato. Pedes omnes brevius- 
culi. Pedes antici in tertia parte antica prothoracis inserti. Femora antica 
et intermedia apicem versus incrassata, postica basi parum incrassata. Tibiae 
posticae supra, spinis fortioribus, triangularibus, utrinque spina apicali armatae, 
subtus inermes. Tarsi articulo primo supra sulcato, unguiculis et aroleis magnis. 
Lamina subgenitalis compressa, sed non producta, tf, 9 • 

Dispositio specierum. 

1. Tibiae intermediae supra, in quarta parte basdli lobulo instructae. Meta- 
notum planum. (Postrum 9 oculo vix longius, truncatum.) 

1. lobata spec. nov. 

1 1. Tibiae intermediae non lobatae. Metanotum margine justice tuberculato- 
elevato. 

2. Rostrum 9 oculo duplo longius. Postrum acuminatum, oculo longius. 
Metanotum excepto tuberculo marginali planum. 

2. tuberculata spec. nov. 
2 2. Postrum 9 ? Postrum oculo brevius, truncatum. Metanotum valde 
fornicatum. 3. gibbosa Guerin. 

1. Stiphra lobata spec. iioy. (Fig. 6.) 9- Statura obesa. Caput er assum. 
Postrum oculo vix longius, antice et postice aeque latum, obtusum. Antennae 
rostrum superantes, articulo basali quintam partem oculi non attingente. Pro- 
notum breve, teres, cum meso- et metanoto impresso-punetatum. Femora antica 
in tertia parte antica prothoracis inserta, breviuscula, a basi sensim dilatata, 
compressa. Femora intermedia brevia, subobeonica, Femora postica teretia, basi 
parum incrassata, apice parum gracilia. Tibiae intermediae apicem versus di- 
latatae, supra in tertia parte prima lobo instructae. Tibiae posticae fortiores, 
valde curvatae, spinis fortioribus, spinis lobato-extensis, triangularibus, supra 
utrinque spina apicali instructae, margine interno 11-spinuloso, margine externo 
12-spinuloso . Tarsi articulo primo supra piano et leviter sulcato, unguibus et 
aroleis fortibus. 

9 

Long, corporis 100 — 108 mm 

„ capitis IS — 15 5 „ 

„ rostri 2'2— 38 „ 

„ pronoti 14 5— 17 „ 

„ femorum anticorum . 11 — 12 „ 
„ „ posticorum . 29 — 34 „ 

„ tibiarum „ 29 — 33 „ 

Proscopia lobata Klug in litteris. 

Patria: Prasilia (Mus. Perol.), Pahia (c. m.). 

2. Stiphra tuberculata spec. nov. Statura graciliore. Caput longum. 
Postrum $ oculo duplo longius, tetragonum, subfoliatum, apice obtusum, in 
omlum aequans, acuminatum, Antennae 9 rostrum subaequantes, in eo duplo 



Mi>!i(.^i:i|iliii' di r l'insi-i)|>it|ri 



Kl!) 



longiores. I'ronotum in utroipie se.vu teres } rugulis truusrerstdilnis scabrum. 
Mcso- et metunotum punetis imprcssis, profundis scabra. Hoc m utrogue 8exu 
in tuberculum elevatum terminatum, Femara pOSHca < ra88M*8CUla, rugviHs irnns 
versis scabra. Tibiac posticac supra, spinn Iis nitjris, purum dilatatis instrudac, 
margine interna ll—l.i-sj>i)iulasa, man/ine externa 14— lä-spinufaso. Linnina 
subgoütalis c cunipressa, band dongatu. ( ". , . 





9 


d 




Long, corporis 


00—100 


60 


nnn 


„ capitis 


16 


11 




„ rostri 


5'5 


2S 




„ pronoti 


17 


115 


n 


„ femorum anticorum 


10 


8'8 




„ „ posticorum . 


27 


195 


n 


„ tibiarum „ 


29 


21 





Patria: Theresopolis in Provincia Santa Catharina (c. m.). 

3. Stiphra gibbosa Gueriii. Statura majore. Caput a latere visu in, 
pone oculos purum attenuatum. Postrum oculo brevius, rotundatum, antice late 
truncatum. Antennae rostro duplo longiores. Pronotuni punetis impressis, 
sparsis punetulatnm. Mcsonotum pariter scabriuscidum, cum metanoto valde 
dilatatum et fornicatum, in gibbam magnam punetis profunde impressis scabram 
formantia. Femora antica et intermedia apicem versus valde incrassata. Femara 
postica? Tibiae posticae, secundum Guerin, spinis fortibus nigris armatae. 
Lamina subgenitalis brevissima, compressa, acuminata. 



Long, corporis 72 mm 

„ capitis 11 „ 

„ rostri 2 „ 

„ pronoti 12 5 „ 

„ femorum anticorum . ... 10 „ 



Proscopia gibbosa Guerin, 1844, Ikonographie du Regne animal de Cuvier; 
Insectes, p. 339. 

Die vorstellende Diagnose ist nach einem stark beschädigten Exemplare 
mit Beihilfe der Guerin'schen Beschreibung aufgestellt. 
Patria: Bolivia (Guerin, Mus. Genav.). 

7. Taxiarchus gen. nov. (Fig. 7.) 
(-a^iac/o? — centurio.) 

9 • Caput conicum. Postrum sensim acuminatum, oculo sesqui longius. 
Antennae rostro longiores, articnlo primo quartam partem oculi haud superante. 
Pronotum a prosterno sutura Hmbafa din'sum, siibtectiforme. Prosternum pla- 
num. Mesopleurae dentibus obtusis crenulatae. Pedes antici media prothoracis 



110 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



inserti. Femora antica apicem versus subdilatata. Femora postica basi modice 
düatata. Tibiae posticae supra, margine interno spina apiccdi nulla, margine 
externo spina apiccdi instructae, subtus inermes. 9 • 

1. Taxiarchus saperbus spec. nov. (Fig. 7, A, B.) Statura magna, 
Pronotum, meso- et metanotum grantdata. Prostemum laeve. Femora postica 
supra et subtus serrulata. Tibiae posticae supra, margine interno 7 — 8-spinu- 
loso, margine externo 17-spinuloso, spinis lobato-dilatatis, triangidaribus. $. 



9 

Long, corporis 135 mm 

„ capitis 16 „ 

„ rostri 43 „ 

„ pronoti 31 „ 

„ femorum anticorum ... 18 „ 

„ „ posticorum ... 40 „ 

„ tibiarum „ ... 46' „ 
Patria: Provincia Alto Amazonas (c. m.). 

8. Anchotatus gen. nov. (Fig. 8.) 
(ay^dtaTO? — proximus.) 



Caput longum, gracile. Mostrum longum, reliquum caput aequans vel 
superans. Antennac rostro breviores, articulo primo minimo. Oculi parvi, parum 
prominentes. Pronotum a prosterno sutura divisum, depressiusculum, margine 
antico bituberculato, plus minus distincte longituclinaUter carmatum. Meso- 
sternum a metasterno distincte divisum, margine postico elevato, subbilöbato. 
Metanotum in 9 «Ks lobiformibus, rahlc obliteratis instrüctttm, a segmento ab- 
dominali primo distincte divisum. Femora omnia gracillima, postica rix in- 
crassata, acute carinata, supra, margine terminali obtuso (in plerisque alteris 
generibus bispinoso). Tibiae posticae supra, margine interno spina «pico Ii nulla, 
margine externo spina apicali instructo, subtus apicem versus spinidosae vel in- 
ermes. Vnguiculi tarsorum arolio instrneti. Lamina subgenitalis $ triangularis, 
horizontaliter longe producta, plana. Valvidae ovipositoris integrae. tf, 9 • 

Stimmt mit dem Genus Astroma überein durch die Anwesenheit von rudi- 
mentären Flügeln und unterscheidet sich von demselben durch die Structur der 
Tarsen, die Anwesenheit des Enddornes am äusseren Bande der Tibien und den 
abgerundeten Endrand der Hinterschenkel. 

Dispositio specierum. 

1. Statura majore. 9- Pronotum laeve. Rudimenta alarum marginem posti- 
cum metanoti attingentia. Tibiae posticae subtus totae inermes. 

1. Peruvianus spec. nov. 
11. Statura minore. 9- Pronotum tricarinatum. Rudimenta alarum metanoto 
multo breviores: 2- subapterus spec. nov. 



HoMgnpkia dar Protoopiden. 



III 



l. Änchotatus l'eruvianus Bpeo« HOT« (Fig. 8.) Colore paMcU olivaceo 

Caput basi Uttum. Jxostrum in utnxpw scxu tctragOWUm, Otpice obtusum, longi 
tudinc rariatis. Oculi /><<rri. Vronotum lacrc, margine anlico bitubercidtdo, mar- 
gine postico subemarginato. i\fes<»u>tum ohtusc trirarinatum, postier obtusc 
bilobatum. Metanatum in , margine postico media tuberculato, rudimentis 
alarum lateralibus, angustis, fuscis, marginem posticum metanati attingentibus 
instruetum. Mesonotum in q 1 planum, postice truncatum, rudimentis alarum 
nullis. Tibiae posticae supra, manjinc interna ll-8pw/uk>80, margine aeterno 
i;}-spinuloso, S%lbtU8 inermes. Lamina subgenitedis ^ triaugulu riter producta, 
apive ohtuso. tf, 9- 







9 










75 —85 


41 


m m 


„ capitis 




12 —172 


8 


n 


„ rostri . 




6 —108 


34 




„ pronoti 




14 —16 


105 


r> 


„ alarum 




25— 3 






„ femorum 


anticorum . 


105— 125 


9 


r> 


« n 


posticorum . 


225—26 


18 




„ tibiarum 


r> 


24 —30 


195 





Patria: Peru (Mus. Berol., Mus. Hamburg., Mus. Vindob.). 

2. Anchotatus subdpterus spec. nov. Q. Colore olivaceo. Caput 
carinis 4 longitudincdibus obtusis instruetum. Eostrum relicpio capite vel lon- 
gius vel brevius, tetragonum, apice obtuso. Pronotum tricarinedum, carinis 
lateralibus postice furcatis, margine antico obtuse bituberculato, margine postico 
medio unitubercidato. Mesonotum postice tuberculato-elevatum. Alae lobiformes, 
laterales, angustae, metanoto midto breviores. Tibiae posticae supra, margine 
interno et extemo 10 — 11-spinidoso, subtus, apicem versus spinulosae. Valvulae 
ovijwsitoris integrae. 

$ carinis capitis et pronoti vix expressis. Lamina subgenitalis trian- 
gulariter vedde producta, supra plana. 





9 








37 mm 


„ capitis 


95 


75 „ 


„ rostri 


46 


4 „ 


„ pronoti 


7 


6 „ 


„ alarum 


15 




„ femorum anticorum . . 


. 68 


55 „ 


„ „ posticorum . . 


. 16 


12S „ 


„ tibiamm „ . . 


. 16 


128 n 



? Proscopia canaliculcUa Guerin, Iconographie du Regne animal de Cuvierj 
Insectes, p. 340. 

Patria: Cordillere negro (Peru?) (Mus. Berol.). 



112 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



9. Epigrypa gen. nov. (Fig. 9.) 

(iTuypurcos — nasu adunco.) 

Statura minore, haud gracili. Colore pallide olivaceo, fusco-variegato. 
Caput basi latum, conicum. Rostrum decurvum, oculum superans vel eo bre- 
vius. Antennae rostro longiores, articulo primo tertiam partem oculi non attin- 
gente. Pronotum laeve, a prosterno sulco divisum, capite brevius vel eo parum 
longius. Mesonotum et metanotum aeque longa, hoc postice sulco recto a seg- 
mento abdominali primo divisum. Pedes graciles, antici medio prothoracis in- 
serti. Femora postica parum dilatata. Tibiae posticae rectae vel subcurvatae, 
supra, margine intemo spina apicali nulla, margine externo Spina apicali in- 
structae, subtus inermes vel apicem versus minute spinulosae. Abdomen gracile. 
Laynina subgenitalis brems, rotundata. Ovipositor valvulis superioribus 
elongatis. cT, 9- 

Dispositio specierum. 

1. Colore fusco, flavo- et nigro-variegato. Postrum 9 tertia parte oculi haud 
longius. Pronotum rectum, capite sesqui longius. Tibiae posticae subtus 
inermes. Spccies Columbica. 1. variegata spec. nov. 

1 1. Colore pallide olivaceo. Rostrum $ oculo sesqui longius. Pronotum cur- 
vatum, capite parum longius. Tibiae posticae subtus, apicem versus spinu- 
losae. Species Ecuadorica. 2. curvicollis spec. nov. 

1. Epigrypa variegata spec. nov. Statura parva. Colore nigro- et 
flavo-variegato. Caput crassiusculum, apicem versus parum attenuatum, supra 
nigrum, fronte flavo, genis linea longitudinali nigra signatis. Postrum utriusque 
sexus brevissimum, articulo basali antennarum vix longius, decurvum, obtusum. 
Antennae nigrae, rostrum valde superantes, articulo primo brevissimo. Pronotum 
capite sesqui longius, teres, cum meso- et metanoto fusco-olivaceum, latere linea 
flava perducta. Pedes graciles, longi. Femora omnia rufo-olivacea, lineolis 
angustissimis, longitudinalibus, nigris picta, apice tota nigra, fascia sulfurea 
apposita. Tibiae omnes nigro- et sulfureo fasciatae. Tibiae posticae subcurvatae, 
supra, margine intemo 9-spinuloso, margine externo 14 — 16-spinuloso, subtus 
totae inermes. 9- 





9 






Long, corporis 


56 


40 


mm 


„ capitis 


6 


4 


r> 


„ rostri 


08 


04 






125 


11 


n 


„ femorum anticorum . . 


. 115 


9 


n 


„ „ posticorum . . 


. 23 


18 


r> 


„ tibiarum „ . . 


. 25 


20 


n 



Patria: Santa Fe de Bogota (c. m.). 



Mouogruphic ilor l'rnsropulon 



1 13 



2. Eptgrypa curvicoUia Bpec. nov. (Fig. 9, A, Ii.) 9- dolore nni- 
formiter sordide (Iura. Caput magnum, ('mute valde sinuata. Host nun acuta 
sesqni longius, deeurrum, acuminatum, tetragonum, cutgulis ((cutis. Anteiuiae 
rostrum superantes, artivulo hasali tertiam partem oculi vix superante. Pro- 
notum laere, ante insertionem pedum antieorum heiter cureatum, media cari- 
)>ula iongitudmcUi ad Opfern ed)dominis perdueta. Metauotitm sutura reeta 
a segmenta abdominali dicisum, margine postico in tuber cul um elevatum pro- 
dueto. Femara postiea ri.e i)icreissata, laevia, carinis acutis instrueta. Tibiae 
posticae rectac, supra, margine interna 17-spinulasa, margine aeterno 14-sp'ntu- 
loso, subtus, apiee spinulis paucis armatae. Lamina supraanalis 9 triangularis, 
elongata. Valeulae oeipositoris superae graciles, longae. Vcdvulae inferae Ulis 
multo breviores. 





9 




Long, corporis 


72 


mm 


„ capitis 


115 


n 


„ rostri 


. . 39 


n 




135 


r> 


„ femorum anticorum . . 


. . 9 


r> 


„ „ posticorum . . 


. . 22 


n 


„ tibiarum „ . . 


. . 24 





Patria: Guayaquil (c. m.). 

Diese Species stimmt in dem Habitus mehr mit dem Genus AncJiotatus 
überein, von welchem sie sich jedoch durch die Abwesenheit der Flügelrudimente 
und den zweispitzigen Terminalrand der Hinterschenkel unterscheidet. Die Form 
der Subgenitalplatte des welches unbekannt ist, würde entscheidend sein für 
die Einordnung. 

? Proscopia armaticollis und conieeps Blanchard, 1851; Gay, Hist. fisica 
y politica de Chile, Zool., Tom. VI, p. 62, 63. 

Aus der ganz mangelhaften Beschreibung ist wenig zu entnehmen. Der 
kurze Kopfgipfel und das am Vorderrande zweizahnige Pronotum deuten auf 
Epigrypa oder Astroma. 

10. Hybusa Erichs. (Fig. 10.) 

Statura minore, corpore obeso. Caput conicum. Postrum basi latum, 
trianguläre, acuminatum, lateribus acutis. Antennae rostrum vedde superantes, 
articulo primo tertiam partem oculi non attingente. Pronotum cum capite aeqUe 
longum, depressum, margine antico dilatato, a prosterno sutura divisum. Meso- 
et metanotum neenon segmentum abdominale primum haud divisa, scutum uni- 
cum, marginem posticum versus düatatum formantia. Hoc scutum in 9 planum, 
in tf, secundum Westwood, valde fomicatum. Pedes fortiores. Pedes antici media 
prothoracis inserti. Femora antica et intermedia tetragona, ubique carinulata, 
apicem versus incrassata. Femora ptostica parum elilatata, carinis loncjitudi- 
nalibus acutis. Tibiae posticae rectae, supra midtispinulosae, utrinque spinula 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 15 



114 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



apicali instructae, siibtus inermes. Tarsi unguiculis valde inaequalibus, ungui- 
culo exteriore breviore, arolio magno adpresso. Lamina subgenitalis (secun- 
dum Westivood) compressa, acuminata, haud longe producta. Valvulae <>n- 
positoris breves, curvatae. Lamina supraanalis Q acuminata, non sulcata. 

Hybusa Erichson, 1845, Bericht über die Wissenschaft! Leist, auf dem Ge- 
biete der Entomologie während des Jahres 1843, S. 50. 

Species unica. 

1. Hybusa ocddentaMs Westw. (Fig. 10.) Colore sordide flavo, nigro 
variegato. Caput supra cum pronoto punctis impressis scabrum, nigrum, fascia 
flava utrinque apposita, fronte flavo, linea nigra ab oculis ad unguium posti- 
cum genarum perducta. Femora omnia flava, nigro-marmorata. Femora postica 
necnon tibiae posticae nigro- et citrino-ligatae. Scutum a meso- et metanoto et 
segmento primo formatum in 9 planum, valde rugosum, in tf, sccundum West- 
ivood, in gibbam elevatum. Tibiae posticae supra, margine interno 18 — 20-spinu- 
loso, margine externo 16-spinuloso. tf, 9- 







9 


cT 




Long, corporis 




50 


45 mm (st 


'cundum West- 


„ capitis 




8S 




ivood). 


„ rostri 




2 


n 




„ pronoti 




75 


r> 




„ fcmorum 


anticorum 


8 


n 




n n 


posticorum . 


195 


n 




„ tibiarum 




20 







Proscopia occidentalis Westw., 1841, Arcana entom., p. 53, Tab. 63, Fig. 1, . 
Patria: Chile (Westwood, Mus. Berol., Hamburg., Genav., c. m.). 



11. Cephaloeoema Serv. (Fig. 11.) 

Corpus gracillimum. Caput conicum, fronte non sinuata, rostro in utro- 
que sexu perlongo. Antennae illo breviores (in unius speciei illo longiores), 
articulo basali oculum subaequans vel eo dimidio breviore. Oculi depressi, 
elongati. Pronotum antice rix dilatatum, a prostemo sutura divisum. Meso- 
notum, metanotum et segmentum abdominale primum suturis rectis divisa. Pedes 
antici medio vel parum ante medium protlioracis inserti. Femora antica et 
intermedia longa, gracillima, teretia. Femora postica basi minime incrassata, 
longitudinaliter carinata. Tibiae posticae rectae, supra, inter spinulas plus minus 
distinete serrulatae, utrinque spinula apicali nulla, subtus, apicem versus mar- 
gine externo spinuloso, margine interno interdum aeque spinuloso. Abdomen 
gracile. Lamina subgenitalis lanceolata, longe producta. Valvulae oviposi- 
toris integrae. Larvae omnes abdomine longitudinaliter multo-carinato. cj 1 , 9- 

Dispositio specierum. 

1. Kostrum reliquo capite haud longius. Tibiae posticae subtus tantum mar- 
gine externo, apicem versus spinuloso. 



MonoRruiiliic <1<m l'ri>sc«niiilni 



2. Pronotum granulosum. Artieulus basalis antennarum oeulum dlmldlum 
haut! superaus. Speeles Brasilicnsis. 1. sica Serv. 

$$, VronOtÜm impresso p%mcictf%M\ rel lerne. Artieulus basalis anleiDiaram 
Odilo subacque lougus. Speeles Argenliuieae, Monterideae et llrasilienscs. 
3. Tibiae postleae supra utrinque 20—23-spinulosac. 

2. multlspinosa spec. hot. 
3 3. Tibiae posticae supra utrinque haud ultra 16-spiuulis cermatae. Spe- 
eles Monterideae. 

4. Bostrum reliquo capite subbrevius. Abdomen etsi in imagine longi- 
tudinediter earinatum. 3. costulata Burm. 

4 4. Bostrum reliquo capite longlus. Abdomen laeve. 

4. calamus Burm. 

Sedls incertae. 5. a cum in ata Scudd. 

1 1. Bostrum eaplte reliquo duplo longlus. Tibiae posticae subtus utrincpie 
apicem versus spinulosae. 

2. Bostrum capite reliquo triplo haud longlus. Femora antica duas tertlas 
partes pro noti non superantia. 6. teretiuscula spec. nov. 

22. Bostrum capite reliquo quadruplo longius. Femora antica pronoto purum 
breviora. 

3. Pronotum non earinatum. Prosterniim laeve. 7. lancea Burm. 
3 3. Pronotum carina media longitudinali instruetum. Prostemum latere 
seriatim granulatum. 8. lineata spec. nov. 

1. Cephalocoema sica Serv. Colore uniformier fusco. Bostrum 
utrlusque sexus reliquum caput aequans. Oculi unicolores, fusci. Antennae 
rostro breviores, articido primo dimidium oculum haud attingente. Pronotum 
meso- et metanotum granulosa. Tibiae posticae supra utrinque 17 -spinulosae, 
subtus, margine externo apicem versus spinuloso, margine intemo mutico. Ab- 
domen laeve. Lamina subgenitalls recta, capite dimidio brevior, marginibus 
lateralibus inflexis. cT, $. 







9 




Long, corporis 




, 95 


60 mm 


„ capitis . 




19 


13 „ 


„ rostri 




95 


66 „ 


„ pronoti 




175 


11 n 


„ femorum 


anticorum . . 


. 13 


9 5 ff 




posticorum . . 


. 29 


20 ff 


„ tibiarum 


n 


. 30 


21 „ 



Proscopla ( Cephalocoema) sica Serville, 1839, Orthopteres, p. 577, 
Tab. XIV, Fig. 1. 

Cephalocoema sica Burm., Abhandl. der Naturf. Gesellsch. zu Halle, XV, 
1879, S. 8. 

Patria: Provincia Mlnasgeraes (Serville), Brasilia (Mus. Vindob., Berol., 
Genav., c. m.). 

15* 



116 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



2. Cephalocoema multispinoaa spec. nov. 9- Mostrum capite 
reliquo brevius. Articulus basalis antennarum oculo sublongior. Pronotum sub- 
tilissime grcmulosum. Meso- et metanotum impresso-punctata. Tibiae posticae 
supra, margine interno 22-spinuloso, margine externo 20-spinuloso, subtus api- 
cem versus margine externo spinuloso, margine interno mutico. 9- 



$ 

Long, corporis 85 mm 

„ capitis 14 „ 

„ rostri 6 „ 

„ pronoti 17 „ 

„ femorum anticorum . ... 14 „ 

„ „ posticorum . ... 31 „ 

„ tibiarum „ . . . . 34 „ 



Unterscheidet sich von Cephalocoema sica durch den kürzeren Kopfgipfel, 
das längere Basalglied der Antennen, den eingedrückt punktirten Thorax und die 
grössere Zahl von Dörnchen an den Hintertibien. 

Patria: Porto Allegre (Mus. Berol.). 

3. Cephalocoema costulata Burm. Fusca, limbo laterali pronoti, 
praecipue in $ flavo. Rostrum capite reliquo parum brevius. Antennae 9 rostro 
breviores, rostrum superantes, articulo basali oculum superante. Oculi longi- 
tudinaliter lineati. Caput cum pronoto punctulatum. Pronotum medio, carinula 
longitudinali, meso- et metanotum carinulis tribus, abdomen carinulis quinque 
perductis. (In larvis carinae distinctiores.) Femora antica laeves, postica cari- 
nata. Tibiae posticae supra, margine interno 13-spinuloso, margine externo 
15-spinuloso. Lamina subgenitalis capite brevior, apice acuminata, margini- 
bus acutis. cf, 9- 









Secundum 












imaginem 












Burmeister 










9 ö 


depictum. 




Long, corporis 


85 


74 


64 


mm 


» 


capitis 


15 


12 


10 


r> 


r> 


rostri 


7 


45 


35 


r> 


n 


pronoti 


16 


13 


115 


r> 


n 


femorum anticorum . 


105 


10 


8S 


n 


» 


„ posticorum 


26 


22 


20 






tibiarum „ 


27 


27 


20 


r> 



Cephalocoema costulata Burm., 1882, Abhandl. der Naturf. Gesellsch. zu 
Halle, XV, S. 9, Taf. I, Fig. 5-7. 

Patria: Mesp. Argentina (Burm., c. m.), Montevideo (c. m., Mus. Berol.), 
Paraguay (Mus. Hamburg., c. m.), Matogrosso in Brasilia (Mus. Berol). 

4. Cephalocoema calamus Burm. Colore viridi-testaceo, limbo cor- 
poris externo pallidiore. Mostrum tetragonum, obtusum, caput reliquum aequans 
vel in longius et in hoc sexu apice et basi aeque latum. Antennae in 9 



MoiKi^niiiliK' ilt'i' 1'roscoiiidiMi 



rostnun aequantcs, in eo brcriores (!). Caput cum thoraoß pwnctatum. Vemora 
antica et intermedia teretia, }>ustica sulcata. Abdomen in 9 laeve, in sub- 
tiliter punctata»!. Lumina subgenitalis dimidium caput subacquans. <■'. ,. 
(Haec diagnosis seoundum Burmeister.) 

9 eP 

Long, corporis 104 98 mm 

n capitis 18 — 19 „ 

Cephalocoema calamus Bursa., 1882, Abhandl. der Naturf. Gest-Usch, zu 
Halle, XV, S. 11. 

Patria: Besp. Argentinien septentrionedis (Burmeister). 

Es wäre nicht unmöglich, dass diese Species, von welcher ich nur die Bur- 
meister'sche Beschreibung kenne, mit midtispinosa zusammenfällt. Die auf- 
lallend starke Bedornung der Hintertibien bei letzterer Species wäre jedoch un- 
zweifelhaft von Burme ister erwähnt, wenn sie sich bei seiner Species fände. 

Im Berliner Museum befindet sich ein $ aus Brasilien, das mit der vor- 
stehenden Diagnose übereinstimmt. Tibiae posticae supra, margine interno 



10-spinuloso, margine externo 13-spinuloso. 

cT 

Long, corporis 70 mm 

„ capitis 15 „ 

„ rostri 7 4 „ 

„ pronoti 14 „ 

„ femorum anticorum . ... 10 „ 

„ „ posticorum . . . 22 „ 

„ tibianim „ . . . . 23 „ 



5. ? Cephalocoema acuminata Scudd. 9 secundum descriptionem 
imperfectam differt a Cephalocoema sica thorace toto supra, sideis instrueto, 
transversis et punetis impressis, neenon dimensionibus. 



9 

Long, corporis 78 mm 

„ capitis 20 „ 

„ rostri 8'8 „ 

„ pronoti 12 „ 

„ femorum posticorum . ... 25 „ 



Cephalocoema acuminata Scudder, 1869, Entomological notes, II, p. 22. 
Patria: Quito, Napo (Scudder). 

6. Cephalocoema teretiuscida spec. nov. Statura gracillima. Colore 
pallide olivaceo, linea nigra longitudinali, lüus minus distineta, per totum cor- 
pus perdueta. Caput pronoto longius. Bostrum reliquo capite duplo parwm 
longius, tetragonum, acuminatum. Antennae ocido quadruplo longiores, articulo 
basali oculo subbreviore. Pronotum in 9 minutissime gramdosum, in laeve. 
Meso- et metanotum neenon segmentum abdominale primum unita dimidium 
pronotum aequantia. Prosternum laeve. Pedes antici ante medium prothoracis 



118 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



inscrti. Femara antica pronoto breviora. Tibiae postieae supra, inter spinula 
haud serrulata, margine interno 16-spinuloso, margine extemo 16-spinuloso, 
subtus, utroque margine apicem versus spinuloso, spinulis omnibus nigris. 
Lamina subgenitalis r? rostro parum brevior. rf, Q. 

9 c? 

Long, corporis 110 90 mm 

„ capitis 26 19 „ 

„ rostri 19 128 „ 

„ pronoti 20 17 „ 

„ femorum anticorum . . . 14 5 11 „ 

„ „ posticorum . . 30 ? „ 

„ tibiarum „ . . 315 ? „ 

Patria: Mattagrosso in Brasilia (Mus. Berol.), Paraguay (Mus. Hamb.). 

7. Cephalocoema lancea Burm. 9 • Perlonga, super ficie laevi, colore 
pallide flavo, Ivnea longitudinali nigrescente, utrinrpie flavo-circumdata, perducta. 
Postrum tres longius quam Caput reliqimm, tetragonum, angulis acute margi- 
natis. Lamina subgenitalis capite aeque longa, tf, 9- (Diagnosis secundum 
Burmeister.) 

9 cf (secundum imagi- 

nem a Burmeister 
depictam). 

Long, corporis 175 103 mm 

„ capitis 40 17 „ 

rostri 30 13 „ 

„ pronoti 32 21 n 

„ femorum anticorum . . 33 19 „ 

„ „ posticorum . . 50 30 „ 

„ tibiarum „ . . 58 38 „ 

Cephalocoema lancea Burm.. 1882, Abhandl. der Naturf. Gesellsch. zu 
Halle, XV, S. 8. Taf. I, Fig. 1, 2. 

Patria: Mendoza in provincia Entrerios in Pesp. Argentina (Burmeister). 

8. Cephalocoema lineata spec. iioy. (Fig. 11.) Statura magna, gra- 
cillima, colore flavescente, fascia media nigra a capite ad apicem abdominis 
perducta, Caput pronoto multo longius. Postrum reliquo capite quadruple 
longius, tetragonum, Antennae oculo triplo longiores, articulo primo illo dimidio 
breciore. Pronotum carina mediana obtusa, Meso- et metanotum cum segmento 
abdominali primo tricarinata, unita tertiam partem pronoti vix superantia. 
Prosternum utrinque, pone insertionem pedum, tuberculis alineatis signatum. 
Femora antica pronotum aequantia. Tibiae postieae supra, inter spinula haud 
serrulatae, margine interno 5-spinuloso, margine externo 6-spinuloso, subtus, 
utroque margine apicem versus spinuloso. 9 • 

Long, corporis 160 mm 

„ % capitis 36 „ 



Mouogm|>hi<' der I'rnsropldcu. 



o 



Long, rostri 



2!) 1)1 Ul 

99 „ 
99 



pronoti .... 

fsmonm amHcofuni 



„ posticonim 
tibiarum „ 



*0 „ 

„ 



Putrid: Mcndoza in La Pinta (coli. Dohm). 

PrOscopia flavirostris Blanchard, 1851; Gay, Hist. fisica \ politica 
Chile, Zool., Tom. VI, p. 61, dürfte dorn Genua Cephalocoema angehören. 
Ebenso Proscopia a-wttratis Philippi, 18C3. Zeitschrift für die ge- 
sammte Naturwissenschaft, XXI, S. 238. 



Station minore. Colore fusco-griseo. Corpus supra, totum carinis longi- 
tudinalibus instructum. Caput conicum, prorectum. Rostrum eaput rcliquum 
acquans rel eo brevius. Oculi parum prominentes, longitudinaliter lineati. An- 
tcnnae rostro hreviores, articulo primo tertiam partem oculi haud superante. 
Pronotum cj/Jindricum, a prosterno sutura divisum, parce spinosum. Mesonotum 
illo dimidio brevius. Metanotum in 9 alis rudimentariis, in alis nullis in- 
structum, Alae parte antica Cornea, colore corporis, parte postica membranacea, 
fusco-splendente. Femara antica et intermedia gracillima, postica vix incrassata, 
carinata. Tibiae posticae supra spinidosae, interstitiis spinarum minutissime 
scrrulatis vel integris, utrinque Spina apicali nidla, subtus, apicem versus utrinque 
spinulosae. Tarsi unguiculis longis, compressis, apice mucronatis, arolio nullo. 
Larvae arolio instructae (!). Abdomen gracile, longitudinaliter carinatum. 
Lamina subgenitalis $ lanceolato producta. Valvidae ovipositoris laeves vel 
serrulatae. Lamina supraanalis triangulariter producta, tf, 9- 

Astroma Charpentier, 1845, Orthopt. descr. et depicta, Tab. IV. 

Proscopia Westw., Philippi. 

Dispositio specierum. 

1. Valvidae ovipositoris serrulatae. Lamina subgenitalis $ compressa. 

2. Statura gracili. Postrum capite reliquo sublongius. Alae duas tertias 
partes metanoti superantes. 1. chlor opter um Charp. 

2 2. Statura fortiore. Postrum capite reliquo dimidio brevius. Alae medium 
metanoti non attingentes. 2. comp) actum spec. nov. 

1 1. Valvidae ovipositoris laeves. Lamina subgenitalis $ plana. 

2. Postrum reliquo capite brevius. Pronotum margine postico minime spi- 
nosum. Alae metanotum superantes. 3. granulosum spec. nov. 
22. Postrum reliquo capite longius. Pronotum margine postico bispinoso. 
Alae duas tertias partes metanoti vix superantes. 4. foliatum spec. nov. 
Sedis incertae. 5. Stria tum Blanch. 



12. Astroma Charp. ( 



Fig. 12.) 



120 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



1. Astroma chloropterum Charp. 9- Colore griseo, pedibus testaceis. 
Caput laeviusculum, conicum. Rostrum reliquo capite longius, subacuminatum, 
lateribus subfoliaceis. Pronotum carinis longitudinalibus tuberculis obtusis 
granulatis, margine antico necnon margine postico bispinosis. Mesonotum mar- 
gine postico spinis fortioribus bispinoso. Metanotum cum segmento abdomindli 
primo sine sutura conjunctum. Alae duas tertias partes hujus segmenti uniti 
attingentes, parte Cornea basi et apice aeque lata, parte membranacea tota 
coeruleo-violacea. Tibiae posticae supra, margine intemo 14—16-spinuloso, mar- 
gine externo 16 — 20-spinuloso. Valvulae ovipositoris serrulatae. differt statura 
graciliore, älis nullis. Larvae marium tarsis areolatis (!), lärme feminarum 
sicut imagines aroliis nullis instructae. 

Astroma clüoropterum Charp., 1841, Orthopt. descr. et depicta, Tab. IV. *) 

Proscopia subaptera Westw., Arcana entom., p. 55, Tab. 63. 

Proscopia sexspinosa Philippi, Zeitschr. f. d. gesammte Naturwissensch., 
1863, XXI, S. 237. 

Proscopia filiformis Saussure, Orth, nova americ, Eev. et Mag. de Zool., 
1861, p. 313. 





9 


<? 




Long, corporis 


60—70 


50 


mm 


„ capitis 


14 


11 


V 


„ rostri 


7S 


5S 


n 


„ pronoti 


115 


8-5 


n 


„ alarum 


24 




n 


„ femorum anticorum 


115 


11 


« 


„ „ posticorum . 


22 


2 




„ tibiarum „ 


24 


2 


n 



Patria: Chile (Charpentier, Philippi, cm.). 

2. Astroma compactxim spec. nov. (Fig. 12, A, B.) Statura compacta. 
Caput pronoto brevius, conicum, a supero visum, lateribus sinuatis. Postrum 
tertiam partem capitis reliqui vix attingens, acuminatum, lateribus acutis. 
Antennae rostrum aequantes, articulo basali brevissimo. Pronotum carinis 
obtusis, laevibus, margine antico tridentato, margine postico quadridentato. 
Mesonotum postice in lobos duos crenatos elevatum. Metanotum a segmento 
abdomindli primo sutura divisum. Alae lobiformes, obovatae, illam divisionem 
haud attingentes. Femora antica et intermedia obtuse tetragona, apicem versus 



l ) Die Beschreibung Charpentier's ist, wie alle von diesem vortrefflichen Beobachter 
gelieferten Arbeiten, durch ihre Genauigkeit bewundernswerth. Charaktere, welche zu jener Zeit 
sonst nicht berücksichtigt wurden, sind so gut geschildert, dass sie auch den heutigen Anforderungen 
entsprechen. Es ist dieser Vorzug umsomehr hervorzuheben, als manche der späteren Diagnosen weit 
zurückstehen und den Monographen durch ihre Oberflächlichkeit in Verzweiflung bringen. Viele von 
solchen Species mögen neu sein, allein vergeblich sucht man eine Vergleichung, beziehungsweise An- 
gabe der Unterschiede von den bekannten Species, während die Diagnosen ganz unwesentliche, vielen 
Species gemeinsame Merkmale berühren und überhaupt keine andere Bedeutung haben, als den geisti- 
gen Werth des „mihi u zu charakterisiren. 



HMtognpbte 4w Pfoseofldan« 



121 



fortiori/. Ftmora potiica fortiori». Tibiae posticae supra, margine intcrno 
12-spinuloso, marqine externa 14-spiuulosu. Valvulae OvipOBHoris s, , rulatae. 9- 

9 

Long, corporis 65 mm 

„ cajritis 8 5 „ 

„ rostri 2'2 „ 

u pronoti 10 „ 

„ alarum 2.2 r 

„ femorum anticorum .... ö r 
ii || posticorum . . . 20 „ 

ii tibiarum „ . . . 2i „ 

Patria: Mendoza, S. Jago in Chile (c. m.). 

3. Astroma gra/nvZosum spec. nov. Corpus supra totum tuber- 
culis elevatis granulosum. Caput conicum, carinnlatum et granosum. Rostrum 
reliquo capitc parum brevius, apice latum, obtusum, marginibus tuberculato- 
foliatis. Pronotum depressiusculum, carinis acutis, tuberculis acuminatis scabrum, 
margim antico bituberculato, margine postico granis longioribus quadrituber- 
culato. Mesonotum justice nec spinosum nec elevatum. Metanotum cum seg- 
mento abdominali primo sine sutura connatum. Alae hoc segmentum unitum 
superantes, parte Cornea oblanceolata, parte membranacea infumata, ad mar- 
ginem violaceo-fasciata. Femora omnia granulosa, gracillima. Tibiae posticae 
supra, utroque margine 16-spinuloso. Abdomen carinatum. Valvulae ovipositoris 
breves, haud dentatae. 

2 

Long, corporis 55 mm 

„ capitis .10 „ 

„ rostri 4 „ 

„ pronoti 12 5 „ 

„ alarum . 4 5 „ 

„ femorum anticorum . ... 11 „ 
„ „ posticorum . . . 21 „ 

„ tibiarum „ ... 22 5 „ 

Patria: Mendoza in Chile (c. m.). 

4. Astroma foliatum spec. iioy. (Fig. 12, B.) 9- Statura majore. 
Corpus totum carinis longitudinalibus obtusis instruetum. Caput conicum. 
Rostrum tetragonum, Caput reliquum subaequans, basi et apice aeque latum, 
apice ipso acuminato, marginibus subfoliatis. Pronotum margine antico et 
postico in lobos binos foliatos, obtusos produetis. Mesonotum postice obtuse 
bispinosum. Metanotum a segmento abdominali primo sutura divisum. Alae 
medium hujus segmenti primi rix attingentes, parte Cornea obeonica, carinata. 
Pedes antici? Femora postica robustiora. Tibiae posticae supra, margine in- 
terno 11-spinuloso, margine externa 13-spinuloso. Abdomen granoso-carinatum. 
Valvulae ovipositoris integrae, elongatae. 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. IG 



122 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



9 

Long, corporis 70 mm 

„ capitis 13 „ 

„ rostri 6 8 „ 

„ pronoti 12 „ 

„ alarum 4 „ 



„ femorum posticorum . ... 22 „ 
„ tibiarum „ . . . . 25 „ 
Patria: Arannias in Chile (c. m.). 

5. Astroma striatum Blauchard. 1851. Gay, Hist. fisica y politica de 
Chile, Zool., Tom. VI, p. 60. 

Philippi, Zeitschr. f. d. ges. Naturw., 1863, XXI, S. 237. 

Die ausserordentlich mangelhafte Beschreibung weist durch die Angabe, 
dass die Legescheide gezähnelt ist, auf das Genus Astroma und dürfte hier dem 
Astroma chloropterum am nächsten stehen, mit Rücksicht auf die Länge des 
Kopfgipfels, welche dem übrigen Kopfe gleich ist. 

Patria: Provincia de Coquimbo in Chile (Blanchard). 



Index. 





Seite 




Seite 


acuminata . . . 


105, 115, 117 


coniceps 


... 113 


Anchotatus . . 


. ... 93, 100 


Corynorhynchus . . 


. . 92, 101 




105, 107 


costulata 


115, 116 


Apioscelis . . . 


. ... 92, 99 




112, 113 


afmaticollis . . . 


113 






Astroma . . . 


. ... 93, 119 


Epigrypa 


93, 112 


australis .... 


119 


filiformis 


... 120 






flavirostris 


... 119 


brevicornis . . . 


. . . . . 95 


foliatum 


119, 121 


brevirostris . . . 


103 


bulbosa .... 


. .... 100 




108, 109 






gigantea 


95, 97 


calamus .... 


115, 116 


gracilis 


... 99 


canaliculata . . . 


111 


granulata 


94, 95 


chloropterum . . 


119, 120 


granulösem 


. 119, 121 


Cephalocoema . 


... 93, 114 






. ... 99, 100 




... 102 




... 99, 101 


hispidulus 


102, 103 


compactum . . . 


119, 120 


Hybusa 


. . 93, 113 





Moim^i :i)>lm' 




Seil.« 






i )!</(' )IS 


94 96 


lancea .... 


. . . 115, 118 


latirostris . . 


. 94, 96, 102, 103 


limata . . . 


. . . 115, 118 


lobata .... 


108 


lonqirostris . . 


. . . . 105, 107 


nutltispinosa 


. . . . 115, 116 


ovcUh')itülis 


114 


z*/ 1 )/ In ifi 


97 


prepmqum . . 


. . . 105, 106 


Prosarthria 


.... 92, 93 


JProscopia . . 


. . 92, 94 


inn)rtfltns 


104 105 


1 1 11 Vi 1 ))] Ii 1 1 1 1 1 s' 


95 98 


radula .... 


. . . 101, 102 


rostrata . . . 


98 


ruficornis. . . 


102 



UV, 



Soito 

scabra 95, 97 

sexspinom 120 

sica 115 

soror 95, 98 

spinosus 102, 104 

SUphra 92, 107 

striata 105 

striatum 119, 122 

subaptcra 120 

subapterus 110, 111 

sublaevis 105 

superbus 110 

Taxiarc7iM8 92, 109 

teretiuscula 115, 117 

teretrirostris 93 

Tetanorhynchus . . . .92, 104 
tuberculata 108 

uariegata 112 

verrucosa 99, 100 



16* 



124 



C. Brunner v. Wattenwyl. Monographie der Proscopiden. 



Explicatio Tabularum. 



Tabula III. 

Fig. 1. Prosarthria teretirostris spec. nov. 

i.9 - — B. tf. — C. Tibia postica sinistra, latere externo. — D. Tibia 
postica sinistra, latere interno. — E. Apex abdominis 
„ 2. Proscopia latirostris spec. nov. 

A. 9- — -B- cT- — ß Apex abdominis cf. 
„ 3. Apioscelis gracüis spec. nov. 

A $ . — J5. cT. •— C. Apex abdominis . 



Tabula IV. 

Fig. 4. Corynorhynclms radula Klug. 

A. 5. — -B. cT- — C. Tibia postica sinistra, latere externo. — 
D. Tibia postica sinistra, latere interno. — E. Rostrum 9- 
— F. Eostrum 9 Corynorhynchi hispidi Klug. 
„ 5. Tetanorhynchus sublaevis spec. nov. 

A. 9- — Ä cT- — Apex abdominis cf\ — Tetanorhynchus 
punctatus Klug, D. <j*. — I£. Apex abdominis ^ . 
„ 6. Stiphra lobulata spec. nov. $. 
„ 7. Taxiarchus superbus spec. nov. 
4 5. 9- 

Tabula V. 

Fig. 8. Anchotatus Peruvianus spec. nov. 

i. ?. — -B. <j\ — C. Apex abdominis 
„ 9. Epigrypa curvicollis spec. nov. 

4ä 9- 

„ 10. Hybusa occidentalis Westw. 9- 
„ 11. Cephalocoema lineata spec. nov. Q- 
„ 12. Astroma compactum spec. nov. 9 • 

A. 9- — -B- Apex abdominis 9- — C Astroma foliatum spec. 
nov., Apex abdominis. 



VrrtuimU <l k- k- und tx>t /,,:•> ('Urin UUT I Wuttrimyt 

Hand XXXIX. /SS/t . Mniio<iiuf)hir tlrr ft<oscaptdcn 




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Xith.Ansl v.lTxII&nnwarrhAfieiuVILIJez. 



IrrtHtndl ti k k- tonl ktt.§«m 
h'aiui \XXIX. /SS'/ . 



C, wtwiMP i Witttenwyi . 

Moiwffrtifilur drr l^xtscopuirn 




ÜHWE! 



L25 



[Jeber einige Eigenthümliehkeiten der Gräser 
trockener Kliinate. 

Von 

E. Hackcl. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Februar 1890.) 



Die Thatsache, dass zahlreiche ausdauernde Gräser den regenlosen Sommer 
des Mediterran-, Steppen- und selbst des Wüstengebietes in Nordafrika, sowie der 
klimatisch verwandten Gebiete Südafrikas, Nordwestamerikas und Australiens über- 
dauern, ohne die Assimilation, Transpiration, ja selbst die Bildung neuer Sprosse 
einzustellen, hat bereits mehrfach Anlass gegeben, den Einrichtungen nach- 
zuforschen, welche solche Leistungen ermöglichen. Man hat dieselben bisher 
ausschliesslich im anatomischen Bau des Blattes gesucht und in der That eine 
Reihe von Eigenthümliehkeiten desselben aufgedeckt, welche sich nur bei „Steppen- 
gräsern", wie man cumulativ die Gräser trockener Kliinate zu nennen pflegt, vor- 
finden und dieselben befähigen dürften, einerseits die Transpiration zeitweise sehr 
einzuschränken oder ganz aufzuheben, andererseits aber jeden kleinsten Nieder- 
schlag von Wasser (Thau etc.) aufzunehmen und aufzuspeichern. Es ist heute 
nicht meine Absicht, in dieser Richtung einen Beitrag zu liefern und ich ver- 
weise daher auf die darüber existirende Literatur; 1 ) ich wünsche vielmehr die 
Aufmerksamkeit auf andere, bisher unbeachtet gebliebene Eigenthümliehkeiten 
der Gräser trockener Kliinate zu lenken, die vielleicht mit gleichem Rechte wie 
die bisher bekannten der Blattstructur als Anpassungen an die klimatischen 

!) Duval-Jouve, Histotaxie des feuilles de Graminees (Ann. Scienc. natur., ser. 6, Vol. I, 
p. 294 [1875], an verschiedenen Stellen). 

Hackel, Die Lebenserscheinungen der Gräser (Separat -Ahdr. aus dem Programm der Ober- 
Realschule zu St. Pölten, 1878, S. 8—11). 

Tschirch, Beiträge zur Anatomie und dem Einrollungsmechanismus einiger Grasblätter 
(Pringsheim's Jahrb. f. wissenschaftl. Botanik, 13, Heft 3 [1882]). 

Güntz, Unters, über die anatom. Structur der Gramineenblätter in ihrem Verhältniss zu 
Standort und Klima (Leipzig, 1886, Rossberg). 

Volkens, Flora der ägyptisch-arabischen Wüste (1887). 



126 



E. Hackel. 



Verhältnisse betrachtet werden dürfen. Solche Eigentümlichkeiten zeigen sich 
besonders an den untersten Internodien der Halme und Laubsprosse (Innovationen), 
sowie an deren Bekleidung mit Blattscheiden. Ich bringe demnach die hieher 
gehörigen Fälle in zwei Hauptgruppen: 1. Knollen- und Zwiebelgräser, 
2. Tunika-Gräser. 

1. Knollen- und Zwiebelgräser. 

Den meisten mitteleuropäischen Botanikern wird die eigenthümliche Ver- 
dickung am Grunde der Halme und Innovationen von Poa bulbosa L., Phleum 
pratense var. nodosum Gaud. (Phleum nodosum L.) und Arrhenatherum avenaceum 
var. nodosum, (Avena nodosa L., It. scan.) bekannt sein. Wir haben in diesen 
drei Pflanzen gleich zwei verschiedene Typen der Verdickung vor uns : das Phleum 
und Arrhenatherum sind Knollengräser, Poa bulbosa ist ein Zwiebelgras. Bei 
letzterem verdickt sich die Basis der grundständigen Blattscheiden; ihr Gewebe 
wird dort mehrschichtig und saftreich, es entsteht durch deren Uebereinander- 
lagerung eine Zwiebel, sehr ähnlich der von Allium ursinum, wo gleichfalls die 
Basis der Scheiden der Laubblätter zu den Zwiebelschalen wird. Auch die kleinen 
Laubtriebe, in welche sich die Aehrchen der Poa bulbosa so häufig verwandeln, 
erscheinen an der Basis stark verdickt und können als Bulbillen bezeichnet werden. 
Bei den oben erwähnten knolligen Varietäten von Phleum pratense und Arrhena- 
therum avenaceum hingegen verdicken sich die basalen Internodien des Halmes 
und der Innovationen, bei Phleum gewöhnlich nur eines, bei Arrhenatherum 
häufiger drei bis vier; bald sind sie blos tonnenförmig, bald fast kugelig, ja bei 
Arrhenatherum oft von oben zusammengedrückt-ellipsoidisch und stellen so einen 
bis vier übereinandergestellte Knollen vor. In Mitteleuropa sind diese knollen- 
tragenden Varietäten der erwähnten Arten weit seltener als die mit unverdickten 
Halmgliedern, auch sind sie selten recht typisch ausgeprägt zu finden, vielmehr 
kommen, besonders bei Phleum pratense, zahlreiche Uebergangsformen von ganz 
schwach tonnenförmiger bis zu kugeliger Ausbildung vor. Da nun mit diesen 
Verschiedenheiten in der Beschaffenheit der Halmbasis keine solchen in den 
anderen Organen Hand in Hand gehen, so kommen alle neueren Autoren darin 
überein, die erwähnten Formen nur als Varietäten gelten zu lassen. Anders ver- 
halten sich dieselben im Mediterrangebiete. Hier ist die knollige Varietät beider 
Arten entschieden häufiger, meist auch viel typischer ausgebildet; die knollenlose 
Form ist weit seltener; im südlichen Spanien fand ich sie nirgends, im mittleren 
und nördlichen nur an feuchteren oder etwas schattigen Orten. Es scheint also das 
Mediterrangebiet die eigentliche Heimat der knolligen Form zu sein, die gegen 
Norden zu immer selteneren Vorkommnisse in Mitteleuropa also vielleicht auf 
Einwanderung von Süden her zu beruhen. Auch Poa bulbosa ist im Mediterran-, 
besonders aber im Steppengebiete weit häufiger als bei uns und mag sich von Süden 
und Osten her nach Mitteleuropa verbreitet haben. Noch zwei andere Mediterran- 
gräser mit verdickter Basis dringen, jedoch viel beschränkter, in das mitteleuro- 
päische Gebiet ein: der knollige Alopecurus bulbosus L., von Italien und Süd- 



Uobor oiniR«' Ki^rMtliiiniliclüMitan del GMmi trookanei ClimAc 



127 



frankreich längs der atlantischen Küste bis England rerbreitet, und die zwiebelige 
Festuca spadicea L, in den Gebirgen Nordafrikas, »Irr pyrenäischef] Balbinsel und 
Südfrankreichs in verschiedenen \ ariet&ten weit verbreitet, selten auf Bonnigen, 
trockenen Grasplätzen der Ccntralalpen und der bosnischen and makedonischen 
Qebirge. 

Mit den erwähnten fünf Formen ist aber auch die List*- der Knollen- und 
Zwiebelgräser Mitteleuropas geschlossen; wir haben gesellen, dass sie in diesem 
Gebiete relativ selten vorkommen und dass ihre Herkunft nach Süden und Osten 
weist. In der That ist das Mediterrangebiet daran viel reicher, denn es zählt 
17 derartig ausgestattete Gräser. Fortgesetzte Beschäftigung mit exotischen Griisei - 
sammlnngen hat mich aber gelehrt, dass diese Erscheinung einen viel weiteren 
Yerbreitungskreis hat, als ich ursprünglich wusste, und so will ich denn zunächst 
eine Liste aller mir bekannt gewordenen Knollen- und Zwiebelgräser, geographisch 
geordnet, zusammenstellen. 

I. Heüterrangebiet (Nr. 4, 5, 8, 14 und 15 auch noch in Mittel- und West- 
europa verbreitet). 

a) Knollengräser: 

1. Phalaris caerulescens Desf. Westliches Mediterrangebiet bis jonische 
Inseln und Tunis; Canaren. 

2. Phalaris tuberosa L. (Phalaris nodosa L.). Wie vorige, aber auch im 
östlichen Mediterrangebiet, bis Transcaucasien und Mesopotamien. 

3. Phalaris truncata Guss. Zerstreut im europäischen und afrikanischen 
Mediterrangebiete. 

4. Plüeum pratense var. nodosum Gaud. Gemein im europäischen Medi- 
terrangebiete, Kleinasien, Armenien. In Mittel- und Nordeuropa seltener. 

5. Alopecurus bulbosus L. Italien, Südfrankreich, Nordspanien, West- und 
Nordfrankreich, Belgien, südliches England. 

6. Alopecurus macrostaehyus Poir. Algerien. 

7. Holms lanatus var. tuherosus Coss. (Holcus tuberosus Salzm., Holcus 
Peuteri Boiss.). Algerien, Marocco, Südspanien. 

8. Arrhenatherum arenaceum var. nodosum Pari. (Arena nodosa L.). Ar- 
rhenatherum avenaceum ß. bidbosum Mey., Chi. hannov. Südeuropa, 
Algerien, Marocco, Kleinasien bis Transcaucasien und Kurdistan, Mittel- 
europa, England, Südschweden, Litthauen. 

9. Arrhenatherum avenaceum ß. palaestinum Boiss., Flor. Or. {Arrhena- 
therum palaestinum Boiss., Diagn.). Kreta, Rhodus, Phrygia, Palästina, 
Mesopotamien. 

10. Arrhenatherum arenaceum y. erianthum {Arrhenatherum erianihum 
Boiss. et Reut.). Spanien, Rumelien (Arrhenatherum rumelicum Velen.). 

11. Arrhenatherum Kotschyi Boiss. Persien, Kurdistan, Syrien. 

12. Poa trwiaMs var. silricola (Poa silvicola Guss., Poa attica Heldr. 
exsicc, vix Boiss. et Heldr., Diagn.), ausgezeichnet durch die Verdickung 



128 



E. Hackel. 



einer ganzen Reihe von basalen Internodien, besonders der ausläufer- 
artigen Innovationen, die dadurch rosenkranzförmig aussehen, findet 
sich (besonders in Oberitalien) in allen Abstufungen von kaum leise 
angedeuteten bis stark verdickten Internodien, so dass die specifische 
Verschiedenheit von Poa trivialis ebenso wenig haltbar ist wie die des 
Phleum nodosum von pratense. Die Verbreitung reicht von Anda- 
lusien (Cadiz), Südfrankreich (St, Dalmas) über ganz Italien, Istrien, 
Albanien, Griechenland bis zur Krim und Lazistan. 

13. Hordeum bulbosum L. Ganzes Mediterrangebiet, Orient bis Persien, 
Transcaucasien, Turkestan. 

b) Zwiebelgräser: 

14. Poa bulbosa L. Fast ganz Europa, Nordafrika, Canaren, Orient bis 
Indien, Sibirien. 

15. Festuca spadicea L. Die var. Durandii in Algier und Portugal, die 
var. baetica in Südspanien, die var. genuina in Central- und Nord- 
spanien, den Pyrenäen, der Auvergne, den Westalpen, seltener in den 
östlichen Alpen, Apenninen, auf der Balkan-Halbinsel, in den fcrans- 
sylvanischen Alpen ; im Himalaya. 

16. Festuca caerulescens Desf. Nordafrika, Südspanien, Sicilien. 

17. Festuca triflora Desf. Nordafrika, Südspanien. (Hat nur schwach 
verdickte Scheiden.) 

II. Steppengebiet. 

1. Beckmannia eruciformis Host (knollig). Mittel- und Südrussland, 
Sibirien, Nordchina. Strahlt von diesem Verbreitungscentrum einer- 
seits über Caucasien, Kleinasien, nach Griechenland, Italien, Dalma- 
tien bis Südungarn und Rumänien aus, andererseits nach Japan, 
Californien, Colorado, Washington Territory 'und Indian Territory. 
Die knollige Verdickung ist nicht völlig constant. 

2. Colpodium bulbosum Trin. (zwiebelig). Südrussland, Armenien, Per- 
sien. Das persische Colpodium parviflorum Boiss. et Buhse, das ich 
nicht selbst gesehen habe, scheint dieselbe Einrichtung zu besitzen, 
wenngleich es in Boissier, Flor, or., 5, p. 578 heisst: culmis basi 
nodoso-incrassatis, was irrthümlich ebenso bei Catabrosa humilis 
(Colpodium bulbosum) angegeben ist, 

3. Poa bulbosa L. (s. oben) und die verwandten 

4. Poa sinaica Steud. (peträisches Arabien bis Persien) und 

5. Poa Beuteriana Boiss. et Buhse (Ostpersien). 

III. Capland. 

Ehrharta Mnematea L. fil., E. aemula Schrad., E. Trochera Steud., 
E. varicosa Nees, E. Ottonis Kunth, sämmtliche fünf Arten mit 
Einem oft recht ansehnlichen Knollen am Grunde des Halmes. 



l'olioi einige l'ligentliuinlu'likt'ittMi *l«»r (iriiser ttockenei Kliiniite. 



IV. Australien. 

'Pott notlona Nees (Süd- und West -Australien). Halm ;nn Grunde mit 

1 — 3 übereinander stehenden kugeligen oder ovalen Knollen. 

V. Kalifornien und Plateaus der westliehen Vereinigten Staaten. 

Beohs arten von Melim, sämmtlich mit Einem Knollen am (irundt' dee 
Halmes: Melica bulbosa Gey. (Oregon, Washington Territory, Nevada, 
Utah, Montana); M. Califoniiva Scribn. (Kalifornien); M. spectabük 
Soribn. (Montana. Colorado, Utah, Idaho); M. fugax Bol. (Kalifornien. 
Oregon, Washington Territory); M. bromoides Gray (Galilornien, Ore- 
gon); M. sttbitlttta Scribn. (Kalifornien, Oregon, Washington Territory). 

VI. Hochplateau \ von Mexiko. 

Drei Arten von Panicum mit 1 — 3 basalen Knollen: Panicum bulbosum 
Kunth (nach Norden bis Arizona, nach Süden bis Ecuador, aber immer 
nur auf Plateaux); P. scaberrimum Lag. und P. Torreyi Fourn., beide 
in Mexiko. 

Wir sehen aus dieser Zusammenstellung, dass Knollen- und Zwiebelgräser 
bisher nur aus Gebieten mit periodischen Trockenzeiten bekannt sind, oder doch 
nur in geringer Zahl sich von solchen aus auch nach benachbarten Gebieten mit 
gleichförmigerem Regeufall verbreiten. Aus feucht-tropischen Gebieten kennt man 
bisher keine solchen Arten, ebensowenig aus den atlantischen Staaten Nord- 
amerikas. In dem trockenen Australien sind sie allerdings sehr schwach ver- 
treten; dafür werden wir daselbst eine Mehrzahl von Tunika-Gräsern antreffen. 
Interessant ist es zu sehen, wie fast in jedem der verschiedenen Gebiete andere 
Gattungen von der Zwiebel- oder Knollenbildung betroffen werden, und wie ge- 
wöhnlich gleich eine ganze Gruppe von Arten derselben Gattung in ein und 
demselben Gebiete (die drei Phalaris im Mediterrangebiete, die fünf Wvrha/rta 
im Capland, die sechs Melica in Nordwestamerika, die drei Panicum in Mexico) 
davon ergriffen werden, während andere Arten derselben Gattung in denselben 
Gebieten davon frei sind. Es weist dies darauf hin. dass die KnoUenbüdung 
älter sein mag als die Differenzirung einer Stammart in mehrere mehr weniger 
nalie verwandte Arten. 

Es obliegt uns nun, die Bedeutung der Knollen- und Zwiebelbildung für 
den Haushalt jener Gräser zu erörtern. Zunächst möchte sich die Analogie mit 
den morphologisch gleichwerthigen Bildungen anderer Monocotyledonen und 
mancher Dicotyledonen aufdrängen, bei denen solche Organe bekanntlich als 
Speicher von Reservestoffen fungiren. Allein dagegen spricht zunächst die That- 
sache, dass ja jene Gräser nicht wie andere Knollen- und Zwiebelgewächse eine 
Unterbrechung der Vegetation während der trockenen Jahreszeit erfahren, die 
man doch als den Hauptgrund für die Entstehung solcher Reservestoffbehälter 
anzusehen berechtigt ist. Noch sicherer aber wird die Annahme einer Analogie 
mit jenen Reservestoffbehältern abgewiesen durch die Untersuchung des Zell- 
inhaltes jener verdickten Stengelglieder und Scheiden der erwähnten Gräser. 
Z. B. Ges. B. XL. ALL. 17 



130 



E. Hackel. 



Wären sie Reservestoffspeieher, so müsste man optisch oder chemisch nachweisbare 
geformte oder im Zellsaft gelöste Stoffe (Stärke, fettes Oel, Zucker) darin finden, 
besonders zu jener Zeit, wo sie in eine Periode relativer Kuhe eintreten, also 
beim Beginn des Winters. Da Herbarmaterial hier nicht entscheidend ist, so 
habe ich die Untersuchungen bisher nur an einigen wenigen Arten machen können, 
welche mir lebend zu Gebote standen, nämlich Phalaris caerulescens, Hordeum 
bulbosum (beides Knollengräser), Poa bulbosa, Festuca spadicea (Zwiebelgiiist i ). 
Ich habe dieselben (mit Ausnahme der jederzeit wildwachsend zu beschaffenden 
Poa bulbosa) im Garten cultivirt. Zu keiner Zeit des Jahres fand ich in den 
Zellen der Knollen oder Zwiebelschalen dieser Gräser irgend welche geformte 
Reservestoffe (Stärke, Fett); Eiweisskörper in körniger Form fanden sich in irgend 
erheblicher Menge nur bei Poa bulbosa; ebenso ergab die Reaction auf gelöste 
Zuckerarten (nach der bekannten Sachs' sehen Methode) stets negative 
Resultate. Auch zeigen die Zellwände des Parenchyms niemals jene eigen- 
tümlichen, periodisch auftretenden und wieder verschwindenden Verdickungen, 
die für Paspalum distichum L. von Duval-Jouve (Bull. Soc. bot. France, 16, 
p. 110) angegeben und als Cellulosespeicherung betrachtet werden. Es sind aller- 
dings auch noch andere Reservestoffe bei Gräsern gefunden worden, z. B. Triticin 
im Rhizom von Agropyrum repens, auf welches nicht Rücksicht genommen werden 
konnte, weil dafür keine mikrochemischen Reactionen bekannt sind; allein es ist 
nicht wahrscheinlich, dass dasselbe eine weite Verbreitung habe. Und da ich keinen 
Grund habe, anzunehmen, dass sich die übrigen Knollen- und Zwiebelgräser 
anders verhalten werden, als die von mir untersuchten, so glaube ich als wahr- 
scheinlich hinstellen zu dürfen, dass die Knollen und Zwiebeln der damit ver- 
sehenen Gräser keine Reservestoffbehälter, dass sie also den gleichnamigen 
Organen der Iridaceen, Liliaceen etc. zwar morphologisch, aber nicht physiologisch 
gleichwerthig sind. Da nun die Knollen- und Zwiebelgräser zum allergrössten 
Theile in Ländern mit trockenem, oft ganz regenlosem Sommer wachsen, da ferner 
die grosse Mehrzahl derselben trotzdem nicht jenen anatomischen Bau des Blattes 
aufweisen, der nach Tschirch und Anderen für „Steppengräser" charakteristisch 
ist und sie zur Einschränkung der Transpiration und zum Aufspeichern von Wasser 
in den Blättern befähigt, so vermuthe ich, dass eben jene Knollen und Zwiebeln 
als Wasserspeicher fungiren dürften. Dafür spricht der anatomische Befund, 
der reichlich vorhandene Zellsaft, der meist keine Reactionen auf bestimmte 
Inhaltsstoffe gibt, die Nachbarschaft der jungen Triebe und Knospen, welche sich 
gewöhnlich an der Basis jener knolligen Internodien entwickeln und anfangs 
jedenfalls reichlicher Wasserzufuhr bedürfen. Möglich, dass auch der Wasser- 
gehalt der Blätter von diesen Speichern aus regulirt werden kann, und es sollte 
mich freuen, wenn der hier nur als Vermuthung hingestellte Gedanke Anregung 
geben sollte, dass im Mediterrangebiete während der regenlosen Zeit Unter- 
suchungen darüber gemacht würden, ob z. B. der Zellinhalt der Knollen be- 
trächtliche Turgorschwankungen zeigt, je nachdem am frühen Morgen nach Thau- 
fall oder in den heissesten Nachmittagsstiinden untersucht wird. Auch wären in 
solchen Gegenden Parallelculturen der beiden Varietäten von Phleum predense 



Uebcr ein ige KigoiitliuniliilikoittMi tl«»i üi.iscr tnu-ki'nn Khrnatr 



131 



and Arrlu natla nun atx neu nun \on Interesse, weil man aus denselben b-idn er- 
sehen könnte, ob die knollige Varietät anter gleichen Umständen der Trockenheit 

besser widersteht als dir knollenloso, was ich für wahrscheinlich halte. 

An dieser Stelle imiss ich noch eines Culturversuches erwähnen, den ich 
mit 1\><( hulhosd anstellte. Kin ganz junges Pflänzchen, eben aus rinn- Bulbille 
im Freien aufgesprosst, erst aus einem einzigen SpTOSS bestehend, Würde in einen 
Topf mit lehmiger Gartenerde verpflanzt, der am Zinunerfenster halbschattig 
stand und reichlich begossen wurde, so dass der Boden stets feucht blieb. Im 
Laufe von zwei .Monaten war daraus ein üppiger, lang- und schlaffblätteriger Rasen 
erwachsen, dessen Laubsprosse (Halme erschienen nicht) an der Basis nur un- 
merklich verdi ckt wa ren ; die Basis des Sprosses besass etwa V/ 2 des Durch- 
messers desselben an der Stelle, wo die Blattspreiten abgingen, während sie ;m 
normalen Exemplaren vielmals dicker ist. Die Zwiebelbildung war also nahezu 
unterdrückt worden. Leider habe ich damals, da der Versuch zu einem anderen 
Zwecke angestellt worden war (es sollte der Einfluss der abgeänderten Bedin- 
gungen auf die Blattform ermittelt werden, der sich in der That durch Verlänge- 
rung bis auf 17 cm, vollkommen flache Spreite von beträchtlicher Breite zeigte), 
unterlassen, eine anatomische Untersuchung zu machen und zu constatiren, auf 
wie viele Zellschichten das Parenchym am Grunde der Scheiden reducirt worden 
war. Aeusserlich erschienen sie fast gleichförmig dünn. Dieses Resultat über- 
raschte mich; ich hätte nicht erwartet, dass die scheinbar so fest vererbte Zwiebel- 
bildung schon in der ersten Generation so stark rückgebildet werden würde; es 
wird aber ganz verständlich unter der Annahme, dass die zwiebelförniige Ver- 
dickung als Wasserspeicher fungirt. Da diese Function durch die beständige 
Bewässerung überflüssig geworden war, wurde auch die Bildung der betreffenden 
Zellschichten stark reducirt. 

2. Tunika-Gräser (Gramina tunicata). 

Es ist bekannt, dass bei den perennirenden Gräsern die untersten Inter- 
nodien jedes Halmes, sowie alle Internodien der Innovationen sehr kurz bleiben, 
so dass die Scheiden der daselbst entspringenden Blätter, da sie vielmal länger 
sind als jene Internodien, ineinander geschachtelt erscheinen. Von diesen grund- 
ständigen Blättern sind aber gewöhnlich nur die 2 — 3 obersten (resp. innersten) 
zur Zeit lebend, die nach aussen gelegenen älteren hingegen im Absterben be- 
griffen oder bereits abgestorben und im Zerfall begriffen. Dieser tritt umso 
rascher ein, je zartwandiger das Zellgewebe der Scheiden ist, umso langsamer, 
je stärker verdickt die Oberhautzellen, je reicher die Scheiden an verholzten 
Elementen (Bastfasern, die theils unter der Epidermis geschlossene Lagen bilden, 
theils den einzelnen Gefässbündeln strangförmig anliegen) sind. Bei den Gräsern 
der fruchtbaren Wiesen des mittleren Europa, Nordasiens u. s. w. herrschen 
zarte, bald nach dem Absterben zerfallende Scheiden vor; gewöhnlich enthält 
jeder Laubtrieb ausser 2 — 3 lebenden Scheiden nur eine, sehr selten zwei ab- 
gestorbene, im Zerfall begriffene, zarte, gewöhnlich braun gefärbte. Ebenso sind 

17* 



132 



E. Hackel. 



an der Basis der Halme nur 1 — 2 bräunliche, zartwandige abgestorbene Scheiden 
als Umhüllung zu finden. So verhält sich die Sache z. B. bei Phleum pratense 
und alpinum, Alopecurus pratensis, fulvus, geniculatus, Agrostis alba und vul- 
garis, Koeleria cristata (zwei Scheiden), Poa pratensis, trivialis, palustris, nemo- 
ralis, Anthoxanthum odoratum, Deschampsia caespitosa, Arena pubescens, Holcus 
lanatus, Arrhenatherum avenaceum, Trisetum pratense, Briza media, Cynosurus 
cristatus, Festuca elatior, rubra und gigantea, Lolium perenne etc. Ebenso ver- 
halten sich alle Waldgräser {Milium effusum, Melica uniflora, nutans etc.) 
und in noch höherem Grade (was Zartheit und raschen Zerfall der alten Scheiden 
betrifft) die Sumpf- und Wasser gräser, wie Catabrosa aquatica, Glyceria 
fluitans etc. 

Ganz anders finden wir die Beschaffenheit der abgestorbenen Scheiden schon 
an jenen mitteleuropäischen Gräsern, welche trockene Standorte bewohnen, 
und besonders lehrreich wird der Vergleich, wenn wir zwei nahe verwandte, aber 
abweichende Standorte bewohnende Arten nebeneinander stellen, z. B. Avena 
pubescens und pratensis. Erstere bewohnt fruchtbare, oft etwas feuchte Wiesen ; 
man findet an ihr immer nur Eine abgestorbene, /arte, braune Scheide an jedem 
Spross; Avena pratensis hingegen, welche die trockenen, sonnigen Grasplätze 
besonders auf Hügeln und Bergabhängen liebt, zeigt stets eine Anhäufung von 
mindestens drei strohartigen, graubräunlichen, derben abgestorbenen Scheiden 
an jedem Sprosse, von denen die äusserste oder deren zwei auch schon die Blatt- 
spreite abgeworfen haben. Aehnlich, wenn man Festuca rubra genuina, eine 
Pflanze guter Wiesen, mit Festuca ovina, besonders deren Varietäten duriuscula 
und vaginata vergleicht. Bei der letztgenannten, die auch auf reinem Flugsande 
(z. B. in Ungarn) üppig und massenhaft zu gedeihen vermag, hat diese Bildung 
bereits einen ganz auffallenden Grad erreicht: die Basis jedes Halmes und jeder 
Innovation oder wenigstens jedes kleineren Büschels von Innovationen erscheint 
stark verdickt, denn sie steckt in einer Hülle aus 3 — 4 abgestorbenen, stroh- 
artigen, derben, eng anliegenden Scheiden, die meist alle ihre Spreiten schon ver- 
loren haben. 

Abgestorbene Hüllscheiden, wie die eben beschriebenen, werde ich nun- 
mehr als Tuniken (tunicae) bezeichnen, und jene Gräser, welche in typischer 
Ausbildung mit mindestens drei derselben ausgerüstet sind, Gramina tunicata, 
Tunika-Gräser nennen. In Mitteleuropa ist eine solche typische Ausbildung selten. 
Ausser der oben erwähnten Festuca vaginata Kit. findet sie sieh bei Stipa 
Calamagrostis Wahlenb., weniger typisch bei Stipa pennata, wieder sehr deutlich 
bei Sesleria sphaerocepliala, besonders bei deren Varietät leucocephah/. welche 
die heissen Kalk- und Dolomitfelsen der Südalpen bewohnt, weniger ausgeprägt 
bei Sesleria caerulea Ard., welche nämlich die alten Blattspreiten nicht oder sehr 
spät abwirft. Bezüglich der letztgenannten Art ist eine merkwürdige Beob- 
achtung zu erwähnen. Der Typus derselben, die Pflanze Seopoli's und Ar- 
duino's, ist bekanntlich eine Felspflanze oder eine Bewohnerin sehr trockener 
Wälder; die subsp. uliginosa Celak.in Sitzungber. d.k. böhm. Gesellsch. d. Wissensch., 
1888, S. 466 (Sesleria uliginosa Opiz = Sesleria caerulea Wettst.) hingegen be- 



Utbtl einige üigenthümlichkcitrn «In tiniser trockener Klnn.nr. 



133 



wohnt meist feuohte Wiesen, Belhst Moore. l ) Trotsdem komm! ihr ganz dieselbe 
Tunika-Bildung in, wieder felshewohnenden Varietät, und Bie Bticht dadnroli gar 
auffallend von den meisten übrigen Gräsern der feuchten Wiesen ah. Nur Einen 
Genossen hat sie, der Bich in dieser Hinsicht ähnlich vorhält, nur mit dem Unter- 
schiede, tlass hier die Pflanzen des trockenen und des feuchten Standortes auch 

nicht als Varietäten unterseheidbar sind, es ist dies «Ins Horstengras, Narrfus stricto, 
ein sehr ausgezeichnetes Tunika-Gras. In den Alpenländern findet sich dieses 
Gras hauptsächlich auf feuchtem oft moorigem Boden; allein in den Haideland- 
schaften des aordböhmischen Quadersandsteingebietes ist es der stete Hegleiter 
der Gallun« vulgaris selbst auf trockensandigem Humus, und ich vermuthe, dass es 
sich in Norddeutschland, wo ich es nicht selbst gesehen habe, auch auf trockenen 
Haiden ebensogut wie in den Mooren rinden wird. Nach meinen später zu be- 
sprechenden Anschauungen von der biologischen Rolle solcher Tuniken kann es 
dieselben nur an trockenen Standorten erworben haben; diese wären hiemit als 
seine ursprüngliche Bildungsstätte zu betrachten, von welcher aus es sich auch 
die moorigen Standorte erobert hat, denen ja auch die ('«Huna selbst nicht fremd 
ist. Dieselbe Betrachtung auf die Seslerien angewendet, würde ergeben, dass die 
Seslcria caerulea Ard. var. genuina (Sesleria calcarea Opiz, Sesleria varia Wettst.) 
als die ursprüngliche, die var. uliginosa als eine später entstandene Form zu be- 
trachten sei. Kehren wir nach dieser Abschweifung zu unseren mitteleuropäischen 
Tunika-Gräsern zurück, so wäre im Anschluss an Sesleria caerulea zunächst die 
im südlichen Ungarn und Siebenbürgen vorkommende Sesleria rigida Heutf. zu 
erwähnen, die sehr typische Tuniken aufweist; noch schöner sind dieselben an 
den verwandten Mediterran -Arten Sesleria nitida, Sesleria elongata, Sesleria ar- 
gentea entwickelt. Wenn wir früher die Sesleria sphaer acephala der Alpen als 
ein typisches Tunika-Gras hingestellt haben, so bietet uns dafür die verwandte 
Sesleria microeephala, welche im Gegensatze zu ersterer den feuchten Gesteins- 
grus, feuchte, schattige Felsspalten besonders der Nordabhänge bewohnt, ein Gras 
mit sehr zarten, leicht zerfallenden Scheiden. Ueberhaupt kann man in den 
Alpen sehr deutlich bemerken, wie die Beschaffenheit der abgestorbenen Scheiden 
mit dem Standorte zusammenhängt: die Gräser der guten Alpenweiden (Phleum 
alpinum und Michelii, Poa alpina etc.) verhalten sich wie die oben beschriebenen 
Arten fruchtbarer Wiesen ; die der sonnigen, südlich exponirten und felsigen Ab- 
hänge (z. B. Festuca varia, pumila, laxa, Poa violacea, Sesleria sphaerocephal« etc.) 
zeigen mehr oder weniger ausgeprägte Tunika-Bildung. 

Immerhin ist die Zahl der typischen Tunika-Gräser in Mitteleuropa nur 
sehr gering, wenn wir sie vergleichen mit der Zahl derselben im Mediterrangebiete. 



») Wettstein (in Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch., 1888, S. 553) hat das Verdienst, 
auf die Verschiedenheit dieser beiden Formen (er betrachtet sie als Arten) neuerdings hingewiesen zu 
haben; Celakovsky hat a. a. 0. gezeigt, dass schon Opiz (1852) beide Pflanzen als Arten unter- 
schieden hat, ihre Unterscheidung reicht aber noch weiter zurück. .Schon Wulfen hat in seiner 
„Flora norica phanerogame*, die freilich erst 1858 von Fenzl und Graf herausgegeben worden ist, 
(p. 105) die beiden Formen als Arten geschieden, der nordischen Wicsenpflanze den Namen Oyno- 
stirus caeruleus L. gelassen und die Felsenpflanze Cynosurus rupesttis genannt-. 



134 



E. Hackel. 



Wir können sogar nach sorgfältiger Durchsicht aller hier wachsenden Arten den 
Satz aussprechen, dass mit Ausnahme der im vorigen Capitel behandelten 
Knollen- und Zwiebelgräser kaum ein einziges perennirendes Gras in Ge- 
genden mit ausgeprägtem Mediterranklima (selbstverständlich an nicht von 
stehendem oder rieselndem Wasser feucht gehaltenen Standorten) existirt, welches 
nicht die Tunika-Bildung in mehr oder weniger ausgeprägter Weise zeigen würde. 
Bezüglich der Ausbildung der Tuniken haben wir aber im Mediterrangebiete zwei 
Typen zu unterscheiden: Strohtuniken und Fasertuniken; erstere sind viel 
häufiger als letztere. 

Strohtuniken bestehen aus dicht übereinander geschachtelten, derben, oft 
glänzenden, unggtheüten, strohartigen Scheiden. Aus der grossen Zahl der Arten 
des Mediterrangebietes, welche mit solchen ausgerüstet sind, will ich hier nur 
einige typische Beispiele herausheben: Lygeum Spartum, Stipa tenacissiniu, 
arenaria, parviflora, Arena fdifolia, compacte, sempervirens Vill. (non Koch), 
Koderia crassipes, splendens, Ampclodesmos tenax, Festuca ampla, atlantica, 
dimorpha, elegans, granatensis, JPseudo-Eskia, scaberrima. Sind dabei die äusseren 
Tuniken stufenweise kürzer als die inneren (Lygeum etc.), so gewinnt die Basis 
des Halmes oder der Innovation ein nach abwärts verdicktes, scheinbar zwiebeliges 
Aussehen. 

Zwischen den Stroh- und Fasertuniken gibt es eine (jedoch seltene) Ueber- 
gangsform, wie sie z.B. bei Alopecurus Gerardi, textilis, caginatus, lanatus vor- 
kommt. Hier sind die Tuniken mehr häutig, bald sich bräunend; was ihnen an 
Festigkeit abgeht, ersetzen sie durch grosse Anzahl, so dass die Sprossbasis trotz- 
dem stark verdickt erscheint. Vermöge der zarteren Textur zerfällt das Parenchym 
rascher als die Gefässbündel und diese werden daher schliesslich als Fasern isolirt, 
so besonders bei Alopecurus Gerardi und textilis. Dieser Vorgang leitet uns 
hinüber zu der so merkwürdigen Bildung der echten Faser netz-Tuniken, 
als deren Repräsentanten wir die Verhältnisse bei Sesleria tenuifolia eingehender 
beschreiben wollen. Die Innovationen und Halme dieses Grases sind am Grunde 
mit mehreren übereinanderliegenden Schichten von dichten, braunen Faser- 
netzen umkleidet und erscheinen dadurch stark verdickt. Diese Netze sind sehr 
zierlich und bestehen aus geschlän gelten und sich kreuzenden Fasern. Sie 
entstehen auf folgende Weise : Schon in der noch lebenden, jugendlichen Scheide 
findet man zwischen den 7—9 Gefässbündeln, welche dieselbe in der Längs- 
richtung parallel durchziehen, zahlreiche Anastomosen, die aber nicht, wie dies 
sonst bei Gräsern üblich, unter rechten Winkeln von einem zum anderen Gefäss- 
bündel ziehen, sondern in schiefer Richtung, etwa unter einem Winkel von 30° 
oder weniger, ansetzend. Dabei zeigen sich zwei Systeme solcher Anastomosen 
zwischen je zwei Längsnerven, das eine von links nach rechts aufsteigend, das 
andere von rechts nach links, und zwar wechselt immer eine Anastomose der 
ersteren Art mit einer solchen der zweiten Art ab, w r obei meistens der obere 
Ansatzpunkt der unteren Anastomose zugleich der untere der oberen ist, die 
sämmtlichen primären Anastomosen zwischen zwei Ljingsnerven also eine Zick- 
zacklinie beschreiben, Mit zunehmendem Alter der Scheide gesellen sich dazu 



i ab« einige HgeDthftmllohkeitea der Grfteei trockener Klimata 



seoundäre Anastomosen, welche durch Verzweigung der primären entstehen, indem 
diese von ihrer Rütte aus feine A.estohen nach <lrin nächsten Längsnerv senden. 
Zugleich entwickeln sieh diese zahlreichen Anastomosen immer kräftiger, während 
die Längsnerven und das Parenchym in ihrer ursprünglichen Beschaffenheil \ er- 
harren. Während dieser Zeit haben Bich bereits in dem Winkel der 1 '-' äussersten 
Seheiden junge sprosse gebildet, welche innerhalh derselben („intravaginal") 
heranwachsen. Da nun die Scheide bei Sesleria ein ringsum vollkommen ge- 
schlossenes Rohr vorstellt, so muss dasselbe durch die innerhalb desselben 
heranwachsenden neuen Sprosse gedehnt werden. Dieser peripherische Zug hat 
zur Folge: 1. Zerreissung des zarten Parenehyms der Scheide, daher Absterben 
desselben; 2. Zerrung der Anastomosen in der Weise, dass sie unter immer 
stumpferen Winkeln vom Längsnerv abgehen, ihre Zickzacklinie immer gedrückter 
erscheint; 3. Schlängelung der bisher gerade verlaufenden Längsnerven, bewirkt 
durch den Zug. den die Anastomosen auf ihre Ansatzpunkte ausüben. Schliesslich 
verschwindet das Parenchym durch Verwitterung fast ganz, die allein übrig ge- 
bliebenen Fasern bräunen sich und bilden die oben beschriebenen zierlichen Netze 
aus geschlängelten und sich kreuzenden Fasern. 

Ganz ebenso charakteristisch wie bei Sesleria tenuifolia sind die Fasernetz- 
Tuniken bei Koeleria setacea ausgebildet. Bei den in Spanien und Südfrankreich 
gesammelten Exemplaren fand ich an den ganz abgestorbenen Scheiden die 
Anastomosen fast horizontal ausgezogen, so dass also das Netz grösstenteils aus 
quer verlaufenden Fasern besteht. Die Form valesiaca zeigt dies weniger deutlich, 
hier nähert sich das Netz mehr der bei Sesleria tenuifolia beschriebenen Be- 
schaffenheit. Genau wie Koeleria setacea verhält sich auch die spanische Koeleria 
castellana, und ähnlich, wenn auch mit etwas weniger regelmässiger Netzbildung, 
die südfranzösische Koeleria alpicola Greil, et Godr. 

Auf ganz andere Weise kommen hingegen die Fasertuniken von Festuca 
Clementei und Festuca plicata, beide in den Hochgebirgen Andalusiens heimisch, 
zu Stande. Diesen Arten fehlen die Anastomosen der Gefässbündel in den Scheiden 
vollständig. Mit zunehmendem Alter bildet hier die Scheide eine Reihe von 
schwachen Querfalten, die sowohl durch das Parenchym als durch die Gefäss- 
bündel gehen und der Scheide ein quergerunzeltes Aussehen verleihen. Bei der 
nun folgenden Verwitterung brechen die Falten an den scharfen Biegungsstellen 
und es löst sich die Scheide in schmale Querbänder aus gebräuntem Parenchym 
mit losgelösten Gefässbündeln, die bei der oben beschriebenen Faltung natürlich 
geschlängelt worden waren, auf. 

So wie Sesleria tenuifolia verhalten sich: Bromus variegatus M. B., tomen- 
tellus Boiss., cappadocicus Boiss. und fibrosus Hack., sämintlieh orientalische 
Arten, von denen die letztgenannte noch bis nach Siebenbürgen reicht und ein 
viel weniger ausgiebiges Fasernetz aufweist als Bromus variegatus und tomen- 
tellus. Es überwiegen bei ihr nämlich die Längsfasern ; die Anastomosen sind 
nicht zahlreich und setzen unter sehr spitzen W T inkeln an. Bei Bromus erectus 
endlich kommen nur mehr gelegentlich unregelmässige Faserbildungen an den 
alten Scheiden vor, aber keine Fasernetze. 



136 



E. Hackel. 



Eine typische Ausbildung der Fasernetz -Tuniken nach dem Muster von Ses- 
leria tenuifolia zeigt Agropyrum sanctum vom Athos und Pindus. *) Parallel- 
faserige Tuniken zeigen Festuca caerulescens und Festuca spadicea var. fibrosa. 
die also eine Combination solcher Bildung mit Zwiebelbildung aufweisen. 

Gräser mit ausgeprägten Fasernetz-Tuniken kommen also, wie wir gesehen 
haben, fast nur im Mediterrangebiete vor; die wenigen Standorte von Koeleria 
setacea und Bromus fibrosus ausserhalb desselben sind eben nur vorgeschobene 
Posten des südlicheren Verbreitungsgebietes. Es ist mir auch aus keinem anderen 
Florengebiete ein Gras mit ähnlicher Einrichtung bekannt geworden; wohl aber 
findet sie sich an nicht wenigen Arten von Crocus und Allium im östlichen 
Mediterran- und angrenzenden Steppengebiete (vergl. Boissier, Flor, or., 5, 
p. 100 — 105,245 — 246 etc.). Hingegen sind Gräser mit Strohtuniken in allen 
Gebieten mit ähnlichem Klima zu finden; hieher gehören z. B. zahlreiche Dan- 
thonien und sämmtliche Tristachyen des Caplandes; mehrere Triodien, Eragrostis 
und Stipen Australiens, manche Panicum- und Paspalum -Arten der Campos 
Brasiliens etc. Aber sowie das Mediterrangebiet daneben, wenn auch an einer 
beschränkteren Zahl von Arten, seine eigenthüinlichen Fasernetz-Tuniken zur Aus- 
bildung gebracht hat, so haben Australien und das Capland wieder eine andere, 
ganz besondere Einrichtung ins Leben gerufen, nämlich die Wo 11- und Filz- 
tuniken, die sich freilich auch bei einzelnen Gräsern Vorderindiens, Brasiliens 
und sogar der Prairieen Nordamerikas wiederfinden. 

Als Typus der hieher gehörigen australischen Gräser wollen wir Eragrostis 
eriopoda Benth. näher beschreiben. Die Basis des sonst sehr schlanken Halmes, 
sowie der Innovationen erscheint fast zwiebeiförmig verdickt, Diese Verdickung 
kommt aber ausschliesslich auf Rechnung der mächtigen Filzlagen an den 
basalen Scheiden. Letztere sind an und für sich zart, aber mit langen, fein 
gekräuselten, innig verwebten Wollhaaren bekleidet, die über jeder Scheide einen 
etwa 1mm dicken Ueberzug bilden. Aber nur die grundständigen Scheiden 
tragen einen solchen Filz; die höher am Halme stehenden sind ganz kahl oder 
zerstreut behaart. Dieselben Verhältnisse wiederholen sich, den Beschreibungen in 
Bentham's Flora Austral. nach zu urtheilen, an Eragrostis laniflora Benth.. 
schwächer bei Eragrostis chaetophylla Stend., wiederum typisch bei Stipa eriopus 
Benth., Danthonia bipartita F. Müll. Aus eigener Anschauung kenne ich sie 
auch bei Panicum papposum Brown und Panicum divaricatissimum Brown. 
Unter den zahlreichen Capgräsern, welche die beschriebene Einrichtung in mehr 
oder weniger ausgeprägter Form zeigen, hebe ich Danthonia lanata Schrad. her- 
vor, deren Tunikenfilz (wiederum nur an den hier sehr gehäuften grund- 



*) Janka, der Entdecker dieser merkwürdigen Art, hat sie Anfangs richtig zu Triticum 
(inclus. Agropyrum) gestellt, später aher als Brachypoäium heschriehen, worin ihm Boissier gefolgt 
ist. Nach der Beschaffenheit der Yorspelze ist die Art zu Agropyrum zu stellen. 



IVI'im linigC iMKi'htlimnliclikoili'it «In UliUci trot-kcncr Kliinntc 



ständigen Scheiden vorkommend) an Picke jenem vom Erayrostis eriopoda 
gleicht, denselben aber durch «Ii«' regelmässig wellige Beschaffenheit (er sieht wie 
t'risirt aus) an Zierlichkeit übertrifft. Sehr typisch finden sich die rilztuniken 
wieder bei fac ft t m i n ii atigustifoUium Hack. (Spodioj>o<ii»t aiKjusiifoims I rin., 
Pollinia eriopoda Haine) in Vonlerindien} merkwürdig ist die dunkel-purpur- 
braune Wolle an den Tuniken von PoUinia phacotltrix Hack., einer im Nilgiri 
und dem Innern Ceylons vorkommenden Art. In den westlichen PrairieeD Nord- 
amerikas findet sich die Bouteloua eriopoda Torr, mit etwas schwächerer Aus- 
prägung der beschriebenen Einrichtung. 

Fragen wir nun nach der Bedeutung der verschiedenen Tunika-Bildungen 
für das Leben jener Gräser, so muss uns zunächst die Thatsache der geographi- 
schen Verbreitung der Tunika-Gräser darauf leiten, dass sie mit der periodischen 
Trockenheit der Standorte und des Klimas des Verbreitungsgebietes zusammen- 
hängen muss. Es lässt sich recht gut denken, dass die gehäuften und dicht an- 
liegenden Strohtuniken mit ihrer stark cuticularisirten Oberhaut und den oft 
mächtigen Sclerenchymlagen einen wirksamen Schutz gegen die Verdunstung des 
am Grunde des Rasens in seinem Innern angesammelten Wassers abgeben werden. 
Leider liegt mir darüber nur eine einzige positive Beobachtung vor. In einem 
Briefe meines Freundes C. v. Grimburg (ddo. Bozen, 18. April 1883), worin er 
mir anzeigt, dass er die von mir erbetenen lebenden Rasen von Andropogon 
contortus var. Allionii ausgegraben und abgesendet hat, berichtet er Folgendes: 
„Der Standort ist so trocken, dass sich beim Ausgraben alle den Rasen umgebende 
Erde loslöste. Ich habe dabei die Beobachtung gemacht, dass die zerfaserten 
Scheiden am Grunde von der ganzen Pflanze allein noch etwas Feuchtigkeit ent- 
hielten, somit wahrscheinlich vermöge ihrer schwammigen Beschaffenheit und dicht 
gedrängten Stellung dazu dienen, das wenige Wasser zurückzuhalten, welches der 
Pflanze auf diesem sehr sterilen Standorte zur Verfügung steht". Dass insbeson- 
dere die Fasernetz-Tuniken vorzüglich geeignet sind, Wasser zurückzuhalten, davon 
habe ich mich durch einen vorläufigen Versuch überzeugt : Ich nahm aus meinem 
Herbar ein Büschel von Koeleria setacea, bestehend aus sechs Sprossen (einem 
Halm und fünf Innovationen) ; ein aus der gleichen Zahl von Sprossen bestehen- 
des Büschel von Poa pratensis wurde zum Vergleich gewählt. Beide Büschel 
wurden eine Viertelstunde lang in Wasser gelegt, dann oberflächlich abgetrocknet 
und nun in trockener Zimmerluft von 14 — 15° R. liegen gelassen. Schon nach 
vier Stunden war das Büschel von Poa pratensis für das Gefühl, selbst beim 
starken Pressen ganz trocken; aus der Basis des Büschels der Koeleria setacea 
hingegen Hess sich durch den Druck der Finger noch ein Tropfen Wasser aus- 
pressen. Genauere Versuche mit Wägungen konnte ich wegen Mangels an genü- 
gendem Materiale nicht ausführen. Die Fasertuniken stellen ein so ausgiebiges 
Netz von Capillarräumen vor, dass sie eine sehr grosse Menge von Feuchtigkeit 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 18 



138 E- Ha ekel, lieber einige Eigentümlichkeiten der Gräser trockener Klimate. 

kräftig einsaugen und lange zurückhalten können. Dass dies für Gräser trockener 
Klimate von grossem Nutzen sein muss, kann wohl nicht bezweifelt werden ; und 
dass auch die Stroh- und Wolltuniken in ähnlichem Sinne (wenn auch nicht auf- 
saugend, so doch Wasser zurückhaltend) wirken können, scheint mir sehr wahr- 
scheinlich zu sein. Hoffentlich werden in der Zukunft Beobachtungen über den 
Wassergehalt im Innern der Basen, an entsprechenden Orten des Mediterran- 
gebietes angestellt, näheren Aufschluss geben und die oben aufgestellte Ansicht 
auf ihren Werth zu prüfen erlauben. Hiezu anzuregen ist vornehmlich der Zweck 
dieser kleinen Studie gewesen. 



Finnji Schemriitzenses. 

Ein Beitrag zur ungarischen Pilzflora 

von 

J. A. Bäuniler. 

IL 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Februar 1890.) 



Der erste Theil meiner Arbeit 1 ) über Schemnitzer Pilze enthielt die so- 
genannten „Imperfecta", dem füge ich als zweiten Theil hier die Myxomyceten 
bei; den dritten Theil (Schlusstheil meinerseits) sollen die Asconryceten bilden. 

Das Material wurde wieder von Herrn Pfarrer Andreas Kmet gesammelt 
und mir in meist sehr reichlichen Exemplaren zur Verfügung gestellt. 

Es sind im Folgenden nur die Eumycetozoen im Sinne Zopfs auf- 
genommen. Conf. Dr. W. Zopf, Die Pilzthiere oder Schleimpilze, S. 97 und 131, 
sowie Wallroth, Myxomyceteae in Flora crypt. Germ.; Myxogastres, Fries, Syst. 
Myc, III, p. 67 und Sum. veg. scand., p. 448; Mycetozoa De Bary, sowie Rosta- 
finsky; Cooke, The Myxomycetes of Great Britain; Schröter, Myxomycetes 
in Kryptogamenflora von Schlesien, S. 93; B er lese, Myxomyceteae in Saccardo, 
Sylloge Fungorum, Vol. VII, p. 323. Nach letzterem Werke ist folgende Auf- 
zählung geordnet, mit der einzigen Abweichung, dass ich die von Dr. Berlese 
nicht aufgenommenen Exosporei Rost. (Gattung Ceratium) gleich Schröter 
und Anderen an die Spitze der Aufzählung stelle ; auch die in Parenthesen ste- 
henden Zahlen beziehen sich stets auf die Seitenzahl dieses neuesten Werkes 
über Myxomyceten. 

Da in Sylloge, 1. c, unter den dort aufgezählten 382 Arten von Myxomyceten 
nur bei 30 Arten Ungarn erwähnt wird, so urtheile ich, dass Herrn Dr. Berlese 
die in ungarischer Sprache erschienene Arbeit von Professor F. Haszlinsky, 
„Magyarhon Myxogasterei w , unbekannt geblieben ist; ich erlaube mir desshalb 
anhangsweise die in dieser Arbeit für Ungarn oft von mehreren Standorten 
nachgewiesenen Myxomyceten anzuführen. Die in genannter Schrift enthaltenen 



!) Siehe diese Verhandlungen, Bd. XXXVHI, 1888, Abhandlungen, S. 707. 

18* 



140 



J. A. Bau ml er. 



94 Arten reduciren sich der heute geltenden Artbegrenzung, respective Nomenclatur 
gemäss auf 65 Arten, hiezu die in folgender Aufzählung für Ungarn neuen, stets 
mit * bezeichneten 15 Arten, daher insgesammt 80 Arten. Jedenfalls liegen in 
den grossen Herbarien von K aichbrenn er, Haszlinszky, Schulzer etc. noch 
viele Myxomyceten von ungarischen Standorten. 

Die von M. Eaciborski in Hedwigia, 1885, p. 168 aufgestellten zwei 
neuen Arten sind auf der polnischen, respective galizischen Seite der Tatra ge- 
funden, daher in Sylloge, p. 351 und 413 statt „Hungariae" stehen sollte „Poloniae". 

Pressburg, im December 1889. 

II. 1 ) 

Myxomyceteae Wallr. 

Exosporei Rost. 

Farn. Ceratiacei Kost. 

1. Ceratium mucidum (Pers.) Schröter, Pilze, S. 101. An faulenden Strünken bei 

der Pfarre, Berg Sytno und Banistia; August. 

Div. Amaurosporae Rost. 

Farn. Physavaceae Eost. 

2. Badhamia hyalina (Pers.) Berk. (p. 332). In dichten Heerden auf dicker Eichen- 

rinde beim Hause; October. Ein durch die in Ballen von 10 — 20 verklebten, 
stark stacheligen Sporen ausgezeichneter Pilz. 

3. * Badhamia rubiginosa (Chev.) Cooke, Myxom., p. 82, resp. p. 29, Fig. 115 

sub Scyphium rubiginosum (p. 334). Auf abgestorbener Birkenrinde, Berg 
Sytno ; Juni. 

4. Physarum cinereum (Batsch) Pers. (p. 344). An altem Buchenholz, „Uhel- 

nice" ; an dürren Kräuterstengeln, „Kiepa" ; an Eichenholz bei der Pfarre ; 
im Herbst. 

5. Physarum leucopheum Fr. (p. 345). In gestielter und sitzender Form auf mor- 

schem Fichtenholz, Berg Sytno; auf Eichenholz, „Bardinova"; September. 

6. Physarum muscorum (Alb. et Schw.) Berl. (p. 346) = Physarum gyrosum 

Eost., Mon., p. 111 und Schröter, Pilze, S. 128. Bildet schön gewundene 
Häufchen auf moderndem Laub, „pod haj u ; August. 

7. Physarum sinuosum (Bull.) Eost. (p. 347). Auf abgestorbenen Gräsern, 

„Smitorin" ; auf Blättern, „Kiepa". 

8. Fuligo septica (Link.) Gmel. (p. 353). Von sehr vielen Orten und in ver- 

schiedenen Grössen; auf Alnus-Strüiiken mit sehr dicker Binde in der 
Form, die z. B. bei Cooke, Myxomycetes, PI. XI, Fig. 106 abgebildet ist. 



x ) I. siehe diese Verbandlungen, Bd. XXXVIII, 1888, Abbandlungen, S. 707. 



Fnntji Schtmnitzenaca. II. 



III 



i). Craterium pcdunculatum Trent, (p. 865). Aul' abgestorbenes] Bochenbl&ttem, 
Berg Sytno; November. 

10. Craterium leucocephahon (Pers.) Kost. (p. 356). Auf alten Ahornblättern, 

„Med/.ivrsky u April. 

11. Leocarpus f'rayilis (Picks.) Rost. (p. 358). Sehr schön auf Moos an Strünken. 

sowie auf Laub, „Banistia"; August, 

12. Tihnadoche nutans (Pers.) Rost. (p. 359). ct. proprio,, auf Eichenholz bei der 

Pfarre; ß. rigida, auf Buchenrinde, „Uhelnice"; Getobt r. 

13. Tihnadoche viridis (Gmel.) Sacc. (p. 360) = Tihnadoche mutabilis Rost,, Mou., 

p. 130 und Schröter, Pilze, S. 126. Im Schulgarten an morschen Wur- 
zeln von Pirus Malus; Juli. 

Farn. Didymiaceae Rost. 

14. Chondrioderma spumarioides (Fr.) Rost. (p. 367). An altem Laub etc.; August. 

15. * Chondrioderma globosum (Pers.) Rost. (p. 370). An abgestorbenen Blättern, 

„Kiepa w ; August. 

16. Chondrioderma diff'orme (Pers.) Rost, (p. 371). An Stengeln und Laub. 

17. * Chondrioderma flori forme (Bull.) Rost. (p. 372). Auf morschem Fichtenholze, 

Berg Sytno; August. 

18. * Didymium Serptda Fr. (p. 376). An faulenden Aestchen und Blättern, „Rot- 

ling u , „Dolina", „Razdeli"; im Sommer. 

19. * Didymium Clavus (Alb. et Schw.) Rost. (p. 377). Auf feuchten Aestchen, 

Blättern und Holz von mehreren Orten. 

20. Didymium squamiäosum (Alb. et Schw.) Fr. (p. 377). «. genuinum, auf fau- 

lendem Fichtenholze, Berg Sytno; y. costatum, auf Laub etc., „Bardinowa". 

21. Didymium farinaceum Schrad. (p. 381). Auf feuchten Blättern von Syringa, 

„pod haj"; August. 

Farn. Sjmmariaceae Rost. 

22. Diachea leueopoda (Bull.) Rost. (p. 387). An morschem Holze, „Kiepa", an 

Moosen, „Banistia" ; Juli bis August, 

23. Spumaria alba (Bull.) DC. (p. 388). Von vielen Orten auf Laub, Aestchen etc. 

Ord. Amaurocheteae Rost. 

Farn. Stemoiiitaceae Rost. 

24. Lamproderma physaroides (Alb. et Schw.) Rost. (p. 390). Auf faulendem 

Holze bei der Pfarre, Schule und auf dem Berge Sytno ; April bis August. 

25. * Lamproderma columbinum (Pers.) Rost, (p. 391). In sehr dichten Heerden 

auf abgestorbenen Stengeln von Solidogo, „Havran" ; Mai. 

26. * Lamproderma leueosporum Rost, (p. 393) = Lamproderma nigrescens Rost. 

bei Schröter, Pilze, S. 119. Auf morschem Holze bei Prencov in einem 
höchst spärlichen Exemplar; October, 



142 



J. A. Bäumler. 



27. Comatricha typhina (Roth.) Rost. (p. 395). Auf verschiedenem alten Holze, 

Berg Sytno und „Havran". 

28. Comatricha Friesiana (De Bary) Rost. (p. 395). Auf faulendem Holze bei 

der Schule; auf Pappelholz, Berg Sytno; October. 

29. Stemonitis fusca Roth. (p. 397). Auf Baumstümpfen, Holz etc. von sehr vielen 

Orten. 

30. Stemonitis ferruginea Ehrb. (p. 398). An altem Holze weit seltener als die 

vorige Art. 

Farn. Amaurochaetaceae Rost. 

31. Amaurochaeta atra Alb. et Schw. (p. 401). Auf einem alten Strünke, Berg Sytno. 



Div. Lamprosporae Rost. 

Ord. Anemeae Rost. 
Farn. IAceaceae Rost. 

32. * Licea flexuosa Pers. (p. 404). Auf einem morschen Fichtenstrunke, Berg 

Sytno; Juli. In der Form, wie der Pilz bei Karsten, Myc. fen., IV, 
}). 124 beschrieben wird, d. h. meist rundlich, ca. 1 mm gross, die Sporen 
10 — 13^ im Durchmesser. 

33. Tubulina cylindrica (Bull.) DC. (p. 406). Auf Strünken von Eichen und 

Fichten, Berg Sytno; auf Holz von Prunus im Hausgarten; Mai. 

34. * Lindbladia effusa (Ehr.) Rost. (p. 408). Die umbrabraunen Fruchtkörper auf 

der Erde morsches Holz überziehend; Juli. 



Ord. Heterodermeae Rost. 

Farn. Cribrariaceae Rost. 

35. Dictydium cemum (Pers.) Nees (p. 411). Auf faulendem Fichtenholz, Berg 

Sytno; Juli. 

36. * Cribraria rufa (Roth.) Rost. (p. 412). Auf Buchenstrünken, „Banistia" ; Juni. 

Bei Berlese, I.e. werden die Sporen mit 5—7^, bei Cooke, Myxom., 
p. 58 mit 5— 6Va^, bei Schröter, Pilze, S. 105 mit l—tfUfi angegeben; 
ich finde selbe bei dem Schemnitzer Pilzchen stets 8 fi gross. 

37 . * Cribraria intricata Schrad. (p. 41 5). An alten Fichtenstrünken, Berg Sytno ; Juli. 

Ord. Columellifereae Rost. 

Farn. JReticulariaceae Rost. 

38. Eeticularia Lycoperdon Bull. (p. 418). Sehr reichlich und von sehr vielen 

Orten. 



Vitngi SmmmM mim». If. 



Ord. Calonemeae Rost. 
Kam. I'a jc/na n<(< < <(< Ro i 

39. Perichaena corticalis (Batsch) Rost. (p. 420). Auf alter Rinde von Pirus Maltis, 

..Stara Seola" ; April. 

Bei diesem Pilze sind die Angaben über Capillitium und Sporen sehr 
abweichend. In Saccardo, SyÜoge, L e., bei Karsten, Myc. fen., IV, 
1». 180 und bei Cooke, Myxom., p. 78 ist ersteres 8 — 25 <u dick, schwach 
entwickelt, bei Schröter, Pilze, S. 107 gut entwickelt, - 8— 2'5 (x dick; 
die Sporen werden überall als glatt angegeben, nur Zopf 1 ) sagt: „Anden 
Sporen, unter denen nicht selten monströse Formen vorkommen, beobachtet 
man die für das CapUlitium erwähnte Wärzchensculptur, wenn sie auch 
hier am wenigsten ausgeprägt erscheint und leicht übersehen wird. Sie 
kommt auch bei Perichaena corticalis vor, obwohl Rostafinsky die An- 
gabe macht, die Sporen seien glatt." 

Die in Cooke, Handbook of British Fungi, p. 407, Fig. 139 ge- 
zeichnete Spore dürfte wohl zu stachelig ausgefallen sein. 

Bei dem Prencovaer Pilz sind die Sporen schön goldgelb, 10— 13 <a 
gross, mit Vacuole und stark punktirt, das Capillitium spärlich entwickelt, 
2—3^ dick. 

Farn. Arcyriaceae Rost. 

40. * Comnvia circumscissa (Vall.) Rost, (p. 424). Auf alter Buchenrinde, „Uhet- 

nice"; November. 

41. Arcyria punicea Pers. (p. 42G). Auf morschem Holz von sehr vielen Orten. 

42. Arcyria pomiformis (Roth.) Rost. (p. 427). Auf morschem Holz von sehr 

vielen Orten. 

43. Arcyria cinerea (Bull.) Schum. (p. 427). Auf Strünken und Holz. 

44. Arcyria adnata (Batsch) Rost. (p. 428). Auf morschem Holz. 

45. Arcyria nutans (Bull.) Grev. (p. 429). Auf alter Rinde und Holz. 

46. * Lachnobolus incamatus (Alb. et Schw.) (p. 433). In sehr spärlichen Exem- 

plaren an der Brücke vor der Schule; October. 

47. Lycogala epidendrum Buxb. (p. 435). Ueberaus häufig an alten Buchen- 

strünken und Holz. 

Farn. THchiaceae Rost. 

48. Trichia fallax Pers. (p. 439). Von vielen Orten an Strünken und altem Holz. 

Das Capillitium kommt sehr häufig in den verzweigten Formen vor, 
wie bei Cooke, Myxom., Fig. 233 und 235 zeigt, doch sind die einfachen 
Formen mit fein ausgezogener Spitze bei weitem vorherrschend. 

49. Trichia fragilis (Sow.) Rost, (p. 440). An altem Holz; die var. serotina auf 

faulendem Holze, Berg Sytno; Juli. 



') Zopf, Die rilztliiere oder Sclileimpilze, S. 169. 



144 



J. A. Bäum ler. 



50. Trichia varia Pers. (p. 442). Die Normalform, sowie die Varietäten sessilis 

und nigripes Rost, häufig an Strünken, altem Holz etc. 

51. Trichia chrysosperma (Bull.) DC. (p. 442). Häufig an alter Einde etc., oft 

in grossen wunderschönen Rasen. 

52. * Trichia scabra Rost. (p. 444). An altem Holze, Berg Sytno und Banistia; 

im Sommer. 

53. Trichia contorta (Ditm.) Rost. (p. 444). An alter Buchenrinde, „Uhelnice" ; 

October. 

54. Hemiarcyria rubiformis (Pers.) Rost. (p. 447). Von vielen Orten an alter 

Rinde, Strünken etc. 

55. * Hemiarcyria clavata (Pers.) Rost (p. 447). An altem Holz, Rinde etc. 

56. Hemiarcyria Serpula (Scop.) Rost. (p. 448). Auf Kräuterstengeln undAestchen. 

Welche Vorsicht bei Aufstellung einer neuen Myxomycetenart ge- 
boten ist, ersah ich bei dieser Art. Die ersten von mir untersuchten Proben 
zeigten mir bei diesem schon der äusseren Form nach variablen Pilze so 
bedeutende Abweichungen von den angegebenen Sporenmaassen, dass ich 
überzeugt war, eine neue Art vor mir zu haben; die dann fortgesetzten 
zahlreichen mikroskopischen Untersuchungen zeigten, dass Hemiarcyria 
Serpula in jeder Hinsicht ein wahrer Proteus sei, denn die Sporen sind 
von 9 — 20 im Durchmesser, mitunter auch von eiförmiger oder unregel- 
mässiger Gestalt, dann bis zu 15 {i am kürzeren und 24 /u am längeren 
Durchmesser (vergl. die folgende Tabelle). Ebenso verhält sich das Capil- 
litium; die Enden sind bald sehr kurz gespitzt, bald länger ausgezogen 
oder abgerundet, fast hammerförmig getheilt, in 2 — 3 kurze Spitzen aus- 
laufend, auch die Spiralen laufen zuweilen über das Ende zusammen- 
gedreht um circa 10 /u hinaus (conf. Cooke, Myxom., Fig. 227). Diese 
verschieden geformten Enden haben viele Aehnlichkeit mit den Zeichnun- 
gen, welche Cooke in Fig. 256 für Trichia abrupta gibt; von dieser Art 
gibt Cooke weder im Texte noch im „Analytical key" der Gattung Trichia 
irgend welche Auskunft (conf. Saccardo, Syll., Vol. VII, p. 446). 

Tabelle für Hemiarcyria Serpula. 

Sporen Capillitium 

Cooke, Myxom., p. 68 — 415^ 

Berlese in Sacc, Syll., Vol. VII, p. 448 9-11 4 „ 

Schröter, Pilze, S. 115 9—10 45 „ 

Karsten, Myc. fem, IV, p. 142 . 10—12 3—4 „ 

Zopf, Die Pilzthiere etc., S. 160 . . . 10— 133 53— 65 „ 

Prencovaer Pilz 9—20 4—6 5 „ 

Noch sei mir erlaubt, Alle, welche Myxomyceten untersuchen, auf folgende 
Stelle in dem nicht genug zu empfehlenden Werke von Zopf, Die Pilzthiere und 
Schleimpilze aufmerksam zu machen; es heisst da S. 51: „Bei einer grossen An- 
zahl von niederen sowohl als auch höheren Myxomyceten findet man ausnahms- 



weist", bald vereinzelt, bald in grosserer Zahl nnrflgftlmiflfllgfl S|i.>rnifonnen u ; ferner 
8. 52: „Die abnorm gestalteten Sporen erreichen ineist .nu ll auffällige Dimen- 
sionen. z.B. bei Trichia chrysospania haben die normalen Sporen 11 — 15 u, die 
abnormen aber bis 00 ix im Durchmesser". 



Anhang. 

Die Myxomyceten Ungarns nach Professor Haszlinszky's Publication, 
mit den durch vorstehende Aufzählung dazukommenden. 

Exosporei Rost. 

Ceratium mucidum (Pers.) Sehr. = Ceratium hydnoides (Hasz., p. 10). 

Ceratium porioides Alb. et Schw. = Ceratium porioides (Hasz., p. 10). 



Endosporei Rost 

Cienkowskia reticulata (Alb. et Schw.) 
Rost. 

Badhamia panicea (Fr.) Rost. 
Badhamia utricularis (Bull.) Berk. 
Badhamia hyalina (Pers.) Berk. 
* Badhamia ruliginosa (Chev.) Cooke. 
Physarum virescens Ditm. 
Physarum cinereum (Bato) Pers. 



Physarum leueopheum Fr. 
Physarum muscorum (Alb. et Schw.) 
Berl. 

Physarum sinuosum (Bull.) Rost. 
Physarum flavo-virens Alb. et Schw. 
Fuligo septica (Link.) Gmel. 

Crateriurn peduneulatum Trent. 

Craterium pyriforme Ditm. 
Crateriurn minutum (Pers.) Fr. 
Leocarpus fragilis (DLks.) Rost. 
Tilmadoche nutans (Pers.) Rost. 
Tilmadoche viridis (Gmel.). Sacc. 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 



Diderma reticulata (Hasz., p. 29). 
Physarum paniceum (Hasz., p. 23). 
Physarum utriculare (Hasz., p. 24). 
Physarum gracilentum (Hasz., p. 24). 



Physarum thejoteum (Hasz., p. 23). 
Physarum conglobatum (Hasz., p. 23) 
und Didymium cinereum (Hasz., 
p. 26). 

Physarum confluens (Hasz., p. 23). 

Didymium muscicolum (Hasz., p. 27). 
Angioridium sinuosum (Hasz., p. 30). 
Physarum flavo-virens (Hasz., p. 24). 
Aethalium rufum, flavum, violaceum 

und septicum (Hasz., p. 12, 13). 
Craterium peduneulatum (Hasz., 

p. 22). 

Craterium pyriforme (Hasz., p. 22). 
Craterium minutum (Hasz., p. 22). 
Leocarpus vemicosus (Hasz., p. 30). 
Didymium nutans (Hasz., p. 28). 
Physarum viride, luteum und aureum 
(Hasz., p. 24, 25). 

19 



146 



J. A. Bäumler. 



Chondrioderma Michelii (Lib.) Rost. = 

Chondrioderma spumarioides (Fr.) Eost. = 

* Chondrioderma globosum (Pers.) Rost. 
Chondrioderma difforme (Pers.) Rost. = 

* Chondrioderma floriforme (Bull.) Rost. 

* Didymium Serpula Fr. 

* Didymium Clavus (Alb. et !Schw.) Rost. 
Didymium squamulosum (Alb. et Schw.) 

Fr. = 

Didymium effusum (Link.) Fr. = 
Didymium crustaceum Fr. = 
Didymium farinaceum Schrad. = 

Didymium microcarpum (Fr.) Rost. = 
Didymium physarioides (Pers.) Fr. = 
Didymium humile Hasz. (p. 27). 
Didymium platypus Hasz. (p. 27). 
Lepidoderma tigrinum (Schrad.) Rost. = 
Diachea leucopoda (Bull.) Rost. = 
Spumaria alba (Bull.) DC. = 
Lamproderma physaroides (Alb. et Sch.) = 

* Lamproderma columbinum (Pers.) Rost. 

* Lamproderma leucosporum Rost. 
Comatricha typhina (Roth.) Rost. = 

Comatricha Friesiana (De Bary) Rost. = 

Comatricha pulchella (Bull.) Rost. = 

Stemonitis fusca Roth. = 

Stemonitis ferruginea Ehrb. = 
Amaurochaeta atra (Alb. et Sehw.) Rost. = 

Brefeldia maxima (Fr.) Rost. = 
*Licea flexuosa Pers. 

Tubulina cylindrica (Bull.) DC. = 

* Lindbladia effusa (Ehrb.) Rost. 
Clathroptychium rugulosum (Wallr.) 

Rost. = 
Clathroptychium dissiliens (Hasz.) = 

Dictydium cemum (Pers.) Nees = 



Diderma contortum und depressum 

(Hasz., p. 29). 
Diderma spumarioides (Hasz., p. 29). 

Physarum album (Hasz., p. 23). 



Didymium Herbarum und squamu- 
losum (Hasz., p. 26, 27). 

Didymium effusum (Hasz., p. 25). 

Diderma complanatum (Hasz., p. 29). 

Didymium farinaceum und hemi- 
sphaericum (Hasz., p. 26, 27). 

Didymium nigripes (Hasz., p. 26). 

Didymium physarioides (Hasz., p. 25). 



Didymium rufipes (Hasz., p. 28). 
Diachea elegans (Hasz., p. 15). 
Spumaria alba (Hasz., p. 13). 
Stemonitis physaroides (Hasz., p. 17). 



Stemonitis typhoides und pumila 

(Hasz., p. 16). 
Stemonitis ovata und obtusata (Hasz., 

p. 17). 

Stemonitis oblonga (Hasz., p. 16). 
Stemonitis fusca (Hasz., p. 16). 
Stemonitis ferruginea (Hasz., p. 16). 
Beticularia atra (Hasz., p. 11). 
Beticularia maxima (Hasz., p. 11). 

Tubulina cylindrica und fragiformis 
(Hasz., p. 31, 32). 



Beticularia plumea (Hasz., p. 11). 
Ophiuridium dissiliens (Hasz., 
p. 14). 

Dictydium umbilicatum und ambi- 
guum (Hasz., p. 14, 15). 



Fnurii flWtHlftHHMI. II. 



147 



* Cribraria rufa i Kot h I Kost. 
Cribraria purpurea Schlad. 
Cribraria vulgaris Schrad. = 
Cribraria splendens (Schrad.) IVrs. 

* Cribraria intricata Schrad. 
Cribraria argillacea Pers. = 
JRfticularia Lycoperdon Bull. = 
Perichaena depressa Lib. = 
Perichaena corticalis (Batsch) Rost. = 

* Cornucia circumscissa (Vall.) Kost. 
Arcyria punicea Pers. = 
Arcyria pomiformis (Roth.) Rost. = 

Arcyria cinerea (Bull.) Schum. = 

Arcyria adnata (Rats.) Rost. = 

Arcyria nutans (Bull.) Grev. = 

* Lachnobolus incarnatus (Alb. et Schw.) 
Lycogala epidendrum Buxb. = 

Lycogala flavo-fuscum (Ehrb.) Rost. = 

jyichia fallax Pers. = 

Trichia fragilis (Sow.) Rost. = 



Trichia varia Pers. 

Trichia chrysosperma (Bull.) DC. 

* Trichia scabra Rost. 
Hemiarcyria rubiformis (Pers.) Rost. 

* Hemiarcyria clavata (Pers.) Rost. 
Hemiarcyria Serpula (Scop.) Rost. 



Cribraria i>iiij>i(r>n (Hm&, p. 14). 

= Cribraria vulgaris (Hasz., p 14). 

THetydwm tpltn d tns (Hasz., p. 15). 

= Cribraria argillacea (Hasz., p. 14). 

= Beticularia umbrina (Hasz., ji. 11). 

= Stegasma deprcssum (Hasz.. j». :>1). 

= Perichaena populina (Hasz., p. 31). 

= Arcyria punicea (Hasz., p. 19). 
= Arcyria ochroleuca und umbrina 

(Hasz., p. 17, 18). 
= Arcyria cinerea (Hasz., p. 18). 
= Are yria incarnata und flexuosa (Hasz., 

p. 18, 19). 
= Arcyria nutans (Hasz., p. 18). 
Schrot. 

= Lycogala miniatum und punetatum 

(Hasz., p. 10). 
= Beticularia flavo-fusca (Hasz., p. 12). 
= Trichia fallax (Hasz., p. 21). 
= Trichia pyriformis und Lormseriana 

(Hasz., p. 21). 
= Trichia varia und nigripes (Hasz., 
p. 20). 

— Trichia chrysosperma und turbinala 
(Hasz., p. 20, 21). 

= Trichia rubiformis (Hasz., p. 21). 

= Trichia Serpula (Hasz., p. 19). 



19* 



148 



J. A. Bäumler. Fungi Schemnitzenses. II. 



Kegister der Gattungen, 1 ) 







Seite 






Seite 


Amaurochaeta . . . 


. . 142 


146 


Hemiarcyria . . . 


. . 144 


147 


Arcyria 


. . 143 


147 


Lachnobolus . . . 


. . 143 


147 


Badhamia .... 


140 


145 


Lamproderma . . . 


141 


146 






146 


Leocarpus . . . . 


141 


145 




140 


145 


Lepidoderma . . . 




146 


C hondrioderma . . 


. . 141 


146 




142 


146 


Clathroptychium . . 




146 


Lindbladia . . . . 


142 


146 


Cienkoivskia 




145 


Lycogala 


143 


147 


Comatricha .... 


142 


146 


Perichaena . . . . 


143 


147 


Comuvia 


143 


147 


Physarum . . . . 


. , 140 


145 


Craterium .... 


141 


145 


Beticularia . . . . 


142 


147 




142 


147 


Spumaria . . . . 


141 


146 


Diachea 


141 


146 


Stemonitis . . . . 


142 


146 


Dictydium .... 


142 


146 




141 


145 


Didymium .... 


141 


146 


Trichia . . . . . 


143 


147 


Fuligo 


140 


145 




142 


146 



') Die erste Zahl bezieht sich auf die Hauptarbeit, die zweite auf den Anhang. 



149 



Ursache der Wasserbewegung in transpirirendeo 

Pflanzen. 

Vortrag, gehalten im botanischen Discussionsabend am 17. Jänner 1890 

von 

Josef Boehiu. 

- (Mit 3 Holzschnitten.) 



In den Berichten der Deutschen botanischen Gesellschaft ( VII. Bd., General- 
Versammlungs-Heft) habe ich die Resultate meiner in den verflossenen acht Jahren 
durchgeführten Untersuchungen über die Ursache der Wasserbewegung in transpi- 
rirenden Pflanzen in folgendem Satze zusammengefasst: „Die Wasserauf- 
saugung durch die Wurzeln und das Saftsteigen werden durch Capil- 
larität, die Wasserversorgung des Blattpar enchy ms wird durch den 
Luftdruck bewirkt". 

I. Die Wasserversorgung transpirirender Pflanzen wird nicht durch endosmotische 
Saugung der Wurzelzellen bewirkt. 

Wenige Sätze der Pflanzenphysiologie wurden bisher weniger bezweifelt als 
der, dass die Wasseraufnahme transpirirender Pflanzen durch endosmotische 
Saugung der Wurzelzellen bewirkt werde; kein Satz in der ganzen Wissenschaft 
ist aber, wie sich bei einiger Ueberlegung schon a priori ergibt, unrichtiger als 
dieser. Die Intensität der Transpiration ist mit dem Wechsel der äusseren Ver- 
hältnisse ausserordentlich variabel, während das Gewicht der Pflanzen nur inner- 
halb sehr enger Grenzen schwankt. Es wird daher von den Wurzeln genau 
oder fast genau so viel Wasser aufgenommen, als aus den Blättern ab- 
dunstet, was in Folge endosmotischer Saugung einfach unmöglich ist. 

Auffällige endosmotische Effecte zeigen sich nur bei Blasen, welche für 
ihren diesbezüglich wirksamen Inhalt gar nicht oder doch nur in geringem Grade 
durchlässig sind. Es wird dies von vegetabilischen Zellen mit protoplasmatischem 
Inhalte wohl allgemein behauptet, ebenso unbestritten aber ist es, dass durch 
die Wand von Zellen, welche in kochendem Wasser getödtet wurden, die osmotisch 
wirksamen Inhaltsstoffe leicht nach aussen diffundiren. Todte Zellen können 



150 



Josef Boehm. 



endosmotisch auf die Dauer nicht turgesciren. Wäre ' die Wasseraufnahme durch 
die Wurzeln eine osmotische Function des Zellinhaltes,' so müssten transpirirende 
Pflanzen, deren Wurzeln in Wasser gekocht wurden, alsbald welken. Der Versuch 
lehrt jedoch, dass solche Pflanzen bei nicht zu intensiver Transpiration, vor dem 
Eintritte secundärer Veränderungen, hinreichend mit Wasser versorgt werden. 
Auch hochprocentige Salpeterlösungen und specifische Gifte (Sublimat) äussern 
ihre schädliche Wirkung nach kurzer Zeit in den Blättern, wohin sie durch 
endosmotische Saugung nicht gelangen können. 

2. Das Saftsteigen und die Wasseraufnahme transpirirender Pflanzen werden 
nicht durch Luftdrucksdifferenzen bewirkt. 

Von der Beobachtung ausgehend, dass die Zellen des saftleitenden Holzes 
auch zur Zeit intensiver Transpiration „Saft u und verdünnte Luft enthalten, und 
auf Grundlage von Manometerversuchen wind.- ich bereits vor fast 30 Jahren zu 
dem Schlüsse geführt, dass das Saftsteigen nicht, wie damals allgemein an- 
genommen wurde, in den Zellwänden erfolgt, sondern durch Luftdrucksdifferenzen 
bewirkt wird. Nach der Entdeckung des „negativen" Luftdruckes in den Gefässen 
(1877, v. Höhnel) war es mir an der Hand anderweitiger Beobachtungen 
alsbald zweifellos, dass die vegetabilischen Tracheen nicht als Respirations- 
organe, sondern, wenigstens in erster Linie, als Saftleitungsorgane fungiren 
und dass sie ausser Luft von geringer Tension auch Wasser führen. Davon, dass 
dies wirklich so ist, überzeugt man sich am leichtesten, wenn ca. 25 cm lange 
Ahorn- oder Lindenzweige mit durch Quecksilber comprimirter Luft injicirt 
werden (Fig. 1). Schon bei einem Ueberdrucke von weniger als einer Atmosphäre 
erscheint auf der oberen Schnittfläche, wenn der Versuch nach dem Blattfalle 
gemacht wird, stets ein zuckerhaltiger Tropfen. Während des Sommers ist dies 
meist erst dann der Fall, wenn, successive, zuerst der ganze Zweig und dann 
dessen obere Hälfte u. s. w. injicirt werden. 1 ) 

Durch eine objective Kritik dieser und anderer mir schon vor zwölf Jahren 
bekannten Thatsachen hätte ich schon damals meinen Irrthum einsehen und die 
wahre Ursache des Saftsteigens erkennen können. Vorgefasste Meinungen aber 
trüben den Blick. Ich habe mir vorgestellt, dass die Gefässe durch die J anzu- 
sehen Ketten in übereinander stehende Saugröhren getheilt werden und dass der 

l ) Durch trockene Ahorn- und Lindenzweige kann hei geringem Drucke Luft gepresst 
werden; frische, gegen 25 cm lange Zweige hingegen sind für comprimirte Luft entweder gar nicht, 
oder, zur Zeit lehhafter Transpiration, und auch dann nur das relativ wasserärmere innere Holz, in 
geringem Grade permcahel. Es ist dies durch den grossen Reibungswiderstand der J am in 'scheu 
Ketten (mit Wassertropfen alternirende Luftblasen) bedingt, welche in den Gefässen abgeschnittener 
Zweige, besonders während des Sommers, schon vorhanden sind oder erst bei der Injection mit Luft 
gebildet wurden. 

Die Gefässenden an Schnittwunden verschliessen sich mit Thyllen oder Gummi. Thyllen- und 
Gummibildung in den Gefässen erfolgt, so wie beim Uebergange von Splint in Kernbolz, auch bei ab- 
geschnittenen Zweigen, wenn dieselben langsam getrocknet werden. Um sich von der Continuität der 
Gefässe mittelst compriinirter Luft überzeugen zu können, muss daher der abgeschnittene Zweig vor 
dem Trocknen entweder in kochendem Wasser oder in Alkohol getödtet werden. 



Crsuchf ilfi Wussi'i licwopuiiR in trans|iirit 




»o, s 



risiu-lio «1«M \Vnssorl>o\vopunp in I ransplrlmidttB PfllDMD< 



saft leitende Splint ein System von zahlreichen aeben- and übereinander stehenden 
Pumpen sei, weiche Bich in verschiedenen Phasen dei Baugang befinden. Wlkrde 
ein solches System in beliebiger Böhe unter Quecksilber durchschnitten, so müsste 

dieses in die Steigrohren (Qeftsse) bis BOT verschiedenen Höhe eingesaugt werden, 

gani so wie dies beim Durchschneiden von Zweigen unter Quecksilber der Fall ist. 1 ) 
Damit aber nach dieser Vorstellung das Saftsteigen erfolgen könnte, müsste die 
Tension der Luftblasen in den Kiementen des saftleitenden Hol/es in einem ge- 
gebenen Momente nicht nur eine ganz bestimmte sein, sondern auch nach einem 
ganz bestimmten Rhythmus variiren, was jedoch, da das Saftsteigen bisweilen 
nachweisbar ausserordentlich rasch erfolgt, ganz unmöglich ist. Das Saftsteigen 
erfolgt, wie eben erwähnt, nur im äussersten Splinte; die Saftwege sind daher, 
auch wenn die ganze Stammperipherie unversehrt ist, sehr schmal. 2 ) Aber auch 
eine reichblätterige Krone eines Baumes, dessen Splint zum grossen Theile durch- 
schnitten oder stellenweise auf grössere Strecken entfernt oder irgendwie getödtet 
wurde und vertrocknet ist, zeigt selbst bei sehr intensiver Transpiration keine 
Wassernoth. Bei Robinia füllen sich die Gefässe des letzten Jahresringes nach 
dem Blattfalle mit Luft von gewöhnlicher Tension und im folgenden Jahre mit 
Thyllen. Wird, in directem Sonnenlichte, ein Ast oder Baum bis zum vorjährigen 
Holze geringelt, so welken die jungen Sprossspitzen und Blätter schon nach 
längstens 15 Minuten. (Bei Bäumen mit breitem saft führendem Splinte stellt 
sich nach der gleichen Operation an der Ringwunde eine in das sonst nicht saft- 
leitende Holz einbiegende Nothbahn her.) Aus Stecklingen gezogene Bruch- 
weiden (Salix fragilis) mit üppigen Sprossen verdunsten in directem Sonnen- 
lichte so viel Wasser, dass der Transport desselben durch den kleinen Querschnitt 
des Wurzelholzes fast unmöglich scheint. Ein in mehrfacher Beziehung recht 
instruetiver Versuch ist auch folgender: Wird bei einer insolirten Sonnenrose 
(Helianthus anniius), nach Anlegung einer Schiene, der Stamm oberhalb eines 
der unteren Blätter bis zum Marke eingeschnitten, so welkt fast sofort das über 
dem Kerbschnitte stehende Blatt. Luftdrucksdifferenzen, welche für eine so 
schnelle Wasserbewegung nothwendig w r ären, können weder durch Athmung und 
Diffusion, noch sonst wie hervorgebracht werden. 3 ) 



1 ) Einen Baum kann man unter Quecksilber natürlich nicht durchschneiden. Werden aber 
Adventivsprosse in beliebiger Baumhöhe möglichst nahe am Stamme unter Quecksilber durchschnitten, 
so wird dieses stets auch in die Gefässe des äusseren Splintes eingesaugt. Hierin liegt auch der 
sicherste Beweis dafür, dass das Saftsteigen nur im jüngsten Holze stattfindet. 

2 ) Die Vorstellung über die Menge des im Splinte für die Fälle der Noth disponiblen Reserve- 
wassers ist weit übertrieben. Aus dem äusseren Holze eines abgeschnittenen Ahornastes kann, 
nachdem die Blätter bereits rauschdürr geworden sind, bei successiver Injection mit comprimirter Luft, 
für welche dasselbe impermeabel ist, noch Saft gepresst werden. — (Aus Stecklingen in Nährstoff- 
lösung gezogene) Bruchweiden, deren Wurzeln in- ein feuchtes Tuch eingeschlagen wurden, erreichen, 
wenn der Wasserverlust in Folge der Transpiration (noch vor dem Vertrocknen der Blattspitzen) ein 
gewisses Mass überschritten hat, in normale Verhältnisse zurückversetzt, ihr ursprüngliches Gewicht 
nicht wieder. 

3 ) Die Ergebnisse der zahlreichen Versuche, welche zu dem bemerkenswerthen Resultate 
geführt habeu, dass die Athmungsintensität des Splintes, bei sonst gleichen Bedingungen, durch den 
Wassergehalt des Holzes verursacht ist, werde ich seinerzeit mittheilen. 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 20 



154 



Josef Boclm. 



Dass Luftdrucksdifferenzen ebenso wenig, als endosmotische Saugung bei der 
Wasseraufnahme und Saftleitung transpirirender Pflanzen betheiligt sind, wird 
d i r e c t bewiesen durch folgenden Versuch : 

Die Bruchweide (Fig. 2) wurde aus einem zeitig im Frühjahre ge- 
schnittenen Stecklinge gezogen, dessen sich entwickelnde Knospen mit Ausnahme 
der obersten zerdrückt wurden. Nach längstens drei Monaten sind die Grefässenden 
an den Schnittflächen sicher und vollkommen mit Thyllen verschlossen. Wird nun 
die Culturflasche nur so weit mit Wasser gefüllt, dass bloss die Wurzelspitzen in 
Wasser tauchen, und wird mittelst der zweiten, engeren Bohrung des Kautschuk- 
stöpsels, nach Einschaltung grosser Recipienten, fast bis zur Tension des Wasser- 
dampfes evaeuirt, so wird, bei gleichbleibendem Gewichte der Pflanze, die Transpi- 
rationsintensität, verglichen mit der einer geeigneten Controlpflanze, nicht vermin- 
dert. Die Wasseraufnahme und das Saftsteigen werden auch dann nicht sistirt, wenn 
die Wurzeln und ein Theil des Stengels der Versuchspflanze in kochendem Wasser 
getödtet wurden. 1 ) Es ist also sowohl die Wasseraufnahme transpi- 
rirender Pflanzen, als das Saftsteigen in denselben weder durch 
endosmotische Saugung, noch durch Luftdrucksdifferenzen ver- 
ursacht, 

3. Das Saftsteigen und die Wasseraufnahme transpirirender Pflanzen werden 
durch Capillarität bewirkt. 

Wenn bei der durch die Transpiration eingeleiteten Wasserbewegung 
endosmotische Saugung und Luftdrucksdifferenzen ausgeschlossen sind, so kann 
dieselbe nur durch Capillarität bewirkt werden. Dass dies so ist, ergibt sich 
direct aus folgenden Versuchen: 

Wird der entsprechend gestützte Stengel einer Keimpflanze von Phaseolus 
multiflorus (Feuerbohne), deren Endknospe entfernt wurde, über der Mündung 
eines Kolbens mit kochendem Wasser gebrüht, so schrumpft derselbe alsbald 
bandartig ein und verblasst nach einigen Tagen vollständig, so dass derselbe 
einem Strohhalme täuschend ähnlich sieht, während die Primordialblätter selbst 
bei intensiver Transpiration vollständig straff bleiben. Dass in einem solchen 
Stengel das Wasser capillar gehoben wird, steht selbstverständlich ausser Frage. 
Nach einiger Zeit, meist nach einer Woche, sind die Gefässe ober und unter dem 
strohhalmartigen Stengeitheile mit Gummi erfüllt, und die Blätter welken und 
vertrocknen. Schon aus dieser Thatsache könnte man, abgesehen von jeder anderen 
Erwägung, den berechtigten Schluss ziehen, dass das Saftsteigen überhaupt durch 
Capillarität bewirkt werde. Der Einwand, dass das, was für eine kleine Pflanze 
gilt, nicht auch für eine grosse gelten muss, ist, so lange derselbe nicht durch 
Beweise gestützt wird, belanglos. Bei gleichartiger Organisation wird das Saft- 
steigen, mögen die Pflanzen gross oder klein sein, wohl sicher ebenso durch 



') Dass bei diesem Versuche das von der ausgepumpten Luft mitgeführte Wasser von Schwefel- 
säure und Chlorcalcium zurückgehalten und von dem Gewichtsverluste des Apparates in Abzug gebracht 
werden muss, ist selbstverständlich. 



Uimi.Ii.« .lor \Vuss«mI)«>w.>kuiir in Imnspirirniilfn PÜMBMB. 166 

dieselbe Kraft bewirkt, wie durch «Ii.- Herzth&tigkeil der Kreislauf des Blutes 
bei der Bpitsmaus und beim Wale, beim * * * » 1 i 1 ► 1 - i and beim Strauss, Gleichwohl 
Ist es geboten, durch Versuche direet zu beweisen, dass in einem selbst mehr als 
100 m hohen stamme das Wasser ebenso durch CapillaritiM gehoben wird, wie 
in dem nur einige Centimeter langen Stengel der Feuerbohne. 

In dem Fig. 2 skizzirtcn Apparate wurde von transpirirenden Bruch- 
weiden das Quecksilber bisweilen 64 cm hoch gehohen; meist wurde aber durch 
die Pflanze schon früher Luft eingesaugt, und es blieb anentschieden, durch 
welchen in Folge der Transpiration eingeleiteten Process, ob durch endosmotische 
Saugung, oder durch irgendwie hergestellte Luftdracksdifferenz, oder durch Capil- 
larität diese Hubkraft aufgebracht wird. Cm hierüber ins Klare zu kommen, 
niuss zunächst die Pflanze für Luft impermeabel gemacht werden. Nach dem 
früher Gesagten ist dies dadurch möglich, dass die Luftwege, wenigstens im 
unteren Stengeitheile, mit Wasser gefüllt werden. Wenn dann Luft eingesaugt 
wird, bilden sich sofort die Ja min 'sehen Ketten, durch deren Reibungswiderstand, 
welcher mit dem Durchmesser der betreffenden Canäle in verkehrtem Verhältnisse 
steht, der weitere Lufteintritt unmöglich gemacht wird. 

Die Verdrängung der Luft aus den in Rede stehenden Canälen durch Wasser 
gelingt nur in kochendem Wasser. Wir haben aber schon hervorgehoben, dass in 
gekochten Wurzeln und Stengeln die Wasserleitung zunächst, das ist vor dem 
Eintritte secundärer Veränderungen (Faulen der Wurzeln und Thyllenbildung in 
den Gefässen an der Grenze des frischen Holzes), nicht sistirt wird. Wenn von 
einer so behandelten Pflanze das Quecksilber ebenfalls gehoben wird, so ist 
damit bewiesen, dass dies durch endosmotische Saugung nicht bewirkt wird. 

Der Versuch lehrt nun Folgendes : 

Von einer Weidenpflanze, deren unteres Drittel sammt dem Culturgefässe 
circa zwei Stunden in kochendes Wasser eingesenkt wurde, wird das Quecksilber, 
wenn der Apparat (Flasche und Manometer) mit luftfreiem Wasser gefüllt wird, 1 j 
stets bis zur Barometerhöhe gehoben. Die Transpiration des Sprosses (welcher 
während des Kochens in ein nasses kaltes Tuch eingeschlagen sein muss) dauert 
aber ungehindert fort. Es entsteht im Manometer (häufig bei t) oder in der 
Flasche ein Torricelli'scher Raum, der sich fortwährend vergrössert und ver- 
schwindet, wenn das Manometer über das Quecksilber in luftfreies Wasser ge- 
hoben wird. Durch diesen Versuch wird also sinnfällig bewiesen, dass die 
durch die Transpiration eingeleitete Wasserbewegung weder durch endosmotische 



l ) Nach dem Kochen wird das Wasser im Kochgefässe durch Eintauchen des letzteren in kaltes 
Wasser his ca. 50° C. ahgekühlt und dann der Stöpsel in die Flasche und das mit kochend heissem 
Wasser gefüllte Manometer in die zweite Stöpselbohrung eingetrieben. Die Entleerung des Manometers 
während der Operation wird durch eine üher die Mündung des äusseren Schenkels gestülpte Kaut- 
schukkappe verhindert. Bis zur vollständigen Abkühlung taucht das Manometer in kochendes Wasser. 
Vorsichtshalber wird der Stöpsel nach dem Abtrocknen am Rande des Flaschenhalses, des Stengels 
und Manometers verlackt und die Flasche allenfalls bis über den Stöpsel unter Wasser eingesenkt. 
Erst dann wird ein Theil des Wassers im Standgefässc des äusseren Manometerschenkels durch Queck- 
silber verdrängt. 

20* 



156 



Josef Boehm. 



Saugung, noch durch den Luftdruck, der ja aufgehoben wurde, sondern aus- 
schliesslich durch Capillarität bewirkt wird, und es wird durch denselben ferner 
geradezu ad oculos demonstrirt, wie die luftverdünnten, respective nur mit Wasser- 
dampf gefüllten Räume in den saftleitenden Elementen des Holzes entstehen. 
Der Versuch lehrt weiter, dass die Capillarattraction vegetabilischer Gefässe gleich- 
weiten Glasröhrchen gegenüber unverhältnissmässig gross ist, und dass in den 
Pflanzen continuirliche, von Zellwänden durchquerte Wasserfäden existiren, deren 
hydrostatischer Druck durch die Reibung aufgehoben wird. Diese Wasserfäden 
stehen durch Vermittlung der zartwandigen und für Wasser leicht permeablen 
Wurzelzellen in ununterbrochener Verbindung mit dem Bodenwasser. Die Wasser- 
aufsaugung und das Saftsteigen werden daher durch dieselbe hydraulische Kraft 
bedingt, und es ist nun begreiflich, warum genau oder fast genau so viel Wasser 
durch die Wurzeln aufgesaugt wird, als aus den Blättern abdunstet. Die zeit- 
weise kleinen Differenzen sind durch das Auftreten und Wiederverschwinden 
Torricelli'scher Räume in den Saftwegen bedingt, Das Schema für die durch 
Capillarität bewirkte Wasserbewegung in transpirirenden Pflanzen (Fig. 3) ist von 
dem, welches ich in der Botan. Zeitg., 1881, S. 809 gegeben habe, nur wenig ver- 
schieden {E direct verdunstende Zelle, MM Mesophyll, L Luftblase in dem Gefässe, 
welches in luft- und saftführende Zellen eingebettet ist, W W Zellen des Wurzel- 
parenehyms, S wasseraufsaugende Wurzelzelle). 

Dass in Folge der DruckdifFerenzen im saftleitenden Holze Wasserver- 
schiebungen stattfinden, wurde schon angedeutet. Bei Verringerung der Reibung 
in den benachbarten Saftbahnen und bei verminderter Transpiration wird in die 
mit verdünnter Luft oder nur mit Wasserdunst gefüllten Hohlräume (deren Existenz 
zuerst von Scheit behauptet wurde) Wasser nachgesaugt, Dadurch ist es bedingt, 
dass mit der Transpirationsintensität nicht nur der Wassergehalt des Holzes, 
sondern in Folge der zwischen den wasserfreien Hohlräumen des saftleitenden 
Splintes und der Aussenluft bestehenden Druckdifferenzen auch das Volumen des 
Baumes variirt. 

Zu den geschilderten Versuchen können statt Weidenpflanzen auch 
Sprossen irgend welcher Holzpflanzen, z. B. Acer, Aesculus, Syringa, Tilia etc. 
verwendet werden. Wenn das gekochte untere Ende bis zum oberen Lochrande 
des Stöpsels entrindet und die Schnittfläche sorgfältig verschlossen wird, so 
repräsentiren die peripherischen Zellen, in welche die Gefässe eingebettet sind, 
die Wurzelzellen, nur dass sie für Wasser weniger gut permeabel sind. Die Ver- 
suche mit Zweigen können auch nach dem s Blattfalle gemacht werden, es muss 
aber dann, um die Verdunstung zu beschleunigen, die Korkrinde (das Periderm) 
entfernt werden. 

4. Auch die Coniferen besitzen Gefässe, in welchen der Saft steigt. 

Ungeachtet meiner wiederholten Hinweise darauf, dass frische Zweige von 
Nadelhölzern in der Längsrichtung sehr leicht für Wasser und dass trockene 
Zweige derselben füx comprimirte Luft permeabel sind, Cylinder jedoch, welche 



riMuho .i. i \Viis»»>ii)«'w»>guiiR in IraiisiuriitMulcii IMliinzcn. 



in tangentialer Richtung aus «lern Splinte gebohrl «rarden, weder Wasser noch 
Lnft durchlassen, wird doch allgemein behauptet, dass die Coniferen gefaeslos sind. 

Dass bei den Lauhhöizem das Saftsteigen eorzüglioh in den Gelassen erfolgt 
and dnreh CapOlaritü bewirW wird, ist endgütig restgestellt; es ist, daher, da 

nur Osmose und Luftdruck in Betracht kommen könnten, nach dem Gesagten 

schon a priori »rar nicht /.u bezweifeln, dass es sich bei den Nadelhölzern ebenen 
verhält. 

Wären die Coniferen gefässlos, so könnte von denselben das Wasser capillax 
selbstverständlich nicht eingesaugt werden. Manometerversuohe aber zeigen, dass 
fOB frischen Tan neu zw e igen, gleichgütig, ob deren unteres Hude entrindet 
und verschlossen ist oder nicht, das Quecksilber fast, und von Zweigen, welche 
selbst ihrer ganzen Länge nach gekocht wurden, stets bis zur Barometerhölte 
gehoben und dass auch dann die Transpiration nicht sistirt wird. Dieser That- 
sache gegenüber wäre die fernere Behauptung, dass den Coniferen saftleitende 
Gelasse, das ist Tracheidenstränge, deren Glieder in offener Verbindung stehen, 
fehlen, einfach absurd. 

5. Versorgung transpirirender Blätter mit Wasser. 

Nicht minder unrichtig als die Lehre, dass von den Wurzeln transpirirender 
Pflanzen das Wasser endosmotisch aufgesaugt werde, ist die Behauptung, dass die 
safterfüllten, direct und indireet verdunstenden Zellen in gleicher Weise ihren 
Wasserverlust decken. 

Abgesehen davon, dass die geforderten endosmotisch wirksamen Substanzen 
nicht nachgewiesen sind und dass auch stark ausgehungerte Pflanzen bei in- 
tensiver Transpiration nicht welken, verlaufen durch Osmose verursachte Be- 
wegungen ausserordentlich langsam ; die Grösse der endosmotischen Saugung würde 
mit der Transpirationsintensität auch dann nicht entfernt gleichen Schritt halten, 
wenn die betreffenden Zellen wirklich sehr stark endosmotisch wirksame Sub- 
stanzen enthalten würden. Bei Manometerversuchen mit gekochten 27mj«-Zweigen 
steigt das Quecksilber verhältnissmässig sehr rasch, sehr langsam hingegen nach. 
Entfernung der beblätterten Spitzen. Es vertrocknet also das getödtete Paren- 
ch}mi nicht sofort, sondern ersetzt während längerer Zeit das verdunstete Wasser. 

Die Parenchymzellen des Blattes sind Bläschen mit elastischen Wänden, 
welche sich bei der Verdunstung ebenso verhalten müssen wie ein Kautschuk- 
ballon mit eingekittetem und in Wasser oder Quecksilber tauchendem Glasröhrchen, 
wenn derselbe vorübergehend etwas gequetscht wird. In die Blätter wird das Wasser 
in den Gefässen geleitet, und aus diesen wird dasselbe durch einfache Saugung 
geschöpft. 

Die Primordialblätter von Keimpflanzen der Feuerbohne, welche (nach Ent- 
fernung der Endknospe) unter einer Glasglocke über Wasser gezogen wurden, er- 
schlaffen sofort, wenn die Glocke abgehoben wird. Die Zellen solcher Blätter sind 
nämlich sehr zartwandig, und ihr elastischer Widerstand ist daher gering. 



158 Josef Boehm. Ursache der Wasserbewegung in transpirirenden Pflanzen. 



Die Lehre über die Wasserbewegung in transpirirenden Pflanzen mochte 
ich in folgenden Sätzen zusammenfassen: 

Die direct und indirect verdunstenden safterfüllten Zellen ersetzen 
ihren Wasserverlust aus den Gefässen durch einfache Saugung. Die Grösse 
der Säugung dieser Zellen steigt mit dem elastischen Widerstande ihrer Wände. 
Die Wasseraufsaugung durch die Wurzeln und das Saftsteigen hin- 
gegen ist eine capillare Function der Gefässe, als deren Forsetzung bei 
Landpflanzen die capillaren Räume des Bodens zu betrachten sind. In diesen 
Capillaren bildet das Wasser continui rliche . in der Pflanze aber von Zell- 
wänden durchquerte Fäden, deren Schwere durch die Reibung aufgehoben 
wird. In Folge der Reibung entstehen in den saftleitenden Elementen luftver- 
dünnte oder nur mit Wasserdampf gefüllte Räume, in welche bei Verminde- 
rung der Reibung in den benachbarten Saftbahnen oder bei verminderter Transpi- 
ration Wasser nachgesaugt wird. Dadurch ist die Aenderung des Was - r- 
gehaltes des Holzes und des Baum volumens bedingt. I>as Saftsteigen 
erfolgt nur im äussersten Splinte und daher bei intensiver Transpiration 
ausserordentlich rasch. Beim Durchschneiden der Leitbündel unter Queck- 
silber wird dieses- in jene Gefässe, welche im gegebenen Momente an der betreffen- 
den Stelle oder in deren Nähe auf weitere Strecken saftfrei sind, mehr oder 
weniger weit eingesaugt. Bei Bäumen mit breitem saftführendem Splinte 
stellt sich nach der Ringelung des jüngsten Holzes an den Wundstellen eine 
nach Innen einbiegende Nothbahn her; bei jenen Bäumen hingegen, deren 
Gefässe sich schon im zweiten Jahre mit Thyllen oder mit Gummi 
erfüllen, vertrocknen die Blätter nach der Ringelung ebenso schnell, wie bei 
einem gleich grossen Nachbarzweige, welcher ganz abgeschnitten wurde. 

Die saftleitenden „Gefässe" der Coniferen sind Tracheid enstränge, 
deren Glieder in offener Verbindung stehen. 

Endosmotische Saugung und Luftdrucksdifferenzen sind, letztere 
wenigstens primär, bei der Wasserbewegung in transpirirenden Pflanzen nicht 
betheiligt. 



L59 



I na nuova specie di Tentredinidi. 

Ter il 

Dr. Ruggero Cobelli 

iu Rover eto. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Februar 1890.) 



Macrophya Bertolinii nova species. 

9. Longitudo 9— 10 mm. Nigra, subnitida. Antennis, capite, thorace, 
abdomineque, Urnbo apicali labri tenuissime albolimbato raro medio macula 
parva indistincta alba ornato et basi mandibularum albo-picta excepiis, rdgris. 
Pedibus albo-nigro variegatis; tibiis posticis ante apicem albo-maculatis, nun- 
quam rcrc albo-annulatis : alis fere hy aUnis, stigmate et venis omnibus nigris. 
Mas ignotns. 

Tutto il corpo e di colore nero alquanto lucente, piü di tutto perö la parte 
dorsale delT addome, e nere sono pure in totalitä le anrenne. Le zampe e tutto 
il corpo, meno la parte superiore lucente, sono rivestite di una curta e piuttosto 
spessa peluria biancastra. II capo ed il torace sono manifestamente scabri, piü 
pero il primo del secondo. L 7 epistomio nero emarginato. L' estremitä anteriore 
del labbro prominente e leggermente orlata di bianco e talvolta porta nel mezzo 
una piccola macchia biancastra poco distinta. La base delle mandibole e listata 
di bianco, 1' apice e nero. 

Zampe; anche nere listate esternamente di bianco, le posteriori assai piü 
marcatamente delle anteriori e delle medie; trocanteri anteriori e medi macchiati 
di bianco ma quasi in totalitä neri, i posteriori macchiati talvolta di nero ma 
sempre quasi in totalitä bianchi; coscie di tutte le zampe completamente nere 
eccettuata una piccolissima macchia bianca al ginoccbio sulla faccia anteriore e 
cbe talvolta circonda sotto forma di sottile lembo questa estremitä della coscia; 
gambe anteriori e medie posteriormente nere, anteriormente le anteriori, eccet- 
tuata T estremitä nera, listate di bianco, le medie ora egualmente listate come le 
anteriori ed ora con una semplice macchia bianca avanti 1' apice e del resto nere; 
gambe posteriori completamente nere eccettuata una macchia bianca che occupa 
piü d' im terzo della lunghezza della gamba, situata sulla faccia esterna e prima 



160 



ßuggero Cobelli. üna nuova specie di Tentredinidi. 



clelF apice che e nero; talvolta questa macchia si estende piü o meno verso le 
superfici laterali senza perö arrivare mai a costituire im vero anello completo; 
tarsi anteriori e medi posteriormente listati di nero, anteriormente alla base 
macchiati di bianco e neri all' apice; dei posteriori il primo articolo e eomple- 
tamente nero, gli altri articoli sono im poco macchiati di bianco alla base e del 
resto neri. 

Gli sproni delle zampe sono neri. 

Ali trasparenti un poco griggiastre ; stignia e tntte le nervature nere. 

In un esemplare mancava la nervatura trasverso-radiale che divide ordi- 
nariamente in due la cellula radiale, e ciö tanto a destra quanto a sinistra, per 
cui in questo caso vi aveva una sola cellula radiale in ambidue le ali anteriori. 

Questa specie si distingue dalle seguenti alle quali e affine: 

Dalla Macrophya ribis Sehr., perche quest' ultima ha il labbro e 1" epi- 
stomio bianchi, le gambe diversamente macchiate, nonche perche e piü piecola; 

dalla Macrophya liciata Evers.. perche questa ha le gambe posteriori com- 
pletamente anellate di bianco, il labbro completamente nero ed e piü piecola; 

dalla Macrophya melanosoma Rud., perche la stessa ha F epistomio il 
labbro il margine del pronoto bianco, e cosi pure talvolta le tegule e lo scutello ; 
perche ha le gambe posteriori completamente anellate di bianco, e perche ha la 
testa piü lucente e visibilmente piü liscia. 

La Macrophya Bertolinii mihi fu raecolta nel 1889 nella Valle di Fiemme, 
d' onde la ebbe il chiarissimo entomologo Signore Dr. Stefano de Bertolini ehe 
rae la mandö da classificare ed al quäle la dedico. 

La costanza di questi caratteri riscontrati su quattro esemplari 9> m ' m " 
dusse a considerare questa forma come una specie nuova. Che se tale non e, 
certo almeno io credo, e una varieta che sta per innalzarsi al grado di specie. 



L61 



Gli Apidi pronubi della Brassica oleracea L. 

Per il 

Dr. Ruggero Cobelli 

in Rovereto. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Februar 1890.) 



II Dr. Hermann Müller negli inarrivabili suoi lavori 1 ) eita, come pro- 
nubi della Brassica oleracea L., i seguenti apidi. 1. Andrena nigro-aenea K., 9; 
2. Andrena Gwynana K., 9 ; 3. Andrena fulvicrus K., 9 ; 4. Andrena nana K., 
9; 5. Andrena fulvescens Sm., 9; 6- Salictus cylindricus K, 9; 7- Halictus 
morio F., 9; 8. Apis mellifica L., 9. Osmm bicornis L., 

Siccome durante gli ultimi sette anni ebbi occasione di raccogliere mol- 
tissimi apidi, specialniente su questa pianta, cosi credo di fare cosa non inutile 
col pubblicare le seguenti mie osservazioni, e ciö tanto piü che, come vedrassi, 
e assai rilevante il numero da me aggiunto, ai pronubi citati dal Müller. Osser- 
verö che tra quelli citati dal Müller, io non ho potuto catturare sulla Brassica 
oleracea L., la Andrena fulvescens Sm. sebbene questa apida si trovi anche a 
Kovereto. Egli e perö probabile che anche qui frequenti i fiori della Brassica, 
perche ne raccolsi una 9 m vicinanza della detta pianta ai 3 di Maggio, quindi 
in un tempo quando porta ancora fiori. Ho creduto inoltre di aggiungervi alcune 
osservazioni sulla fioritura della Brassica oleracea L. var. sabauda (Verze), non- 
che su quella della Brassica oleracea L. var. botrytis-asparagoides (Broccoli), 
allo scopo di farsi un idea chiara della epoca relativa della fioritura di queste 
due varietä, ed allo scopo di spiegare possibilmente la comparsa di una forma 
intermedia a queste due varietä, forma che si chiama dai nostri contadini col 
nome diVerzoni, perche assomiglia alla var. sabauda. 

Ed in prima dirö della var. sabauda. 



l ) Die Befruchtung der Blumen durch Insecten. Von Dr. Hermann Müller. Leipzig, 1873, 
S. 139—140. 

Weitere Beobachtungen über Befruchtung der Blumen durch Insecten. II. Von Dr. Hermann 
Müller. Berlin, 1880, S. 204. 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 21 



162 



Ruggero Cobelli. 



Nella primavera di quest' anno (1889), in uno spazio di circa trenta 
metri □, passarono in fioritura 241 piante. II primo fiore si apri ai 30 Marzo, 
e 1' ultimo fiore cadde ai 14 Maggio. 

Non si puö immaginare la quantitä di apidi che frequenta questa pianta, 
quando e in piena fioritura, se non si ebbe mai occasione di osservarla. Sembra 
veramente di trovarsi in mezzo ad im numerosissimo sciame di api, colla diffe- 
renza che invece di avere una sola specie, se ne hanno molte e di tutte le di- 
mensioni. 

Difatti lo si vede dall' elenco che qui faccio seguire, delle specie che vi 
ho raccolte nello spazio di sette anni. Di queste ne raccolsi ripetutamente di 
tutte le specie, eccettuate quelle segnate con im asterisco *, delle quali non ne 
catturai su questa pianta che un unico esemplare. 

1. Apis mellifica L. $ . 

2. Bombus hortorum L., forma argillaceus Scopoli. 9- 

3. „ agrorum Fab., var. pascuorum Scopoli. 9- 

4. „ cognatus Steph. 9- 

5. „ lapidarius L. 9- 

6. „ terrestris L. 9- * 

7. Anthophora pilipes Fab. cT 5 9 • 

8. „ seneseens Lep. <J\ 

9. „ quadrimaculata Panz. 9- 

10. Eucera longicornis Latr. cf, 9- 

11. Xylocopa violaeea Lep. cf, 9- 

12. „ valga Gerst. 9- 

13. Andrena pilipes Fab. tf, 9- 

14. „ thoracica Fab. cT, 9- 

15. „ tibialis K. tf. 

16. „ nigro-aenea K. cf, 9- 

17. „ Gwynana K. cf, 9- 

18. „ parvula K. cf, 9- 

19. „ minutula K. 9- 

20. „ floricola Evers. cT, 9- 

21. „ nana K. 9- 

22. „ florea Fab. 9. 

23. „ fulvicrus K. cT, 9- 

24. „ distinguenda Schk. cf, 9 • 

25. „ propingua Schk. 9- 

26. „ dubitata Schk. 

27. „ convexiuscula K. cf, 9« 
* 28. „ nycthemera Imh. 9 • 

29. Halictus rufocinctus Sich. 9- 

30. „ zonulus Sm. 9- 

31. „ , interruptus Panz. cf, 9« 



.vphii proxrabJ teilt Ih'OMfea ottrüttt L 



82, Il<di<lns nihii iindus Ch. 9- 
38. „ cylindricus Fab. 9 • 
34. „ nlhipcs Fab. 9. 

;>r>. „ fkwipes Fab. 9- 

86. „ Sm e a tf maneUua K. 9- 

37. „ morio Fab. 9- 

88. Oswin bicomis L. cf, 9- 

89. „ conmta Lat, ö", 9- 
10. n ncnea L. cT, 9- 

•II. „ tfofety Mor. cT. 

42. g Panzeri Mor. <j\ 9. 

43. „ aurulenta Panz. cf, 9- 

44. Chnlicodoma muraria Fab. cf, 9- 

45. Chclostoma nigricorne L. 9- 

* 46. „ florisomne L. c? . 
47. Mclccta luctuosa Scopoli. cT • 

* 48. „ fasciculata Spin. 9 • 
49. „ mtjrra Spin. 9- 

* 50. Nomada Fabriciana L. 9 • 

A pochi passi dalle piante della var. sabauda, nella scorsa primavera 
(1889), si trovavano 25 piante della var. botrytis-asparagoides. 

Tra queste si ebbe il primo fiore il 1 Maggie-, quando la var. sabauda 
aveva gia incominciato a perdere i suoi non solo, ma che era gia in gran parte 
fruttificata. Ai 2 Maggio vi avevano 16 fiori. Ai 3 Maggio cinque piante con 
molti fiori; e mentre sulla var. sabauda vi erano molti apidi, sulla var. botrytis 
non se ne vedevano che pochissimi. Ai 9 Maggio si aumentarono i fiori e di 
pari passo i pronubi; ed ai 25 maggio caddero gli ultimi fiori. 

Le specie di apidi che raccolsi durante la passata primavera sulla var. 
botrytis, sono le seguenti: 

1. Apis mellifica L. $ . 

2. Chalicodoma mwraria Fab. 9 • 

3. Andrena pilipes Fab. c? , 9 • 

4. „ fulvicrus K. 9- 

5. Osmia cornuta Lat. 9- 

6. „ Panzeri Mor. tf, 9- 

7. £ Solsky Mor. 

8. Xylocopa violacea Lep. 9- 

9. Anthophora quadrimaculata Panz. 9- 

10. £ pilipes Fab. tf, 9- 

11. Halictus Smeathmanellus K. 9- 

Nelle coltivazioni della var. botrytis-asparagoides compariscono si puö dire 
costantemente, nella proporzione talvolta di circa 1' uno per cento, delle forme 

21* 



164 



Ruggero Cobelli. Gli Apidi pronubi della Brassica oleracea L. 



intermedie colla var. sabauda, e che i nostri contadini chiamano col nome di 
Verzoni. Queste forme si avvicinano per il colore e per le rugositä delle foglie, 
nonche per il modo di fioritura, alla var. sabauda. 

E qui nasce la questione; il presentarsi di queste forme, dipende da im 
incrocio colla var. sabauda, ovvero e un semplice fenomeno di atavismo? 

II fatto che all' epoca della fioritura della var. botrytis, esistono aucora 
liori della var. sabauda, nonche il fatto che le medesime specie di apidi frequen- 
tano ambidue le varietä, non escludono la possibilitä di un incrocio. 

Ma se si considera che non si trovano mai piante della var. sabauda che 
si trasformano nella var. botrytis od in una forma intermedia, od alineno che 
questo fatto deve essere assai raro; se si considera che il fenomeno e abbastanza 
frequente nella var. botrytis che tenta ritornare alla var. sabauda; e che per con- 
servarla bisogna continuare ogni anno nella scelta; si dovrä conchiudere che il 
fenomeno e piü probabilmente un atavismo, una riversione verso la forma piü 
antica, la quäle presenta anche per questo, caratteri molto piü costanti, della 
forma piü recente. 

Del resto che anche la var. sabauda sia una pianta variabile, lo dimostra 
il fatto che talvolta si mostrano nella sue coltivazioni, delle forme intermedie tra 
la var. sabauda e la var. capitata, forme che i contadini distinguono col nome di 
Verze-cappuzze. La qual cosa starebbe quindi a rinforzare 1' idea, che tanto 
la var. capitata quanto la var. botrytis, derivino dalla var. sabauda, la quäle perciö 
rappresenterebbe la forma piü antica. 



i 

Dr. Franz Loew. 

Ein Nachruf 

von 

A. F. Rogenkofer. 



Dr. Franz Loew starb am 22. November 1889 im 61. Lebensjahre. 

Er war der Sohn eines Wiener Gastwirthes, wurde am 9. Juli 1829 ge- 
boren, studirte in Wien Medicin, ward am 23. November 1860 zum Doctor med. 
promovirt, war hierauf im Wiedener Krankenhause und im St. Josef-Kinderspital 
als Secundararzt thätig und etablirte sich 1865 in Wien als ausübender Arzt, als 
welcher er besonders für Kinderkrankheiten gesucht war. 

Schon in früher Jugend zeigte er eine grosse Vorliebe zu den Natur- 
wissenschaften, als Gymnasiast widmete er seine ganze freie Zeit dem Studium 
der Botanik und Zoologie und es war für ihn stets das grösste Vergnügen, wenn 
er ins Freie gehen und dort sammeln und beobachten konnte. 

In den späteren Jahren trieb er mit Vorliebe Entomologie, und da waren 
es hauptsächlich die an Pflanzen gallenerzeugenden Insecten und Milben, sowie 
die Pflanzenläuse (Phytophthires), welche sein besonderes Interesse erregten. 

Bei seinen Studien über die Lebensweise der Cecidomyiden und Psyllideo 
ward er namentlich durch die sorgfältige Beobachtungsgabe und rationelle Zucht- 
methode seines Bruders Paul unterstützt, der auch meisterhafte Abbildungen zu 
den Aufsätzen lieferte. Er zog auch die culturschädlichen Insecten in den Bereich 
seiner Beobachtung und ward häufig von Vereinen und Leitern landwirtschaftlicher 
Zeitschriften um seine Meinung angegangen. 

Loew gehörte unserer Gesellschaft seit dem Jahre 1856 an, er bekleidete 
von den Sechzigerjahren an die Stelle eines Ausschussrathes, sowie seit diesem 
Decennium jene eines Vicepräsidenten. Er war einer der eifrigsten Besucher 
unserer Sitzungen, in denen er eine grosse Zahl von Vorträgen hielt; es sollte 
ihm nicht mehr gegönnt sein, in unserem eigenen Heim die Resultate seiner 
Forschungen persönlich mittheilen zu können. Seine letzte Arbeit 1 ) in unseren 



*) Die in den taschenförmigen Gallen der Pranus-Blätter lebenden Gallmücken und die Ceci~ 
domyia foUorum H. Lw. 



166 



A. F. Rogenhofer. 



Verhandlungen, XXXIX. Bd., S. 535, erschien erst, nachdem ihn bereits die kühle 
Erde seit Längerem deckte. 

Die zoologische Abtheilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums verdankt 
ihm und seinem Bruder Paul die genaue Kevision und Adjustirung des reichen 
Psyllidenmateriales, sowie manchen werthvollen Beitrag zu den Sammlungen. 

Loew war auch Mitgründer der Wiener Entomologischen Zeitung 1 ) und 
einer der Eedacteure während der ersteren Jahre. 

Im Entomological monthly Magazin, 2. series, I, 1890, p. 25 widmet 
J. W. Douglas anerkennende Worte dem Wirken und zu frühen Hinscheiden 
Loew's und gibt eine kurze Uebersicht seiner hemipterologischen Arbeiten. 

Dedicirt wurden ihm: 

Von Aphididen ein Subgenus, von Cocciden, Perliden, Cecidomyiden, 
Cynipiden und Phytoptus je eine, von Psy lüden zwei Arten. 



F. Loew 's Arbeiten bis 1861 sind in Hagen's Bibliotheca entomologica, I, 
p. 489 (6) angeführt; weiters von Taschenberg in der Bibliotheca zoologica, 
II, p. 1279 und 1699. 

Seit 1881 veröffentlichte Loew noch folgende in den Verhandlungen 
unserer Gesellschaft: 

Mittheilungen über Phytoptocecidien. Bd. XXXI, S. 1. Mit 1 Tafel. 
Beiträge zur Biologie und Synonymie der Psylloden. Ebenda, S. 157. 
Beschreibung von zehn neuen Psylloden -Arten. Ebenda, S. 255. Mit 1 Tafel. 
Zur Charakteristik der Psylloden-Genera Aphalara und Bhinocola. Bd. XXXII, 
S. 1. Mit 1 Tafel. 

Be vision der paläarctischen Psylloden in Hinsicht auf Systematik und Synonymie. 
Ebenda, S. 227. 

Eine neue Cocciden -Art (Xylococcus fdifenis). Ebenda, S. 271. Mit 1 Tafel. 
Der Schild der Diaspiden. Ebenda, S. 513. 

Ein Beitrag zur Kenntniss der Milbengallen (Phytoptocecidien). Bd. XXXIII, S. 129. 
Beiträge zur Kenntniss der Jugendstadien der Psylliden. Bd. XXXIV, S. 143. 

Mit Holzschnitt. 
Bemerkungen über Cynipiden. Ebenda, S. 321. 

Bemerkungen über die Fichtengallenläuse. Ebenda, S. 481. Mit 2 Holzschnitten. 
Ueber neue und schon bekannte Phytoptocecidien. Bd. XXXV, S. 451. 
Beiträge zur Kenntniss der Helminthocecidien. Ebenda, S. 471. 
Beiträge zur Naturgeschichte der gallenerzeugenden Cecidomyiden. Ebenda, S. 483. 
Mit 1 Tafel. 

Bemerkungen über Wey enbergh's Lasioptera Hieronymi. Ebenda, S. 511. 
Ueber das Vorkommen der Blutlaus {Scliizonenra Innigem Hsm.) in der Um- 
gebung Wiens. Ebenda, Sitzber., S. 25. 



J ) Dieselbe bringt im IX. Jahrgange einen ausführlichen Ncerolog. 



Nachtut' ig Dr. Pnuu LotWi 



167 



(Vcidiologischo Notizen. IM XXXVI, S. 97. 

Neue Beitrüge zur Kenntniss der Psylliden. Ebenda, S. 149. MSI 1 Tafel. 

Neu«' Beitrage /ur Kenntniss 'Irr Phytoptoceoidien. Bd. XXXVII, S. 23. 
Uebersicht der Bsylliden von Ot'stt'rreirb-l.'ngarn, mit Einsrhhisa von Bosnien und 

der Herzegowina, nebst Beschreibung neuer Arten. Bd. XXX \ III. S .V 

Mit 5 Holzsohnitten. 
Referat über Moniez' Les males du Lecanium hesperidum. Ebenda, Sitzber., 8.54. 
Mittheilungeu über neue und bekannte Cecidoinyiden. Ebenda, S. 2:51. 
Norwegische Phytopto- und Entomocecidien. Ebenda, S. 537. 
Besehreibung zweier neuer Cecidoiuyiden -Arten. Bd. XXXIX, S. 201. 
Die in den taschenlorniigen Gallen der JVumw-Blätter lebenden Gallmücken und 

die Cecidomyia foliorum H. Lw. Ebenda, S. 535. 



In der Wiener Entomologischen Zeitung erschienen: 

Ueber eine noch unbeschriebene Eschenblattlaus. Jahrg. I, 1882, S. 13. 

Ungeflügelte Cocciden-Männchen. Ebenda, S. 60. 

Zur Naturgeschichte des Acanthococcus aceris Sign. Ebenda, S. 81. 

Eine neue J?sylla-kvt Ebenda, S. 92. Mit 1 Holzschnitt. 

Orthczia cataphracta Sh. Ebenda, S. 190. 

Katalog der Psylliden des paläaretischen Faunengebietes. Ebenda, 8. 209. 
Zur Kenntniss der Nadelholz-Cocciden. Ebenda, IS. 270. 

Ueber eine neue Nadelholz-Coccide und den Dimorphismus der Cocciden-Mäimchen. 

Jahrg. II, 1883, S. 3. 
Eine neue Trioza -Art. Ebenda, S. 83. Mit 4 Holzschnitten. 
Eine neue Coccide. Ebenda, S. 115. 

Fälschlich für Gallenerzeuger gehaltene Diptera. Ebenda, S. 217. 
Eine neue Fichtenschildlaus. Ebenda, S. 267. 

Ein Beitrag zur Kenntniss der Orthezia urticae L. Jahrg. III, 1884, S. 11. 



I 



L69 



Tel »er die Veränderung der Hautfarbe bei europäischen 

Batrachiern. 

Von 

Franz Werner. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 5. Februar 1890.) 



Wenn ich die Kesultate mehrjähriger Beobachtungen an den meisten Arten 
der europäischen Batrachierfauna hiermit der Öffentlichkeit übergebe, so geschieht 
dies nicht desshalb, weil ich glaube, den Gegenstand damit erschöpfend behandelt 
und abgeschlossen zu haben, sondern weil ich hoffe, dass diejenigen Zoologen, 
welchen lebende Exemplare der in Niederösterreich nicht oder selten vorkommen- 
den Arten leichter zugänglich sind, durch Veröffentlichung diesbezüglicher Beob- 
achtungen — welche oft genug nur darum unterbleibt, weil der Beobachter sie 
entweder gelegentlich einer anderen Untersuchung gemacht und dann nicht weiter 
beachtet oder der Sache an sich weiter keinen Werth beigelegt hat — die Lücken 
in den meinigen ausfüllen werden. Bezüglich einiger Arten, die ich nicht selbst 
lebend beobachten konnte (Bufo calamita, Alytes obstetricans), verweise ich auf 
Leydig: Ueber die allgemeinen Bedeckungen der Amphibien (Archiv für mikro- 
skopische Anatomie. Bd. XII [1876], S. 180 ff.), wo auch über andere deutsche 
Arten zahlreiche interessante Beobachtungen angeführt werden. 

Ich sehe hier von allen Färbungen ab, die während der Paarungszeit auf- 
treten und schon mehrfach besprochen wurden, 1 ) ebenso von den Wirkungen von 
Südwind und Gewitterluft, über die ich wenig Beobachtungen machen konnte, 
die im Allgemeinen mit denen von Leydig übereinstimmen, und beschränke 
mich auf den Einfluss. welchen das Sonnenlicht und die Entziehung des Lichtes, 
sowie Trockenheit und Feuchtigkeit, Wärme und Kälte auf die Färbung der 
Batrachierhaut ausüben. 



') B. Haller, Ueber das blaue Hochzeitskleid des Grasfrosches (Zool. Anzeiger, 8. Jahrg., 
S. 611, siehe auch daselbst S. 670 und 752). 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 22 



170 



Franz Werner. 



Wenn man die europäischen Gattungen der Batraehier nach dem Grade 
ihrer Veränderlichkeit in eine Reihe stellen wollte, so kommt Hyla unbedingt an 
die erste Stelle dieser Reihe, hierauf folgt Bana, Bufo, Alytcs, Peloclytes, Pelo- 
bates, Discoglossus, Bombinator ; letztere Gattung zeigt gar keine Veränderungen, 
wie ich später noch ausführen werde. 

Ich beginne nun gleich mit der Beschreibung der Farbenveränderungen 
dos Laubfrosches, welcher dorn Chamäleon in der Mannigfaltigkeit der Fär- 
bungen nichts, in der Schnelligkeit, mit der diese Färbungen wechseln, nicht viel 
nachgibt. 

Ich habe an diesem Frosch folgende distinete Färbungen wahrgenommen, 
die ich mit Nummern bezeichnen will, und auf welche ich noch öfters zurück- 
kommen werde. Diese Färbungen sind: 1. hellgelb, 2. gras- oder blattgrün, 
3. dunkelgrün, 4. blaugrün, 5. himmelblau, <>. silbergrau (mit deutlichem Bronce- 
schimmer. der auch bei Bann csculmt« vorkommt). 7. dunkelgrau mit weissen 
Flecken, 8. dunkel olivengrün mit hellgrünen Flecken, 9. schwarzbraun mit hell- 
grünen Flecken (letztere goldschimmernd), 10. hellgelb mit braunen Punkten 
(sommersprossenartig). 

Die citronengelbe Färbung, sowie eine hellgelbe Färbung mit schwarzen 
Flecken, welche Leydig erwähnt, habe ich an hiesigen Fröschen niemals ge- 
funden; gewisse Färbungen scheinen eben nur an Exemplaren aus gewis-m 
Ländern vorzukommen, während die grüne wahrscheinlich unter geeigneten Be- 
dingungen bei allen Fröschen dieser Art auftritt, Die Unterseite des Laub- 
frosches verändert sich nicht. 

In den ersten Jahren des Lebens ist der Laubfrosch auf die Hervorbringt uitr 
gewisser Farben beschränkt; grosse Schaaren eben verwandelter junger Laubfrösche, 
welche ich an einem Sumpf bei Ischl, in der Umgebung des Neusiedler Sees und 
an anderen Orten gesehen habe, zeigten durchwegs eine hellgelbe Färbung. Ich 
war anfangs der Meinung, diese Farbe sei die einzige, die bei so jungen Exem- 
plaren vorkomme, doch wurde ich eines Besseren belehrt, als eine grössere Anzahl 
dieser Thierchen, welche ich mit nach Hause nahm, sehr bald sich verfärbte 
und an ihnen alle erdenklichen Abstufungen zwischen hellgelb und dunkelgrün 
bemerkbar wurden. 

Jedenfalls findet man aber bei Laubfröschen bis zur Zeit des Winterschlafes 
im Jahre ihrer Geburt nur folgende Farben: Gelb (im Freien, kurz nach Verlassen 
des Wassers, im Grase der Ufer), grün, und zwar „freudig" grün (längere Zeit 
nach dem Verlassen des Wassers, wenn sie schon in einiger Entfernung von 
demselben auf niederen Sträuchern sich angesiedelt haben), und endlich dunkel- 
grün (in Gefangenschaft bei Aufenthalt an nassen, dunklen Orten). In den nächsten 
Jahren bis zur Erlangung der Geschlechtsreife erlangt der Frosch noch die Fähig- 
keit, die anderen Farben hervorzubringen, und zwar dauert es am längsten, bis 
er die Farbe ins Blaugrüne, Himmelblaue und Silbergraue verändern kann, ge- 
wöhnlich kommen solche Färbungen nur bei ganz erwachsenen Exemplaren vor. 

Es ist bekannt, dass Hyla arborea in hohem Grade die Fähigkeit besitzt, 
sich in seiner Färbuug dem Gegenstand, auf dem das Thier sitzt, anzupassen; 



Uelu<i die Yerundrnmp >!ci Haut tai !><• I>ci ruiopiiiM-hcn Hatnicliiorn 



17! 



t rot /dem fällt er, wenn er im Freien auf einem Blatte in der Sonnt- sitzt, durch 
Beine liehtere Färbung und einen matten Goldsohimmer leicht auf. wahrend er 
auf dem Erdboden, /wischen Steinen und dürren Blättern, auf Baumrinden '••'Iii' 

schwer zu erkennen ist. 

Die Veränderung der Farbe geht bei verschiedenen Individuen in verschieden 
langer /»dt vor sich; manche werden in kürzester Zeit, nachdem sie sich auf 
einem grünen Blatte niedergelassen haben, vollständig grün, gleichgültig, was sie 
früher für eine Färbung gezeigt haben mögen, hei anderen dauert es wieder 
ziemlich lange, bis die Anpassung vollzogen ist; doch wird wahrscheinlich jeder 
Laubfrosch bei längerem Aufenthalte auf frischem, grünem Laub endlich auch 
grün (sitdie die diesbezügliche Beobachtung von Leyd ig sub Nr. 4). Andererseite 
kann es vorkommen, dass Laubfrösche unter allen Umständen ihre schön grüne 
Farbe beibehalten; ich habe zwei solcher Exemplare besessen (wovon eines der 
Varietät. Hyla Perezi angehörte und aus Südfrankreich stammte), welche aber 
ein Vierteljahr den verschiedensten Veränderungen in den äusseren Lebens- 
bedingungen ausgesetzt (Veränderungen, auf welche die anderen, mit ihnen in 
Gemeinschaft gehaltenen Laubfrösche stets durch Farbenwechsel reagirten), nie- 
mals die geringste Veränderung ihrer schön grünen Farbe erkennen Hessen (also 
das gerade Gegentheil der doch ebenfalls südlichen sardinischen Laubfrösche, 
deren starke Veränderlichkeit Leyd ig hervorhebt). 

Setzt man eine grössere Anzahl von Laubfröschen in ein Glas, welches gar 
kein Laub enthält, sondern nur etwas Wasser und irgend ein Stück Holz zum 
Daraufsetzen, so ist die Möglichkeit vorhanden, dass trotz vollständig gleicher 
Temperatur, Beleuchtung und Feuchtigkeit des Raumes jeder Frosch eine andere 
Färbung aufweist. 

Anders ist jedoch die Sache, wenn die Thiere auf dem Erdboden, zwischen 
Steinen, auf Baumrinden, unter dürren Blättern, auf trockenem Moos sich auf- 
halten ; in diesem Falle ist die Färbung in der Regel blau, grau oder olivengrün 
(also die unter Nr. 4 — 9 aufgeführten Färbungen), so lange ihr Aufenthaltsort eben 
trocken bleibt; an feuchten Orten aber, entweder bei directem Aufenthalt 
im Wasser, oder nur in nassem Gras oder Moos u. s. w., werden die Laubfrösche 
in der Regel dunkelgrün in der Regel sage ich, denn das Sprichwort „Keim; 
Regel ohne Ausnahme" scheint gerade für die Färbungen der Frösche gemacht 
zu sein, und durch uns unbekannte Ursachen, welche das Wohlbefinden des beob- 
achteten Frosches beeinträchtigen, werden oft anscheinend allgemein gilt ige Regeln 
umgeworfen; denn es ist wohl möglich und wahrscheinlich auch nicht selten, dass 
der betreffende Frosch durch Hunger oder durch das Verzehren eines stechenden, 
beissenden oder sich im Magen lange und heftig beAvegenden Thieres, wie auch 
durch Krankheiten (z. B. in Folge von Parasiten) geplagt, entweder auf die er- 
wähnten äusseren Einwirkungen gar nicht reagirt, oder andererseits seine Farbe 
unabhängig von diesen Einflüssen und anscheinend unregelmässig (wahrscheinlich 
aber im Zusammenhange mit der Zu- oder Abnahme der Schmerzen) verändert. 

Die Einwirkung des Sonnenlichtes scheint der Hyla arborea bis zu einem 
gewissen Grade angenehm zu sein und ruft, wenigstens im Freien, wenn nicht 

22* 



172 



Franz Werner. 



gerade die schön grüne, so doch jedenfalls eine helle Färbung hervor; auf der 
ziemlich trockenen Haut zeigt sich dann häufig ein Bronceschimmer. Wird ein 
Laubfrosch aber längere Zeit der Sonnenhitze ausgesetzt, ohne ihr entrinnen zu 
können, so wird er hellgelb mit braunen Flecken und diese Färbung ist ein Vor- 
zeichen des nahen Todes und zeigt sich auch, wenn der Tod durch andere Ur- 
sachen erfolgt ist, nicht selten. (Eine solche auffallend helle Färbung — hellgelb 
mit weissen Flecken oder umgekehrt — zeigt auch Chamaeleon rulgaris vor dem 
Tode häufig.) 

Die Entziehung des Lichtes ruft bei diesem Frosch in der Regel dunkle 
Färbung hervor, und zwar dunkelgrün (im Wasser, respective überhaupt an nassen 
Orten) oder dunkelgrau, dunkelbraun, dunkel olivengrün') (im Trockenen); nicht 
wenige Frösche bleiben aber bei langem Aufenthalt im Finstern schön grün, so 
dass diese Dunkelfärbung theilweise ebenso sehr auf die begleitenden Umstände 
(Feuchtigkeit oder Kälte) als auf den Mangel des Lichtes zurückzuführen ist. 
umso mehr, als ja z. B. die dunkelgrüne Färbung im Wasser auch bei Einfluss 
des diffusen Tageslichtes entsteht. 

Dass die Laubfrösche im Winter dunkel werden, wie oft zu lesen ist. ist 
wohl nur bedingt richtig und nicht so aufzufassen, als ob die dunkle Färbung 
mit dem Winterschlafe in irgend einer Beziehung stünde, sondern sie ist eben 
die Folge des Aufenthaltes an dunklen oder feuchten Orten. Setzt man einen 
Laubfrosch im Winter auf grüne Pflanzen, so wird er grün und ich habe einmal 
sechs Exemplare verschiedener Grösse gehabt, die in frischem, nicht sehr feuchtem 
Moos Winterschlaf hielten und den ganzen Winter über schön grün blieben. Die 
Veränderlichkeit ist im Winter bedeutend geringer als zu den anderen Jahres- 
zeiten; manche Laubfrösche, die im Sommer die ganze erwähnte Farbenscala 
zeigen, verändern ihre Farbe im Winter monatelang nicht im Geringsten. 

Ich gehe nun zur Besprechung der Färbung der Bana -Arten über. Sana 
temporaria {= platyrhinus oder fusca) zeigt folgende verschiedene Farben: Hell- 
gelb (ledergelb), rothgelb, rothbraun, schwarzbraun (chocoladebraun). Das Thier 
zeigt die beiden ersteren Färbungen nur im Freien, unter directer Einwirkung 
der Sonnenstrahlen; die gewöhnliche rothbraune bei mässig feuchtem Aufenthalts- 
orte (also etwa in feuchten Wäldern), die chocoladebraune nur im Wasser. Da 
dieser Frosch stets auf dem Boden, und zwar vorwiegend in feuchten Gebirgs- 
wäldern lebt, so ist es erklärlich, dass der Aufenthalt daselbst nicht wie beim 
Laubfrosch eine dunklere Färbung hervorruft, die jedenfalls ein Zeichen, wenn 
nicht gerade von Unbehagen, so doch jedenfalls einer ungewohnten Situation ist; 
aus demselben Grunde ist es auch leicht einzusehen, warum viele Varietäten des 
Wasserfrosches im Wasser ihre Farbe unverändert beibehalten. Die Entziehung 
des Lichtes scheint bei diesem Frosch dieselbe Wirkung auszuüben wie der Auf- 
enthalt im Wasser; doch besitze ich ein Exemplar aus Oberösterreich (vom 
Mondsee), welches trotz viermonatlichem Aufenthalt im Finstern und im Wasser 
rothbraun geblieben ist, nicht viel dunkler als es im Freien im Walde war. 

') Datei mit oder" ohne helle Flecken. 



roboi die V. i. in. I. i um; der Haut t'ai hv ln-i europäischen Hat rurh j*-rn . 



173 



Sana ügüis rariirl ron weissgrau bis schwarzbraun ; diese gegen Feuchtig- 
keit sehr deutlich reagirende Form lebt auch auf gam trockenem Boden und hat 
dann eine sehr Uchte Färbung; bei Bierkenstein u&chsl Vöslau Ii tob «riederholl 
in den grasbewachsenen Strassengräben grosse Exemplare, «Ii'- in ihrer Färbung 
\<>n weiss wenig verschieden waren ; in Voslau selbst, wo dieser Frosch nament- 
lich in «In- Nähe der grossen, fcheilweise aufgelassenen „Sandgruben 14 , sowie auf 
grossen, mit Ghras und niederen Sträuchern bewachsenen Waldblössen oA in der 
ärgsten Sonnenhitze sieh herumtreibt, ist er hell gelbbraun (isabellfarbig) oder 
hell gräuröthlich. Kr lebt aber auch iu lehmigen Tümpeln in Vöslau und in 
Sümpfen hei Kottingbrunn als aquatische Form, unsern Wasserfrosch vertretend 
oder gemeinschaftlich mit ihm; dann ist er. wenigstens während seines Auf- 
enthaltes im Wasser, schwarzbraun (nicht ins Röthliehe spielend, wie dies bei 
Bona temporaria im Wasser der Fall ist). In Gefangenschaft ist dieser Frosch 
graubraun und verdunkelt sich bei der geringsten Zunahme der Feuchtigkeit und 
Kälte, sowie im Finstern ganz merklich. Die im Freien vorkommenden hellen 
Farben zeigt er in Gefangenschaft nicht, denn sie sind durch directe Einwirkung 
des Sonnenlichtes hervorgerufen, welchem er aber in Gefangenschaft bald erliegt, 
ohue diese Färbungen zu zeigen (gerade so wie Rana temporaria). 

An vier Exemplaren von Rana arvalis habe ich bemerkt, dass sie durch 
Aufenthalt an feuchten Orten deutlich dunkler werden. Näheres über diese Thiere 
ist mir nicht bekannt, da die erwähnten Exemplare, die ich durch die Freundlich- 
keit des Herrn Dr. E. »Schreiber in Görz erhielt, bald starben. 1 ) 

Die verschiedenen Varietäten von Rana esculenta verhalten sich ziemlich 
abweichend; braune und graue Formen sind im Wasser meistens dunkel, wie die 
Landfrösche und werden umso heller, je trockener und sonniger ihr Aufenthalts- 
ort ist. Grüne Wasserfrösche bleiben im Wasser, so lange sie Licht haben, un- 
verändert; an dunklen Orten zeigen aber gerade grüne Exemplare eine starke 
Verdunklung, und zwar mitunter mit deutlichem Goldschimmer (bei Aufenthalt 
im Wasser), den ich sonst nur an ganz trockenen und hellen Exemplaren in der 
Gegend der seitlichen Längswülste des Rückens bemerkt habe. 

Die Intensität der Farbenveränderung, sowie das Verhalten gegenüber den 
erwähnten Einflüssen ist übrigens individuell ziemlich verschieden und daher lässt 
sich über ihn in dieser Beziehung weniger als bei allen anderen Arten etwas 
Sicheres und allgemein Giltiges sagen. Ein grosses Exemplar (grün), welches ich 
mehr als ein halbes Jahr im Finstern hielt, war stets ganz grün und hell, so 
lange er im Trockenen sass; nach kurzem Aufenthalt im Wasser wurde er aber 
dunkel, schmutzig graugrün; ich habe ihn später in einem kleinen Bache am 
Mondsee, wo er jetzt der einzige seiner Art ist, freigelassen und ihn seitdem oft, 
aber stets nur hellgrün gesehen. Eine Anzahl von 15 grünen Wasserfröschen, 



') Durch Versuche mit den mir vor Kurzem von Herrn W. Wo lterstorff in Halle a. d. S. 
übersandten Exemplaren fand ich. dass auch diese Art (wenn auch weniger als Rana agiUs) deutlich 
durch Dunkelhaft oder Aufenthalt im Wasser dunkler wird ; der helle Mittelstreifen des Rückens wird 
dabei entweder gar nicht oder (besonders bei mehr graubraunen Exemplaren) wenigstens nicht 
bedeutend verdunkelt. 



174 



Franz Werner. 



die nicht nur Dunkelhaft hatten, sondern auch noch stets im Wasser sassen, 
blieben trotzdem unverändert hellgrün. Niedrige Temperatur scheint in der Eegel 
eine Verdunkelung der Farbe hervorzurufen ; am Rande eines Sumpfes bei St, Veit 
(nächst Wien) sah ich an einem kalten, stürmischen Septembertage lauter dunkel- 
braune und dunkelgrüne Wasserfrösche sitzen; ebenso waren die Frösche dieser 
Art, die ich an einem kalten, trüben Augusttage in der Nähe von Leobersdorf an 
einem grossen Teiche sitzen sah, alle dunkel ; dessgleichen die an einem kalten 
Septembermorgen (bei Bora) bei einem Tümpel auf der istrianischen Insel Cherso 
gesehenen Exemplare. Dass diese Färbungen wieder aufgehellt werden können, 
beweist, dass ich an denselben Orten bei Sonnenschein nur hellgrüne und hell- 
braune Frösche mit deutlich wahrnehmbaren Flecken sah. 

Im Allgemeinen kann man sagen, dass Borna esculenta bei warmer 
Witterung, Aufenthalt auf trockenem Boden und bei Einwirkung des Tageslichtes 
helle Färbungen zeigt, ohne dass die gegenteiligen Einflüsse notwendigerweise 
eine Verdunkelung der Hautfarbe herbeiführen müssten. 

Bei vielen (und zwar meist grossen, grünen) Wasserfröschen treten unter 
denselben Umständen, welche eine Verdunkelung der Oberseite bewirken, auf der 
Bauchseite grosse graue Flecken auf, und zwar in umso grösserer Anzahl und 
Deutlichkeit, je dunkler die Oberseite ist, bis endlich die ganze Unterseite wie 
marmorirt aussieht, Aehnliche Flecken kann ich mich erinnern bei JRana agilis 
nach langem Aufenthalt in Wasser gesehen zu haben (nur an ganz grossen Exem- 
plaren und von graubrauner Farbe). 

An Bufo cariahilis bemerkt man bei Aufenthalt an feuchten Orten eine 
Verdunkelung der Grundfarbe; diese Verdunkelung kann so weit gehen, dass die 
grünen Flecken der Oberseite kaum mehr erkennbar sind. Bei Exemplaren, die 
sich durch dunkelgraue Grundfarbe, hell olivengrüne Flecken, starken Geruch 
und grössere Rauhigkeit der Haut auszeichnen und meist männlichen Geschlechtes 
sind, verdunkelt an feuchten Orten gerade die Färbung der Flecken. Kleine 
Exemplare aus Vöslau — weiss mit grauen Flecken — wurden im Wasser hell- 
grau, die Flecken schön hellgrün. Die schönen grossen Exemplare von schnee- 
weisser Grundfarbe, die ich sowohl in Niederösterreich als auch auf der Insel 
Lesina gesehen habe, verdunkelten ihre Grundfarbe, wenn sie nach einem warmen 
Regen bei Tage herumhüpften, trotz der Feuchtigkeit des Bodens nur sehr wenig. 

Dass der Aufenthalt im Dunkeln an sich keine Verdunkelung hervorruft, 
ist durch die nächtliche Lebensweise wohl erklärlich; da die Entbehrung 
des Tageslichtes kein ungewohnter und unbehaglicher Zustand ist, so erfolgt 
(auch bei Bufo vulgaris) keine diesbezügliche Reaction durch Verdunkelung der 
Hautfarbe. 

Bufo vulgaris wird bei Aufenthalt an feuchten Orten wohl häufig dunkel- 
braun (rothbraun), wobei die dunklen Flecken des Thieres unkenntlich werden; 
es ist dies aber durchaus nicht immer der Fall. Solche Exemplare, welche 
dunkelbraun sind und lebhaft ziegelrothe Flecken und Streifen zeigen, und welche 
ich namentlich auf 'sumpfigen Bergwiesen Oberösterreichs im Wasser gefangen 



lM>er dir Voiändoning »l« ■ i f hiutt'ai !>•■ I>t<i europäischen hat riuhiorn . 



1 7f> 



Ii :i Im», lassen diese r»>t Inn Zeichnungen nur bei Aufenthalt an nassen Often er- 
kennen, während sie im Trockenen undeutlich werden, bei gleichzeitiger, sehr 
Langsamer Aufhellung der Grundfarbe, 

]\'lo(hftcs piuwtfttHs, voii welchem ich ''in Mutzend Biemplare gesehen 
halte, die auf feuohtem Bfoos gehalten worden waren, waren dunkelbraun, mit 
einem Stirb ins Grüne; zwei in meinem Besitz übergegangene Exemplare wurden 
im Trockenen ganz hellbraun, die Flecken, die früher schwärzlich waren, schSn 
grün. Kurz nach ihrem Tode waren beide ausserordentlich licht, die Flecken 
golbgrün (siehe die diesbezügliche Beobachtung bei llyla, S. 171). 

Die beiden Pclobatcs -Arten (Pelobates fuscus und Pclohatc* mtöHpes) 
vorhalten sich gegen die Einwirkung von Feuchtigkeit ganz gleich; graue Exem- 
plare worden dunkelgrau, braune aber dunkelbraun (so dass die braunen Flecken 
ganz verschwinden). Die Bauchseite wird dabei häutig dunkel (grau). Andere 
Einflüsse bringen meines Wissens eine Veränderung der Hautfarbe nicht hervor. 

Au Dixcoylossus pictus konnte ich darum keine merkliche Veränderung 
constatiren, da mein einziges Exemplar ohnehin dunkelbraun war. Herr Dr. J. v. 
Bedriaga hat mir aber mitgetheilt, dass eine Verdunkelung der Farbe dieses 
Frosches bei Aufenthalt im Wasser bemerkbar ist. 1 ) Gar keine Veränderungen 
zeigen die beiden Bombinator -Arten; dass der Aufenthalt im Wasser keine Ver- 
änderung der Hautfarbe dieser Thiere hervorbringt, ist bei der aquatischon Lebens- 
weise derselben zu erwarten, aber auch andere Einflüsse bleiben ganz wirkungslos. 
Es ist zwar höchst wahrscheinlich, dass die Färbung der Oberseite dem Aufent- 
haltsorte angepasst ist, diese Färbung ist aber bei allen Exemplaren eines und 
desselben Gew r ässers gleich, von den besprochenen Einflüssen unabhängig und an 
einem und demselben Exemplar unveränderlich, und endlich erblich. In den die 
sumpfigen Bergwiesen in der Umgebung des Mondsees durchschneidenden Wasser- 
gräben und in der die Misthaufen der Bauernhöfe in Ischl umgebenden Jauche 
habe ich Bombinator paehypus gefunden, welche von dem schwarzgrauen schlam- 
migen Wasser absolut nicht zu unterscheiden waren; ebenso sind die Exemplare 
derselben Art, welche zwei grosse Lehmpfützen in Vöslau bevölkern, durch ihre 
hell gelbgraue Färbung mit dem Boden dieser Pfützen vollständig gleichfarbig. 

Man kann die europäischen Batrachier nach ihrer Veränderlichkeit in drei 
Gruppen theilen, und zwar in Farben verändernde : Hyla, Bauet, Bufo variabilis, 
caJamita, vulgaris (Lejdig), Alytes 2 ) (Leydig), dann in bloss verdunkelnde: Pelo- 
bates, Pelodytes, Discoglossus, und schliesslich in unveränderliche (Bombinator). 



1 ) Sowohl die Beobachtungen an Pelodytes wie die Vernmthung, dass sich helle Exemplare 
von Discoglossus im Wasser verdunkeln, habe ich an den kürzlich von Herrn Max Koch in Magde- 
burg erhaltenen Exemplaren bestätigen können. 

2 ) Auf meine Bitte hat Herr W. Wolterstorff in Halle a. d. Saale die Freundlicbkeit ge- 
bäht, an dieser Art Experimente anzustellen und mir deren Ergebniss mitzutheilen, welcbes darin 
besteht, dass das Thier im Trocknen eine helle, gelblichbrännliche Färbung annimmt, von der sich 
die duukelu Wärzchen deutlich abheben, in feuchtem Kaum aber dunkel (bräunlicbgrau) wird, wobei 
die dunkle Färbung der Wärzchen kaum erkennbar ist. (Neuerdings durch eigene Beobachtung 
bestätigt.) 



176 F. Werner. Ueber die Veränderung der Hautfarbe bei europäischen Batracbiern. 



Schliesslich mag hier noch bemerkt werden, dass Schrecken meines Wissens 
keine Farbenänderung hervorruft; ich habe viele Frösche und Kröten an amphi- 
bienfressende Schlangen (Tropidonotus natrix, tessellatus, viperinus) verfüttert 
und die Angst, welche die Frösche vor den Schlangen dieser Gattung haben, ist 
eine ganz ausserordentliche; wer nur einmal das seltsame, entsetzliche Geschrei 
gehört hat, welches Bana agilis auf der Flucht vor der Eingelnatter oder einer 
ihrer Verwandten — und meines Wissens nur in diesem Falle — ausstösst, wird 
mir Recht geben. Auch der schon von der Schlange erfasste und sich verzweifelt 
gegen sie wehrende Frosch, der ja doch gewiss einen Begriff von dem Ernst der 
Situation hat, verändert seine Farbe fast gar nicht; eine unbedeutende Aufhellung 
derselben ist darauf zurückzuführen, dass die Haut stark aufgeblasen wird, um 
der Schlange das Verschlingen unmöglich zu machen. 



177 



Deutsche Benennungen für Poriferen, Coelenteraten, 
Kchinodermen und Würmer. 

Von 

Dr. Euiil y. Marenzeller. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 5. März 1890.) 



Es ist nicht zu leugnen, dass die ausschliessliche Anwendung der lateinischen 
Sprache bei der Bezeichnung der Arten, Gattungen. Familien, Ordnungen. Classen 
in öffentlichen zoologischen Sammlungen den Aufgaben, welche diese dem grossen 
Publicum gegenüber zu erfüllen haben, sehr hinderlich ist. Die fremde Sprache 
wird selbst ein warmes Interesse abtödten. Sie steht hemmend der Anknüpfung 
neuer oder der Erneuerung alter Bekanntschaften mit den ausgestellten Objecten 
entgegen und sie raubt den Besuchern die Möglichkeit, sich nachträglich unter- 
einander über das Gesehene zu verständigen, weil die ungewohnten Ausdrücke im 
Gedächtnisse nicht haften bleiben. Jedes Object in einer solchen Sehausaminlung 
sollte desshalb neben dem lateinischen Namen, der die wissenschaftliche Basis ist, 
eine Bezeichnung in der jeweiligen Landessprache tragen, ebenso müssten die 
Benennungen der Eintheilungen (Familien, Ordnungen etc.) zweisprachig sein. 
Diesem kategorischen Satze steht jedoch die leidige Thatsache entgegen, dass in 
den weitaus meisten Fällen andere Namen wie lateinische nicht vorhanden sind. 
Bei alten Autoren finden wir noch häufig eine doppelte Bezeichnung, später ging 
wenigstens bei uns Deutschen dieser Usus ganz verloren. Nur die Franzosen 
hielten noch länger daran fest, indem sie zwar den Gattungsnamen unverändert 
Hessen, den Speciesnamen jedoch in ihre Muttersprache übersetzten. Für gewisse 
Thiere, mit welchen der Mensch häufiger in Berührung kommt, die er anstaunt, 
ausnützt oder fürchtet, besitzt jede Nation ihre eigenen Namen. Für fremd- 
ländische höhere Thiere, für gewisse beliebte Gruppen der Insecten haben zahl- 
Z. B. Ges. B. XL. Ath. 23 



178 



Emil v. Marenzelle r. 



reiche populäre Schriften und Lehrbücher Namen eingebürgert. Alle diese müssen 
ihren Platz einnehmen; denn der Besucher forscht nach ihnen, weil er an das 
in der Schule und im Leben Gelernte anknüpfen will. In einer grossen Sammlung, 
die Eepräsentanten aus allen Gruppen und aus allen Theilen der Welt enthält, 
ist dieser Vorrath an Namen bald erschöpft. Was dann? Es bleibt nichts übrig, 
wie neue Namen zu machen. In dieser Lage befand ich mich, als ich die Ein- 
richtung der Schausammlung im k. und k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien, 
soweit sie die Poriferen, Coelenteraten, Echinodermen und Würmer betraf, durch- 
führte. Wohl in keiner anderen Abiheilung trat das Bedürfniss nach deutschen 
Namen so dringend auf, wie in dieser, und in keiner war der Mangel so gross. 
Niedere Seethiere, um die es sich vorzugsweise handelt, sind ja einer Binnen- 
bevölkerung so gut wie unbekannt, und deutsche, volksthümliche Bezeichnungen 
sind nur spärlich vorhanden. Ich beschränkte mich für den Anfang auf die 
Benennung der Familien. Sectionen, Ordnungen. Classen und Divisionen, soweit 
dieselben in der Sammlung durch Objecto vertreten sind. Nur bei den Ein- 
geweidewürmern wurden auch die wichtigeren Arten mit ihren deutschen Namen 
versehen. Die Veröffentlichung der gewählten oder erfundenen Namen in einer 
Jedermann zugänglichen Zeitschrift halte ich für eine Notwendigkeit, weil nur 
so ihre Zukunft gesichert wird; doch beanspruche ich nicht für sie eine grössere 
Stabilität als sie verdienen. Ich bin vollkommen zufrieden, wenn dieser nicht 
mühelose Versuch die Arbeiten meiner Nachfolger in gleicher Richtung erleichtern 
würde. Wünschenswerth scheint mir auch, dass mein hiemit gegebenes Beispiel 
von Anderen befolgt würde, auch in Bezug auf andere Thierformen. Es liesse 
sich nach und nach das Gegebene zusammenfassen, prüfen und endlich wenigstens 
innerhalb der gesteckten Grenzen die Vollständigkeit erreichen, welche dem all- 
gemeinen Bedürfnisse entspricht. 

Ich habe die deutschen Namen genommen, wo ich sie fand, ohne mir 
Rechenschaft zu geben, wer ihr Schöpfer gewesen; denn es wäre dies eine sehr 
umständliche, zeitraubende, manchmal selbst vergebliche Arbeit gewesen. Bei der 
Bildung der Namen vermied ich mit Ausdauer den verwerflichen Schlendrian, den 
lateinischen Ausdruck unverändert beizubehalten und nur den Ausgang zu ver- 
deutschen. Es ist dies sehr bequem, aber rücksichtslos gegen die deutsche Mutter- 
sprache und ganz ohne Werth für den lernbegierigen Besucher. Die Namen 
konnten auch nicht immer Uebersetzungen der lateinischen sein. Es wurden 
sodann vollständig neue gebildet, auf Grund äusserer oder innerer Charaktere 
oder von Lebensgewohnheiten. Die Namen der Familien sind meist so zusammen- 
gesetzt, dass man sogleich ersieht, welcher höheren Gruppe diese angehören. Die 



ausserordentliche [Jeberlegenheil solcher deutscher Benennungen den Lateinischen 
gegenüber wird Jedem einleuchten, der «Ii«- aachfolgende Zusammenstellung durch- 
lebt Bezüglich des gewählten Systemes ist zu bemerken, dass die Einrichtungs- 
arbeiten sich Jahre hinauszogen, und es nicht mehr möglich war. Fortschritte 
der allerletzten Zeit zu berücksichtigen. 



Schwämme, Porifera, 



G lasse: 

Kalklose Schwämme, ZVbw CW/- 



carea. 



O. 1 ) 
F 
F 



Glassehwämme. Hyalospoiu/iae. 
Netzsehwämine, Euretidae. 
Labyriiithsehwänmie, Maeandro- 
sponyiidac. 
F. : Wurzelschopfschwäniine, Pollalci- 
dae. 

0. : Kioselnadelschwämine, SpiciUispon- 
giae. 

S. : Vieraxige Schwämme, Tetractina, 

F. : Kugelschwämme, Geodiidae. 

F. : Ankerschwämme, Ancorinidae. 

F. : Rindenschwämme, Corticiidae. 
s. : Bchleimschwämme, Oligosilicina. 

F.: Gummischwämme, Chondrosiidße. 

F.: Gallertschwämme, HaMsarcidae. 
S. : Scheinvieraxige Schwämme. Tseudo- 
tetraxonia. 

F. : Pomeranzenschwämme, Tethyidae. 
S.: Keulenschwämme, Clawdina. 

F.: Zitzenschwämme, Polymastiidae. 

F. : Korkschwämme, Suberitidac. 

F.: Bohrschwämme, Clionidae. 



< >.: Faserschwämme. Cornaempongiae. 
s.: Kieeel-Hornschwämme , Halichen- 
drina. 

F. : Spindelschwämme, Halichondrii- 
dae. 

F.: Süsswasserschwämme, SpongüK- 
dae. 

F.: Schaufelsehwämme. Desmacido- 
nidae. 

F. : Stachelschwänime. Jütyonidae. 
S.: Hornschwämme. Ceratina. 
F. : Sandhomschwämme,/S^OMgfeZntiae 
F. : Badeschwämme, Spongiidac. 
F. : Markhonischwämmc^lyy///s//^V/^c 

Classe: 
Kalkschwämme, Calcarea. 

0.: Geisseikammerlose Kalkschwämme. 

Homocoela. 
F.: Sackkalkschwämme, Asconidae. 
0. : Geisselkammer-Kalkschwämme, ZZie- 

terocoela. 

F. : Wahenkalkschwäinmc. Syamidae. 
F.: Knollenkalkschwämme, Leuco- 
nidae. 



Schlauchthiere, Coelenterata, 

Classe: 
Korallen, Anihozoa, 



0. : Fiederkorallen, AJcyonaria. 
S.: Schwammkorallen, Alcyonacca. 



F. : Hautkorallcn. Cornulariidac. 

F.: Orgelkorallen, Tuhiporidac. 

F.: Doldenkorallen, Xcnüdae. 

F.: Lappenkorallen, Alcyoniidac. 

F.: Kätzchenkorallen, Kephthyidac 



'') 0. = Ordnung, S. = Section, F. = Familie. 

23* 



180 



Emil v. Marenzelle r. 



F.: Sonnenkoralleu, Helioporidae. 
S. : Federkorallen, Pennatulacea. 

F. : Seefedern, Pennatulidae. 

F.: Aehrenkorallen, Spicidae. 

F.: Nierenkorallen, JRenillidae. 

F.: Walzenkorallen, Yerctillidae. 
S. : Rindenkorallen, Gorgonacea. 

I. Kerukorallen, Scleraxonia. 
F.: Markkorallen, Briareidae. 

F.: Korkkorallen, Suberogorgiidae. 
F.: Gliederkorallen, Melähaeidae. 
F.: Sehmuckkorallen, Coralliidae. 

II. Axenkorallen, Holaxonia. 
F.: Wirbelkorallen, Isidae. 

F. : Schuppenkorallen, Primnoidac. 

F.: Deckelkorallen, Muriceidae. 

F. : Warzenkorallen, Plexauridae. 

F.: Gorgonenkorallen, Gorgoniidae. 

F.: Beinkorallen, Gorgonellidae. 
0. : Fadenkorallen, Antipatharia. 

F.: Schmelzkorallen, Gcmrdiidae. 

F.: Dörnclienkorallen, Antipathidde. 
(). : Seerosen, Actinaria. 

F. : Wurmanemonen, Edwardsiidae. 

F.: Seeanemonen, Actiniidae. 

F. : Strahlenanemonen, Stychodacty- 
lidae. 

F. : Straussanemonen , Thälassian- 
thidae. 

F.: Lederanemonen, Zoanthidae. 

F. : Röhrenanemonen, Cerianthidae. 
0. : Steinkorallen, Madreporaria. 
S.: Porenkorallen, Perforata. 

F. : Siebkorallen, Poritidae. 

F.: Kronenkorallen, Madreporidae. 

F.: Sandkorallen, Eupsammidae. 
S. : Bälkehenkorallen, Eungiacea. 

F.: Pfaukorallen, Lophoseridae. 

F.: Pilzkorallen, Fungiidae. 

F. : Trugsternkorallen, Plesio fungii- 
dae. 

S.: Porenlose Korallen, Aporosa. 
F. : Sternkorallen, Astraeidae. 
F.: Maschenkorallen, Pocilloporidae. 



F. : Augenkorallen, Oculinidae. 
F.: Kreiselkorallen, Turhinoliidae. 

Classe: 

Polypen und Quallen, Polypo- 
medusae. 

0.: Quallenammen, llgdromedmae. 
S.: Polypenkorallen, Hydrocoralli«. 

F.: Becherpolypen, Stylasteridae. 

F. : Punktpolvpen, Milleporidae. 
S. : Hyderpolypen, Hydropolypi. 

F.: Keulenpolypen, Clcmdae. 

F. : Prachtpolypen, Eudendriidae. 

F.: Wedelpolypen, Blastopolypidae. 

F.: Fiederpolypen, Plumulariidia 
S. : Knospenquallen, Hydromedusinae. 

F.: Blumenquallen, Anthomeckisidae 

F. : GlockenqiKillen, Tubiilariidae. 

F. : Faltenquallen, Leptomedusidar 

F. : Ruderquallen, Campanulidae. 

F.: Anemoiicnqiialleu, Hydractinii- 
dae. 

S. : Kolbenquallen, Trachomedumc. 
F. : Knorpelquallen, Traclwmedusidae. 
F. : Spangenquallen , Narcomedusi- 
dae. 

0.: Schwimmpolypen, Siphonophorcu 
F.: Traubenschwimmpolypen, ApoJe- 

miidae. 

F.: Säulenschwimmpolypen. Stepha- 

nomiidae. 
F.: Blasenschwimmpolypen . Physo- 

phoridae. 
F.: Kronenschwimmpolypen. Athory- 

biidae. 

F.: Fadenschwimmpolypen . Bhi:o- 

physidae. 
F. : Galeerenschwimmpolypen . 

saliidae. 

F.: Hufschwimmpolypen. Hippopo- 
diidae. 

F.: Ditteiisehwimmpolypen, Dvphyi- 

dae. 



Deutsche llenetimmgeii (Vir l'orifcreu, Coelciitcnitcn, Kcliiimdci inen iiikI WuniK-i 



F.: Begebohwimmpol ypen , VeUUli 

dar 

().: Quallen. AcaUphae. 

S.: Kreu/.quallen, Stauromcdiisac. 

F.: Laternenquallen. Luvt niuriiduc. 
s.: Wärfelquallen, Cubomedusae. 

F.: Beutelquallen, Cha/rybdaeidae. 
s .: SoheibenquaUen, Discomedusae. 

F.: Leuchtquallen, Petogüdae, 

F.: Haaniuallt'ii. Ci/aneidae. 

F.: Ohrenquallen, Ulmaridae. 

F.: Schmuckquallen, Toreumidae. 

F.: Wurzelqnallen, PUemidaß. 

Stachelhäuter, 

Classe: 

Liliensterne, Crinoidea. 

0.: Gliederlilien, Articulata. 
F.: Seelilieu, Pentacrinidae. 
F.: Haarsterne, Comatulidae. 

Classe: 
Seesterue, Asteroiden, 

0. : Zangensterne, Fordpulata. 

F. : Stachelsterne, Asteriidae. 

F.: Wundersterne, Brisingidae. 

F. : Strahlensterne, Heliasteridae. 
0. : Domensterne, Echinulata. 

F. : Netzsterne, Echinasteridae. 

F.: Keulensterne, Mithrodiidae. 

F.: Sonnensterne, Solasteridae. 

F.: Flügelsterne. Pterasteridae. 

F.: Zwergsterne, Asterinidae. 
0.: Klappensterne, Valvulata. 

F. : Porensterne, Linckiidae. 

F. : Ledersterne, Gymnasteridae. 

F.: Buckelsterne, Pentacerotidae. 

F. : Tafelsterne, Antheneidae. 

F.: Fünfecksterne, Pentagonasteri- 
dae. 

0.: Bürstensterne, Paxillosa. 



F : Saugquailen, Vtrsuridßt, 

F.: Erausenquallen, ChwnbesHdas, 

('lasse: 

Rippenquallen, Ctenophora, 
().: Rippenquallen mit Fangfaden, ZVw- 
taculdfu. 
F.: Afützeuquaüen, Cydippidae 
F.: Trichterquallen. Lolmlidae. 
F.: Gürtelqualleu, Cestidae. 
(). : Bippenquallen ohne Fangfaden, 

F.: Melonenquallen. Beroidae. 

Echinoderma, 

F. : Aftersterne, Archasteridae. 
F.: Kammsterne, Astropectinidae 

Classe: 

Schlangensterne, Ophiuraidea. 

0.: Medusenhäupter. Euryalae. 

F. : Zweigmedusenhäupter, Gorgono- 
cephalidae. 
0. : Einfache Schlangensterne, Ophiurae. 
F.: Hautschlangensterne , Ophioder- 
matidae. 

F.: Schuppenschlangeusterne. Ophio- 

Upididae. 
F. : Maasliebchenschlangensterne, ^4wi- 

jdiiuridae. 
F.: Zahnschlangensterae, Ophioeomi- 

dae. 

F.: Haarschlaugensterne. Ophiothri- 
cidae. 

F.: Schleimschlangensterne, Ophio- 
myxidae. 

Classe: 

Seeigel, Echiiioidea. 

0.: Keihenseeigel, Desmosticha. 
F.: Turbanseeigel, Cidaridae. 



182 



Emil v. Marenzelle r. 



F. : Kreuzseeigel, Arbaciidae. 

F. : Diademseeigel, Diadematiclae. 

F. : Querseeigel, Echinometridae. 

F. : Apfelseeigel, Echimdae. 
0. : Rosettenseeigel, Clypeasteroidea. 

F.: Schildseeigel, Euelypeasteridae. 

F. : Scheibenseeigel, Scutellidae. 
0. : Herzseeigel, Petalosticha. 

F. : Nussseeigel, Cassidulidae. 

F.: Kastanienseeigel, Spatangidae. 

Würmer, 

Classe: 

Plattwiirnier, PlatheJnt inthes. 

0. : Kettenwürmer, Cestoides. 
F. : Bandwürmer, Taeniidac. 
F.: Grubenkettenwürmer . Bothrio- 

cephalidae. 
F.: Rüsselkettenwürmer, Tetraphyl- 

lidae. 

F. : Riemenwürmer, Liyulidae. 
F. : Nelkenwürmer, CaryophyUaeidae. 
F. : Blattwürmer, Amphilinidae. 
0.: Saugwürmer. Trematodes. 

F.: Einlochwürmer, Monostomidae. 
F. : Doppellochwürmer , Distomidae. 
F.: Bauchnapfwürmer, Gasterosto- 
midae. 

F.: Kragenwürmer, Holostomidae. 

F. : Endlochwürmer, Ampliistomidae. 

F.: Dreilochwürmer, Tristomidae. 

F.: Klammerwürmer, Polystomidae. 

F.: Zipfelwürmer, Gyrodactylidae. 
0. : Strudelwürmer, Turbellarii. 
S.: Stabdarmstrudelwürmer, Wiabdo- 
coelides. 

F.: Nabelstrudelwürmer, Mesostomi- 
dae. 

F.: Schwänzchenstrudelwürmer, PZa- 

giostomidae. 
F.: Keilstrudelwürmer, Monotidae. 



Classe: 

Holothurien, Holothurioirfea . 

0.: Füsschenholothurien, Pedata. 

F.: Soewalzen, Aspidoehirotidae. 

F. : Seegurken, Dendrochirotidae. 
0.: Fusslose Holothurien, ^ocfo. 

F. : Schwänzchenseewalzen , Molpa- 
diidae. 

F.: Klettenseewalzen, Synaptidae. 

Vermes, 

S.: Zweigdarmstrudelwürmer, Tricla- 
dides. 

F.: Süsswasserplanarien , Plana ni- 
dae. 

F.: Landplanarien, Geoplanidae, 
S.: Seeplanarien, Polycladides. 

F. : Hörnchenseeplanarien, Planoceri- 
dae. 

F. : Plattenseeplanarien, Leptoplani- 
dae. 

F. : Faltenseeplanarien , Pseudoceri- 
dae. 

0.: Schnurwürmer, Nemertini. 

S.: Urschnurwürmer, Palaeonemertini. 



F.: 


Kielschnurwürmer, Carinell idae. 


F.: 


Halsschnurwürmer, Poliidae. 


S. : Spaltkopfschnurwürmer, Schizone- 




mcrtini. 


F.: 


Riesenschnurwürmer. Lineidae. 


F.: 


Krausenschnurwürmer , Zro/r/ w- 






S. : Stiletschnurwürmer , Hoplonemer- 






F.: 


Furchenschnur würmer , Amphi- 




poridae. 


F.: 


Wickelschnurwürmer , Nemerti- 




dae. 



S.: Trugegel, Mcdacobdellae. 

F.: Napfschnurwürmer, Mcdacobdel- 
lidae. 



I»eutM-!n' lU'ii. 11111111^.11 Im l'ontVii'ii, «'oelputmiteu. Kcliinndcriiit'ii uml Wilrm«r. 



183 



CUne: 

lvinnh> iinncr. \< mutln I in i nt In 

0.! Fadenwürmer, Nematoides 
F.: Spulwürmer, Äscaridae. 
F.: Lippenwürmer, Heterocheilidae . 
F. : EHederwürmer, A&mtKocladidae. 
F.: Ballenwürmer, Tropidocercidae. 
F.: Palissadenwürmer, Strongylidae, 
F.: Blasonschwanzwürnicr, Phymlo- 
l>ttri<l«e. 

F.: Kappenwürmer, CiuuUcoiidae. 
F.: Zackenwürmer. Cheiraeruithidae. 
F.: Peitschemvürmer, Trichotmcheli- 
dae, 

F.: Haarwürmer, Füariidae, 
F.: Drahtwürmer, Mermitidae. 
F.: Saitenwürmer, Gordiidae. 
F.: Aelchenwürmer. AngmUulidae. 
0.: Hakenwürmer, Actoithocepliali. 
F.: Kratzer, Echinorhynchidae. 

Classe: 

Borstenkiei'er, Chaetognathi. 

0. : Pfeil wärmer, Sagittati. 
F. : Pfeilwürmer, Sagittidae. 

Classe: 

Spritzeinvürmer, Gephyrei. 

0. : Borstenlose Spritzenwürmer, Achaeti. 
F. : Fühlerspritzenwürnier, Sipuncu- 
lidae. 

F.: Pinselspritzenwürmer, Priapuli- 
dae. 

0. : Borstenspritzenwürmer , Chaetiferi. 
F.: Rinnenspritzt'nwürmer, Schizo- 
rhynchelidae 

Classe : 

Gliederwürmer, Ann iiUiti. 

0.: Egel, Hirudinei. 

S. : Rüsselegel. HhynchobdelUni. 



F. - . Fisohegel, TckthyobdiWdcu 

F.: Sctaeokenegel, Glepsinidde. 
s.: Kieferegd, ( 'jhwthobeh ■llua 

F.: Blutegel, Eirudmidae. 
0.: Hoistfiiwüruirr. Ckaetopodes, 
S.: Ringelwiirmcr. OligochaeH, 

F.: (Jritl'rlringt'lwiiriiit'r, X((idomor- 
jihiihw. 

F. : Krebsrinp'hvi'irnicr. Discodrilidtic. 
F. : Topfringelwürmer, Euchytracidac. 
F.: Regenwürmer, Lumbricidae. 
F. : Sumpiringrhvürinrr, f 'riodrilidae. 
F.: Stachelringelwürmer, Acantho- 
drilidae. 

F. : Gürtelriugelwürmer, Pcriclweti- 
dae. 

S.: Raubwürmer, Itapaces. 

F.: Bürsteuwürmer, Amplünomidac . 
F. : Seeraupen, Aphroditidae. 
F. : Schuppenwürmer, Potynoidae. 
F.: Fühlerschuppenwürmer, Sigalio- 
nidae. 

F.: Fächerwünner, Palmyridae. 
F. : Kantenwürmer; Nephthyidae. 
F.: Blätterwürmer, Phyllodocidae. 
F.: Glaswürmer, Alciopidae. 
F.: Asselwürmer, Tomopteridae. 
F.: Bruchwürmer, Hesio)tid(ie. 
F. : Knospenwürmer, Syllididae. 
F.: Spitzchenwürmer. Lycoridac. 
F. : Kreuzkopfwürmer, Stauroceplia- 
lidae. 

F.: Kahlkopfwürmer, Lumbrinerei- 
dae. 

F.: Kieferwürmer, Eunicidac. 
F. : Röhrenkieferwürmer, Onuphiidae. 
F.: Kegelwürmer, Glyceridac. 
S. : Röhrenwürnier, Limivori. 

F.: Scheinsaitenwürmer, Pohjgordii- 
dae. 

F. : Wimperwürmer, Opheliidae. 
F. : Rückenriulerwürmer, Ariciidne. 
F.: Höckerwürmer, Sphaerodoridae. 
F.: Pilzwürmer, Chloraemidae. 



E. v. Marenze Her. Deutsche Benennungen für Foriferen, Coelenteraten etc. 



F.: Schildwürmer, Sternaspidae. 
F. : Flügelwürmer, Chaetopteridae. 
F. : Widderwürmer, Spionidae. 
F.: Mähnenwürmer, Cirratulidae. 
F.: Sandpierer, Telethusidae. 
F.: Köpfchenwürmer, Capitellidae. 
F.: Plattkopfwürmer, Maldanidae. 
F.: Blüthenwürmer, Ammocharidae. 
F. : Köcherwürmer, Amphictenidae. 



F. : iSchopfwürmer, Terebellidae. 

F.: Goldkrönchen, Hermellidae. 

F.: Meerpinsel, Sdbellidae. 

F.: Trichterwürmer, Myxicolidae. 

F.: Kalkröhrenwürmer, Serpulidae. 



F.: Liliensternschmarotzer, Myzosto- 
midae. 



Darmkiemer, Enteropneusta, 

Eichelwürmer, Balanoglossi. 



185 



Beitrag zur Kenntniss der Orchidaceen der Bukowina. 

Von 

A . P ro e op i an u - Pro c o p o v i c i . 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. April 1890.) 



Die uns bisher bekannt gewordenen Orchidaceen der Bukowina sind in den 
Werken von Zawadzki. hauptsächlich in seiner 1835 erschienenen „Enumeratio 
plantarem Galiciae et Bucovinae", von Herbieh, hauptsächlich in seiner 1859 
erschienenen „Flora der Bukowina", und von Knauer, „Flora von Suczawa und 
seiner Umgegend", 1863, enthalten, und zwar beziehen sich die Angaben dieser 
Autoren ausschliesslich auf Selbstbeobachtungen. Erst Knapp, „Die bisher be- 
kannten Pflanzen Galiziens und der Bukowina", 1872 erschienen, fasst alle diese 
Angaben und etliche sporadische kritisch geordnet zusammen und führt ausser- 
dem einige Siccate von Freiherrn von Mustazza an. Darin sind somit alle, 
und zwar folgende 24 bisher in der Bukowina unzweifelhaft bekannte Arten an- 
geführt: Orcliis bifolia, 0. Morio, 0. mascula, 0. fusca, 0. latifolia, 0. macu- 
lata, 0. conopea, 0. albida, 0. viridis, 0. Monorchis, Epipactis latifolia, E. ensi- 
folia, E. ovata und Cypripedium Calceolus. von Zawadzki, 1 ) Orcliis ustulata, 
0. coriophora, 0. globosa, Cephalanthera pallens, C. rubra, Epipactis atrorubens, 
E. palustris und Neottia nidus avis, von Herbich, Epipogum aphyllum und 
Goodyera repens, von Mustazza entdeckt. Hingegen müssen folgende Arten : 
Orchis pyramidalis, 0. sambucina, Malaxis monophyUos, Orcliis militari*, 
0. laxiflora, 0. variegata und Ophrys museifera, wie aus dem speciellen Theil 
meines Aufsatzes entnommen werden kann, als bisher mehr weniger zweifel- 
haft aufgefasst werden ; ausserdem wurden Orchis maculata und latifolia, Pla- 



l ) Die auf Orchidaceen der Bukowina zu beziehenden Angaben Zawadzki 's, Enumeratio, 
p. 106 ff., die übrigens bei den allgemein gehaltenen Angaben, wie: r in den Karpathen", .nicht 
selten" u. dgl., allzu sehr vom Ermessen des Lesers abhängen, weisen wenigstens keine offenbar aus 
der Luft gegriffene oder zum Mindesten falsch bestimmte Pflanze auf, wie Letzteres für Gefäss- 
kryptogamen entschieden der Fall war. Inwiefern die Angaben Zawadzki's als zuverlässig zu er- 
achten sind, behalte ich mir vor, zukünftig bei umfangreicherem Materiale zu entscheiden. 
Z. B. Ges. B. XL. Abh. 24 



186 



A. Pro cop ia nu - Pro c opo vi ci, 



tanthera bifolia und montana entweder nicht unterschieden oder mit einander 
verwechselt. 

Das Material zur vorliegenden Arbeit lieferten in erster Linie die werth- 
vollen Sammlungen der k. k. Czernowitzer Universität, deren Benützung mir 
Professor Dr. Tangl bereitwilligst gestattete, und zwar zunächst das sogenannte 
„Herbich-Mustazza-Petrino-Herbarium", darin unter Anderem so manche Belege 
zur „Flora der Bukowina" enthalten sind, und das von Professor Dr. Tangl an- 
gelegte, nicht minder umfangreiche „Herbarium der Bukowinaer Flora". Ferner 
erlaubte mir Herr C. Baron v. Hormuzaki freundlichst die Durchsicht seines 
Bukowinaer Herbariums. Ausserdem theilten mir gelegentlieh Professor Dr. Becke 
und Dr. C. Bauer auf Excursionen aufgefundene Pflanzen mit. Es möge mir 
daher gestattet sein, genannten Herren, specieU meinem hochverehrten Lehrer 
Professor Dr. Tangl. für die wiederholt gewährte geistige Anregung und Unter- 
stützung meinen innigsten Dank auszusprechen. 

Andererseits beruhen meine übrigen Angaben, sofern keine anderweitige 
Quelle angegeben ist. auf eigenen Beobachtungen, die gelegentlieh verschiedener 
botanischer Ausflüge gewonnen wurden. 

Ich vermag daher, soweit meine gegenwärtigen Kenntnisse reichen, folgende 
Arten als für das Gebiet neu zu bezeichnen : Coralliorrhisa innata, von Freiherrn 
von Mustazza. Orehis incarnata, von Professor Dr. Tangl, Orchis cordigera, 
Gymnadenia odoratissima und Listera cordata, von mir entdeckt; zugleich wird 
das Vorkommen von Orchis sambucina und Anacam jitis pyramidalis ganz ausser 
Frage gestellt. 

Im speciellen Theile sollen die 32 mir sicher bekannten Arten angeführt 
werden; Orchis variegata ist aus unserer Flora zu streichen. Malacds monophyl- 
los, Orchis laxiflora und vielleicht auch OpJvrys muscifera dürften noch auf- 
zufinden sein. 



Als Grundlage zu der hier zu besprechenden geographischen Verbreitung 
der Orchidaceen in der Bukowina diente mir hauptsächlich die von Herbich in 
seiner „Flora der Bukowina" durchgeführte Eintheilung des Gebietes in drei 
Regionen. 

Die Ebene, richtiger das Hügelland, erstreckt sich nach Herbich s An- 
gaben, die völlig zu bestätigen sind, bis circa 500 m. 

In schattigen Wäldern dieser Region, und zwar beständig auf Kalk sind 
Cypripedilum Calceolus, Cephalanthera rubra und Orchis cordigera (bloss am 
Cecina) anzutreffen, während ich Gymnadenia odoratissima in einem einzigen 
Exemplare 1886 x ) auf der feuchten Spascawiese entdeckte und seit jener Zeit 



') Es ist eine bekannte, zunächst an vereinzelt vorkommenden Arten sichergestellte Thatsache, 
dass manche Orchidaceen nicht alljährlich blühen ; so erinnere ich mich gerade des regenreichen 
Jahres 18stj lebhaft, wie "ich bei den damaligen Excursionen, beispielsweise bei Poiana-Negri auf Pär. 



Beitrag tut Kenntnis «In Orrliiduccen «Irr Hukowina. 



187 



vergeblich dorl »'in sweites Individuum aufzufinden kraohtete, Üoelogloidtun 
viride, Coralliorrhiza innata, Epipactis ettrorubtnt (?) and wohl auoh Epipofon 
opkylhu können, wie selbstverständlich ist, in Hügellands ttur ausnahmsweise 
aut't roten. 

Mit dem Vorgebirge, zumal mit dorn niederen, das ist 80 weit der Laub- 
wald noch reicht, besitzt das Hügelland gemeinsam die mehr oder weniger all- 
gemein vorbreiteten Arten: Xcottia nidus avis, Epipactis latifolia, ('ephalanthera 
Xiphophyllum, (\ grandifhra, Piatanthera bifolia und /'. montana in Wäldern, 
Orchis purpurea, 0. coriophora, (). Moria, (rymnadenia conopsea und Epipactis 
palustris auf Wiesen, welche Arten aber sämmtlich im Hügellande das Maximum 
ihrer Dichte erreichen. Wie Orchis latifolia, 0. incarnala und (). maculata im 
Hügellande und im Vorgebirge vertheilt sind, wage ich derzeit mit Sicherheit 
nicht zu entscheiden. 

In der Vorgebirgsregion erreicht bei circa 450 m die hier so häutige 
Orchis globosa die untere Verbreitungsgrenze. Bis zur oberen Grenze des Laub- 
waldes reichen wahrscheinlich Cephalanthera grandiflora, C. Xiphophyllum und 
Piatanthera montana (?) hinauf. 

Allein auf die Umgebung von Gura-Homorului (vorzüglich auf den Beig- 
wiesen bei Capu-Campului) sind Orchis samlmcina und noch mehr Anacamptis 
pyramidalis beschränkt. Orchis ustulata, 0. mascula und Epipogan aphyllus 
sind zerstreut sowohl im Hügellande als zumeist im Vorgebirge stellenweise an- 
zutreffen, während Goodycra repens ausschliesslich aus dem Vorgebirge bekannt 
ist; die beiden letzten Pflanzen sind ihres unzugänglichen Standortes wegen wohl 
noch an sehr wenigen Stellen beobachtet. 

Im höheren Vorgebirge erreichen Orchis coriophora, 0. Moria und Epi- 
pactis palustris alsbald, Platanthcra bifolia, Epipactis latifolia (?), lAstera 
orata und Neottia nidus avis näher der subalpinen Region ihre obere Ver- 
breitungsgrenze. 

Epipactis atrorubens stets auf Kalk, Coralliorrhiza innata und Listera 
cordata sind auf etliche, eventuell gar auf einen einzigen Fundort der Region 
beschränkt. 

Herminium Monorchis, Gymnadenia albida, welche bis zur unteren 
Grenze des höheren Vorgebirges hinabreichen, und Coeloglossum viride erreichen 
daselbst das Maximum ihrer Dichte. 

In der subalpinen Region von durchschnittlich 1500 m an (das ist die obere 
Grenze des Baumwuchses, daher sei meine und Herbich's subalpine Region 
nicht zu verwechseln 1 ) sind Coeloglossum viride, Orchis globosa (beide, besonders 
erstere in unvermuthet kleingewachsenen und kleinblühenden Exemplaren). Gym- 



Piatra. Listera cordata in etlichen. Epipogon aphyllus in relativ auffallend vielen Mühenden Exem- 
plaren antraf, während ich im trockenen Frühling 1S89 auf Cecina nach hlühendem Cgpripcdium 
Calceolus und Coralliorrhiza innata ganz vergeblich suchte. 

') In die Besprechung dieser allgemeinen und wichtigen Frage kann ich mich hier, um 
gründlich, wie es sein müsste, vorzugehen, nicht einlassen. 

24* 



188 



A. P rocopianu-Procopovici. 



nadenia cofiopea häutig und gesellig, Orcliis Maseula, Herminiiim Monorchis 
und Gymnadcnia albida zerstreut, nieist selten, und zwar hauptsächlich auf 
Alpemnatten anzutreffen. 

Abkürzungen. 

Z E. = Dr. A. Zawadzki, Enumeratio plantaruni Galiciae et Bucowinae, Breslau, 
1835. 

HP. = Dr. F. Herbich, Flora der Bukowina, Leipzig, 1859. 

K S. = Dr. B. Knauer, Flora von Suczawa und seiner Umgegend. (Programm 
des k. k. gr.-or. Obergymnasiums in Suczawa.) Czernowitz, 1863. 

KP. = J. A. Knapp, Die bisher bekannten Pflanzen Galiziens und der Buko- 
wina, Wien, 1872. 

HMP. = Herbich-Mustazza-Petrino-Herbariuni der Czernowitzer Universität, 

und zwar beziehen sich die Abkürzungen : 
II., M. oder P. auf von Dr. F. Herbich, A. Freih. v. Mustazza "der 0. Freih. 

v. Petrino eingesammelte Pflanzen. 
B U H. = Herbarium der Bukowinaer Flora der Czernowitzer Universität, fast 

ausschliesslich von Prof. Dr. Tangl eingesammelt. 
BHH. = Bukowinaer Herbarium des C. Freih. v. Hormuzaki, enthält auch 

etliche Sierate von Petrino. 
! nach dem Namen des Herbars bezeichnet eine mir vorliegende Herbarpflauze 

aus demselben, für deren richtige Bestimmung ich einstehe. 
! ! nach dem Fundorte bedeutet, dass auch Verfasser die Pflanze daselbst zu be- 
obachten Gelegenheit hatte. 
* nach dem Fundorte bestätigt die völlige Ueberemstimniung der Herbarpflanzen 

mit den vom Verfasser am selben Fundorte eingesammelten, respective 

beobachteten. 

Sonst beziehen sich selbstverständlich alle übrigen Angaben, für welche die 
Quellen nicht angegeben sind, auf eigene Beobachtungen, deren Belege fast aus- 
schliesslich im eigenen Herbare enthalten sind. 

I. Diandrae. 

1, Cypripedilum L. emcnd. Pfitzer. 1 ) 

1. Cypripedilum Calceolus L. Bloss in den schattigen Laubwäldern des 
Hügellandes, stellenweise, und zwar auf Kalk. 

Auf Horodisce (bei Cernauca) (Dr. Bauer exs. !), bei Biala a. P., HF., am 
Cecina*, HF. (HMP., H., P. exs, BUH.) und Dialu-Dracului, HF, bei Su- 
czawa. K S. 



') In systematischer Hinsicht hielt ich mich strenge an Pf itaer, Orchidaceae in ^Natürliche 
Pflanzenfamilien"', Leipzig, 1888. 



üoitrag /in Keimtiiiss der < »nlndiiceeii der liiiknwiiiu. 



Soll auob im Vorgebirge vorkommen, Ii K . Einleitung, B. B (ohne ipatore, 
albere Fundortangabe), was allenfalls noch zu bestlAigeD wäre. 1 ) Trotz der Be- 
hanptnng in ZK., |». k>8, ist die Pflanze in Wäldern durchaus nicht häufig. 

11. Honftndrae. 

Ophrys L. 

Opkrya wtusdfera Huds. „Auf Bergwiesen der Ostkarpathen selten. Im 
Serethtbale bei Bursukeu, Lopusna (Zipser, Verhandl. der zool.-botan. Gesellseh. 
in Wien. XIV, S. KU)". KP., S. 70. 

Bs bleibt auffallend, dass weder Mnstazza noch Petrino, denen obige 
Angabe gewiss bekannt war und die doch öfters bei Lopusna Pflanzen eins;, In- 
nleiten, Ophrys museifera nicht auffanden; daher bedarf obige Angabe noch der 
Bestätigung. 

2. Orchis L. 

2. Orchis Mario L. Auf mehr oder weniger trockenen Wiesen zumeist ge- 
sellig, häufig. Vgl. X E. 

In der Ebene geniein. Die Pflanze wurde daselbst bloss im Steppengebiet 
(in Herb ich 's Sinne) noch nicht beobachtet, dürfte aber auch da kaum fehlen. 2 ) 

Im niederen Vorgebirge in allen Thälern häutig, HF.; im höheren aus 
dem Dornathale, HR (H M P., H. exs. !. B II H., P. exs.!) und Bistritathale : bei 
Cärlibaba, HF., bekannt. 

3. Orchis purpurea Huds.. 0. fusca Jacq., 0. militari* in HF., wie 
HMP. bezeugt. 

„In Hainen und auf offenen Waldstellen 41 (Z E., p. 107) des Hügellandes 
und des niederen Vorgebirges, mit Vorliebe auf Kalk, zerstreut und vereinzelt. 

Auf Horodisce (bei Cernauca) und in Horecia (H M P.. H. exs. !), bei Czerno- 
witz: Im Volksgarten (BHH. !), auf Ceeina* HF. (HMP., H. exs., BUH.) und 
Dialu-Dracului *, H F. (H M P.. H. exs.), auf Spasca, bei Vascauti (HMP.. P. exs !), 
Franzthal: gegen Cuciurmare, bei Strojinet, Davideni, Vicov (hier auf den Ber- 
gen „Jedry" und „örujez"), HF., Patrautf a. S. (HMP., M. exs.!), Mitoc (Mit- 
toka) (HMP.. H. exs.!). 

Bei Cosciuia (Att. von Moldauisch-Bauila). H F.. Sucevifa (HMP., H. exs. !), 
am Bucove v : bei der E. St. Strigoia, bei Valea-Sacä und Capu-Cämpului, sowohl 
auf der Diluvialterrasse, als auch auf Vorgebirgswiesen, auf Opcina Valea-Säcei: 
an der rumänischen Grenze (Laubwaldrand), 850 m*) Dass die Pflanze im Vor- 

1 ) Der allgemein verbreitete rumänische Name der auffallenden Pflanze, „päpucu-doanmei-, 
macht diese Angabe nicht unwahrscheinlich. 

2 ) Im Allgemeinen sind bisher das Steppengebiet und das Torfmoor des Dornathaies floristisch 
noch wenig genau bekannt. 

3 ) In ungefähr Kilometerentfernung von der Bukowinaer Grenze fand ich in der Moldau, 
und zwar auf Poiana-Pahomia. oberhalb des Klosters Slatina folgende Orchidaceen : Orchis Morio, O. 
purpurea, O. ustulata, 0. globosa, 0. coriophora, 0. sambucina (selten), O. niaculata, Anacaiuptis 
pyramidalis (relativ zahlreich), Gymnadenia conopea, Piatanthera hifolia und P. montana. 



190 



A. Procopianu-Procopovici, 



gebirge auftritt, ist in HF., Einleitung, S. 5, angegeben, doch fehlt die hinzu- 
gehörige specielle Fundortangabe. 

4. Orchis ustulata L. 1 ) An sonnigen Lehnen, und zwar stets auf Wiesen, 
hie und da, oft vereinzelt. 

Am seltensten wohl im Hügellande ; auf der Hochebene Hora^a : bei Gäu- 
reni, HF., „auf Grashügeln zwischen Botuschanitza und Laudonfalva", HF. 
(H M P., H. exs. !, üppige Exemplare) und bei Fratau v i auf einer „Wiese mit Süd- 
lehne unweit der Bainzer Grenze" (HMP., M. exs.!), bei Franzthal: auf der „so- 
genannten Teresehener Bergwiese, unweit des Berggipfels", zwischen Camina und 
Strojinet, „unterhalb und östlich vom Hegerhause" (HMP., M. exs. !). 

Bei Lopusna: „Wiese am Sereth unterhalb dos Strilene kamin" (HMP.. 
M. exs. !). auf Vorgebirgswiesen bei Capu-Campului ; auf Opcina Valea-Sacei: au 
der rumänischen Grenze; um Kimpolung (BUH. !): auf Bodia, im Thale Isvoru- 
alb, auf Preluci* (Priuluka). HF. (HMP.. H. exs.) und Limpede (Limbidi). HF. 
(HMP., H. exs.); aufArsice (Argi^a) (BUH.!); in der Lucina: auf „Hostenetz", 
HF., bei Ciocänesci, H F. (HMP., H. exs.!); Dorna-Candreni: Bätca-Cändrenilor 
(Butka-Kandrenului), HF.; Carlibaba: in den Thälern Oit-a. Par. Androni und 
Valea-Stänei, ausserdem auf Fluturica ! ! an der Grenze der subalpinen Region, 
1325 m, H F. 

5. OrcJiis fjlobosa I;. Ueberall im Gebirge auf Wiesen, besonders üppig 
auf fruchtbaren. 

Auf allen unseren Alpenzügen gar nicht selten ; am Giumaleu, Raren * 
bis 1600 m, klein, Tapulü, Suhard ! ! und Lucaciü. HF. (HMP.). 

Im Vorgebirge, besonders im höheren, gemein; noch am Diluvium, selten 
am Alluvium, versprengt bei Valea-Saca und Capu-Campului (hier auch flore 
alba), 450 m. ferner am Bucove v (E. St. Strigoia) und bei Cacica, 450 m. überall 
in nördlicher Exposition; Crasna: Valea-frumoasa, 500 m (BHH.). 

6. Orchis coriophora L. Auf sterilen, zumeist lehmigen, daher mehr oder 
weniger feuchten Wiesen, gesellig, doch zerstreut; hauptsächlich im Hügellande 
und im niederen Vorgebirge. 

Bei Cernauca (Prof. Becke exs.), bei Biala a. P. und Dubova (Att. von 
Mihalcea) (BUH.!), um Ceahor, HF.; Ciudei (Czudyn): Neuhütte (HMP., 
M. exs. !), bei Unter-Partesci und Cacica. 

Auf der Diluvialterrasse und am Alluvium versprengt im Moldauthale : bei 
Valea-Saca, Capu-Campului, Frasin, Eisenau; Kimpolung: Par. Hurghes und Par. 
Isvoru-alb ; auf höheren Vorgebirgswiesen selten, und zwar bei Kimpolung : auf 



») Orchi.t tridentata Scop., O. varier/ata All. „Am Szurawna und Hostynetz der Luczyna, hei 
Kimpolung im Isvoru-alb, am Priuluk, Limhidi (Herbich, Stirpes rariores Bueovinae, p. 18). Scheint 
nach den letztgenannten Standorten zu urtheilen, mit O. ustulata L. verwechselt worden zu sein.- 
KP., S. 65. Eine völlig zutreffende Bemerkung, denn Herbich selbst führt die Pflanze in seiner 
doch später erschienenen Flora nicht an, ferner fehlen im HMP. diessbezügliche Belege, ausserdem 
fanden weder Prof. Dr. Tan gl noch ich dieselbe bei Kimpolung. speciell auf Isvoru-alb. respective 
Preluci vor, wohl aber beide O. ustulata. Somit ist derzeit O. tridentata aus dem Verzeichnisse der 
BukowinaerjPflanzen zu streichen. 



Uoitrag zur Kcnntiiiss der On-liidari>cii ilcr Bukowina. 



Bodia und Preluci (einieln), 950m, sowie bei Patila (HMP., II .eis. !)i daselbst 
auf Plosoa, vgl. K i\. s titi. 

7. Orchis ntasarfa L In lichten Hainen, in Waldrändern, vereinzelt 
und lerätreut, meist übersehen. 

Im Hiigellande Ihm Cernauea. II F. (I! II Ihm ll.uv.-ia lll M IV, II rxs.!), 
am Cecnfea, HF. (HM P., H eis. !), Pati-aufi a. 8. dl .M P., If. eis. !), bei Sur/au;,. 
K s., Caoica, am Bucovet (E. St. Strigoia); bei Valea-SaoS: DumbravS (im Eichen* 
wäldchen), auf der Diluvialterrasse bei Capu-Cämpului. 

Auch auf Biederen Vorgebirgswiesen, doch höchst selten, so auf Opcina 

Yalea-Saeei (hart an der rumänischen Grenze) und auf der 820«! Indien Matura 
Büdlich von Gura-Homorului. 

In der subalpinen Region bloss am Baren* (HMP. eis.) und Todirescu, 
1(!'25///, üppigst, hier hauptsachlich auf der rumänischen (Süd- »Seite. 

Orchis palustris Jacq., Orchis laxißora Link. In der Einleitung zu 
HF, S. G, angeblich im Hügellande (ohne nähere Fundortangabe), ist noch zu 
bestätigen. 

8. Orchis latifolia L.. Orchis majalis Echb. fil. Auf feuchten Wiesen, 
vgl. ZE.; hie und da auch in Wäldern, doch seltener als Orchis maculata und 
oft mit dieser, beziehungsweise Orchis incarnata, verwechselt. 1 ) 

Bei Patranti a. S.: Poiana-Allerganz (H M P., M. exs.!); am Moldaualluvium, 
beziehungsweise Moldaudiluvium: bei Valea-Sacä und Capu-Cämpului. 

Erreicht auf Pietrile-Doanmei in nördlicher Exposition mit 1550 m Höhe 
die subalpine Region (Exemplare unansehnlich). 

9. Orchis cordigera Fries. Neilreich, Diagnosen, S. 118. Am Cecina mit 
Cypripedilum Calceolus und Coralliorrhiza innata (in der nächsten Nähe Cepha- 
lanthera rubra) in nördlicher Exposition auf feuchtem Boden in schattiger Lage. 

10. Orchis sambucina L., nur die gelbblühende Spielart. Auf trockeneren 
Wiesen in der niederen Vorgebirgsregion, äusserst zerstreut und zumeist vereinzelt. 

Bei Valea-Sacä : Poiana-Anghelinei; Capu-Cämpului: Plese (seltsamerweise, 
und zwar in der von Capu-Cämpului entfernteren, grösseren Bergwiese massen- 
haft); auf Opcina Valea-Säcei: an der rumänischen Grenze, 850 m; bei Gura- 
Homorului: auf der 820 m hohen Mägura (bloss in einem Exemplare). 

Möglich, dass Zawadzki die Pflanze bei uns entdeckte, doch ist dann 
seine nähere Angabe, „auf den Alpen der Bukowina bis auf Höhen von 3400 Fuss", 
offenbar widersinnig, daher wurde in K P., S. 66 ihr Vorkommen bezweifelt. 

11. Orchis incarnata L. Auf moorigen Wiesen stellenweise; gegenwärtig 
nur aus dem Hügellande bekannt. In den mir vorliegenden Herbarexemplaren 
ist sie hauptsächlich mit Orchis latifolia verwechselt worden. 

Bei Cernauea, Horecia (H M P., H. exs. !), am Cecina * (H M P., H. exs., 
B U H.), auf Spasca, bei Franzthal, Ceahor (B U H. !), Camina, Budenit (B H H. !). 
Patranti a. S. (HMP., M. exs.!), bei der Gemeinde und B. St. Cacica und am Bucove^. 



l ) In diesem und ähnlichen Fällen (vgl. Piatanthera) wurden für die betreffende Art die allein 
sicheren Fundorte verzeichnet. 



192 



A. Procopianu-Procopovici. 



12. Orchis maculata L. Auf feuchten Wiesen und in schattigen Wäldern 
des Hügellandes und des Vorgebirges, oft gesellig. Vgl. Z E. 

Allein im Steppengebiet zwischen Pruth und Dnjester bisher noch nicht 
beobachtet, doch ist anzunehmen, dass mit dem Verschwinden der Wälder, be- 
ziehungsweise der feuchten Wiesen, auch die Pflanze nicht mehr auftrete. 

Auch auf dem Torfmoore des Dornathaies; erreicht auf der Nordseite des 
Raren, 1400 m, beinahe die subalpine Region. 

Die ganze Gruppe maculata bis latifolia soll noch zukünftig beobachtet 
werden, die richtige Bestimmung bei frischen Pflanzen ist durchaus nicht schwierig, 
besonders wenn der Standort berücksichtigt wird. 

Auf welche Art Orchis angustifolia Rivini, Z E., p. 107, bezogen werden 
müsste, lässt sich nicht mehr sicher feststellen. 

3. Anaeamptis L. C. Rieh. 

13. Anaeamptis 'pyramidalis Rieh., Orchis pyramidalis Jacq. „Auf Berg- 
wiesen" der unteren Region „in der Bukowina", Z E., p. 10G, selten und spärlich. 

Nur bei Capu-Cämpului: Plese und in einem p]xemplare auf Opcina Valea- 
Säcei: an der rumänischen Grenze. 

4. Herminium L. 

14. Herminium Monorchis L. Auf Wiesen des höheren Vorgebirges und 
der subalpinen Region, nicht selten, doch niemals recht gesellig. 

Bei Dorna-Cändreni : Poiana-Negri und Bätca-Cändrenilor. HF. (HMP., 
H. exs. !), bei Dorna: Rune; Cärlibaba: in den Thälern Valea-Stänei. HF. (HMP., 
H. exs. !) und Oita, H F.; am Lucina (H M P., H.. P. exs. !): auf „Tatarkuzza" und 
„Schurawna", HF.; bei Pojorita: am Muncel und Giumaleu. HF., bei Kim- 
polung ! ! (und zwar am Bodia 650 m und am Isvoru-alb) und Gemenea, am 
Raren!! und Pietrile-Doamnei, HF., „am Fusse des Arsice" (BUH.!). 

5. Coeloglossum Hartm. 

15. Coeloglossum viricle Hartm., Piatanthera viride, Gymnadenia viride, 
Orchis viride Aut. Auf Wiesen im Vorgebirge (am üppigsten wohl im höheren) 
bis in die subalpine Region, meist zerstreut und einzeln. 

Auf fast allen unseren Alpenzügen, so am Raren ! !, 1625 m, Giumaleu, 
Tapul ! ! und Suhard ! !, Z E., H F. 

Im höheren Vorgebirge bei Poiana-Stampi : unterhalb Piatra-Dorni ; Poiana- 
Negri: Pär. Piatra; bei Dorna: Ros, Valea-Putnei ; Kimpolung: „Bergwald unter 
dem Rareu" (H M P., P. exs. !, BUH. !), Preluci, Limpede und Isvoru-alb, H F., 
auf M. Clin (HMP., H. exs. !) und Muntele-lung, HF. (HMP, H. exs. !). bei 
Stulpicani und Ostra, HF.; auf Lucina (HMP, P. exs. !. BUH.!): Cicera. HF. 
(HMP, H. exs. !), „Hostynetz" und „Schurawna" (HMP.. H. exs. !). Aus dem 
niederen Vorgebirge' ist bisher kein einziger Fundort bekannt, 



Beitrag snr Keuutniss der Orchidttt-mui tlor HukowiiiH. 



Auffallender Weise auoh in einem schattigen Lanbwalde dei Hügellandes, 
und zwar bei Crasna (gegen 7i00r), 550 m (BHH. !), mit h'pipartis palustris 

6. Gyinnadonia R, Br. 

Iii. Gyninadenia conopea R. Br. Auf den Wiesen aller Regionen (am 
üppigsten jedoch auf den fruchtbaren des Hügellandes) gi-mein und /.unieist 
gesellig, vgl. Z E. 

Am Raren, und zwar auch florc alba, in der subalpinen Region noch bei 
1625 m Höhe beobachtet. 

17. Gyninadenia odoratimma Rieh., die Form ohne Sporn, vgl. diess- 
bezüglich Garcke, Flora von Deutschland, XV. Aufl., S. 397. Nur auf der feuchten 
Spasca wiese mit Epipactis palustris (unweit davon kommt aber G ymnadeni<< 
conopea gesellig vor) bloss in einem einzigen Exemplare. 

18. Gymnadenia albida Rieh., Orchis albida Aut., Habenaria albida Sw. 
Sowohl auf höheren Vorgebirgswiesen als in der subalpinen Region verbreitet, 
doch nur einzeln. Vgl. Z E. 

Auf Preluci, 900 m, am Todirescu in nördlicher Lage, Rareu, Z E., bei 
Pojorita am Giumaleu, HF., bei Seietin „in Grasgärten des Thaies" und in der 
Lucina (HMP., P. exs. !): am „Hostenetz" und „Schurawna", bei Cärlibaba auf 
Fluturica und Valea-Stänei, H F. (H M P., H. exs. !). am Suhard, Z E., bei Dorna- 
Cändreni: Att. Poiana-Negri (HMP., H. exs.!). 

7. Platanthera L. C. Rieh. 

19. Platanthera bifolia Rieh. Auf mehr oder weniger feuchten Wiesen 
(hier nicht selten als Relict einer früheren Waldflora) und in Laubwäldern allge- 
mein verbreitet, doch kaum gesellig. In Z E. und H F. von der folgenden Art 
nicht unterschieden. Vgl. Anmerkung auf S. 194. 

Hauptsächlich im Hügellande häufig anzutreffen. 

Im Moldauthale am Alluvium und Diluvium und an Waldrändern, bezie- 
hungsweise Vorgebirgswiesen bis Kimpolung und dringt ausnahmsweise bei Pre- 
luci 950 m tief in die obere Vorgebirgsregion ein. 

20. Platanthera montana Schau. Rchb. fil., Platanthera chlorantha Cust. 
Mit der vorigen, doch mit Vorliebe auf Kalk, besonders im Hügellande ; frisch 
von ihr leicht zu unterscheiden. 

Bei Czernowitz : Clocucica, am Cecina (B U H. !), bei Camina ; auf der 
Moldau-Diluvialterrasse bei Valea-Sacä: Miron und Capu-Cämpului : Larga. 

Im Vorgebirge auf Opcina Valea-Sacei, 850 m, hart an der rumänischen 
Grenze; bei Kimpolung: auf Bodia. 650 m (einzeln) und auf Isvoru-alb, He rbich, 
Verhandl. der zool.-botan. Gesellsch. in Wien, X, S. 610; Flora. Bd. XIX. S. 646, 
siehe K P, S. 69. 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 25 



194 



A. Procopianu-Procopovici. 



8. Cephalanthera L. C. Rieh. 

21. Cephalanthera rubra (L.) Rieh. Nur in den Wäldern des Hügellandes, 
selten und stets auf Kalk. 

Bei Cernauca, Jucica, H F., am Cecina *, HF. (HM P., M. exs., B U H.) 
und auf Spasca. Ob auch im Vorgebirge, H F., Einleitung, S. 5 (ohne nähere 
Fundortangabe), wage ich nicht zu entscheiden. 

22. Cephalanthera Xiphophyllum (L. fil.) Rchb. fil., Cephalanthera ensi- 
folia Rieh. In Laubwäldern, vgl. ZE.; im Hügellande und im niederen Vorge- 
birge, stellenweise, stets häufiger als die folgende Art. 1 ) 

Am Hordisce (Dr. Bauer exs.!): Cernauca, bei Jucica*, HF. (HMP.. 
H. exs.), am Cecina* (HMP., H., M. exs.), Dialu-Dracului, bei Camina: Ceclan, 
Bilden^ : auf der Opcina-mare, Vicov : auf den Bergen „Jedry" und „Grujez" 
(HMP, H. exs.!), am Bucovet * (HMP, H. exs.): bei der E. St. Strigoia. 

In der niederen Vorgebirgsregion nur bei Capu-Cämpului: Plese, 700 m, 
Opcina Valea-Säcei, 850 m, an der rumänischen Grenze, und bei Gura-Homoru- 
lui : sub Cetate (unterhalb der nördlichen Redouten im Walde). 

23. Cephalanthera grandiflora (Scop.) Bab, Cephalanthera pallens Rieh. 
Mit der vorigen, doch viel seltener. 

Bei Judica. Horecia (HMP, H. exs. !, BUH. !), am Cecina*, HF. (HMP, 
M. exs, BUH.), Dialu-Dracului!!, HF. und Spasca, bei Franzthal, Vicov: auf 
den Bergen „Jedry" und „Grujez", HF, bei Suczawa, KS, bei Cacica: Glodi§or 
und am Bucove^ (selten). 

Bei Capu-Cämpului: unterhalb der Bergwiesen in nördlicher Lage bei 
550 m, einzeln. 

9. Epipactis L. C. Rieh. 

24. Epipactis palustris (L.) Crntz. Auf feuchten Wiesen des Hügellandes, 
im Vorgebirge am Alluvium, beziehungsweise Diluvium beschränkt, zerstreut, doch 
meist gesellig. 

Czernowitz (gegen Ceahor), H F, am Cecina (B U H. !), Spasca, bei Ca- 
mina, Gäureni, H F, Suczawa, K S, bei Crasna (gegen Vicov) (B H H. !). 

Bei Lopusna, „nördlich vom Badeorte" (HMP, M. exs. !), Capu-Cämpului: 
Balcoia, Kimpolung (B U H.), am Isvoru-alb, 750 m, bei Groapa und Briaza 
(HMP, H. exs.!); auch auf dem Torfmoore des Dornathaies: bei Dorna, HF. 
(HMP, H. exs.!) und Dorna-Cändreni (HMP, H. exs.!). 

25. Epipactis atrorubens Schult, Epipactis rubiginosa (Gaud.). Im obe- 
ren Vorgebirge auf Wiesen und an Waldrändern bis in die subalpine Region, nur 
auf Kalk; zerstreut, doch gar nicht selten. 

Auf Preluci, am Rareu und Pietrile-Doamnei, 1600 m, bei Valea-Putnei, 
im Lucina, bei Cärlibaba: im Tatarcathale, HF, am Jedul und Tapul, HF. 



') Nicht seltener, wie in K P. behauptet wird, wozu die bloss zwei Fundorte in H F. Veran- 
lassung gegeben haben jnögen. 



Itoitrug /ui Koiuitni^ «Iim » »n-hitla« <m-m «Irr Itukowina. 



h))if)(n tis rubigitooea K 8. im Hügellande i»<'i Buczawi gehört möglicher 

weise zum Poniieukiviso der Epipm-tis latifoUa. 

26. Kpipaitis latifolia (L.) All. Eine polymorphe An. deren Varietäten 
noch zu beobachten Bind. In mehr oder weniger schattigen Laubwäldern. 

Bei Cernauea, Horecia, am Cecina. H. F.. bei ('.'ahoi' (HM V . II <-x !>, 
Kranzthal, Patranti a. S. (HM P., Bf.exs.1), bei SuCsaWB, K S. < VaMi;i ( Bll II !) 
und Solea (H M P., P. exs. !). 

Em niederen Vorgebirge bei Valea-Saoä, Capu-C&mpului, Gura-Homorului, 
Vama (H M P., H. exs. !). Ob die Pflanze auch im höheren Vorgebirge aultritt 
(daher nach Z E. „überall" vorkommend), bleibe dahingestellt, 

10. Epipogon Gmel. 

27. Epipogon aphyUus Sw.. Epipogon GmeliniKich. Zumeist in schattigen, 
moosigen Nadelwäldern, zerstreut und einzeln. 

Im Vorgebirge bei Poiana-Negri : Pär. Piatra; Capu-Cänipului: Bälcoia 
(ein Exemplar); Crasna: Rune (B H H. !). 

Im Hügellande bei Solca (KP., M, exs.): „im Walde zu Mardziua"; Pa- 
tranti a. S.: gegen Bilca (HMP., M. exs.!); bei Strojinet: im Laubwalde gegen 
Camina (H M P, M. exs. !) 

11. Listera R. Br. 

28. Listera ovata R. Br. In Laubwäldern und an Waldrändern, im Hügel- 
lande und im niederen Vorgebirge häufig, vgl. ZK., doch meist einzeln; im 
höheren Vorgebirge aufwiesen, selten; so auf Preluoi, 950 m. 

29. Listera cordata R. Br. Bloss in einem schattigen Nadelwalde bei 
Poiana-Negri: Pär. Piatra, 1100 m, in etlichen Exemplaren mit Epipogon aphyUus, 
Goodyera repens und Coeloglossum ciride. 1 ) 

12. Neottia L. 

30. Neottia nidus acis L. C. Rieh. In schattigen Wäldern zerstreut, 
doch durchaus nicht selten. 

Im Hügellande und im niederen Vorgebirge gemein, im höheren hie und 
da auch auf Wiesen, so im Lucaci-Gebirge : sub Buza-^erbei, 1300 m. 

13. Goodyera R. Br. 

31. Goodyera repens R. Br. In schattigen Nadelwäldern, das ist nur im 
Vorgebirge, zwischen Moos kriechend, selten und einzeln. 

l ) Vage Angaben wie jene Bosnacki's, .bei Bukowina", KP., S. 71, verdienen wahrlich 
mit Stillschweigen übergangen zu werden, selbst auf die Gefahr hin, nicht gründlich vorzugehen, 
denn: .Zeit und Baum sind edel". 

25* 



196 Procopianu-Procopovici. Beitrag zur Kenntniss der Orchidaceen der Bukowina. 



Bei Poiana-Negri : Pär. Piatra; Solca: „unter Fichten (einzige Pflanze)" 
(H M P., M. exs. !), K P., M. exs. ; Crasna : „im Taimenwalde auf Kunc M (B H H. !). 

Mierostylis Nutt. 

Microstylis monophyllos (L.) Lindl., Malaxis monophyllos, Epipactis 
monophyllos Aut. „Auf feuchten, sumpfigen Höhen in der Bukowina". Z K.. 
p. 108; die Angabe ist nicht unwahrscheinlich, doch sie bedarf der Bestätigung. 

14. Coralliorrhiza K. Br. 

32. Coralliorrhiza innata (L.) K, Br. In schattigen, feuchten Wäldern, 
höchst zerstreut, doch mehr weniger gesellig. 

Am Cecina* (H M P., P. exs., BUH.); bei Franzthal: Try-Potok, bei Ropcea 
und Patranti a. S. (üppige Exemplare) (H M P., M. exs.!). 

Am Rareu (H M P, M. exs.!); im Vorgebirge offenbar viel zu wenig 
beobachtet. 



197 



Ueber lothringische Gallmücken. 

Von 

J. J. Kieffer. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. April 1*90.) 



I. Ueber neue Gallmücken. 

Diplosis dryophila n. sp. 

Männchen. Körperfarbe weiss- bis bräunlichgelb. Augen und Hinterhaupt 
schwarz. Fühler dunkel, 2 mm lang, 2 + 24-gliederig ; Geisselglieder einwirtelig 
behaart, fast gleich, nämlich abwechselnd kugelig und schwach quer-eiförmig ; alle, 
das erste ausgenommen, gestielt; Stiele abwechselnd länger und kürzer; Stiele 
der quereiförmigen um ein Drittel länger als die der kugeligen, letztere in der 
unteren Hälfte der Fühler etwas kürzer, in der oberen aber so lang als ihre 
Glieder; Endglied eiförmig, zweiwirtelig, mit langem Endgriffel. Rückenschild 
schwarzbraun oder auch mit drei breiten schwarzbraunen Längsbinden. Haar- 
reihen abstehend, grau. Flügel hell, irisirend, 1'7 mm lang, unten stark erweitert ; 
erste Längsader dem Yorderrande nicht nahe, mündet 1 mm vor der Flügelspitze ; 
zweite Längsader an der Querader nach oben gezogen, am oberen Drittel mit 
deutlicher Biegung nach oben, in die Flügelspitze mündend; dritte Längsader 
0'8 mm vor der Flügelspitze gegabelt, Querader schief, der Erweiterung des 
Hinterrandes gegenüber; an dieser Stelle ist die erste Längsader dem Vorderrande 
kaum näher als der zweiten Längsader. Falte deutlich. Schwinger hell. Brust 
dunkel. Beine oberseits dunkel. 

Hinterleib ober- und unterseits mit breiten braunen Querbinden. Zange 
weisslichgelb, lang weiss behaart; Klauenglieder schwarz. 

Körperlänge 17 mm. 

Weibchen. Fühler 11mm lang, 2 + 12-gliederig; Geisselglieder walzen- 
förmig, etwa dreimal so lang als breit, mit zwei Haarwirteln. gestielt. Stiele ein 
Drittel, zuletzt halb so lang als die Glieder; erstes Geisseiglied ungestielt, kaum 
länger als das zweite, letztes mit Endgriffel. Legeröhre lang hervorstreckbar, 



198 



J. J. Kieffer. 



hell, nadeiförmig, glatt, am Ende mit einer langen, zugespitzten, zweitheiligen 
und mit kurzen Borsten versehenen Lamelle. 
Körperlänge 2 mm. 

Larve und Galle. Larve 1'75 mm lang, weiss oder weisslichgelb, mit 
deutlichen Fühlern und Augenfleck; jeder Eing seitlich mit einer Warze; vorletzter 
mit je einem grösseren, nach hinten gerichteten Zapfen; Endring mit Borsten. 
Ich fand diese Larven auf deformirten Eichenblättern. Die aus den Knospen 
ausbrechenden Blätter bleiben büschelförmig gedrängt wodurch sie auffallend 
sind; sie zeigen sich nach oben gefaltet und mehr oder weniger verkrümmt; die 
Mittelrippe ist besonders an der Basalhälfte stark geschwollen. Die Larven leben 
in der Falte, also auf der Blattoberseite; sie krümmen sich und schnellen sich 
fort mit grosser Gewandtheit, und zwar lebhafter als es bei den .D^osis-Larven 
gewöhnlich der Fall ist. Sie begaben sich zur Verwandlung in die Erde gegen 
Ende Mai und die Mücke erschien erst im folgenden Jahre. 

Vorkommen. In der Nähe des Hasselfurther Weihers bei Bitsch. 

Anmerkung. Eine vielleicht ähnliehe Deformation wurde von Binnie 
beobachtet (Proceed. of the nat, hist. Soc. of Glasgow, 1877, p. 179—181); sie 
scheint jedoch eher eine Knospenanschwellung zu sein, da er schreibt: slightly 
arrested and twisted twigs. Die Mücke, die er daraus zog und Cecidomyia 
querem nannte, gehört aber zur Gattung Cecidomyia und hat in beiden Ge- 
schlechtern Fühler mit 2 + 12 ungestielten Gliedern. 

Diplosis ruderalis n. sp. 

Männchen. Körperfarbe citronengelb. Augen und Hinterhaupt schwarz. 
Fühler bräunlich, 15 mm lang. 2 + 24-gliederig; Geisselglieder alle einfach, fast 
gleich, abwechselnd sehr Avenig breiter als lang (fast quer-eiförmig) und so lang 
oder etwas länger als breit (kugelig), einwirtelig behaart, die kugeligen mit An- 
deutung eines kürzeren unteren Haarwirteis. alle, mit Ausnahme des ersten, ge- 
stielt. Stiele abwechselnd länger und kürzer, die der kugeligen in der oberen Hälfte 
so lang als ihre Glieder, die der quer-eiförmigen länger als die kugeligen Glieder ; 
die Geisselglieder werden allmälig kleiner; Endglied mit Griffel. Bückenschild 
gewöhnlich dunkler gelb, mit grauen Haarreihen. Flügel wenig irisirend. 
1*6 mm lang; erste Längsader an der Querader dem Vorderrande 1% so nahe 
als der zweiten Längsader; letztere an der Querader in die Höhe gezogen, dann 
fast gerade, nur im oberen Laufe schwach nach oben gebogen, in die Flügelspitze 
mündend. Querader deutlich, jenseits der Erweiterung des Hinterrandes liegend. 
Beine unterseits hell, mit längeren gereihten Haaren an den Schenkeln und zum 
Theil an den Schienen, oberseits dunkel. 

Hinterleib oberseits selten mit Andeutung dunkler Querbinden. Zange 
gewöhnlich. 

Körperlänge 13 mm. 

Weibchen. Fühler 9mm lang; Geisselglieder walzenförmig; das erste 
ungestielt, in der Mitte eingeschnürt, lV 2 mal so lang als das folgende; die drei 



IVl.or lothringisch»- (iiillmiickou. HM) 

folgenden last ungestielt, schwach eingeschnürt, «Ii«' Übrigen deutlich gestielt, 

Stiele l / 4 oder 1 ; , so lang A \ s die Glieder, Kndglied so lang .»der länger ;ils das 
vorige, mit KndgrilVel; alle mit /.wei Haarwirteln. Legerftkre Lang berrorstreckbar, 
weisslich; erstes Glied walzenförmig, /.weites wurmförmig, am Knde kurz bestacheil 
und mit zwei Lainellehen verseilen, welche so dicht nebeneinander liegen, data 
sie als eine einzige gespaltene Lamelle aussehen. 
Körperläuge 2 MM». 

Larve und Galle. Die Larven sind Weisse, glatte, 2 mm lauge Npring- 
nuulen. mit deutlichen Fühlern und Augenlieek und mit je einem Zäpfchen an 
der Seite eines jeden Ringes, mit grösseren am vorletzten. Ich beobachtete sie 
DD Blütheustaude von Sisymbrium afficmale L., welcher durch dieselben deformirt 
wird. Die Blütheustiele verwachsen, ähnlich den Galleu von Cecidomyia siaymbrti 
Sehrk. auf Nasturtium -Arten, zu einer fleischigen oder schwammigen Masse, 
worüber die Blütheu kaum oder nur zum Theile hervorragen, alle dieselbe Höhe 
erreichen, meist verdickt und geschlossen erscheinen. Bei der Reife, nämlich im 
Juni, begeben sich die Larven in die Erde, woraus nach vierzehn Tagen die 
Mücke erscheint. 

Vorkommen. Diese Gallen fand ich häufig auf Schutthaufen bei Bitgeb, 
die Mücke nenne ich desshalb ruderalis. Es sind ohne Zweifel dieselben, welche 
H. Loew auf Sisymbrium Sophia L. beobachtete, und deren Erzeuger, obschon 
unbekannt, von ihm den Namen Biplosis sophiac erhielt (vgl. H. Loew, Die 
Gallmücken, 1850. S. 29; Synopsis Cecid., Nr. 546). Es mag vorgekommen sein, 
dass diese Gallen wegen ihrer Aehnlichkeit mit denen der Cecidomyia sisymbrii 
auch dieser Mücke zugeschrieben worden seien ; meines Wissens ist aber Cecidomyia 
sisymbrii nur aus Gallen von Nasturtium -Arten und Barbarea vulgaris R, Br. 
gezogen worden; die Angabe der Synopsis, Nr. 398, dass Cecidomyia sisymbrii 
auch auf Sisymbrium Sophia Gallen erzeuge, halte ich also für unbegründet. 

Hormomyia rubra n. sp. 

Weibchen. Fühler 9 mm lang, hellbraun gefärbt. 2 + 12-gliederig; 
Geisselglieder schmäler als die Grundglieder, walzenförmig, ungestielt ; die oberen 
Glieder kürzer, Endglied länger als das vorletzte. Augen schwarz. Untergesicht, 
Rüssel und Taster bräunlich; Hinterhaupt schwarz. Hals roth. 

Rücken hoch gewölbt. Prothorax schwarz, nicht kapuzenförmig hervor- 
gezogen; Rückenschild matt, ohne Haarreihen, mit drei fast die ganze Fläche 
einnehmenden schwarzbraunen Längsbinden. Schildchen und Seiten des Mittel- 
leibes blutroth. Hinterrücken braun. Flügel gross, 3 mm lang, mit weisslicher 
Fläche; Vorderrand unbeschuppt; Hinterrand von der Mitte bis zur Spitze all- 
mälig eingezogen, wodurch die Flügel zugepitzt erscheinen; erste Längsader in 
der Basalhälfte vom Vorderrande kaum weiter als von der zweiten Längsader 
entfernt, 1*8 mm vor der Flügelspitze mündend; zweite Längsader an der Quer- 
ader nach oben gezogen, im oberen Drittel mit einer Biegung nach oben, kaum 
vor der Flügelspitze mündend; dritte Längsader ziemlich blass; Querader blass 



200 



J. J. Ki efter. 



oder undeutlich, der Erweiterung des Hinterrandes gegenüber. Flügelfalte deut- 
lich. Schwinger roth. Brust ebenfalls roth, um die schwarzen Hüften dunkel- 
braun. Beine bräunlich; Schenkel bewimpert. 

Hinterleib dick, blutroth gefärbt, die Ringe schwach gelblich behaart an 
ihrem Hinterrande. Legeröhre nicht lang hervorstreckbar, walzenförmig, weisslich, 
mit kurzen Borsten, am Ende mit zwei weissen eiförmigen und stärker behaarten 
Lamellen. 

Körperlänge 2'3 mm. 

Larve und Galle. Die Larve ist zuerst weiss, bei der Reife aber roth 
und stark glänzend. Länge 2 5 mm. Sie bewirkt an der Blattmittelrippe von 
Betula alba L. und pubescens Ehrh. eine Anschwellung von grüner oder auch 
violetter Farbe, welche meist vom Blattgrunde bis zur Blattmitte reicht und von 
mehreren Larven bewohnt wird. Selten beherbergt die Galle nur einen Bewohner; 
ihre Gestalt ist dann spindelförmig. Man findet auch Blätter, an welchen die 
Basis einer oder mehrerer Nebenrippen oder die Mitte einer Nebenrippe, seltener 
der Blattstiel angeschwollen ist und eine Larve einschliesst. Aus den ein- 
gesammelten Gallen kamen die Larven vom 19. Juli ab zum Vorschein; sie be- 
gaben sich aber nicht in die Erde, sondern unter die vertrockneten Blätter, wo 
sie in einem dünnen, durchscheinenden Cocon überwinterten. Die Mücke er- 
schien im folgenden Frühjahre. 

Vorkommen. Häutig in der Nähe des Hasselfurther Weihers bei Bitsch 
(vgl. Liebel. Zeitschr. f. Nat,, Halle, 1886, S. 537, Nr. 42). Die Gallen wurden 
ferner noch in Westphalen von Ew. H. Rübsaamen (Berliner Entom. Zeitschr., 
1889, S. 62—63) und in Schottland von Trail (Trans, of the Aberdeen nat. hist. 
Soc, 1878, p. 75) beobachtet und beschrieben. 

Cecidomyia flosculorum n. sp. 

Männchen. Fühler braun. 13mm lang, 2 + 14- und 2 + 15-gliederig; 
Geisselglieder kurz, walzenförmig, mit drei Haarwirteln, wovon der mittlere lang 
und wagerecht ist ; erstes Geisselglied ungestielt, die folgenden gestielt, Stiele zu- 
erst 1 / 3 , von der Mitte ab 3 / 4 so gross als die Glieder; die zwei Endglieder oft 
verwachsen. Untergesicht hellbraun; die langen Taster weisslichgelb ; Augenrand 
und Hinterhaupt schwarz; Augenrand mit gelbem Haarsaum. Hals hellbraun. 
Rückenschild glänzend kastanienbraun, mit abstehenden gelben Haarreihen. 
Schildchen gelb oder bräunlich. Flügel getrübt, stark irisirend, 15 mm lang, 
55 mm breit, am Grunde lang keilförmig, sich allmälig erweiternd; Vorderrand 
dick, schwarz beschuppt; erste Längsader demselben sehr nahe, etwa zweimal so 
nahe als der zweiten Längsader; diese in der Mitte sehr wenig nach unten ge- 
bogen, weit vor der Flügelspitze (0'15mm) mündend; vordere Zinke fast zweimal 
so lang als die hintere, 0'22 mm vor der Flügelspitze mündend, beide deutlich, 
selten etwas blass. Falte und Querader deutlich, letztere der Erweiterung des 
Hinterrandes gegenüber liegend. Seiten des Thorax und der Brust, die Mitte aus- 
genommen, orangefarbig. Beine oberseits dunkel. 



IMior li>ttiriiipisclu< ( «ii 1 1 in k «i i 



201 



Binterleib orangefarbig oborseits mit schwarzen, aus Schuppou bestehenden 
Querbinden, unterseits mit zwei mehr oder weniger deutlioheo Querst riehen Ruf 
jedem Hin^t'. IJehaarung des Sinterleibes Bchwach. Zange schwarzbraun mit 
grossen, venig gekrümmten EQauengliedern. 

Körperlänge l '>r> mm. 

Weibchen. Zeichnungen wie vorher, jedoch ist dir orangerot he Färbung 
hier durch eine fleisohrothe ersetzt. Fühler 0*8 »>>» lang. 2 + 1 t-gliederig; Geissei- 
glieder walzenförmig, zweiwirtelig, ungestielt, die letzten dicht gedrängt. Flügel- 
grund nicht lang keilförmig. Legeröhre lang hervorstreckbar; erstes und zweites 
Glied walzenförmig, letztes schwach bestachelt, am Ende mit einer grossen, stark 
bestaohelten Lamelle. 

Körperlange 1*8 mm. 

Larve und Galle. Die Larve ist flach, rosa gefärbt, mit gelbem durch- 
seheinenden Darmcanal, 1'5 mm lang, chagrinirt, mit wenigen kurzen Härchen, 
dickem Augenfleck und deutlichen Fühlern. Sie lebt einzeln in der Röhre der 
Blütheu von Trifolium medium, welche dadurch deformirt werden. Die Blüthen 
beharren im Knospenzustande, das heisst sie bleiben geschlossen und werden 
von den Kelchzähnen überragt; von den normalen Knospen, welche stets seitlich 
zusammengedrückt sind, unterscheiden sie sich durch ihre walzenförmige Gestalt, 
sowie durch die Auftreibung des Kelches und der Kronenröhre. An einem ßlüthen- 
kopfe waren meist nur wenige, oft nur eine oder zwei normale Blütheu vorhanden. 
Zur Verwandlung begibt sich die Larve im Juni in die Erde, woraus die Mücke 
erst im folgenden Jahre erscheint. 

Vorkommen. Diese bereits beschriebenen Gallen (Entom. Nachr., 1889, 
S. 285 und 286) entdeckte ich im Walde zwischen Bitsch und Sturzelbronn, 
wo sie sehr häufig waren. In den vergällten Blüthen fand keine Fruchtbildung statt. 

Auf Kleearten leben also: Cecidomyia trifolii Fr. Loew in den gefalteten 
Blättchen, Cecidomyia flosculorum m. in deformirten Blüthen und Cecidomyia 
leguminicola Lintner in den Hülsen von Trifolium pratense L., ohne eine Defor- 
mation hervorzubringen. 

Cecidomyia iteobia n. sp. 

Männchen. Körperfarbe gelbroth. Augen schwarz. Fühler braun, 0*8 mm 
lang, 2 + 13-gliederig; Geisseiglieder kurz walzenförmig, gestielt, mit drei Haar- 
wirteln, wovon der mittlere am längsten ist; Stiele Ys so lang als die Glieder. 
Hinterhaupt schwarz, am Augenrande weiss. 

Rückenschild mit drei schwarzbraunen Längsbinden, wovon die mittlere 
uicht bis zum Schildchen reicht; zwischen denselben gelblicht', ziemlich lauge 
und dichte Haarreihen. Flügel stark irisirend. Vorderrand verdickt, schwarz 
beschuppt ; erste Längsader dem Vorderrande überall viel naher als der zweiten 
Längsader, weit vor der Verzweigung der dritten Längsader mündend; zweite 
Längsader an der Querader schwach nach oben gezogeu, dann fast gerade, kaum 
nach unten gebogen, ziemlich weit vor der Flügelspitze mündend. Querader sehr 
Z. B. Ges. B. XL. Abb. 26 



202 



J. J. Kieffer. 



dünn, diesseits der Erweiterung des Hinterrandes liegend. Falte deutlich. Schwinger 
gelb. Brustmitte dunkel. Beine weisslich, oberseits dunkel. 

Hinterleib oberseits mit breiten schwarzen Schuppenbinden, unterseits und 
seitlich durch anliegende Behaarung weiss schimmernd. Zangenglieder schwarz. 

Körperlänge Vb mm. 

Weibchen. Fühler 7 mm lang. 2 + 13-gliederig. Geisselglieder walzen- 
förmig, ungestielt, mit zwei Haarwirteln. Legeröhre hell, lang hervorstreckbar, 
am Ende mit einer sehr langen Lamelle. 

Körperlänge 16 mm. 

Larve und Galle. Diese Mücke, welche von allen weidenbewohnenden 
Arten durch den gelbrothen Mittelleib verschieden ist, deformirt die Triebspitzen 
von Salix Caprea L. Durch Verkürzung der Internodien bleiben die Blätter 
dicht aneinander gedrängt, sich deckend, dazu abnorm weiss behaart; sie stellen 
so ein hasclnussdickes, eiförmiges bis längliches Gebilde dar, worin im Juli die 
orangefarbigen Larven in Mehrzahl zwischen den Blättern leben. Diese Larven 
begeben sich zur Verwandlung in die Erde; die Triebspitze entwickelt sich als- 
dann fort, aber die Blätter zeigen immer eine Erinenm -artige, fleckenweise auf- 
tretende weisse Behaarung (vgl. Zeitschr. f. Natur., Halle. 1885. S. 129). 

Vorkommen. An Waldrändern bei Bitseh und Niederhot'. 

II. lieber bekannte Gallmücken. 

Spaniocera squamigera Winn. 

Von dieser merkwürdigen Mückenart zog ich ein Männchen am 9. April 
mit der unter Holzrinde lebenden Asynapta pectoralis Winn. Körperlänge 1*3 mm. 
Füliler 2 + 11 -gliederig, mit schwarzen Schuppen dicht besetzt, 8 mm lang. 
Flügel ebenfalls schwarz beschuppt, 13 mm lang. Alles Uebrige wie in der 
W i n n e r t z 'sehen Beschreibung. 

Sehizomyia galiorum Kieff. 

In der Beschreibung dieser Mücke wurde angegeben, dass die Blüthen von 
Galium Molhigo L. und silvaticum L. auf dieselbe Weise wie die von Galium 
verum L. um Bitsch verbildet werden und auch dieselbe Larve beherbergen (siehe 
Entom. Nachr.. 1889, S. 187, Zeile 18 von oben ist zu lesen: „dieselben Larven 
fand ich auch", anstatt: „Larven, fand ich auch"). Ich beobachtete nun am Nach- 
mittag des 8. Juli dieses Jahres viele Exemplare dieser Mückenart, welche an 
einem Waldwege die Blüthen von Galium silvaticum umschwärmten und ihre 
Legeröhre an die Blüthenknospen anlegten; diese Mücken, wovon ich mehrere 
fing und später untersuchte, stimmten genau mit gegebener Beschreibung, 
jedoch waren ihre Flügel schön irisirend. Gegen Ende Juli zeigten sich die 
Blüthen an dieser Stelle massenhaft vergällt und von je einer durch ihre End- 
häkchen ausgezeichneten Larve bewohnt. 



Qoibtt lothxingitokc Ghülmüoki d. 



Diplosis BOOpari] Etübs. 

Hicsc littoke bewirkt auf dem Besenginster am Bitsch nicht nur inalkorn- 
grosse Triebspitzengallen, sondern auch hirsekorngrossc Anschwellungen der Blatt« 
stiele oder der Mittelrippe der Blättchen, oder auch, alter seltener, der in ihrer 
Gntwiokelung gehemmten Blüthenstiele. [n allen diesen Anschwellungen zeigte 
sieh immer nur eine und dieselbe Larve, welch.' bei der Reife die Galle verlässi 
und sich in der Erde verpuppt. Sie hat nur eine Generation im Jahre. Mücke 

gezogen. 

Diplosis pulsatillae Kieff. 

Ich fand die Larven dieser Mückenart um Bitsch auch auf J'/tlsat Hin 
trmalis L. Die behafteten Blütheu werden nach der Blüthezeil leicht daran er- 
kannt, dass ihre Barte sich nicht ausbreiten und in Folge dessen die trockenen 
Blumenblätter auch nicht abfallen, sondern den Früchten anliegend bleiben. 

Cecidomyia bryoniae Bouchc. 

Unter diesem Namen wurde von Bouche und später von H. Loew eine 
Mücke beschrieben, deren Larve Triebspitzengallen auf Bryonia alba L. ver- 
ursacht und in denselben auch ihre Verwandlung erleidet. Auf Bryonia dioeca 
Jaeq. entdeckte ich ähnliche Gallen, deren Erzeuger die Verwandlung zwar nicht 
in der Galle erleidet; ich halte ihn dennoch für Cecidomyia bn/oniae und gebe 
im Folgenden eine Beschreibung desselben. 

Männchen. Kopf orangefarbig. Fühler 1mm lang, braun, an der Basis 
heiler, 2 + 14-gliederig; erstes Geisselglied ungestielt, zweites kurzgestielt, Stiel 
nur 1 / 4 so lang als das Glied ; die folgenden kurz walzenförmig, allmälig kürzer, 
ihre Stiele dagegen länger werdend, letztere zuerst halb so lang, dann gleich laug 
als die Glieder; Endglied sehr klein und kaum gestielt; alle Geisselglieder mit 
drei Haarwirteln, wovon der mittlere wagrecht abstehend und lang ist. Augen 
und Hinterhaupt schwarz. 

Mittelleib orangefarbig. Kückenschild mit drei braunen Längsbiuden. 
Haarreihen grau. Flügel kurz und breit, nämlich 155 mm lang und (35 mm breit. 
Fläche irisirend. Vorderrand dick schwarz beschuppt ; erste Längsader demselben 
dicht anliegend, wenigstens doppelt so nahe als der zweiten Längsader; letztere 
dick, sehr wenig nach unten gebogen, weit vor der Flügelspitze, nämlich etwa so 
weit als die vordere Zinke mündend. Entfernung der ersten Längsader von der 
Flügelspitze 1mm, der zweiten Längsader 0'2 w<hi, der vorderen Zinke 22 mm, 
der hinteren Zinke 0'7 mm, der Gabel 0'95 mm. Falte deutlich. Keine sichtbare 
Querader. Die langen Beine Oberseite dunkel. 

Hinterleib orangefarbig, oberseits mit schwarzen Schuppenbinden. Zange 
gewöhnlich, sebwarz. 

Körperlänge 2 mm. 

26* 



204 



J. J. Kieffer. 



Weibchen. Fühler 0'8 mm lang, 2 + 14-, seltener 2 + 13-gliederig. Geissel- 
glieder walzenförmig, ungestielt, allmälig kürzer werdend, mit drei Haarwirteln 
versehen. Legeröhre lang hervorstreckbar, am Ende mit einer langen bestachelten 
Lamelle. 

Körperlänge 2'2 mm. 

Larve und Galle. Die Gallen sind rundliche bis eiförmige, haselnuss- 
bis wallnussdicke (32 mm lange und 25 mm breite) Deformationen der Triebspitzen 
von Bryonia dioeca Jacq. Vier Blätter an der Triebspitze zeigen sich nach innen 
eingekrümmt, abnorm behaart und mit stark verdickten Rippen; sie umschliessen 
mehrere andere dichter aufeinander liegende und stärker behaarte Blätter, zwischen 
denen, sowie unter den vier oberen die Larven in grosser Anzahl leben. Letztere 
sind weiss, 2'5 mm lang, mit deutlichen Fühlern und Augenfleck, chagrinirt. mit 
je einer Borste auf den Bingen. Sie begeben sich zur Verwandlung in die Erde, 
aus welcher die Mücke nach vierzehn Tagen zum Vorschein kommt. Die Gene- 
rationen folgen aufeinander vom Juni bis Herbst. 

Vorkommen. Auf Hecken um Bitsch. Zu gleicher Zeit zog ich die 
Cecidomyia parvnla Lieb, aus Larven, welche die geschlossenen und kaum an- 
geschwollenen Blüthen derselben Pflanze bewohnten. 

Cecidomyia raphanistri Kieff. 

Der Schlangenrettig (Baphanus candatus) wird bekanntlich wegen seinen 
60 — 90 cm langen essbaren Schoten cultivirt. Im Frühling des verflossenen Jahres 
wurde mir hier eine Pflanzung von dieser Rettigart gezeigt, bei welcher die Frucht- 
bildung grösstenteils misslungen war. Nach der Ursache dieses Fehlschlagens 
brauchte nicht lange gesucht zu werden ; die Blüthen zeigten sich fast alle durch 
Cecidomyia raphanistri vergällt, das heisst stark aufgetrieben, geschlossen 
bleibend, mit verdickten Staubgefässen und verkümmerten Fruchtknoten. Da die 
Generationen zahlreich aufeinander folgten, so dauerten diese Gallenbildungen bis 
zu Ende des Sommers fort. Ich beobachtete unter den Mücken derselben Gene- 
ration, dass die Querader bald vorhanden, bald fehlend war. 

Cecidomyia strobi Winn. 

Da Winnertz diese Mücke nur nach trockenen, von Kaltenbach er- 
haltenen Stücken beschrieb, so gebe ich im Folgenden eine Beschreibung derselben 
nach lebenden Exemplaren. 

Männchen. Fühler 2 + 17-gliederig; Geisselglieder walzenförmig, mit 
drei Haarwirteln, gestielt, Stiele so lang als die Glieder. Zange klein, schwarz. 
Körperlänge 2'75 mm. Alles Uebrige wie beim Weibchen. 

Weibchen. Kopf gelb. Fühler 1*05 mm lang, 2 + 13- und 2 + 14-gliederig; 
Geisselglieder walzenförmig, die unteren etwa 2*/2 mal so lang als breit, die oberen 
kaum länger als breit, Endglied länglich, alle ungestielt und mit zwei oder drei 
Haarwirteln. Rüssel, Taster, Gesichtshöcker und Hinterhaupt dunkel; Gesichts- 
büschel weiss. Hals .gelb, unterseits mit zwei schwarzen Längslinien. Mittelleib 



Uttel lothrtafiiob« Gallmücken . 



206 



braunschwarz, seitlich, sowie um die TTiii't < n orangefarbig; selten zeigen sich auf 
dem Rüokensohilde drei noch dunklere Lnngsbinden. Plaarreihcn ;iu^ weissen, ab- 
stehenden, langen Haaren zusammengesetzt. Flügel stark iriBirend, 2- [mm Lang 

und 1 mm breit; Vonlerrand durch anliegende schwarze Schuppen verdickt; erste 
L&ngsader dem Vorderrande nur wenig näher als der zweiten L&ngsader, mttndel 
13 mm vor der Flügelspitzo ; zweite Längsader dick, an der Wurzel aufsteigend, 
dann gerade, der Flügelspitze sehr nahe mündend; die beiden Zinken blass; Knt- 
fenrang der vorderen von der Flügelspitze 0*45 mm, der hinteren Zinke 1*8 mm, 
der Gabel 135 mtn. Falte deutlich. Querader blass, schief. Schwinger gelb. 
Beine nur oberseits dunkel. 

Die sechs ersten Ringe des langen Hinterleibes oberseits braunschwarz, 
unterseits orangefarbig, mit kurzer weisser Behaarung und einer schwarzen vier- 
eckigen Zeichnung in der Mitte; siebenter Ring länger als breit, an der Basis 
schmäler als der sechste, am Fnde breiter werdend, orangefarbig, oberseits mit 
einer schwarzen, sich allmälig erweiternden Längsbinde, unterseits mit einem 
viereckigen, nach vorne bogenförmig ausgeschnittenen schwarzen Fleck; achter 
Ring gleich breit, viel schmäler, scheinbar zur Legeröhre gehörend, orangefarbig, 
oberseits mit breitem schwarzem Längsstrich. Legeröhre weisslichgelb ; erstes 
Glied am Grunde schwach aufgetrieben, walzenförmig; zweites wurmförmig, mit 
wenigen kurzen Stacheln; an seinem Ende steht oberseits eine dreimal so lang 
als breite, in der Mitte eingeschnürte und besonders an der abgerundeten Spitze 
reichlich bestachelte Lamelle; unterseits ein dreieckiges Läppchen. 

Körperläuge 3 mm (2 — 3). 

Larve, Puppe und Lebensweise. Die Larve ist weiss (ob im reifen 
Zustande ?) und 3 mm lang. Ich fand sie in den bereits gefallenen Zapfen von 
Picea excelsa Lk. sowohl unter den Schuppen an den Nüsschen, wie in Aus- 
höhlungen. Kopf lang hervorstreckbar, mit deutlichen Fühlern; Endring mit je 
einem abgestutzten Fortsatz. Es gelang mir aber nicht, diese Larven in feuchter 
Erde zur Yerpuppung zu bringen. Später, nämlich im April, fand ich auch die 
Puppen, woraus ich die Mücke zog. Dieselben sind 2'5 mm lang und ausgezeichnet 
durch die grossen, bis 015 mm langen Scheitelstacheln; letztere sind braun mit 
schwarzer Spitze, der Ausschnitt zwischen ihnen trapezförmig. Diese Puppen lagen 
in Aushöhlungen auf der Spindel, häufiger jedoch auf der Unterseite der Schuppen 
in einer beulenartigen, 5 mm langen und 1'5 mm breiten Auftreibung. deren Wand 
äusserst dünn ist und eine runde, mit einem Häutchen verschlossene Öffnung 
zeigt. Cocon weiss, ziemlich weit; darin liegt die Puppe, in einem sehr engen 
weissen Säckchen steckend, welches nur ihre Endhälfte einhüllt, und zwar so, 
dass auf der Vorderseite die Flügel- und Beinscheiden frei bleiben. 

Parasiten. In diesen Aushöhlungen fand ich als Parasiten Torymus 
azureus Boh. und Platygaster contorticomis Hart. Auch zog ich aus diesen 
Zapfen, welche zugleich von Anobiam abietis Fabr. und von Grapholitha strobi- 
lana L. bewohnt waren, Ephialtes glabratus Ratzb.. Limneria flavicentris Ratzb. 
und Aspidogonus abietis Ratzb. 

Vorkommen. In Wäldern um Bitsch. 



206 



J. J. Kieffer. Ueher lothringische Gallmücken. 



Ceeidomyia trifolii Er. Low. 

Ich zog diese Mücke nicht nur aus Trifolium pratense L., sondern auch 
mus den bekannten Falten an Trifolium repens L. und fragiferum L. Die erste 
Längsader ist etwa zweimal so weit von der zweiten Längsader als vom schwarz- 
beschuppten Vorderrande entfernt. Die zweite Längsader in der Mitte schwach 
nach unten gebogen, weit vor der Flügelspitze mündend. 

Tütenförmig eingerollte Blättehen ergaben sich als solche, die nur von 
einer Larve an ihrem Grunde angegriffen waren; der Erzeuger war nicht Ceeidomyia 
ranuneuli Br., sondern Ceeidomyia trifolii. 

Ceeidomyia viscariae Kleff. 

Diese Mücke hat mehrere Generationen im Jahre. Die letzte überwintert 
als Larve in der Erde oder auch in der Galle; ich fand nämlich am 18. November 
unreife Larven in mit Moos bedeckten Heilungen der Triebblätter. 



307 



Der moderne Apparal zur Erforschung der 
Meerestiefeu. 

Von 

Dr. E m i 1 v. M a r enzel 1 e r. 

(Mit 10 Abbildungen *) im Texte.) 

(Vorgetragen in der Versammlung am 5. Februar 1K90.) 



Wie den Amerikanern der unvergängliche Ruhm gebührt, vor 23 Jahren 
die Initiative zur Erforschung der grossen Meerestiefen ergriffen zu haben, so 
waren sie auch fort und fort unermüdlich thätig, die technischen Behelfe zu ver- 
vollkommnen. Der kühne Gedanke, das Loth mit Hilfe eines geeigneten Appa- 
rates an einem kaum 1 mm starken Claviersaitendraht in die Tiefe zu versenken 
(William Thomson, 1872), der von dem glänzendsten Erfolge gekrönte Versuch, 
bei der Führung der Grundnetze die schlanken Drahtseile an Stelle der unge- 
schlachten Taue treten zu lassen (A. Agassiz, 1877), die Verbesserung der Netze 
selbst (Blake-Expedition, 1877/79) brachten eine totale Umwälzung in der Aus- 
rüstung der Expeditionsschiffe hervor und begründeten eine neue Aera unserer so 
jungen Disciplin. Und so bedeutend sind diese Fortschritte, dass man auf die 
seinerzeit angestaunten Vorrichtungen zum Fange der Thiere in grossen Tiefen, 
welche das englische Schiff „Challenger" mit sich nahm, als es 1872 seine drei- 
undeinhalb Jahre währende Reise antrat, ja auf die Resultate der Arbeiten selbst, 
ungeachtet ihres von keiner früheren wissenschaftlichen Expedition erreichten Um- 
fanges, der wohl auch in Zukunft lange seines Gleichen suchen wird, nicht ohne 
ein gewisses Bedauern blicken kann. Wie viel Zeit und Kraft gingen verloren, 
und wie ungenügend konnte die Gelegenheit ausgenützt werden! Wenn bei irgend 
einer Unternehmung das Sprichwort „Zeit ist Geld" die Richtschnur abgeben soll, 
so sind es Tiefsee-Untersuchungen; denn sie kosten Geld, viel Geld. Es ist dies 
wohl auch der einzige Grund, warum sie trotz der lockenden Ergebnisse und der 



') Der Verfasser und die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft sind dem Fürsten Albert I. 
von Monaco für die Liberalität, mit welcher derselbe die Benützung der Cliches zu den beigegebenen 
Abbildungen (Fig. 1 — 3, 5, S — 10) gestattete, zu besonderem Danke verpflichtet. 



208 



Emil v. Marenzeller. 



Aussicht auf neue Erfolge so sporadisch zu Tage treten. Nur Amerika verfolgt 
systematisch von Jahr zu Jahr sogar mit eigens gebauten und musterhaft einge- 
richteten Schiffen den einmal eingeschlagenen Weg. Den Commandanten der 
amerikanischen Expeditionsschiffe „Blake" und „Albatross" danken wir auch vor- 
treffliche, bis in das kleinste Detail eingehende Werke über die Einrichtung dieser 
Schiffe und über die Handhabung der verschiedenen durchwegs originalen Appa- 
rate. Charles D. Sigsbee's Deep-sea sounding and dredging, a description and 
discussion of the methods and appliances used on board the coast and geodetic 
survey steamer „Blake", Washington, 1880, 4°, 208 Seiten und 41 Tafeln, und 
L. Tann er 's Report on the construction and outfit of the United States fish 
commission steamer „Albatross" in: Report U. S. Commission of fish and fisheries, 
Part XI, Washington, 1885. 8°, 109 Seiten und 55 Tafeln, sind wirkliche Hand- 
bücher, welche alle Nachfolger zu Rathe gezogen haben und die am Bord keines 
Schiffes fehlen werden, das an die gleiche Arbeit gehen will. 

In jüngster Zeit hat sich der nunmehrige Fürst Albert I. von Monaco 
der Erforschung der Meere auch in zoologischer Hinsicht mit grosser Hingebung 
gewidmet. *) Der Fürst hat sich im Verlaufe von vier Campagnen seiner von ihm 
selbst geführten Jacht „Hirondelle" zu einem gewiegten Praktiker herangebildet 
und seine Erfahrungen und die Beschreibungen der von ihm erfundenen Apparate 
in einer stattlichen Zahl von Schriften niedergelegt. Weim dieselben einmal ge- 
sammelt einen Band seines grossen Reisewerkes bilden werden, wird man zu den 
zwei genannten ein drittes Handbuch fügen können. 2 ) Ich fand während der 
Weltausstellung in Paris, welche ich im Auftrage der kais. Akademie der Wissen- 
schaften in Wien besuchte, um Daten in Bezug auf die Ausrüstung eines Expe- 
ditionsschiffes für Tiefseeforschungen zu sammeln, in dem Pavillon des Fürsten- 
thumes Monaco neben einem Theile der Ausbeute die gesammte Ausrüstung der 
Segeljacht „Hirondelle" in Originalen oder in Modellen in einer solchen Weise 
zur Anschauung gebracht, wie sie nur begeisterte Liebe für die Sache und ein 
feines Gefühl für das Fassungsvermögen des neugierigen und wissbegierigen Laien 
eingeben können. Die Ausstellung war in ihrer Art ein kleines Wunder. Sie war 
in hohem Grade wissenschaftlich, aber sie Hess dies die Besucher, welche sich in 
dichten Schaaren um die Objecte drängten, nicht fühlen. In der nachfolgenden 
Zusammenstellung der Vorkehrungen für Tiefseeforschungen verbinde ich mit der 
breiten, festen Grundlage der amerikanischen Errungenschaften die mannigfachen 
Neuerungen, welche ich in Frankreich aus eigener Anschauung kennen lernte. 



') E. v. Maren/. eile r, Ueber die wissenschaftlichen Unternehmungen des Fürsten Albert L 
von Monaco in den Jahren 1885—1888 in: Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 39. Bd., 
1889, S. 627—634. 

2 ) Eine vorläufige, sehr übersichtliche Zusammenfassung der von ihm eingeführten, theilweise 
noch nicht veröffentlichten Neuerungen gab der Fürst in einer Sitzung des im Laufe des Monats 
August 1889 zu Paris tagenden internationalen zoologischen Congresses unter dem Titel „Recherche 
des animaux marins, progres realises sur l'Hirondelle dans l'outillage special - in: Compte rendu des 
seauces du Congres international de Zoologie, p. 133—159, mit 15 Figuren und 1 Tafel. Diese Arbeil 
erschien nach Abschluss der vorliegenden Abhandlung; da sich aber der Druck hinausschob, konnte 
ich noch meine Aufzeichnungen vergleichen und durch die Copien Fig. 4, G und 7 ergänzen. 



Por BOtariM A|.|i;n;il /ui MbnohlUf Mi'i-i est ii>ton . )! I 

l. h erfülle »'in«' angenehme Pflicht der Dankbarkeit, ausdrücklich hervorzuheben, 
class nur die aufmerksame und umsichtige Theilnahnie, welche «Irr Fürs! von 
Monaco und Bein Reisebegleiter, der Zoologe Baron Jules de Guerne der Lösung 
meiner Aufgabe entgegenbrachten, sowie die vielen werthvollen Aufschlüsse, welche 
mir auf Grund <lcr gemachten Erfahrungen gegeben wurden, es ermöglichten, 
dass ich diese Zeilen nicht urt heilslos, sondern in ganz bestimmter Passung nieder- 
schreibe. Sic enthalten nur in der Form etwas verändert und des allgemeinen 
Verständnisses wegen ergänz! die Vorschläge, welche ich am %\. ( Mober des ver- 
hVssenen Jahres der kais. Akademie der Wissenschaften in Bezug auf die Aus- 
rüstung eines Expeditionsschiffes in zoologischer Hinsicht zu unterbreiten die 
Ehre hatte. 



Das Schiff nmss getreu dem obigen Grundsätze, Zeit ZU sparen, ein 
Dampfschiff sein, theüs um rasch vom Platze zu kommen, fcheils weil man des 
Dampfes zum Bewegen der verschiedenen Hilfsmasehinen bedarf. Das Schill' 
muss gross genug sein, um diese oft sehr voluminösen Maschinen aufzunehmen 
und die Einrichtung kleiner Laboratorien zu gestatten, ohne dass die Freiheit der 
Bewegung bei den verschiedenen oft gleichzeitig vorgenommenen Manipulationen 
gehemmt würde. Der Fürst von Monaco hat allerdings mit den Fahrten seiner 
„Hirondelle" den Bew r eis geliefert, dass man auch eine kleine Segeljacht für 
unsere Zwecke einrichten kann, und trotz aller Schwierigkeiten und Mühselig- 
keiten nicht nur allen erhofften Erfolg erzielt, sondern noch Buhe und Müsse 
gefunden, die Verwendbarkeit der von ihm verbesserten oder neu eingeführten 
Apparate zu prüfen; allein andere Unternehmungen werden nicht auf eine gleiche 
Gunst der Umstände rechnen dürfen, die ich nach Gebühr gewürdigt habe, und der 
Fürst selbst ist der Letzte, der die ungeheueren Vortheile eines Dampfschiffes 
leugnen würde. 

Die Hilfsm aschinen bestehen aus einer grossen starken Winde zum 
Herablassen und Aufholen der Fanggeräthe, einer zweiten Winde mit einer riesigen 
Trommel, um etwa 8000 m eines 10 mm starken Drahtseiles aufzunehmen, einer 
eben solchen Winde, nur von kleineren Dimensionen, für ein Drahtseil von 4'5 mm 
im Durchmesser und endlich aus einem Lothapparate. Die grosse Hissmaschine 
(dredging engine der Amerikaner, treuil pour remonter les dragues ou les chaluts 
der Franzosen) des französischen Expeditionsschiffes „Talisman" arbeitete mit 
25 Pferdekräften und kostete bei Herrn Jules Le Blanc, Ingenieur-Constructeur 
in Paris, Eue du Bendez -Vous 52, 13.650 Francs, die des „ Albatros* " hatte 
15V2 Pferdekräfte und kam bei Copeland & Baeon in Kew-York auf 1675 Dol- 
lars zu stehen. Die Winde, auf welche 8000 m des 10 mm starken Drahtseiles 
aufgerollt werden können (reeling engine der Amerikaner, treuil pour enrouler le 
cäble oder bobine der Franzosen), war auf dem „Talisman" mit einem Motor 
von 10 Pferdekräften versehen und kostete 8400 Francs, die des „Albatross" 
1675 Dollars. Solche Hissmaschinen fördern 40 — 60 m Drahtseil in der Minute 
herauf; das Herablassen geschieht absichtlich etwas langsamer. Ein Netzzug 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 27 



210 



Emil v. Mar enz eller. 




Fig. 1. Monaco'sches Federn-Dynamometer. 



in einer Tiefe von 4000 m kann jetzt 
leicht in 4 bis 5 Stunden absolvirt 
werden, während er früher, so lange 
man mit Tauen arbeitete, 14 Stunden 
in Anspruch nahm. Das Drahtseil 
wird von seiner Trommel zur Hiss- 
maschine geleitet, dort einige Male 
über deren Rolle, den Winchkopf, 
geschlungen und dann in nach den 
Umständen verschiedener Weise zu 
dem gerade zur Verwendung gelan- 
genden Apparat geleitet. Zweck- 
mässig ist folgende Einrichtung nach 
dem Muster des „Albatross": Das 
Drahtseil steigt von der Hissmaschine 
zunächst zu einem Leitblocke (Rolle) 
auf, der an dem unteren Ende eines 
an dem Fockmaste befestigten Dy- 
namometers hängt, geht über den- 
selben hinweg, steigt wieder nach 
abwärts zu dem unteren Ende eines 
in Manneshöhe an dem Mäste ein- 
gelenkten beweglichen Rundholzes, 
einer Gaffel, die so weit über die 
Bordwand geneigt werden kann, dass 
von ihrer Spitze herabhängende 
Körper dieselbe nicht berühren. An 
dem unteren wie an dem oberen 
Ende der Gaffel sind wieder Leit- 
blöcke angebracht. Das Drahtseil 
läuft zunächst über den enteren, 
welcher mit einem Zählwerk ver- 
bunden wird, an dem man jeder- 
zeit die Länge des abgehaspelten 
Drahtseiles ablesen kann, dann längs 
der Gaffel zu dem oberen und end- 
lich über denselben zu dem betreffen- 
den Apparate. Ist derselbe herab- 
gelassen, so wird dessen Gewicht 
nebst dem Gewichte des Drahtseiles 
unter Anderem auch auf jenen Leit- 
block einwirken, welcher an dem 
unteren Ende des Dynamometers 
hängt, und somit auf dieses selbst. 



D«T uiodorno A|>|iarn( zur KiI'ki schling (I«m Met \< tii tVn. 



211 



Mab ist dadurch Lu der Lage, jeden Augenblick «Ii»' Ansprüche zu kennen, welche 
an die Tragfähigkeit des Drahtseiles gemach! werden, und kann, sobald man siel» 
der aussersten Qrenie in bedrohlicher Weise nähert, welcher Fall insbesondere 
dann eintreten wird, wenn lieh »Irr gleichmäßigen Fortbewegung des Apparates 
aui' dem Meeresgründe plötzlich grosse Hindernisse in den Weg stellen, die 
passenden 9egenmassregeln treffen. Früher verwendete 

man zu diesem /wecke die sogenannten Aecuniulatoivn. 
sie beruhen auf der Ausdehnung von Kautschuksträngen 
oder auf der Compression von Cautschukscheiben, waren 
aber wenig dauerhaft und verlässlich. Der Fürst von 
Monaco 1 ) Hess desshalb ein Dynamometer aus starken 
Stahlfedern construiren (Fig. 1 und 2), die durch den 
Zug der Lust entsprechend zusammengedrückt werden. 
Es sind, um ein seitliches Ausbeugen zu verhindern, 
zwei Spiralen von gleicher Neigung aber entgegen- 
gesetzter Eichtling der Gänge zwischen den Platten A 
und A' ineinander geschachtelt. Die durch die Stangen 
/' verbundenen Platten B und Ä bleiben fix, die durch 
die Stangen T mit der Platte B' verbundene Platte A 
dagegen wird, die Stangen T als Führung benützend, 
nach abwärts gegen die Platte A' gezogen, sobald bei 
C ein Zug ausgeübt wird. Die Grösse der angreifenden 
Kraft, in Kilogrammen ausgedrückt, wird durch den 
Zeiger 3/ an einer Scala ausgewiesen und zwei durch 
die Schnüre F und /' (Fig. 2) in Verbindung gebrachte 
Glocken verschiedenen Klanges geben Warnungssignale. 
Dieses sehr compendiöse Instrument, welches bis auf 
einen Zug von 3000 Kilogramm reagirte, kam während 
der vierten Campagne der „Hirondelle" (1888) zum 
ersten Male zur Anwendung und functionirte vortreff- 
lich. Es zeigte auch jedesmal genau an, wann das 
Fanggeräth am Grunde angelangt war und wann es 
denselben wieder verliess. Dieses Dynamometer wurde 
bei Herrn Jules Le Blanc in Paris construirt und 
kostet in etwas vergrössertem Massstabe und mit ge- 
steigerter Leistungsfähigkeit 735 Francs. 

Die Geräthe zur Grundfischerei, das sind die grossen Kurren, die gewöhn- 
lichen Dredschen und die Quastendredschen, werden an dem Drahtseile von 10 mm 
gezogen, die Einführung der Tiefseereusen durch den Fürsten von Monaco macht 
jedoch die Benützung eines zweiten Drahtseiles nothw r endig, welches aber nur halb 
so stark zu sein braucht. Es findet auch seine Verwendung bei einer zweiten, 




Fig. 2. Monaco'sches Federn- 
Dynamometer in Thätigkeit. 



l ) Albert Prince de Monaco, Le dynamometre ä ressorts emboites de l'Hiroudelle, in 
Compte rendu des seances de la Societe de Geographie, Nr. 4, 1889, mit Fig. 

27* 



212 



Emil v. Ma renzeller. 



gleichfalls modernen Einrichtung, bei dem Schliessnetze. Von beiden Apparaten 
wird noch weiter unten ausführlich die Eede sein. Zum Aufrollen dieses Draht- 
seiles dient eine zweite, kleinere Winde, welche entweder ebenfalls mit einem 
Motor versehen ist oder nur auf Handbetrieb eingerichtet sein kann, wenn man 
an die Möglichkeit denkt, dass sie einmal auch auf einem Segelschiffe, das sich 
auf die Operationen mit den Tiefseereusen und dem Schliessnetz beschränken 
will, zur Aufstellung käme. Der Fürst von Monaco schlägt vor, diese Winde mit 
mehreren Trommeln zum Auswechseln zu versehen. Auf jeder ist ein bestimmtes 
Quantum des Drahtseiles aufgerollt, und man verwendet immer nur jene, welche 
die der gemessenen Tiefe am meisten entsprechende Länge des Drahtseiles trägt. 
Kraft und Zeit werden dadurch geschont, Der Anschaffungspreis einer solchen 
Winde mit drei Trommeln dürfte beiläufig 850 fl. betragen. 

Einige Worte über die Drahtseile mögen hier ihren Platz finden. Die 
französische Eegierung („Talisman") und der Fürst von Monaco bezogen ihren 
Bedarf von der Compagnie anonyme des forges de Chatillon et Commentry, 
Paris, Eue de la Eochefoucauld 19. Die Leistungen dieser Firma werden in den 
Berichten über die Expedition des „Talisman", ferner von dem Fürsten von Mo- 
naco ausserordentlich gelobt. Die für den besonderen Zweck erzeugten Drahtseile 
besitzen trotz ihrer erhöhten Widerstandsfähigkeit eine sehr grosse Geschmeidig- 
keit, und besonders das schwächere Drahtseil von 45 mm Durchmesser, welches 
aus sehr feinen Drähten (bezeichnet mit dem Buchstaben P) zusammengesetzt 
wird, verträgt fast alle Hantirungen wie ein Hanftau, während dieses einen vier- 
mal so grossen Durchmesser erhalten müsste, um das Gleiche zu leisten. Es wurden 
ferner in der letzten Zeit grosse Fortschritte in der Galvanisation gemacht, auf 
die Beobachtung des Fürsten von Monaco hin. dass die Drahtseile, welche mit 
den Tiefseereusen versenkt werden und ununterbrochen 10 — 12 Stunden im Wasser 
bleiben, angegriffen wurden. Das starke Drahtseil von 10 mm Durchmesser be- 
steht aus 42 Drähten Nr. 6 in sechs Litzen zu sieben Drähten, die um eine 
Seele aus Hanf angeordnet sind. Es kann noch leicht um eine Eolle von 0'45 m 
Durchmesser gerollt werden und hat eine Tragfähigkeit von 4500 kg. Das Gewicht 
eines Meters beträgt 344 g. Das Kilogramm kostet V/ 2 Francs. 1000 m haben 
somit ein Gewicht von 344 kg und kosten 516 Francs. Wegen etwaiger Verluste 
wird sich ein Vorrath von 8 — 12.000 m empfehlen. Das schwächere Drahtseil von 
4*5 mm Durchmesser besteht gleichfalls aus 42 Drähten, in sechs Litzen zu sieben 
Drähten (P) um eine Seele aus Hanf angeordnet, und besitzt eine Tragfähigkeit 
von 900—1000 kg. Das Gewicht eines Meters beträgt 79 g. Das Kilogramm 
kostet, weil die Herstellungskosten in Folge Verwendung eines feinen Drahtes 
grösser werden, 2"6 Francs. 1000 m haben somit ein Gewicht von 79 kg und 
kosten 205*4 Francs. Ein Vorrath von 5 — 6000 m dürfte genügen. 

Endlich bedarf man einer Lothmaschine zu den Lothungen, die auch 
jeder Operation in zoologischer Hinsicht voranzugehen haben. Von den Expe- 
ditionen des „Talisman" und der „Hirondelle" wurde mit bestem Erfolge der von 
dem Ingenieur der französischen Marine Thibaudier erfundene und nach ihm 
benannte Apparat verwendet. Er zeichnet sich vor der Sounding machine Sigs- 



Ihm 1 's durch £1*0886 Kinl'a.hhrit 

aus und besitzt in seiner bis- 
herigen (.Jostalt folgende Etn- 
riehtung. Auf oiuor Kollo .1 sind 

etwa 10.000 m Claviersaitendrahl 
von Ii mm Durchmesser aufge- 
rollt. Von dieser Eiolle geht der 
Draht übor oino zweite, kleinere 
Kollo, welche so gross ist, dasa 
bei oiuor vollen Umdrehung 
1 M abgehaspelt wird. Ein Zähl- 
werk zeigt die Umdrehungen an 
und somit aueh. wie viele Meter 
abgelaufen sind. Von dieser zwei- 
ten Rolle geht der Draht zu 
einem auf einer schiefen Ebene 
laufenden kleinen schweren Wa- 
gen hinab, von da wieder auf- 
wärts und schliesslich über eine 
Rolle zu dem Lothe. Der Wagen 
steht durch eine Schnur mit einer 
Sperrvorrichtung an der Rolle A 
in Verbindung. Jede etwa durch 
die Bewegung der See vermin- 
derte Spannung des Drahtes wird 
sogleich durch ein Herablaufen 
des Wagens beantwortet, welches 
ein Langsamergehen der Rolle A 
zur Folge hat. Berührt das Loth 
den Grund, so wirkt der Wagen 
mit seinem ganzen Gewichte auf 
die Bremse und die Rolle A steht 
sofort still. Die Kosten dieser 
Lochmaschine mit einem Motor 
von zwei Pferdekräften wurden 
von Herrn J. Le Blanc in Paris 
mit 1500 Francs veranschlagt, 
Es sind aber weitere Verbesse- 
rungen in Aussicht genommen, 
welche den Preis erhöhen dürften. 
Auf der „Hirondelle" wurde der 
in dem französischen Staatsarse- 
nale zu Lorient gefertigte Apparat 
durch Menschenhände bewegt und 




Fig. 3. Mo-naco'sches Loth in den Meeresgrund eindringend. 



214 



Emil v. Marenzelle r. 



erfüllte auch so seine Aufgabe auf das Beste. Vorsichtshalber empfiehlt der Fürst 
von Monaco die Einschaltung eines kleinen Dynamometers. Der zur Verwendung 
gelangende Claviersaitendraht stammte aus der oben genannten Fabrik. Er ist 
galvanisirt, besitzt einen Durchmesser von ri mm und eine Tragfähigkeit von 
140 hg auf einen Quadratmillimeter. 1000 m haben ein Gewicht von 7*41 Jcg. Das 
Kilogramm kostet 1 Franc. 

Was die Lothe selbst anbelangt, so gibt es die verschiedensten Systeme. 
Der Fürst^von Monaco 1 ) Hess auf Grund seiner Erfahrungen bei Herrn Le Bl alle- 
in Paris ein Loth (Fig. 3) construiren, welches als eine Verbesserung der älteren 
anzusehen ist. weil es grössere Quantitäten von Grundproben heraufbringt und 
der Mechanismus, welcher den Abschluss bewirkt, nicht selbst den Boden berührt, 
sondern in einem Ansätze aus Bronze G verwahrt ist, Das Loth besteht aus 
einem hohlen, an seinem oberen Ende P verdickten Cylinder A aus Eisen, welcher 
an seinem unteren Ende durch einen Hahn abgeschlossen werden kann. Ist der 
Cylinder offen, so ragt ein flacher Schlüssel K, die Kante nach auf- und abwärts 
gerichtet, horizontal vor. Die ringförmigen Senker F werden durch einen bei D 
aufgehängten Draht F zusammengehalten. Am Meeresgrunde angelangt, füllt sich 
der Cylinder, die Platte C sinkt in das Innere desselben, so weit dies die Knöpfe B 
gestatten, und es werden die bei D eingehakten Ringe und somit die Senker frei. 
Wird nun das Loth aufgezogen, so fallen die Senker ab und drücken den Schlüssel 
K in eine Nische nach abwärts, wodurch ein momentaner Verschluss des Cylinders 
eintritt. Um die Grundproben leichter aus dem Innern entfernen zu können, will 
der Fürst den Cylinder der Länge nach spalten und zum Auf- und Zuklappen 
einrichten lassen. Vorläufig ist der Cylinder auseinander zu schrauben. Leider 
kommt das Monaco'sche Loth im Vergleiche mit anderen ziemlich hoch zu stehen. 
Es kostet bei Herrn Le Blanc in Paris 400 Francs. Vielfach erprobt ist und 
häufig angewendet wird das Belknap'sche Loth mit der Auslöse Vorrichtung des 
Senkers von Sigsbee. Es besteht aus einem hohlen, 7 Jcg schweren Cylinder mit 
einem Ventile an dessen unterem Ende, das sich bei dem Aufstossen auf dem 
Meeresgrunde öffnet und während des Aufziehens wieder schliesst. Je nach der 
Tiefe wird als Senker eine Kugel aus Gusseisen von 16 oder 27 Jcg dem Cylinder 
aufgesetzt, die sich aus der Verbindung löst, wenn sie den Boden berührt. Ein 
solches Loth kostet bei D. Ballauf in Washington 15 Dollars. Zu Lothungen 
in geringen Tiefen verwendete man das von Sigsbee verbesserte sogenannte 
Becherloth von Stellwagen, ein gewöhnliches 16 Jcg schweres Loth, von dessen 
unterer Fläche ein kleines, becherförmiges Behältniss mit aufwärts gerichteter 
Oeffnung wie ein umgekehrter Hutpilz herabhängt. Ein vertical verschiebbarer, 
aus einer dicken Lederscheibe bestehender Deckel, welcher bei dem Aufziehen 
durch den Gegendruck auf das Behältniss gepresst wird, soll so viel als möglich 
das Auswaschen der aufgenommenen Grundprobe verhindern. Da der Clavier- 
saitendraht keine Knickungen verträgt, muss er zunächst mit einer ent- 



J ) Altert Prince de Monaco, Le ssondeur ä clef de l'Hirondelle, in: Conipte rendu 
des seances de la Societe. de Geographie, No 4, 1889. 



I>.'i MiWM Apparat /ur Ki Im srluing der Med! 'MÜefeo 



sprechend starken Lothleine versplissen werden, und erst an diese wird das Loth 

befestigt 

Die Gforithe zum Finge der Tiefseebewohner bestanden bis vor 
Kurzem nur aus Bolchen, welche am Brande des Meeres arbeiteten, und zwar 
hauptsächlich aus den in verschiedenen Modifikationen aufgetretenen Kurien 
(trawl der Engländer und Amerikaner, chalul der Franzosen, gangano der Ita- 
liener), Dredsehen und Quastendredschen. Oer Kürst von Monaco ergänzte diese 
Ausrüstung in sein- glücklicher Weise durch die Tiefseereusen. Seitdem man aber 
die Gewissheit hat. dass jene eigentümliche Thierwelt, welche unter dem Namen 
der pelagischen, oder des Plankton (Hensen), an oder unter der Oberfläche 
willenlos treibenden, bekannt ist. auch die tieferen Wassel-Schichten bevölkert, ist 
es zu einer weiteren Aufgabe der Tiefseeforschung geworden, ihre unteren Grenzen 
und ihren Charakter in den Tiefen festzustellen. Der letzte Punkt macht auch 
des Vergleiches halber eine genaue Untersuchung der jeweiligen Oberflächenfauna 
zur Bedingung. Man muss demnach zu jenen Apparaten noch die Schliessnetze 
und die Oberflächennetze hinzufügen. 

hie Bügelkurre (Fig. 4) nach dem Muster des „Blake" ist das verläss- 
lichste und beliebtest» 1 Geräth zur Tiefseefischerei, welches wir gegenwärtig be- 
sitzen. Ks ist ein mächtiges Grundnetz, das aus einem eisernen Gestelle und dem 
eigentlichen Netze besteht. Zwei grosse Steigbügel, durch hohle Eisenstangen 
von Ö— 3 m Länge miteinander verbunden, bilden das erste. An den Enden der 
Bügel, deren Arme T2 m laug sind und 0'8wi von einander abstehen, ist das 
sehr starke Xetz von fast 5 m Länge befestigt. Die Kurre bewegt sich die 
Krümmung der Bügel nach vorn. Im Innern ist ein zweites, trichterförmiges 
Netz, eine Falle wie bei Reusen, angebracht, um das Entweichen beweglicher 
Thiere zu verhindern; das hinterste Ende das Sackes wird noch mit einem fein- 
maschigen Netze ausgekleidet, damit wenigstens ein Theil des aufgewühlten Meeres- 
grundes heraufgebracht werde. Der Hauptsack hat absichtlich Maschen von 25 mm 
Weite, weil er sich sonst zu rasch mit Mucl oder Sand füllen würde. Die Ameri- 
kaner verwenden ausschliesslich mit Hilfe von Maschinen erzeugte Netze aus 
Baumwolle. Ein unmontirtes Netz für eine Bügelkurre mit 3 m Öffnung kommt 
bei der American Net and Twine Company in Boston, Commercial Street 34, 
auf circa 21 Dollars zu stehen und w r ird in 8 — 10 Tagen hergestellt. Die aller- 
dings viel dauerhafteren Netze aus Hanf, wie sie die Franzosen und der Fürst 
von Monaco während ihrer Expeditionen gebrauchten, kosten das Fünffache an 
Geld und Zeit, theils des kostspieligeren Materiales wegen, besonders aber, weil sie 
durch Handarbeit hergestellt werden. Die Bügelkurre. sowie alle anderen Vor- 
richtungen können nicht unmittelbar mit dem Drahtseile verbunden werden. Es 
muss ein ca. 30 m langes Tau von 30 mm Durchmesser eingeschaltet werden, das 
auf 7 m Länge mit dem Drahtseile versplissen wird. Um dem Netze eine gute 
Lage auf dem Meeresboden zu sichern, werden von dem Fürsten von Monaco 1 ) an 

') Albert Prince de Monaco, Recherche des animaux marius progres realises sur l'Hirou- 
delle dans l'outillage special, in : Couipte reudu des seances du Cougres international de Zoologie, 
Paris. 1889, p. 135—136, PI. I, Fig. 1— f». 



216 



Emil v. Marenzeller. 



diesem Tau in Zwischenräumen entsprechend 
der Tiefe zwei bis drei Gewichtevon je 15 hg 
angehängt, und ein solches wird auch an 
einem 1 m langen Taue an dem Ende des 
Netzes befestigt. Der Fürst von Monaco gab 
diesen Gewichten, welche er Oliven nennt, die 
Form eines Halbcylinders von 0"37 m Länge 
und 0'32 m Circumferenz, der an seiner flachen 
Seite mit einer Rinne zur Aufnahme eines 
30 mm starken laues versehen ist und an den 
beiden Enden in Ringe ausgeht, die zur Be- 
festigung dienen (Fig. 4 p, p). Da kleinere 
Thiere während der Fortbewegung des Netzes 
leicht wieder durch die grossen Maschen hin- 
ausgespült werden, rieth der Commandant des 
französischen Expeditionsschiffes „Talisman", 
E. Parfait, auch im Innern des Netzes, und 
zwar ganz im Grunde (Fig. 4 a) eine Hanf- 
quaste anzubringen, wie man solche aussen mit 
den Bügeln der Kurre und dem Ende des 
Netzsackes verbindet, damit sich die Thiere 
in dem Gewirre der flottirenden Fasern ver- 
stricken und festgehalten werden. Dieser ein- 
fache Behelf sicherte manchen seltenen Fund. 
Der Fürst von Monaco erhöhte diesen Vor- 
theil durch zwei Hanfquasten von 1 m Länge, 
welche er innen unmittelbar hinter dem Ende 
der Falle, beiläufig in der Mitte des Sackes 
befestigte. 

Die Bügelkur re ist ein Abkömmling der 
sogenannten Baumkur re (beam-trawl) der 
Fischer, welche durch die Amerikaner in die 
Tiefseefischerei Eingang fand, und der Fort- 
schritt zeigte sich hauptsächlich darin, dass 
sie wirksam bleibt, auf welche Seite immer 
das eiserne Gestell fällt. Bei der Baumkurre 
haben die Seitentheile beiläufig die Gestalt 
einer auf sich selbst zurückgebogenen Schlitten- 
kufe (eines liegenden arabischen Sechsers) und 
werden nur oben durch eine starke Holzstange 
oder ein Eisenrohr verbunden. Vorn sind 
Ringe für das Zugtau angebracht. Das Netz 
wird an den hinteren Enden der Kufen und 
längs der Verbindungsstange befestigt. Soll 



Der moderne Apparat tut Krforschimg der Meerestiefen. 



217 



du Gfer&th richtig funetioniren, s<> darf die letzte nicht auf den Grund zu liegen 
kommen. Dieser wird von dem freien, mit Blei besetzten Rand des Netzes, 
welcher weiter nach rückwärts liegt als der obere an der Stange befestigte, be- 
rtrioben. Der Commandani des „Albatross", L. Tanner, verbesserte die Baum- 
kurre, indem er den umgebogenen Theil der Knte dired mit dem hinteren 
Ende des flachen Theiles verband. Die Seitentheile bekamen also eine schleifen- 
förmige Gestalt. Bei einiger Uebung scheint auch diese Haiiinklirre Vorzügliches 
zu leisten und Tanner lobt insbesondere die gute Eigens» halt, dass die gefan- 
genen Thiere während des Aufziehens, zumal bei bewegter See, nicht beschädigt 
werden wie bei der Bügelklirre mit ihrer weiten Öffnung. 

Die D red sehe, welche ziemlieh in Misscredit gekommen ist, bestellt in 
ihrer besten, von Sigsbee angegebenen Form aus zwei parallel übereinander 
liegenden rechteckigen, aus Eisenstäben gebildeten Rahmen von 1 07 m Länge und 
1 22 m Breite, die in einer Entfernung von 23 m mittels Querstäben an den 
Ecken verbunden sind. An den breiteren Seiten sind 0'15 m breite Eisenschienen 
angenietet, die an ihrem hinteren Rande den das eiserne Skelet ausfüllenden 
Netzsack tragen. Sie bilden also den Eingang in das Netz und scharren auf dem 
Boden. Eiserne Arme, die von den zwischen ihnen liegenden Querstäben ausgehen, 
dienen zur Befestigung des Taues. Das hintere Ende des eisernen Gerüstes ist 
mir einer Querstange versehen, welche abwechselnd vier Hanfquasten und drei 
Gewichte trägt. Der obere und untere Rahmen erhält noch zum Schutze des 
Netzes einen Ueberzug aus Segeltuch. Bei der Harken-Dredsche pflügt eine 
mit starken Eisenzähnen besetzte Vorrichtung den Boden auf. 

Der Inhalt der Kurre und Dredsche wird auf ineinander geschachtelten 
Sieben verschiedener Maschenweite oder auf einem Siebtische ausgewaschen. 

Die Quastendredsche ist bestimmt, auf felsigem und zerklüftetem Ter- 
rain zu arbeiten, wo andere Vorrichtungen Gefahr liefen, fest zu sitzen oder in 
Stücke zu gehen. Der Zustand der an den Hanfquasten hängen bleibenden Objecte 
lässt Manches zu wünschen übrig; man muss sich aber unter den gegebenen Umstän- 
den damit zufrieden geben, überhaupt etwas zu erhalten. Sehr zweckmässig ist die 
Tanner 'sehe Quastendredsche construirt. Sie hat die Gestalt einer riesigen Tuch- 
scheere und besteht aus einer starken gebogenen Stahlfeder mit einem Krüm- 
mungshalbmesser von 014 /«, welche zwei l'5m lange Eisenbarren mit je fünf 
Hanfquasten trägt. Unmittelbar vor diesem Apparate hängt an dem Taue eine 
68 ~kg schwere Kugel aus Gusseisen. 

Die Monaco sehen Tiefsee reusen 1 ) (Fig. 5) bilden eine sehr werthvolle 
Bereicherung der Mittel, Tiefseefische und Krebse in unsere Gewalt zu bekommen. 
Der Fürst von Monaco wurde von der Erwägung geleitet, dass Kurren und Dred- 
schen doch nur ungenügende und rohe Behelfe sind. Flüchtige Thiere weichen 
denselben aus oder entkommen wieder, und die gefangenen werden oft durch die 



l ) Albert Priuce de Monaco, Recherehe des auiuiaux marins progres realises sur THiron- 
delle dans l'outillage special, in : Compte rendu des seances du Congres international de Zoologie, 
Paris, 1889, p. 149—154, Fig. 9. 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 28 



218 



Emil v. Marenzelle r. 



mitgenommenen Bodenmassen und den Wasserschwall arg 
verletzt. Alle diese Uebelstände fallen mit der Anwen- 
dung von Reusen hinweg. Es handelte sich nur darum, 
die richtige Construction zu finden. Die von dem 
Fürsten bisher beschriebenen (s. Anm. 1 auf S. 219), 
aus Eisenstäben und Drahtgittern zusammenge- 
setzten Reusen erwiesen sich zu schwer, versanken 
im Mude und gingen leicht verloren. Der Fürst 
ersetzte desshalb das Metall grösstentheils durch 
Holzsparren und Netze und schuf damit einen 
ebenso einfachen wie billigen Apparat, von 
dem man mit Beruhigung sagen kann, 
er sei aus dem Stadium der Versuche 
herausgetreten. Während der letzten 
Campagne der „Hirondelle" (1888) 
wurden diese Reusen in Tiefen bis 
zu 1370 m herabgelassen. Fische 
in grosser Zahl und Krebse 
wurden erbeutet, welche die 
an denselben Stellen herab- 
gelassene Kurre nicht 
herauf brachte, und sie 
waren so vortrefflich 
erhalten, wie man 
dies nie zuvor zu 
sehen Gelegenheit 
hatte. Die in 
dem Pavillon 
des Fürsten- 



Fig. 5. 
Monaco'sche Tiefseeieus 

« Kleine Keusen im Innern; 
b Säcke mit Ballast. 




IV r moilorno Appunil f.xu KrtorscliuiiR der MoerOCtiftfon. 



219 



tliums Monaco ausgestellte Tiefseereuse hat die Gestalt einea dreieckigen Prismas, 
welches mit einer der Seitenflächen auf den Grund zu liegen kommt, während 
die Grundflächen senkrecht stehen. Das Gerüst besteht ans zwei gleichseitigen, 
zerlegbaren dreieckigen Rahmen, gebildet von 1*5 ffl langen, 0*04 fN breiten und 
0*003 im starken Kisenschieiieii nnd aus 21 Bolzsparren von 1"8<> /// Länge, «reiche 
dieselben verbinden und die Seitenflächen des Prismas bilden helfen. Die Seiten- 
flächen werden noch durch je drei mit den Grundflächen parallel laufende Holz- 
sparren verstärkt. Die Verbindung dieser Sparren untereinander und mit den 
eisernen Rahmen geschieht durch starke Hant'schnüre. Nach innen von diesem 
Gerüste ist ein feinmaschiges Netz (Sardellennetz) ausgespannt. In den drei- 
eckigen Grundflächen befindet sich jederseits ein Eingang in die Reuse. Ks ist 
hier in geringer Entfernung von dem Boden ein seichter Trichter aus fein- 
maschigem Messingdrahtgitter eingelassen, von Ü"5 m äusserem und 018?« inne- 
rem Durchmesser. An der inneren Mündung ragen biegsame Metallspitzen in 
der Länge von 015 m vor, welche das Herausgehen der Thiers hindern sollen. 
Die Trichter sind durch zwei Schnüre vertäut, welche von der oberen und 
unteren Circumfereuz zu den gegenüber liegenden Eisenschienen gehen, und durch 
eine dritte Schnur, die an einem Holzsparren der Seitenfläche befestigt wird. 
Der ganze Apparat wird mit vier je 25 kg Steine enthaltenden Säcken (Fig. bb) 
beschwert. Drahtseile, welche mit zwei Seiten des dreieckigen Rahmens ver- 
bunden werden, tragen die Säcke und gehen nach oben in Schlingen aus, die 
vou an einem Ringe hängenden Schliesshaken zusammengefaßt werden. Durch 
diese zwei Ringe wird ein Tau gezogen, in dessen Mitte abermals ein Ring 
angebracht ist, an welchem mittels Schliesshaken und Karabiners ein mit dem 
Drahtseil von 4'5 mm Durchmesser versplissenes Tau befestigt wird, wenn die 
Reuse in Action tritt. Vor dem Herablassen wird 10 m ober der Reuse mit dem 
Drahtseile ein flottirender Holzklotz von 4 m Durchmesser und 7 m Länge 
verbunden, um dasselbe straff zu erhalten. Sowohl im Innern der Reuse wie 
auch aussen bringt der Fürst von Monaco noch ganz kleine cyliudrische Reusen 
(Fig. 5 a) von 2hm Länge und 017?« Durchmesser, in einfachster Weise aus 
einem mit Bindfaden zusammengefügten feinmaschigen Metallgitter hergestellt, 
an. In die Reusen wurden ausser einigen Stücken Stockfisch noch glänzende 
Gegenstände, zerbrochenes weisses Geschirr u. A. gegeben. Da die Reuse viele 
Stunden in ruhiger Lage bleiben muss — sie wurde meist gegen Abend ausge- 
setzt und des Morgens gehoben — kann die Verbindung mit dem Schiffe nicht 
aufrecht erhalten werden. Das Drahtseil, an welchem die Reuse herabgelassen 
wird, muss an einer ausgesetzten Boje befestigt werden. Diese bestand auf der 
„Hirondelle" aus grossen Korkplatten, welche von Drahtseilen umgürtet wurden. 
Das Ganze ist 15 m lang und ca. 0'8 m breit und hat ein Gewicht von 150 kg. 
Die Boje ist oben und unten mit Schlingen versehen. Die untere dient zur Ver- 
bindung mit dem Drahtseile, die obere nimmt ein Tau auf, das zu einem Flosse 



') Albert Prince de Monaco, Sur Temploi des nasses pour les rechercb.es zoologiques en 
eaux prüfendes, iu: Compt. reud. de TAcad. des sciences, Paris, Tome 107, 1888, p. 12G. 

28* 



220 



Emil v. Marenzelle r. 




führt, auf welchem ein 
4—5 m hoher Mast mit 
einer Flagge als Signal 
befestigt wird, um das 
Wiederauffinden zu er- 
leichtern. Von der obe- 
ren Schlinge geht auch 
ein Tau nach abwärts 
zu dem Drahtseile. Es 
leistet beim Aufholen 
der Reuse gute Dienste. 
Aus dieser Darstellung 
erhellt, dass das Draht- 
seil jedesmal der Tiefe 
entsprechend gekappt 
werden muss. Das Ende 
wird mit einem bestän- 
dig an der Boje hän- 
genden, 30 m langen 
Stücke rasch verbunden. 

Für gewisse Zwecke, 
so zum Fange von lan- 
gen, biegsamen gesc- 
halten Objecten (See- 
ruthen, gewisse Hyder- 
polypen) oder auch zum 
Sammeln von Moosthie- 
ren und Pflanzen in 
nicht zu grossen Tiefen 
leistet der von A. M. 
Marshall 1 ) und W.A. 
Herdman 2 ) angege- 
bene Angelapparat 
gute Dienste. Er wird 
aus zwei in einem spitzen 
Winkel zusammenlau- 
fenden, entsprechend mit 
einander verbundenen 
und beschwerten Holz- 
staugen, gebildet , die 



') A dredgiug impleinent, 
in : Nature, Vol. 27, 1882, p. 11. 

2 ) A dredging impleinent, 
ibid., p. 54. 



Dm HMMtenM A|>i>:n:it /ur BrfbrMhQDg lei Keerestiefen. 



221 



thcils otireol mit Angeln besetzt wilden, theils Bolche in giftnerer Zahl ver- 
einigt an Schnüren nachschleppen , 

Das gewöhnliche Oberfliohennetz besteht aaeb drin erprobten 

Mustor der zoologischen Station in Neapel ans einem etwa 06 m weiten K*< i !'«• 
von galvauisirtem Eisendraht, der wie eine Wagschale mit drei Hingen zur Be- 
festigung von Schnüren versehen ist. Der 12 m lange Netzsack ist an seinem 
verjüngten hinteren Ende mit einem abnehmbaren Qeföss aus Zinkblech ver- 
sehen. Er wird aus einem das Wasser leicht durchlassenden gewöhnlichen Stoffe 
gemacht und dient zum Schutze des eigentlichen feinen Netzes aus Seidengaze 
(Beutoltuch der Müller). Welches in seinem Innern unweit der Oeffnung an- 
genäht wird und hinten, ebenfalls offen, in das Gefäss hineinragt. Da der- 
artige Oberflächenuetze keine grossen Flächen bestreichen und sich bei der Ver- 
grösserung des Reifes manche debelstande ergaben, stellte der Fürst von Monaco 
ein Oberflächennetz nach den Prinoipien der Kurren zusammen. 

Die Monaco' sehe Oberflächenkurre 1 ) (Fig. 6) hat eine Länge von 
4'50m mit einer Oeffuungsweite von Im. Der eigentliche, etwa 15 m lange Sack 
{x + y) besteht aus zwei Abtheiluugen. In der vorderen (.r). mit einer Falle (e) 
versehenen ist das Beuteltuch grob- 



maschig, in der hinteren fein- 
maschig. Das Ende nimmt wie 
gewöhnlich ein abnehmbares Ge- 
fass aus Zinkblech (s) auf, welches 




Von der ca. 07 m weiten Mündung 
dieses Sackes gehen jederseits 3 m lange Flügel (a) aus Sardellennetzen in dop- 
pelter Lage nach vorn, w r o sie an einer dicken Holzplatte (b) enden. Um die 
Circumferenz des Netzsackes nach unten zu vergrössern, verbindet noch ein 
Stück Netz von entsprechender Länge und Weite den unteren Rand der 
Flügel, welche durch Kork und Blei in der richtigen Lage erhalten werden. 
Um dem Ganzen einen Halt zu geben, gehen Taue von den Holzplatten (b) zu 
dem Gelasse (s) an dem Ende des Netzes, je eines (f) seitlich und zwei an 
der unteren Fläche. An diesen Holzplatten werden auch die Taue, an welchen 
die Oberflächenkurre gezogen wird, befestigt. Von der Stellung der Platten und 
der Art der Befestigung hängt die Wirksamkeit der ganzen Einrichtung ab. Die 
Platte (Fig. 7) muss auf der Kante schwimmen, was durch aufgelegte Bleiplatten 
(p) und Korkstücke (7) erreicht wird. Es muss ferner der Angriffspunkt des Zug- 
taues (c) an die innere Seite der Platten und hinter deren Centrum verlegt 
werden. Dadurch wird das Auseinanderweichen der Platten und der Netzflügel 
bewerkstelligt. Von den Platten geht jederseits ein ca. 8 m langes Tau zu den 
Euden einer 3 m langen Stange, und an dieser wird das lange Tau befestigt. 



durch einen Schwimmer (l) vor 
dem Untersinken bewahrt wird. 



P 

Platte der Oberflächenkurre, von der inneren 
Fläche gesehen. 



l ) Albert Prince de Monaco, Recherche des animaux marins progres realises sur THiron- 
delle dans l'outillage special, in : Compte rendu des seances du Congres international de Zoologie, 
Paris, 1889, p. 136—138, PI. I, Fig. 7—10. 



222 



Emil v. Marenzeller. 



welches die Verbiiidung mit dem Schiffe herstellt. Diese Oberflächenkurre könnte 
mit kleinen Aenderungen auch zum Fischen der in tieferen Schichten treibenden 
Thiere verwendet werden, so lange es sich nur um das Fischen handelt. Will man 
aber volle Gewissheit haben, dass die im Netze enthaltenen Thiere wirklich jeuer 
Tiefe angehören, welche man untersuchen will, und nicht etwa beim Herablassen 
oder Aufziehen in dasselbe gelangten, so müssen die Netze derart eingerichtet 
sein, dass man sie nach Belieben öffnen und schliessen kann. 

Das Schliessnetz, 1 ) mit welchem Professor C. Chun in Königsberg 
seine interessanten Resultate erzielte, öffnet und schliesst sich in Folge der Be- 
wegung eines Propellers, der bei einer schrägen Stellung des Netzes in Action 
tritt. Es wurde in letzter Zeit namentlich in Hinsicht eines vollkommeneren Ver- 
schlusses wesentlich verbessert. Dem Systeme haftet jedoch der Mangel an. dass 
man weder den Eintritt der Function, noch die Dauer derselben in der Hand hat, 
sondern diessbezüglich ganz der Sclave der Schraube ist. 

Auf völlig verschiedenem Principe beruht das Monaco'sche Courtinen- 
Schli essnetz. 2 ) Der sehr sinnreiche, nur etwas complicirte Apparat erfüllt auch 
die wichtige Bedingung, während der beliebig zu bestimmenden Dauer seiner 
Thätigkeit die gewählte Wasserschichte horizontal zu durchlaufen. Der Apparat 
stellt einen viereckigen Rahmen von 0*4 m im Quadrat dar, welcher den Netzsack 
aus Seidengaze mit einem Sammeigefasse aus Zinkblech am Ende trägt und 
fischend eine der Verticalen möglichst genäherte Lage einnimmt. Das Oeffnen 
und Schliessen geschieht durch das Abrollen und Aufrollen einer Courtine aus 
dichtem Stoffe. Man befestigt an einem Drahtseile von 4'5 mm Durchmesser 
einen Hemmungspuffer, dessen Gewicht nach Bedarf vermehrt werden kann, und 
lässt ihn in die zu untersuchende Tiefe hinab. Ist dieselbe erreicht, so wird 
der geschlossene Apparat auf das Drahtseil aufgefasst, was durch Oeffnen von 
Charnieren geschieht, und sich selbst überlassen (Fig. 8). Zwei an den Seiten 
des Rahmens angenietete Kupferplatten von 3 m Höhe und 0'33 m Breite wirken 
als Steuer und verhindern eine drehende Bewegung, welche das Aufrollen des 
Netzsackes um das Drahtseil zur Folge hätte. Sowie der Apparat den Puffer er- 
reicht, wird die Courtine aufgerollt und zugleich die willkürlich nachfolgende 
Operation des Schliessens vorbereitet. Der Vorgang ist folgender : An dem oberen 
Rande des Rahmens ist eine kleine Trommel aus gestrecktem Messingblech an 
einem stählernen Wellbaum angebracht. Zunächst der Trommel ist jederseits 
eine Leerscheibe für eine Vaucanson'sche Bandkette aufgefasst, die um eine zweite 
Welle an dem unteren Rand des Rahmens geht. Die Leerscheiben sind mit einem 
stählernen Zahnrade P verbunden, das somit gleichfalls lose läuft. Zwei andere 
stählerne Zahnräder P' sind mit den Enden des Wellbaumes fest verbunden. 
Jedes Zahnrad greift in Zahnleisten zu Seiten des Rahmens ein. Die zwei äusse- 

') Die pelagische Tkierwelt in grösseren Tiefen, in: Bibliotheca zoologica, Heft I, 1888, 
p. 4—5, Taf. I. 

2 ) Albert Prince de Monaco, Sur un appareil nouveau pour la recherche des organismes 
p^lagiques a des profondeurs detei miuees, in : Comptes rendus des seances de la Societe de Biologie. 
Seance du 29 juin 1889. Mit Fig. 



ran Zahnleisten C\ in welche «Ii'' 
Zahnräder P' eingreifen, lind au 
ihren unteren Enden dnroh eine 
Querleiste verbunden, von deren 
lütte eine nach abwärts gerich- 
tete stan^v 7" ausgeht. Die zwei 
inneren /ahnleisten C dagegen 
sind an ihren oberen Enden durch 
eine Querleiste T vereinigt. Die 
Courtine ist an ihrem unteren 
Rande mit einer Metallleiste ver- 
sehen, welche auf kleinen Prietions- 
rollen in Coulissen des Kähmens 
läuft. Diese Leiste ist ausserdem 
mit einem Gliede der Baudkette 
verbunden, so dass jedesmal, wenn 
die Courtine in die Höhe geht, 
eine entsprechende Bewegung der 
Bandkette und der Zahnräder P 
erfolgt. Umgekehrt wird auf jede 
Drehung der Zahnräder P die 
Courtine sich heben oder senken. 
Der Apparat berührt im Nieder- 
sinken zuerst mit dem Ende der 
Stange T die mit Blei überzogene 
obere Fläche des Hemmungspuffers. 
Dadurch kommen auch die Zahn- 
leisten C zur Ruhe, der Rahmen 
setzt aber seinen Weg fort, indem 
die Zahnräder P' und der Well- 
baum am oberen Rande »sich zu 
drehen beginnen, bis der Stempel 
einer kleinen, mit der Stange T' 
parallelen hydraulischen Bremse, 
welche den Anprall zu mildern be- 
stimmt ist, gleichfalls den Puffer 
berührt hat. Die Drehung des 
Wellbaumes hat das Aufrollen 
der Court ine zur Folge. Da aber 
die untere Leiste derselben mit der 
Bandkette verbunden ist, wird diese 
mitgezogen und es fangen deren 
Leerscheiben und die Zahnräder P 
zu rotiren an. Diese greifen in die 




Fig. 8. Monaco'sches Courtinen-.Schliessiietz. 
Der Apparat vor der Arbeit (geschlossen). 




inneren Zahnleisten C ein und 
treiben sie und ihre Verbin- 
dungsleiste T in die Höhe. 
Kleine federnde Sperrhaken ver- 
hindern ein zufälliges Herab- 
sinken. In diesem Augenblicke 
zeigen die Bestandtheile des 
Schliessnetzes den Zustand, wel- 
chen die Figur 9 wiedergibt, 
Will man den Apparat nun 
schliessen, so wird von oben ein 
ringförmiges Gewicht nachge- 
sendet, welches die Traverse T 
treffen muss. Diese und die 
Zahnleisten C werden herab- 
gedrückt, setzen die Zahnräder 
P und die Bandketten in Be- 
wegung, und da diese mit der 
Leiste am unteren Rande der 
Courtine verbunden sind, so wird 
dieselbe nach abwärts gezogen 
(Fig. 10). Damit das Gewicht die 
Traverse T mit voller Sicher- 
heit erreiche, wird mit dem 
Hemmungspuffer ein Rohr von 
2 m Länge verbunden, durch 
welches das Drahtseil läuft, 
Der Ring hat somit auf eine 
Länge von 15 m eine vollkom- 
men vertikale Führung. Ein be- 
deutenderVorzug dieses Schliess- 
netzes liegt darin, dass man sich 
nach dem Aufziehen auf Deck 
aus dem Verhältnisse der ein- 
zelnen Bestandtheile zu ein- 
ander sogleich einUrtheil bilden 
kann, ob es richtig functionirte. 
(Vergl. Fig. 8, 9, 10.) Bisher 
war die grösste Tiefe, in welcher 
der Fürst von Monaco sein 
Schliessnetz erprobte, 500 m. 
Der Fürst empfiehlt die Ver- 
größerung des Rahmens auf 
0"7 m im Quadrate, um auch 



Fig. 9. Monaco'sches Courtinen-Schliessnetz. 
Der Apparat während der Arbeit (geöffnet). 



grösserer Thiere habhafl so werden 
Kin Apparat von diesen Dimen- 
sionen kostet W\ Herrn .) Lc 

Hl | no in Paris lö7f> PrCS, 

Hand in Hand mit dor Fest- 
stellung der Tiefe, dor Kigon- 
sohaften des Meeresbodens und des 
thierischen Lebens durch die Lo- 
thungen und die zahlreichen Vor- 
richtungen, dir ich in grossen 
Zügen ski/.zirto, geht die Beant- 
wortung physikalisch - chemischer 
Fragen, hauptsachlich dir Tempe- 
raturverhaltnisse und die Be- 
sohaffenheii des Wassers betref- 
fend. Es wird dadurch nicht nur 
ein Begehren der Oceanographir 
erfüllt, sondern auch der Thier- 
plivsiologie, welche die Bedingun- 
gen kennen lernen will, unter 
welchen das Leben der eigentüm- 
lichen, die Abgründe der Meere be- 
völkernden Thienvelt verläuft. Die 
wichtigsten Instrumente , welche 
diesem Zwecke dienen, sind das Ther- 
mometer und der Wasserschöpf- 
apparat. 

Das beste und jetzt fast aus- 
schliesslich verwendete T i e f s e e- 
Thermometer ist das von der 
Firma Negretti & Zambra in 
London, Holborn Viaduct. Es ist so 
eingerichtet, dass die Quecksilber- 
säule an einer bestimmten Stelle 
abreisst, wenn das Instrument um- 
gekehrt wird. Aus der Länge der 
abgerissenen Quecksilbersäule lässt 
sich an einer angebrachten Scala 
die Temperatur bemessen. Das Um- 
kehren oder Umkippen wird durch 
einen Propeller, der sich in Gang 
setzt, sobald das Thermometer auf- 
geholt wird, oder durch ein nach- 
gesendetes Gewicht eingeleitet. 




Fig. 10. Monaco'sches Courtinen-Schliessnetz. 
Der Apparat nach der Arbeit (-wieder geschlossen). Rechts 
oben das Sammelgefäss am Ende des Netzsackes, mit einer 
Falle aus Seidengaze im Innern. 



226 Emil v. Marenzelle r. Der moderne Apparat zur Erforschung der Meerestiefen. 



Der Wasserschöpfap parat soll Wasser heraufbringen behufs chemischer 
Analyse desselben. Erstreckt sich diese auch auf die Bestimmung des Gasgehaltes, 
so müssen diese Apparate das in bestimmten Tiefen geschöpfte Wasser unter voll- 
ständig hermetischem Verschlusse an die Oberfläche bringen, eine Aufgabe, der 
die meisten Systeme nicht gewachsen zu sein scheinen. Alle Beachtung verdient 
der von der Scottish Marine Station in Granton bei Edinburgh verwendete 
Wasserschöpfer. *) 

Das dem Meere Abgerungene muss an Bord des Expeditionsschiffes sogleich 
in geeigneter Weise behandelt werden, wie es die künftigen eigentlichen Unter- 
suchungen verlangen. Die zahlreichen hiezu erforderlichen Behelfe aufzuzählen, 
gehört jedoch nicht in den Rahmen des behandelten Themas. 

Vielleicht wird sich Jemand noch die Frage stellen: Welche Summen 
mag der eben geschilderte moderne Apparat zur Erforschung der Meerestiefen in 
Anspruch nehmen V Dem sei die Antwort gegeben: Bei einer Expeditionsdauer 
von etwa sechs Wochen wahrscheinlich 18 — 19.000 fl. für die erste Anschaffung, 
ohne die Kosten für das Schiff, die Kohlen und die Bemannung. 



l ) The Scottish Marine Station for scientific research, Granton, Edinburgh its wort and pro- 
spects, Edinburgh, 1885, PI. V. 



221 



Erklärung der Orthopteren -Tafeln J. C. Savigny's 
in der „Description de l'Egypte". 

A.U8 der Literatur zusammengestellt und mit Bemerkungen versehen 

von 

Dr. Hermann Krauss. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Mai 1890.) 



Einleitung. 

Jules Cesar Savigny (geb. 5. April 1777, gest. 5. October 1851) hat sich 
durch seine Arthropoden-Tafeln, die er für die von der französischen Regierung 
herausgegebene Description de l'Egypte, Histoire naturelle, Zoologie, Paris, 
1809—1813 (2 e edition, Paris, 1820—1830) hergestellt hat, auch in der Entomo- 
logie ein Denkmal gesetzt, das von Leon Dufour, 1 ) einem der competentesten 
Beurtheiler eines derartigen Werkes, mit vollstem Rechte als „aere perennius" 
bezeichnet wird. In der That sind diese Abbildungen nach Zeichnung und Aus- 
führung noch heute ganz unübertroffen und geben einen Beweis ab von der 
vollendeten Meisterschaft und dem ganz riesigen Fleisse ihres Autors. 2 ) Man 
weiss nicht, was man an ihnen mehr bewundern soll, die vorzügliche Darstellung 
der ganzen Thiere oder aber die bis ins kleinste Detail exaeten anatomischen Ab- 
bildungen, insbesondere der Mundtheile, Antennen, Füsse etc. 

Leider hat Savigny seine Meisterschaft in Darstellung und Präparation 
und seinen Fleiss (er hat seiner eigenen Angabe nach allein ungefähr 1500 Arthro- 
poden -Arten anatomisch untersucht und für die Description de lEgypte nicht 
weniger als 125 Tafeln aus dem Gesammtgebiete der Zoologie hergestellt!) allzu 
schwer gebüsst. indem er ihn mit dem Verluste seines wohl über menschliche 
Kraft angestrengten Sehorganes hat erkaufen müssen. Auch hier möchte ich die 

') L. Dnfour, A travers un siecle, Paris, 1888, p. 35. 

-) Dass eine grosse Zahl der Zeichnungen unter der Leitung Savigny's, aber nicht von ihm 
seihst angefertigt wurde, geht aus dem Texte zur Description (Tome XXII, p. 113) hervor, woselbst 
Pretre als „auteur d'un grand uombre des dessins de la collectiou de M. Savigny" bezeichnet 
wird. Savigny selbst erklärt bei den Arachniden-Tafeln, dass sie unter seinen Augeu von Meynier, 
Hu et und Pretre ausgeführt worden seien. 

29* 



228 



Hermann Krauss. 



Worte seines Zeitgenossen Dufour anführen, der ausruft: „Savigny fut le 
Bichat de l'entomologie : comme ce dernier, il fut arrete dans son elan sinon 
par la perte de la vie, du moins par celle plus cruelle encore de la vue." 
Savigny musste seine Erblindung, die noch dazu mit heftigen Schmerzen ver- 
bunden war, noch 40 Jahre ertragen, gewiss das grausamste Schicksal eines solchen 
Mannes. 

Aber auch für die Wissenschaft war diese Erkrankung ein schwerer Schlag, 
denn wohl waren die Tafeln fertig, aber der erklärende Text dazu fehlte. 1 ) Und 
leider konnte sich der erblindete Savigny nicht entschliessen, die in seinem 
Besitze befindlichen Schätze, die Originalien und Manuscripte, einem Anderen zur 
Ausarbeitung anzuvertrauen und ist seinem allzu egoistischen Principe auch treu 
geblieben, trotz der Versuche, die von Seiten des Ministeriums und der egyptischen 
Commission im Jahre 1825 dagegen gemacht wurden. 2 ) Das grossartige Werk, 
dessen Ausführung enorme Summen gekostet, blieb ein Fragment und ist es bis 
zum heutigen Tage geblieben. Und auch hier stimme ich mit unserem Altmeister 
Dufour überein, wenn er sagt: „Les larmes me viennent aux yeux quand j'envisage 
ces sublimes planches privees et du texte et de l'explication de l'auteur, livrees au 
pillage d'interpretes ou avantureux ou mal renseignes; quel entomologiste ne de- 
plore pas le sort d'un tresor de science si habilement prepare et si cherement paye!" 

Im Jahre 1825 wurde endlich die Herausgabe der zwischen 1804 und 1812 
gezeichneten und gestochenen, aber wegen Erkrankung des Meisters unpublicirt 
liegen gebliebenen Tafeln beschlossen und Victor Audouin, ein Schüler Savigny's, 
vom Minister damit betraut, einen erklärenden Text dazu zu verfassen, da vor- 
läufig nicht zu hoffen war, dass Savigny dies selbst vornehmen könnte. Aber 
auch Audouin gelang es nicht, in den Besitz des Sa vigny 'sehen Manuscriptes 
oder der Originalien zu kommen und er war somit genöthigt, sich bei der Be- 
stimmung lediglich an die Figuren zu halten. Bei der kurzen ihm zu Gebote 
stehenden Zeit — die Tafelerklärung sollte in sechs Monaten fertig gestellt sein — 
und dem damaligen Stande der Kenntniss musste er sich zumeist darauf be- 
schränken, die Familien und Genera zu verzeichnen, dagegen die Speciesbestimmung 
unterlassen, trotzdem er bei Bestimmung der Arthropoden von Seiten Latreille's, 
Serville's u. A. unterstützt wurde. 3 ) Damit aber war dem Werke wenig genützt, 
denn gerade das Wichtigste, die Beschreibung und Benennung der abgebildeten 
Thiere, blieb aus und die Entzifferung dieser wunderbaren egyptischen Hiero- 
glyphen musste dem Studium und Scharfsinne späterer Forscher vorbehalten bleiben. 

Wohl die Mehrzahl der Abbildungen ist so im Laufe der Jahre und Jahr- 
zehnte richtig gedeutet worden, indem sie mit den in Egypten, Syrien oder 

1 ) Nur der Text für die vier ersten Arachniden-Tafeln wurde von Savigny selbst geliefert: 
Description, Tome XXII, 1827, p. 302—377. 

2 ) Vgl. Description, Tome XXII, p. 111—115 und ausserdem Annal. Soc. Ent. France, Tome IV, 
1835, p. 450 — 451, woselbst A. Lefebvre die nocbmalige Intervention der Regierung in dieser Au- 
gelegenbeit verlangt. 

3 ) Die Tafelerklärung der Artbropoden ist unter der Bezeicbnung „Explication sommaire" im 
XXII. Bande der Description (Paris, 1827) entbalten : Crustaces de TEgypte et de la Syrie, p. 249—290; 
Aracbnides, p. 291—430; Insectes (Myriapodes, Orthopteres, Nevropteres, Hymenopteres), p. 431 — 458. 



Erklärung ilor Ortlio}>t»>roii-T!itVlu .1. ('. Suvifriiy's in .lor „I>oscn|>ti«m dr l'h':py|»to u 



229 



anderswo wieder aufgefundenen Thieren verglichen werden konnten, aber bei einer 
Anzahl Arten, deren Wiederauftindung nicht gelungen ist, inusste die Deutung 
eine zweifelhafte bleiben, (»der aber ist bis beute unversucht geblieben. Kin 
Beweis der grossartigen Leistung Savignv's ist auch der Umstand, tlass eine 
Reibe von Abbildungen, zu denen die Tbiere in natura nicht aufgefunden wurden, 
wenigstens insofern wissenschaftlich verwert het werden konnte, als darnach eine 
Beschreibung der Speeies und die richtige Einreibung in das System ermöglicht 
wurde, 

Die 58 Axthropoden-Tafeln, welche zusammen mit den übrigen Wirbellosen 
in Volume II der Zoologie enthalten siud, bestehen aus 13 den Crustaceen, 
9 den Spinnen, 1 den Myriapoden und 80 den Insecten (Orthopteren 7, Neuro- 
pteren Qymenopteren 20) gewidmeten Tafeln und sind zumeist in ganz, vor- 
züglicher Weise und mit der grössten Genauigkeit gestochen worden. 

Trotz der grossen Reichhaltigkeit des Inhaltes jeder Tafel stehen die 
einzelnen Figuren keineswegs gedrängt, da das riesige Format immer noch ge- 
nügend freien Raum gewährt und es ermöglicht hat, auch die grössten Insecten 
(z. B. die Locustiden) mit ausgespannten Flügeln und vollständig natürlich ge- 
stellten Antennen und Füssen zur Abbildung zu bringen, ebenso die anatomischen 
Binzeinheiten sämmtlich in starker Vergrösserung wiederzugeben. Gewinnt hie- 
durch die Naturtreue und Deutlichkeit der Figuren ungemein, so ist jedoch 
andererseits nicht zu verschweigen, dass die Benützung des Werkes, für welches 
fast jeder Studirtisch zu klein, gerade durch seine Grösse sehr erschwert wird. 

Anlangend die sieben Orthopteren-Tafeln, deren Inhalt im Folgenden an 
der Hand der Literatur des Näheren erörtert werden soll, so sind auch sie so vor- 
trefflich ausgeführt, dass es gelungen ist, die Mehrzahl der auf ihnen abgebildeten 
Arten sicher zu identificiren oder durch Beschreibung für die Wissenschaft zu 
verwerthen. Eine ganze Anzahl von Forschern hat sich mit der Bestimmung der 
auf ihnen enthaltenen Figuren beschäftigt, doch fehlt bis jetzt eine Zusammen- 
stellung des Geleisteten, das in den verschiedensten Werken und Schriften zer- 
streut ist und daraus zusammengesucht werden musste. 

Leider sind wir auch bezüglich des Fundortes der abgebildeten Orthopteren 
lediglich darauf angewiesen, denselben nach den vorhandenen Angaben der Literatur 
zu bestimmen, da eine diesbezügliche faunistische Arbeit, namentlich über Egypten, 
fehlt. Sehr erschwert wird die richtige Angabe des Fundortes auch noch dadurch, 
dass eine ganze Anzahl aus Syrien stammender Arten mit abgebildet worden ist, 
wie das schon aus Savigny's eigenen Worten hervorgeht, indem er auf seine 
künftige „Histoire des Insectes de la Syrie et de l'Egypte" verweist. 1 ) Auch bei 
Audouin heisst die Ueberschrift : „Explication sommaire des planches d'Insectes 
de lEgypte et de la Syrie. M 

Ich konnte über die Route und die Dauer der wissenschaftlichen Expedition 
Savigny's und seiner Begleiter nichts in Erfahrung bringen, aber ohne Zweifel 
ist sie identisch mit der der militärischen Expedition unter Napoleon. Dass 



') J. C. Savigny, Memoires sur les animaux saus vertebres, I, Partie 1, p. 9 (Paris, 1816). 



230 Hermann Krauss. 

Savigny die zoologische Sammlung selbst gemacht hat, geht mit Bestimmtheit 
aus der Einleitung zu seinen „Memoires sur les animaux sans vertebres" hervor, 
die er mit den Worten beginnt: „Lorsqu' en 1802 je voulus m'occuper de la 
Classification des animaux que j'avais recueillis en Egypte". 

Der Feldzug in Egypten und Syrien währte drei Jahre hindurch (1798 — 1801) 
und diese Zeit hat Savigny in eminentester Weise zu seinen Sammlungen be- 
nützt. Im Jahre 1802 begann er bereits die wissenschaftliche Bearbeitung derselben. 

In Egypten sind wohl entsprechend dem Aufenthalte der französischen 
Armee die Hauptpunkte, an denen gesammelt wurde : Alexandria, Rosette, Damiette, 
Cairo, Suez 1 ) (in Savigny 's Spinnentext finden sich ausserdem noch die folgenden 
Fundorte: Ilots du lac Menzaleh, Interieur du Delta, Salehieh). Ob südlich von 
Cairo, wie man aus dem Vorhandensein einzelner Arten schliessen möchte, noch 
gesammelt worden ist, vermag ich nicht anzugeben. Im Februar 1799 begann 
der Marsch nach Syrien, wo Gaza, Jaffa und Akka (St, Jean d'Acre) die Haupt- 
stationen der Armee waren. 2 ) Ende Mai erfolgte von Akka aus der Bückmarsch 
nach Cairo. Mitte October 1801 verliessen die letzten französischen Truppen 
Egypten. 

Literatur - Verzeichniss. 

Audouiu J. V.. Expiration sommaire des planches d'Iusectes de I'Egypte et de 
la Syrie, publiees par J. C. Savigny, in: Description de I'Egypte ou recueil 
dos observations et des recherches, qui ont ete faites en Egypfce pendant 
l'expedition de l'armee francaise. Tome XXII, Histoire naturelle; Zoologie: 
Animaux in vertebres (suite), Paris. 1827, p. 431—458; Orthopfceres, 
p. 439—441. 

Audouin gibt folgende Uebersicht: 

PI. 1. Forficules, Mantes: Les especes representees sous les N os 1 — 7 
font partie du genre Forficule; le N° 6, qui est aptere, appar- 
tient peut-etre au genre Chelidoure Latr. Les figures 8 et 9 
sont des Empuses. Le genre Mante comprend toutes les autres 
especes, jusqu au N° 14. 

PI. 2. Mantes, Blattes: Les especes figurees sous les N os 1— G, quoi- 
que appartenant au genre Mante, constituent evidemment une 
coupe nouvelle, ä moins qu'on ne les considere comme des in- 
, dividus non adultes; M. Latreille ne le pense pas. Tora les 
autres individus, N° 7—21, peuvent etre rapportes au genre 
Blatte. Les figures 7—9 ont des caracteres propres, et doivent 
former, sans doute, un genre nouveau. 

PI. 3. Xyes, Grillons, Saut ereile s: Les figures 1 et 2 appartiennent 
au genre Xye d'Illiger, ou Tridactyle d'OHvier; le X° i st 



') Von hier beschreibt Savigny in Memoires, II, Partie 3 eine gauze Eeihe vou Ascidieu. 
2 ) Ausser diesen Oertlichkeiten findet sich im Spinneutext noch als Fundort der Berg Carinel. 



Krklaninp iloi Ortlioptnon- TutVIn .1. ('. Suvigny's iu «Irr .PesflriptlMI 9» l'Ägypte*. 2^1 

im grillon de la diviaion dee oourtüierea, GhyUotalpa Latr 
Lea N 01 l 7 Boni quatre eepeeea <fe grillou propremenl dita, 
Gryüw; Lea N° 8— 7IO sonl dea santereUes propreinenl * n t « • < . 

LüCHSt«. 

PI I Sauterellea: Lea anze eapeees qu'on v«»ii dane eette planche 
tont övidnuinent partie du genre sauterelle, Lecuata; le N° 11 
appartienl t*o]H»ndaiit a 1111 genre distinct. 

PI. 5. Tot rix, Truxales: Los figures 1 et 2 tont partie du genre 
Tetrix Latr. ; toutes los autros ospeees aanjt des Truxales. 

PI. 6 ei 7. Criquets: Toutes ces especes offrent. los earacteres du genre 
criquet, Acridium. Quelques unes de 00s ospeees pourraient 
eepondant constituer, sinon dos geares nouvoaux, au Bioina dos 
QOupea partioulieres. 

Blanohard E., Monographie du genre Ommexecha, in: Ann. Soc. Ent. France, 
Tome V, 1836, p. 603—024, PI. XX— XXII. — Blanchard bespricht und 
benennt p. 624 die ihm in Natur nicht bekannten hieher gehörigen Arten 
der Deseription, wobei er bedauert, dass der Gesundheitszustand Savigny's 
irgend welche Auskunft darüber unmöglich mache. 

Bolivar J., 1. Monografia de los Pirgomorfinos. Con 4 laininas. Madrid, 1884. 

— 2. Essai sur les Acridiens de la tribu des Tettifjidae, in: Ann. Soc. Ent. 
Belgique, Tome XXXI, 1887. p. 175-313. Avec 2 PI. 

Brunner de Wattenwyl Gh., 1. Nouveau Systeme des Blattaires. Avec 13 PI. 
Vienne. 1865. — Der Verfasser gibt p. 27 die Namen zu sieben Blattiden- 
Species, nur eine Art (Fig. 13) ist unbestimmt geblieben. 

— 2. Monographie der Phaneropteriden. Mit 8 Tafeln. Wien, 1878. — Vier 
Phaneropteriden -Arten werden S. 381 — 382 benannt. 

— 3. Prodromus der europäischen Orthopteren. Mit 11 Tafeln und 1 Karte. 
Leipzig, 1882. 

Burmeister H., 1. Handbuch der Entomologie, Bd. II. Berlin, 1838. — Der 
Verfasser citirt eine ganze Beihe von Figuren und bespricht Savigny's 
Werk S. 651 — 652 eingehender. Vgl. auch Berichtigungen und Zusätze. 
S. 1011 und ff. 

— 2. Serville, Orthopteres, verglichen mit Burmeister, Orthoptera, in: 
Germar, Zeitschr. für Entomologie, Bd. II, 1840, S. 1—82. 

Charpentier T. v., 1. Einige Bemerkungen, die Orthopteren betreffend. Ibid., 
Bd. DI, 1841, S. 283—321. 

— 2. Bemerkungen zu Lichtenstein's Abhandlung über die Mantis -Arten. 
Ibid., Bd. V, 1844. S. 272—311. 

Costa Oronzio ed Achille, Fauna del Regno di Napoli; Ortotteri. Con 15 tav. 
Napoli, 1836—1881. 

Cuvier Geo., Le regne animal distribue d'apres son Organisation. Insectes, par 
M. M. Audouin, Blanchard etc. Avec im atlas (Orthopteres, PI. 76 — 86). 
Paris, V. Masson, 1846 suiv. 

Fieber Fr. X.. Synopsis der europäischen Orthopteren, Prag, 1853 — 1855. 



232 



Hermann Krauss. 



Fischer de Waldheim G., Orthoptera imperii Rossici. Cum tab. XXXVII. 
Mosquae, 1846. 

Fischer L. H., Orthoptera europaea, Cum tab. XVIII. Lipsiae, 1853. 

Guerin-Meneville F. E., Iconographie du regne animal de G. Cuvier etc. 
7 vols. Avec 450 PI. Paris, 1829—1844. 

Haan W. de, Bijdragen tot de Kennis der Orthoptera. Met 14 pl. In: Ver- 
handel. over de Natuurlijke Geschiedenis der Nederlandsche overzeesche 
bezittingen; Zoologie. Leiden, 1839 — 1844. — Es werden eine Reihe von 
Figuren aus den Familien Acrididae (p. 141), Locustidae (p. 176), Gryllidae 
(p. 225) erklärt. 

Klug Fr., Symbolae physicae, seu icones et descriptiones Insectorum, quae ex 
itinere per Africam borealem et Asiam occidentalem F. G. Hemprich et 
C. G. Ehrenberg redierunt. Berolini, 1828 — 1845. Orthoptera. Cum 
tab. VI. — Der Verfasser gibt Beschreibungen und colorirte Abbildungen 
der egyptischen Truxalis -Arten. 

Krauss H., Die Orthopteren-Fauna Istriens, in: Sitzungsber. der kais. Akad. d. 
Wissensch, in Wien, Bd. LXXVIII, 1878, S. 451—544. Mit 6 Tafeln. 

Lefebvre A., Nouveau groupe d'Orthopteres de la famille des Mantides, in: 
Ann. Soc. Ent, France, Tome IV. 1835. p. 449—508. PI. XI— XIII. — Be- 
nennt und beschreibt die auf PI. II abgebildeten „Eremiaphiles". 

Lucas H., Histoire naturelle des animaux articules de l'Algerie. Exploration 
scientifique d'Algerie. Zoologie, III. Orthopteres. Avec 4 PI. Paris, 1849. 

Rambur P., Faune entomologique de TAndalousie. Paris, 1842 (Orthopteres. 
. Avec 7 PI. 1838). 

Saussure H. de, 1. Orthopteres de TAmerique moyenne; Blattides. Avec 2 PI. 
color. Geneve, 1864—1865. 

— 2. Melanges orthopterologiques". Tome I, Fase. II: Blattides et Phasmides, 
avec 2 PI., Geneve et Bäle, 1869; Fase. III avec Supplement: Mantides. 
avec 4 PI., Geneve et Bäle, 1870—1871. Tome II, Fase. IV— VI: Man- 
tides, Blattides, GryJlides, avec 12 PI., Geneve et Bäle, 1872—1878. 

— 3. Voyage au Turkestan du A. P. Fedtchenko. Tome II. Recherches 
zoographiques, 5 me partie, in: Mem. Soc. Imp. Sc. Nat., Tome XI. St. Peters- 
bourg, Moscou, 1874. Orthopteres. Avec 1 PI. 

— 4. Mission scientifique au Mexique et dans l'Amerique centrale. Recherches 
zoologiques; 6 me partie: Orthopteres. Avec 8 PI. Paris, 1870—1879. 

— 5. Prodromus Oedipodiorum. Avec 1 PI. Geneve, 1884. 

— 6. Additamenta ad Prodromum Oedipodiorum. Avec 1 PI. Geneve, 1888. 

— 7. Synopsis de la tribu des Sagiens, Orthopteres de la famille des Locustides. 
in: Ann. Soc. Ent. France (6.), Tome VIII, 1888, p. 127—155, PI. V. 

— 8. Note sur quelques Oedipodiens en particulier sur les genres appartenant 
au type SpMngonotus, in: Mitth. Schweiz. Ent. Gesellsch., Bd. VIII, 1889, 
S. 87—97. — Als Anhang zu dieser Arbeit gibt der Verfasser S. 96—97 
ein Verzeichniss der „Oedipodiens figures par Savigny dans la Description 
de TEgypte" jmd bespricht den Inhalt von PI. VI und VII. 



■rld&rang der Ortlioptoreii-Tafoln .1. ('. ^avigny's in der .Dosoripti Ifl L'Agypto*. /?;i)> 

Boudder S. Ii . L. Revision "i bhelarge, stylated, fossorial crickets. Witfa l l'l 
Salem, Ma-.. L869. 
— 2. Entoznologioa] Notes. V. Boston, 187$. 

Seryille Aud., Eüstoire naturelle des inseotes; Orthopteres. Aoe.de I I PI. Paris, 
1830. — Merkwürdiger Weise hal Serville das Werk Savigny's nicht s<> 
beniitzt, wie man es hätte von ihm erwarten sollen, ein Factum, «las auch 
schon Burmeister und Charpentier tadelnd hervorgehoben haben. Er 
oitirt im Literatur -Verzeichnisse, p. 8, nur zwölf Figuren (zehn Speoies)! 

si. hold C. Tb. v.. Zusätze zu Fischer s Aufsatz über die unvollkommene Flügel- 
bildung bei den Orthopteren, in: Stettin. Entom. Zeitung, Bd. XIII, 1 852. 
S. 24—30. 

Stal C, Observations orthopterologiques. 2. Les genres des Acridiodees de la 
Faune europeenne. Stockholm. 1870 (Bihang tili K. svenska Vet. Akad. 
Handlingar, Bd. IV). 

Tafel -Erklärung. 

1, Die anatomisch-morphologischen Figuren, 

Einer grösseren Anzahl Speeles hat Savigny überaus sorgfältig gezeichnete, 
in stark vergrößertem Massstabe gehaltene Detailfignreu beigegehen, die vor- 
zugsweise den Kopf, die Mundtheile, Antennen, Füsse wiedergeben und für die 
Systematik sowohl als auch für die Morphologie von grösster Wichtigkeit sind. 
Die Erklärung dieser Figuren hat Savigny insofern selbst übernommen, als er 
in seiner gleichsam eine Einleitung für das grosse Werk bildenden bahnbrechenden 
Arbeit über die Mundtheile der Gliederthiere *) für die einzelnen in letzterer be- 
schriebenen und abgebildeten Organe dieselbe Bezeichnung verwendet wie in der 
Description. 

Diese Figuren sind lediglich durch ihre Stellung zum ganzen Thiere (sie 
stehen unmittelbar unter demselben, seltener seitlich davon) als zu diesem gehörig 
zu erkennen und sind durch lateinische Buchstaben (grosse und kleine gewöhnliche 
Schrift [Antiqua], sowie Cursivschrift) und ihnen beigefügte Zeichen, wie — ■, 
* , a, bezeichnet, 

Folgende Buchstaben und Zeichen finden sich auf den Orthopteren-Tafeln 
für die verschiedenen Eörpertheile verwendet: 

A. Kopf von vorne, A~ Kopf von der Seite oder von unten, 
a. Oberlippe (Levre superieure), Innenseite, 
e. Zunge (Langue). 

i. Oberkiefer (Mandibules) von vorne (oben), V von hinten (unten). 
e. Schneidezähne (Dents incisives). 



') J. C. Savigny, Meruoires sur les auimaux sans vertebres, I, Partie 1 — 2: Theorie des 
organes de la bouehe des Crustaces et des Iusectes. Avec 12 PI. Paris, 1810. 

Z. P>. Ges. B. XL. Abb. 30 



234 



Hermann Krauss. 



i. Mahlzähne (Dents molaires). 
o. Unterkiefer (Maxillen, Premieres Mächoires). 

e. Aeussere Lade (Galea, Lame exterieure). 

i. Innere Lade (Lame interieure). 

o — ö. Taster (Palpe), 
u, Unterlippe (Secondes Mächoires) von hinten (unten), u~ von vorne 
(oben), mit Zunge e und Pharynx (Paroi inferieure de La bouche, 
ou gorge). 

e. Aeussere Lade (Lame exterieure). 

i. Innere Lade (Lame interieure). 

o. Taster (Palpe). 



ae. Zusammengesetztes Auge (Yeux composes ou agreges), se' Ocellen 

(Yeux simples), 
j . Antennen. 

j. Antennengrube. 

C. Thorax (Sternum). 

b. Vorderfüsse (Premieres Pattes): Pemur, Tibia, Tarsus. b~ Tibia. 
f. Tarsus. 

c. Mittelfüsse (Secondes Pattes). 

d. Hinterfüsse (Troisiemes Pattes). 
f. Tarsus. 

h. Arolium. 

D. Abdomen (Hinterleibsende, Ovipositor). 
~h. = k. Stigmen (Ouvertures stigmatiques). 



"t. Eikapsel. 

2. Die Abbildungen der Arten, 
Orthopteres. 

Planche 1. Forficulcs, Mantes. 

Gezeichnet und gestochen 1805 — 1812. Der Kupferstich von Choqu et und 
M ,ne Callais. 

Forfieules. 

Fig. 1, 2, 3. Labidura riparia Pallas (1773). 

Fig. 1. i: tf, von oben (nat, Gr.). Hiezu Mundtheile a, i, i~, o. u. und 
Antenne j. 

Fig. 2. i: 9, von oben (vergr.). Umrisszeichnung v in nat. Gr. 
Fig. 3. i: tf, von unten (stark vergr.), mit Umrisszeichnung r in nat. Gr. 
Hiezu Antenne j, Tarsus d und Abdomen von der Seite D. 



Erklärung doi Orthopteren- rufeln I.»'. SavipnyV in dei .DcscriptioB •!<• I'l.tryi'tr-. *2'.\l) 

For/iaihi gigcmtta Kai». Fig. 1, Burmeister, l, s. 751. M 

— — Fig. I. 8 J\ 2 9. Fischer Kr., p. 66. 

Forficcsila — fig, i, Fischer <lr W.. p. 45, 

— — Fig. 1« Lucas, l>. 8. 

— — Fig. 1. Fieber. S. 70. 
Labidura riparia Fig. 1 — 8. Scudder, 2. p. 64. 

— — Fig. 1—3. Brun n er, 3, S. 6. 

Fig. 1. /. c(\ ist ein Repräsentant der gewöhnlichen, mit zweispitzigem 
letzten Segmente versehenen Form, während Fig. 3. /. dasselbe ganzrandig besitzt . 

Fig. 4, 5. Forficala auricularia L. (17(37). 

Fig. 4. t\; cT, von oben (vergr.). Umrisszeichnung /' in nat. Gr. Hiezu 
Antenne j. 

Fig. 5. /. 9' vou oben, mit ausgespannten Flügeln (vergr.). Umrisszeich- 
nung v in nat. Gr. Hiezu Kopf A. 
Forficula auricularia, Fig. 4, 5. Scudder, 2, p. 52. 

— — Fig. 4, 5. Brunn er, 3, S. 14. 

Fig. 6. Anisolabis atmulipes Lucas (1847). 
Fig. 6. 9j von oben (vergr.). 

? For/iccsila maritima (Bon.) Gene. Fig. 6. Servüle, p. 27. 

— — Fig. 6. Lucas, p. 5. 

? Forficula — Fig. 6. Fischer Fr., p. 68. 

Anisolabis — Fig. 6. Scudder, 2, p. 44. 

— — Fig. 6. Brunner. 3, S. 9. 
Stimmt in Form und Färbung so vollkommen mit Anisolabis ammlipcs, 

dass ein Zweifel über die Zugehörigkeit kaum möglich. 

Fig. 7. Labidura riparia Pallas (1773). 
Fig. 7. i: Larve (stark vergr.), Umrisszeichnung f in nat. Gr. 

Chclidura acanthopygia Gene. Fig. 7. Scudder. 2, p. 46. 

— — Fig. 7. Brunner, 3, S. 24. 

Ist mit aller Bestimmtheit als junge Larve von Labidura riparia an- 
zusehen. Die mediane Furche des Mesonotums ist zu stark ausgeprägt, so dass 
hiedurch Elytra vorgetäuscht werden. 

Mantes. 

Fig. 8. Empusa egeua Charp. (1841). 

Fig. 8. i. cf , von oben (nat. Gr.). Hiezu Kopf von vorne und von der 
Seite A, A~, Antenne j und Querschnitt durch dieselbe. 



*) Die angeführten Seiteuzahlen beziehen sich immer auf diejenige Seite des betreffenden 
Werkes, auf welcher das Citat bezüglich des Sav ig ny "sehen Werkes steht. 

30* 



236 



Hermann Krauss. 



Fig. 8. 2. 9? von °b eu > 11Ht ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu Kopf 
von vorne und von der Seite A, A~ Antenne j, Mundtheile a, i, 
i~, o. u, u~, Vorderfuss b. 

Fig. 8. 3. Larve (Nymphenstadium), von der Seite (nat. Gr.). 

Empusa pauperata Fab. Fig. 8. Burmeister, 1, S. 1012. 

— — Fig. 8. d\$. Serville, p. 146. 

— — Fig. 8. Fischer de W., p. 95 und 96. 

— — Fig. 8. Cu vier, PI. 78: 7 Figuren nach 

Savigny. 

— — Fig. 8. cT, 9, larva. Fischer Fr., p. 135. 

— — Fig. 8. Lucas, p. 9. 

— cgcna Fig. 8. J 1 , 9? uyniphe. Saussure. 2. 

Tome I, p. 337. 

— — Fig. 8. Brunn er, 3, S. 71. 

Fig. 9. Blepharis mendica Fab. (1793). 

Fig. 9. i. cT, von oben, mit ausgespannten Flügeln, (nat. Gr.). Hiezu An- 
tenne j und Querschnitt durch dieselbe. 
Fig. 9. 2. 9* 1 ) von unten (nat. Gr.). Hiezu Kopf von vorne und von der 
Seite A, A~ und Vorderfuss b. 
Mcmtis mendica. Fig. 9. cT, Q. Charpentier, 2, S. 295. 
Blepharis — Fig. 9. Burmeister, 1, S. 1012. 

— — Fig. 9. cf, 9. Serville, p. 149. 

— — Saussure, 2, Tome I, p. 329, citirt unrichtiger 

Weise „Fig. 8, J 1 , 9 et larve". 
Schon von Fabricius aus Alexandria beschrieben! 

Fig. 10, 11, 12, 13. Hierodula bioculata Burm. (1838). 

Fig. 10. cf 1 , von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu Mund- 
theile a, i, o, u. 

Fig. 11. i. 9? von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu Kopf 

A und Vorderfuss b. 
Fig. 12. i: Larve (Nymphenstadium), von der Seite (nat. Gr.). 
Fig. 13. l. c?, 2 ) y on oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Mantis bimaculata Burm. Fig. 10 Fig. 11 9- Bur meiste r. 

1, S. 1012. 

— — Fig. 10 cT, Fig. 11 9 (= Mantis simu- 

lacrum Serv. var.). Bunne ister, 2, 
S. 31. 

— — Fig. 11. Lucas, p. 10. 



J ) Auf einer zweiten mir vorliegenden Tafel mit 9. i. 9 bezeichnet. 

2 ) Bezeichnung nach der einen mir vorliegenden Tafel, auf der anderen sind die Figuren mit 
10. i, 11. 2, 12. 3, 13. l bezeichnet und ohne Angabe des Geschlechtes. 



Irkltnuif dm Orth optar*n«T*f 6 In J. «'. Suvipny'a üa der „Desoription l*Ägyi>o a . 
Mantis hioadata. Fig. 13. , ". IJurnit'ist er. 1. S. 1<>I2. 

Fig. 13 (= MtmHt rinwtocrwm Serv, nee Fab.), 

Bunne ist er, 2, S. 30. 
Uierodula — Fig. 10 cf, Fig. 11 9, Fig. 12 Nymphe, Fig. 13 
var. Saussu re, 2, Tome I, p. 219 (Fig. 13 
cT, „de taillo moine grande", p. 220). 
Fig. 10—13. Brunner, 3, S. 58. 
Fig. 10 und 11 sind typische, offenbar braun gefärbte Exemplare (cT, 9)' 
röhrend Fig. 13 ein kleineres grünes $ darstellt. 

Fig. 14. Fischeria baetica Ramb. (1838). 

Fig. 14. /. 9» 1 ) von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.) Hiezu Kopf 
von unten A^. Die Bezeichnung „9" unrichtig, die Figur 
stellt ein dar. 

Mantis baetica. Fig. 14. /. cT (non 9)- Fischer Fr., p. 128. 

Fischeria — Fig. 14. Saussure, 2, Tome I, p. 256. 

— — Fig. 14. Brunner, 3, S. 64. 

Was Saussure (1. c.) zu der Bemerkung: „On dirait que l'insecte figure 
a et« compose avec le corps et les ailes d'un male au quel on aurait ajoute 
l'abdomen d une fenielle" veranlasst hat, ist mir unklar, da die Figur ein voll- 
kommen naturgetreues männliches Abdomen mit den charakteristischen End- 
organen zeigt. 

Fig. 15. Miomantis Savignyi Sau-. (1872). 

Fig. 15. von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu 

Kopf A. 

Mantis fenestrata Fab. Fig. 15. cT 1 . Bunne ist er, 2, S. 27 und 32. 

Hervorgehoben wird die vortreffliche 
Abbildung insbesondere der so charakte- 
ristischen, schwach zugespitzten Augen. 

Miomantis pellucida Sauss. Fig. 15. tf\ Saussure, 2, Tome I, 
p. 268. 

— Savignyi Fig. 15. tf. Saussure, 2, Tome II, 

p. 69 (PI. VIII, Fig. 15). 
Von Nubien und dem Senaar bekannt. 

Fig. 16. Ameles nana Charp. (1825). 

Fig. 16. i: cT, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu 
Kopf A. 

Ameles decolor Charp. Fig. 16. Saussure, 2, Tome I. p. 251. 

— nana Fig. 16. Brunner, 3, S. 68. 



l ) Auch hier fehlt auf der einen mir vorliegenden Tafel das (ieschlechtszeichen. 



238 



Hermann Kram 



Ausgezeichnet durch die konisch zugespitzten Augen, wie sie nur bei Ameles 
nana, die allerdings seit Savigny östlich von Sicilien nicht mehr aufgefunden 
wurde, vorkommen. 

Planche 2. Mantes, Blattes. 

Gezeichnet und gestochen 1805— 1812. Der Kupferstich von Coutant und 
M me Callais. 

Mantes. 

Fig. 1. Eremiaphila nilotica Sauss. (1871). 
Fig. 1. 9, von oben (nat. Gr.) 

Fig. 1. 2: 9> unten (nat, Gr.). Hiezu Mundtheile a, i, o. u, Antenne j 
und Beine b, b~, d. 
? Eremiaphila Hralil Lefeb. Fig. 1. Nymphe 9- Lefebvre, p. 497 

(PI. XI, Fig. 1, 3—10 nach Sa- 
vigny). 

— nilotica Fig. l."9- Saussure. 2, Tome I, 

p. 386. 

Saussure gibt folgende Beschreibung nach der Abbildung: »Eremiaphilae 
Khamsini affinis Speeles at duplo major, albida corpore omnino fusco-punetato ; 
pronoto latiorc quam, longiore, subquadrato; elgtris squamiformibus ; tibiis anticis 
extus 4-spinosis; abäomine lato, punetato, lamina supra-anali et infragenitali 
breviore. 9 • — Long. 23 5 mm. 

Cette grande espece n'est encore connue que par les figures donnees par 
Savigny que Lefebvre a reproduites en partie. A en juger par ces figures, 
eile oiFre la plus grande analogie avec Y Eremiaphila Khamsini et je l'aurais 
prise pour cette derniere si eile n'etait deux fois plus grande. Lefebvre la 
rapporte avec doute ä sa Hralili, mais eile nous semble etre de trop grande 
taille pour n'en pas differer." 

Fig. 2. Eremiaphila Anubis Lefeb. (1835). 

Fig. 2. i: cf, von oben (stark vergr.), Umrisszeichnung v in nat. Gr. Hiezu 
Kopf A. 

Eremiaphila Anubis. Fig. 2. Nymphe. Lefebvre, p. 501 (PI. XI, 
Fig. 2 nach Savigny). 
— — Fig. 2. ö\ Saussure, 2, Tome I, p. 384. 

Lefebvre bemerkt: „Presente des caracteres peu tranches, en raison des 
dessins qu'offre la partie posterieure de la tete, je ne puis la reunir ä Y Eremia- 
phila Khamsin. Elle est, ä n'en pas douter. ä l'etat de nymphe. et je la 
distinguerai sous le nom <Y Anubis". 

Saussure beschreibt diese Art nach der Abbildung folgende rmassen: „Sat 
minuta; fronte meclio supeme subcarinato ; pronoto quaärato, gibberoso, par um 
compresso, postice $arum angustato, angulis omnibus acutis; margine laterali 



Mklftrnng iloi Orthoptoron-'rat'i'lii .I.C. Kuvigny's in .Iri _l>i>MTi|.1i..n <lc IKpryj.i,.-. 

subsinuatn, mitten et pnstien tttrinqut e.ecisoi dytris 9i OÜi 9fUO$nifcltinibU8; 
(tlis minimix. in retjttiete elytnt ri.e siipentutihus. q /1 . — Long. 18 WM. 

L c t c 1» \ rc prend aussi oel inseetepoui une nymphe, bandis qu'il repr&ente 
im inseete parfait, muni de bos organes <lu vol. A en juger par b fignre, il 
somblo en etlW quo meine los ailos oonstituenl des organes articul&, mais il est 
possible quo ohez La femelje ees organes ne sc d^veloppeni pas. 

Cette fignre pourrait representer notre Eremiajihila sabulosa, si sa taillc 
n öt ait pas beauoonp t ro] ► petite. Lefebvre la cempare b VErenÄaphüa HraUU, 1 ) 
tont on objoctant qu*il manque a celle-ci los dessins du^vortex repräsentös sur la 
tiguro cit mais ees dessins ue sont probablement qu'une affaire de couleur sans 
Itaaportanoe. Uno objection plus grave so trouverait dans la differoneo de taillc, 
ear Y Eremiaphila Hratüi compte lo double do la longueur indiquee sur la figure 
oi-dessüs eitle, Toutefois il est ä remarquer quo los grandeurs naturelles sont 
on general trop petites sur les planchos de la Description do l'Egypte". 

Fig. 3. Eremiaphila Savignyi Lefeb. (1835). 

Fig. 3. i: 9» von oben (stark vergr.), Umrisszeichnung v in nat. Gr. Hiezu 
Vorderfuss b. 

Eremiaphila Sarigny. Fig. 3. Nymphe 9 (n^ong. H mm"). Le- 
febvre, p. 494. 

— Savignyi. Fig. 3. 9- Saussure, 2, Tome I. p. 383. 
Vorkommen: Egypten (Lefebvre). 

Fig. 4. Eremiaphila hebraica Lefeb. (1835). 

Fig. 4. i: cT, von oben (stark vergr.), Umrisszeichnimg /' in nat. Gr. Hiezu 
Vorderfuss b. 
Eremiaphila hebraica. Fig. 4. Lefebvre, p. 501. 

— — Fig. 4 et A, b. tf. Saussure, 2, Tome I. 

p. 382. 

Lefebvre bemerkt zu dieser Figur: „Kemarquable par la flexuosite in- 
solite de ses jambes anterioures. La presence des elytres, aussi courtes quo dans 
Eremiaphila Bore, annonce cepondant que l'insecte est ä son etat parfait, mais 
qu'il est probablement de ceux oü les organes du vol sont restes etioles". 

Saussure gibt folgende Beschreibung nach der Abbildung: „Minuta; 
capite pronoto latiore, punetulato; pronotn angusto, longiore quam latiare, 
postice angustato, angulis posticis prominulis; clytris medioeribus (alis? . . .); 
pedibus fusco-fasciatis; tibiis anticis gracilibus, sinuatis; abdominis segmentis 
supeme in meclio margine plicatn-tiibcrcidatis. tf. — Long. 11 mm. 

Cette espece parait ressembler beaucoiip ä la Bovei; mais olle est deux 
fois plus petite. Elle a probablement aussi des elytres de forme assez carreej 
elargis dans leur partie marginale. 



l ) Unrichtig, L e f c b v r e vergleicht sie nur mit Eremiaphila Khamsin! 



240 



Hermann Krauss. 



Je ne la connais que par la figure qu'en a donnee Satigny." 

Saussure zieht den zwischen Fig. 2 und 4 stehenden Kopf (A) zu letzterer, 
was indessen nach Analogie der sonstigen Stellung der Detailfiguren, die immer 
unterhalb der Hauptfiguren oder seitlieh davon stehen, nicht richtig sein dürfte. 

Fig. 5. Heteronytarsus aegyptiacus Lefeb. (1835). 

Fig. 5. i: Larve, von oben (stark vergr.), Umrisszeichnung r in nat. Gr. 
Hiezu V^rderfuss b, b~ und Tarsus des Hinterfusses d. 
Heteronytarsus aegyptiacus. Fig. 5. Larve. Lefeb vre, p. 460, 503 

(PI. XIII, Fig. 1, la, C>, 7, 9 nach 
Savigny). 

— — Fig. 5. Larve. Serville. p. 214. 

— — Fig. 5. Burmeister, 2, S. 29. 
Heteronychotarsus — Fig. 5. Larva. Saussure, 2, Tome I, 

p. 367. 

Bunne ist er bemerkt, dass die Abbildung (d) nur drei Fussglieder habe, 
und dass dies bei Larven wohl vorkommen könne, dass dagegen die vollkommenen 
Individuen 5-gliederige Tarsen besitzen. Dies ist jedoch, wie schon Lefebvre's 
Untersuchung eines mit gleichfalls nur 4-. respective 3-gliederigen Tarsen ver- 
sehenen ausgewachsenen $ ergibt, unrichtig. Vergl. hierüber auch Saussure, 
1. c, p. 366 — 367, der die Bemerkung beifügt: „II est a remarquer que la larve 
representee par Savigny, semble offrir im prothorax carre, qui n'est ni elargi 
ni echancre en arriere; il est donc possible qu elle constitue une autre espece". 

Vorkommen: Libysche Wüste, zwischen dem Payum und der Oase Bahrieh 
(Lefeb vre). 

Fig. 6. Eremiaphila brevipennis Sauss. (1871). 

Fig. 6. cf, von oben (nat. Gr.). 

? Eremiaphila Zetterstedt Lefeb. Fig. 6. Lefeb vre, p. 489. 

? Zetterstedt i. Fig. 6. Serville, p. 212. 

— brevipennis. Fig. 6. Saussure, 2, Tome I. 

" p. 383. 

Von Saussure nach der Abbildung beschrieben: „Magna; capite pronoto 
valde latiore, fronte distinete 4-snlcato; pronoto elongato, angusto, calde fomi- 
cato, gibberoso, postice rix angustato; margine antico sinuato, postico arcuato 
(vel bis fracto?); elytris et alis teguliformibus, meso- ei 1 metanotum rix supernn- 
tibus; pedibus fasciatis, tibiis anticis extus 5—6-spinosis. tf. — Long. 29 mm. 

Grande espece, remarquable par ses elytres et ses ailes ruclimentaires en 
forme de tuiles ou d'ecailles; les premiers, qui depassent fort peu le mesothorax. 
ne recouvrent que la base des ailes. 

Je ne connais cette Eremiaphile que par la figure citee ci-dessus. Le- 
febvre, se trompant toujours sur les especes ä elytres rudimentaires qu'il prend 
pour des nymphes, rapporte, avec doute il est vrai, mais sans aueune raison. 



Erklärung ih>r OrthoptiM iMi-Tufoln .1. ('. Siivigny'* in »lei- . Dcscription dt« l'^ypto". 241 



cette espeee a la Zetterstvdtii. Cett« 1 demiere est beaucoup moins grandc et n a 
point le prothorax aussi Stroit". 

Blattes. 

Fig. 7. Heterogamia africana L. (1764 

Fig. 7. /.• 9» vou °hen (vergr.), 9 von unten (nat. Gr.). 

Heterogamia ursina Burm. Fig. 7. 9- Burmeister, 1, S. 1011. 

— africana. Fig. 7. 9 (fälschlich Brunner, 

1, S. 357. 

Vorkommen: Nach Bunne ist er in den Sandwüsten Egyptens und Syriens. 

Fig. 8. Heterogamia syriaca Sauss. (1864). 

Fig. 8. /.• 9> von 0Den (vergr.), /' 9 von unten (nat. Gr.). 

Heterogamia sp. Fig. 8. 9- Burmeister, 1, S. 1011. 

— conspersa Brunn. Fig. 8. 9- Brunner, 1, p. 358. 
Polyphaga acgyptiaca L. Fig. 8. Lucas, p. 8. 

— syriaca. Fig. 8. Saussure, 2, Tome I, p. 102. 
Vorkommen: In Egypten, Syrien. 

Fig. 9. Heterogamia aegypUaca L. (1764). 

Fig. 9. 9» von 0Den ( na, t- Gr.). 

Heterogamia aegyptiaca. Fig. 9. 9- Burmeister, 1, S. 1011. 

— — Fig. 9. 9. Fischer Fr., p. 98. 

— — Fig. 9. 9. Brunner, 1, p. 354. 

— — Fig. 9. Brunn er, 3, S. 53. 
Polyphaga — Fig. 9. Lucas, p. 8. 

Fig. 10. Heterogamia africana L. (1764). 

Fig. 10. i: von ohen (vergr.), Umrisszeichnung r in nat. Gr. Hiezu 
Antenne j. 

Heterogamia ursina Burm. Fig. 10. <j\ Burmeister, 1,'S. 1011. 

— africana. Fig. 10. (fälschlich 90- Brunner, 

1, p. 357. 

Fig. 11. Heterogamia syriaca Sauss. (1864). 

Fig. 11. i: cT, von oben, mit ausgespannten Flügeln (vergr.), Umrisszeich- 
nung i' in nat. Gr. 
Heterogamia sp. ? Fig. 11. Burmeister, 1, S. 1011. 

— conspersa Brunn. Fig. 11. cf. Brunner, 1, p. 358. 
Polyphaga syriaca. Fig. 11. tf. Saussure, 2, Tome I, p. 102. 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 31 



242 



Hermann Krauss. 



Fig. 12. Heterogamia aegyptiaca L. (1764). 

Fig. 12. i: tf, von oben (nat. Gr.). Hiezu Mundtheile a, i, i~, o, u, u~ 

Antenne j, Tarsus des Hinterfusses d. 
Fig. 12. 2: cJ 1 , von unten, mit ausgespannten Flügeln (nat, Gr.). Hiezu 

Kopf A. 

Heterogamia aegyptiaca. Fig. 12. . Burmeister, 1, S. 1011. 

— — Fig. 12. cT. Fischer Fr., p. 98. 

— — Fig. 12. cf. Brunner, 1, p. 354. 

— — Fig. 12. Brunner, 3, S. 53. 
Polyphaga — Fig. 12. Lucas, p. 8. 

Sehr auffallend ist es, dass Serville die so überaus gelungenen Hetero- 
gamien-Figuren unberücksichtigt gelassen und trotzdem ihm das cT vorstehender 
Art bekannt war, nicht einmal diese Figuren citirt hat. 

Fig. 13. Periplaneta Savignyi n. sp. 

Fig. 13. i: cT, von oben (nat. Gr.). 

Gehört nach der gütigen Mittheilung Herrn Hofrath Brunner's entweder 
zu Periplaneta oder zu Deropeltis (Hinterschenkel bestachelt). Wegen der nicht 
verdickten Antennen ziehe ich sie zu ersterein Genus. Gegen Deropeltis würde 
auch das Vorkommen sprechen, da dieses Genus nur im mittleren und südlichen 
Afrika verbreitet ist. 

Die Art zeigt ein dunkles, mit lichterem Hinterrande versehenes, relativ 
kleines, regelmässig querovales, ebenes Pronotum (long. 5 mm, lat. 7 5 mm) und 
vollständig ausgebildete, die Spitze des Hinterleibes weit überragende Flugorgane. 
Die Färbung erscheint dunkelbraun. 

Sie steht zu südafrikanischen Arten {Periplaneta Wahlbergi Stäl, dilata 
Stäl) in naher Beziehung, unterscheidet sich aber durch die Färbung des Pronotum 
von sämmtlichen bekannten Arten, so dass ich sie für noch unbeschrieben halte. 

Fig. 14, 15. Periplaneta orientalis L. (1745). 

Fig. 14. i: tf, von oben (nat. Gr.). 
Fig. 15. i: 9, von oben (nat. Gr.). 

Periplaneta orientalis. Fig. 14, 15. Burmeister, 1, S. 1012. 

— — Fig. 14, 15. Saussure, 1, p. 73. 

— — Fig. 14 cf, Fig. 15 $. Brunner, 1, p. 226. 

— — Fig. 14, 15. Brunn er, 3, S. 50. 

Fig. 16, 17, 18. Periplaneta americana L. (1766). 

Fig. 16. i: cf, von oben (nat. Gr.). Hiezu Kopf A, Antenne j, Mundtheile 

a, i, o, u, Tarsus des Vorderfusses b, des Hinterfusses d. 
Fig. 17. i: rf, von unten (nat. Gr.). 

Fig. 18. von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 



Mtltrang der Orthopterou-Tiifoln J. f. Siivigny'* in der ,I)«'siii|ition <lr I'I^'n |.t< • -. 24.') 



Fig. 10—18. Ii nr in eist er, 1,8. 1012. 

Fig. 16—18. Sau ss uro, 1, p. 72. 

Fig. 16—18. Bruaner, 1. p. 232. 

Fig. 16—18. Brunn er. 3, S. 51. 

Fig. 19. BlaMa mpeUecUHwm Serv. (1889). 

Fig. 19. i : cT, von oben (vergr.), Umrisszeichnung /' in nat. Gr. 
PhyUodromia supcUectilium. Fig. 19. Brunner, 1, p. 98. 
Blatta — Fig. 19. Saussure, 4, p. 39. 

Nach Saussure unter den Tropen sehr verbreitet. Liegt in der Brunner- 
schen Sammlung aus Chartum vor. Ausserdem von Ile de France (Serville), 
Ostindien, Cuba (Saussure), Brasilien (Brunner) bekannt. 

Fig. 20. 21. Bl<itt<( germanica L. (1767). 

Fig. 20. 9> karre (Nymphenstadium), von oben (stark vergr.), ümriss- 

zeiehnung /' in nat. Gr. 
Fig. 21. /.• 9> von oben, mit ausgespannten Flügeln (stark vergr.), Umriss- 
zeichnung v in nat. Gr. Hiezu Eikapsel "t. 
? Phyllodromia bivittata Serv. Fig. 20, 21. Brunner, 1. p. 93. 
Gehört mit aller Bestimmtheit zu Blatta germanica, wie insbesondere auch 
aus dem Geäder der Unterflügel (einfache Vena discoidalis, vor dem Ende ge- 
gabelte Vena humeralis) hervorgeht. Die Oberseite des Abdomens ist bei beiden 
Exemplaren auffallend dunkel, so dass sich der helle Randsaum sehr deutlich 
abhebt. Die Larve zeigt überdiess auf dem Discus zwei helle Längsbänder. Ganz 
ähnlich gefärbte Exemplare dieser Art besitze ich aus S. Cruz auf Tenerife. 

Planche 3. Xyes, Grillons, Sauterelles. 

Gezeichnet und gestochen 1806 — 1812. Der Kupferstich von Manceau. 

Xyes. 

Fig. 1. i. Tridactylus Savignyi Guer. (1844). 

Fig. Li. 9> von der Seite (sehr stark vergr.), Umrisszeichnung /' in 
nat. Gr. Hiezu Mundtheile a, i, i~, o, u und Antenne j. 
Tridactylus Savignyi. Fig. 1. Guerin, Vol. VII, p. 335. 

— — Fig. 1. 9. Saussure, 2, Tome II, p. 221. 

— — Fig. 1. Saussure, 3, p. 29, 

— variegatus Latr. Fig. 1. Brunner, 3, S. 455. 
Xya cariegata Charp. Fig. 1. Burmeister, 1, S. 742. 

— — Fig. 1. De Haan, p. 225. 

— — Fig. 1. Fischer de W, p. 118. 

31* 



Penplaneta Australasiae V 
? — — 
— americana 



244 



Hermann Krauss. 



Xya variegata Charp. Fig. 1. Lucas, p. 25. 
? — — Fig. 1. Fischer Fr., p. 155. 

Da diese Figur an den Hintertibien ein erstes Tarsenglied deutlich zeigt, 
so kann sie nicht mit Tridactylus variegatus Latr., dem dieses Glied fehlt, 
identificirt werden. Ich folge in der Benennung derselben Saussure. 
Vorkommen: Egypten, Dongola (Saussure). 

Fig. 1. 2. THdactylus variegatus Latr. (1804). 

Fig. 1. 2. 9» von oben, mit ausgespannten Flügeln (sehr stark vergr.). Um- 
risszeichnung 2' in nat. Gr. 
Literatur wie bei der vorhergehenden Figur. 

Wurde von sämmtlichen Autoren für dieselbe Species wie Fig. 1. i. erklärt, 
da indessen bei ihr das erste Tarsenglied an den Sprungfüssen fehlt, so halte ich 
sie für verschieden und für identisch mit Tridactylus variegatus, mit dem sie 
vollkommen übereinstimmt. 

Fig. 2. Tridactylus Savignyi Guer. var. fasciatus Guer. (1844). 

Fig. 2. i. 9- von oben (sehr stark vergr.), Umrisszeichnung r in nat. Gr. 
Hiezu Kopf A. 

Fig. 2. 2. 9 5 von d er Seite (sehr stark vergr.), Umrisszeichnung 2' in nat. Gr. 

Hiezu Ende der Tibien der drei Beinpaare sammt Tarsen b, c, d. 
Tridactylus fasciatus. Fig. 2. Guer in, Vol. VII, p. 335, PI. LIV, 
Fig. 5. 

— — Fig. 2. Saussure, 3, p. 29. 

Savignyi var. fasciatus. Fig. 2. 9- Saussure, 2, 
Tome II, p. 221. 

— sp. Fig. 2. Brunner, 3, S. 455, Anm. 
Xya fossor F. Fig. 2. Burmeister, 1, S. 742. 

— — Fig. 2. De Haan, p. 225. 

Diese Form, die sich nach Brunner „durch ihre verschiedenartige Zeich- 
nung, sowie die Anwesenheit des ersten Tarsengliedes der Hinterfüsse" auszeichnet, 
wurde von Guer in als eigene Art angesehen, während sie Saussure als eine 
Varietät des Tridactylus Savignyi auffasst, Ob mit Recht? 

Grillons. 

Fig. 3. Gryllotalpa vulgaris Latr. var. Cophta de Haan (1842). 

Fig. 3. i: 9, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu rechter 
Grabfuss von aussen b, Mundtheile a, i, i~, o, u, u~ Antenne j. 

Fig. 3. 2: 9, von der Seite (nat. Gr.). Hiezu Kopf A, linker Grabfuss von 
aussen b, mit einem gestielten Knöpfchen nach aussen von den 
Klauen, Ende der Tibia und Tarsus des Hinterfusses d. 



Erkliiruntf ilor Oitli.>|.t.'tvn-T;il'.'ln .1. C. SuvitfiiyV in ilor J)oscri|.tiori <1<- ri\pypto u . 24: > 

(rryllus < (h'ifllodiljxi ) ( oplitHs ( „alar nhdoniinc \m "riorcs, miffustac"). 

Fig. 8. I><" Haa n, p. 225 und 2:57. 
Gnjllotalpa Cophta. Fijr. S N . Scudder, 1. p. 18. 

vulgaris ?ar. Cophta, „alis breviter caudatis". Fig. 3. 
Saussure, 2, Tonio II, ]>. 196. 
— vulgaris. Fig. 3. Brunn er. 3, S. 452. 
Bondder beschreibt die Figuren folgendennassen: „Ocelli of medium size, 
obovate, each distanl from the adjacent eye by its own smaller diameter, and 
froin the other ooellns by about fcwiee its longer diameter, directed toward the 
lower edge of the opposite eye. Fore trochanter probably cultrate (one of 
Savigny's drawings appears to represent it as lenticular), the upper edgc a 
little eoneave, the lower strongly convex. The movable and the Upper iinmovable 
tibial daetyls eurved slightly downwards, the lower iinmovable one triangulär. 
Lateral daetyls of tarsi cultrate and similar, the second somewhat slenderer and 
more than half the length of the first. Acicular claws pointed, short, equalling 
the breadth of the second lateral daetyl. Inner hinder edge of terminal half of 
bind tibiae with four large spines, inner edge of apex with as many more of 
equal length, outer edge of apex with three or four shorter ones. Claws of the 
bind tarsi fully three fourths as long as the terminal tarsal joint, Tegmina in 
repose covering only the first two (?) abdominal segments and reaching the 
middle of the bind femora. Wings reaching the middle of the seventh abdominal 
segment. Terminal abdominal segments not figured as furnished with longitudinal 
rows of hairs. Anal cerci equalling or nearly equalling the length of the 
pronotum". 

Bezüglich des eigenthümlichen gestielten Knöpfchens, das Fig. 3. 2. b nach 
aussen von den Tarsenklauen zeigt, bemerkt Saussure: „La figure represente, 
sous les griffes du 3 me article du tarse anterieur, un petit appendice en forme de 
massue que nous n'avons pu retrouver chez aueune espece, et dont nous ne com- 
prenons pas la signification". 

Die Varietät der Maulwurfsgrille mit abgekürzten Hinterflügeln findet sich 
nach Brunner in Süditalien (Brindisi). Sicilien, Rhodos, Algerien und Egypten. 

Fig. 4. Gryllus bimaculatus de Geer (1773). 

Fig. 4. 1. (j? , von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu Kopf A, 
Antenne j, Mundtheile a, i, 0, u, u~ und Tarsus d. 

Fig. 4. 2. 9 , von der Seite, mit fast völlig ungefleckten Elytra (nat. Gr.). 

Fig. 4. 3. 9 > von oben, mit ausgespannten Flügeln und normal gefleckten 
Elytra (nat. Gr.). 
Gryllus capensis F. Fig. 4. Burmeister, 1, S. 735. 

— — Fig. 4. De Haan, p. 222, 223, 225. 

— — Fig. 4. Lucas, p. 21. 

— — Fig. 4. Fischer Fr., p. 182. 

— — Fig. 4. cf, 9. Saussure, 3. p. 32. 



246 



Hermann Krauss. 



Liogryllus bimaculatus. Fig. 4. tf, 9 et var. immaculata. Saus- 
sure, 2, Tome II, p. 307. 
Gryllus — Fig. 4. Brunn er, 3, S. 430. 

Saussure, 2, bemerkt (1. c, p. 309) zu Fig. 4. 2.: „Entierement noir, sans 
aueune tache ä la base des elytres (Egypte, Nubie, Teneriffe, Mozambique)". 

Fig. 5. G^ryllus aegyptiacus de Haan (1842). 

Fig. 5. (5\ von der Seite (vergr.), Umrisszeichnung v in nat. Gr. 

Gryllus aegyptiacus. Fig. 5. De Haan, p. 225 und 229. 
? — burdigalensis Latr. var. Cerisyi Serv. Fig. 5. cf. Saus- 
sure, 2, Tome II. p. 353. 
— — Fig. 5. Brunner, 3, S. 434. 

„Elytra aibdomen subaequantia, alae elytra longe superantia. Caput 
pallidum, linea transversa iinica", de Haan. 

Dem Gryllus burdigalensis var. Cerisyi sehr nahestehend. Ausgezeichnet 
durch ungeflecktes Hinterhaupt, durch ein schmales dunkles Querband zwischen 
den Augen und ein ebensolches zwischen den Antennen (letzteres wurde von de Haan 
übersehen), sowie durch die einfarbige Aussenflache der Hinterschenkel, die bei 
burdigalensis schräg gestrichelt sind. Das Pronotum ist heller, sein Discus 
dunkel gefleckt. Die Ränder des Pronotums sind nicht gewimpert. 

Nach der freundlichen Mittheilung des Herrn Hofrathes Brunner ist 
vielleicht hieher Gryllus tartarus Sauss. aus Turkestan zu ziehen, als die Form 
mit abgekürzten Flugorganen. Die Zeichnung des Kopfes und Pronotums ist 
bei beiden Arten auffallend übereinstimmend. 

Herr Brunner macht mich ausserdem darauf aufmerksam, dass in Egypten 
eine kleine Form von Gryllus domesticus L. vorkommt, die unserer Figur sehr 
ähnlich ist, so dass Gryllus aegyptiacus möglicher Weise auch zu dieser Art ge- 
hören könnte. 

Fig. 6. Gryllus burdigalensis Latr. (1804) var. Cerisyi Serv. (1839). 

Fig. 6. 1. cf, von der Seite (vergr.), Umrisszeichnung r in nat. Gr. 
Fig. 6. 2. 9 * von der Seite (vergr.), Umrisszeichnung 2' in nat. Gr. 
Gryllus Cerisyi. Fig. 6. De Haan, p. 225. 

— — Fig. 6. cT, 9- Saussure, 3, p. 33. 

— burdigalensis var. Cerisyi. Fig. 6. tf, 9- Saussure, 2, 

Tome II, p. 353. 

— — Fig. 6. Brunner, 3, S. 434. 

Fig. 7. Gryllus algirius Sauss. (1877). 

Fig. 7. 1. cf, von der Seite (vergr.), Umrisszeichnimg r in nat. Gr. 
Fig. 7. 2. 9> von der Seite (vergr.), Umrisszeichnung 2' in nat. Gr. 
Gryllus geminus Serv. Fig. 7. De Haan, p. 225. 

— , frontalis Fieb. Fig. 7. tf, 9- Saussure, 2, Tome II, p. 345. 



kklimag der Orthopteren-Tufoln J. c. Suvigny'! in i _ l ».>-.«• i ipiion <!<• i ' i -^y i>t <•- 



217 



Gryllus frontalis Kii'b. Fi^. 7. ,-\ y. Saussure. :;. j». 35. 

— alyericus (sie!) Sauss. Kig. 7. ürunner, 3. S. -l:;r>. 
Vorkommen : Südküste des Mittelineeros und Kleinasien, europäisches L'IVr 

dos Bookhorns (Branner). 

Sauterollos. 

Fig. 8. Decticus aXbifnms Fab. (1793 

Fig. 8. /. cf, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu Kopf A. 

Mundtheile a. i. o, u, ir, e, Sternuni C, Tarsen des Vorder- und 
Hinterfasses b. d. 
Fig. 8. 9. cT» vou der Seite (nat. Gr.). 

Decticus albifrons. Fig. 8. Burme ister, 1, S. 709. 

— — Fig. 8. De Haan, p. 176. 

— — Fig. 8. Fischer de W., p. 155. 

— — Fig. 8. Lucas, p. 13. 

— — Fig. 8. Fischer Fr., p. 279. 

— — Fig. 8. Branner, 3, S. 366. 

Fig. 9. Platycleis affin is Fieber (1853). 

Fig. 9. 9 , von der Seite (nat. Gr.). 

Decticus griseus Fab. Fig. 9. Burmeister, 1, S. 710. 

— — var. major. Fig. 9. De Haan, p. 170. 

— — Fig. 9. Fischer de W., p. 100. 

— — Fig. 9. Siebold, S. 20. 

— (Platycleis) griseus. Fig. 9. Fischer Fr., p. 270. 
Platycleis affinis. Fig. 9. $>. Krauss, S. 70. 

— — Fig. 9. Brunner, 3, S. 350. 

Fig. 10. Platycleis intermedia Serv. (1839). 

Fig. 10. 9> von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Decticus griseus Fab. var. major. Fig. 10. De Haan, p. 176. 
Platycleis intermedia. Fig. 10. Brunner, 3, S. 349. 

Planche 4. Sauterelles. 

Gezeichnet und gestochen 1806 — 1812. Der Kupferstich von Le Leu. 

Fig. 1. Locustu viridissima L. (1758). 

Fig. l.i. 9> von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu Kopf A, 

Zunge e und Stemum C. 
Fig. 1. 2. 9? vou der Seite (nat. Gr.). Hiezu Ovipositor D, Tarsen b, d. 



248 Hermann Kraus s. 

Locusta viridissima. Fig. 1. Burmeister, 1, S. 714. 

— — Fig. 1. De Haan, p. 176. 

— — Fig. 1. Brunner, 3, S. 308. 

— Savignyi. Fig. 1. $. Lucas, p. 15. 

Die Exemplare aus den Küstenländern des Mittelmeeres sind nach Bur- 
meister grösser und in allen Theilen kräftiger, doch hält er sie nicht für 
specifisch verschieden. Lucas beschreibt diese grössere Abart Burmeister 's 
nach Exemplaren aus Algerien. 

Fig. 2, 3. Xiphidium aethiopicum Thunb. (1789). 

Fig. 2. cf, von der Seite (vergr.), Umrisszeichnung v in nat. Gr. 
Fig. 3. 9> vou (lu ' r ^ e ^ e (vergr.), Umrisszeichnung /' in nat. Gr. Hiezu 
Sternum 0. 

Xiphidium concolor Burm. Fig. 2 ^f, Fig. 3 9- Burmeister, 1, 

S. 708. 

— — Fig. 2, 3. De Haan, p. 176. 

— fuscum F. Fig. 2. Brunner, 3, S. 301. 

— aethiopicum. Fig. 3. Brunner, 3, S. 303. 
Brunner bemerkt (Anm., S. 303) bezüglich des Xiphidium concolor 

Bur meist er 's: „Die Beschreibung ist viel zu knapp, allein die Angabe des Fund- 
ortes und die Hinweisung auf die Figur bei Savigny ist massgebend. Die 
schöne Figur C bei Savigny zeigt ein unbewehrtes Prosternum, was vollkommen 
mit meinen Exemplaren stimmt". 

Zwei Gründe veranlassen mich, entgegen der Ansicht Brunn er 's, der das 
als Xiphidium fuscum bestimmt, der Auffassung Burmeister's zu folgen, 
der die beiden Figuren als cf und 9 zu seinem concolor (richtiger aethiopicum) 
zieht. Einmal spricht die auffallende Länge der Deckflügel entschieden für aethio- 
picum und zweitens ist der Innenzahn an den Cerci mehr der Basis genähert 
wie bei aethiopicum und nicht wie bei fuscum mehr der Spitze. Dass der kleine, 
für aethiopicum charakteristische Höcker, der sich an der Innenseite der Cerci, 
nahe der Basis des Innenzahnes befindet, auf der Figur fehlt, ist durch seine 
Lage begründet, da er bei der Ansicht von der Seite durch den Zahn verdeckt wird. 

Fig. 4. Conoceplialus mandibular is Charp. (1825). 

Fig. 4. i. 9- Vorletztes Larven- (erstes Nymphen-) Stadium, von der Seite 
(stark vergr.), Umrisszeichnung /' in nat. Gr. Hiezu Kopf A. 
Conoceplialus sp. „Nympha". Fig. 4. De Haan, p. 176. 
Diese Figur, die ausser bei de Haan nirgends citirt ist, entspricht in 
vorzüglicher Weise dem betreffenden Entwicklungsstadiuni. % 

Fig. 5. Diogena fausta Burm. (1838).' 

Fig. 5. i. 9 • Letztes Larven- (zweites Nymphen-) Stadium, von der Seite 
(stark vergr.). Hiezu Kopf A, Basis der Antenne j, Sternum C. 



Erklärung der Ortlioptorcn-TiitVln .1. ('. Suvigny's in dor „ DosoriptlOB dfl l'I^yiitn". 249 



? Phaneroptera fmishi. Fig. 5. 9- Burmeister, 1, S. 089. 

— — Fig. 5. !>«' Haan, p. 170. 
Diogena — Fig. 5. (Larve.) Brunncr, 2, S. 225. 

Vorkommen: Fgypten, Nubien. 

Fig. 6, 7. Tylopsis UUifolia Fab. (1793). 

Fig. 6. /. cf, von der Seite (stark vergr.), Umrisszeiöhniing /' in nat. Gr. 

Hiezn Kopf A, Mundtheile a, i. o, u. 
Fig. 6. f. Sternum und Abdomen von unten ( = h, Tt Bauchstigmen). 
Fig. 7. $, von der Seite (nat, Gr.). 

Phaneroptera lilifolia. Fig. G, 7. cf, 9- Burmeister, 1, S. 690. 

— Fig. 6, 7. De Haan, p. 176. 

— Fig. 6, 7. tf, 9. Fischer de W„ p. 141. 
— UUifolia. Fig. 6, 7. (j\ 9- Lucas, p. 14. 

Tylopsis — Fig. 6, 7. Brunner, 2, S. 227. 

— — Fig. 6, 7. Brunner, 3, S. 295. 

Fig. 8. Acrometopa syriaca Brunn. (1878). 
Fig. 8. i. cTj von der Seite ( nat - Gr.). 

Fig. 8. 2. cf, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu Kopf A. 
? Phaneroptera macropoda Burm. Fig.8. cT. Burmeister, 1,S. 689. 
? Fig. 8. Charpentier, 1, S. 317. 

— — Fig. 8. De Haan, p. 176. 

Fig. 8. ö\ Fischer Fr., p. 237. 
Acrometopa syriaca. Fig. 8. Brunner, 2, S. 87. 
Vorkommen nach Brunner: Smyrna, Aidin, Beirut. Ich besitze diese Art 
ausserdem von Ephesus in Kleinasien. 

Fig. 9. Isophya Savignyi Brunn. (1878). 

Fig. 9. tf, von der Seite (nat, Gr.). Hiezu Mundtheile a, i, i~, o, u, 
Antenne j, Sternum C. 

? Barbitistes glabricauda Charp. Fig. 9. cf. Burmeister, 1,S. 681. 

? Ephippigera — Fig. 9. De Haan, p. 176. 

Isophya Savignyi. Fig. 9. Brunner, 2, S. 70. 

Vorkommen nach Brunner: Beirut. Antiochia. 

Fig. 10. Acrometopa syriaca Brunn. (1878). 

Fig. 10. i. 9> von der Seite (nat. Gr.). Hiezu Mundtheile a, i, o, u, Ster- 
num C. 

Fig. 10. 9> von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

? Phaneroptera macropoda Burm. Fig. 10. 9- Burmeister, 1, 

S. 689. 

Z. B. Ges. B. XL. Abb.. 32 



250 



Hermann Krauss. 



? Phaneroptera macropoda Burm. Fig. 10. Charpentier, 1, S. 317. 

— Fig. 10. De Haan, p. 176. 

— Fig. 10. 9. Fischer Fr., p. 237. 

Acrometopa syriaca. Fig. 10. Brunner, 2, S. 87. 

Bur meist er bemerkt gelegentlich der Beschreibung seiner Phaneroptera 
macropoda: „Sehr nahe verwandt und vielleicht einerlei mit dieser Art ist die in 
der Description de l'Egypte, Orthopteres, PI. IV, Fig. 8 (cT) und Fig. 10 (?) ab- 
gebildete Locuste, deren 9 verkürzte Flügel hat, welche von den ebenfalls kürze- 
ren Flügeldecken selbst in der Ruhe an Länge übertroffen werden". 

Fig. 11. Saga ornata Burm. (1838). 

Fig. 11. 1. 9, von der Seite (nat. Gr.). Kopf von vorne A, von der Seite 
A~, Antenne 11 j, Mundtheile a, i, 0, u, Sternum C, Vorder- 
tarsus von unten b, Hintertarsus von oben d. 
Saga ornata. Fig. 11. Burmeister, 1, S. 717. 

— — Fig. 11. De Haan, p. 176. 

— Fig. 11. 9. Krauss, S. 510. 

— — Fig. 11. 9. Saussure, 7, p. 137. 

Saussure bemerkt: „Cette espece ne nous est connue que par la figure, 
tres remarquable il est vrai, qu'en a donnee Savigny dans les planches de 
„l'Egypte", oü malheureusement la femelle se trouve seule representee. D'apres 
cette figure, les formes sont sveltes et le proriotum (9) na pas son bord poste- 
rieur releve. La tete porte en dessus 5 bandes blanches, dont la mediane aussi 
bien que les deux laterales se continuent sur toute la longueur du corps. Les 
segments de l'abdomen sont, en outre, ornes de lignes obliques blanches bordees 
de noir. L'oviscapte, suivant la figure, serait assez court, n'ayant que le double 
de la longueur du pronotum. 

Dimensions d'apres la figure, sans doute un peu grossie: Long. 85; pro- 
not. 18; ovisc. 35 mm. Burmeister ne donne a l'insecte que 2 1 / 2 p. de longueur, 
mesure prise probablement sur un male. 

Cette espece est propre ä l'Egypte. Krauss la cite comme habitant la 
Syrie (Beyruth). Sa description toutefois ne repond pas ä la livree si bien in- 
diquee sur la figure citee". 

Die von mir seiner Zeit untersuchten, aus Beirut stammenden Exemplare 
des Wiener Museums und der Sammlung Brunner 's stimmten so gut mit 
Savigny 's Figur überein, dass ich über ihre Zusammengehörigkeit nicht im 
Zweifel war. 

In der kurzen Diagnose habe ich die Hauptcharaktere der Species nach 
den mir vorliegenden Exemplaren und nach der Figur festzustellen gesucht, da- 
gegen die Färbung als das weniger Wichtige nur in ihren Hauptzügen angegeben. 

Ob diese Art in Egypten, wie Saussure angibt, überhaupt vorkommt, ist 

bis jetzt keineswegs- erwiesen. 



Kiklanihji .Irr » »i » h. >pt »-i<mi -'l'a t"t> I n ,!.('. Savipn\\ in < i • - r _ 1>»mi i | > 1 1 < > i > ilc l'Kj;\ |>tr". L?. ) 1 



Planche 5. iVirix. Trnxales. 

Geieiehnei und gestoohen 1805 — 181*2. Der Kupferstich von Karnonkel 
und Manceau. 

Tetrix. 

Fig. 1. 2, ParatetHx meridiontUis Rambur (1838) 

Fig. 1. / • q\ vou oben, mit ausgespannten Flügeln (stark vergr.), Lmriss- 
zeiehuuug /' in nat. Gr. Mundthoile a, i. i\ o. u, ir. Mittcl- 
tarsus c, Hintertarsus d. Hinterleibsende beider Geschlechter 
von der Seite D ^ D $. 
Fig. 2. /. 9> vou ^ er Seite (stark vergr.). Kopf A, Antenne j. 

Tetrix sp., „mit Tetrix subulata verwandt". Fig. 1. Burmeister, 
1, S. 659. 

Paratettix meridionalis. Fig. 1, 2. Bolivar, 2, p. 102. 
Der zu Fig. 1 gehörige Hintertarsus d zeigt die für die Species charakte- 
ristischen gezähnten Pulvillen am ersten Tarsalgliede, sie sind dagegen wohl aus 
Versehen weggelassen am ersten Tarsalgliede des Hinterfusses von Fig. 2. 

Trnxales. 

Fig. 3, 4, 5. Tryxalis nasuta Lin. (1764). 

Fig. 3. i: $, von oben, mit halbentfalteten Flügeln (nat. Gr.). Mundtheile 
a, i, i~, o, u, u~, Ende der Hintertibia mit Tarsus d. 

Fig. 4. i: cf, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). (Die Seiten- 
kiele des Pronotum sind bei dieser Figur auffallend stark ein- 
gebogen.) 

Fig. 5. i: Q, von der Seite (nat. Gr.). Hiezu Kopf A und Antenne j. 
Truxalis (Acridium) nasuta. Fig. 3, 4, 5. De Haan. p. 141. 
Tryxalis nasuta. Fig. 3, 4, 5. Brunner, 3, S. 89. 

Fig. 6. Tryxalis Pharaonis Klug (1829). 

Fig. 6. 9> von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat, Gr.). 

Truxalis Pharaonis. Fig. 6. Klug, p. 1, Tab. XIV. 

Tryxalis unguiculata Eamb. Fig. 6. Brunner, 3, S. 90. 
Klug's Figur stimmt so gut mit unserer Figur überein, dass die Zu- 
sammengehörigkeit beider keinem Zweifel unterliegt, wie dies auch die Ansicht 
Klug s selbst war. Truxalis Pharaonis Klug ist nach Brunner (1. c, S. 90) 
eine Tryxalis unguiculata sehr nahe stehende aber unterscheidbare Species. 
Vorkommen nach Klug in Oberegypten zwischen Benisuef und Siut. 

32* 



252 



Hermann Krauss. 



Fig. 7. Tryxalis nasuta L. (1764). 

Fig. 7. i: cT, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.) und im 
Gegensätze zu Fig. 4. l. normal verlaufenden Seitenkielen des 
Pronotums. 

Truxalis pellucida Klug. Fig. 7. Klug, p. 4, Tab. XVIII, Fig. 5—9. 

— — Fig. 7. De Haan, p. 141. 

Fig. 8. Tryxalis unguiculata Rambur (1838). 

Fig. 8. $, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Tryxalis unguiculata. Fig. 8. Brunner, 3, S. 90. 
Die Figur ist durch die einfarbigen Deckflügel, die beim Original ohne 
Zweifel grün waren, ausgezeichnet. 

Fig. 9. Tryxalis unguiculata Rambur (1838). 

Fig. 9. i: Q, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Truxalis procera Klug. Fig. 9. Klug, p. 2, Tab. XIV, Fig. 2—3. 
? — — Fig. 9. Serville, p. 582. 

? — unguiculata. Fig. 9. Rambur, p. 72. 

Tryxalis — Fig. 9. Fischer Fr., p. 301. 

— — Fig. 9. Brunner, 3, S. 90. 
Ausgezeichnet durch das scharfgezeichnete helle, unterbrochene Längsband 

in der Mitte der Deckflügel, eine Färbung, wie sie bei Tryxalis unguiculata 
häufig zu finden ist. 

Fig. 10. Tryxalis unguiculata Rambur (1838). 

Fig. 10. i: Q> von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

? Truxalis grandis Klug. Fig. 10. Klug, p. 1, Tab. XV, Fig. 1. 

— — Fig. 10. De Haan, p. 141. 
? — unguiculata, Fig. 10. Rambur, p. 72. 

Tryxalis — Fig. 10. Fischer Fr., p. 301. 

— — Fig. 10. Brunner, 3, S. 90. 
Aehnlich gefärbt wie die vorhergehende Figur, doch ist das mittlere unter- 
brochene Längsband auf den Deckflügeln weniger scharf umschrieben. 

Fig. 11. Tryxalis unguiculata Rambur (1838). 

Fig. 11. i: cf, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Truxalis variabilis Klug. Fig. 11. Klug, p. 3, Tab. XVII, Fig. 2— 6, 

— — Fig. 11. Burmeister, 1, S. 607. 

— — Fig. 11. Serville, p. 582. 

— — Fig. 11. De Haan, p. 141. 

— — Fig. 11. Fischer de W., p. 232. 
? — unguiculata. Fig. 11. Rambur, p. 72. 

Tryxalis — Fig. 11. Fischer Fr., p. 301. 



Erklärung «l.r Oi thoptt'ivu-TutVln J. C. Savijcny'« in ilor _ I>r-<i ipt ion <le I ' l-^y pti-' 



Typisches Exemplar mit otVenbar gelbgri'inen rnterllügeln, !>** i welchem 
die Spitze der Kamina subgenitalis ollenbar heran Ige bogen ist, so <l;iss sie ab- 
gestumpft erseheint. 

Big. 1-. Tryxalis unguiculata Rambur (1838). 

Fig. 12. t: $, von der Seite (nat. Gr.). 

Truxalis Scolaris Klug. Fig. 12. Klug, p. 2, Tab. XV, Fig. 2—4. 

Fig. 12. De Haan, p. 141. 

Tryxalis unguiculata. Fig. 12. Brunner, 3, S. 90. 
Zeigt eine ähnliche Färbung wie Fig. 9. 

Fig. 13. Tryxalis unguiculata Rambur (1838). 

Fig. 13. /.• tf. von der Seite (nat. Gr.). 

Truxalis variabilis Klug. Fig. 13. Klug, p. 3. Tab. XVII, Fig. 2— 6. 

— — Fig. 13. Burmeister, 1, S. 607. 

Fig. 13. Serville, p. 582. 
— Fig. 13. De Haan, p. 141. 

— — Fig. 13. Fischer de W., p. 232. 
Tryxalis unguiculata. Fig. 13. Fischer Fr., p. 301. 

? — — Fig. 13. Brunner, 3, S. 90. 

Typisches Exemplar mit scharfgezeichnetem unterbrochenem Längsbande 
auf den Deckflügeln. 

Fig. 14. Tryxalis unguiculata Kambur (1838). 

Fig. 14. /.• cT, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Truxalis miniata Klug. Fig. 14. Klug, p. 3. Tab. XVIII, Fig. 1—4. 

— — Fig. 14. Serville. p. 583. 
— Fig. 14. De Haan, p. 141. 

Tryxalis — Fig. 14. Lucas, p. 26. 

? — unguiculata. Fig. 14. Brunner, 3, S. 90. 
Stimmt vollkommen mit Klug"s Fig. 1, Tab. XVIII überein, welche durch 
ihre karminrothen Unterflügel ausgezeichnet ist und als eine Farbenvarietät von 
Tryxalis unguiculata angesehen wird. 

Planche 6. Criquets. 

Gezeichnet und gestochen 1805 — 1812. Der Kupferstich von Coutant, 

Fig. 1. Leptoscirtus linearis Burm. (1838). 

Fig. l.i. Q, von oben, mit ausgespannten Flügeln (vergr.), Umrisszeich- 
nung p in nat. Gr. Hiezu Mundtheile a, i, 'C, o, u, Antenne j, 
Ende der Tibia und Tarsus des Mittelfusses c, Ende der Tibia 
und Tarsus des Hinterfusses d, Klauen mit Arolium f. 



254 



Hermann Krauss. 



Fig. 1. 2. 9> von der Se ite (vergr.). Hiezu Kopf A. 

Ommexecha angustum Blanch. Fig. 1. Blanchard, p. 624 (nomen 

tantum!). 

— linearis. Fig. 1 . 9 . Burmeister, 1 , S. 657. 

Chrotogonus angustatus (sie!) Blanch. Fig. 1. Bolivar, 1, p. 41. 
Leptoscirtus Savignyi Sauss. Fig. 1. $. Saussure, 8, p. 89. 

Bur meist er bemerkt zu dieser Form: Zeichnet sich dadurch aus, dass 
das verdickte Ende der Fühler ein einziges Glied bildet und so deren Anzahl nur 
neun ist, und ausserdem durch enorme Gracilität. Flügel von der Länge des 
Hinterleibes, Backen sehr breit, Vorderrücken klein und glatt. Auf den Flügel- 
decken verlaufen Kettenlinien von abwechselnd länglichen schwarzen und runden 
weissen Punkten. 

Bolivar gibt folgende Beschreibung nach den Abbildungen: „Corpore 
elongato, antennis apice distinete incrassatis. Oculis globosis. Fastigio antice 
rotundato, levissime produeto. Fronte fere verticali. Pronoto postice obtuse 
angulato. Elytris dbdomine longioribus, angustissimis, apicem versus attenuatis, 
subacuminatis, serie tuberculorum ; ctrea mediastina prope basim minime dilatata. 
Alis elytra superantibus, hyalinis. Femoribus posticis elongatis. Tibiarum 
posticarum calcaneis longiusculis Q- 

Long, corporis, sec. icon. 9 16mm." 

Am eingehendsten behandelt Saussure diese Art, indem er sie folgender- 
massen nach den Abbildungen beschreibt: „Gracilis, griseus, canescens. Caput 
ab antieo latum genis tumidis. Verticis scutellum subcarinulatum, antice obtuse 
angulatum. Tempora ab antico haud distinguenda (nulla ut in Leptopternidi 
Clausii?). Ocelli superi, marginati. Costa facialis infra ocellum nulla, supra 
illum lamellaris, lineari-sulcata. Carinulae infra-ocellares valde arcuatae, infere 
valde distantes, superne ad ocellos perduetae. Palpi breves, modice graciles. 
Oculi valde tumidi, globosi. Antennae articulis tantum 9 compositae, tertio 
longiusculo, ultimo leviter incrassato, longissimo, praecedentibus 6 aequilongo. 
Pronotum superne subtransversum, margine antico recto; prozona bigranulosa; 
metazona transversa, carinulata, margine postico obtusangulo. Lobi laterales 
margine infero recto, angulo postico obtusangulo, margine postico obliquo. 
Elytra femora superantia, angustissinia, Jiebetato-acuminata, venis rectis, in- 
divisis, disco serie macularum nigro-albidarum ornato. Alae apice parum 
rotundatae, sinu apicali vix ullo, venis radiatis 9 haud incrassatis; campo 
anteriore valde angusto apice rotundato, venis indivisis, rectis. Pedes longi, 
graciles, antici 4 gracillimi. Tarsi antici articulis 2 primis brevissimis, simul 
sumptis tertio brevioribus (primo subtus plantula apicali unica?). — Femora 
postica apice longe attenuata, quarta parte apicali lineari. Calcaria tibiarum 
posticarum longissima, gracilia, ad medium tertii articuli tarsorum extensa. 
Tarsi post. gracillimi, articulis primis 2 tertio vix aequilongis, primo subtus 
plantulis 3 parum prominulis. — Arolia inter ungues tarsorum minima, com- 
pressa. — 9 • Long. 16 mm. Elytr. 15 mm. — Aegyptus. 



ftrkUrung der Oiihoptoren-Tftfieln J.C. Barigny'i In der „Deseripttoa de l'Ägypte". 956 

Kgpeoe t rrs remarquable par la structtire de bos antennes, donl le demier 
article, un peu renfle*, se compose de plusieurs articles fondus en un Beul; par 
letroih'sso do st»s chtros, et La forme prele ei aüongee de Bea femnrs posterienra. 

Co dornior eararteiv la rapproclu' du Lcpioplernis Iurrsmani, inais lc 

pronotom est beauooup plus oourt, plus trapu et lea elytres sont beauooup plus 
etroits que chez cette espeee. La taille est aussi plus pet.ite et le tarse anteriuur 1 ) 
I SOS premier article beauooup plus oourt (suivant la fig. o, ce tarse He scinblf'rail 
posseder que deux plantules, celle de sa base peu saillante et celle de son 
extremite). 

Je n'ai jamais vu cette espece. Je Tai decritc d'apres les figures admirables 
qu'en a donnees Savigny. 

Obs. Cos figures sont placeos en tete de la planche 6 e qui est consacree 
ä des Acridiens. Pyrgomorphieus et Pamphagiens, ce qui peut laisser quelque 
doute quaut a la question de savoir si l'espece est bien un Oedipodien et non 
un Aeridien. II laut remarquer toutefois que cette meme planche represente aussi 
des Pachytylus, lesquels s'y trouvent meles aux Acridiens, preuve que Savigny 
avait adopte une Classification differente de celle qui est en cours aujourd'hui. 
L'auteur semble avoir place l'insecte decrit ci-dessus en tete de la serie comnie 
formant un genre ä part ä cause de la structure de ses antennes et de sa tete 
(cöte faciale), objets qu'il a figures specialement avec de forts grossissements 
(fig. A et j). Pour nous il n'est guere douteux que l'insecte ne soit un Oedipodien 
et qu'il ne trouve sa place dans le groupe des Leptopternis et voisins, aux quels 
il se rattache par tous les caracteres visibles aussi bien que par son habitus." 

Diese insbesondere durch ihre eigenthüniliche Fühlerbildung in hohem 
Grade ausgezeichnete Art wurde seit Savigny nicht mehr aufgefunden, so dass 
die verschiedenen Autoren, die sich mit ihr beschäftigten, lediglich darauf an- 
gewiesen waren, sich an die Abbildungen zu halten. Daraus erklärt sich auch 
die verschiedene Auffassung bezüglich ihrer Einreihung in das System. Während 
Blanchard, Burmeister und Bolivar sie zu Ommexecha (Chrotogonns) und 
damit zu den Pyrgomorphinen stellten, bringt sie Saussure bei den Oedipodinen 
im Genus Leptoscirtus unter und hat damit meiner Ansicht nach das Eichtige 
getroffen. Der ganze Habitus des Insectes spricht, ganz abgesehen von den Einzel- 
heiten, für diese Auffassung, die gewiss schon früher Platz gegriffen hätte, wenn 
nicht die Stellung der Figuren auf der Tafel zwischen Ommexecha- (Chrotogonus-) 
Arten mit gleichfalls verlängerten Fühlerendgliedern die Beurtheilung beein- 
flüsst hätte. 

Bezüglich der Benennung der Species bemerke ich, dass der Bur meist er- 
sehe Name linearis (1838) die Priorität vor dem Blanchard'schen angnstus 
(1836) haben muss, weil Bur meiste r seinem Citat eine kurze Beschreibung, 
Blanchard aber nur den Namen beigefügt hat. Bolivar übersah die Bur- 
meister'sche Benennung und Diagnose und beschrieb die Art als angustatus 
(sie!) Blanch. (1884). Den dritten (respective vierten) Namen Samgnyi erhielt 



') Auf der Tafel als Mitteltarsus c bezeichnet ! 



256 



Hermann Krauss. 



sie von Saussure (1889), da ihm hinwiederum die Benennungen seiner drei 
Vorgänger unbekannt geblieben sind. 

Fig. 2. i—3. Chrotogonus Savignyi Burm. (1838). 

Fig. 2. i. Q , von oben, mit ausgespannten Flügeln (stark vergr.). 

Fig. 2. 2. cT, von oben, mit ausgespannten Flügeln (vergr.). 

Fig. 2. 3. cf, von der Seite (vergr.), Umrisszeichnung 3' in nat. Gr. 

Ommexecha Savignyi Burm. Fig. 2. Burmeister, 1, S. 657. 

— latum Blanch. Fig. 2. i. Blanchard, p.624(nomen 

tantum!). 

— — Fig. 2. l. Bolivar, 1, p. 49. 
Savigny Blanch. Fig. 2. 2. 3. Blanchard, p. 624 

(nomen tantum!). 
Chrotogonus Savignyi Blanch. Fig. 2. 2. 3. 9 (•')• Bolivar, 1, p. 43. 

Während Savigny und Burmeister diese drei Figuren als einer Art 
angehörig (2. l. Q, 2. 2. 3. cf 1 ) betrachteten, die Letzterer Ommexecha Savignyi 
benannte, trennte sie Blanchard, ohne die Sache näher zu begründen, und gab 
Fig. 2. 1. 9 den Namen »Ommexecha latum" und Fig. 2. 2. 3. den Namen 
»Ommexecha Savigny 11 . Ihm schloss sich auch Bolivar an, indem er Fig, 2. 2. 3. 
als Chrotogonus Savignyi Blanch. beschrieb, und zwar im Gegensatze zu Sa- 
vigny, der die Figuren als $ bezeichnete, als 9- 

Bur meist er fasst seine Art Ommexecha Savignyi und Fig. 1 (Ommexecha 
linearis) zusammen und bemerkt, dass sich beide durch das verdickte Ende der 
Fühler, das ein einziges Glied bildet, so dass deren Anzahl nur neun beträgt, 
auszeichnen. Er vergleicht sie mit einander und bemerkt, dass Savignyi gegen- 
über linearis einen plumperen Leib und nach dem Geschlechte verschiedene 
Flügel habe, nämlich beim $ so lange wie die Flügeldecken, beim 9 nur üalD s0 
lange. Ausserdem besitzt Savignyi einen breiten, überall gekörnten Vorderrücken. 
Beiden Arten gemeinschaftlich sind die Kettenlinien auf den Flügeldecken, die „von 
abwechselnd länglichen schwarzen und runden weissen Punkten" gebildet werden. 

Bezüglich der Figur 2. 1. bemerkt Blanchard: „On n'a pas donne la taille 
de V Ommexecha latum, car je ne puis croire qu'il existe un Ommexecha d'une 
aussi grande taille". — Bolivar gibt keine nähere Beschreibung, da ihm die 
Form in Natur unbekannt geblieben ist. 

Fig. 2. 2. 3. beschreibt Bolivar als Chrotogonus Savignyi wie folgt: 
„A Chrotogono Scuäderi sec. icon. Savignyanum differt: Pronoti lobulo postico 
tuberculato, concolori; elytris abdomine multo longioribus; tarsorum posticorum 
articulo tertio duobus primis conjunctis longiori. 9 • 

Long. corp. sec. icon. 9 15 mm. 

A juzgar por la figura es afine al anterior (Chrotogonus Scudderi), del 
que pudiera ser una simple variedad." 

Ich halte die Ansicht Savigny 's und Burrn eiste r's für die richtige und 
betrachte die Figui'en als die Geschlechter einer und derselben Species. Was mich 



■ridlraag der Orttaoptoren-TnfVln .1. C. SiiviffiiyN in der r l)fscri|>tinii de 1 * l : :^ry ].t <• - . 257 



hauptsächlich hiezu veranlasst, ist, ganz abgesehen von der ähnlichen Granulirung 
des Kopfes, Praotune und der Oberflügel, die FtthlerbQdung. Bei beiden Ge- 
schlechtern zeigt sich nämlich, wie dies schon Burmeister hervorgehoben hat, 

das Endglied der Fühler ähnlich wie hei Lcjitoscirhts linearis stark verlängert. 
Wahrend jedoch bei letzterem die Fühler ü-gliederig sind, sind sie hier deutlich 
10-gliederig (Burnieister gibt unrichtiger Weise auch hier 9 Glieder an). 

Warum Bolivar die beiden von Savigny als bezeichneten Figuren 
als 9 bestimmt, sehe ich nicht ein, zeigen ja doch die Hinterleibsenden (ins- 
besondere Lamina supraanalis, Cerci, Lamina subgenitalis bei Fig. 2. 2.) ent- 
schieden den männlichen Typus. 

In Bezug auf die Benennung bemerke ich, dass Burmeister 's Name vor 
dem Blanchard 'sehen die Priorität hat, da letztererauch hier nur Namen ohne 
Diagnose gegeben hat. — Falls es sich herausstellen würde, dass wir es hier doch 
mit zwei Species statt mit einer zu thun haben, müsste der Name „Savignyi" 
Barm, für Fig. 2. 2. 3. beibehalten werden, während ich für Fig. 2. den Blan- 
chard 's, „latum", vorschlagen möchte. 

Fig. 2. 4. Chrotogonus Blauchardi 11. sp. 

Fig. 2. 4: tf, Larve (Nymphenstadium), von oben (vergr.). 
Ommexecha sp. Fig. 2. 4. Blanchard, p. 624. 

Wurde von Savigny, wie aus der Bezeichnung Fig. 2. 4. hervorgeht, zu 
Fig. 2. 1—3 gehörig betrachtet, ist aber entschieden die Larve einer anderen Spe- 
cies, die bisher nicht bekannt geworden zu sein scheint. 

Blanchard bemerkt: „Nymphe d' Ommexecha, mais n'etant pas ä letat 
parfait, j'ignore si eile se rapporte ä quelqu' une de mes especes". 

Sie besitzt, im Gegensatze zu Chrotogonus Savignyi, Fühler, die aus 13 
bis 14 Gliedern bestehen und deren Endglied die gewöhnliche Bildung zeigt, 
ferner ist der Hinterrand des Pronotumrückens mehrfach eingeschnitten, während 
er bei jener Art ganzrandig ist. Der Stirngipfel überragt die Augen wenig und 
ist oben coneav. Das Pronotuni ist in seiner vorderen Hälfte dunkel gefärbt, 
die Seitenlappen, sowie die hintere Hälfte sind hell, der gerade abgeschnittene 
Vorderrand ist in seiner ganzen Ausdehnung gekörnt. Ebenso ist der Hinterrand 
sämmtlicher Eückensegmente des Abdomens mit Höckerchen besetzt, was für die 
Art sehr charakteristisch ist. Feinora und Tibien der beiden vorderen Beinpaare 
schwarz betupft. Aussenseite der Femora der Hinterfüsse in ihrer basalen Hälfte 
hell, in ihrer Endhälfte dunkel gefärbt, beide Hälften durch ein schmales 
schwarzes Querband von einander geschieden. 

Ich benenne diese Art zum Andenken an Emile Blanchard, dem Mono- 
graphen des Genus Ommexecha. 

Fig. 3. Chrotogonus liigubris Blanch. (1836). 

Fig. 3. 1. 9 > von oben (nat. Gr.). Hiezu Kopf A und Oberkiefer von vorne i. 
Fig. 3. 2. $, von unten (nat. Gr.). Hiezu Antenne j. 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 33 



258 



Hermann Krauss. 



Ommexecha lugubre. Fig. 3. Blanchard, p. 617. 

lugubris. Fig. 3. Burmeister, 1, S. 657. 

— Fig. 3. De Haan, p. 141. 
Chrotogonus — Fig. 3. Serville, p. 703. 

— Fig. 3. Burmeister, 2, S. 58. 

— Fig. 3. Bolivar, 1, p. 47. 
Vorkommen : Cairo, Oberegypten, Abyssinien. 



Fig. 4. Poecilocertis bufoiuus Klug (1829). 

Fig. 4. i. 9, von der Seite (nat. Gr.). Hiezu Kopf A, Antenne j, Mund- 
theile a, i, o, u, Vorderfuss: Tarsus von unten f 9 Hintertibia 
mit Tarsus von unten d. 
Fig. 4. 2. 9> von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 
Poecüocera bufonia. Fig. 4. Burmeister, 1, S. 623. 

— — var. Vulcanus Serv. Fig. 4. De Haan, p. 141. 

Poecilocerns bufonius. Fig. 4. 9- Bolivar, 1, p. 108. 
Vorkommen: Alexandria, Wüste bei Cairo (im Juni) und in den Thälern 
des Sinai. 

Fig. 5. Pyrgomorpha gryllöides Latr. (1804). 

Fig. 5. l. cT> von der Seite (nat. Gr.). Hiezu Seitenansicht des Kopfes und 

Pronotums (vergr.). 
Fig. 5. 2. 9» von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu Kopf 
von vorne A, von oben A~, mit Antenne j, Mundtheile a, i, o, u. 
Fig. 5. 3. 9? von der Seite (nat. Gr.). 

? Truxalis gryllöides. Fig. 5. Burmeister, 1, S. 652. 

Pyrgomorpha rosea Charp. Fig. 5. De Haan, p. 141. 
? Tryxalis rosacea (sie!) Charp. Fig. 5. l— 3. Lucas, p. 26. 
Pyrgomorpha gryllöides. Fig. 5. Brunn er, 3, S. 186. 

— — Fig. 5. Bolivar, 1, p. 82. 



Fig. 6. Opsomala cylindrica Marsch. (1836). 

Fig. 6. i. 9? von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu 

Kopf A, Antenne j, Mundtheile a, i, o, u. 
Fig. 6. 2. 9» von der Seite (nat. Gr.). 

Opsomala sp. (Section A). Fig. 6. Bunne ist er, 1, S. 652. 

Opomala cylindrica. Fig. 6. Brunner, 3, S. 233. 

Fig. 7. JPlatypterna tibialis Fieb. (1853). 

Fig. l.i. 9, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu Ober- 
kiefer von vorne i und Antenne j. 



Erklärung der Orthopteron-Tufoln J. C. Suvijrny's in der J)<'N.ri|»tion .!<• ri^ypt«-" 



Fig. 7. s. V« von der So i t (nat. (ir.). 

Tru.calis ^j». Fig. 7. l>u rmeist er, 1, S. 652. 

hie Figuren stimmen sein - gut mit dieser Speoies iibeivin. wurden aber 
bisher, ausser von l>u nne ist e r. nicht eitirt. 

Bei Fig. 7. ». ist einaus dorn Äiter hervorragender Gegenstand (Kothballen?) 
Blitgezeichnet worden, der verlängerte (Vivi vortäuschen konnte. 

Fig. 8. Stenobothrus ptUvinatua Fischer de W. (1846). 

Fig. 8. /. $>, von der Seite (nat. Gr.). 

Ghmphocerus sp. Fig. 8. Burmeister, 1, S. 652. 

Stimmt, was Form und Grösse betrifft, gut mit dieser um das Mittelmeer 
weit verbreiteten Art. Insbesondere ist die Zeichnung des Kopfes und des mit 
geraden Seitenkielen versehenen Pronotums übereinstimmend. Die den Hinter- 
leib überragenden Oberflügel zeigen die für die Art charakteristische weisse und 
schwarze Linie. Etwas abnorm sind die vier in der Verlängerung der letzteren 
liegenden dunklen Flecken. 

Fig. 9. Ihironia Savignyi n. sp. 

Fig. 9. i. 9» von der Seite (nat. Gr.). 

Gomphocerus sp. Fig. 9. Burmeister, 1, S. 652. 

Acridium biguttiilum L. Fig. 9. $. Costa, p. 42. 

Kopf gross, mit einem dreieckigen dunklen Fleck hinter den Augen. 
Antennen schmal-schwertförmig, stark zugespitzt, fast so lang als Kopf und Pro- 
notum zusammen. Pronotumrücken hell, Seitenlappen dunkler, mit schwarzem 
Bande unter den Seitenkielen. Oberflügel einfarbig, ebenso Aussenseite der Hinter- 
schenkel. — Körperlänge 21 mm, Länge des Pronotum 5 mm, der Oberflügel 17 mm, 
der Hinterschenkel 14 mm. 

Stimmt bis auf ihre etwas schmäleren, zugespitzten Antennen in Grösse 
und Färbung gut mit einem aus Jerusalem stammenden weiblichen Exemplare 
meiner Sammlung überein, dessen Diagnose folgendermassen lautet: 

Statura medioeri. Colore fusco-viridi. Caput viride, pone Odilos macula 
triangulari fusca evanescente. Vertex tumidus, haud impressus, medio carma 
longitudinali obsoleta instruetus. Antennae depressae, latvusculae, capite cum 
pronoto breviores. Pronotum viride, dorso fuscescente, vitta laterali nigro-fusca, 
postice evanescente ornatum, carinis tribus valde distinetis instruetum, carinis 
lateralibus antice subparallelis, pone sulcum posticum divergentibus et vittam 
lateralem secantibits. Elytra apicem abdominis purum superantia, fusca, mar- 
gine antico virescente et vena radiali prima nigra insignia. Alae apicem versus 
infuscatae, venis nigris. Femora postica viridia, apice fuscescentia. Pedes an- 
teriores cum tibiis posticis fusco-testaeei. — Long, corporis 23, pronoti 4 5, 
elytrorum 18, femorum posticorum 13 mm. 

Die Kenntniss einer nahestehenden noch unbeschriebenen, in Syrien und 
Egypten häufigen Art, die sich durch eingedrückten Kopfgipfel, sowie bogig ver- 

33* 



260 



Hermann Krauss. 



laufende Seitenkiele des Pronotum und im weiblichen Geschlechte durch be- 
deutendere Grösse auszeichnet, verdanke ich Herrn Hofrath Brunner, der sie 
mir unter dem Namen „Duronia fracta Fieb. in litt." zukommen Hess. 1 ) 

Fig. 10. Oxycoryphus compressicomis Latr. (1804). 

Fig. 10. i. $ , von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 
Fig. 10. 2. 5, von der Seite (nat. Gr.). 

Fig. 10. 3. £, vou oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu An- 
tenne j. 

Truxalis sp. Fig. 10. Burmeister, 1, S. 652. 
Oxycoryphus compressicomis. Fig. 10. Brunner, 3, S. 93. 

Fig. 11, 12. Plachytylus cinerascetis Fab. (1793). 

Fig. 11. l. 5, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu 

Kopf A und Oberkiefer i. 
Fig. 12. l. $ , letztes Larven- (zweites Nymphen-) Stadium, von der Seite 

(nat. Gr.). 

? Oedipoda migratoria L. Fig. 11. Burmeister, 1, S. 652. 
Acridium tataricum L. Fig. 12. Larve. Burmeister, 1, S. 632. 
Pachytylus cinerascens. Fig. 11, 12. Brunne r, 3, S. 173. 

— — Fig. 11, 12. Saussure, 5, p. 120. 

— — Fig. 11. Saussure, 8, p. 96. 



1 ) Duronia fracta (Fiel).) n. sp. Fusco-grisea. Caput fusco-griseum, pone oculos maetda 

triangidari nigra. Vertex impressus, media carina longitudinali usque ad pronotum. percurrente 
distineta. Antvnnae depressae, pone medium tervtiusculae, capite et pronoto unitis longiores ((j 1 ), vel 
Ulis parum breviores (9)- Pronotum fuseo-griscum, vitta laterali nigro-fusca, postice evanescente 
ornatum, earinis tribus valde distinetis instruetum, carinis lateralibus leviter curvatis, antice postice- 
que divergentibus, postice vittam lateralem secantibus. Ehjtra apicem abdominis sux>erantia, in cf 
fusea, in 9 grisescentia, area scapidari vitta longitudinali albida, in idroque sexu venis radialibus 
duabus anticis nigris signata. Alae in idroque sexu, apicem versus infuscatae, venis nigris. Pedes 
fusco-grisei, femora postica unicoloria. Lamina supraanalis lanceolata, obhisa, longitudinaliter 
sulcata. Lamina szdigenitalis <J breviuscula, acuminata, villosa. (J, 9- 

cf 9 

Long, corporis 19 29 mm 

„ pronoti 3"5 5 „ 

„ elytrorum 15 22 „ 

,. femorum posticorum 11 17 ., 

Oxycoryphus? fractus Fieb. Bolivar, Catalog. Orthopt. europ., Madrid, 1878, p. 11. (Nomen 

tan tum !) 

Von der ihr in Grösse und Färbung sehr nahestehenden, in Algerien und Tunis vorkommenden 
Duronia Lucasi Boliv. (Laurae Borm.), die mir nur aus den Beschreibungen bekannt ist, würde sie 
sich durch ihre etwas längeren, nur in der ersten Hälfte niedergedrückten, gegen die Spitze zu aber 
fast drehrunden Antennen, durch ihre gegen die Spitze zu gebräunten XJnterflügel, sowie durch ihre 
in der Mitte der Länge nach tief gefurchte Lamina supraanalis rj unterscheiden. 

Vorkommen: Kleinasien (Ephesus), Syrien, Egypten (Collect. Brunner). 



Krkhirnnp il.-r Orth.»i»t»Mvn-T;itVln .I.e. BwigBy*! lB d«r „De oripti I« L*Ägypt6*. 



Pig 13, ii Stethophytna tureomawu/m Pisoh deW. (1846). 

Fig. F>. r o 1 . von oben, mit ausgespannten Eltigeln (nat, (ir.). 

Fig. Ii. /. }, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Fig. 14. 2. $, von der Seite (nat. Gr.). 

Oomphocerus sp. Fig. 18, 14. Burmeister, 1, S. 652. 

Burmeister bemerkt hiezu: Die beiden Geschlechter einer Art, die mit 
Gomphoecrus cothurnatus in manchen Punkten harmonirt. 

Vorkommen: Griechenland, Südrussland, Turkoinenien, Kleinasien. Syrien 
(Latakia). 

Fig. 15. i.2. Epacromia thalussiria Fab. (1793). 

Fig. 15. i. cf 1 , von der Seite (nat. Gr.). 

Fig. 15. 2. 9, von der Seite (nat. Gr.). 

Ghmphoeerus sp. Fig. 15. cf, $. Burmeistcr, 1, S. 652. 

Ausser bei Burmeister nirgends citirt. Die Figuren (/. 2.) gehören nach 
Form und Färbung mit aller Bestimmtheit zu dieser auch in Nordafrika ver- 
breiteten, in Bezug auf Färbung stark variircndeii Art. 

Fig. 15. s. Ochrophlebia? Savignyi n. sp. 

Fig. 15. 3. £, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 
Gomphocerns sp. Fig. 15. $. Burmeister, 1, S. 652. 

Es beruht offenbar auf einem Irrthume, dass diese Figur, sei es nun von 
Savigny selbst oder vielleicht von Audouin, als identisch mit der vorangehenden 
Art angesehen und dem entsprechend bezeichnet wurde. Denn abgesehen von der 
bedeutenderen Grösse und ganz anderen Färbung lassen sich eine Keihe speci- 
fischer und generischer Unterschiede nachweisen. 

Der Kopf ist kleiner und schmäler als bei Epacromia, der Kopfgipfel 
etwas mehr in die Länge gezogen und ohne Seitengrübchen. Das Pronotum ist 
nach hinten stärker verbreitert und daselbst mit deutlich hervortretenden Seiten- 
rippen versehen. Die Oberflügel sind breiter und das Geäder derselben zeigt eine 
andere Formation: vor Allem fehlt nämlich die Vena intercalata in der Area 
discoidalis, ebenso die winkelige Biegung der Vena ulnaris anterior nach ihrer 
Vereinigung mit der Vena radialis postica, deren Vorhandensein dem Oberflügel 
von Epacromia ein überaus charakteristisches Gepräge verleiht. 

Aus diesen Gründen ist vorstehende Art entschieden von Epacromia ab- 
zutrennen. Sie gehört nach der gütigen Mittheilung des Herrn Hofrathes 
Brunner, dessen Urtheil ich darüber einholte, aller Wahrscheinlichkeit nach in 
die Zunft der Pyrgomorphinen, und zwar in das Genus Ochrophlebia Stäl, das 
allerdings bisher nur Bepräsentanten aus der Südhälfte Afrikas aufzuweisen hatte. 

Die Art ist charakterisirt durch ihre helle Färbung und die Flecken- 
zeichnung auf Kopf, Pronotum und Oberflügel. Der Hinterkopf trägt fünf 
schwarze Flecken: zwei grössere hinter den Augen, einen in der Mittellinie und 
zwei kleinere dazwischen. Die vordere Hälfte des Pronotum zeigt zwei schwarze 



262 



Hermann Kraus 



Seitenbänder, die sich an die hinter den Augen befindlichen Flecke anschliessen. 
Die hellen Oberflügel sind durch drei kleine schwarze Vorderrandflecke, sowie 
durch einige kleinere Flecke im Discoidarfelde ausgezeichnet. Die Unterflügel 
sind ungefärbt. Die Innenseite der Hinterschenkel ist dunkel gefärbt und die 
inneren Knielappen sind schwarz. Die Hintertibien erscheinen an der Basis hell-, 
gegen die Spitze zu dunkel-(rothV) gefärbt. — Körperlänge 28 mm, Länge des 
Pronotum 5 mm, der Oberflügel 28 mm, der Hinterschenkel 15 mm. 
Stammt ohne Zweifel aus Egypten. 

Fig. 16. Heteroptemis ? Savignyi n. sp. 

Fig. 16. i. 9> v on oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 
Oedipoda sp. Fig. 16. Burmeister, 1, S. 652. 

Auch diese Figur konnte bis jetzt nicht mit aller Sicherheit gedeutet 
werden. Wie mir Herr Hofrath Brunner mitzutheilen die Güte hatte, gehört 
sie möglicher Weise zu Heteroptemis Sauss. (Oedipodinae) und ist vielleicht sogar 
identisch mit Heteroptemis hyalina Sauss. (1888), die vom Senegal und aus 
Südafrika (Zanzibar, Transvaal, Natal) bekannt ist. 

Ich bezeichne sie vorläufig mit eigenem Namen, da sie mir, ganz abgesehen 
von dem Fundorte (Egypten?), durch bedeutendere Grösse und durch ihre 
Zeichnung von der genannten Art, die ich in Natur allerdings nicht kenne, zu 
differiren scheint. 

Das Pronotum trägt zwei schmale schwarze Seitenbänder. Die an der 
Basis dunkeln Oberflügel sind durch eine Anzahl grösserer und kleinerer schwarzer 
Flecke ausgezeichnet. Die Unterflügel sind an ihrer äussersten Spitze etwas ge- 
bräunt. Die Hintertibien besitzen an der Basis, sowie etwas vor der Mitte einen 
schwarzen Fleck (oder Bing?). — Körperlänge 29 mm, Länge des Pronotum 5 mm, 
der Oberflügel 29 mm, der Hinterschenkel 15 mm. 

Wohl ebenfalls egyptisch. 

Fig. 17, 18. Stauvonotus Genei Ocsk. (1832). 

Fig. 17. i. von der Seite (nat. Gr.). 

Fig. 18. i. 9> von der Seite (nat. Gr.). 

Gomplwcerus sp. Fig. 17, 18. 9. Burmeister, 1, S. 652. 

Bei Figur 17. i. cf erscheint die Hinterleibsspitze nicht ganz richtig wieder- 
gegeben, indem hier zwei Spitzen hervorragen, die ähnlich wie Ovipositor-Klappen 
aussehen. Das Geäder der Oberflügel beweist indessen, dass die Geschlechtsangabe 
die richtige ist. 

Um das Mittelmeer spärlich verbreitet, findet sich die Art nach Brunner 
(Prodromus, p. 138) auch in Egypten und Syrien, wo sie auffallend gross wird. 

Fig. 19. Stauronotns maroccamis Thunb. (1815). 

Fig. 19. l. 9 > von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat, Gr.). 
Fig. 19. 2.* von der Seite (nat. Gr.). 



KrkliiriinR dor Orthoi>tori>ii-Tufelii .1.«'. Suvifjny's in «Irr J>.mi iption do Pl^'Vpt.-- 



(iomphoctrus sp. Fig. Ii'. Kurnieister, 1. S. (»52. 
Stauronotus maroccamis. Fig. 19. /. 2. Brunner, 3, S. 136. 
Die als <V bezeichnete Figur 10. l\ ist entschieden ebenfalls ein y, wie 
aus d.61 Form des AMomens, insbesondere der Spitze desselben, hervorgeht I>ic 
Valvulae ovipositoris sind bei beiden Figuren eingezogen, daher nicht sichtbar. 

Fig. 20. Dericorys aZMdvZa Serv. (1839). 

Fig. 20. i. Letztes Larven- (zweites Nymphen-) Stadium, 9» von ''er Seite 
(uat. Gr.). 

Fig. 20. 2. 9» von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu An- 
tenne j und Oberkiefer i. 
Fig. 20. 3. 9 , von der Seite (nat. Gr.). 

GOmphocerus sp. Fig. 20. Burmeister, 1, S. 652. 
Dericorys albidula. Fig. 20. Burmeister, 2, S. 48. 

— Fig. 20. De Haan, p. 141. 
Vorkommen: Egypten, Libanon (Serville). 

Planche 7. Criquets. 

Gezeichnet und gestochen 1807 — 1812. Der Kupferstich von Coutant. 

Fig. 1. Schistocerca peregrina Olivier (1807). 

Fig. Li. cT, von der Seite (nat. Gr.). Hiezu Hintertarsus von oben d. 
Fig. L 2. cf, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu 
Mundtheile a, i, i~, o, u, u~ und Antenne j. 
Acridium flaviventre Burm. Fig. 1. Burmeister, 1, S. 631. 

— migratorium L. Fig. 1. Costa, p. 42. 
Schistocerca peregrina. Fig. 1. Brunner, 3, S. 216. 

Fig. 2. Acridium aegyptium Lin. (1764). 

Fig. 2. l. 9 » von der Seite (nat. Gr.). Hiezu Kopf A. 

Fig. 2. 2. 9> von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat, Gr.). 

Acridium tataricum Lin. Fig. 2. Bur rae ister, 1, S. 632. 

— — Fig. 2. De Haan, p. 141. 

— lineola Fab. Fig. 2. Costa, p. 42. 

— aegyptium. Fig. 2. Brunner, 3, S. 215. 

Fig. 3. Etipvepocnemis plorans Charp. (1825). 

Fig. 3. i. 9> vou °ben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 
Fig. 3. 2. 9> von der Seite (nat. Gr.). 

Acridium n. sp. ? Fig. 3. Bunne ist er, 1, S. 652. 

Euprepocnemis plorans. Fig. 3. Brunner, 3, S. 221. 



264 



Hermann Krauss. 



Fig. 4. Caloptenus Italiens Lin. (1766). 

Fig. 4. l. $ , von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Fig. 4. 2. 5 , von der Seite (nat. Gr.). 

Fig. 4. D. <j\ Hinterleibsende schräg von oben (vergr.). 

Caloptenus sp., „dem Caloptenus italicus ähnlich, doch schwerlich 

derselbe". Fig. 4. Burmeister, 1, S. 652. 
Caloptenus italicus. Fig. 4. De Haan, p. 141. 

— Fig. 4. Brunner, 3, S. 218. 

Acridium barbarum Costa. Fig. 4. Costa, p. 42. 

Fig. 5. Euprepocnemis littoralis Rambur (1838). 

Fig. 5. i. $, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu 
Mundtheile i, 6 (Unterkiefertaster) und Antenne j. 

Fig. 5. 2. Letztes Larven- (zweites Nymphen-) Stadium, von der Seite 
(nat. Gr.). 

Fig. 5. 3. cT , von der Seite (nat. Gr.). 

Acridium n. sp. ? Fig. 5. Burmeister, 1, S. 652. 

? — barbarum Costa var. Fig. 5. Costa, p. 42. 
Euprepocnemis littoralis. Fig. 5. Brunner, 3, S. 221. 



Fig. 6. Euprepocnemis adspersa Redt. (1889). 

Fig. 6. 9? von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Acridium n. sp. ? Fig. 6. Burmeister, 1, S. 652. „Dem Acridium 

saucium Burm. sich nähernd." 
? Acridium barbarum Costa var. Fig. 6. Costa, p. 42. 
Die Bestimmung dieser Figur verdanke ich Herrn Hofrath Brunner. 
Die Art wurde nach Exemplaren aus Turkmenien (Duschak, Askhabad) und 
Transcaucasien (Elisabetpol) von Redtenbacher beschrieben (Wiener Entom. 
Zeitung, VIII. Jahrg., 1889, S. 30) und findet sich nach Brunner auch in Persien, 
so dass ihr Vorkommen in Syrien recht gut möglich ist. 

Fig. 7. Oedipoda gratiosa Serv. (1839). 

Fig. l.i. 9, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu 

Kopf A, Antenne j , Mundtheile a, i, o, u. 
Fig. 1.2. $, von der Seite (nat. Gr.). 

Oedipoda obscura L. Fig. 7. Burmeister, 1, S. 652. 

— octofasciata Serv. Fig. 7. De Haan, p. 141. 

— salina Pall. Fig. 7. Siebold, S. 28. 

? — gratiosa. Fig. 7. Brunner, 3, S. 164. 

— — Fig. 7. Saussure, 5, p. 152. 

— Fig. 7. 9. Saussure, 8, p. 96. 



Krkliinmg der Ortlioptoron-Tutoln .1. C. Siivigny's in der „l>i<scriptii>n <lc rKgyptu". 



Kg. 8 Sphingonotus nüotlcus Sauss. (1888). 

Fig. 8. 9» von der Seite (nat. Gr.). 

Gomphocerus sp. Fig. 8. Barmeister, 1, S. G52. 

Sphingonotus niloticus. Fig. 8. V- Saussurr. 8, ]». 00. 
Vorkommen: Kgypten. 

Fig. 9. Sphingonotus balteatua Serv. (1839). 

Fig. 9. l. cT, von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 
Fig. 9. t. cT, von der Seite (nat. Gr.). 

Oedipoda D. Bp. Fig. 9. Burmeister, 1, S. 652. „Höchst 

ausgezeichnete neue Art." 
Sphingonotus balteatus. Fig. 9. („individu grand"). Saussure, 
5, p. 203. 
Fig. 9. J 1 - Sanssure, 8, p. 96. 
Vorkommen: Egypten, Syrien, Indien, Südafrika (Saussure). 

Fig. 10. ? Sphingonotus coerulans Lin. (1766). 
Fig. 10. /. 9, von der Seite (nat. Gr.). 

Fig. 10. 2. 9> von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

? Oedipoda sp. „Nicht recht kenntlich." Fig. 10. Burmeister, 1, 
S. 652. 

? Sphingonotus coerulans L. Q, „var. ä elytres fascies de noir". 
Fig. 10. Saussure, 8, p. 96. 

Fig. 11. Sphingonotus coerulans Lin. (1766). 

Fig. 11. 9> von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Oedipoda sp. „Der Oedipoda- coerulans nahestehend." Bur meiste r, 
1, S. 652. 

Sphingonotus coerulans. Fig. 11. Brunner, 3, S. 151. 

— — Fig. 11. Saussure, 5, p. 200. 

— — Fig. 11. Saussure, 8, p. 97. 

Fig. 12. Sphingonotus azurescens Eamb. (1838). 
Fig. 12. i. cf , von der Seite (nat. Gr.). 

Fig. 12. 2. 9? von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

? Oedipoda eyanoptera Charp. Fig. 12. Burme ister, 1, S. 652. 

— balteata Serv. Fig. 12. De Haan, p. 141. 
Sphingonotus azurescens. Fig 12. Brunner, 3, S. 152. 

— — Fig. 12. Saussure, 5, p. 203. 

— — Fig. 12. Saussure, 8, p. 94 und 97. 
Leptopternis canescens Sauss. (nec Leptopternis Clausii Kitt.). 

Fig. 12. Saussure, 6, p. 89. 1 ) 

l ) Irrthümlich ! Vergl. Sanssure, 8, p. 94, Anni. 
Z. B. Ges. B. XL. Abh. 34 



266 



Hermann Krauss. 



Fig. 13. Sphingonotus Savignyi Sauss. (1884). 
Fig. 13. i. 9> von der Seite (nat. Gr.). 

Fig. 13. 2. 9 • von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Oedipoda flava Lin. Fig. 13. Burmeister, 1, S. 652. 

Sphingonotus Savignyi. Fig. 13. Saussure, 5, p. 208. 

— Fig. 13. Saussure, 8, p. 97. 
Vorkommen: Egypten, Nubien, Chartum (Saussure). 

Fig. 14. Acrotylus insubricus Scopoli (1786). 
Fig. 14. i. 9 , von der Seite (nat. Gr.). 

Fig. 14. 2. 9> von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). 

Oedipoda insubrica. Fig. 14. Burmeister, 1, S. 652. 

Fig. 14. De Haan, p. 141. 
Acrotylus insubricus. Fig. 14. Brunner, 3, S. 156. 

? — patruelis Sturm. Fig. 14. Brunner, 3, S. 157. 
— Fig. 14. Saussure, 5, p. 190. 

Fig. 14. Saussure, 8, p. 97. 
Die Entscheidung, ob wir es hier mit Acrotylus insubricus oder mit Acro- 
tylus patruelis zu thun haben, ist sehr schwierig. Für erstere Art spricht die 
relative Kürze der Antennen, sowie die Kleinheit der braunen Binde auf den 
Unterflügeln, für letztere die Form des Pronotums. 

Beide Arten dürften wohl in Egypten und Syrien vorkommen. 

Fig. 15. Leptoptemis Mhamses Sauss. (1889). 

Fig. 15. i. 9» von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu Ende 

der Hintertibia mit Tarsus d. 
Fig. 15. 2. 9» von d er Seite (nat. Gr.). 

Oedipoda sp. „Schliesst sich an Fig. 11 an." Fig. 15. Burmeister, 
1, S. 652. 

Sphingonotus Clausii Kitt. Fig. 15. Brunner, 3, S. 154. 

— (Leptoptemis) Clausii. Fig. 15. Saussure, 5, p. 211. 

Leptoptemis Mhamses. Fig. 15. 9 • Saussure, 8, p. 94 und 97. 
Von Saussure (8, p. 94) nach der Figur beschrieben: „Sat valida pro 
genere, crassiuscula, grisea. — Antennae longiusculae multiarticulatae. Pronotum 
brevissimum, supeme transversum, margine antico obtusangulato, postice obtuso, 
apice rotundato. Lobi laterales subparalleli, margine infero obliquo, subsinuato, 
postico perpendiculari, angulo postico ad inferum producto, vel oblique trun- 
cato. Elytra femora superantia, modice angusta, apice rotundata, venis dis- 
coidalibus ut consuete ramosis. Alae apice rotundatae, hyalinae, venis haud 
incrassatis; sinu apicali distincto; campo anteriore sat lato, vena media furcata, 
apice arcuata. Pedes breviusculi. Femora postica crassiuscula, apice haud 



Krkliirmig « 1 . r Orthoptoivii-TutVln .1. C. Savigny's in der „ Do^ori pt i<>n dt« l ' l : ;(»yi»t«!** . 207 



graciliter attenuata. Calcaria tibiantm posticarum dmujata, ralida, rtrtiatlos 
'J tarsi aequcuitia. Tarsi purum elongati, gntcilcs; posficornm articuhts priniHS 
tertium aequans. Arolia inter iiugucs mimita. — Long. JJ nun. FJglra nun. 
Avggptus. (Dornte d'apivs la tiguro ritee.) 

Cette espece a le port des Conipoda. Elle differe de ce geiire par ses 
elytres munis de faussea uervures entre los nervures prinoipales". 

Pigi 16. Eremobia pulchripermis Serv. (1839). 

Fig. 16. /. 9' von oben, mit ausgespannten Flügeln (nat. Gr.). Hiezu An- 
tenne j und Oberkiefer i. 

Fig. 16. 2. 9> von der Seite (nat. Gr.). Hiezu Kopf A. 

Fig. 16. 3. 9' letztes Larven- (zweites Nymphen-) Stadium, von oben 
(nat. Gr.). 

Oedipoda sp. „Mit Oedipoda phoenicoptera aus Nordamerika sehr 
nahe verwandt," Fig. 16. Bu r meiste r, 1, S. 652. 
Ommexecha sp. Fig. 16. 3. Burmeister, 1, S. 652. 

Eremöbia cisti Fab. Fig. 16. Burmeister, 2, S. 53. 

— pulchripermis. Fig. 16. De Haan, p. 141. 

— — Fig. 16. Brunner, 3, S. 183. 

— — Fig. 16. 9. Saussure, 5, p. 228. 

— — Fig. 16. Saussure, 8, p. 97. 

Die von Burmeister für eine Ommexecha gehaltene Figur 16. 3. gehört 
als Larve gewiss hieher. Sie zeichnet sich durch stark gekörntes und gestacheltes 
Pronotuni aus, wie dies bei den Eremobia-LM'Yen die Regel ist. 

Vorkommen: Egypten. 

Fig. 17. Pamphagus galerieulatus Stäl (1876). 

Fig. 17. 1. cT> 9» von der Seite (nat. Gr.). Das cT sitzt auf dem Rücken 
des 9 > wie dies bei der Begattung der Fall ist. Hiezu Kopf A, 
Antenne j und Mundtheile a, i, 0, u. 
Pamphagus n. sp. „Dem Pamphagus marmoratus sehr verwandt." 

Fig. 17. Burmeister, 1, S. 652 und 1012. 
? — elephas L. Fig. 17. De Haan, p. 141. 

? — monstrosus Forsk. Fig. 17. De Haan, p. 141. 

— galer icidatus. Fig. 17. Stäl, p. 29. 

— — Fig. 17. Brunner, 3, S. 199. 

? Porthetis terrulenta Serv. Fig. 17. Burmeister, 2, S. 48. 
? Podisma appulum Costa. Fig. 17. Costa, p. 45. 
Vorkommen: Syrien (Beirut). 

Fig. 18. Pamphagus zebratus Brunn. (1883). 

Fig. 18. 1. 9 » von 0Den ( na *- Gr.). 
Fig. 18. 2. 9 > von der Seite (nat. Gr.). 

34* 



268 



Hermann Krauss. 



Pamphagus n. sp. Fig. 18. Bur meiste r, 1, S. 652 und 1012. 
— zebratus. Fig. 18. Brunn er, 3, S. 200. 
Vorkommen: Syrien. 



Vorkommen, Verbreitung. 

Indem ich auf den Schluss der Einleitung verweise, woselbst ich die un- 
gefähre Eoute der wissenschaftlichen Expedition Savigny's und deren Stationen 
erörtert habe, füge ich hier noch eine Uebersicht über die wahrscheinliche Ver- 
theilung der Arten auf die diesbezüglichen Faunengebiete bei. 

Von den 82 abgebildeten Arten, ist die grosse Mehrzahl entlang des Mittel- 
meeres mehr oder weniger weit verbreitet, ein anderer Theil ist als kosmopolitisch 
anzusehen. 

Nur etwa der dritte Theil der Arten kann nach dem gegenwärtigen Stande 
unserer Kenntniss als charakteristisch für das egyptisch-afrikanische Faunengebiet 
bezeichnet werden. Hieher gehören etwa die folgenden Arten : 

? Periplaneta Savignyi n. sp. 

Heteronytarsus aegyptiacus Lef. 
? Eremiaphila hebraica Lef. 

— Savignyi Lef. 

? — brevipennis Sauss. 
? — Anubis Lef. 
? — nilotica Sauss. 

Miomantis Savignyi Sauss. 

Tryxalis Pharaonis Klug. 
? Heteropternis (?) Savignyi n. sp. 

Sphingonotus niloticus Sauss. 

— Savignyi Sauss. 
? Leptoscirüis linearis Burm. 

? Leptopternis Rhamses Sauss. 

Eremobia pulcliripennis Serv. 
? Chrotogomis Savignyi Burm. 
? — Blanchardi n. sp. 

— lugiibris Blanch. 

? Ocliroplüebia (?) Savignyi n. sp. 

Poecilocerus bufonius Klug. 

Dericorys albiclula Serv. 

Diogena fausta Burm. 

Xiphidium aethiopicum Thunb. 
? Gryllus aegyptiacus De Haan. 

Tridactylus Savignyi Guer. 

— Guer. var. fasciatus Guer. 



Krkliirung ilor OrthoptiMvn- TatVln .1. ('. Savijjtiy'w in il<'r „Dcscriptioii l'KRypIf- 



Als aus Syrien stammend und wahrscheinlich nicht in Egypten vorkommend 
betrachte ich folgende Arten : 

Ihmmia Sarignyi n. s|>. 

StctJioplii/ma hmonHuntni Fisch, de W. 

Wuprepocnetnis adspersa Bedt. 
PampluujHs (fdhrieuhttus Stal. 

— zebratus Brunn. 
Isophya Sarignyi Brunn. 
Acrometöpa syriaca Brunn. 
Saga omaia Bunn. 

Dagegen sind die folgenden Arten Egypten und Syrien gemeinschaftlich: 
Heterogamia africana L. 

— syriaca Sauss. 
Sphingonotus baltcatus Serv. 



Systematisches Verzeichniss. 

I. Dermaptera. 
Forficulidae. 



1. Labidura riparia Pall. 

2. Anisolabis annulipes Luc. 

3. Forftcula auricularia L. 



PI. 1, Fig. 1-3, 7. 
PI. 1, Fig. 6. 
PI. 1, Fig. 4, 5. 



II. Orthoptera. 

Blattidae. 

PhyUodrominae. 

4. Blatta germanica L. PI. 2, Fig. 20, 21. 

5. — supellectilium Serv. PI. 2, Fig. 19. 



Pet'ipla nett it ae. 

6. Periplaneta (mentalis L. PI. 2, Fig. 14, 15. 

7. — americana L. PI. 2, Fig. 16—18. 

8. — Sarignyi n. sp. PI. 2, Fig. 13. 

Heterogam in ae. 

9. Heterogamia aegyptiaca L. PI. 2, Fig. 9, 12. 

10. africana L. PI. 2, Fig. 7, 10. 

11. — syriaca L. PI. 2, Fig. 8, 11. 



270 



Hermann Krauss. 



Mantidae. 



JSremiaphilitiae. 



12. Heteronytarsus aegyptiacus Lef. 

13. Eremiaphila hebraica Lef. 

14. — Savignyi Lef. 

15. — brevipennis Sauss. 

16. — Anubis Lef. 

17. — nilotica Sauss. 



PI. 2, Fig. 5. 

PI. 2, Fig. 4. 

PI. 2, Fig. 3. 

PI. 2, Fig. 6. 

PI. 2, Fig. 2. 

PI. 2, Fig. 1. 



18. Hierodula bioculata Burm. 



19. Fischeria baetica Eamb. 

20. Miomantis Savignyi Sauss. 

21. Ameles nana Charp. 



22. Blepharis mendica Fab. 

23. Empusa egena Charp. 



Mantinae. 



Thespinae. 



Empusinae. 



PI. 1, Fig. 10-13. 



PI. 1, Fig. 14. 
PI. 1, Fig. 15. 
PI. 1, Fig. 16. 



PI. 1, Fig. 9. 
PI. 1, Fig. 8. 



Aerididae. 

Tryxalinae. 

24. Tryxalis nasuta L. 

25. — unguiculata Eamb. 

26. — Pharaonis Klug. 

27. Platypterna tibialis Fieb. 

28. Duronia Savignyi n. sp. 

29. Oxycoryphus compressicornis Latr. 

30. Stenobothrus pulvinatus Fisch, de W. 

31. Stauronotus maroccanus Thunb. 

32. — Genei Ocsk. 

33. Stetlwpliyma turcomanum Fisch, de W. 

34. Epacromia thalassina Fab. 



PI. 5, Fig. 3—5. 
PI. 5, Fig. 7-14. 
PI. 5, Fig. 6. 
PI. 6, Fig. 
PI. 6, Fig, 
6, Fig. 
Fig. 
Fig 



PI 

PI. 6, 
PI. 6, 
PI. 6, 
PI. 6, 
PI. 6, 



7. 
9. 
10. 
8. 
19. 

Fig. 17, 18. 
Fig. 13, 14. 
Fig. 15. i. 2. 



Oedipodinae. 

35. Pachytylus einer ascens Fab. PI. 6, Fig. 11, 12. 

36. Heteropternis (?) Savignyi n. sp. PI. 6, Fig. 16. 

37. Oedipoda gratiosa Serv. PI. 7, Fig. 7. 

38. Acrotylus insubricus Seop. PI. 7, Fig. 14. 

39. Sphingonotus coerulans L. PI. 7, Fig. 10 ('?), 

40. niloticus Sauss. PI. 7, Fig. 8. 



11. 



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41. Sphingonotus a^urescens Liainb. I'l 7. Fig. 12. 

4*2. Savignyi Sauss. PI. 7, Fig. 13. 

48. — balteatits Serv. IM. 7, Fig. 9. 

44. Lcptoseirtus linearis Murin. IM 6, Fig. 1. 

45. Leptopternis ]\ha»tses Sauss. PI. 7, Fig. 15. 

Eremobtnae. 

46. Ertmobia pulvhripennis Serr. PI. 7, Fig. IG. 

Pyrgomarphimie, 

47. Chrotogonus Savignyi Burm. PI. C, Fig. 2. /— s. 

48. Blanchardi u. sp. PI. 6, Fig. 2. 4. 

49. Ingubris Blanch. PI. 6, Fig. 3. 

50. Pyrgomorjiha grylloides Latr. PI. 6, Fig. 5. 

51. OchrophUbia (?) Savignyi n. sp. PI. 6, Fig. 15. 3. 

52. Poecilocerus bufonius Klug. PI. 6, Fig. 4. 

Pamphaginae. 

53. Pamphagus galericidatus Stäl. PI. 7, Fig. 17. 

54. zebratus Brunn. PI. 7, Fig. 18. 

Acridinae. 

55. Dericorys albidula Serv. PI. 6, Fig. 20. 

56. Acridium aegyptium L. PI. 7, Fig. 2. 

57. Schistocerca peregrina Oliv. PI. 7, Fig. 1. 

58. Caloptenas italicus L. PI. 7, Fig. 4. 

59. Euprepocnemis plorans Charp. PI. 7, Fig. 3. 

60. Uttoralis Eamb. PI. 7, Fig. 5. 

61. adspersa Redt. PI. 7, Fig. 6. 

Opsomalinae. 

62. Opsomala cylindrica Marsch. PI. 6, Fig. 6. 

63. Paratettix meridionalis Ramb. PI. 5, Fig. 1, 2. 



Locustidae. 

Ph aneropterinae. 

64. Isophya Savignyi Brunn. PI. 4, Fig. 9. 

65. Acrometopa syriaca Brunn. PI. 4, Fig. 10. 

66. Diogena fausta Burm. PI. 4, Fig. 5. 

67. Tylopsis UUifolia Fab. PI. 4, Fig. 6, 7. 



272 Hermann Kraus s. Erklärung der Orthopteren-Tafeln J. C. Savigny'i 



Conocephalinae, 

68. Xiphidium aethiopicum Thunb. PI. 4, Fig. 2, 3. 

69. Conocephalus mandibularis Charp. PL 4, Fig. 4. 

Locustinae, 

70. Locusta viridissima L. PI. 4, Fig. 1. 

Decticinae. 

71. Platycleis intermedia Serv. PI. 3, Fig. 10. 

72. affinis Fieb. PI. 3, Fig. 9. 

73. Decticus albifrons Fab. PI. 8, Fig. 8. 

Saginae. 

74. Saga omata Burm. PI. 4, Fig. 11. 

Gryllidae. 

Ch*yllinae, 

75. Gryllus bimaculatus De Geer. PI. 3, Fig. 4. 

76. — burdigalensis Latr. var. Cerisyi Serv. PI. 3, Fig. 6. 

77. — aegyptiacus De Haan. PI. 3, Fig. 5. 

78. — algirius Sauss. PI. 3, Fig. 7. 

Gvyllotalpinae. 

79. Gryllotalpa vulgaris Latr. var. Cophta De Haan. PI. 3, Fig. 3. 

Tridactylinae. 

80. Tridactylus Savignyi Guer. PI. 3, Fig. 1. l. 

81. — — Guer. var. fasciatus Guer. PI. 3, Fig. 2. 

82. — variegatus Latr. PI. 3, Fig. 2. a. 



273 



Ueber die Verbindungsglieder zwischen den ortho- 
rrhaphen und cyclorrhaphen Dipteren und solche 
/wischen Syrphiden und MuscarieiL 

Von 

Prof. Dr. Friedrich Brauer. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Mai 1890.) 



Die Paläontologie weist nach, dass die Reihenfolge unserer heutigen syste- 
matischen Gruppen der Dipteren folgende war: Zuerst als älteste Formen er- 
scheinen die Orthorrhaphen, als jüngere Formen die Cyclorrhaphen. 

Von ersteren treten zuerst (mesozoisch) die orthorrhaphen Nemoceren 
(Mücken, Eucephalen: Culicidae, Psychodidae, Mycetophiliden, Rhyphiden), dann 
die hrachyceren Orthorrhaphen (im älteren Tertiär): Leptiden, Tabaniden und 
Stratiomyiden und mit diesen zugleich cyclorrhaphe Syrphiden, zuletzt erst 
Eumyiden (Musearien) auf. Die Stratiomyiden erscheinen zugleich mit den 
Blüthenpflanzen. die Eumyiden in Mehrzahl mit dem Erscheinen der warm- 
blütigen Thiere als Blutsauger, Sarco- und Coprophagen und periodische Parasiten. 

Wir wollen nun untersuchen, ob zwischen den vier Hauptgruppen, und 
zwar zwischen der ersten, Orthorrhapha nemocera, und zweiten, Orthorrhapha 
braehycera; zwischen Orthorrhapha hrachycera und der dritten, Cyclorrhapha 
aschisa, und dieser und der vierten Gruppe, Cyclorrhapha schizophora, heute 
.noch Formen auffindbar sind und lebend existiren, welche als Zwischenformen 
angesehen werden könnten, das heisst Formen, welche zwar durch die syste- 
matischen Merkmale sicher in die eine oder andere Abtheilung gestellt werden 
müssen, an deren Körper sich aber noch Charaktere erhalten haben, welche die 
Modifikation der anderen Körpertheile überdauert haben und daher nicht alterirt 
wurden, etwa so, wie ein Lungenfisch (JDipnoi) trotz seiner Lungen noch die 
Mehrzahl der Charaktere der wahren Fische behalten hat. 

Da finden wir zunächst, dass ein mit den Pilzmücken verwandtes Thier, 
der JRhyphus der Eucephalen-Mücken, trotz seiner vielgliederigen Fühler ganz 
das Flügelnetz und die Körperform einer Leptide zeigt, welche zu den braehyceren 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 35 



274 



Friedrich Brauer. 



Orthorrhaphen gerechnet werden muss. Es fehlt im Flügel nur die letzte Längs- 
ader (Analader) und zeigt sich als Falte, während sie bei Lentis eine spitze 
Analzelle hinten abschliesst. Bei der Larve von Lentis bewegen sich die Ober- 
kiefer aber schon in einer Verticalebene und nicht gegeneinander horizontal, also 
bei Leptis so wie bei allen orthorrhaphen Brachyceren und bei allen Cyclorrhaphen. 
Leptis ist durch Atlierix nahe verwandt mit den Pangoniden (Clirysops) und 
Tabaniden, und letztere sind durch ihre Larven und ihr Aussehen sehr nahe ver- 
wandt mit den Stratiomyiden, die wir für die höchst stehenden Orthorrhaphen 
halten. 

Schon von Schiner wurde nun die Verwandtschaft der Stratiomyiden (ortho- 
rrhaph) mit den Syrphiden (Cyclorrhapha (tscltiza) hervorgehoben. Es ist das um 
so wichtiger, als es bei beiden Formen gibt, welche vieles miteinander gemein 
haben : Bau der Fühler, Bornen des Schildchens, Vorliebe für Blüthen, die Athem- 
röhre der Larven, deren Lebensweise im Schlamme, Moder der Bäume, bei 
Ameisen. Nur haben die Syrphiden-Larven die Kiefer kapsei gänzlich verloren 
und ihre Mundtheile sind an einem Chitingerüste des Schlundes befestigt, das 
übrigens innerhalb der Kieferkapsel auch bei brachyceren Orthorrhaphen vor- 
handen ist. 

Anfänger im Dipterenstudium v/erden gewisse Stratiomyiden und Syrphiden 
miteinander verwechseln und auch erfahrene Dipterologen können nicht leugnen, 
dass die Aehnlichkeit von Stratiomys longitcomis und Microdon -Arten eine sehr 
grosse genannt werden muss. Es scheint mir diese Aehnlichkeit keine blosse 
Analogie zu sein; denn thatsächlich linden wir bei der Larva pupigera von Micro- 
don noch eine Art der Häutung zur Fliege, die an jene der orthorrhaphen Stratio- 
myiden streift, obwohl die Häutungen der Larvenstadien vorher schon ganz so 
verlaufen wie bei allen cyclorrhaphen Larven, nämlich vom Hinter ende 
nach vorne. Andererseits zeichnen sich die Stratiomyiden unter den Ortho- 
rrhaphen dadurch aus, dass sie sich, ähnlich wie die Cyelorrhaphen, innerhalb der 
persistenten Larvenhaut verpuppen. Es ist das ein Vorgang, der zwar auch bei 
einigen Cecidomyien und ebenso bei Meloiden-Käfern beobachtet wurde und an 
und für sich, ohne Rücksicht auf andere Momente, welche die Cyclorrhaphen aus- 
zeichnen, kein systematisches Merkmal abgeben könnte, der aber hier doch, der 
oben angeführten Momente wegen und besonders desshalb merkwürdig erscheint, 
weil die Imago von Microdon, nach normaler Berstung der dünnen Nymphenhaut, 
die äusserste Hülle, das ist die persistente Larvenhaut, die zur Tonne 
erhärtet ist, nicht in «Form von zwei Deckeln an einer präformirten hori- 
zontalen und verticalen Bogennaht sprengt, sondern in drei Deckel spaltet, 
zwei obere durch eine Sagittalnaht getrennte Deckel mit den vor- 
deren Stigmen und einen Unterdeckel, der die Mundtheile enthält. Diese 
Sagittalnaht zieht über die Thorakalringe der Larvenhaut, die nur hier mehr 
verkürzt sind, als bei Stratiomyiden. Wir können daher den natürlichen Ueber- 
gang zwischen Orthorrhaphen und Cyclorrhaphen in einer Form vermuthen, welche 
zwischen Stratiomyiden und Syrphiden stand und theilweise noch Spuren hinter- 
lassen hat. 



(Mbct dit T+rbindungsgliedtf iwisobra d. orthorrhftphan d. oyolorrtaphto Dlptortn etd '2 j • ) 

Was nun die Cyolorrhaphen betrifft, bo bestehen »Ii»' Unterschiede der 
Asi- b iien und Schizophoren hauptsächlich darin, dass erstere keine Stirn- 
blase leigen, sondern ihre Tonne durch Verlängerung des Peristoms 
Offnen (Untergesicht), das in der Nymphe ganz kurz and gefaltel erscheint, 
wählend die Schizophore ii ihren Kopf über den Fühlern aufblähen 

und ans einer die Fühler hufeisenförmig umziehenden Spalte eine 
mächtige Stirnblase heraustreiben. Eis gib! nun Cyclorrhaphen, bei denen die 
Spalte sehr knr/. ist und gerade nur die Fühlerwurzel umzieht und WO nur mehr 
ein Schritt zum Verschlusse übrig geblieben, das sind die Conopiden. Merk- 
würdiger Weise haben diese, nehst der ganzen Ähnlichkeit, den Fiihlerbau und 
die sogenannte Vena spuria im Flügel mit den Syrphiden gemein- 
sam; man vergleiche Ccria und Cotiopx. Auch das Nervensystem ist ähnlich. 

Es blieben somit nur noch die von Einigen als besondere Unterordnung 
betrachteten Pupiparen übrig und in dieser Richtung verweise ich auf die Beob- 
achtungen Portschinsky 's, nach welchen ein directer Uebergang von copro- 
phagen fifuscarieo zu Pupiparen noch heute gefunden wurde. 

Die Uebergänge sind daher: 

I. Orthorrhapha. 

1. Orthorrhapha iicmatocera. 

Rhyphidae. 
I 

2. Orthorrhapha braehycera. 

Leptidae. Tabanidae. 
\ 

Stratiomyidae. 
I 

II. C vclorrhapha. 

I 

L Cyclorrhapha aschiza. 

■ I 

Syrphidae. Hföcrodon, Ceria. 

' "'■ . 1 

2 . Cyclo rrh aph a ach izoph o ra . 

l*tt/ I 

a) Holometopa: Conops. 

I 

h) ScJuiotiietopa. MuscaruL 
c) Pupipara. 

Zur Verwandtschaft von Stratiomyiden und Syrphiden, ferner Dolichopoden 
und Empiden haben, ausser den Untersuchungen der Larven und Imagines von 
mir, auch die Untersuchungen der Mundtheile durch Herrn August Langhoffe r 
(Inaug.-Dissert, Jena, 1888) geführt, die mir nachträglich bekannt geworden sind. 



35* 



276 



Zur Abwehr! 

Bemerkungen zu Beauregard's „Insectes Vesicants". 

Von 

Prof. Dr. Friedrich Brauer. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Mai 1890.) 



Am Schlüsse seiner grossen Arbeit über die Vesicantien widmet Beau- 
regard einige Worte meiner in diesen Verhandlungen, Jahrg. 1887, S. 633 erschie- 
nenen Arbeit über die Verwandlang der Meloiden. Die Art und Weise, in welcher 
dieses geschieht, ist jedoch nicht geeignet, für die Wahrheitsliebe des Verfassers 
einzunehmen, indem er den Sinn meiner Arbeit derart entstellt, dass man der 
Meinung sein könnte, ich hätte vollkommen unrichtig gesehen oder nur abge- 
schrieben, während in der That meine Ansichten dieselben sind wie die des Herrn 
Beauregard, wovon sich jeder überzeugen kann, und ebenso der Natur ent- 
nommen sind. 

Was mich aber besonders veranlasst, öffentlich zu erwidern, ist, weil das 
Werk Beauregard's als ein Abschluss betrachtet werden kann, bis zu welchem 
die Beobachtungen geführt haben, und als Sammelwerk für alle Compilatoren 
dienen wird. Wenn in so einem Werke Jemandem eine unrichtige Angabe unter- 
schoben wird, oder wenn, wie sich der Verfasser es erlaubt hat, Jemand einfach 
als Compilator hingestellt wird, der es niemals war, so haftet dieser Stempel durch 
Generationen, und um so fester, je weniger er darauf erwidern kann. Möge sich 
daher Herr Beauregard gesagt sein lassen, dass ich mich nicht scheue, diese 
seine hochtrabende Kritik als eine ganz verwerfliche an das rechte Licht zu stellen. 

Beauregard scheint in der Meinung befangen, dass Alles, was ein Deutscher 
schreibt, schon falsch sein muss; denn er beginnt alle Sätze mit: Herr Brauer 
befindet sich im Irrthum, oder: Herr Brauer scheint ignorirt zu haben etc., 
und dann folgt seine Darstellung, die aber mit der des Herrn Brauer ganz 
identisch ist. Ich glaube, dass so ein Nonsens nur aus Mangel an Sprachkennt- 
niss zu erklären ist, und dass man endlich zur Einsicht kommen sollte, dass in 
der Wissenschaft ekie Sprache nicht ausreicht. Zu entschuldigen sind derartige 



Hein. 'i kimgcn zu Heaui epui <l's _ Insortos Vesirunts", 



277 



Unarten aber auf keine Weise, mögen sie uns was immer für einen Grund be- 
schönigt worden. 

Wenn Heauregard sagt, ich habe mich, wie es scheint, mehr von den 
Beschreibungen und mangelhaften Zeichnungen der Autoren bei der Eintheilung 
der Triunguliiii leiten lassen, weil ich Pilaris in ein.- besondere Gruppe stelle, 
mit Einer Klaue ohne seitliehe Hoisten, so ist das rollkommen unwahr. 
Erstens kenne ich die aufgeführten Tritdignlini fast alle, mit Ausschluss \,,n 
Sitaris, in natura, zweitens heissl es in meiner Arbeit bei der I. Gruppe: Larve 
mit Einer grossen Klaue, an welcher hintereinander am Grunde 
je eine klauenförmige Borste entspringt. Das entspricht der Ansieht 
von Riley (S. 639 meiner Abhandlung): Es existirt Eine Klaue mit zwei krum- 
men, klauenartigen Borsten am Grunde (Sitaris, Mylabris, Epicauta, Lytta). In 
Bezug auf diese Klauenbildung allein gehört Sitaris in eine Reihe mit den 
genannten Gattungen, im Uebrigen habe ich aber für Sitaris einen beson- 
deren Typus festgehalten, ganz wie Beauregard (S. 640, 1. Typus). 
Ebendort ist auch auf die unrichtige Angabe Fahre 's über die Klauen bei Sitaris 
aufmerksam gemacht. Die Bemerkung Beauregard's: „On y verra que l'ongle 
est aecompagne a sa base de deux soies courtes ils est vrai, mais parfaitement 
visibles", ist daher vollständig überflüssig. 

Was Beauregard von den Häutungsstadien sagt, ist eine ebensolche 
Verdrehung meiner Darstellung. Wenn er meint, ich hätte übersehen, dass die 
Pseudonympha bei Zonitis in einer Haut eingeschlossen sei, welche dem dritten 
(Stadium) der Larve entspricht und von diesem herzuleiten ist, so sagt er mit 
Ausnahme der Zahl des Stadiums (ich leite es vom zweiten ab) dasselbe, was ich 
gesagt habe und was mich zur Aufstellung der Larva oppressa (= Pseudo- 
nympha) veranlasste. Da nun in letzterer die Nymphe liegt, so ist die 
Pseudonympha das vierte Larvenstadium, respective bei mir das dritte Stadium. 

Ebenso ist der interessanten Triungulinus-F 'orm, welche zuerst Gerst- 
äcker beschrieben und abgebildet hat und welche seither auch bei uns gefunden 
wurde (siehe meine Arbeit, S. 641) viel zu wenig Beachtung geschenkt. Es hätte 
der Arbeit Beauregard's keinen Eintrag gethan, wenn er die Abbildung dieser 
Larve, die vorzüglich genannt werden muss, aus Gerstäcker gebracht hätte, da 
sie vielleicht zu Zonitis gehört (conf. S. 641 meiner Arbeit). Es wäre Beau- 
regard zu empfehlen, meine aufgestellten zwei Gruppen und vier Typen der 
Trinngulini anzunehmen, da sie ganz seinen eigenen entsprechen, aber dieselben 
noch durch die eben erwähnte Form ergänzen (3. Typus: Pseudomylabris Gerst.). 
Die Irrthümer, die mir Herr Beauregard vorwirft, existiren daher gar 
nicht und nur in dem einzigen Punkte sind unsere Ansichten ver- 
schieden, dass ich vier, jener sieben Häutungen angenommen hat; 
in dieser Hinsicht scheinen die Meloiden, wie aus S. 638 meiner Arbeit deutlich 
hervorgeht (conf. zweites und drittes Larvenstadium) sich verschieden zu verhalten 
und ist eine weitere Beobachtung nothwendig. 

Herr Beauregard nimmt vor der Pseudonymphe zwei madenartige Sta- 
dien an, während ich nur eines gefunden habe. Die Pseudonympha ist ja nur 



278 



Friedrich Brau 



Bemerkungen zu Beauregard'i 



„Insectes Vesicants" 



der Abschluss eines madenartigen Stadiums, indem die Haut der Larve stärker 
chitinisirt, geradeso wie die Tonne der Fliegenpuppe nur die Haut des letzten 
Larvenstadiums ist und kein besonderes Stadium. 

Ich habe mich zur Erklärung der merkwürdigen Vorgänge bei der Ent- 
wicklung der Meloiden auf den Standpunkt der Wissenschaft gestellt und jene 
mit den bei anderen Coleopteren beobachteten Vorgängen verglichen. Wenn 
Beauregard aber so von oben herunter meine Betrachtungen als rein theore- 
tische und meine Charakteristiken als compilatorische erklärt, so muss ich solche 
Ansichten zurückweisen und Herrn Beauregard empfehlen, meine Arbeiten 
besser zu studiren. Vor Allem aber lässt uns der Verfasser der Monographie im 
Stiche, wenn wir (p. 459) die dort aufgezählten Häutungen verstehen sollen. Nie- 
mals wird Beauregard beweisen können, dass die Haut der Pseudonympha 
keine Larvenhaut sei. In der Literatur ist auch meiner Arbeit aus dem Jahre 1879 
(Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, Bd. XXIX, Sitzungsber. vom 
4. Juni, S. 32) nicht gedacht. 

Ebenso wenig berücksichtigt Beauregard meine Bemerkungen über Hyper- 
metamorphose (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1869, S. 835) 
und den Vergleich mit der Verwandlung der Mantispiden, deren Larven ebenso 
wie bei den Meloiden theils in Eisäcke, theils in die Nester anderer Insecten ein- 
wandern. Andererseits hat er jedoch die Unterscheidung von Wachsthums- und 
Entwicklungsstadien, wie ich sie in meiner Arbeit (1887, S. 637) bei Hirmoneura 
unterschieden habe, auch für die Meloiden angenommen, jedoch nicht ohne zu 
bemerken, dass meine gleiche Ansicht, seiner gegenüber, ein Irrthum sei (!). 

Erwähnt hätten in der Literatur auch die Betrachtungen über die Ver- 
wandlung der Insecten im Sinne der Deseendenztheorie werden sollen (Verhandl. 
der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1868, S. 299 ff., I; 1878, S. 151, II). 

Mag Herr Beauregard entschuldigen, wenn wir durch solche Entstellun- 
gen das Vertrauen auf die Eichtigkeit der behaupteten sieben Häutungen verloren 
haben und die Bemerkung nicht unterdrücken können, dass eine Anzahl solcher 
Entstellungen von Beobachtungen Anderer die schöne Arbeit nur verunzieren. 



279 



Beiträge zur Flechtenflora Niederösterreichs. 

in. 

Von 

Dr. Alexander Zahlbruckner. 

( Vorgelegt in der Versammlung am 7. Mai 1S;)0.) 



Ich übergebe in Folgendem den dritten Beitrag zur Fleelitenflora Nii-dcr- 
österreichs der Öffentlichkeit, welcher zum grössten Theile die Resultate meiner 
liehenologischen Samnielthätigkcit enthält, ferner einzelne Arten, welche mir von 
befreundeter Seite gütigst zur Verfügung gestellt wurden. Indem ich in der Form 
mich auch diesmal meinen früheren Beiträgen ansehlicsse, möchte ich mir nur 
zu bemerken erlauben, dass ich im Laufe meiner liehenologischen Studien das 
von Th. M. Fries Vorgeschlagene Flechtensystem, als dasjenige, welches unsere 
Anschauungen über die Natur der Flechten berücksichtigend, der modernen Wissen- 
sehaft am meisten entspricht, aeeeptirte. Demgemäss schliesse ich mich in der 
Aufzählung, zumeist auch in Bezug auf Gattungen und Arten, eng der „Licheno- 
graphia Scandinavica", soweit dieselbe reicht, an; im Uebrigen aber befolgte 
ich die systematische Enumeratio der Flechten Scandinaviens, wie sie auf Grund- 
lage der Vorlesungen von Th. M. Fries von Blomberg und Forssell 1 ) aus- 
geführt wurde. 

I. Arcliilielienes Th. Fries. 

Fam. Cladoniaeei. 

Cladonia caespiticia Flk.. Clad. Comm., 1828, p. 8; Wainio, Monogr. Clad. 
univers., 1887, p. 458. Baeomyces caespiticius Pers. in Ust., Ann. Bot., 
VII, 1794, S. 155. 

Auf lehmigem Erdboden am Fusse des Jochgrabenberges bei Rekawinkel. 

Fam. Parmeliaeei. 

Cetraria pinastri E. Fries, Lichgr. Europ., 1831, p. 40. Liehen pinastri Scop., 
Flor. Carniol., 1760, p. 1387. 

') Enumerautur Plantae Scandinaviae : Lichenes von Blomberg und Forssell. Lund, 1880, 
8°, p. 57—112. 



280 



Alexander Zahlbruckner. 



Am Grunde alter Lärchenstämme auf den Höhen zwischen Eichgraben 
und Rekawinkel. 

So viel mir bekannt, der niedrigste Standort der Cetraria pinastri in 
Niederösterreich. Dass übrigens die Höhen zwischen Eichgraben 
und Eekawinkel einen subalpinen Charakter besitzen, geht auch aus 
dem Vorkommen obiger Flechte und demjenigen der Icmadophila 
aeruginosa Trevis. hervor, ausserdem durch das Vorhandensein 
anderer phanerogamischer subalpiner Gewächse. 
Parmelia olivacea var. prolixa Ach., Syn. meth. Lieh., 1803, p. 214; Tb. Fries, 
Lichgr. Scand., I, p. 122. 
f. fuliginosa Th. Fries, 1. c, p. 122 et 123. Parmelia fuliginosa Nyl. in Flora, 
1868, S. 346. 

An Ahornbäumen in den Wäldern um Kaltenleutgeben. 
Physcia stellaris var. aipolia Nyl., Lichgr. Scand., 1861, p. 111. Liehen aipolius 
Ach., Lichgr. Prodr., 1798, p. 112. 

* f. cercidia Th. Fries. Lichgr. Scand., I. 1871, p. 139. Parmelia aipolia 

ß. Parmelia cercidia Ach., Lichgr. univ., 1810, p. 478. 
Häufig an Eschen auf der Spitze des Anningers. 

Farn. Lecanoracei. 

Caloplaca pyracea Th. Fries, Lichgr. Scand., I, 1871, p. 178. Parmelia cerina 
C. pyracea Ach., Syn. meth. Lieh., 1803, p. 176. 
An Weissbuchen am Mitterberg bei Baden. 
Caloplaca ferruginea a. genuina Th. Fries, Lichgr. Scand., I, 1871, p. 182. 
Blastenia ferruginea a. genuina Kbr., Syst. Lieh. Germ., 1855, p. 184. 
An Rhododendron-St&mmcheii auf der Raxalpe, 1. v. Beck. 
Bisher war für Niederösterreich nur die steinbewohnende Form dieser 
Flechte bekannt. 

* Caloplaca (sect. Gyalolechia) luteoalba Th. Fries, Lichgr. Scand., I, 1871, p. 190. 
Liehen luteoalbus Turn, in Act. Soc. Linn. Lond., VII, 1804, p. 92. 

* var. lactea m. 

Callopisma luteoalbum var. lacteum Mass., Sched., 1856, p. 133. Gyalo- 
lechia lactea Arn. in Flora, 1884, p. 257. 

In der f. aestimabilis {Gyalolechia lactea f. aestimabilis Arn. in Flora, 

27 19 

1884, S. 257) — Apothecien dottergelb; Sporen Q _ 9 t u — an Kalk- 
steinen auf der niederen Gostritz bei Schottwien. 
Binodina exigua a. pyrina Th. Fries, Lichgr. Scand., I, 1871, p. 201. Liehen 
pyrinus Ach., Lichgr. Prodr., 1798, p. 52. 

* f. lecideoides Th. Fries, 1. c, p. 203. Lecanora sophodesv&r. lecideoides Nyl., 

Lichgr. Scand., 1861, p. 149. 

An Planken am Raachberg bei Gloggnitz. 
Lecanora (s. Placodium) lentigera Ach., Lichgr. univ., 1810, p. 423. Liehen 
lenügerus Web., Spicil., 1778, p. 192. 



IW'itnitf.' /in l'l. i ht . iill..t ;i Ni. d.'i..s|,Miri. li III 



281 



An Bandigen, steinigen Stellen in den Donauauen zwischen Lang- 
Enzersdorf und .Jcdlesee, 1. v. Deck. 
Lamioni (s. Pfoeoeüwm) fulgens Ach., Lichgr. wniv., 1810, ]>. 487. Liehen ful- 
gens Sw. in Nov. Act. Upsal., IV, 1794, p. 246. 
Mit der Vorigen. 

Lecanora atra Ach., Lichgr. univ., 1810, p. 344 pre ]>.; Th. Fries, Lichgr. 
Scand.. I. p. 237. Liehen ater Huds., Flor. Angl., 1778, p. 530. 

* f. paehgthallina Th. Fries, 1. c, p. 238. 

An Granitfelsen des Hochwechsels, 1. v. Beek. 

Eine durch die üppig entwickelte, bis 12 mm hohe Kruste, welche der 
Flechte ein ganz fremdes Aussehen verleiht, auffallende Form. 
Leccniora Hageni Krb., Par. Lieh., 1865, p. 80 (Ach., Lichgr. univ., p. 367 pro p.). 
Liehen Hageni Ach.. Lichgr. Prodi'., 1798. p. 57. 

In der Form mit dicht bereiften Apothecien, wie sie Massalongo 
unter Nr. 108 seiner Lieh. Ital. herausgab und von Körber, L c, 
als hieher gehörig angegeben, reichlich an Zäunen und an den 
Rinden der angrenzenden Ahornbäume am Raachberg bei Gloggnitz. 
*f. lithophila Krb., Syst. Lieh. Genn., 1855, p. 143; Krb., Par. lieh., p. 80. 
An Grenzsteinen auf der Türkenschanze bei Wien. 
Icmadophüa aeruginosa Trevis. in Mass., Ricerch. sull' auton., 1852, p. 26. 

Am Rande der Hohlwege auf den Berghöhen zwischen Eichgraben und 
Rekawinkel. 

Urceolaria scruposa rar. bryophila Ach., Syn. meth. Lieh., 1803, p. 148. 

* f. parasitica (So mm er f., Suppl., p. 100 pro p. et pro var.). Stictis licheni- 

cola Montg. et Fries in Ann. sc. nat., 1836, p. 281, Tab. XIII, Fig. 3. 
Auf dem Thallus der Cladonia pyxidata um Gutenstein. 
Pertasaria leioplaca Schaer., Spicil., 1823, p. 66. Porina leioplaca Ach. in Vet. 
Aiad. Handl, 1809, p. 159. 
var. tetraspora Th. Fries, Lichgr. Scand., I, 1871, p. 316. Pertusaria leio- 
placa Kbr., Par., p. 317. 

An der Rinde alter Tannen am Hochwaldberge unweit der Steinwand- 
klamm. 

Phh/ctis agclaea Krb., Syst. Lieh. Germ., 1855, p. 391. Th. Fries, Lichgr. Scand., 
I, 1871, p. 323 et 324. 

In sehr schönen Exemplaren an Linden auf der Spitze des Anningers, 
ferner an Tannen in den Waldungen zwischen Kaltenleutgeben und 
Sittendorf und an Ahornbäumen um Neulengbach. 
* Thelocarpon vicinellum Nyl. in Flora, 1885, p. 298; Arn., Lieh. Ausfl. in Tirol in 
Verhandl. der k.k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, Bd. XXXVII, 1887, S. 103. 
An feuchtem Sandstein am Sonntagberg. 

Die Diagnosen Nylander's reichen bekanntlich zur sicheren Erken- 
nung der Arten der Gattung Thelocarpon nicht aus. Da mir die 
authentischen Exemplare nur zweier steinbewohnenden Thelocarpa 
zur Untersuchung und Vergleichung vorlagen, konnte ich über obige 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 36 



282 



Alexander Zahlbruckner. 



Flechte nicht ins Klare kommen und Herr Dr. F. Arnold hatte 
die Güte, mir die Pflanze zu bestimmen. 
Zur Ergänzung der Diagnose füge ich Folgendes hinzu: 
Fruchtwarzen sehr klein, 0"3 — 0'5 mm im Durchmesser, kugelig, 
grünlich-gelb, an der Spitze nicht eingedrückt. Schlauchboden 
zart, gelblich. Schläuche cylindrisch, höchstens im obersten Theile 
etwas breiter und an der Spitze abgerundet ; durch Jod werden sie 
röthlichbraun gefärbt, mit einem schwachen Stich ins Blaue. Die 
Wandungen der Schläuche sind relativ dick. Sporen zu 42 — 48 in 
den Schläuchen, länglich, -t^ fi, meistens leicht gekrümmt, an beiden 
Enden abgerundet, mit 1 — 2 Oeltröpfchen. Paraphysen vorhan- 
den, schlaff, sehr zart, einfach oder gabelig getheilt, so lang als die 
Schläuche oder etwas länger. 
* Thelocarpon intermixtulum Nyl. in Flora, 1885, p. 42; Arnold, Lieh, exsicc. 
Nr. 1082. 

An herumliegenden Steinchen des Sonntagberges. 

Mein verehrter Freund, der hochw. Herr P. Pius Strasser entdeckte 
diese ebenso kleine als zierliche Flechte und gestattete mir in libe- 
ralster Weise die Veröffentlichung dieses Fundes. 



Farn. Leeideacei. 

Sphyridium byssoides Th. Fries, Lieh, aretoi, 1860, p. 177. Liehen byssoides L., 
Maut. I, 1767, p. 133. 
var. sessile Anzi, Lieh. rar. Langob. exsicc, Fase. XI, 1865, Nr. 423. Baeo- 
myces rufus var. sessüis Nyl., Synops., 1858, p. 176. 

Am Eande eines Hohlweges im Eichgraben nächst Eekawinkel. 
Bacidia rubella * var. porriginosa Arn. in Flora, 1871, S. 56 (pr. form.). Liehen 
porriginosus Turn, in Trans. Linn. Soc, VIII, 1807, p. 94. 

An der Einde von Ahornbäumen in der „Schwarzlacke" nächst Eeka- 
winkel. 

Bacidia fuscorubella a. polychroa Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 1874, p. 346. 
Verrucaria fuscorubella Hoffm., Deutschi. Fl., II, 1795, p. 175. Biatora 
polychroa Th. Fries in Vet, Akad. Handl., 1855, p. 17. 

Eeichlich an der Einde der Ahornbäume im „Langen Thale" am hohen 
Lindkogel bei Baden. 
Bacidia herbarum Arn. in Flora, 1865, S. 596; Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 
p. 349. Secoliga herbarum Hepp in Stizbgr., Krit. Bern., 1863, p. 46, 
Tab. II, Fig. 20; Mycobacidia herbarum Eehm in Eabenh., Krypto- 
gamenfl., I, 3, 1890, p. 296. 

Auf absterbenden Pflanzenresten am „Edelstein" nächst dem Bahnhofe 
von Gutenstein und unweit dieses Standortes in einer f. lignicola m . 
mit zusammenhängendem dunkleren Lager und etwas dunkleren 
Apotbecien, doch im Fruchtbaue vollständig mit der typischen 



|li<itriip< zur Flichti'nlloni Xiodoriistorn'irlis. [II 



Pflanzt», wie in Arnold, Kxsice. Nr. 2'MI herausgegeben tat, 
ftbe rein stimmend, an bearbeitetem Bolze reichlich regetirend. 
Wenngleich einzelne A.potheoien der von mir gefundenen mobebewoh- 
oenden Form obiger Blechte oH scheinbar ohne 'Phallus < i * - 1 ■ Unter- 
lage anfsassi'n, was ja auch bei den übrigen moosbewöhnenden 
Liohenen gar nicht s<> selten ist. so zeigten dooh andere Theile der 
Flechte, namcntlieh dort, wo die Flechte sich mehr in den Vor 
tiefungen und Höhlungen der Cnterlage entwickelte, einen deutlichen 
körnigen, lieht- bis grünlichgrauen Thallns. Bei der holzbewohnen- 
den Form fand ich das Lager relativ sehr Üppig entwickelt, dunkler 
als über den Moosen — was vielleicht von dem mehr sonnigen Stand- 
orte herrührt — und die Apothecien constant diesem 'Phallus auf- 
sitzend. Ein Schnitt durch die holzbewohnende Form gibt unter 
dem Mikroskope folgendes Bild : Zu unterst liegen die histologischen 
Elemente der Unterlage (Coniferenholz), darüber, namentlich in dem 
unmittelbar unterhalb der Apothecien liegenden Theile, kleine, in- 
einander übergehende Häufchen freudiggrüner Gonidien, allenthalben 
umgeben und umsponnen von einem dichten Gewebe der ausser- 
ordentlich zarten Hyphen; dieses Hyphengewebe geht dann ent- 
weder direct (mit Uebergängen in der Farbennuance) in das braune 
Keimlager über oder es bildet, indem die Hyphen sich dunkler 
färben und dichter verflechten, den dunkleren peripheren Theil des 
Flechtenlagers. Ganz ähnlich sind auch die Verhältnisse des Lagers 
der von mir gefundenen moosbe wohnenden Form, nur dass der 
Thallus im Allgemeinen von geringerer Dicke ist und oft scheinbar 
gänzlich fehlt. Das ausgeprägte Vorhandensein eines Lagers und der 
innige Zusammenhang desselben mit den darauf sitzenden Apothe- 
cien, sowie die Uebergänge zu scheinbar lagerlosen Apothecien an 
einem Exemplare lassen es mir keinen Augenblick als zweifelhaft 
erscheinen, dass die Bacidia herbarum Arn. auch fernerhin bei den 
Flechten unterzubringen und aus der Rehm "sehen Pilzgattung 
„Mycobacidia" zu streichen sei. 

* Bacidia inundata Krb., Syst. Lieh. Germ., 1855, p. 187; Th. Fries, Lichgr. 

Scand., II, p. 350. Biatora inundata E. Fries in Vet. Akad. Handl., 1822. 
p. 270. 

An feuchten Kalksteinen in den Wäldern des Hochwaldberges bei Guten- 
stein und im „Langen Thale" am hohen Lindkogel bei Baden. 
Bacidia atrosanguinea ß. muscorum Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 1874, p. 354; 
Liehen muscorum Sw., Meth. Muse, 1781, p. 36. 
Ueber Moos im Kalkgraben bei Baden. 

* Bacidia Friesiana Kbr., Par. Lieh., 1865, p. 133. Th. Fries, Lichgr. Scand., 

IL p. 357. Biatora Friesiana Hepp, Fl. Europ., Bd. V, 1857, Nr. 288. 
An der Rinde eines Ahornbaumes im „Langen Thale" am hohen Lind- 
kogel bei Baden. 

36* 



284 



Alexander Zahlbruckm 



* Bacidia vermifera Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 1874, p. 363. Lecidea vermifera 

Nyl. in Bot. Notis., 1853, p. 98; Scoliciosporum lecideoides Hazsl. in Kbr., 
Par. Lieh., 1865, p. 241. 

An Buchenrinde bei Anzbach nächst Rekawinkel. 
BiUmbia sphaeroides Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 1874, p. 369. Liehen sphae- 
roides Dicks., PI. Cryptg., I, 1785, p. 9. 

Ueber Moos in den feuchten Gräben am „Hart" bei Neulengbach. 
Die in Beck's „Uebersicht d. bisher bek. Kryptog. Niederösterr. M 
(Verband! der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1887, S. 336) 
citirte BiUmbia sphaeroides (Smf.) ist mit der obigen nicht identisch, 
sondern ist ein Synonym für BiUmbia hypnophila (Ach.) Th. Fries. 
Die echte BiUmbia sphaeroides (Dicks.) Th. Fries wurde in Nieder- 
österreich noch am Sonntagberge bei Waidhof en a. d. Ybbs gefunden. *) 
BiUmbia hypnophila Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 1874, p. 373. Lecidea hypno- 
phila Ach., Lichgr. univ., 1810, p. 199. 
f. atrior Th. Fries, 1. c, p. 375. Lecidea sabuletorum f. atrior Stizbgr., Lee. 
sab. u. d. ihr verwandt. Flechtenarten, 1867, S. 31. 
Ueber Moos im Kalkgraben bei Baden. 
BiUmbia Naegelii Anzi, Lieh. rar. Venet. exsicc., Fase, II, 1863, Nr. 58. Biatora 
Naegelii Hepp., Fl. Europ., I, 1853, Nr. 19. 

An den Zweigen von Cornus mos um Gutenstein in der Form mit 
grauem Lager. 

BiUmbia milliaria var. trisepta Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 1874, p. 382. Bia- 
tora trisepta Naeg. in Müll. Arg., Princ, 1862, p. 60. BiUmbia trisepta 
Kbr., Par. Lieh., 1865, p. 170. 

* f. livida Kbr., 1. c., p. 171. 

An Föhrenstrünken am „Hart" bei Neulengbach. 

* BiUmbia melaena Arn. in Flora, 1865, S. 596. Lecidea melaena Nyl. in Bot. 

Notis., 1853, p. 182. 

Auf abgestorbenem, morschem Holze, zum Theile Moos überziehend am 
Nebelstein, 1. v. Beck. 

* BiUmbia effusa Auersw. in Rabenh., Exsicc. Nr. 32 (1855); Th. Fries, Lichgr. 

Scand., II, p. 386. 

An der Einde eines alten Stammes von Cornus mos bei der „Krainer- 
hütte" im Helenenthale bei Baden. 
Biatorella (sect. Sarcogyne) simplex Br. et Rostr., Dan., 1869, p. 115. Liehen 
simplex Dav. in Trans. Linn. Soc., II, 1794, p. 283. 

An Sandstein in den feuchten Gräben des „Hart" bei Neulengbach. 

* Lecidea (sect. Biatora) sylvana Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 1874, p. 430. 

Biatora sylvana Kbr., Syst. Lieh. Germ., 1855, p. 200. 

* var. tenebricosa m. 



l ) P. Pius Strasser: Zur Flechtenflora Niederösterreichs (Verhandl. der k. k. zool.-botan. 
Gesellsch. in Wien, Bd. XXXIX, S. 369). 



Hoitriigo zur l'lrolitiMi tli»rn Nie.loiosti.ncirhs. MF. 



285 



Syn.: Lecidea tenebricom Ach., Lichgr. univ., 1810, p. 382. Lecidea minuta 
N\l. in Flora. 1803, S. 78; Lecidea meiocarpa Nyl. in Flora, 1876,8.577. 
An trockenem Tannenholz im Walde am „Hart" bei Neulengbach. 
heeiäta (sect. Biatora) lithinella Nyl. in Flora, 1880, S. 390; Biatora syhana 
Arn. in Flora, 188'J. S. 139. Syn.: Lecidea )ii< iocarpoides Nyl. in Flora, 
U82, 8. 362. 

An heromliegenden Steinohen im Walde auf der „Hochramalm" bei 
Gablitz. 

Liest in;m die Originaldiagnosen Nylander's, so findet man, <l;i^< sich 
dieselben für Lecidea lithinella und Lecidea ineiocarpoides wörtlich 
fast vollständig decken. Als einziger Unterschied wird für die erstere 
das Hypothecium als „suboch racco-lutesccns" , für letztere als „sub- 
fla*68CM8 u bezeichnet, ein Merkmal, auf welches auch Arnold 
(Flora, 1882, 8. 139) zur Trennung beider Arten Gewicht legt. Die 
von mir am obigen Standorte gefundenen Exemplare verhalten sich 
mm in Bezug auf die Färbung des Hypotheciums, soweit es voll- 
kommen ausgebildete Früchte betrifft, intermediär; der Keimboden 
ist weder so hell wie bei Lecidea me iocarpoides, noch so dunkel als 
bei Lecidea lithinella. Ich glaube mit Rücksicht auf diese die 
Mitte haltenden Formen, sowie in Anbetracht des (Jmstandes, dass 
Nuancirungen ein und derselben Grundfarbe des Keimbodens eine 
speeifische Trennung nicht rechtfertigen, Lecidea lithinella und 
Lecidea ineiocarpoides mit Recht in eine Art zusammenziehen zu 
können. Bei dieser Umgrenzung der Species lassen sich dann allen- 
falls Exemplare mit bleichen Früchten und sehr lichtem Keimboden 
als f. ineiocarpoides unterscheiden. 
Lecidea (sect. Biatora) fusca var. «. sangnineatra Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 
1874, p. 435. 

Ueber Moos am hohen Lindkogel bei Baden. 
Lecidea (sect. Biatora) coaretata Nyl., Prodr., 1857, p. 112. Liehen coaretatus 
Sm. in Engl. Bot,. VIII. 1799, Tab. 534. 
var. clachista Th. Fries, Lieh, aretoi, 1860, p. 190. Parinelia elachista Ach., 
Syn. meth. Lieh., 1803, p. 159, Tab. IV, Fig. 4. 

Auf lehmigem Erdboden in der „Paunzen" bei Purkersdorf. 
Lecidea (sect. Biatora) idiginosa Ach., Syn. meth. Lieh., 1803, p. 43. Liehen 
üliginosus Sehrad., Spicil., 1793, p. 88. 

Auf der Erde an sonnigen Berglehnen um Kranichberg bei Gloggnitz. 
Lecidea elaeochroma Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 1874, p. 542. 
var. atrosanguinea m. 

Biatora goniophila ß. atrosanguinea Hepp., Fl. Europ., V, 1857, Nr. 252. Leci- 
dea immersa 6. atrosanguinea Schaer., Enum. Lieh. Europ., p. 127. 
Häufig an Kalkfelsen in der Voralpenregion. 

var. muscorum Th. Fries, 1. c, p. 545. Liehen muscorum Wulf, in Jacq., 
CoU. IV, 179Ö, p. 232. 



286 Alexander Zahlbr uckner. 

Ueber abgestorbenen Alpenpflanzen und über Moos in der Alpenregion 
der Kaxalpe, 1. v. Beck, 
var. flavicans Th. Fries, 1. c., p. 544. Lecidea anomala y. flavicans Ach., 

Syn., 1814, p. 139. Lecidella olivacea Kbr., Par. Lieh., p. 217. 
* f. geographica m. 

Lecidea enteroleuca y. geographica Bagl. in Mem. Acad. Torino, 2.ser., T. XVII, 
1856, p. 421. 

An Eschen um Laab, 1. v. Beck. 

* Catillaria (sect. Biatorina) atropmpurea Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 1874, 

p. 656. Lecidea sphaeroides ß. atropurpurea Schaer., Spicil., 1833, p. 165. 
An Hirnschnitten von Fagus im Walde oberhalb der Kirche von Kalten- 
leutgeben. 

Buellia myriocarpa Mudd., Brit., 1861, p. 217. Lecidea myriocarpa Nyl., Lichgr. 
Scand., p. 237. 

Als * f. stigmatea (Buellia stigmatea Kbr., Syst. Lieh. Germ., 1855, 
p. 226) an Sandstein in den Wäldern am Sonntagberg. 
ß. chloropolia Th. Fries, Lichgr. Scand., II, 1874, p. 595. Lecidea chloropolia 
Th. Fries, S. Veg. Scand., I, 1846, p. 115. 

An alten Tannen am Hochwaldberg unweit der Steinwandklanim. 

* Buellia argillacea Stein in Jahrber. der Schles. Gesellsch. f. vaterl. Cult., 

Sitzber. d. bot. Sect., 1888, S. 14. Liehen argillaceus Bellardi, App. Fl. 
Pedem.; Ust,, N. Ann. d. Bot,, Stück XV, S. 88 (Ach., Syn. meth. Lieh., 
1803, p. 51). Lecidea argillacea Ach., Syn. meth. Lieh., 1803. p. 51. Buellia 
scabrosa Kbr., Syst. Lieh. Germ., 1855, p. 227. 

Parasitisch auf der Kruste von Sphyridium byssoides am Sonntagberg. 

* Bhizocarpon lotum Stizbgr. in Bausch, Uebers. d. Flecht, Bad., 1869, S. 152. 

An Sandsteinblöcken an dem Eande des Baches am Fusse des Joch- 
grabenberges bei Rekawinkel. 

Mikroskopische Untersuchungen der Original-Exemplare, welche Herr 
Dr. E. Stizenb erger zum Vergleiche mir in gütiger Weise sendete, 
lassen keinen Zweifel über die Identität der von mir gefundenen 
Flechte mit den Originalspecies aufkommen. Das Vorkommen dieser 
Flechte in Niederösterreich ist von Interesse, da diese Flechte meines 
Wissens bisher nur von einem einzigen Standorte (am Merkur in 
Baden) bekannt ist. 

Farn. Caliciaeei. 

Calicium salicinum Pers. in Ust., N. Ann. d. Bot,, Stück VII, 1794, p. 20, Tab. III, 
Fig. 3; Stein, Flecht. Schles., p. 303. Calicium trachelinum Ach. in Vet, 
Akad. Handl, 1816, p. 272, Tab. VIII, Fig. 7. 

An der Rinde alter Tannen am Hochwaldberge unweit der Steinwandklamm. 
Calicium trabinellum Ach., Meth. Lieh., Suppl., 1803, p. 15; Mass., Ricerch. sulT 
auton., p. 153. Calicium xylonellum ß. trabinellum Ach., Meth., 1803, p. 93. 
Auf altem morschen Holz am Hochwaldberg unweit der Stein wandklamm. 



Moitni^o zur l'lochtonlloru N ii'tlci !>• tcnvii-lis. III. 



287 



1 Ch(u >tot/i<t <t tridMia Th. Fries, Lieh, arctoi, 1800, p. 251. (hilu inm Irichinlr 
Ach., Lichgr. uiiiv.. 1810, |>. 2l:i. 

Am Grande alter Föhren bei Neulengbach; am Itaaehberge hei ( Jloggnitz. 
* f. filiformis Th. Fries, 1. c. Calicium trieft ialc 1". filiforme Schnei*., Enum. 
Lieh, emrop., 1850. |». 172. 

An der Rinde alter Tannen am Hoehwaldberge unweit der Steinwand- 
klainin bei Gutenstein. 

Fam. Endoearponacei. 

* Dermatocarpon cinereum Th. Fries, Lieh, arctoi. 1860, p. 25G. Endocarpon 

cinercum Pers. in Ust, N. Ann. d. Bot., I, 1794, p. 28; Garovaglio in 
Mem. Istut. Lornb, XII, 1873, p. 277, Tab. IV, Fig. I. 1 ) 
Auf kalkhaltigem Boden der Kaxalpe, 1. v. Beck. 

* Tftrombium epigacum Wallr., Flora Germ., III, 1831, p. 294. Mass., Ricerch. 

sulT auton., p. 150, Fig. 303. 

Auf lehmigem Erdboden in der „Paunzen" bei Purkersdorf. 

* Thelidium umbrosum Krb., Par. lieh., 1865, p. 249; Amphoridium umbrosum 

Mass., Symm. lieh., 1855, p. 80. 

An Kalkfelsen bei den Mirafällen nächst Gutenstein. 

* Thelidium parvulum Arn. in Flora, 1882, S. 142, Tab. VIII, Fig. 6 und Flora, 

1885, S. 151. — Arnold, Exsicc. Nr. 390! 

An Sandstein in feuchten Gräben des „Hart" bei Neulengbach. 

Bezüglich der Septirung der Sporen kann ich Arnold 's Angaben voll- 
inhaltlich bestätigen ; sie sind bald einfach, bald durch drei Scheide- 
wände septirt, Als Durchschnittsgrösse der Sporen meiner Flechte 
fand ich die Dimensionen 28X11^- Ich halte diese Flechte für 
eine gute Art, gekennzeichnet durch die kleinen Apothecien und durch 
die Septirung der Sporen. 

* Verrucaria aneeps Arn. in Flora, 1858, S. 538; 1885, S. 78; Krb., Par. lieh., 

p. 378. Verrucaria fuscata Arn. in Flora, 1858, S. 538. 

An Sandstein in feuchten Gräben am „Hart" bei Neulengbach. 
Verrucaria margacea var. * aethiobola Nyl., Lichgr. Scand., 1861, p. 272. Verru- 
caria aethiobola Wahlsbg. in Ach., Syn. meth. Lieh., Suppl., 1803, p. 17. 
An feuchten Kalkplatten im „Langen Thale" am hohen Lindkogel bei 
Baden. 

IL Sclerolichenes Th. Fries. 
Fam. Gyalectaeei. 

Gyalecta (sect. Biatorinopsis) diluta Blomb. et Forss., Enum. pl. Scandin., 1880, 
p. 101. Peziza diluta Pers., Syn. fungor., 1801, p. 668. 



l ) Ich möchte an dieser Stelle auf die so oft übersehene, sorgfältig gearbeitete Publication 
Garovaglio 's : r De Lichenibus Endocarpeis Mediae Europaeae, Galliae, Germaniae, Helvetiae, nec 
non totius Italiae" (Mem. Istnt. Lomb., XII, 1873, p. 256—299; 4 Taf.) hinweisen. 



288 



Alexander Zahlbruckner. 



Am Grunde alter Lärchenbäume in den Waldungen zwischen Eich- 
graben und Jochgrabenberg bei Rekawinkel; an Föhren um Neu- 
lengbach. 

* Gyalecta (sect. Biatorinopsis) moäesta m. 

Lecidea moäesta Stizbgr., Lieh. Helv. in Jahresber. d. St. Gall. naturw. Ges., 
1880—1881, S. 413. 

An herumliegenden Steinchen im Walde auf der „Hochramalm" bei 
Purkersdorf. 

* Gyalecta (sect. Secoliga) thelotremoides Blomb. et Forss., Enum. pl. Scand., 

1880, p. 101. Lecidea thelotremoides Nyl., Prodr., 1857, p. 102. Patellaria 
gyalectoides Hepp., Fl. Europ., XI, 1860, Nr. 369. 

An feuchten Kalkfelsen in der Steinwandklamm bei Gutenstein. 
Gyalecta (sect. JEugyalecta) truncigena Hepp., Fl. Europ., 1, 1853, Nr. 27. Gyalecta 
Wählender giana ß. Gyalecta truncigena Ach., Lichgr. univ., 1810, p. 152. 
In Niederösterreich gar nicht selten, bisher wohl nur übersehen. Ich 
besitze die Flechte von folgenden Standorten : An Apfelbäumen am 
Auberge bei Sieghartskirchen, 1. Dr. G. v. Beck; an alten Stämmen 
von Cornus mas bei der Krainerhütte im Helenenthale ; an Ahorn- 
bäumen um Gutenstein; ferner an Birnbäumen von Randegg, 1. 
Poetsch (cf. Strasser in Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. 
in Wien, Bd. XXXIX, 1889, S. 359). 

* Jonaspis melanocarpa Arn. in Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 

Bd. XXXVII, 1887, S. 134. Hymenelia Prevostii ß. melanocarpa Krplhbr.. 
Lich.-Fl. Bayerns, 1861, S. 167. 

An Kalkfelsen in der Alpenregion des Schneeberges, 1. Dr. G. v. Beck. 

Farn. G-raphidaeei. 

Opegraplia (sect. Lecanactis) abietina Blomb. et Forss., Enum. Lieh. Scand., 1880, 
p. 102. Lecidea abietina Ach., Lichgr. univ., 1810, p. 188. 

Am Grunde alter Buchen bei Purkersdorf in der Pycniden tragenden 
Form (= Pyrenothea leueoeephala Fr.). 
Opegraplia varia * f. signata E. Fries, Lichgr. Europ., 1831, p. 365. Opegrapha 
signata Ach., Lichgr. univ., 1840, p. 261. 

An der Rinde eines Ahornbaumes nächst Weidlingau. 
Arthonia lurida Ach., Lichgr. univ., 1810, p. 143; Nyl., Lichgr. Scand., p. 258. 
An Tannenrinde um Anzbach bei Neulengbach. 

* Arthonia gregaria Blomb. et Forss., Enum. pl. Scand., 1880, p. 103. Sphaeria 

gregaria Weig., Observ. bot., 1772, p. 43. 
* var. affinis Anzi in Lieh. rar. Venet. exsicc, Fase. III, 1863, Nr. 89. Conio- 
carpon affine Mass., Mem. lichgr., 1853, p. 116. 

An der Rinde eines Ahornbaumes im Kalkgraben bei Baden. 

Sporen obigen Exemplares 14 ~~ 18 /a. 



IS.mIimko /.m VI . litt i.ll.uM Nn-iliT...strrrrirlis. III. 



Kam. Pyronulacei. 

Segestria chlorotica Th. Fries, Gener. Heterolioh., 1861, p. 100. Vcrrucaria 
chlofotica Ach.. Liohgr, univ., 1810, p, 94. 

An Glimmerschiefer am Wege von Kranichberg nach Raach sehr häufig. 
An noch nicht Apothecien tragenden Theilen des Lagers fand ich in 
grosser Menge I'ycniden. dieselben sind schwarz, oben etwas ab- 
geflacht nnd fein durchbohrt. Sterignien zumeist einseitswendig 
einfach oder wiederliolt verzweigt; Pycnoconidieii kurz-stäbchen- 
förmig bis walzlieh, 3 — 4« hing, unseptirt. (Vgl. diesbezüglich auch 
Lindsay, Mein. Spermog. and Pycn., p. 288.) 
* f. carpinca Blomb. et Forss., Enum. pl. Scand.. 1880, p. 105. Vcrrucaria 
carpinca Pers. in Ach., Syn. meth. Lieh., 1803, p. 120. 
An Ahornrinde im Kalkgraben bei Baden. 

* Acrocordia gemmata Kbr., Syst. Lieh. Germ., 1855, p. 356. Vcrrucaria gemmata 

Ach.. Syn. meth. Lieh., 1803, p. 120. 

An der Binde alter Eichen um Kaltenleutgeben. 

* Acrocordia tersa Kbr., Syst. Lieh. Genn., 1855, p. 356. 

An der Kinde der Ahornbäume in der „Schwarzlacken" bei Rekawinkel. 

* Arthopyrenia stenopsora Kbr., Syst. Lieh. Germ., 1865, p. 394. 

An Birkenrinde am Jochgrabenberge bei Rekawinkel in Gesellschaft 
der Lcptorhaphis oxyspora Kbr. 

III. Phycolichenes. 

Farn. Collemacei. 

Collema pidposum Ach., Lichgr. univ., 1810, p. 632. Liehen pulposus Bernh. in 
Schrad., Journ. f. d. Bot., I, 1799, S. 7. 

Auf lehmigem Boden zwischen Moos am Bisamberge. 
Collema auriculatum Hoffm., Deutschi. Fl., II, 1795, p. 98; Nyl., Synops., p. 106. 
Liehen granosus Wulf, in Jacq., Coli. III., 1796, p. 131, Tab. X, Fig. 2. 
An feuchten Kalkfelsen in der Steinwandklamm bei Gutenstein reichlich 
fruetifieirend. 

Auffallend und so viel mir bekannt nirgends ausführlicher beschrieben 
ist die Subhymenialschichte dieser Flechte. Unterhalb der Apothecien 
geht das Lager, oder besser gesagt die Hyphen desselben in ein 
grossmaschiges Netz über, welches in seinem anatomischen Baue 
dasselbe Verhalten zeigt, wie die pseudoparenehymatische Rinden- 
schichte der zunächst stehenden Gattung Leptogium Fr. Diese 
Maschen, von polygonaler Gestalt im Durchschnitte, liegen in vier- 
bis sechsfacher Lage übereinander und sind dicht mit Luft erfüllt, 
so dass sie an Schnitten unter dem Mikroskope erst nach Behandlung 
mit Alkohol deutlich sichtbar werden. Indem die Maschen in der 
Richtung gegen die Oberfläche des Lagers rasch äusserst eng und 
klein werden, gehen sie in die eigentliche Keimschichte über. Diese 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 37 



290 Alexander Zahlbruckner. Beiträge zur Flechtenflora Niederösterreichs. III. 



obere Keimschichte weicht in keiner Weise von dem typischen Bau 
dieser Schichte ab, sie ist ein dichtes (bei unserer Flechte gelbliches) 
Gewebe von Hyphen, deren Verlauf sich nicht mehr verfolgen lässt. 
Diese Verhältnisse fand ich constant für folgende Exemplare des 
Collema auriculatum : Wulfen'sches Original-Exemplar (Herb. Vin- 
dob.); Hepp, Fl. Europ., Nr. 648; Lojka, Lieh. Hungar. ; Mass., 
Lieh. Ital., Nr. 215 und an noch mehreren, von verschiedenen 
Sammlern herrührenden Exemplaren im Herbare der botanischen 
Abtheilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. Anders verhält 
sich die Sache bei Collema furvum Ach., welche obiger Flechte zu- 
nächst steht und mit ihr oft verwechselt wird. Hier ist die Keim- 
schichte eine einfache, anatomisch gleichmässig gebaute Schichte, 
höchstens ihrem Farbentone nach in eine hellere und eine dunklere 
Lage getrennt. Ich sehe demnach in dem Bau der Subhymenial- 
schichte bei Collema auriculatum, ein gutes Merkmal zur sicheren 
Erkennung dieser Art und ein gutes Unterscheidungsmerkmal von 
dem habituell so ähnlichen Collema furvum. 

In seiner Bearbeitung der Flechten in Cohn 's „Kryptogamenflora von 
Schlesien" sagt Stein in Bezug auf die Färbung des Lagers durch 
Jod von dem Collema furvum, dass „an feinen Schnitten sich bei 
der Anfeuchtung mit Jodtinctur eine blutrothe Färbung einzelner 
Flecken oder Striche zeige, welche bei der Benetzung mit Wasser 
verschwinden" und ferner, dass „Jod die Querschnitte des Lagers 
von Collema auriculatum. sofort und dauernd blutroth färbe". 
Dieser Passus kann in dieser Fassung bei dem Umstände, dass in 
Bezug auf Trennung der Flechtenspecies von mancher Seite auch 
heute noch auf chemische Beactionen — und zwar in ganz un- 
berechtigter Weise — ein zu grosses Gewicht gelegt wird, leicht zu 
einem Irrthume Anlass geben, worauf ich umso mehr hinweisen 
möchte, da auch die durch Jod hervorgerufene Eothfärbung der 
Gallertmasse des Flechtenlagers von Collema auriculatum insoferne 
keine dauernde ist, als sie bei dem Benetzen und Waschen mit 
Wasser alsbald verschwindet. 

Die in reichlicher Menge entwickelten Sporen der von mir in der Stein- 
wandklamm gefundenen Exemplare fand ich stets beiderseits zu- 

., , 26— 29 

gespitzt; j^gfi. 

Collema Vespertilio Hoffm., Plant. Lieh., II, 1784, p. 48, Tab. XXXVII, Fig. 2—3. 
Liehen Vespertilio Lightf., Flor. Scot., 1777, p. 840. 

An Bäumen der Chaussee von Lunz zum Bergwerk, 1. M. Heeg. 
* Leptogium tenuissimum Kbr., Syst. Lieh. Germ., 1855, p. 419. Liehen tenuissimus 
Dicks., Fase. pl. cryptog. Britt., I, 1875, p. 12, Tab. XII, Fig. a. Collema 
tenuissimum Ach., Lichgr. univ., 1810, p. 659. 

Auf humösem Erdboden am „Edelstein" nächst dem Bahnhofe von 
Gutenstein. 

IY. Gloelichenes Th. Fries. 

Farn. Omphalariacei. 

Psorotichia ArnoldianaWov., Par. Lieh., 1865, p. 434; Forss., Gloeolich., 1885, 
p. 19. Physma Arnoldiana Hepp. in litt, ad Arnold (1857). 
Auf Sandstein in den Gräben des „Hart" bei Neulengbach. 



291 



Beitrag zur Flora von Kreta. 

Von 

Dr. Franz Ostermeyer. 



(Vorgelegt in der Versuuiuilung aui 4. Juni 18«J0.) 



Der durch seine böhmischen Excursionen nach den jonischen Inseln Korfu, 
Eephalonia, Ithaca, Sta. Maina. Zaute und Kerigo bekannte, im Jahre 1883 ver- 
storbene Botaniker G. C. Spreitzenhofer hat als letzte bedeutendere Excursion 
im Sommer des Jahres 1882 eine Reise nach Kreta unternommen. 

Die botanische Ausbeute dieser Excursion kam ebenso wie das Herbarium 
des Vorgenannten durch Vermächtniss in den Besitz der k. k. zoologisch-botani- 
schen Gesellschaft in Wien, wo sie in dem im Gesellschaftslocale separat aufge- 
stellten Herbarium Spreitzenhofer Aufbewahrung fand. 

Spreitzenhofer, welcher durch lange Jahre mit dem ersten Kenner der 
Flora Griechenlands, Herrn Director Dr. Theodor v. Heldreich in Athen im 
persönlichen und brieflichen Verkehre stand, hat noch bei seinen Lebzeiten die 
von ihm auf Kreta gesammelten Pflanzen dem letztgenannten Herrn zur Bestim- 
mung übermittelt und wurden diese Pflanzen auch ausserdem von Herrn Dr. v. 
Heldreich anlässlich seines vor mehreren Jahren stattgehabten Besuches in 
Wien einer nochmaligen Revision unterzogen. 

Spreitzenhofer's Excursion auf Kreta beschränkte sich auf einen Besuch 
des westlichsten Theiles der Insel, welchen er von Norden von der Bucht von 
Khania bis Süden, nämlich der Bucht von Hagia Roumeli, durchquerte. 

Seine Reiseroute war die nachstehende : 

Am 8. Juli 1882 verliess Spreitzenhofer mit dem Lloyddampfer „Juno" 
den Pyräus und kam am 17. Juli Vormittags mit dem griechischen Dampfer 
r Panhellenion" in Khania an. 

Am 19. Juli reiste er von Khania südöstlich längs der Bai von Soudha nach 
Kalyves, von hier südlich nach Vamos. sodann nach Askyphos (668 m), 12 Stunden 
Reisezeit. 

Am 20. Juli botanisirte er in der Umgegend von Askyphos und den west- 
lich davon gelegenen Bergen. Am 20. Juli Nachmittags wurde ein Ausflug nach 

Z. P». Ges. P>. XL. Abh. 38 



292 



Franz Ostermeyer. 



dem südwestlich von Askyphos gelegenen Nipros und in die bei Nipros begin- 
nende Felsschlucht unternommen und nach Askyphos zurückgekehrt. 

Am 21. und 22. Juli besuchte Spreitzenhofer das von Askyphos west- 
lich gelegene Gebirge Hagios Theodoros (Erhebungen über 2000 m) und den in 
diesem Gebirge gelegenen Kraterkessel Mavrous Lakkous, bivouakirte im Freien 
und reiste südöstlich nach dem 584 m hoch gelegenem Orte Anopolis. 

Am 23. Juli wurde in Anopolis East gehalten und in der Umgebung des 
Ortes botanisirt. 

Am 24. Juli wurde von Anopolis südwestlich am Castell Loutro vorbei zur 
Ausmündung der Schlucht von Aradena gegen die Meeresküste abgestiegen, diese 
Schlucht besucht, und längs der Küste über Hagios Paulos zur Marina nach 
Hagia Roumeli gewandert. 

Am 25. Juli besuchte Spreitzenhofer die Marina von Hagia Roumeli, 
sowie den Ort selbst und marschirte im Thale circa zwei Stunden aufwärts in 
der Richtung gegen Samaria und wieder nach Hagia Roumeli zurück. 

Am 26. Juli erfolgte die Rückreise von Hagia Roumeli nach Hagios Pau- 
los, Loutro und Anopolis. 

Am 27. Juli besuchte Spreitzenhofer Sphakia und kehrte durch die 
Schlucht von Nipros nach Askyphos zurück. 

Am 28. Juli erfolgte endlich die Rückreise von hier zum Ausgangspunkt 
der Reise, nämlich nach Khania. 

Herr Dr. v. Held reich, der, wie bereits bemerkt, die Bestimmung der 
kretensischen Ausbeute Spreitzenhofer's übernommen hat, erklärte bereits in 
einer gegen Ende 1882 mit dem Letztgenannten geführten Correspondenz den 
unter der Ausbeute befindlichen alpinen Centranthus, sowie die merkwürdige, im 
hohen Sommer blühende Leopoldia als neue Species und versprach schon damals, 
die Diagnosen dieser beiden Pflanzen zu publiciren. Diesem Versprechen ist Herr 
Director v. Heldreich jetzt nachgekommen, wofür ihm an dieser Stelle der ge- 
bührende Dank ausgesprochen wird. 

In der nachfolgenden Aufzählung der Pflanzen sind diejenigen mit einem * 
bezeichnet, welche in V. Raulin's „Description physique de l'ile de Crete", deren 
Partie botanique Herrn Dr. Heldreich zum Autor hat, nicht aufgeführt er- 
scheinen. 

Es sind dies die nachstehenden Species : Buta chalepensis fl. gr. ß. bracteosa 
Boiss., Sedum album L., Galium aureum Vis., Centranthus Sieberi Heldr.. 
Gomphocarpus fruticosus Br., Heliotropium europaeum L. ß. tenuiflorum Boiss.. 
Thymus hirsutus MB., Leopoldia Spreitzenhoferi Heldr. und Scolopendrium 
breve Bert. 

Die Orthographie der Ortsnamen ist zum grössten Theile aus der dem 
vorerwähnten Werke Raulin's beigegebenen Carte orographique et geognostique 
entnommen. 

Die Pflanzenspecies sind nach Ny in an 's Conspectus Florae europaeae auf- 
gezählt und benannt, 



Btltaf ÜU Floni von Kivt.i. 



293 



Dieselben sind folgende: 

Ranuncuktceae Ju 

J'aconia })t'>r<iri»a WH. 

Auf den Bcr^on westlich von Askyphos. 

Berberideae Vent. 

Herber i$ c reden L. 

Auf den Beigen westlich von Askyphos; am Hagios Theodoroe in zwergigen 
Sträuchen! und noch blühend. 



JPapa/vemceae DC. 

Glaueium flamm L. 

Im Sande der Marina von Hagia Roumeli. 



Cruciferae Juss. 

Brassica cretica Lam. 

In der Schlucht von Nipros am Eingänge (Blätter). 
Alyssum sphacioticum Boiss. et Heldr. 

Auf den höchsten Erhebungen des Hagios Theodoros. 



Silenaceae (Bartl.) Lindl. 
Silene variegata Boiss. et Heldr. 

Auf den höchsten Erhebungen des Hagios Theodoros. 
Tunica clianthoides Boiss. 

In der Schlucht von Aradena. 
Bianthus arboreus L. 

In der Schlucht von Hagia Eoumeli. 
Dianthus sphacioticus Boiss. et Heldr. 

Auf den höchsten Erhebungen des Hagios Theodoros. 



Alsinaceae (Bartl). 

Arenaria cretica Spreng. 

Auf den höchsten Erhebungen des Hagios Theodoros. 



Lineae DC. 

Linam arboreum L. 

Zwischen Lavafelsen von Mavrous Lakkous ain Hagios Theodoros. 



Malvaceae Br. 

Lavatera cretica L. 

In der Schlucht von Nipros. 



38* 



294 



Franz Oster meyer. 



Hyperichteae DC. 

Hypericum crispum L. 

Auf den Bergen um Askyphos. 
Hypericum empetrifolium W. 

Auf den Bergen westlich von Askyphos. 

Rutaceae Juss. 

* Ruta bracteosa DC. (Ruta Chalepensis L. ß. bracteosa nach Boissier, Flor. 

orient.). 

Im Sande der Marina von Hagia Eoumeli. 

Papilionaceae L. 

Ononis antiquorum L. 

Auf den Bergen westlich von Askyphos. 
AntliylUs Vulneraria L. var. rubra. 

Am Mavrous Lakkous gegen den Gipfel des Hagios Theodoros. 
Astragalus angustifolius Lam. 

Auf der Südseite der Berge gegen Mavrous Lakkous ziemlich häufig. 
Ebenus cretica L. 

In der Schlucht von Nipros seltener als in Hagia Eoumeli. 

Drupaceae L. 

Prunus prostrata fl. graec. = Cerasus prostrata Lab. 

Von Mavrous Lakkous gegen den Gipfel des Hagios Theodoros. 

Granateae Don. 

Pimica Granatum L. 

In Gärten im Orte Hagia Eoumeli. 

Lythrarieae Juss. 

Lythrum Hyssopifolia L. 

Im Sande der Marina von Hagia Eoumeli. 

Paronychieae St. Hil. 

Volycarpon tetraphyllum L. 

Im Gerölle bei der ersten Hirtenhütte am Anfange der Schlucht von Hagia 
Eoumeli. 

Crassulaceae DC. 

Sedum altissimum Poiv. 

Auf Mauern und Felsen in Anopolis. 

* Sedum album L. 

Von Mavrous Lakkous gegen den Hagios Theodoros. 



Btttng rai Plön tod Kn>tu. 



296 



Unühstkti&e l 

Vimpinclla tragium iL.lVill. y.depresm Boiss. — I'impinclhi ihpreSßa DC 

Ziemlich häutig auf sehr hartem Boden am Abstiege nach Mavrous Lakkniis. 
Ergiigium ternatum Poiv. 

Auf Felswänden rechte vom Eingänge in die Schlucht ron Aradena (neuer 
Standort I; in der Schlucht von Ninros ungefähr eine halbe Stunde vom 
Eingänge. Diese Exemplare sind jedoch nicht so schön und kräftig, 
wie die aus der Schlucht von Aradena, 
Erynginm campestre L. var. virens Lk. 
Auf den Bergen um Askyphos. 

Haina reue Juss. 

Gtdium fntticosum W. 

An den Felswänden der Schlucht von Nipros massenhaft. 
* Galt um aureum Vis. 

Auf den höchsten Erhebungen des Hagios Theodoros. 
Gidium graecum L. 

In der Schlucht von Aradena ; an Felswänden-iun Hingange in die Schlucht 
von Aradena mit Amaraeus dictammis Bth. 

Valerianeae DC. 

Centrunthus Sieberi Heldr. n. sp. (Valeriana angustifolia Sieber, 
Reise oach der Insel Kreta, I, S. 472, non All.; Centranthus longifolius 
Heldr. Flor. Cret. in Raulin, Description physique de l'ile de Crete, p. 471, 
non Stev.). 

Planta pumila, e caudice lignoso caules 1—2 floriferos simplices ad 
maximum spithameos surcülosque nonnullos steriles emittens, folia 
linearia vel anguste Uneari-lanceolata, crassiuscula obtusa, cyma thyr- 
soidea floribus congestis, corolla in ovario sessilis, calcare corollam 
aequante vel parum longiore, acuto, ovario plerumque triplo longiore. 

Ex affmitate Centranthi longiflori Stev. et Centranthi juncei 
Boiss. et Heldr., ab utrisque statura nana, foliis abbreviatis, cymis 
densifloris et calcare longiore differt, a Centrantho junceo insuper 
corolla ad calcaris insertionem non stipitata diversus. 

A specü nostra longius distat Centranthus Sibthorpii Heldr. et 
Sart. (qui = Valeriana angustifolia Sibth. fl. gr. nec alior.), 
foliis oblongo-lanceolatis acuminatis et calcare corollae tubo breviore 
praeditus. 

Hab. in summis cacuminibus montium Sphacioticorum, inter lapides 
calcareos alt. 2000— 2300 m sai rarus: ad cacumen Hagios Theo- 
doros d. 24. Sept. 1817 legit Sieber, ad Hagion JPnevma d. 
19. Jul. 1846 Heldreich et ad Mari ons Lakkous d. 22. Jul 1882 
Spreitzenhofer (Held reich descripsit Mart. 1890). 

Auf Lavafelsen von Mavrous Lakkous selten. 



296 



Franz Ostermeyer. 



Dipsaceae DC. 

Scabiosa maritima L. 

Auf den Bergen westlich von Askyphos. 

Compositae L. 

Senecio fruticulosus S. S. 

Auf den höchsten Erhebungen des Hagios Theodoros. 
Heiichrysum siculum Boiss. ß. brachyphyllum Boiss. 

Auf den Bergen westlich von Askyphos. 
Phagnalon pumilum DC. {Coniza pygmaea Sieb.). 

Auf den südlichen Abfällen und Geröllfeldern gegen Mavrous Lakkous und 
von dort auf den Hagios Theodoros. 
Phagnalon pumilum DC. {Coniza pygmaea Sieb.) var. tomentosa. 

Am gleichen Standorte wie die vorige Species, jedoch die häufigere Form. 
Asteriscus aquaticus Less. 

Im Sande der Marina von Hagia Roumeli. 
Inula limonifolia Boiss. 

In der Schlucht von Aradena. 
Echinops spinosus d'Urv. 

Längs der Strasse von Anopolis nach Loutro. 
Staehelina arborescens L. 

Auf Felswänden der Schlucht von Nipros (20. Juli) ; in der Schlucht von 
Hagia Roumeli (massenhaft) ; in der Schlucht von Nipros blühend (27. Juli). 
Onopordon tanricum W. ß. elatum Boiss. = Onopondon elatum fl. gr. 

Auf den Bergen um Askyphos. 
Picnomon Acarna Cass. 

Auf den Bergen um Askyphos. 
Cirsium cynaroides Spr. = Chamaepeuce cynaroides DC. 

Auf den Bergen westlich von Askyphos. 
Centaurea solstitialis L. 

Auf den Bergen westlich von Askyphos. 
Centaurea Calcitrapa L. 

Am Wege von Askyphos zur Schlucht von Nipros. 
Crepis Sibthorpiana Boiss. et Heldr. 

Von Mavrous Lakkous gegen den Hagios Theodoros (selten). 
Scolymus hispanicus L. 

Um Askyphos (gemein). 
Hedypnois cretica W. (Guss.). 

Im Sande der Marina von Hagia Roumeli. 

Campanulaceae Juss. 

Symphiandra cretica DC. 

In der Schlucht von Hagia Roumeli oberhalb der ersten Enge. 



Bittng iu im. hu von Krtta, 



297 



.ist /( \ntuU <t< Br 

* (iom}>lioc<irpns fnificosus Br. 

lux Orte Hagia Etoumeli in Gerten und am Wega zwischen Häusern. 

Conrolculus Dori/mium L. 

Im Sande der Marina von Hagia Roumeli. 

Ilorrmjincae Juss. (Br.). 

HeUotropium enropaenm L. * ß. tenmftorum Boiss. 

In Gärten im Orte Hagia Roumeli. 
Anchusa caespitosa Lam. 

Am Abstiege zum Kraterkessel Mavrous Lakkous (blau wie Gentiana 
vema L.). 

OnoStna steUtUatum \Yk. var. erectum ü. gr. 

In Blättern auf den Bergen westlich von Askyphos. 

JPersonatae L. (p. max. p.). 

Vcrbascum sjrinosum L. 

Im Thalkessel von Askyphos bis an die Baumgrenze am Hagios Theodoros. 
Scrofularia lucida L. ß. ftlicifolia Boiss. 

Auf den Bergen um Askyphos. 

Vei*benaceae Juss. 

Vitex agnus castus L. 

Auf der Marina von Hagia Roumeli. (Massenhaft.) 
Verbena officinalis L. 

Auf den Bergen um Askyphos. 

Labiatae Juss. 

Tcucrium alpestre S. S. 

Auf den höchsten Erhebungen des Hagios Theodoros. 
Tcucrium alpestre S. S. forma laxior. 

Auf den Bergen westlich von Askyphos. 
Salvia pomifera L. 

Am Anstiege zur Passhöhe von Askyphos; am Wege von Askyphos nach 
Nipros. 

Die Gallen dieser Art rühren von Insectenstichen her, sind kugelrund, 
meistens von der Grösse einer Kirsche, zuerst mit wässerigem Safte 
gefüllt, hernach verholzt. Dieselben entwickeln sich gegen das Ende 
der Zweige und tragen meistens ein Büschel abortirter Blätter; sie 
werden von den Bewohnern wegen ihres angenehmen, süssen und er- 
frischenden Geschmackes gegessen (Raul in). 



298 



Franz Ostermeyer. 



Scutellaria hirta S. S. 

In der Alpenregion des Hagios Theodoros ; am Mavrous Lakkous gegen den 
Gipfel des Hagios Theodoros. 
Ballota pseudodictamnus Bth. = Beringeria pseudodictamnus Neck. 

Längs des Weges von Calives nach Vamos häufig; bei den Häusern von 
Anopolis. 
Sideritis cretica Boiss. 

Auf den Bergen westlich von Askyphos und am Mavrous Lakkous massen- 
haft. 

Origanum microphyllum (Sieb.) Benth. 

Auf den Bergen westlich von Askyphos. 
Origanum Dictamnus L. = Amaracus Dictamnus Bth. 

Auf der rechtsseitigen Felswand am Eingange der Schlucht von Nipros in 
der Richtung von Askyphos her; auf den Wänden einer aus über- 
hängenden Felsen gebildeten offenen Höhle (Mourata) an einer Biegung 
des Weges von Aradena nach Hagios Paulos. 
* Thymus hirsutus MB. 

Am Mavrous Lakkous gegen den Gipfel des Hagios Theodoros. 

JPrimulaceae Vent. 

Samolus Valerandi L. 

In Steinritzen einer Quelle im Thale von Anopolis. 

JPlimibagineae Vent. 

Acaniholimon androsaceum Boiss. = Acantholimon Echinus L. var. y. creticmn 
Boiss. 

Auf den höchsten Erhebungen des Hagios Theodoros. 

Plantag ineae Vent. 

Plantago Coronopus L. 

Im Sande der Marina von Hagia Roumeli. 
Plantago Lag opus L. 

Im Sande der Marina von Hagia Roumeli. 

Thymeleae Juss. 

Daphne sericea Vahl. = Daphne oleaefolia Lam. 

Auf den Bergen westlich von Askyphos. 
Daphne oleoides L. 

In der Alpenregion des Hagios Theodoros; je höher hinauf, desto häufiger 
und schöner. 

Thymelaea Tartonraira All. ß. angustifolia Boiss. = Dapluie argentea fl. gr. 
Längs der Meeresküste kurz vor und nach Hagios Paulos. 



MKra| m flöh ron Kreta 



299 



i'.ii phOVbfaCi <t< \ JuSS 
Euphorbia ucanthotham hh* Heldr., Sart 

Aul' den Bergen um Askyphos. 

Vlataneae Lestib. 

Platanus Orientalin L. 

In drr Schlucht von Hagia Roumeli; am Bache. Herrliche Bäume, jedoch 

nicht häutig. 

Cupulifi tue Rieh. 

Quer em culliprinos Webb. 

In der Schlucht von Nipros. Grosse, schöne Bäume mit Früchten. 

Conif< r<t< L. ii>. mai. p.). 

Juniperus phoenieea L. 

In der Schlucht von Hagia Roumeli zwischen der ersten und zweiten 
Brettersäge. Stattliche Bäume. 

Liliaceae DC. 
Chionodoxa nana Boiss. et Heldr. 

Am Mavrous Lakkous; am Rande einer mit Schnee gefüllten Höhle. 
Einige Exemplare mit weissen Blüthen. 
* Leopoldia Spreitzenlioferi Heldr. n. sp. 

Eumüis, 10 — 22 cm alta, racemo cylindraceo, brevi (circiter 4—8 cm longo), 
pedicellis perigonium dimidium subaequantibus fere horizontaliter 
patentibus, demum non elongatis, ideo Semper aequilongis, perigonio 
paruo basi subtruncato cylindraceo, apicem versus rix ampliato atro- 
cueruleo fuscescente, oris dentibus flavescentibus, floribus äbortivis in 
apice racemi condensatis laete coeruleis, foliis linearibus racemum 
aequantibus, bnlbo pro portione plantae magno subgloboso. 

Inter Leopoldiae species „brevifloras" (Heldreich, lieber die Liliaceen- 
gattung Leopoldia, 1878) perigonii dimensione et forma, nec non 
pedicellorum summa brevitate maximam cum Leopoldia Chissouei 
Pari, habet affinitatem, sed bulbo magno, racemo breviori et floribus 
sterilibus numerosioribus certe diversa. Iisdem notis, nec non perigonio 
et pedicellis brevioribus differt ab affini Leopoldia maritima 
(Desf.) planta africana ab Heldreich quoque in Creta, sed in mari- 
tim is insulae lecta. Leopoldia Weissii Freyn in Cycladum insula 
Syro crescens, praeter bulbi notas, pedicellis multo longioribus, peri- 
gonio longiore et apice ampliato omnino distineta. 

Hab. inter lapides calcareos, ut videtur rara, prope Mavrous Lak- 
kmis, in regione superiore montium Sphacioticorum, tibi d. 22. Jul. 
1882 legit Spreitzenhofer (Heldreich descripsit Mprt. 1890). 

Im Gerölle am Abstieg zum Kraterkessel Mavrous Lakkous. 

Z. B. Ges. B. XL. Abh. 39 



300 



Franz Ostermeyer. Beitrag zur Flora von Kreta. 



Polypodiaceae (Br.). 

Adiantum Capillus Veneris L. 

In der Schlucht von Aradena. 
* Scolopendrium breve Bert. 

Am Mavrous Lakkous unter Cystopteris Taygetensis Heldr. 
Cystopteris Taygetensis Heldr. == Aspidium Taygetense Bory. 

Am Mavrous Lakkous an den Wänden einer tiefen, mit Schnee gefüllten 
Höhle. 



301 



Larve und Lebensweise der Gecidomyia Psetido- 
coccus n. sp. 

Hescb rieben von 

Dr. Fr. Thomas 

in Obrdruf. 

(Mit Tafel VI, Fig. 1—5.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Juli 1890.) 



Die nachfolgenden Beobachtungsresultate scheinen mir der Mittheilung 
werth, weil sie eine, meines Wissens neue Art des Verhaltens einer Gallmücke zu 
ihrer Wirtspflanze darthun. Sie betreffen eine Cecidomyidenart, deren Larve nicht 
vagirend oder errant, d. h. unter mehrfacher Veränderung ihres Ortes (wie z. B. die 
von H. Low auf den Blättern von Veronica Beccabunga beobachtete, cf. Progr., 
Posen, 1850, S. 24 f.) lebt, vielmehr sich an einer Stelle des lebenden Blattes von 
Salix Caprea festsetzt und trotzdem keine Gallenbildung erzeugt. Das Vorkom- 
men dieser neuen Gallmücke kenne ich bisher nur von einem Strauche unweit 
Scherershütte bei Ohrdruf, an dem ich das Thier seit 1879 alljährlich beob- 
achtet habe. 

Die Auffindung der zu besprechenden Objecte geschieht am leichtesten 
im Herbst. Heller gefärbte Flecken von 1—3 mm Durchmesser, deren Mitte häufig 
eine ganz, kleine, dunkler gefärbte Stelle zeigt, sind das einzige Anzeichen, das 
die Oberseite des Blattes bietet, Sie finden sich vereinzelt oder bis zu zehn und 
mehr auf einem Blatte. Jedem derselben entspricht auf der Blattunterseite ein 
anfänglich den ganz jungen Zuständen der Uredorasen von Melampsora salicina 
Lev. ähnliches Gebilde, nämlich eine sehr flach gewölbte, rundliche Erhöhung 
von grauweisser Farbe und etwa 1 mm Durchmesser, deren Oberfläche zum 
grössten Theile die Behaarung der übrigen Blattunterseite zeigt, an einer nackten 
Stelle aber bei genügender Vergrösserung die Querringelung einer sehr kleinen 
Larvenhaut (von 34 — 0'5 mm Länge und 0'24 — 4 mm Breite) erkennen lässt. 
Die ganze unterseitige Erhöhung ist leicht mit einer Nadel herauszuheben und 
hinterlässt dann eine haarlose Grube, in welcher man den Verlauf der hervor- 
tretenden, sonst durch die Behaarung verdeckten feineren Verästelungen der Blatt- 
nerven sieht. 

39* 



302 



Fr. Thomas. 



Die Hauptmasse des herausgehobenen Theiles besteht aus einer im Herbste 
noch farblosen Cecidomyidenlarve von 0'5 — 11 mm Länge und einer Breite, 
die sich zur Länge verhält wie 1:125 bis 1:1'6. Die Bauchseite ist glatt, die 
übrige Körperhaut durch sehr kleine, dornähnliche Hervorragungen rauh, aber 
haarlos. Der Kopf ist lang vorstreckbar. Die braune Brustgräte geht in schwach 
divergirende, stumpf gerundete Lappen aus. Die Stigmata sind durch kurz-zitzen- 
oder warzenförmige Hervorragungen von 0"010 — 0013 mm Länge bezeichnet. Irgend 
welche Gallenbildung ist nicht vorhanden. Ob sich vielleicht anfänglich durch 
Wucherung ein zartes Nahrungsgewebe bildet, das bis zum Herbst durch Re- 
sorption wieder verschwindet, bleibt eine offene Frage, für deren Beantwortung 
mein Material keinerlei Anhalt bot. 

Die Larve nimmt bis zum Frühjahre an Grösse zu (Taf. VI, Fig. 4), ver- 
bleibt aber in ihrer bisherigen Lage auch an den abgefallenen Blättern, ohne 
sich zu verpuppen. Ihre Farbe wird gelbroth bis mennigroth. Die Erhöhungen 
auf der Blattunterseite sind im Winter und Frühjahre rostfarbig und mehr lang- 
gestreckt (Taf. VI, Fig. 1 ; vergrösserter Querschnitt in Fig. 3). Dem flüchtigen 
Blick erscheinen sie, wenn man von den Epidermishaaren absieht, wie Schild- 
läuse, wesshalb ich das Thier vorläufig mit dem Speciesnamen Pseudococcus be- 
legt habe. Die Larven (resp. das Mutterthier beim Ablegen der Eier) bevorzugen 
solche Stellen an der Seite von Haupt- und Seitennerven, an denen wiederum 
seitliche Nervenäste abgehen, also die Nervenwinkel. Nach dem Scheitel des 
Nervenwinkels zu ist der Larvenbuckel häufig miesmuschelartig zugespitzt. Mit 
äusserst seltenen Ausnahmen sitzt an diesem Ende (entsprechend einer Ablage des 
Eies im Innersten des Winkels) die kleine leere Haut, von welcher oben die Rede 
war, und von der ich annehme, dass sie nicht von einem Parasiten, sondern von 
einer Häutung der jungen Mückenlarve herrührt. Der Larvenkörper selbst ist 
so gerichtet, dass sein Kopf vom Nervenwinkel abgewandt ist, gleichgiltig ob 
diese Richtung nach Blattspitze, Basis oder Seitenrand weist. Die Larve ist von 
einer dünnen Haut umgeben, die aus äusserst feinen, auch bei starker Vergrösse- 
rung nicht scharf contourirten, fadenähnlichen Elementen zusammengesetzt ist, 
Ausser den vollständig erhaltenen Haaren ist von der Epidermis des Blattes an 
der Hülle nichts mehr nachweisbar. Die Aussenhaut des Blattbuckels zeigt bei 
länger andauernder Einwirkung von Chlorzinkjod die tiefblau gefärbten Haare, 
welche jetzt der gelb gefärbten Haut entspringen, aber keine Spur von Epidermis- 
zellen. Drei im März gemessene Larven hatten Längen von beziehungsweise 0'81, 
116 und 122 mm und Breiten von respective 0'62, 077 und 59 mm. Sammt 
Hülle messen die im Frühjahre ausgelösten Objecte L6— 2 mm Länge, 1— 13 mm 
Breite und circa 0'6 mm Höhe. 

Die Beschreibung der Brustgräte der Larve gebe ich ausführlicher, weil 
dieselbe eine sehr charakteristische ist, Auf die Verwerthbarkeit der Gestalt dieses 
Organes für die Unterscheidung der (notabene ausgewachsenen !) Larven ist durch 
Marno (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1869, S. 320) hinge- 
wiesen worden. Die erste zusammenfassende Notiz über das von ihm Brustbein 
(breastbone) genannte Organ hatte Osten- Sacken in H. Löw's Monographs of 



Larve und LoIu'hswp'm' <lt>r Cec'uhimtiia P.-ninh>c<,ciu* n. sp. 



303 



the Diptera of North Amoririi, I. ISti'J. |». lS'J gegeben. K'ilcv unterscheidet 
(Johnsons Universal Cyelopaedia, New- York. 1877, Artikel: Gall-Inseets, j> -1*2:1 f.) 
drei Formen des „breast-bone u . nämlich v-shaped. elove-shaped (so schon bei 
Walsh; klobeuförmig, hier alter wohl gewürznelkenförmig) und oar-Aaped (ru(l« r- 
förmig). Brauer und Mik nennen das Organ „Fuss". Letzterer scheint wie 

Riley nur die (allerdings viel häufigeren) gestielten Formen zu kennen, denn er 
nennt (Wiener Entom. Zeitung, 1883. S. 41) die Gräte spatelförmig. VVachtl 
(ebenda, 1888, 8. 20(i) bildet den Terminus „spathula sterualis u . Als kurzgestielt 
besehreibt Fr. Low (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellsch. in Wien, 1889, 
8. 203) die Brustgräte der Larve seiner Diplosis galliperda. Auch die von La- 
boulbene (Ann. de la See. Ent. de France, 1873, PI. 9, Fig. 5) abgebildete 
Brustgräte von Diplosis buxi, welche, der Abbildung nach zu urtheileu, bereits 
nicht mehr unter die Spatelform fällt, ist noch sehr verschieden von der Brust- 
gräte unserer Larve. 

Bei Cecidomyia Pseiidococcus ist dieselbe völlig ungestielt. Die Form der 
zwei Fortsätze entspricht der bereits oben für die Herbstlarve angegebenen. Sie 
sind lappenförmig (tgl. Taf. VI, Fig. 5, Vergrösserung 206:1), je etwa 0*02 mm 
breit, vorne halbkreisförmig gerundet; die Divergenz ist so gering, dass der 
Aussenrand des Fortsatzes von der Verlängerung der Spaltlinie der Brustgräte 
nur um 0*023 — 03 mm seitlich absteht. Ungefähr in der mittleren Länge zieht 
sich über jedem der beiden Fortsätze, in einer halbkreisförmigen Biegung den 
äussersten Rand der Lappen nachahmend, eine schwarze Linie quer hindurch. 
Man glaubt zwei Paare sich theilweise deckender Fortsätze hintereinander zu 
sehen. Ich halte die Linie für die Kante einer Stufe; das Organ ist vor derselben 
dünner als hinter derselben. Ob aber die Stufenbildung nur der Rand einer 
deckenden Haut ist oder dem Körper des Grätenfortsatzes selbst angehört, konnte 
ich nicht sicher entscheiden. Zuweilen sieht man Linien von der Stufe nach 
dem vorderen Theile des Fortsatzes ausstrahlen. Die Fortsätze entspringen einem 
kragenartigen Basalstück von 011 mm Breite, das wie jene gelbbräunlich gefärbt 
ist und nach der Peripherie an Dicke abnimmt. Bei Compression der Larve 
bleibt das Kragenstück mit den Fortsätzen in Verbindung, zerspringt aber meist 
mit unregelmässigem Rande. 

Die Verpuppung erfolgt erst im Spätfrühjahre. Zu einer Zeit, in welcher 
die Blätter bereits 5 cm lang und an ihnen die Anlagen der Nematus-G^llen, 
sowie der Gallen von Cecidomyia (Hormomyia) capreae Winn. ohne Lupe er- 
kennbar sind, findet man am abgefallenen, alten Laube die rothen Puppen unserer 
Cecidomyide, die circa 1"5 mm lang, 01mm breit sind. So am 20. Mai 1885 
und so auch noch am 3. Juni desselben Jahres, das allerdings durch einen kalten 
Mai ausgezeichnet war. Aus Material, das ich am 25. April 1885 eingesammelt 
und in einem Räume von 8—10° R. aufbewahrt hatte, erhielt ich in den ersten 
Tagen des Juni neun Stück Imagines, theils , theils §, ausserdem zwei kleine 
Hymenopteren. Die Puppe durchbohrt das ihrer Kopflage entsprechende, der 
Winkelspitze abgewandte Ende der braunen Umhüllung. Die entleerte Puppen- 
haut bleibt aufrecht in dem Flugloche stecken (Taf. VI, Fig. 2). Noch am 



304 



Fr. Thomas. 



13. Juni 1885 fand ich im Freien eine lebende Puppe; so dass also zu dieser 
Zeit das Ausschlüpfen noch nicht beendet sein konnte. Die genauere Beschreibung 
von Puppe und vollkommenem Insect wird Ew. H. Rübsaamen zu geben die 
Güte haben (vgl. die nächstfolgende Abhandlung). 

Als noch nicht völlig aufgeklärt habe ich die Art der Ablage des Eies zu 
bezeichnen. Ich bin in der entsprechenden Jahreszeit seit zehn Jahren stets in 
den Alpen gewesen und habe dadurch die Gelegenheit zur Beobachtung der ersten 
Stände versäumt. Der TIeberzug von an ihrer Basis unversehrten Pflanzenhaaren 
deutet auf subepidermale Lage der Larve. Der Mangel jeder Epidermisstructur 
der Hülle im Winter müsste dann durch völlige Resorption der Oberhautzellen 
in Folge Einwirkung der Mückenlarve gedeutet werden. Vorläufig muss ich an- 
nehmen, dass das Weibchen ein Ei auf die Blattoberhaut legt, und dass die junge 
Larve erst nach erfolgter Häutung diejenige Lage einnimmt, bei welcher sie 
durch blasige Hebung der Epidermis die Pflanzenhaare als schützende Decke 
gegen Verfolger, sowie (für die lange Ruhezeit) gegen Austrocknung verwerthet. 

Es bedarf für den mit dem Gallenstudium Vertrauten nicht der Erwähnung, 
dass die oberflächliche Lage des Cecidozoon das Unterbleiben der Gallbildung 
nicht erklären kann. Gegentheilige Beispiele sind auch von Cecidomyiden zur 
Genüge bekannt; doch mögen hier ein paar minder bekannte Fälle Platz finden, 
bei deren Auswahl ich von Blattrandrollungen oder Faltenbildungen absehe. Ich 
sammelte eine, wie es scheint neue, Mückengalle an Polygonum Bistorta bei 
Cogne (Piemont), *) bei welcher die Larve ganz frei in einem blattunterseitigen, 
kreisförmigen Grübchen (dem eine sehr flache, aber durch ihre abweichende Farbe 
auffällige Ausstülpung der Oberseite entspricht) liegt und durch Adhäsion unter 
Mithilfe einer von ihr ausgeschiedenen Flüssigkeit gehalten wird. 2 ) Aber trotzdem 
erzeugt sie eine, wenn auch geringe Hypertrophie, die sich durch Verdickung der 
Lamina zu erkennen gibt. Eine andere Gallmückenlarve, die Osten -Sacken, 
Fr. Low (Verhandl. der k. k. zool.-botan. Gesellseh. in Wien. 1885, S. 498) und 
Andere bereits erwähnen, und die ich u. a. hier bei Ohrdruf an Acer campestre 
beobachtete, liegt ebenfalls frei und erzeugt um sich herum durch Hypertrophie 
des Gewebes (die von den bisherigen Beobachtern nicht erwähnt wird, weil 
dieselben nur mit der Lupe und ohne Section untersuchten) einen Wall, so dass 
man an die in das Gewebe der Wurzel scheinbar einsinkenden Rebläuse und 
ähnliche nur graduell verschiedene Vorgänge erinnert wird. 

Von der Lebensweise der Blasengallen oder Minen erzeugenden Thiere 
unterscheidet sich die unserer Cecidomyide schon durch den Mangel der Bewegung 
und demgemäss der Schaffung eines freien Raumes für dieselbe. 

Der Grund für das Nichteintreten der Gallenbildung bei Salix 
Caprea kann in einer Eigenthümlichkeit der Mückenspecies (andere chemische 
Zusammensetzung des vom Thiere erzeugten, die Diffusion beeinflussenden Secretes) 

*) Herr Ew. H. Kübsaamcn hat, durch meine Beschreibung aufmerksam gemacht, dieses 
Cecidium nun auch in Weidenau (Westphalen) aufgefunden. 

2 ) Osten -Sacken (1. c, p. 193) nimmt für seine Cecidomt/ia glutinosa, die ganz ähnlich auf 
der Unterseite der Ca? t/a-Blätter leht, an, dass die klebrige Flüssigkeit von dem Blatte secernirt sei. 



I.jirvo uml l.fli.'iis\M>ist> ilt>r Cfci<i(ninjiu !'»eit(locnccu.i n. sp 



306 



liegen, ist aber nach meinem Dafürhalten einfacher zu erklären durch dir Ver- 
spätung des Angrittes her von mir vor längerer /fit (cf. Botan. Zeitung, 1872, 
\r. 17 ; Zeitsohr. f. d. ges. Naturwissensoh., 1873, Bd. 42. S. 532) aufgestellte und 
jetzt wohl nicht mehr bestrittene 1 ) Satz, dass „Galleubildung nur möglich ist, s.» 
lange der betrettende l'tlan/.entlieil noch in der Kntwicklung begriffen", findet 
meines Trachtens in dem oben beschriebenen Verhalten der Blätter von Salle 
Caprta gegen unsere Ceeidomyido einen neuen Beleg, wenn auch nur einen 
solchen negativer Art. 

Anmerkung. Trotz der geringen Wahrscheinlichkeit des Gelingens möchte 
ich einen Weg andeuten, den Beweis zu einem positiven zu machen: wenn es 
nämlich gelänge, durch erhöhte Wärme die Metamorphose derart zu beschleunigen 
und umgekehrt durch geeignete Mittel die Entwicklung von Salix so zu ver- 
zögern, dass die Mücke nur unfertige Blätter vorfände. Auch Infection an Weiden, 
die in rauherem Klima wachsen und desshalb in ihrer Entwickelung zurück sind, 
könnte zu Hilfe genommen werden. Aber es bleibt fraglich, ob die Mücke an 
einem noch in Knospenlage befindlichen oder nur partiell entrollten Blatte das 
Eiabsetzen überhaupt ausführen würde. 

') Dreyfus (Ueber Phylloxerinen, 1889, S. 28) sagt mit Recht, dass das Stadium der Ent- 
wicklung des betreffenden Pflanzentheiles bedingt, ob Missbildung entsteht oder nicht. Dreyfus 
scheint aber Maxime Cornu für den Ersten zu halten, der diesen Satz aufgestellt habe. — Auch der 
von Billroth jüngst (Ueber die Einwirkung lebender Pflanzen- und Thierzellen auf einander, Wien, 
1890, S. 39) ohne genaueren Hinweis ans einem Resume A. B. Frank's reproducirte Satz über die 
Bedingungen der Gallenbildung hat mit der Prioritätsfrage nichts zu thuu, weil er sehr viel späteren 
Datums sein muss. Die ersten in dieses Gebiet einschlagenden Arbeiten von Frank erschienen erst 
1879 und 1880. 



SOG 



Fr. Thomas. Larve und Lebensweise der Cecidomyia Pseiulococcus n. sp. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel VI. 

Fig. 1. Ueberwintertes Blatt von Salix Caprea mit den Larvenwohnungen von 
Cecidomyia Pseudococcus Thomas. 
„ 2. Larvenwohnung der genannten Mücke (mit der kleinen Larvenhaut und 

der im Flugloche hängen gebliebenen leeren Puppenhülle). 
„ 3. Querschnitt der Larvenwohnung. 

„ 4. Larve von Cecidomyia Pseudococcus (Kopf eingezogen). Ventralansicht. 
„ 5. Brustgräte der Larve von Cecidomyia Pseudococcus. (Nach einer von 

Dr. Fr. Thomas mit der Camera lucida gefertigten Zeichnung.) 
„ 6. Lateralansicht der unreifen Puppe. 
„ 7. Ventralansicht der reifen Puppe. 
„ 8. Cecidomyia Pseudococcus tf. 
„ 9. Fühler des Männchens. 
„ 10. Die fünf ersten Fühlerglieder des Weibchens. 

Fig. 2 — 10 stark vergrössert. 



'M)l 



( ] ectdomyia Pseudococcns Thomas. 

Emago und Puppe 

beschrieben von 

Ew. II. Rübsaamen 

iu Weidenau a. d. Sieg. 

(Mit Tafel VI, Fig. 6—10.) 



(Vorgelegt iu der Versammlung am 2. Juli 1890.) 



Männchen (Taf. VI, Fig. 8). Rüssel schmutzig rothgelb; Taster heller, 
viergliederig, die Glieder an ihrer Basis verjüngt, ziemlich stark anliegend be- 
haart; drittes und viertes Glied gleich lang. Augen schwarz. Hinterkopf schwarz- 
braun, mit hellerem Rande an den Augen und mit anliegenden, nach oben ge- 
richteten Haaren besetzt. 

Fühler (Taf. VI, Fig. 9) etwas länger als der Hinterleib, 2 + 13-gliederig, 
braun; Basalglieder heller. Zweites Basalglied fast kugelig. Erstes Geisselglied 
ungestielt, meist etwas kürzer als das folgende. Das zweite, dritte, vierte und 
letzte Glied etwas mehr als doppelt so lang als der zugehörige Stiel. Die Stiele 
der übrigen Glieder von halber Gliedlänge. Die Geisselglieder sind, mit Ausnahme 
des letzten, walzenförmig, an den Enden abgerundet, nach der Spitze des Fühlers 
nur wenig kleiner werdend; das letzte Glied jedoch höchstens 3 / 4 von der Länge 
und Dicke des vorhergehenden Gliedes und nach der Spitze zu stark verjüngt. 
Jedes Geisselglied mit drei Wirtein. Von diesen ist der mittlere am längsten, 
wagrecht abstehend, an der Basis sogar nach hinten gebogen (vgl. Fig. 9). Die 
diesen Wirtel bildenden Haare würden, an den Fühler angedrückt, bis zur Basis 
des zweitfolgenden Gliedes reichen. Der zweitgrösste Wirtel steht an der Glied- 
spitze; er ist schwach gebogen und steht ungefähr in einem Winkel von 45° ab. 
Er überragt nur wenig die Mitte des folgenden Gliedes. 1 ) Der kleinste Wirtel 
befindet sich an der Basis des Gliedes; er steht etwas weniger ab als der oberste 
und ist etwas kürzer als das Glied. 

Hals rothgelb. 

Thorax dunkelorange, mit drei braunen Längsstriemen. Von diesen reicht 
die mittlere nicht bis zu dem rothgelben Schildchen, beginnt aber näher am 

') Der oberste Wirtel ist an der unteren Fühlerseite meist etwas länger als an der oberen 

und scheint hier manchmal an einzelnen Gliedern ganz zu fehlen: es. ist jedoch auch möglich, dabs 
er sich an den mir vorliegenden Stücken an dieser Stelle abgerieben hatte. 

Z. B. Ges. B. XL. Abb. 40 



308 



H. Rübsaamen. 



Halse. Oft gehen die Striemen ganz ineinander über; alsdann erscheint der 
ganze Thoraxrücken braun, bis auf eine Stelle vor dem Schildchen. Die Furchen 
mit schwärzlichgrauen Haaren besetzt. Der Hinterrücken ist meist etwas heller 
als das Schildchen. Thoraxseiten nach den Hüften zu braun. Die Flügelwurzel 
ist etwas heller als der Thorax. Die Flügel sind etwa 2 mm lang, glashell, 
wenig schillernd. Vorderrand stark schwarz beschuppt und ziemlich lang be- 
haart, wenig erweitert. Die erste Längsader dem Yorderrande etwas näher als 
der zweiten Längsader, vor der Flügelmitte in den Vorderrand mündend. Quer- 
ader vorhanden, wenig vor der Mitte der ersten Längsader. Die zweite Längsader 
an der Basis etwas nach vorne gebogen, dann fast gerade, kaum vor der Flügel- 
spitze mündend. 

Die dritte Längsader gabelt etwas vor der Flügelmitte. Ihr Gabelpunkt 
liegt dem Hinterrande viel näher als der zweiten Längsader. Der Stiel ist in 
der Mitte etwas nach unten geschwungen, nach dem Gabelpunkte zu, wie auch 
die beiden Zinken, sehr blass. Die hintere Zinke bildet mit dem Stiele einen 
Winkel von etwa 130°, sie ist fast gerade; die Mündung der vorderen Zinke liegt 
derjenigen der hinteren näher als der Mündung der zweiten Längsader. Am 
Gabelpunkte ist die vordere Zinke etwas nach vorne und an der Mündung etwas 
nach hinten gebogen. Die Flügelfalte ist ziemlich scharf und gerade. 

Der Hinterrand ist lang behaart; seine Erweiterung beginnt wenig vor der 
Querader. 

Schwingerstiel an der Basis weiss, nach der Spitze zu, wie der Schwinger- 
knopf, braunroth. 

Beine gelbgrau, oben schwärzlich, stark beschuppt. Schenkel Unterseite 
mit längeren Haaren. Hüften gelbgrau, lang behaart. 

Abdomen leder- bis orangegelb, unmittelbar am Hinterrücken meist mit 
schwarzer V- Zeichnung. Jeder Eing oben mit schwärzlicher, in der Mitte er- 
weiterter, unterbrochener oder wenigstens eingesattelter Binde. Die Ringrander 
sind ziemlich dicht und lang weissgrau behaart. 

Haltezange ziemlich klein, meist dunkler als der Hinterleib und ziemlich 
stark behaart. 

Das Weibchen ist 2 mm lang. Thorax ledergelb bis orangeroth, sonst wie 
beim Männchen gezeichnet. 

Abdomen glänzend orangeroth, die letzten Abdominalsegmente und die 
Legeröhre weissgelb. Oben mit schmalen schwarzen Binden, unten und an den 
Seiten weiss beschuppt. Legeröhre ziemlich weit vorstreckbar, weissgelb. *) 

Fühler 2 + 11- bis 2 + 12-gliederig; die Geisseiglieder nicht gestielt, die 
Form der Glieder wie beim Männchen. Jedes Glied mit nur zwei deutlich unter- 
scheidbaren Wirtein. Der obere dieser Wirtel befindet sich in der Mitte des 
Gliedes und ist stark zurückgebogen (vgl. Fig. 10). Der untere Wirtel befindet 



') Bei der einzigen mir vorliegenden weiblichen Mücke scheint am Ende der Legeröhre eine 
kleine Lamelle zu sitzen. Bestimmtes kann ich hierüber aber nicht mittheilen, da die Legerehre an 
diesem Stücke etwas beschädigt ist. 



Cfciilumi/in IWitthic>n-fn.i TIumiius. 



sieh ;m der Basis des Gliedes; er ist uichl dicht anliegend, etwas gebogen und 
ungefähr Gliedlänge. Binzeine Haare dieses Wirtela (an der oberen Seit'' des 
Fühlers) sind langer als das Glied. 

Bei trockenen stücken ist der Thorax weissgelb, die Rüokenstriemen 
braungrau, das Schildohen fast weiss, her Hinterleib behält meist seine ge- 

wöhnliche Farbe oder wird auch beim Weibchen (wie dies bei trockenen St ticken, 

welche mir Herr Prof. Dr. Fr. Thomas einsandte, ausnahmslos der Fall war) 
trübgelb. 

Wie schon Herr Prof. Dr. Fr. Thomas mittheilte, verpuppt sich die Larve 
an der Nährptianze (vgl. die Mittheilung in der dieser Beschreibung vorhergehenden 
Abhandlung des genannten Autors). Die abgestreifte Larvenhaut in der Larven- 
wohnung aufzufinden, ist mir nicht gelungen. 

Die unreife Puppe ist fast meimigroth, an den Seiten des Hinterleibes 
etwas heller, der Thorax stark glänzend und etwas mehr bräunlich gefärbt. 
Später färben sich zuerst die Augen carminroth, dann schwarz. Bei der reifen 
Puppe sind ferner die Athemhörnchen, zwei längere Haare am Kopfe, Bein- und 
Flügelscheiden schwarzbraun. Der Kopf, mit Einschluss der nicht allzuspitzen 
Bohrhörnchen und der Brust, sind rothgelb. Thorax glänzend braunroth, die 
Kückenstreifen des vollkommenen Insectes sind bereits durch etwas dunklere 
Färbung angedeutet. Abdomen wie beim Imago gefärbt, matt. 

Die Athemhörnchen sind verhältnissmässig lang und an der Spitze nach 
aussen gebogen. Die Flügelscheiden reichen bis an das Ende des vierten Ab- 
dominalsegmentes, während die Scheiden der Hinterbeine bis zur Mitte oder auch 
bis zum Ende des siebenten, die Scheiden der Vorderbeine bis zur Mitte und 
diejenigen der Mittelbeine bis an das Ende des sechsten Hinterleibsringes reichen. 

Die Puppe ist etwas depress, länglichrund, mit der grössten Breite in 
der Mitte. 

Ich erhielt die Mücke in beiden Geschlechtern Mitte Mai 1890 aus 
Blättern von Salix Caprea, welche Herr Prof. Dr. Fr. Thomas bereits im März 
bei Ohrdruf eingesammelt hatte und mir zur Beschreibung der Gallmücke zu- 
sandte. Das frühzeitige Ausschlüpfen der Mücken möchte seine Ursache darin 
haben, dass diese Blätter längere Zeit im geheizten Zimmer aufbewahrt worden 
waren. Aus Weidenblättern. w r elche bis zum 16. Juni im Freien geblieben 
waren, erhielt ich am 20. Juni einige Männchen 

Vor der Verwandlung durchbohrt die Puppe den sie umhüllenden Theil 
des Blattes. Die leere Puppenhaut ist weiss; sie bleibt im Bohrloche hängen, die 
Ventralseite gewöhnlich nach oben gekehrt. 



40* 



310 



H. Rütsaamen. Cecidomyia Pseudococcus Thomas. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel VI. 

Fig. 1. üeberwintertes Blatt von Salix Caprea mit den Larvenwohnungen von 

Cecidomyia Pseudococcus Thomas. 
„ 2. Larvenwohnung der genannten Mücke (mit der kleinen Larvenhaut und 

der im Flugloche hängen gebliebenen leeren Puppenhülle). 
„ 3. Querschnitt der Larvenwohnung. 

„ 4. Larve von Cecidomyia Pseudococcus (Kopf eingezogen). Ventralansicht. 
„ 5. Brustgräte der Larve von Cecidomyia Pseudococcus. (Nach einer von 

Dr. Fr. Thomas mit der Camera lucida gefertigten Zeichnung.) 
„ (5. Lateralansicht der unreifen Puppe. 
„ 7. Ventralansicht der reifen Puppe. 
„ 8. Cecidomyia Pseudococcus tf. 
„ 9. Fühler des Männchens. 

„ 10. Die fünf ersten Fühlerglieder des Weibchens. 

Fig. 2 — 10 stark vergrössert. 



:u 1 



Heber eine merkwürdige Verwachsung eines Baum- 
astes mit dem Stamme desselben Baumes. 

Von 

Ottokar Leneeck 

in Nimhurg in Böhmen. 

(Mit 1 Zinkographie.) 
(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Juli 1890.) 



Dass Pflanzentheile auf einem anderen Wege als auf dem natürlichen durch 
die Wurzeln und Gefässbündel des Stammes sich ihre flüssige Nahrung, das Wasser 
mit den ihnen zum Gedeihen nothwendigen Mineralbestandtheilen, verschaffen, 
ist eine ganz gewöhnliche Erscheinung. Ich erinnere hier an die bis über 2 m 
langen Triebe von verschiedenen Kubus -Arten, die an ihrem Ende, wenn sie den 
Boden erreicht haben, Wurzeln in denselben treiben und ihre Nahrung aus der 
Erde direct aufnehmen, wobei aus dem Ende des Triebes sich eine neue Pflanze 
entwickeln kann. Bei dieser bleibt die alte Verbindung mit der Mutterpflanze 
durch den Trieb noch sehr lange bestehen, und die junge Pflanze erhält ihre 
flüssige Nahrung sowohl aus der Mutterpflanze als aus der Erde, doch ist die 
Aufnahme der Nahrung aus der Erde viel grösser als die durch den langen Trieb 
aus der Mutterpflanze, was man auch daraus ersehen kann, dass der Trieb dort, 
wo er die Wurzeln getrieben hat, gewöhnlich viel stärker ist als an der Stelle, 
wo er aus der Mutterpflanze entspringt. Anstatt wie freie Triebe sich zu ver- 
jüngen, verdickt er sich, je weiter er sich von der Mutterpflanze entfernt. (Vergl. 
J. Wiesner, Ueber das Eindringen der Winterknospen kriechender Brombeer- 
sprosse in den Boden.) Bei anderen Pflanzen, wie z. B. bei den Fragaria -Arten. 
stirbt der Verbindungstrieb zwischen der jungen Pflanze und der Mutterpflanze 
ab, wenn die junge Pflanze hinreichend entwickelt ist, sich selbst durch ihre 
Wurzeln die ganze Nahrung aus dem Boden zu nehmen; der Trieb hat seine 
Aufgabe erfüllt und ist functionslos geworden. Auf ähnliche Weise nehmen viele 
Pflanzen einen Theil dieser Nahrung, nämlich das Wasser, aus der Feuchtigkeit 
der Luft auf, indem ihre Aeste ebenfalls Wurzeln treiben, jedoch Luftwurzeln, 
loh erinnere an Saxifraga sarmentosa und Hartwegia comosa, die beliebten 



312 



Ottokar Lenecek. 



Ampelpflanzen, welche an langen Trieben in gewissen Entfernungen junge Pflanzen 
tragen, die durch Luftwurzeln einen Theil ihrer Nahrung aus der Feuchtigkeit 
der Luft, durch die Verbindungstriebe aber den grössten Theil ihrer Nahrung 
aus der Mutterpflanze beziehen. Auch sind viele Pflanzen im Stande, sich ihre 
Nahrung aus lebenden fremden Pflanzenkörpern heraus zu holen. Sie sind ent- 
weder von Natur aus darauf angewiesen (Schmarotzer), oder sie werden künstlich 
dazu verhalten. Die ersteren nehmen ihre Nahrung entweder nur aus der sie 
nährenden Pflanze (Wirthpflanze), indem sie auf derselben schon keimen (echte 
Schmarotzer, Cuscuta, Viscum), oder sie nehmen ihre Nahrung nur theilweise 
aus der Wirthpflanze, indem sie in der Erde keimen und erst bei einer gewissen 
Entwicklung sich einer Wirthpflanze bemächtigen, dabei aber eine gewisse Selbst- 
ständigkeit bewahren (Melampyrum, Thesium). In der Cultur werden aber viele 
Pflanzen künstlich gezwungen, ihre flüssige Nahrung aus einem fremden, meist 
nahe verwandten Pflanzenkörper zu holen, indem man ihnen die Zufuhr aller 
übrigen flüssigen Nahrung entzieht, während wieder die nährende Pflanze öfters 
durch Zustutzen der Aeste gehindert wird, ihren Nahrungsüberschuss den eigenen 
Aesten zugute kommen zu lassen. Dies geschieht beim Pfropfen und Oculiren, 
wo ein nicht selbstständiger Pflanzentheil von der Mutterpflanze getrennt und 
auf eine fremde verwandte Pflanze so aufgesetzt wird, dass er mit dieser ver- 
wächst und in den Stand gesetzt wird, durch seine Gefässbündel aus den Gefäss- 
bündeln der fremden Pflanze die ihm nothwendige Nahrung zu beziehen. 

Eine merkwürdige Art des Nahrungsbezuges fand ich jüngst an dein Stamme 
einer Sommereiche (Quercus pedunculata) auf der „Insel" der Stadt Nimburg 
in Böhmen. 

Aus dem Stamme eines circa 40 — 50-jährigen Baumes aus einer Gruppe 
von sechs Bäumen, die derselben Wurzel entstammen, entspringt in der Höhe 
von etwa 5 m über dem Boden ein Ast von circa 3 cm Durchmesser in ganz 
normalerweise. Dieser Ast (A) krümmt sich jedoch schon nach kurzem Verlaufe 
in auffallender Weise nach links aufwärts und berührt in der Höhe von circa 
2 m über seinem Ursprünge an der gegenüberliegenden Seite den Stamm des 
Baumes. Hier schlingt er sich in der Länge von etwa 80 — 90 cm zwischen zwei 
Aesten hindurch, von denen der untere schwach und verkümmert ist, während 
der obere kräftig entwickelt ist. Der Ast berührt aber nicht bloss den Stamm, 
sondern er erscheint hier in die Rinde desselben ganz eingewachsen. Hier treibt 
er einen recht kräftigen Seitenast (B), biegt sich dann nach rechts oben um den 
oberen der beiden erwähnten Aeste herum, und wächst dann ganz knapp am 
Stamme vorbei in normaler, gegen den Horizont um etwa 10 — 20 geneigter 
Lage weiter, wobei er sich ebenso reichlich verzweigt wie die übrigen Hauptäste 
des Baumes. Dort, wo er sich zwischen den Aesten um den Stamm des Baumes 
herumschlingt und in den Stamm eingewachsen ist, ist er ganz flach, nicht mehr 
cylinderförmig und etwa 10 — 12 cm breit. An dieser Stelle ist er so tief in den 
Stamm des Baumes eingedrückt, dass er gar nicht über dessen Rindenoberfläche 
hervorragt. Bloss ein etwa 1 cm tiefer und ebenso breiter Spalt in der Rinde 
zeigt ausser der Verschiedenheit der Oberflächenstructur der Rinde des Astes und 



IVlior imik> liiiM'kwArdi^o Verwachsung eines Baumastes. 



313 



der des Stammes die Grenaen dea emgedrnngtnen and verwachsenen Asttheilec 
genau an. In der Mitte ungefähr von diesem eingewachsenen Theile entspringt 
der Bohon oben erwähnte Seitenast, «In- gani normal ist und, von der Kerne ge- 
geben, aussieht, als ob er <liivrt aus dem Stamme des Raumes herauswüchse. Erst 
bei näherer Betrachtung zeigt es sich, dass derselbe aus dein eingewachsenen 




Asttheile entspringt. Aus der Ferne gesehen, scheint aus dem eingewachsenen 
Astt heile ein kurzer, gegen die übrigen in gleicher Höhe befindlichen Aeste stark 
verkümmerter Ast zu entspringen, der sich bei näherer Betrachtung als von dem 
eingewachsenen Theile des Astes bloss umschlungen zeigt. Das Merkwürdigste 
ist jedoch, dass der Ast nach seiner Verwachsung mit dem Stamme mehr als 
doppelt so stark wird; während er bei seinem Ursprünge bloss circa 3 cm im 



314 



Ottokar Lenecek. 



Durchmesser besitzt, hat er von der Stelle an. wo er sich vom Stamme wieder 
entfernt, circa 7 — 8 cm Durchmesser, also einen nahezu sechsfachen Querschnitt. 
Aus dieser Verdickung des Astes, während er sich doch eigentlich mit der Ent- 
fernung von seinem Ursprünge verjüngen sollte, muss man schliessen, dass der 
Ast in seinem oberen Theile viel mehr Nahrung führt als in dem unteren, und 
dass er diese Nahrung an der Stelle erhalten muss, wo dieser Unterschied in der 
Dickendimension bemerkbar wird. 

Da dieser Ast seine ganze flüssige Nahrung doch wohl nur durch die Wurzeln 
des Baumes aus der Erde erhalten kann, er aber an zwei Stellen mit dem Stamme 
des Baumes in Verbindung steht, so ist ihm die Möglichkeit geboten, an beiden 
Stellen Nahrung aus demselben zu erhalten. Dass dies auch an beiden Stellen 
geschieht, und zwar an der oberen in grösserer Menge als an der unteren, der 
Abzweigungsstelle des Astes vom Stamme, ist daraus zu ersehen, dass beide Theile 
des Astes, der obere wie der untere, noch frisch und gesund sind, der obere Theil 
aber einen bedeutend grösseren Querschnitt besitzt als der untere. Die Ver- 
schiedenheit der Stärke der beiden Asttheile könnte auch zu der Annahme führen, 
dass der untere Asttheil bloss solange in die Dicke gewachsen sei, bis er oben 
mit dem Stamme zusammengewachsen war; von dieser Zeit an habe er ganz auf- 
gehört in die Dicke zu wachsen und sei im Absterben begriffen; der obere Theil 
aber habe seine ganze Nahrung aus dem Stamme an der Verwachsungsstelle be- 
zogen. Dem widerspricht aber erstens schon der Umstand, dass der untere Ast- 
theil noch ganz elastisch und biegsam ist, also noch lebt, und daher noch Nahrung 
führt, wenngleich dieselbe entweder nicht so reichlich ist oder nicht in dem Masse 
zum Dickenwachsthum verwendet wird, wie in dem oberen Asttheile. Zweitens 
ist es aber ganz undenkbar, dass der Ast bereits so stark gewesen sei, wie sein 
unterer Theil jetzt ist, als er mit dem Stamme in Berührung kam und in den- 
selben einwuchs. Ein so alter und so starker Ast hätte sich schon nicht in der 
Weise hinaufbiegen lassen, wie es der Fall gewesen sein musste; ausserdem hätte 
eine sehr starke Verletzung des Stammes und des Astes vorhergehen müssen, wenn 
beide miteinander hätten verwachsen sollen, und davon müsste man ganz andere 
Narben sehen, als die wirklich vorhandenen. Ich glaube daher, dass der Ast noch 
recht jung war, etwa 2 — 6-jährig, als er mit dem Stamme in Berührung gebracht 
worden war, und dass nach der Verwachsung der Ast einen Theil seiner Nahrung 
von unten erhält, ein noch grösserer Theil ihm aber an der oberen Stelle vom 
Stamme zugeführt wird. 

Auch der Seitenast, der in dem eingewachsenen Theile des Hauptastes 
entspringt, ist bedeutend stärker als der untere Theil des Hauptastes. Hier könnte 
es wohl geschehen sein, dass eine Adventivknospe des Stammes selbst durch den 
flachen Theil des unten entspringenden Astes hindurchgewachsen sei. Doch ist 
dies nicht glaublich, weil dann die Oeffnung in dem durchbohrten Asttheile viel 
schärfer und grösser zu sehen sein müsste, als dies thatsächlich der Fall ist, und 
ausserdem glaube ich, würde eine so gewaltsame Durchdringung eines fremden 
Gegenstandes, wenngleich die Oeffnung durch äussere, mechanische Mittel ent- 
standen gedacht wird, auf den jungen Trieb von sehr schädlichem Einfluss ge- 



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wesen sein, und der Ast würde wohl nicht so üp|>i^ r gediehen sein, «ils dies der 
Fall ist. Freilich wäre es auch denkbar, dass dieser Trieb des Stammes beim 
Durchwichsen durch den Ast mit diesem selbst im linieren verwaehsen wäre und 
dadurch einen grossen Theil der Nahrung wieder von diesem erhielte, doch ist 
dies höehst unwahrscheinlich. 

Zwei andere Aeste, die in der nächsten Nähe der Verwachsungsstelle ent- 
springen, seheinen viel kümmerlicher zu gedeihen als die anderen, ungefähr gleich 
alten Aeste des Stammes in der Nähe. Ks scheint, dass diese Verkümmerung 
auch eine Folge der Entziehung von Nahrung durch den eingewachsenen Ast sei. 
Bei dem einen, schwächeren könnte wohl auch der Umstand zum Theile schuld 
daran sein, dass er von dem eingewachsenen Asttheile fest umschlungen ist, 
dadurch von aussen gedrückt und in seiner Entwicklung gehindert wurde. Doch 
ist zu bedenken, ob bei einem wirklichen äusseren Behindern durch den um- 
schlingenden Asttheil der bedrängte Ast nicht in der langen Zeit schon ent- 
weder ganz zugrunde gegangen wäre, oder aber sein Hinderniss in der ersten 
Zeit bereits bewältigt und sich dann ungehindert weiter entwickelt hätte. Jeden- 
falls sind aber bei beiden Aesten auch andere schädliche Einfl